Discussion:
Die DDR im Tv vom 20.8. - 26.8.
(zu alt für eine Antwort)
Gerald Endres
2011-08-19 05:28:38 UTC
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Sendungen mit DDR-Bezug, kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Sendungen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens werden nach
Programmzeitungslogik beim vorhergehenden Tag aufgeführt.

Sa, 20.8., Phoenix, 21:45
ZDF History: Goodbye DDR - Spektakuläre Fluchten, Doku

Sa, 20.8., HR, 0:25
Polizeiruf 110: Freunde, TV-Krimi, DDR 1984

So, 21.8., ARTE, 21:45
Liebte der Osten anders?, Doku, D 2006

So, 21.8., ARTE, 22:40
Pornografie made in GDR, Doku, D 2006

So, 21.8., ARTE, 2:10
Allein gegen die Stasi oder Das teuerste Flugblatt der Welt, Doku,
D 2008

Mo, 22.8., MDR, 14:30
Der Froschkönig, Märchen, DDR 1988

Mo, 22.8., MDR, 20:15
Der Mann, der nach Oma kam, Komödie, DDR 1972

Mo, 22.8., MDR, 22:50
Hände hoch oder ich schieße, Komödie, DDR/D 1966

Di, 22.8., MDR, 22:05
Klein-Moskau in Karlshorst, Doku

Di, 23.8., MDR, 22:50
Polizeiruf 110: Falscher Jasmin, TV-Krimi, DDR 1990

Di, 23.8., MDR, 0:25
Der Staatsanwalt hat das Wort: Leben auf Vorschuss, TV-Krimi, DDR 1987

Mi, 24.8., Eins-festival, 16:30
"Achtung, wir rufen Kräuterhexe", Doku

Mi, 24.8., NDR, 22:50
DDR ahoi! (2) - Unterwegs auf allen Meeren, Doku

Mi, 24.8., Phoenix, 23:15
Putsche gegen die deutsche Einheit, Doku

Do, 25.8., Eins-festival, 11:15
"Achtung, wir rufen Kräuterhexe", Doku

Fr, 26.8., Phoenix, 20:15
DDR ahoi! (1) - Kleines Land auf großer Fahrt, Doku

Fr, 26.8., Phoenix, 21:00
DDR ahoi! (2) - Unterwegs auf allen Meeren, Doku

Fr, 26.8., Phoenix, 21:45
Urlaub wie früher - Mit dem Trabi an die Ostsee (vier Teile),
Reportage
Matthias Opatz
2011-08-19 10:03:01 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
So, 21.8., ARTE, 22:40
Pornografie made in GDR, Doku, D 2006
Werde das nicht sehen können. Aber da es ja eine Wiederhoung ist:
Kennt das jemand? Worauf wollen die hinaus? Auf die Druckaufträge
für skandinavische Länder in Pößneck?

Matthias
--
In dem Pharaonengrab fand man einst ein altes Samenkorn. Als man
es uns wiedergab, gaben wir's der Erde, und dann brach es auf!
Und eine Blume blühte auf, so eine Blume – herrlich!

Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen!
René
2011-08-19 14:12:26 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Gerald Endres
So, 21.8., ARTE, 22:40
Pornografie made in GDR, Doku, D 2006
Kennt das jemand? Worauf wollen die hinaus? Auf die Druckaufträge
für skandinavische Länder in Pößneck?
Matthias
Ist dein Google kaputt?

