Discussion:
falsche ~ Ausweise
(zu alt für eine Antwort)
Martin Schade
2018-09-22 17:41:30 UTC
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Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die Stasi-Mitarbeiter
ausweisen.

Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit Leute
manipulieren können.
Um so besser natürlich, wenn jemand einen echten Stasi-Ausweis gehabt und
den nachgeahmt hätte.

Sind entsprechende Fälle bekannt geworden?

Grüße, Martin Schade
Gunter Kühne
2018-09-22 18:29:36 UTC
Permalink
Post by Martin Schade
Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die Stasi-Mitarbeiter
ausweisen.
Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit
Leute manipulieren können.
Um so besser natürlich, wenn jemand einen echten Stasi-Ausweis gehabt
und den nachgeahmt hätte.
Sind entsprechende Fälle bekannt geworden?
Grüße, Martin Schade
Naja Kommt drauf an.
1. damals gabs die Technik zum Fälschen nicht in dem Maß wie heute.
2. Ungültige Ausweise gabs schon.
Nur mal ne Anekdote dazu.
In meiner praktikanten Zeit als Bulle dürfte ich auch Wachdienst auf der
DD Schießgasse leisten.
Auch auf Bezug, gerade zu den Ausweisen mit den vielen Stempeln, gabs ne
Einweisung.(Bezüglich de regelmäßigen Stempels mit der Gültigkeit.)
Also habe ich mal einen Mitarbeiter der bautzner strasse nicht reingelassen.
Sein letzter Quartalstempel war nicht sauber lesbar.
Er hat gedroht und geschimpft.
Am Ende wars ne Belobigung.( Meiner Vorgesetzten.)
( Hätte ja auch ein Test sein können)
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
(http://de.allreadable.com/d803Jttx)
Torsten Mueller
2018-09-23 14:35:34 UTC
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Post by Martin Schade
Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die
Stasi-Mitarbeiter ausweisen.
Ich hab während meines überaus ruhmreichen Dienstes etliche Male Kdl
gestanden. Vergatterung machte eines Tages als GOvD ein Fremder im Range
eines Hauptmanns, noch dazu in anderer Waffenfarbe, also ein Exot. Das
war allerdings nichts Ungewöhnliches, ich behaupte fast: der GOvD war
immer ein Ortsfremder. Er rief vor angetretener Wache "Kdl-Posten,
vortreten!" Nach der Belehrung über die besondere Rolle des Kdls
("Aushängeschild", "Schlüsselstelle", "Einfallstor") und dem ebenso
üblichen wie minutenlangen Anschiß angesichts unserer allgemeinen
Zerlumptheit ("Da gibt's gar nichts zu grinsen!") fragte er uns Posten
explizit, wer alles mit welchem Ausweis passieren durfte. Und er fragte
"Haben Sie schon einmal einen Ausweis des Ministeriums für
Staatssicherheit gesehen?" Das wurde dreimal verneint. Also holte er
seinen eigenen heraus, zeigte ihn uns ausführlich und gab dabei noch
Erklärungen über Einzelheiten ab. Und ja, dieser durfte passieren.

T.M.
Martin Ebert
2018-09-24 16:53:51 UTC
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Post by Torsten Mueller
Post by Martin Schade
Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die
Stasi-Mitarbeiter ausweisen.
KdL-1 meiner Kaserne schon. Dazu unten.
Post by Torsten Mueller
Ich hab während meines überaus ruhmreichen Dienstes etliche Male Kdl
gestanden. Vergatterung machte eines Tages als GOvD ein Fremder im
Range eines Hauptmanns, noch dazu in anderer Waffenfarbe, also ein
der GOvD war immer ein Ortsfremder.
Bei Deinem Lotterhaufen vielleicht. Bei uns undenkbar.
Post by Torsten Mueller
Und er fragte "Haben Sie schon einmal einen Ausweis des Ministeriums
für Staatssicherheit gesehen?" Das wurde dreimal verneint. Also holte
er seinen eigenen heraus, zeigte ihn uns ausführlich
Es gab nichts, was es in der DDR nicht gab. Unsere V2000er
(hauptamtliche Mitarbeiter HA I MfS, in NVA-Truppenuniform)
haben nie OvD/GOvD gestanden.

Bei uns hing im Glaskastenraum des KdL-1 eine riesige Tafel,
Format sicher A-1. Da waren alle möglichen und unmöglichen
Ausweise drauf. Das weckte mein Interesse. Mein besonderes
Interesse waren die MfS-Ausweise und die Ausweise, die nicht
auf ein konkretes "Organ" folgern ließen.

Da gab es ganz unterschiedliche Berechtigungen, von "vom
Stab abzuholen" bis hin zu "ohne Kontrolle" und "mit PKW",
dann jeweils freie Bewegung in der Kaserne.

Also solche Ausweise kontrollieren - ging. Was wir nicht
konnten (und das wussten wir): Die Farbstempel auf diesen
Ausweisen. Die zeigten an, ob der Ausweis gültig war und
für was er konkret gültig war. Den Teil konnten wir nicht
kontrollieren.

Unkontrolliert hatten zu passieren: Der Kommandeur, ein General.
Der Stabschef, ein Oberst. Der Kommandeur der 21.MSD (GSSD),
ein General. Nur die.

Mt
Torsten Mueller
2018-09-25 05:18:52 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
ich behaupte fast: der GOvD war immer ein Ortsfremder.
Bei Deinem Lotterhaufen vielleicht. Bei uns undenkbar.
Es war entweder eine Regel oder zumindest eine Gepflogenheit. Es war nie
anders. U.a. deshalb gab es ja auch so viele Mißverständnisse und
Zurechtweisungen, selbst von Offizieren, alberne Meckereien,
Ausrüstungsinspektionen (und Entsetzen über deren Zustand), idiotische
Anweisungen, die gar nicht umsetzbar waren usw.
Post by Martin Ebert
Unkontrolliert hatten zu passieren: Der Kommandeur, ein General. Der
Stabschef, ein Oberst. Der Kommandeur der 21.MSD (GSSD), ein General.
Ich weiß, daß es Unkontrollierte gab. Ich hab ein paar Generale erlebt.
Ich hab allerdings aufgrund meines charmanten Wesens auch im
Divisionsstab Kdl gestanden und dort hat der Divisionskommandeur
(Oberst), der zu Fuß mit der Aktentasche kam, seinen Ausweis gezeigt wie
jeder andere.

T.M.
Martin Ebert
2018-09-30 05:18:34 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Martin Ebert
ich behaupte fast: der GOvD war immer ein Ortsfremder.
Bei Deinem Lotterhaufen vielleicht. Bei uns undenkbar.
Es war entweder eine Regel oder zumindest eine Gepflogenheit.
Aber nur in Deinem Bumsladen.

[KdL, da gab ich oft den Cheffe]
Post by Torsten Mueller
Post by Martin Ebert
Unkontrolliert hatten zu passieren: Der Kommandeur, ein General.
Der Stabschef, ein Oberst. Der Kommandeur der 21.MSD (GSSD), ein
General.
Ich weiß, daß es Unkontrollierte gab.
Ganz theoretisch gab es MfS-Ausweise, die erstens zum Betreten
ohne Begleitung als auch zur unkontrollierten Mitnahme von
Personen berechtigten. Ich weiß das deshalb so genau, weil ich
das so verblüffend fand. - Praktisch habe ich das nie erlebt.
Post by Torsten Mueller
Ich hab ein paar Generale erlebt. Ich hab allerdings aufgrund meines
charmanten Wesens auch im Divisionsstab Kdl gestanden
"Meine" U-Schule war ja einer Division gleichgesetzt.

Selbst nach längerem Überlegen:
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
Man konnte da völlig unkontrolliert rein laufen. Nur - wer wollte
das schon? Die Uschis sowieso nicht. Und dann gilt ja auch noch:
"Gehe nie zu Deinem Füscht, wennste nich gerufen wirschst!"

Rein baulich war das so sortiert, dass eh jeder am OvD (bei
uns immer OSL) vorbei musstes. Und der leistete sich zwei
GOvD, normalerweise Majore, selten Hauptleute.

Mt
Peter Veith
2018-09-30 07:09:47 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
....
Rein baulich war das so sortiert, dass eh jeder am OvD (...
...) vorbei musstes.
Exakt.
"Hier bei Blitzschlag xx". Die Nr. weiß ich nicht mehr.

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Gunter Kühne
2018-09-30 08:03:21 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
....
Rein baulich war das so sortiert, dass eh jeder am OvD (...
...) vorbei musstes.
Exakt.
"Hier bei Blitzschlag xx". Die Nr. weiß ich nicht mehr.
Veith
Oh da waren wir ja bei der BEPO modern.
Wir hatten Zugangskontrolle des Bereiches Stab mittels 3 stelliger Nummer.
Wurde über die Telefonanlage (GWN) realisiert.
Das ändern, wen sie wieder mal zu bekannt geworden war, erfolgte durch
mich auf Anweisung Nachrichten Chef oder V0.
Wie ich aber weiter Oben schon Schrub, bei der BDVP und Beim VPkA wurden
die aktuellen Stempel der Dresdner und der Nachbardienstellen der GHG
hinterlegt.
Bei der BDVP gabs zu meiner Zeit eine Weisung eines Genossen Nyffenegger
das genau zu kontrollieren.
Analog VPKA aber dort von Herrn Prietz unterschrieben.
MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
(http://de.allreadable.com/d803Jttx)
Martin Ebert
2018-09-30 20:37:36 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
....
Rein baulich war das so sortiert, dass eh jeder am OvD (...
...) vorbei musstes.
Exakt.
"Hier bei Blitzschlag xx". Die Nr. weiß ich nicht mehr.
941.

Mt
Peter Veith
2018-09-30 20:55:27 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
Rein baulich war das so sortiert, dass eh jeder am OvD (...
...) vorbei musstes.
Exakt.
"Hier bei Blitzschlag xx". Die Nr. weiß ich nicht mehr.
941.
Sieht so aus:

http://scz.bplaced.net/tarz.html
http://www.nva-forum.de/projekte/dokumente_allg/dokumente_allg_002.htm
https://www.forum-ddr-grenze.de/t5500f114-In-Offizielle-Abkuerzungen-der-DDR-Grenztruppen.html
http://www.nva-futt.de/besonderheiten/info/fakten1.html

Ich meinte, es wäre nur eine 2-stellige Zahl gewesen, so was wie "85"
oder "31" ... vielleicht war das der Stab?

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Martin Ebert
2018-09-30 23:18:18 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Peter Veith
"Hier bei Blitzschlag xx". Die Nr. weiß ich nicht mehr.
Ich meinte, es wäre nur eine 2-stellige Zahl gewesen, so was wie "85"
oder "31" ... vielleicht war das der Stab?
Eher anders.

Es gab bei einigen großen Strukturen einen Zahlenkenner, der
den Tarnnamen nochmals unterteilte. Beispiel ist der Bereich
Militärbauwesen und Unterbringung des Ministeriums für Nationale
Verteidigung: Das Ministerium war Wostok, Militärbauwesen war
Wostok 13.

Theoretisch hätte deren Chef sich über S1 als "Wostock 13 750"
melden müssen.