An Zeitungskiosken im Arbeiter- und Bauernstaat DDR gab es wenig zu
entdecken für Voyeure. Keine bunten Busenwunder. Im Inneren
einschlägiger Druckerzeugnisse ging es zwar etwas offener “zur Sache”,
dennoch gab es nicht allzu viele nackte Tatsachen zu entdecken. Und
selbst die wenigen, eher verschämten Aktfotografien, die beispielsweise
im “Magazin” zu bestaunen waren, reichten jenen, die nach mehr
verlangten, nicht aus. Auch die weit verbreitete FKK-Bewegung hatte mit
“entfesseltem Sex” wenig zu tun. Der Bedarf an Pornografie hörte auch
im real existierenden Sozialismus nicht auf, die Fantasie der Leute zu
beflügeln; und wie bei allen anderen Mangel-Erscheinungen erwiesen sich
die DDR-Bürger auch bei der “sexuellen Reizbeschaffung bzw.
-bewältigung” als sehr erfinderisch. Da es faktisch keine
entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab, machten sich einige
geschäftstüchtige Fotografen und Amateurfilmer daran, “Schlüpfriges”
selbst zu kreieren bzw. zu importieren. § 125 Verbreitung
pornografischer Schriften: Wer pornografische Schriften oder andere
pornografische Aufzeichnungen, Abbildungen, Filme oder Darstellungen
verbreitet oder sonst der Öffentlichkeit zugänglich macht, sie zu
diesem Zwecke herstellt, einführt oder sich verschafft, wird mit
öffentlichem Tadel, Geldstrafe, Verurteilung auf Bewährung oder mit
Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Strafgesetzbuch der DDR.
Matthias Opatz
2011-08-19 14:32:47 UTC
Permalink
Post by René
Da es faktisch keine
entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab, machten sich einige
geschäftstüchtige Fotografen und Amateurfilmer daran, “Schlüpfriges”
selbst zu kreieren
Ich kannte einen Filmzirkel, in dem sie sowas gemacht haben (die
haben mal unter Dresdner Studenten "Schauspieler" gesucht), aber
Pornographie war das nicht (das Ergebnis ging beim Fasching über einen
Schmalfilmprojektor). Nicht alles, was nackt ist, ist Pornograhie.
Eher das wenigste. Sachichmal.

Matthias
--
Liebste, oder sind Menschenaugen blind? Finden nur den Rock, Hemdchen,
Spange und Schuh - und die uferlose Liebe nicht dazu ...

== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
René
2011-08-19 14:46:43 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by René
Da es faktisch keine
entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab, machten sich einige
geschäftstüchtige Fotografen und Amateurfilmer daran, “Schlüpfriges”
selbst zu kreieren
Ich kannte einen Filmzirkel, in dem sie sowas gemacht haben (die
haben mal unter Dresdner Studenten "Schauspieler" gesucht), aber
Pornographie war das nicht (das Ergebnis ging beim Fasching über einen
Schmalfilmprojektor). Nicht alles, was nackt ist, ist Pornograhie.
Eher das wenigste. Sachichmal.
Matthias
Ich habe nur zitiert.
Ronald Konschak
2011-08-19 19:49:06 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by René
Da es faktisch keine
entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab, machten sich einige
geschäftstüchtige Fotografen und Amateurfilmer daran, “Schlüpfriges”
selbst zu kreieren
Ich kannte einen Filmzirkel, in dem sie sowas gemacht haben (die
haben mal unter Dresdner Studenten "Schauspieler" gesucht), aber
Pornographie war das nicht (das Ergebnis ging beim Fasching über einen
Schmalfilmprojektor). Nicht alles, was nackt ist, ist Pornograhie.
Eher das wenigste. Sachichmal.
Privat wurde nackt fotografiert was die Kiste hergab. Ich
habe seinerzeit ein paar Mark verdient, indem ich Filme
entwickelte und Positive machte. Da kamen mir auch ein
paar__sehr_ private Foto in die Schale. Ich glaube
fast, manch einer hat seine selbstgemachten Aktbilder lieber
einem Bekannten als dem Dienstleistungskombinat anvertraut.

Die Aktfografie hatte bei uns nicht so etwas anrüchiges
an sich. Die kam erst in die Schmuddelecke, als diese blöden
Magazine in die Läden kamen. Die Pornoverlage glaubten
tatsächlich, sie müßten den Osten mit sexueller Aufklärung
beglücken, das war unglaublich damals.

OT: Gerade sah ich die Sendung Extra3. Es wurde von einer
Strafanzeige wegen Exhibitionimus berichtet. Da fühlte sich
einer von seinem nackten "Nachbarn" belästigt. Der wohnte
28 km entfernt. Die spinnen...


Ronald.
Markus Ermert
2011-08-19 19:58:00 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Die Pornoverlage glaubten
tatsächlich, sie müßten den Osten mit sexueller Aufklärung
beglücken, das war unglaublich damals.
Mit Aufklärung natürlich nicht, aber mit Ware der Qualitätsstufe "> 45
Grad". Die gab es im Osten nicht.
Post by Ronald Konschak
OT: Gerade sah ich die Sendung Extra3. Es wurde von einer
Strafanzeige wegen Exhibitionimus berichtet. Da fühlte sich
einer von seinem nackten "Nachbarn" belästigt. Der wohnte
28 km entfernt. Die spinnen...
FKK-Kultur hat mit harter Pornografie nichts zu tun.

--
Dirk Moebius
2011-08-20 11:19:45 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Matthias Opatz
Post by René
Da es faktisch keine
entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab, machten sich einige
geschäftstüchtige Fotografen und Amateurfilmer daran, “Schlüpfriges”
selbst zu kreieren
Ich kannte einen Filmzirkel, in dem sie sowas gemacht haben (die
haben mal unter Dresdner Studenten "Schauspieler" gesucht), aber
Pornographie war das nicht (das Ergebnis ging beim Fasching über einen
Schmalfilmprojektor). Nicht alles, was nackt ist, ist Pornograhie.
Eher das wenigste. Sachichmal.
Privat wurde nackt fotografiert was die Kiste hergab. Ich
habe seinerzeit ein paar Mark verdient, indem ich Filme
entwickelte und Positive machte. Da kamen mir auch ein
paar__sehr_ private Foto in die Schale. Ich glaube
fast, manch einer hat seine selbstgemachten Aktbilder lieber
einem Bekannten als dem Dienstleistungskombinat anvertraut.
Ja, das war normal.
Geruechteweise wurden zu explizite Fotos in den grossen Laboren
aussortiert - auch ich wurde mehrfach gebeten, da mal was mit zu
entwickeln, wenn ich eh in der Duka waere...
Post by Ronald Konschak
Die Aktfografie hatte bei uns nicht so etwas anrüchiges
an sich. Die kam erst in die Schmuddelecke, als diese blöden
Magazine in die Läden kamen. Die Pornoverlage glaubten
tatsächlich, sie müßten den Osten mit sexueller Aufklärung
beglücken, das war unglaublich damals.
Inzwischen hat sich das angeglichen, weitgehend. Leider.

Dirk
--
Es herrschen zensurähnliche Zustände. Ich kann verstehen, wenn
Menschen das umgangssprachlich Zensur nennen. Ich tue das auch.
Peter Veith
2011-08-20 11:54:47 UTC
Permalink
Post by Dirk Moebius
Die Pornoverlage glaubten tatsächlich, sie müßten
den Osten mit sexueller Aufklärung
beglücken, das war unglaublich damals.
Inzwischen hat sich das angeglichen, weitgehend. Leider.
Nun, "Auftrag" erfüllt.

Wir sollten uns aber auch nichts vormachen oder verklären: Die Schlangen vor
den Sexshops Ende 1989 waren mindestens so lang, wie die vor den
"Begrüßungsgeldstellen" und deren Umsatz dürfte höher als der der
Bananenhändler gewesen sein ... auch wenn dieser Teil der Geschichte
nirgends mehr auch nur erwähnt wird. Hier wurde ein "Defizit", eine
Marktnachfrage bedient.

Ein Kollege formulierte das damals wie folgt: "Mehr als ein verkniffenes
Schamhaar haben wir doch [auf DDR-eigenen Abbildungen] nie gesehen!" Ich
will nicht behaupten, daß "mehr" objektiv nötig gewesen wäre, allerdings bin
ich auch nie mit Taschenlampe und Lupe bei der Freundin auf Entdeckungstour
gegangen, so daß - als ich dann aus reinem wissenschaftlichen Interesse ;-)
in ein solchen Shop ging - doch "neues" sah ... Das soll keine Lanze :-D pro
Pornographie sein, aber ein Plädoyer für einen realistischen Blick:

Die Pornoverlage lagen 1989/1990 mit ihrer geschäftlichen Einschätzung
bezüglich des Oschtens goldrichtig.