Mt
Torsten Mueller
2018-09-30 12:32:21 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Es war entweder eine Regel oder zumindest eine Gepflogenheit.
Aber nur in Deinem Bumsladen.
Mein Bumsladen hätte Dir trotz seiner Zerlumptheit im Falle eines Falles
usw. Und zwar mit allergrößter Selbstverständlichkeit.
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Ich hab ein paar Generale erlebt. Ich hab allerdings aufgrund meines
charmanten Wesens auch im Divisionsstab Kdl gestanden
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
Der Divisionsstab der 1.MSD war ein eigenes (übrigens geschichtsreiches)
Objekt in Postdam-Eiche, mit eigenem OvD/GOvD, in welchem
schätzungsweise 1000 Personen Dienst taten. Es lagen dort drin außer dem
Stab noch mehrere kleine Spezialkompanien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eiche_(Potsdam)#Militär

Aufgrund der allgemeinen Hochrangig- und Unabkömmlichkeit aller dort kam
natürlich ein Wachdienst nicht infrage, weswegen extra hierfür bewährte
Genossen aus der Truppe dem täglichen Kampfgeschehen entrissen und
bittererweise dort eingesetzt werden mußten, selbst wenn deren
möglicherweise einmal nicht ganz vollständig von eventueller Rußschwärze
gesäuberten Gesichter bei den Goldensternigen dort ganz übel juckenden
Augenkrebs verursachten.

Das Kdl in Eiche war dennoch beliept - jeden Morgen kam ein Laster von
einer zivilen Bäckerei draußen und belieferte die Kantine, dabei ließ er
jeden Tag (!) unentgeltlich einen Karton am Kdl, der stets eine
ordentliche Portion Kuchen enthielt, der umgehend verteilt wurde.

T.M.
Wolf gang P u f f e
2018-09-30 18:50:55 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Das Kdl in Eiche war dennoch beliept - jeden Morgen kam ein Laster von
einer zivilen Bäckerei draußen und belieferte die Kantine, dabei ließ er
jeden Tag (!) unentgeltlich einen Karton am Kdl, der stets eine
ordentliche Portion Kuchen enthielt, der umgehend verteilt wurde.
Als Wachposten irgendwelche Geschenke annehmen mit Essen, was auch noch
sogleich, also im Wachdienst, verspeist wird?
Ich welcher DV war denn sowas geregelt?
Unglaublich was hier für Wachvergehen zu Tage treten. ;-)

W.
Peter Veith
2018-09-30 20:09:37 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Torsten Mueller
Das Kdl in Eiche war dennoch beliept - jeden Morgen kam ein Laster von
einer zivilen Bäckerei draußen und belieferte die Kantine, dabei ließ er
jeden Tag (!) unentgeltlich einen Karton am Kdl, der stets eine
ordentliche Portion Kuchen enthielt, der umgehend verteilt wurde.
Als Wachposten irgendwelche Geschenke annehmen mit Essen, was auch noch
sogleich, also im Wachdienst, verspeist wird?
Ich welcher DV war denn sowas geregelt?
Unglaublich was hier für Wachvergehen zu Tage treten. ;-)
ACK
Welche Möglichkeiten sich für die Agenten des BBKF hier auftaten ....

Aber, das war sicher die Wache, wo Torsten mangels Teller kein Essen
bekam, Hunger schob und so anfällig für Geschenke auf Wache wurde.

Näheres:
http://home.snafu.de/veith/dienste.htm

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Wolf gang P u f f e
2018-09-30 20:52:03 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Torsten Mueller
Das Kdl in Eiche war dennoch beliept - jeden Morgen kam ein Laster von
einer zivilen Bäckerei draußen und belieferte die Kantine, dabei ließ er
jeden Tag (!) unentgeltlich einen Karton am Kdl, der stets eine
ordentliche Portion Kuchen enthielt, der umgehend verteilt wurde.
Als Wachposten irgendwelche Geschenke annehmen mit Essen, was auch noch
sogleich, also im Wachdienst, verspeist wird?
Ich welcher DV war denn sowas geregelt?
Unglaublich was hier für Wachvergehen zu Tage treten. ;-)
ACK
Welche Möglichkeiten sich für die Agenten des BBKF hier auftaten ....
Der Ami hätte nur Kaugummi am KdL verteilen müssen...
Torsten Mueller
2018-10-01 06:58:29 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Aber, das war sicher die Wache, wo Torsten mangels Teller
Nein, das war im sog. Objekt 2 in Stahnsdorf. Zumindest war es
zeitweilig so, allerdings über Monate, 87/88. Frag andere Zeugen. Ich
hab mir diesen Mist nicht ausgedacht, Leute mit Deinem Dienstgrad taten
das, nachdem das Abwaschen als zu aufwendig eingestuft geworden war.
Post by Peter Veith
kein Essen bekam,
Du mußt schon richtig lesen. In Kasernen gab's immer irgendein "Essen",
d.h. wenigstens Kartoffeln mit Soße oder aufgeblähte Komplektedosen. Das
schrieb ich.

Draußen sah es allerdings anders aus und wir waren ja mindestens zwei,
dreimal die Woche draußen spielen, manchmal mehrere Tage und Nächte
(sog. Komplextage) hintereinander. Im Felde galt automatisch
"gefechtsmäßige Verpflegung" (vielleicht findest Du was darüber). In
meinem Falle hieß das meist zweimal am Tag ein Doppelbrötchen, zu einem
gab's noch ein Stück Tee- oder Blutwurscht dazu. Mit Pech waren diese
zwei Male am Tag nur ein Mal, weil morgens irgendwas schiefgegangen und
das Zeug bis zum späten Abend auf irgendeinem LO liegengeblieben war.
Diese Brötchen haste dann in die Beintaschen gesteckt, für später, die
waren ja ein kleiner Schatz und Zeit zum Essen war sowieso keine. Laß
mal Deiner Phantasie freien Lauf, wie die aussehen, wenn Du nach zwei,
drei Stunden den Schutzanzug ausziehen darfst. Durchgeweichter Brei,
aber fressen mußt Du es trotzdem, was anderes gibt's nicht. Während der
Bataillonsübung (Klietz, Mai 88) gab's fünf Tage lang morgens und abends
jeweils genau ein Brot pro Gruppe, sonst nichts. Das wurde unter aller
Augen fachmännisch durch sechs geteilt.
Post by Peter Veith
Hunger schob
Deine beschränkte Perspektive hindert Dich daran, Dir Dinge wenigstens
vorzustellen, die für andere Realität waren. Und Hunger ist ja nur das
Eine, meinetwegen auch Subjektive. Ein anderer Aspekt ist es, eine
Truppe über längere Zeit dürftig zu ernähren, aber fortwährend Leistung
zu fordern, und auf stagnierende Leistungen allein mit immer nur noch
mehr physischem Training zu reagieren. Meine Kompanie ist vier Wochen
lang zum Frühsport jeden Tag 3000 gerannt, und zwar in Stiefeln und FDU,
zur allgemeinen Ertüchtigung. Über sowas hat damals keiner nachgedacht.
Post by Peter Veith
http://home.snafu.de/veith/dienste.htm
Und Du meinst, die Realtät ist durch ein paar Dienstvorschriften
vollständig beschrieben? Manchmal scheitern wichtige Dinge einfach an
menschlicher Blödheit, an Zufällen, an mangelnder Kommunikation,
Mißverständnissen usw. Was willste da machen?

T.M.
Paul
2018-10-01 07:43:36 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Peter Veith
Aber, das war sicher die Wache, wo Torsten mangels Teller
Nein, das war im sog. Objekt 2 in Stahnsdorf. Zumindest war es
zeitweilig so, allerdings über Monate, 87/88. Frag andere Zeugen. Ich
hab mir diesen Mist nicht ausgedacht, Leute mit Deinem Dienstgrad taten
das, nachdem das Abwaschen als zu aufwendig eingestuft geworden war.
Post by Peter Veith
kein Essen bekam,
Du mußt schon richtig lesen. In Kasernen gab's immer irgendein "Essen",
d.h. wenigstens Kartoffeln mit Soße oder aufgeblähte Komplektedosen. Das
schrieb ich.
Draußen sah es allerdings anders aus und wir waren ja mindestens zwei,
dreimal die Woche draußen spielen, manchmal mehrere Tage und Nächte
(sog. Komplextage) hintereinander. Im Felde galt automatisch
"gefechtsmäßige Verpflegung" (vielleicht findest Du was darüber). In
meinem Falle hieß das meist zweimal am Tag ein Doppelbrötchen, zu einem
gab's noch ein Stück Tee- oder Blutwurscht dazu. Mit Pech waren diese
zwei Male am Tag nur ein Mal, weil morgens irgendwas schiefgegangen und
das Zeug bis zum späten Abend auf irgendeinem LO liegengeblieben war.
Diese Brötchen haste dann in die Beintaschen gesteckt, für später, die
waren ja ein kleiner Schatz und Zeit zum Essen war sowieso keine. Laß
mal Deiner Phantasie freien Lauf, wie die aussehen, wenn Du nach zwei,
drei Stunden den Schutzanzug ausziehen darfst. Durchgeweichter Brei,
aber fressen mußt Du es trotzdem, was anderes gibt's nicht. Während der
Bataillonsübung (Klietz, Mai 88) gab's fünf Tage lang morgens und abends
jeweils genau ein Brot pro Gruppe, sonst nichts. Das wurde unter aller
Augen fachmännisch durch sechs geteilt.
Post by Peter Veith
Hunger schob
Deine beschränkte Perspektive hindert Dich daran, Dir Dinge wenigstens
vorzustellen, die für andere Realität waren. Und Hunger ist ja nur das
Eine, meinetwegen auch Subjektive. Ein anderer Aspekt ist es, eine
Truppe über längere Zeit dürftig zu ernähren, aber fortwährend Leistung
zu fordern, und auf stagnierende Leistungen allein mit immer nur noch
mehr physischem Training zu reagieren. Meine Kompanie ist vier Wochen
lang zum Frühsport jeden Tag 3000 gerannt, und zwar in Stiefeln und FDU,
zur allgemeinen Ertüchtigung. Über sowas hat damals keiner nachgedacht.
Post by Peter Veith
http://home.snafu.de/veith/dienste.htm
Und Du meinst, die Realtät ist durch ein paar Dienstvorschriften
vollständig beschrieben? Manchmal scheitern wichtige Dinge einfach an
menschlicher Blödheit, an Zufällen, an mangelnder Kommunikation,
Mißverständnissen usw. Was willste da machen?
T.M.
Er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er ist ein Panzergrenadier!

Das die bei der NVA Motschützen genannt wurden ändert nichts an der Aussage.

Paule
--
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Veith
2018-10-01 07:51:31 UTC
Permalink
Peter Veith schrieb: [was]
In Kasernen gab's immer irgendein "Essen",
Puh, wenigstens was.
Im Übrigen will ich das mal für weitere Diskussionen festhalten.
... "gefechtsmäßige Verpflegung" (vielleicht findest Du was darüber). In
meinem Falle hieß das meist zweimal am Tag ein Doppelbrötchen, zu einem
gab's noch ein Stück Tee- oder Blutwurscht dazu. Mit Pech waren diese
zwei Male am Tag nur ein Mal, ...
Mir kommen glatt die Tränen.
Was warst / bist Du eigentlich für ein "Mädchen"? Ich habe mich selbst immer
eher für (zu) "weich" eingeschätzt, aber jetzt *hüstel*
Post by Peter Veith
Hunger schob
Deine beschränkte Perspektive hindert Dich daran, Dir Dinge wenigstens
vorzustellen, die für andere Realität waren. Und Hunger ist ja nur das
Eine, meinetwegen auch Subjektive.
"Subjektiver" Hunger? ALso, nicht wirklich, aber so "gefühlt"? Mann'oh'Mann.
Ein anderer Aspekt ist es, eine Truppe über längere Zeit dürftig zu ernähren,
aber fortwährend Leistung zu fordern, und auf stagnierende Leistungen allein
mit immer nur noch mehr physischem Training zu reagieren.
Höre bloß auf! Mir rinnen die Tränen schon ungehemmt!
Ich hoffe, Du hast Du schon Opferrente beantragt.