Übrigens, es gab 2005 mal den Thread "Wiedervereinigung durch Sex":
<http://groups.google.com/group/de.alt.folklore.ddr/browse_thread/thread/3f8afd3e3cdb6779/b1a9ad2b7aead5a2?hl=de>

Ich zitiere mich mal: »..., wollte nur darauf hinweisen, _wenn_ es einen
Plan Wiedervereinigung durch Sex" gab, war er 1989/90 Bestandteil der
Operation "Wende".«

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Ronald Konschak
2011-08-20 15:48:10 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Wir sollten uns aber auch nichts vormachen oder verklären: Die Schlangen vor
den Sexshops Ende 1989 waren mindestens so lang, wie die vor den
"Begrüßungsgeldstellen" und deren Umsatz dürfte höher als der der
Bananenhändler gewesen sein ... auch wenn dieser Teil der Geschichte
nirgends mehr auch nur erwähnt wird. Hier wurde ein "Defizit", eine
Marktnachfrage bedient.
Aber mehr auch nicht. Es ist völlig erwartungsgemäß, daß die
Leute nach der Grenzöffnung erstmal alles begafften, was es
in der DDR nicht gab. Ein nachhaltiges Interesse kann ich
jedoch nicht feststellen. In Dresden öffneten ab Sommer
1990 unzählige Sexshops. Manch einer meinte sogar, das
Viertel um die Oschatzer Straße könnte die Reeperbahn
von Dresden werden. 5 Jahre später war davon nichts mehr
übrig.
Post by Peter Veith
Ein Kollege formulierte das damals wie folgt: "Mehr als ein verkniffenes
Schamhaar haben wir doch [auf DDR-eigenen Abbildungen] nie gesehen!" Ich
Da hat er sich blöd angestellt. Ich habe hier noch 2 DDR-Ausgaben
von Bildbänden der Herren Günter Rössler und Klaus Fischer stehen.
Gut, weit aufgerissene Schamlippen findet man darin nicht aber...
Post by Peter Veith
will nicht behaupten, daß "mehr" objektiv nötig gewesen wäre, allerdings bin
genau. Man(n) braucht es nicht.
Post by Peter Veith
ich auch nie mit Taschenlampe und Lupe bei der Freundin auf Entdeckungstour
gegangen, so daß - als ich dann aus reinem wissenschaftlichen Interesse ;-)
in ein solchen Shop ging - doch "neues" sah ... Das soll keine Lanze :-D pro
*Hust* Mein persönliches Erlebnis dazu: Anfang März des Jahres
1990 fuhr ich mit einem der frisch geleasten Mercedes-Busse
vom Kraftverkehr Dresden nach Hamburg. Nachdem die üblichen
Sehenswürdigkeiten abgeklappert waren, gings auch in einen
Sexshop. Ich wollte natürlich wissen, was einem da in den
Videokabinen geboten wird. Ich weiß bis heute nicht, was daran
so tolles gewesen sein soll. Das waren Filme über Karnickel
mit menschlichen Darstellern.
Post by Peter Veith
Die Pornoverlage lagen 1989/1990 mit ihrer geschäftlichen Einschätzung
bezüglich des Oschtens goldrichtig.
Ich behaupte mal fröhlich das Gegenteil. Die haben den Ostmarkt
reichlich überschätzt.

Ronald.
Dirk Moebius
2011-08-20 17:06:41 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Wir sollten uns aber auch nichts vormachen oder verklären: Die Schlangen vor
den Sexshops Ende 1989 waren mindestens so lang, wie die vor den
"Begrüßungsgeldstellen" und deren Umsatz dürfte höher als der der
Bananenhändler gewesen sein ... auch wenn dieser Teil der Geschichte
nirgends mehr auch nur erwähnt wird. Hier wurde ein "Defizit", eine
Marktnachfrage bedient.
Aber mehr auch nicht. Es ist völlig erwartungsgemäß, daß die
Leute nach der Grenzöffnung erstmal alles begafften, was es
in der DDR nicht gab. Ein nachhaltiges Interesse kann ich
jedoch nicht feststellen. In Dresden öffneten ab Sommer
1990 unzählige Sexshops. Manch einer meinte sogar, das
Viertel um die Oschatzer Straße könnte die Reeperbahn
von Dresden werden. 5 Jahre später war davon nichts mehr
übrig.
Post by Peter Veith
Ein Kollege formulierte das damals wie folgt: "Mehr als ein verkniffenes
Schamhaar haben wir doch [auf DDR-eigenen Abbildungen] nie gesehen!" Ich
Da hat er sich blöd angestellt. Ich habe hier noch 2 DDR-Ausgaben
von Bildbänden der Herren Günter Rössler und Klaus Fischer stehen.
Gut, weit aufgerissene Schamlippen findet man darin nicht aber...
...die werden ja auch irgendwann langweilig. Und billige Pornographie
verhaelt sich zu erotischen Fotos wie Papp-Burger zu Rinderfilet.