Ich erzähle immer in geselliger Runde folgendes als "Schwank" zur Auflockerung:

Da Offziere regelmäßig nicht "in der Verpflegung" waren und und Alarmierungen
grundsätzlich nicht angekündigt waren, war der Spieß naheliegend überfordert und
nur Verpflegung für die Soldaten und Unteroffiziere vorrätig.

Erfahrungsgemäß rollte die ersten Gummibrötchen mit Bockwurst als
Offiziersverpflegung nach 24 Stunden an. Ergo erkannte man den erfahrenden
Offizier daran, daß er seine Pistole M (verbotenerweise) im Spind eingeschlossen
und eine Schlagesüßtafel in der Pistolentasche hatte. Jedoch erst wenn die
genannte 24-Stunden-Grenze ohne Essen überschritten war, wurde an diese Reserve
gegangen, sicher ist sicher.

1x wurde ich aber auch als Jungleutnant durch einen Loch im Zaun in die
Dorfkneipe geschickt, wo ich ein 1/2 Dutzend tiefgefrorene Bratwürste
ergatterte. Diese wurden dann auf Staniolpapier und Beton durch die Sonne
"aufgetaut", zumindest bis sie irgendwie gegessen werden konnten.

Das waren Zeiten :-D
Meine Kompanie ist vier Wochen lang zum Frühsport jeden Tag 3000 gerannt,
und zwar in Stiefeln und FDU, zur allgemeinen Ertüchtigung. Über sowas hat
damals keiner nachgedacht.
Das war 3 Jahre mein Frühsport.
Ok, meist im Trainingsanzug und Hoffman-Adidas. Letzters war aufgrund der
Pflastersteine aber auch nicht so prall.
Post by Peter Veith
http://home.snafu.de/veith/dienste.htm
Und Du meinst, die Realtät ist durch ein paar Dienstvorschriften
vollständig beschrieben?
Niemals!
Aber als einen ersten Anhaltspunkt um Oralhistorie zu objetivieren. Und des
Volkes Hungerphantasie sowieso :-D

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Torsten Mueller
2018-10-01 08:31:42 UTC
Permalink
... "gefechtsmäßige Verpflegung" (vielleicht findest Du was darüber).
In meinem Falle hieß das meist zweimal am Tag ein Doppelbrötchen, zu
einem gab's noch ein Stück Tee- oder Blutwurscht dazu. Mit Pech waren
diese zwei Male am Tag nur ein Mal, ...
Mir kommen glatt die Tränen. Was warst / bist Du eigentlich für ein
"Mädchen"? Ich habe mich selbst immer eher für (zu) "weich"
eingeschätzt, aber jetzt *hüstel*
Wer redet von mir? Es gibt immer solche und solche Leute. Unter hundert
Mann findste immer auch paar Idioten, dazu nervlich Schwache,
Choleriker, Sensibelchen, Unberechenbare usw. In meiner Nachbargruppe
wurde einer ausgemustert, weil er (mit 18) nervlich am Ende war.
Verpflegung spielt, was die Psyche angeht, eine wichtige Rolle, wenn Du
Dinge wie Leistung, Einsatz, Mitdenken, Mut, Kameradschaft forderst.
Schick ruhig hundert Mann mit leerem Magen, aber scharfem Schuß nachts
auf einen Acker.
Deine beschränkte Perspektive hindert Dich daran, Dir Dinge
wenigstens vorzustellen, die für andere Realität waren. Und Hunger
ist ja nur das Eine, meinetwegen auch Subjektive.
"Subjektiver" Hunger? ALso, nicht wirklich, aber so "gefühlt"? Mann'oh'Mann.
Doch, doch, das war schon wirklich. Aber jeder empfindet und erträgt
Hunger anders. Und jeder hat andere körperliche Reserven. In meiner
Gruppe war einer, der kam aus Leuna und war ein echter Prolet. Der war
nur mit Mühe davon abzubringen, wegen seines Stückes Brot eine Klopperei
anzufangen.
Da Offziere regelmäßig nicht "in der Verpflegung" waren und und
Alarmierungen grundsätzlich nicht angekündigt waren, war der Spieß
naheliegend überfordert und nur Verpflegung für die Soldaten und
Unteroffiziere vorrätig. [...]
Ich hab zwei Arten von Offizieren kennengelernt, und ich rede dabei noch
nicht einmal über geflochtene Schulterstücke. Die eine Art saß im Felde
auf mitgebrachten Holzstühlen an einem Tisch mit weißer Tischdecke und
Porzellantellern, und wurde bedient. Die andere Art saß 20m weiter bei
den Soldaten im Graben und löffelte aus dem gleichen Blechnapf.

T.M.
Veith
2018-10-01 08:49:14 UTC
Permalink
Am Montag, 1. Oktober 2018 10:31:44 UTC+2 schrieb Torsten Mueller:

[Hunger]
Post by Torsten Mueller
Wer redet von mir? Es gibt immer solche und solche Leute. Unter hundert
Mann findste immer auch paar ...
Das ist richtig und ein Grundproblem der Wehrpflicht.

Als ZF / KC hattest Du nur die Möglichkeit - sofern Überprüfungstermin bekannt -
die Situation zu entschärfen, in dem Du diese auf Wach- und Tagesdienst
schicktest. Auch das war delikat, da andere sich auch gern auf Wache den Bauch
gekrault hätten, anstatt über den Acker zu rennen.

Eigentlich mußte aufgepaßt werden, daß die "Jammerlappen" die Truppe nicht
insgesamt runterziehen, sondern eher mitgezogen werden (Stichworte:
Meinungsführerschaft und Führungsstärke).

BTW Die Krankenstanddiskussionen in größeren Firmen kranken am gleichen Problem.
Post by Torsten Mueller
nur mit Mühe davon abzubringen, wegen seines Stückes Brot eine Klopperei
anzufangen.
Bei uns gab es den Spruch: "Hunger macht böse und ich bin sehr hungrig!"
Post by Torsten Mueller
auf mitgebrachten Holzstühlen an einem Tisch mit weißer Tischdecke und
Porzellantellern, und wurde bedient.
Habe ich nur von Inspektionen gehört.
Post by Torsten Mueller
Die andere Art saß 20m weiter bei
den Soldaten im Graben und löffelte aus dem gleichen Blechnapf.
Wenn der Soldat ihm was abgab:
Nicht in der Verpflegung wissen schon. Daß das nicht mit einem eingelagerten
"Notvorrat" zur Überbrückung abgefangen wurde, war schon übel.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Wolf gang P u f f e
2018-10-01 10:30:39 UTC
Permalink
Post by Veith
Peter Veith schrieb: [was]
In Kasernen gab's immer irgendein "Essen",
Puh, wenigstens was.
Im Übrigen will ich das mal für weitere Diskussionen festhalten.
... "gefechtsmäßige Verpflegung" (vielleicht findest Du was darüber). In
meinem Falle hieß das meist zweimal am Tag ein Doppelbrötchen, zu einem
gab's noch ein Stück Tee- oder Blutwurscht dazu. Mit Pech waren diese
zwei Male am Tag nur ein Mal, ...
Wenn der Hauptfeld ein Blindflansch war, konnte die Truppe leiden.
Zum Glück kenne ich sowas nicht. Bis auf eine Begebenheiten hat die
Verpflegung bei uns funktioniert.
Bei einer Übung sollte der Stellungsraum abgesichert werden. Ablösung
der Posten eigentlich alle 4 oder 6 Stunden. Am Ende stand man über 18
Stunden im Wald, vollkommen vergessen, ohne Versorgung. Gut wenn man
private Konvervendosen vom letzten Ausgang/Urlaub dabei hatte.
Eberswalder Fleischklöschen mit Spiritustabletten erwärmt, oberlecker!
Man musste sich in der Situation nur einreden können, dass man
Campingurlaub macht. ;-)
Post by Veith
Mir kommen glatt die Tränen.
Was warst / bist Du eigentlich für ein "Mädchen"? Ich habe mich selbst immer
eher für (zu) "weich" eingeschätzt, aber jetzt *hüstel*
...
Post by Veith
Meine Kompanie ist vier Wochen lang zum Frühsport jeden Tag 3000 gerannt,
und zwar in Stiefeln und FDU, zur allgemeinen Ertüchtigung. Über sowas hat
damals keiner nachgedacht.
Das war 3 Jahre mein Frühsport.
Ok, meist im Trainingsanzug und Hoffman-Adidas. Letzters war aufgrund der
Pflastersteine aber auch nicht so prall.
Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hast Du das als Berufslaufbahn
freiwillig gewählt und somit einen vollkommen andere Sicht auf diese
Dinge.
Der Grundwehrdienstler, egal wie mental und physisch beschaffen, war da
nicht freiwillig. Entsprechend schlimmer hat man das Ganze empfunden,
vor allem wenn man altersmäßig erst spät eingezogen wurde.
In meinem Grundwehrdienst standen 3000m täglich zum Frühsport an.
In Sportzeug und den berühmten harten Turnschuhen.
Im Winter einige Runden auf der Betonstraße um die Kasernenblöcke, und
im Sommer ein Runde durchs KdL ums gesamte Objekt aussenrum.
Das war bitter. Fit war ich dagegen auf dem Fahrrad, nur hat mir das
bei der Asche nichts genützt.

W.
Veith
2018-10-01 10:59:05 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Wenn der Hauptfeld ein Blindflansch war, konnte die Truppe leiden.
Ja, wobei ich mir regelmäßig die Nöte eines Verpflegungsoffiziers anhören
durfte. Demnach lag es auch am "System" *Huch*
Post by Wolf gang P u f f e
Bei einer Übung sollte der Stellungsraum abgesichert werden. Ablösung
der Posten eigentlich alle 4 oder 6 Stunden. Am Ende stand man über 18
Stunden im Wald, vollkommen vergessen, ohne Versorgung
Sicherungsposten vegessen, war der absolute Klassiker! :-D
Kam bei uns auch regelmäßig vor, weil alles drängelte und nur noch in die
Unterkunft wollte.
Post by Wolf gang P u f f e
In meinem Grundwehrdienst standen 3000m täglich zum Frühsport an.
In Sportzeug und den berühmten harten Turnschuhen.
Ich habe das auch nicht gemocht. Zum Glück gab es bei Regensturm den legendären
"Frühsport auf dem Flur". Hat mich aber tatsächlich fit gemacht (vorher /
nachher).
Post by Wolf gang P u f f e
Fit war ich dagegen auf dem Fahrrad, nur hat mir das
bei der Asche nichts genützt.
Falsche Armee ... hatten die Schweizer nicht bis neulich Fahrradtruppen?
Tatsächlich, bis 2003:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrr%C3%A4der_der_Schweizer_Armee

(Maul-) Eseltruppen scheint es auch in der Bundeswehr immer noch zu geben,
Zitat: "Besonders die Gebirgsjäger sind auf die Intelligenz der Tiere
angewiesen".

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Torsten Mueller
2018-10-01 11:35:53 UTC
Permalink
Post by Veith
In meinem Grundwehrdienst standen 3000m täglich zum Frühsport an. In
Sportzeug und den berühmten harten Turnschuhen.
Ich habe das auch nicht gemocht. Zum Glück gab es bei Regensturm den
legendären "Frühsport auf dem Flur".
Mädchensport also. Dacht ich's mir.

Frühsport war bis zum vorletzten Tach selbstverständlich draußen, am
Tage der Entlassung nur deshalb nicht, weil das Sportzeug
bedauerlicherweise bereits abgegeben war.

In der Regel lief das so ab, daß die Kompanie vor dem Gebäude im Schein
einer Laterne antrat und dann geräuschlos ins Dunkel verschwand, wo man
sich (zur Freude der Objekt-Wache) eine verabredete Zeit in dunklen
Ecken, Gräben und Gebüschen herumdrückte, bis irgendeiner wieder zum
Einrücken antreten ließ. Wenn's kalt war, und es war ja kalt, nahm man
die dunklen Decken mit raus, "Decken lüften!", die gaben einen prima
Umhang und außerdem 1a Tarnung. Selten wurde ein Gegenstand so gut
gelüftet, wie diese Decken. Ärgerlich war es, wenn sich unbemerkt einer
der Offiziere vom Stab im Trainingsanzug unters Volk mischte. Das kam
aber nur ein, zweimal vor.
Post by Veith
Falsche Armee ... hatten die Schweizer nicht bis neulich
Fahrradtruppen?
Das Schweizer Militärfahrrad ist ein Klassiker. Bei mir im gemeinsamen
Fahrradkeller stand jahrelang eins, ordentlich mit Dienstgrad
angeschrieben. Es ist allerdings relativ schwer und hat keine Schaltung.

T.M.
Andreas Karrer
2018-10-01 12:12:04 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
Falsche Armee ... hatten die Schweizer nicht bis neulich
Fahrradtruppen?
Das Schweizer Militärfahrrad ist ein Klassiker. Bei mir im gemeinsamen
Fahrradkeller stand jahrelang eins, ordentlich mit Dienstgrad
angeschrieben. Es ist allerdings relativ schwer und hat keine Schaltung.
Das eine sind Fahrradtruppen, die gab es bis 2003, das andere sind
Militärfahrräder für den gelegentlichen Gebrauch in irgendwelchen
Truppengattungen. Wenn also z.B. die Küche feststellt, dass noch 5 kg
Brot gebraucht wird, dann fährt der Küchengehilfe mit dem Fahrrad zum
Bäcker.

Diese gibt es immer noch. Zu den alten Velo 05 (1905) kamen allerdings
schon diverse neueres dazu, aktuell fährt man die
8-Gang-Nabenschaltung von Shimano und Magura-Scheibenbremsen. Ob von
den 05ern immer noch welche in Gebrauch sind, weiss ich nicht.

Unser derzeitiger Finanzminister (Ueli Maurer, 67) war im
Militärdienst bei der Fahrradtruppe. Er fährt ab und zu mit dem
Mountainbike zur Arbeit, 65 km von Kandersteg nach Bern (nagut, 800m
Gefälle). Ob er auch zurückfährt, weiss ich nicht. Diesen Sommer
hat's ihm mal auf die Schnauze gelegt, keine Staatskrise, nur Schürfwunden.

- Andi
Wolf gang P u f f e
2018-10-01 13:06:16 UTC
Permalink
Post by Veith
Post by Wolf gang P u f f e
Fit war ich dagegen auf dem Fahrrad, nur hat mir das
bei der Asche nichts genützt.
Falsche Armee ... hatten die Schweizer nicht bis neulich Fahrradtruppen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrr%C3%A4der_der_Schweizer_Armee
Du meinst, ich hätte mit dem Wunsch bei den Schweizer Fahrradtruppen zu
Dienen, beim Wehrkreiskommando vorsprechen sollen?
Post by Veith
(Maul-) Eseltruppen scheint es auch in der Bundeswehr immer noch zu geben,
Zitat: "Besonders die Gebirgsjäger sind auf die Intelligenz der Tiere
angewiesen".
Alles klar. :-D
Martin Ebert
2018-09-30 20:46:25 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Torsten Mueller
Das Kdl in Eiche war dennoch beliept - jeden Morgen kam ein Laster von
einer zivilen Bäckerei draußen und belieferte die Kantine, dabei ließ er
jeden Tag (!) unentgeltlich einen Karton am Kdl, der stets eine
ordentliche Portion Kuchen enthielt, der umgehend verteilt wurde.
Als Wachposten irgendwelche Geschenke annehmen mit Essen, was auch noch
sogleich, also im Wachdienst, verspeist wird?
Ich welcher DV war denn sowas geregelt?
Unglaublich was hier für Wachvergehen zu Tage treten. ;-)
Die vergatterte Wache hatte drei Zyklen: Wachdienst,
Bereitschaft, Ruhe. In Bereitschaft und Ruhe durfte
gegessen werden.

Sonntags gab es bei uns ein Stück Kuchen, den Auftrag
hatte ein Privatbäcker abgefasst. Da gab der Fahrer auch
immer was für die Wache raus.

Mt
Martin Ebert
2018-09-30 20:42:11 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Martin Ebert
Nein, der Stab hatte keine irgendwie geartete Einlasskontrolle.
Der Divisionsstab der 1.MSD war ein eigenes (übrigens geschichtsreiches)
Objekt in Postdam-Eiche, mit eigenem OvD/GOvD, in welchem
schätzungsweise 1000 Personen Dienst taten. Es lagen dort drin außer dem
Stab noch mehrere kleine Spezialkompanien.
Ahh, Begriffsverwirrung.

In der hohen Theorie ist der Stab 1.MSD genau dieser. Und nicht eine
Maus mehr.

In Eiche lagen zudem noch:
- KfzIB-2
- NB-1
- StK-1
- FüBttr CTLA-1

Mt
x***@gmail.com
2018-10-22 17:46:02 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Ich weiß, daß es Unkontrollierte gab. Ich hab ein paar Generale erlebt.
Ich hab allerdings aufgrund meines charmanten Wesens auch im
Divisionsstab Kdl gestanden und dort hat der Divisionskommandeur
(Oberst), der zu Fuß mit der Aktentasche kam, seinen Ausweis gezeigt wie
jeder andere.
Nun, was soll man auch von einer Armee halten, deren Offz. Genossen
und keine Herren waren.
Mein Vater war Wehrmachtsoffz. und durfte in Uniform
- keine Aktentasche tragen (die schleppte der Bursche)
- nicht mit der Straßenbahn fahren
- und schon gar kein Fahrrad benutzen

FR
Daniel Krebs
2018-10-22 19:10:42 UTC
Permalink
Post by x***@gmail.com
Post by Torsten Mueller
Ich weiß, daß es Unkontrollierte gab. Ich hab ein paar Generale erlebt.
Ich hab allerdings aufgrund meines charmanten Wesens auch im
Divisionsstab Kdl gestanden und dort hat der Divisionskommandeur
(Oberst), der zu Fuß mit der Aktentasche kam, seinen Ausweis gezeigt wie
jeder andere.
Nun, was soll man auch von einer Armee halten, deren Offz. Genossen
und keine Herren waren.
Mein Vater war Wehrmachtsoffz. und durfte in Uniform
- keine Aktentasche tragen (die schleppte der Bursche)
- nicht mit der Straßenbahn fahren
- und schon gar kein Fahrrad benutzen
Kein Wunder, dass er den Krieg verloren hat.
Daniel
--
"die abschaffung der komputer: wir fordern sie, machtvoll.
Komputer sind scheiße ... ich möchte gerne wieder vor den riesigen
Listen sitzen und menschlich sein. menschlich und uneffektiv!"
Ronald M. Schernikau
Veith
2018-10-23 07:39:20 UTC
Permalink
Post by Daniel Krebs
Post by x***@gmail.com
Mein Vater war Wehrmachtsoffz. und durfte in Uniform
- keine Aktentasche tragen (die schleppte der Bursche)
- nicht mit der Straßenbahn fahren
- und schon gar kein Fahrrad benutzen
Kein Wunder, dass er den Krieg verloren hat.
Ja,
aber nur weil im das Monokel vor Stalingrad aus dem Auge gefallen ist.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter

Bernd Ullrich
2018-10-22 19:29:34 UTC
Permalink
Post by x***@gmail.com
Post by Torsten Mueller
Ich weiß, daß es Unkontrollierte gab. Ich hab ein paar Generale erlebt.
Ich hab allerdings aufgrund meines charmanten Wesens auch im
Divisionsstab Kdl gestanden und dort hat der Divisionskommandeur
(Oberst), der zu Fuß mit der Aktentasche kam, seinen Ausweis gezeigt wie
jeder andere.
Nun, was soll man auch von einer Armee halten, deren Offz. Genossen
und keine Herren waren.
Mein Vater war Wehrmachtsoffz. und durfte in Uniform
- keine Aktentasche tragen (die schleppte der Bursche)
Der Bursche von Stauffenberg war mit in der Baracke?
Post by x***@gmail.com
- nicht mit der Straßenbahn fahren
- und schon gar kein Fahrrad benutzen
FR
BU
Wolf gang P u f f e
2018-09-23 18:37:06 UTC
Permalink
Post by Martin Schade
Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die Stasi-Mitarbeiter
ausweisen.
Aus meiner Zeit als ich Objektwache (Kdl NVA) stand, erinnerte ich
mich, dass es im Wachgebäude Aushänge mit Abbildungen von Ausweisen
gab, welche zum Zutritt berechtigt sind.
Ferner gab es da auch 2-4 Gesichter, die ohne Ausweisvorzeigen
passieren durften.
Ferner betraf es noch einen russischen Offizier, der sogar mit einem
Achtung begrüßt werden musste, wie WIMRE beim Kommaneuer auch.

Die Personen kannte dadurch eigentlich jeder früher oder später.
Wenn ein "Glatter" morgens Posten stand, kam manchmal Freude auf.
Manchmal zeigten die Geheimen denoch ihren Klappfix fix.
Post by Martin Schade
Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit
Leute manipulieren können.
Um so besser natürlich, wenn jemand einen echten Stasi-Ausweis gehabt
und den nachgeahmt hätte.
Sind entsprechende Fälle bekannt geworden?
Hätte vielleicht beim Zutritt in eine NVA-Kaserne funktioniert.
Bekannte Fälle, keine.

W.
Frank Hucklenbroich
2018-09-23 19:57:29 UTC
Permalink
Post by Martin Schade
Sagt mal, es hat doch kaum jemand gewußt wie sich die Stasi-Mitarbeiter
ausweisen.
Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit Leute
manipulieren können.
Ich hatte vor Jahren mal das Vergnügen mit einem Verfassungsschützer, für
den ich als Referenzperson für einen Freund von mir bürgen sollte, der
einen Job in der höchsten Sicherheitsstufe anfangen wollte (und den dann
auch bekommen hat).

Das war ein weißhaariger Mittsechziger, der mich nach vorheriger
telefonischer Anmeldung (mit komisch gescrambeltem Sound, so
Roboterstimmen-mäßig) besuchen kam. Der legte mir auch einen
Lichtbildausweis vor, aber wie hätte ich wissen können, ob der echt ist?
Ich habe ja noch nie einen Ausweis eines Verfassungsschützers gesehen.

In dem Fall war es egal, da ich ja wusste, daß mich jemand besuchen kommt
und mich ausfragt. Der war übrigens ziemlich unvorbereitet und fragte mich
z.B. nach dem Beruf des Vaters meines Kumpels - da war jener beretis seit
10 Jahren tot. Mag aber sein, daß das auch nur eine Fangfrage war.

Danach plauderte er noch aus dem Nähkästchen über Ex-DDR-ler die er in
Berlin überprüfen muss und die ganz dicke Stasi-Akten hätten.

Ganz großes Kino der Typ.

Der wurde dann wohl auch beim Ex-Arbeitgebers meines Kumpels vorstellig
(ein DAX-Konzern), am Sicherheitsdienst vorbei, was die gar nicht so lustig
fanden.