Dirk
--
Es herrschen zensurähnliche Zustände. Ich kann verstehen, wenn
Menschen das umgangssprachlich Zensur nennen. Ich tue das auch.
Peter Veith
2011-08-21 15:04:53 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Wir sollten uns aber auch nichts vormachen oder verklären: Die Schlangen
vor den Sexshops Ende 1989 waren mindestens so lang, wie die vor den
"Begrüßungsgeldstellen" und deren Umsatz dürfte höher als der der
Bananenhändler gewesen sein ... auch wenn dieser Teil der Geschichte
nirgends mehr auch nur erwähnt wird. Hier wurde ein "Defizit", eine
Marktnachfrage bedient.
Aber mehr auch nicht. Es ist völlig erwartungsgemäß, daß die
Leute nach der Grenzöffnung erstmal alles begafften, was es
in der DDR nicht gab.
Jetzt beschäftige ich mich für diese NG auch noch mit Pornographie ... da
ist wohl mal ein Lokaltermin mit Inaugenscheinnahme angebracht ;-)

1989 / 1990 hat eine normale "Produkteinführung" (immer diese
Doppeldeutigkeiten :-D) stattgefunden. Interesse war da / wurde geweckt,
Lockangebote herangekarrt, "Westniveau" angestrebt.
Post by Ronald Konschak
Ein nachhaltiges Interesse kann ich
jedoch nicht feststellen.
Keine Ahnung wie die Sexshopdichte in der BRD aussieht und ob es (noch)
Ost/West - Unterschiede gibt. Vermutlich wie bei allen "Luxusprodukten" eine
Frage der finanziellen Mitteln und da sieht es im Oschten halt schlechter
aus. Hier müssen wir daher noch vieles selber "machen" :-)
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Ein Kollege formulierte das damals wie folgt: "Mehr als ein verkniffenes
Schamhaar haben wir doch [auf DDR-eigenen Abbildungen] nie gesehen!" Ich
[Aktfotografie gab es ]
Post by Ronald Konschak
Gut, weit aufgerissene Schamlippen findet man darin nicht aber...
Darum ging es aber.
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
will nicht behaupten, daß "mehr" objektiv nötig gewesen wäre,
genau. Man(n) braucht es nicht.
Offenbar doch, wobei das Internet heute "diskreter" ist. Pornographie (und
Prostitution) sind deutlich bequemer zum "abreagieren", als das umwerben ...
es entspricht zudem der Konsumwelt die uns umgibt: Ich habe Geld und kaufe,
was ich brauche.
Post by Ronald Konschak
Videokabinen geboten wird. Ich weiß bis heute nicht, was daran
so tolles gewesen sein soll. Das waren Filme über Karnickel
mit menschlichen Darstellern.
Du "mußt" Dir den Beate-Uhse-Kanal abonnieren! Das sind "Karnickelfilme"
ohne das "eigentliche", da ist der Zensor vor, ulkig!
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Die Pornoverlage lagen 1989/1990 mit ihrer geschäftlichen Einschätzung
bezüglich des Oschtens goldrichtig.
Ich behaupte mal fröhlich das Gegenteil. Die haben den Ostmarkt
reichlich überschätzt.
Vermutlich haben die wie alle auf eine schnelle Angleichung der
Lebensverhältnisse gesetzt, die gibt es nun nicht ... mmhhh, aber deren
Schicksal läßt mich eigenartigerweise kalt :-D

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Peter Veith
2011-08-21 15:18:28 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Keine Ahnung wie die Sexshopdichte in der BRD aussieht und ob es (noch)
Ost/West - Unterschiede gibt. Vermutlich wie bei allen "Luxusprodukten"
eine Frage der finanziellen Mitteln und da sieht es im Oschten halt
schlechter aus. Hier müssen wir daher noch vieles selber "machen" :-)
Die Abbildung rechts unten informiert über "Terminwohnungen,
Beate-Uhse-Shops und »Gentlemen's-Clubs« pro 1 Mio. Einwohner":
http://images.zeit.de/wissen/2010-07/s32-infografik.pdf