Grüße,

Frank
Florian Ritter
2018-09-24 10:46:50 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Martin Schade
Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit Leute
manipulieren können.
Ich hatte vor Jahren mal das Vergnügen mit einem Verfassungsschützer, für
den ich als Referenzperson für einen Freund von mir bürgen sollte, der
einen Job in der höchsten Sicherheitsstufe anfangen wollte (und den dann
auch bekommen hat).
Das war ein weißhaariger Mittsechziger, der mich nach vorheriger
telefonischer Anmeldung (mit komisch gescrambeltem Sound, so
Roboterstimmen-mäßig) besuchen kam. Der legte mir auch einen
Lichtbildausweis vor, aber wie hätte ich wissen können, ob der echt ist?
Ich habe ja noch nie einen Ausweis eines Verfassungsschützers gesehen.
Irgendeine Meise haben die Nachrichtendienstler alle.
In München sprach ich mal mit einem vom BND, der nahm
auch im geschlossenen Raum sein flottes Hütchen nicht ab.
Übrigens gab der Mann an, mehrfach in offizieller Mission
in Ostberlin gewesen zu sein und man hätte ihn dort auch in
Haftanstalten geführt.
Post by Frank Hucklenbroich
In dem Fall war es egal, da ich ja wusste, daß mich jemand besuchen kommt
und mich ausfragt. Der war übrigens ziemlich unvorbereitet und fragte mich
z.B. nach dem Beruf des Vaters meines Kumpels - da war jener beretis seit
10 Jahren tot. Mag aber sein, daß das auch nur eine Fangfrage war.
Danach plauderte er noch aus dem Nähkästchen über Ex-DDR-ler die er in
Berlin überprüfen muss und die ganz dicke Stasi-Akten hätten.
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte, wurde ich dem Französischen Dienst überlassen. Dort
konferierte ich mit einem Elsässer, der offensichtlich an mir
völlig uninteressiert war und sich mit mir über Ludwig Uhland
unterhielt - die knickrigen Franzosen zahlten kein Verpflegungsgeld,
dies nur als Adnote.
Beim Staatsschutz interessierte man sich dann im wesentlichen
dafür, was mich die Amis gefragt hätten.
Post by Frank Hucklenbroich
Ganz großes Kino der Typ.
Der wurde dann wohl auch beim Ex-Arbeitgebers meines Kumpels vorstellig
(ein DAX-Konzern), am Sicherheitsdienst vorbei, was die gar nicht so lustig
fanden.
Ein Bekannter sollte einen Beratervertrag bei einem Hersteller
von u.a. Kernwaffen in Kalifornien erhalten, da wurde die gesamte
Nachbarschaft von verschiedenen, wohl auch konkurrierenden Diensten
und jeweils mehrfach befragt.
Ich betrieb in Ostberlin mit erfreulichem pekuniären Erfolg eine
Firma und diese hatte u.a. einen Vertrag mit dem Haus der
Ministerien (Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums). Die
Sicherheitsvorkehrungen dort waren ein Witz. Man meldete sich
beim Einlaß, gab Ausweis und Lichtbild ab, ein grünberocktes
Weiblein tippte die Daten in eine mechanische Schreibmaschine,
klebte das Bild ein und knallte das Dienstsiegel drauf - fertig
war die Einlaßkarte. Die ausgestellten Karten wurden nicht
registriert. Übrigens kam man dort auch rein, wenn man eine
täuschend ähnlich aussehende BVG-Monatskarte am Einlaß vorwies.
Da sieht's heute, ich hab's gerade erlebt, beim dort
domizilierenden Bundesfinanzministerium doch etwas anders
aus - FR
Frank Hucklenbroich
2018-09-24 14:07:24 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Ich betrieb in Ostberlin mit erfreulichem pekuniären Erfolg eine
Firma und diese hatte u.a. einen Vertrag mit dem Haus der
Ministerien (Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums). Die
Sicherheitsvorkehrungen dort waren ein Witz. Man meldete sich
beim Einlaß, gab Ausweis und Lichtbild ab, ein grünberocktes
Weiblein tippte die Daten in eine mechanische Schreibmaschine,
klebte das Bild ein und knallte das Dienstsiegel drauf - fertig
war die Einlaßkarte. Die ausgestellten Karten wurden nicht
registriert.
Sowas ähnliches habe ich mal im Bundesverwaltungamt in Köln erlebt. Großes
Sicherheitskino, Kameras an allen Ecken und Enden, und erst nach
umfangreicher Kontrolle kommt man da rein. Nachdem mein Termin dort fertig
war, wollte ich den Ausgang zum Parkplatz nehmen, ging also durch eine
offenstehende Türe in die ensprechende Richtung, durch ein paar endlose
Gänge, bis mir dann ein Mitarbeiter begnete, der mich mit großen Augen
anstarrte, und meinte "Wie sind Sie denn HIER reingekommen?". Ich sagte ihm
wahrheitsgemäß, daß ich eigentlich nur den Ausgang zum Parkplatz suchte.
Das könne doch gar nicht wahr sein, hier wäre Hochsicherheitsbereich, ohne
Schlüsselkarte käme ich doch niemals hier hinein. Tja, irgendein Handwerker
oder eine Putzfrau hatte da wohl eine Türe offen gelassen, die nicht hätte
offen sein dürfen.

Der Mitarbeiter brachte mich dann auf anderem Wege nach draußen, dabei
mussten mehrere gesicherte Trüen geöffnet werden.

Ähnlich beim Kölner Landgericht, irgend ein wichtiger Prozess und das ganze
Gebäude war mit schwerbewaffneten Polizisten abgeriegelt. Bis auf die
Stahltür, die über ein Not-Treppenhaus zur Hausmeisterwohnung und ins
Innere des Gerichts führte. Die hatte ein netter Mensch mit einem
Ziegelstein halb offen stehen lassen. Polizei stand da keine vor. Man hatte
von oben durch ein Fenster einen prächtigen Blick genau auf den
schwerstbewachten Innenhof, wo die Delinquenten mit gepanzerten Fahrzeugen
vorgefahren kamen, um ein paar Schritte zu Fuß ins Gebäude zu gehen. Ein
Lee-Harvey-Oswald Moment!

Grüße,

Frank
Florian Ritter
2018-09-24 19:09:35 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
Ich betrieb in Ostberlin mit erfreulichem pekuniären Erfolg eine
Firma und diese hatte u.a. einen Vertrag mit dem Haus der
Ministerien (Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums). Die
Sicherheitsvorkehrungen dort waren ein Witz. Man meldete sich
beim Einlaß, gab Ausweis und Lichtbild ab, ein grünberocktes
Weiblein tippte die Daten in eine mechanische Schreibmaschine,
klebte das Bild ein und knallte das Dienstsiegel drauf - fertig
war die Einlaßkarte. Die ausgestellten Karten wurden nicht
registriert.
Sowas ähnliches habe ich mal im Bundesverwaltungamt in Köln erlebt.
Wer weiß, was sich unter Bundesverwaltungsamt so alles verbirgt.
Der BND firmiert meist als Bundesvermögensverwaltung.
Post by Frank Hucklenbroich
Ähnlich beim Kölner Landgericht, irgend ein wichtiger Prozess und das ganze
Gebäude war mit schwerbewaffneten Polizisten abgeriegelt. Bis auf die
Stahltür, die über ein Not-Treppenhaus zur Hausmeisterwohnung und ins
Innere des Gerichts führte. Die hatte ein netter Mensch mit einem
Ziegelstein halb offen stehen lassen. Polizei stand da keine vor. Man hatte
von oben durch ein Fenster einen prächtigen Blick genau auf den
schwerstbewachten Innenhof, wo die Delinquenten mit gepanzerten Fahrzeugen
vorgefahren kamen, um ein paar Schritte zu Fuß ins Gebäude zu gehen. Ein
Lee-Harvey-Oswald Moment!
Ich war als Zeuge in einem Staatsschutzverfahren vor dem Kammergericht
Westberlin geladen. Zugang durch Schleuse aus schußfestem Glas - die
gleiche sah ich wieder am Einlaß zum SIEMENS-Entwicklungszentrum Erlangen -
mit Leibesvisitation.
Monate später beim Zusammenstellen von Volleyballmannschaften im
Freibad am Olympiastadion, alle in Badehose, sprach mich jemand mit
Namen an: Es war einer der Richter des Strafsenats am Kammergericht,
der mich wiedererkannt hatte - muß ein gußeisernes Gedächtnis gehabt
haben. Und versuchte auch noch, mich für seine Studentenverbindung
zu keilen.
Passieren nur mir immer wieder solche Dinge?

FR
Bernd Schwegmann
2018-09-28 21:58:41 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Ich war als Zeuge in einem Staatsschutzverfahren vor dem Kammergericht
Westberlin geladen. Zugang durch Schleuse aus schußfestem Glas - die
gleiche sah ich wieder am Einlaß zum SIEMENS-Entwicklungszentrum Erlangen -
mit Leibesvisitation.
Monate später beim Zusammenstellen von Volleyballmannschaften im
Freibad am Olympiastadion, alle in Badehose, sprach mich jemand mit
Namen an: Es war einer der Richter des Strafsenats am Kammergericht,
der mich wiedererkannt hatte - muß ein gußeisernes Gedächtnis gehabt
haben. Und versuchte auch noch, mich für seine Studentenverbindung
zu keilen.
Passieren nur mir immer wieder solche Dinge?
Nee, Münchhausen hat das auch schon erlebt.

BS+
Chr. Maercker
2018-09-25 08:45:04 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Sowas ähnliches habe ich mal im Bundesverwaltungamt in Köln erlebt. Großes
Sicherheitskino, Kameras an allen Ecken und Enden, und erst nach
umfangreicher Kontrolle kommt man da rein. Nachdem mein Termin dort fertig
war, wollte ich den Ausgang zum Parkplatz nehmen, ging also durch eine
offenstehende Türe in die ensprechende Richtung, durch ein paar endlose
Gänge, bis mir dann ein Mitarbeiter begnete, der mich mit großen Augen
anstarrte, und meinte "Wie sind Sie denn HIER reingekommen?". Ich sagte ihm
wahrheitsgemäß, daß ich eigentlich nur den Ausgang zum Parkplatz suchte.
Das könne doch gar nicht wahr sein, hier wäre Hochsicherheitsbereich, ohne
Schlüsselkarte käme ich doch niemals hier hinein. Tja, irgendein Handwerker
oder eine Putzfrau hatte da wohl eine Türe offen gelassen, die nicht hätte
offen sein dürfen.
Der Mitarbeiter brachte mich dann auf anderem Wege nach draußen, dabei
mussten mehrere gesicherte Trüen geöffnet werden.
Ähnlich beim Kölner Landgericht, irgend ein wichtiger Prozess und das ganze
Gebäude war mit schwerbewaffneten Polizisten abgeriegelt. Bis auf die
Stahltür, die über ein Not-Treppenhaus zur Hausmeisterwohnung und ins
Innere des Gerichts führte. Die hatte ein netter Mensch mit einem
Ziegelstein halb offen stehen lassen. Polizei stand da keine vor. Man hatte
von oben durch ein Fenster einen prächtigen Blick genau auf den
schwerstbewachten Innenhof, wo die Delinquenten mit gepanzerten Fahrzeugen
vorgefahren kamen, um ein paar Schritte zu Fuß ins Gebäude zu gehen. Ein
Lee-Harvey-Oswald Moment!
Warum nur erinnern mich solche Berichte so sehr an Windows?
Ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal dieses Betrübssystems, es hat nur
besonders viele Hintertüren und anscheinend sehr viele "Putzfrauen". ;-)
--
Duck & wech Chr. Maercker.
Paul
2018-09-24 14:57:25 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Martin Schade
Also hätte jemand sich einen falschen Ausweis machen können und damit Leute
manipulieren können.
Ich hatte vor Jahren mal das Vergnügen mit einem Verfassungsschützer, für
den ich als Referenzperson für einen Freund von mir bürgen sollte, der
einen Job in der höchsten Sicherheitsstufe anfangen wollte (und den dann
auch bekommen hat).
Das war ein weißhaariger Mittsechziger, der mich nach vorheriger
telefonischer Anmeldung (mit komisch gescrambeltem Sound, so
Roboterstimmen-mäßig) besuchen kam. Der legte mir auch einen
Lichtbildausweis vor, aber wie hätte ich wissen können, ob der echt ist?
Ich habe ja noch nie einen Ausweis eines Verfassungsschützers gesehen.
Irgendeine Meise haben die Nachrichtendienstler alle.
In München sprach ich mal mit einem vom BND, der nahm
auch im geschlossenen Raum sein flottes Hütchen nicht ab.
Übrigens gab der Mann an, mehrfach in offizieller Mission
in Ostberlin gewesen zu sein und man hätte ihn dort auch in
Haftanstalten geführt.
Post by Frank Hucklenbroich
In dem Fall war es egal, da ich ja wusste, daß mich jemand besuchen kommt
und mich ausfragt. Der war übrigens ziemlich unvorbereitet und fragte mich
z.B. nach dem Beruf des Vaters meines Kumpels - da war jener beretis seit
10 Jahren tot. Mag aber sein, daß das auch nur eine Fangfrage war.
Danach plauderte er noch aus dem Nähkästchen über Ex-DDR-ler die er in
Berlin überprüfen muss und die ganz dicke Stasi-Akten hätten.
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte, wurde ich dem Französischen Dienst überlassen. Dort
konferierte ich mit einem Elsässer, der offensichtlich an mir
völlig uninteressiert war und sich mit mir über Ludwig Uhland
unterhielt - die knickrigen Franzosen zahlten kein Verpflegungsgeld,
dies nur als Adnote.
Beim Staatsschutz interessierte man sich dann im wesentlichen
dafür, was mich die Amis gefragt hätten.
Post by Frank Hucklenbroich
Ganz großes Kino der Typ.
Der wurde dann wohl auch beim Ex-Arbeitgebers meines Kumpels vorstellig
(ein DAX-Konzern), am Sicherheitsdienst vorbei, was die gar nicht so lustig
fanden.
Ein Bekannter sollte einen Beratervertrag bei einem Hersteller
von u.a. Kernwaffen in Kalifornien erhalten, da wurde die gesamte
Nachbarschaft von verschiedenen, wohl auch konkurrierenden Diensten
und jeweils mehrfach befragt.
Ich betrieb in Ostberlin mit erfreulichem pekuniären Erfolg eine
Firma und diese hatte u.a. einen Vertrag mit dem Haus der
Ministerien (Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums). Die
Sicherheitsvorkehrungen dort waren ein Witz. Man meldete sich
beim Einlaß, gab Ausweis und Lichtbild ab, ein grünberocktes
Weiblein tippte die Daten in eine mechanische Schreibmaschine,
klebte das Bild ein und knallte das Dienstsiegel drauf - fertig
war die Einlaßkarte. Die ausgestellten Karten wurden nicht
registriert. Übrigens kam man dort auch rein, wenn man eine
täuschend ähnlich aussehende BVG-Monatskarte am Einlaß vorwies.
Da sieht's heute, ich hab's gerade erlebt, beim dort
domizilierenden Bundesfinanzministerium doch etwas anders
aus - FR
Sächsische Staatskanzlei, Umzugsfirma führt Umzug von einem Büro in ein
anderes durch. Da lief das so ab: am Eingang den Personalausweis
abgeben, einer der Posten verschwindet damit in einen Nebenraum, nach 2
Minuten kommt er zurück, nach weiteren etwa 5 min. klingelt das Telefon
und man bekommt einen Besucherausweis ohne Lichtbild, diesen musste man
beim Verlassen des Gebäudes wieder abgeben und erhielt im Gegenzug
seinen Personalausweis zurück. So lief das aber nur am ersten Tag, wenn
man schon in der Liste stand gab man den Ausweis ab und erhielt sofort
den Besucherausweis, ohne weitere Überprüfung. Zumindest war das vor
etwa 5 Jahren so.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
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René Marquardt
2018-09-24 16:28:19 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte,
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.

Auch heute noch erkennt das geschulte Auge den Fremdling an
der Bedienung der Essutensilien. Spaghetti mit des Löffels Hilfe
auf die Gabel zu wickeln; Gabel in der linken, Messer in der rechten
Hand und druffjestürzt; Unfähigkeit, Essstäbchen zu benutzen,
Löffel längs komplett ins Maul schieben und dergleichen.

So Sachen fallen in der entsprechenden Umgebung auf,
als ob man nackert auf den Tisch spränge und Kikeriki schriee.
Martin Funder
2018-09-24 19:23:10 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Florian Ritter
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte,
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Auch heute noch erkennt das geschulte Auge den Fremdling an
der Bedienung der Essutensilien. Spaghetti mit des Löffels Hilfe
auf die Gabel zu wickeln; Gabel in der linken, Messer in der rechten
Hand und druffjestürzt; Unfähigkeit, Essstäbchen zu benutzen,
Löffel längs komplett ins Maul schieben und dergleichen.
So Sachen fallen in der entsprechenden Umgebung auf,
als ob man nackert auf den Tisch spränge und Kikeriki schriee.
eigentlich sollten sie aber auch nicht mehr auffallen als ein chinese
(oder engländer), der hierzulande seine essstäbchen rausholt.

in allen fällen sind die lästerer die idioten, nicht die esser.

mfg, martin
Frank Hucklenbroich
2018-09-24 20:11:50 UTC
Permalink
Post by Martin Funder
Post by René Marquardt
Post by Florian Ritter
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte,
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Auch heute noch erkennt das geschulte Auge den Fremdling an
der Bedienung der Essutensilien. Spaghetti mit des Löffels Hilfe
auf die Gabel zu wickeln; Gabel in der linken, Messer in der rechten
Hand und druffjestürzt; Unfähigkeit, Essstäbchen zu benutzen,
Löffel längs komplett ins Maul schieben und dergleichen.
So Sachen fallen in der entsprechenden Umgebung auf,
als ob man nackert auf den Tisch spränge und Kikeriki schriee.
eigentlich sollten sie aber auch nicht mehr auffallen als ein chinese
(oder engländer), der hierzulande seine essstäbchen rausholt.
Das habe ich noch nie erlebt, mit Gabel und Löffel können eigentlich auch
alle Chinesen essen (okay, nicht wenn sie eine Haxe oder eine Portion
Spargel bestellen). So isst man ja auch in Indonesien, Malaysia und
teilweise in Thailand. Gabel und Löffel, aber keine Stäbchen.

Grüße,

Frank
Bernd Schwegmann
2018-09-28 22:14:49 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Das habe ich noch nie erlebt, mit Gabel und Löffel können eigentlich auch
alle Chinesen essen (okay, nicht wenn sie eine Haxe oder eine Portion
Spargel bestellen). So isst man ja auch in Indonesien, Malaysia und
teilweise in Thailand. Gabel und Löffel, aber keine Stäbchen.
Vergiß mir nicht die Inuit, Mapuche und Tolteken!



BS+
Frank Hucklenbroich
2018-09-24 20:09:54 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Florian Ritter
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte,
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.

So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.

Essstäbchen können auch viele Wessis nicht gut, weil es hier auch in den
China-Restaurants in den 70er und 80er Jahren nicht üblich war, anders als
in den USA oder im UK (in Birmingham gibt es phantastische China-Lokale).
Ich hab das auch erst auf einer 3 1/2 wöchigen China-Rundreise gelernt, da
musste man, sonst blieb man hungrig, denn das Essen stand in der Mitte des
Tisches auf dem Drehteller, und wenn man da zu sehr trödelte, waren die
guten Stücke schnell weg ;-)

Grüße,

Frank
René Marquardt
2018-09-24 20:50:24 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Post by Florian Ritter
Nachdem ich in Westberlin mehrfach vom US-Dienst vernommen war,
Vernehmer war ein Deutscher, der mir erklärte, wie ich Pizza zu
essen hätte,
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Genau! So bleibt die eine Hand frei für die Fernbedienung.
Oder den Colt, was weiß ich.
Post by Frank Hucklenbroich
Essstäbchen können auch viele Wessis nicht gut, weil es hier auch in den
China-Restaurants in den 70er und 80er Jahren nicht üblich war, anders als
in den USA oder im UK (in Birmingham gibt es phantastische China-Lokale).
Ich hab das auch erst auf einer 3 1/2 wöchigen China-Rundreise gelernt, da
musste man, sonst blieb man hungrig, denn das Essen stand in der Mitte des
Tisches auf dem Drehteller, und wenn man da zu sehr trödelte, waren die
guten Stücke schnell weg ;-)
Mir hat dies (und anderes) mal vor tausend Jahren eine süße Vietnamesin beigebracht.
Wolf gang P u f f e
2018-09-24 21:45:52 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Bei mir sehe ich regelmäßig...
z.B. Erbsen/Linsensuppe mit Bowu. Zuerst wird die Wurst mit Messer und
Gabel zerlegt. Danach wird nur noch gelöffelt.
...oder Spaghetti: Mit Messer und Gabel in parallelen Streifen zu je
1cm geschnitten, Teller um 90° gedreht und nochmal geschnitten.
Dann gelöffelt, in Normzeit und ohne Sauerei.

W.
Torsten Mueller
2018-09-25 04:43:22 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
...oder Spaghetti: Mit Messer und Gabel in parallelen Streifen zu je
1cm geschnitten, Teller um 90° gedreht und nochmal geschnitten. Dann
gelöffelt, in Normzeit und ohne Sauerei.
Pfff. Experten brechen Spaghetti vor dem Kochen. Und zwar in 10cm lange
Stücke, was zuverlässig dazu führt, daß man sie weder wickeln noch
löffeln kann. (Wie doof kann man sein?)

T.M.
Uwe Schickedanz
2018-09-25 16:05:12 UTC
Permalink
On Tue, 25 Sep 2018 06:43:22 +0200, Torsten Mueller
Post by Torsten Mueller
Post by Wolf gang P u f f e
...oder Spaghetti: Mit Messer und Gabel in parallelen Streifen zu je
1cm geschnitten, Teller um 90° gedreht und nochmal geschnitten. Dann
gelöffelt, in Normzeit und ohne Sauerei.
Pfff. Experten brechen Spaghetti vor dem Kochen. Und zwar in 10cm lange
Stücke, was zuverlässig dazu führt, daß man sie weder wickeln noch
löffeln kann. (Wie doof kann man sein?)
AOL!
:)))


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Florian Ritter
2018-09-25 11:50:06 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.
Auf meine Frage, was der Blödsinn soll, wurde mir die Antwort,
unsere Art zu essen empfänden sie als zu gierig - FR
Martin Ebert
2018-09-25 14:45:08 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.
Auf meine Frage, was der Blödsinn soll, wurde mir die Antwort,
unsere Art zu essen empfänden sie als zu gierig - FR
Dabei ginge es darum, die rechte Hand für den Revolver frei-
zukriegen.

Mt
Bernd Schwegmann
2018-09-28 22:05:02 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Umgekehrt erkennt man die Amis oft daran, daß die das Fleisch erstmal in
kleine Stückchen schneiden, um dann bequem alles mit der Gable essen zu
können.
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Das hat dir der Gehlen persönlich gesteckt?!
Post by Frank Hucklenbroich
Essstäbchen können auch viele Wessis nicht gut, weil es hier auch in den
China-Restaurants in den 70er und 80er Jahren nicht üblich war, anders als
in den USA oder im UK (in Birmingham gibt es phantastische China-Lokale).
Ich hab das auch erst auf einer 3 1/2 wöchigen China-Rundreise gelernt, da
musste man, sonst blieb man hungrig, denn das Essen stand in der Mitte des
Tisches auf dem Drehteller, und wenn man da zu sehr trödelte, waren die
guten Stücke schnell weg ;-)
Das war Döntjes-Allgemeingut bei den Neckermann-Reiseleitern.
Tell news!