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Uwe Schickedanz
2011-08-21 15:33:03 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
http://images.zeit.de/wissen/2010-07/s32-infografik.pdf
Wenn Du da jetzt mal die Grafiken vergleichst, fällt auf: in den FNL
gibts viel soziales Engagement ("Trägheit"), was dazu führt, daß die
Leute arm sind ("Geiz") und deswegen nicht in den Puff gehen können
("Wollust"). Q.e.d. ;)


Gruß Uwe
--
Die Sicherheiten des Westens - Gewerkschaftsfürsorge,
Flächentarif, lineare Arbeitsbiographien, Sesshaftigkeit -
sind im Osten längst der Einzelkämpfer-Anthropologie gewichen.
Christoph Dieckmann === http://www.sicherheitslampe.de ===
Peter Veith
2011-08-21 16:07:49 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Peter Veith
http://images.zeit.de/wissen/2010-07/s32-infografik.pdf
Wenn Du da jetzt mal die Grafiken vergleichst, fällt auf: in den FNL
gibts viel soziales Engagement ("Trägheit"), ...
Reingefallen! Es ist umgekehrt:
Die dunklen Flächen zeigen _wenig_ Vereinsmeier^^^soziales Engagement, die
hellen viel.
Post by Uwe Schickedanz
... was dazu führt, daß die
Leute arm sind ("Geiz") und deswegen nicht in den Puff gehen können
("Wollust"). Q.e.d. ;)
Die FNL sind tatsächlich durch "niedriges Einkommen, viele Arme" ("Geiz")
gekennzeichnet ... kein Geld für Schweinkram und Teilhabe an der schönen
Kosumwelt.

Wie schrieb Gefühlsstau-Maaz so schön: " ... die Ostgesellschaft
lässt sich nicht so befrieden, wie die West-Gesellschaft. Ein
Wirtschaftswunder-Ost gibt es nicht. Und damit sinken die Möglichkeiten,
Frustationen über Konsum und soziale Anerkennung abzubauen."

Nun haben wir keinen "Gefühlsstau" sondern einen "Triebstau" :-D

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Uwe Schickedanz
2011-08-21 16:17:07 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Uwe Schickedanz
Wenn Du da jetzt mal die Grafiken vergleichst, fällt auf: in den FNL
gibts viel soziales Engagement ("Trägheit"), ...
Die dunklen Flächen zeigen _wenig_ Vereinsmeier^^^soziales Engagement, die
hellen viel.
Ups. Tückisch, ausgerechnet hier die Schattierungen andersherum zu
wählen.

Gruß Uwe
--
Die Sicherheiten des Westens - Gewerkschaftsfürsorge,
Flächentarif, lineare Arbeitsbiographien, Sesshaftigkeit -
sind im Osten längst der Einzelkämpfer-Anthropologie gewichen.
Christoph Dieckmann === http://www.sicherheitslampe.de ===
Dirk Moebius
2011-08-20 17:04:30 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Dirk Moebius
Die Pornoverlage glaubten tatsächlich, sie müßten
den Osten mit sexueller Aufklärung
beglücken, das war unglaublich damals.
Inzwischen hat sich das angeglichen, weitgehend. Leider.
Nun, "Auftrag" erfüllt.
Wir sollten uns aber auch nichts vormachen oder verklären: Die Schlangen vor
den Sexshops Ende 1989 waren mindestens so lang, wie die vor den
"Begrüßungsgeldstellen" und deren Umsatz dürfte höher als der der
Bananenhändler gewesen sein ...
Neugier ist legitim. Ich war auch in Auto- und Moebelhaeusern.