BS+
René Marquardt
2018-09-28 22:12:00 UTC
Permalink
Post by Bernd Schwegmann
Post by Frank Hucklenbroich
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Das hat dir der Gehlen persönlich gesteckt?!
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Bernd Schwegmann
2018-09-28 23:44:30 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by Frank Hucklenbroich
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Das hat dir der Gehlen persönlich gesteckt?!
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Hit the road. bugger!

BS+
René Marquardt
2018-09-28 23:47:29 UTC
Permalink
Post by Bernd Schwegmann
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by Frank Hucklenbroich
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Das hat dir der Gehlen persönlich gesteckt?!
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Hit the road. bugger!
Nee, das ist auch nicht besser. Keine Ahnung, warum du meinst, Englisch zu können.
Paul
2018-09-29 08:18:39 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by Frank Hucklenbroich
So habe ich das zumindest ziemlich oft erlebt.
Das hat dir der Gehlen persönlich gesteckt?!
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Hit the road. bugger!
Nee, das ist auch nicht besser. Keine Ahnung, warum du meinst, Englisch zu können.
Sorry René, aber das was in Texas gesprochen wird ist kein Englisch.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
René Marquardt
2018-09-29 13:08:16 UTC
Permalink
Post by Paul
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Hit the road. bugger!
Nee, das ist auch nicht besser. Keine Ahnung, warum du meinst, Englisch zu können.
Sorry René, aber das was in Texas gesprochen wird ist kein Englisch.
"Abi-Jahrgang bricht bei der Englisch-Prüfung in hysterische Tränen der
der Verzweiflung aus, weil die kurze Rede des englischen Thronfolgers,
die sie zusammenfassen sollen, so gar nicht klingt, wie ihr ganz toll
ausgezeichnetes Bundesschulenglisch"

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schueler-verzweifeln-in-englischpruefung-an-prinz-harrys-nuscheln-a-1148745.html

Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in Ost-
und Westdeutschland., wie er offensichtlich auch bei dir und Berndchen
versagt hat. Ganz toll, man versteht nur andere Deutsche, die "Englisch"
gelernt haben, findet sich ganz toll, und in der Praxis ist's komplett nutzlos.
Carlo XYZ
2018-09-29 13:49:34 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in Ost-
und Westdeutschland., wie er offensichtlich auch bei dir und Berndchen
versagt hat. Ganz toll, man versteht nur andere Deutsche, die "Englisch"
gelernt haben, findet sich ganz toll, und in der Praxis ist's komplett nutzlos.
Ack, dieses "tell news" und "no go" und "roundabout"-Zeugs ist nicht
auszurotten, der eine findet's gut und der andere plappert es nach.
Paul
2018-09-29 15:18:34 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Paul
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Post by René Marquardt
Post by Bernd Schwegmann
Tell news!
Deutsch kann er nicht, Englisch kann er auch nicht. Darum heißt man ihn
auch: Bernd, das Brot.
Hit the road. bugger!
Nee, das ist auch nicht besser. Keine Ahnung, warum du meinst, Englisch zu können.
Sorry René, aber das was in Texas gesprochen wird ist kein Englisch.
"Abi-Jahrgang bricht bei der Englisch-Prüfung in hysterische Tränen der
der Verzweiflung aus, weil die kurze Rede des englischen Thronfolgers,
die sie zusammenfassen sollen, so gar nicht klingt, wie ihr ganz toll
ausgezeichnetes Bundesschulenglisch"
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schueler-verzweifeln-in-englischpruefung-an-prinz-harrys-nuscheln-a-1148745.html
Sorry, aber die wollen nicht das ich ihren Müll lese.
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in Ost-
und Westdeutschland., wie er offensichtlich auch bei dir und Berndchen
versagt hat. Ganz toll, man versteht nur andere Deutsche, die "Englisch"
gelernt haben, findet sich ganz toll, und in der Praxis ist's komplett nutzlos.
Ich habe nie Schulenglisch gelernt, weder in der DDR noch in der
Bundesrepublik, aber ich spreche inzwischen ein ganz passables
Piratenenglisch, und mit dem bin ich bisher in der gesamten Welt recht
gut zurecht gekommen. Und ja, ich kenne sehr wohl den Unterschied
zwischen Englisch und Texas-Amerikanisch. Und dieser Unterschied ist
weit größer als der zwischen Mecklenburger Platt und Bayrisch.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
René Marquardt
2018-09-29 15:52:36 UTC
Permalink
Post by Paul
Post by René Marquardt
"Abi-Jahrgang bricht bei der Englisch-Prüfung in hysterische Tränen der
der Verzweiflung aus, weil die kurze Rede des englischen Thronfolgers,
die sie zusammenfassen sollen, so gar nicht klingt, wie ihr ganz toll
ausgezeichnetes Bundesschulenglisch"
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schueler-verzweifeln-in-englischpruefung-an-prinz-harrys-nuscheln-a-1148745.html
Sorry, aber die wollen nicht das ich ihren Müll lese.
Macht nix. Der Artikel liefert über meine Zusammenfassung und
den Text der URL hinaus keine weiteren, wichtige Informationen.
Post by Paul
Ich habe nie Schulenglisch gelernt, weder in der DDR noch in der
Bundesrepublik, aber ich spreche inzwischen ein ganz passables
Piratenenglisch, und mit dem bin ich bisher in der gesamten Welt recht
gut zurecht gekommen.
"In der Wildnis" gelerntes Englisch dürfte wohl immer noch nützlicher sein,
als an ner deutschen Schule gelerntes.
Post by Paul
Und ja, ich kenne sehr wohl den Unterschied
zwischen Englisch und Texas-Amerikanisch. Und dieser Unterschied ist
weit größer als der zwischen Mecklenburger Platt und Bayrisch.
Naja, wenn du meinst; ich will dir deinen Kinderglauben lassen.
Frank Hucklenbroich
2018-09-29 19:30:25 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in Ost-
und Westdeutschland.
Yup. Ich hatte Englisch-Leistungskurs und habe da eine 1 im Abi gehabt.
Trotzdem hat mir zum Beispiel niemand beigebracht, wie man korrekt auf
"Thank you" antwortet. Eben nicht mit "Please" (wie es 90% der Deutschen,
aber auch viele Skandinavier tun). Das habe ich dann auf meinen Reisen
durch Südostasien gelernt, wo man im Flugzeug dutzendfach das "You're
welcome" von den Stewardessen zu hören bekam, und ich das dann irgendwann
mal im Wörterbuch nachgeschlagen habe.
Und als man mir in Singapur sagte, mein Flug sei "not reconfirmed", stand
ich dann aber sowas von auf dem Schlauch.
Von Besuchen in England mit Cockney (London) oder Brum (Birmingham) jetzt
mal ganz zu schweigen. In der Schule habe ich jedenfalls nicht gelernt, was
"Ta" oder "Ti Ra" heißt. Oder was ein "Wee Nipper" ist.

Und da wir hier in der DDR-Gruppe sind: Ich machte vor ein paar Jahren mit
meinem Sohn eine Stadionführung bei Newcastle United, mit einer reizenden
kleinen rothaarigen Einheimischen, die ein wirklich süßes Nordenglisch
sprach (dieser Dialekt gilt in England als besonders sexy, wenn Frauen ihn
sprechen, er geht in Richtung schottisch). Mit dabei war eine Truppe von
stiernackigen tätowierten Dynamo-Fans in ihren Trikots, die ihren Vortrag
eher verwirrt über sich ergehen ließen. Am Ende der Tour meinte sie dann
"Any more questions?", worauf einer der Sachsen verzweifelt kopfschüttelnd
meinte "Questions? Aber ich hab doch keen Woort vorstanden!".
Priceless!

Grüße,

Frank
René Marquardt
2018-09-29 19:47:30 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in Ost-
und Westdeutschland.
Yup. Ich hatte Englisch-Leistungskurs und habe da eine 1 im Abi gehabt.
Trotzdem hat mir zum Beispiel niemand beigebracht, wie man korrekt auf
"Thank you" antwortet. Eben nicht mit "Please" (wie es 90% der Deutschen,
aber auch viele Skandinavier tun). Das habe ich dann auf meinen Reisen
durch Südostasien gelernt, wo man im Flugzeug dutzendfach das "You're
welcome" von den Stewardessen zu hören bekam, und ich das dann irgendwann
mal im Wörterbuch nachgeschlagen habe.
Und als man mir in Singapur sagte, mein Flug sei "not reconfirmed", stand
ich dann aber sowas von auf dem Schlauch.
Von Besuchen in England mit Cockney (London) oder Brum (Birmingham) jetzt
mal ganz zu schweigen. In der Schule habe ich jedenfalls nicht gelernt, was
"Ta" oder "Ti Ra" heißt. Oder was ein "Wee Nipper" ist.
Bei "Ti Ra" muss ich auch aufgeben. Schottisch is für mich schon hart
an der Grenze zum Unverständlichen.
Post by Frank Hucklenbroich
Und da wir hier in der DDR-Gruppe sind: Ich machte vor ein paar Jahren mit
meinem Sohn eine Stadionführung bei Newcastle United, mit einer reizenden
kleinen rothaarigen Einheimischen, die ein wirklich süßes Nordenglisch
sprach (dieser Dialekt gilt in England als besonders sexy, wenn Frauen ihn
sprechen, er geht in Richtung schottisch). Mit dabei war eine Truppe von
stiernackigen tätowierten Dynamo-Fans in ihren Trikots, die ihren Vortrag
eher verwirrt über sich ergehen ließen. Am Ende der Tour meinte sie dann
"Any more questions?", worauf einer der Sachsen verzweifelt kopfschüttelnd
meinte "Questions? Aber ich hab doch keen Woort vorstanden!".
Priceless!
Jo, leider genauso. Obwohl ich mich einigermaßen fit fühlte, dank "alles Einsen!"
in Englisch, und nächtlicher Berieselung mit Radio Luxemburg auf Welle 208, ab
7 Uhr abends aus London, stand ich anlässlich meines ersten Besuches in England
doch ziemlich auf dem Schlauch. OK, kein Aas hat mich verstanden und ich
konnte auch nix verstehen. Ich hab dann verschämt auf die Einträge der
Speisekarte gedeutet, als ich Hunger kriegte.

Diese Woche habe ich mit Leuten u.a. aus New York, Tennessee, Florida, Texas
Österreich und einer Dortmunderin geschwatzt, ohne Probleme, außer
mit dem Österreicher, der hatte gerade den Mund voll.
Carlo XYZ
2018-09-29 19:52:02 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Bei "Ti Ra" muss ich auch aufgeben.
Wahrscheinlich "Cheerio".
Und Geordie ist kein Schottisch:)
Martin Ebert
2018-09-30 05:23:13 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Jo, leider genauso. Obwohl ich mich einigermaßen fit fühlte, dank
"alles Einsen!" in Englisch, und nächtlicher Berieselung mit Radio
Luxemburg auf Welle 208, ab 7 Uhr abends aus London, stand ich
anlässlich meines ersten Besuches in England doch ziemlich auf dem
Schlauch. OK, kein Aas hat mich verstanden und ich konnte auch nix
verstehen.
Das Problem hatte ich weder in London noch in Cornwell.