Was ich allerdings boese fand, war ein Fernsehteam, das, irgendwann in
den ersten zwei, drei Wochen nach Maueroeffnung, vor dem Ausgang von
Beate Uhse in Berlin am Bahnhof Zoo stand und jedem, der nach Ossi
aussah, ihre Kamera vor die Nase hielten und die Leute fragten, was sie
denn gekauft haetten.
Post by Peter Veith
Ein Kollege formulierte das damals wie folgt: "Mehr als ein verkniffenes
Schamhaar haben wir doch [auf DDR-eigenen Abbildungen] nie gesehen!" Ich
will nicht behaupten, daß "mehr" objektiv nötig gewesen wäre, allerdings bin
ich auch nie mit Taschenlampe und Lupe bei der Freundin auf Entdeckungstour
gegangen, so daß - als ich dann aus reinem wissenschaftlichen Interesse ;-)
in ein solchen Shop ging - doch "neues" sah ... Das soll keine Lanze :-D pro
Es gibt durchaus Positives an der Sache - dass Leute heutzutage Dinge
wie BDSM ausleben koennen, ohne Angst um ihren Ruf haben zu muessen,
hat was damit zu tun, dass sie erst durch die Sex-Shops merkten, dass
sie nicht alleine sind.
Post by Peter Veith
Die Pornoverlage lagen 1989/1990 mit ihrer geschäftlichen Einschätzung
bezüglich des Oschtens goldrichtig.
<http://groups.google.com/group/de.alt.folklore.ddr/browse_thread/thread/3f8afd3e3cdb6779/b1a9ad2b7aead5a2?hl=de>
Och, ich find den Sex mit Westfrauen nicht per se schlechter als den
mit Einheimischen :-)

DIrk
--
Es herrschen zensurähnliche Zustände. Ich kann verstehen, wenn
Menschen das umgangssprachlich Zensur nennen. Ich tue das auch.
Wladimir Karpow
2011-08-22 21:21:40 UTC
Permalink
Da es faktisch keine entsprechenden Erzeugnisse zu kaufen gab,
Selbstverständlich war alles, was im Westen negativ war, im Osten noch
viel schlimmer und perverser und wurde zwangsweise den Bürgern
aufgezwungen und in den Schulen schon in der Unterstufe gelehrt.
Peter Veith
2011-08-23 12:31:32 UTC
Permalink
Post by Wladimir Karpow
Selbstverständlich war alles, was im Westen negativ war, im Osten noch
viel schlimmer und perverser und wurde zwangsweise den Bürgern
aufgezwungen ...
Das war immer so und bei jeder Angelegenheit. Das bedarf -
insbesondere in dafd - keiner besonderen Erwähnung ... wenn ich da nur
an die ständigen Zwangsvereinigungen mit meiner Partnerin denke :-D
Post by Wladimir Karpow
... und in den Schulen schon in der Unterstufe gelehrt.
Die Geschichte des Sexual-Unterrichts an BRD-Schulen war über die Zeit
recht abwechslungsreich, mit viel Lokalkolorit und lustigen
Begebenheiten, aber wie war das in der DDR?!

Ich kann mich da an nichts ausdrückliches erinnern: In Biologie wurden
die Geschlechtsmerkmale durchgenommen, noch etwas Vererbungslehre, war
da mehr? Mist, bestimmt alles verdrängt :-D

Vorsorglich: ich hatte noch den "alten" Lehrplan, also ohne
Wehrunterricht aber mit Kegelschnitten und AIDS gab es nur im
Westen ;-)

Pe"DDR-Luftwaffe.de"ter

Gerald Endres
2011-08-19 15:59:18 UTC
Permalink
Post by René
und wie bei allen anderen Mangel-Erscheinungen erwiesen sich
die DDR-Bürger auch bei der “sexuellen Reizbeschaffung bzw.
-bewältigung” als sehr erfinderisch.
Als ich 1978 oder 79 zum ersten mal in Stettin auf dem Flohmarkt war,
verwunderte mich sehr, dass mir ständig geraunt Pornos angeboten
wurden - bis mir klar war, dass die Anbieter mich für einen DDR-Bürger
hielten, und die DDRler versorgten sich offenbar über den grenznahen
Markt mit der Ware.
Ein schwedischer Segler erklärte mir später, wie das Geschäft lief:
Auf privaten Segelyachten kamen die Pornos aus Schweden über die
Ostsee nach Polen und wurden von da an die Besucher aus der DDR
weiterverkauft. Auf dem Rückweg schmuggelte mein schwedischer
Gewährsmann übrigens Zigarettenpapier, auf dem in Schweden eine
horrende Steuer lag.
Dass manche dieser Pornos vielleicht in der DDR gedruckt waren, gibt
dem Schnuggelverkehr noch eine spezielle Delikatesse.

Gruß
Gerald
--
Der Reichstag - Eine deutsche Geschichte
Eine Dokumentation von Ute Bönnen und Gerald Endres
Montag. 22.8., um 12:45 Uhr in Phoenix
http://www.boen-end.de
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