Aber auch ich stolperte über " Yo'r welcome" - in einem Fahrstuhl.

Mt
Thomas Lorenz
2018-09-30 18:33:16 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by René Marquardt
Jo, leider genauso. Obwohl ich mich einigermaßen fit fühlte, dank
"alles Einsen!" in Englisch, und nächtlicher Berieselung mit Radio
Luxemburg auf Welle 208, ab 7 Uhr abends aus London, stand ich
anlässlich meines ersten Besuches in England doch ziemlich auf dem
Schlauch. OK, kein Aas hat mich verstanden und ich konnte auch nix
verstehen.
Das Problem hatte ich weder in London noch in Cornwell.
Aber auch ich stolperte über " Yo'r welcome" - in einem Fahrstuhl.
Mt
In "Cornwell", ja ja. Wo ist das denn?

MfG
Thomas
wolfgang sch
2018-09-30 09:33:31 UTC
Permalink
Schottisch is für mich schon hart an der Grenze zum Unverständlichen.
Einem Ami im Internet erzählte mal, er gehe für eine Weile in die
Schweiz zum Deutsch lernen. Ich hab ihm erklärt, dass sich
Schweizerdeutsch zu Hochdeutsch ungefähr so verhält wie Scots zu
Standard-Englisch. Kleines Schockerlebnis.
--
Currently listening:


http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Frank Hucklenbroich
2018-10-01 20:55:20 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Bei "Ti Ra" muss ich auch aufgeben. Schottisch is für mich schon hart
an der Grenze zum Unverständlichen.
"Ta" = Danke

"Ti Ra" = Machs gut, wir sehn uns.

Kein Schottisch, sondern Brum (Birmingham, West Midlands bzw. Black
Country). Falls Du in den 90er "The Osbournes" gesehen hast, Ozzy kommt aus
Birmingham und spricht so, das war ein Running Gag in der Serie, daß die
Amis in nie verstanden haben.
Lemmy Kilmister sprach ähnlich.

Als ich anno '95 das erste Mal in Birmingham war, fragten mich die Leute
auch oft, wo ich herkomme. Daß ich kein Brite war, war denen klar, die
Dialekte kennen die ja, Ami auch nicht, und ich hatte auch nicht den
übertriebenen deutschen Akzent wie die Nazis in den Kriegsfilmen
("Achtung!"). Meistens einigten die sich dann auf Kanada oder Neuseeland,
vermutlich, weil deren Dialekt in England kein Schwein kennt (Australisch
kannte man ja von Paul Hogan).

Grüße,

Frank
René Marquardt
2018-10-01 21:12:48 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Als ich anno '95 das erste Mal in Birmingham war, fragten mich die Leute
auch oft, wo ich herkomme. Daß ich kein Brite war, war denen klar, die
Dialekte kennen die ja, Ami auch nicht, und ich hatte auch nicht den
übertriebenen deutschen Akzent wie die Nazis in den Kriegsfilmen
("Achtung!"). Meistens einigten die sich dann auf Kanada oder Neuseeland,
vermutlich, weil deren Dialekt in England kein Schwein kennt (Australisch
kannte man ja von Paul Hogan).
Bei mir kommen sie immer auf Südafrika, mit derselben Methode.
Sie, heißt alle außer Südafrikanern.
Frank Hucklenbroich
2018-10-02 18:54:39 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Frank Hucklenbroich
Als ich anno '95 das erste Mal in Birmingham war, fragten mich die Leute
auch oft, wo ich herkomme. Daß ich kein Brite war, war denen klar, die
Dialekte kennen die ja, Ami auch nicht, und ich hatte auch nicht den
übertriebenen deutschen Akzent wie die Nazis in den Kriegsfilmen
("Achtung!"). Meistens einigten die sich dann auf Kanada oder Neuseeland,
vermutlich, weil deren Dialekt in England kein Schwein kennt (Australisch
kannte man ja von Paul Hogan).
Bei mir kommen sie immer auf Südafrika, mit derselben Methode.
Sie, heißt alle außer Südafrikanern.
Wobei ich den Buren-Akzent schon ziemlich heftig finde, die sprechen ein
ähnliches Englisch wie die Holländer, der ist schon ziemlich hart und
kantig. Finde ich ähnlich markant wie Schweizer die Englisch sprechen, das
erkennt man eigentlich sofort und es klingt immer nach Ricola.

Kanadier finde ich vergleichsweise unauffällig, wobei ich da bisher nur an
der Ostküste war (Ottawa).

Wie man in Neuseeland spricht weiß ich nicht, da war ich noch nie und kenne
auch keinen von da.

Grüße,

Frank
René Marquardt
2018-10-02 19:26:43 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Kanadier finde ich vergleichsweise unauffällig, wobei ich da bisher nur an
der Ostküste war (Ottawa).
Kanadier erkennt man daran, dass sie Satzzeichen aussprechen, eh.
Ich dachte, das waere ein Witz, eh, oder zumindest starke Uebertreibung,
eh, aber das tun die echt, eh!
Carlo XYZ
2018-09-29 19:49:40 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Und da wir hier in der DDR-Gruppe sind: Ich machte vor ein paar Jahren mit
meinem Sohn eine Stadionführung bei Newcastle United, mit einer reizenden
Die Schwarz-Weißen. Gehören jetzt irgend einem Milliardär.
Post by Frank Hucklenbroich
kleinen rothaarigen Einheimischen, die ein wirklich süßes Nordenglisch
Da sind sehr viele reizend. Und kein bisschen kälteempfindlich:-)
Post by Frank Hucklenbroich
sprach (dieser Dialekt gilt in England als besonders sexy, wenn Frauen ihn
sprechen, er geht in Richtung schottisch).
Geordie. Nun ja, ich glaube kaum, dass die davon begeistert wären
(oder die Schotten), selbst wenn ihr berühmtes Brown Ale aus den
"Scottish & Newcastle Breweries" stammt (oder stammte).

Geordies kannst du gut schmeicheln, indem du ihre ruhmreiche
Abstammung von den Wikingern erwähnst. Die aus Norwegen, nur
einen Katzensprung weiter östlich.
Frank Hucklenbroich
2018-10-01 10:56:03 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Post by Frank Hucklenbroich
Und da wir hier in der DDR-Gruppe sind: Ich machte vor ein paar Jahren mit
meinem Sohn eine Stadionführung bei Newcastle United, mit einer reizenden
Die Schwarz-Weißen. Gehören jetzt irgend einem Milliardär.
Genau, the Magpies.
Post by Carlo XYZ
Post by Frank Hucklenbroich
kleinen rothaarigen Einheimischen, die ein wirklich süßes Nordenglisch
Da sind sehr viele reizend. Und kein bisschen kälteempfindlich:-)
Stimmt, auch gerne bei Minusgraden noch bauchfrei.

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2018-09-30 09:30:53 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in
Ost- und Westdeutschland.
Yup. Ich hatte Englisch-Leistungskurs und habe da eine 1 im Abi gehabt.
Trotzdem hat mir zum Beispiel niemand beigebracht, wie man korrekt auf
"Thank you" antwortet. Eben nicht mit "Please" (wie es 90% der
Deutschen, aber auch viele Skandinavier tun). Das habe ich dann auf
meinen Reisen durch Südostasien gelernt, wo man im Flugzeug dutzendfach
das "You're welcome" von den Stewardessen zu hören bekam, und ich das
dann irgendwann mal im Wörterbuch nachgeschlagen habe.
Was hattet ihr denn für Englischlehrer, ich hab das gelernt. Allerdings
hab ich auch gelernt, dass "You're welcome" Amerikanisch und in UK eher
"Not at all" üblich sei (was ungefähr dem norddeutschen "Da nicht für"
entspricht). Das dürfte heute nicht mehr Stand der Dinge sein.
--
Currently listening: http://youtu.be/DvR9rOCiMrE

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Carlo XYZ
2018-09-30 09:39:40 UTC
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Frank Hucklenbroich
Post by René Marquardt
Das zeigt die komplette Nutzlosigkeit des Englisch-Unterrichtes in
Ost- und Westdeutschland.
Yup. Ich hatte Englisch-Leistungskurs und habe da eine 1 im Abi gehabt.
Trotzdem hat mir zum Beispiel niemand beigebracht, wie man korrekt auf
"Thank you" antwortet. Eben nicht mit "Please" (wie es 90% der
Deutschen, aber auch viele Skandinavier tun). Das habe ich dann auf
meinen Reisen durch Südostasien gelernt, wo man im Flugzeug dutzendfach
das "You're welcome" von den Stewardessen zu hören bekam, und ich das
dann irgendwann mal im Wörterbuch nachgeschlagen habe.
Was hattet ihr denn für Englischlehrer, ich hab das gelernt. Allerdings
hab ich auch gelernt, dass "You're welcome" Amerikanisch und in UK eher
"Not at all" üblich sei (was ungefähr dem norddeutschen "Da nicht für"
entspricht). Das dürfte heute nicht mehr Stand der Dinge sein.
Das war noch nie Stand der Dinge, außer vielleicht bei Methusalem
zu Hause. Wenn überhaupt, dann "not to worry", "my pleasure" o.ä.
Peter Veith
2018-09-30 10:04:26 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Post by wolfgang sch
Was hattet ihr denn für Englischlehrer, ich hab das gelernt. Allerdings
hab ich auch gelernt, dass "You're welcome" Amerikanisch und in UK eher
"Not at all" üblich sei (was ungefähr dem norddeutschen "Da nicht für"
entspricht). Das dürfte heute nicht mehr Stand der Dinge sein.
Das war noch nie Stand der Dinge, außer vielleicht bei Methusalem
zu Hause. Wenn überhaupt, dann "not to worry", "my pleasure" o.ä.
Ist mir alles nie über den Weg gelaufen. Statt dessen: "No problem". Ist
sicher eher Pidgin-English.

¡de nada!
Veith
--
"Die Geschichte erteilt keine Lektionen. Sie bestraft aber, wenn man
keine Lehren aus ihr zieht", Wassili Kljutschewski.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
René Marquardt
2018-09-30 12:09:06 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Ist mir alles nie über den Weg gelaufen. Statt dessen: "No problem". Ist
sicher eher Pidgin-English.
"No problem" ist Standard-English, und ein kleines bissel hipper als
"you're welcome".
Carlo XYZ
2018-09-30 12:24:25 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Peter Veith
Ist mir alles nie über den Weg gelaufen. Statt dessen: "No problem". Ist
sicher eher Pidgin-English.
"No problem" ist Standard-English,
Ack, auf alle Fälle mehr als "not at all".
Post by René Marquardt
...und ein kleines bissel hipper als
"you're welcome".
;) Mag sein, ich bin ja nun auch schon Ü-60
und die Pub-Kultur ist nicht ganz so meine.

Wobei ich Langversionen wie "no problem,
you're very welcome" auch schon gehört habe.
Uwe Schickedanz
2018-09-30 13:53:13 UTC
Permalink
On Sun, 30 Sep 2018 05:09:06 -0700 (PDT), René Marquardt
Post by René Marquardt
Post by Peter Veith
Ist mir alles nie über den Weg gelaufen. Statt dessen: "No problem". Ist
sicher eher Pidgin-English.
"No problem" ist Standard-English, und ein kleines bissel hipper als
"you're welcome".
Mir wurde mal erzählt, 'no problem' schicke sich nicht, weil man damit
impliziere, es hätte ein 'problem' bestanden.
Das war aber auch ein Deutscher, so daß ich nicht weiß inwieweit diese
Aussage der Realität entspricht.


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
René Marquardt
2018-09-30 14:57:45 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Mir wurde mal erzählt, 'no problem' schicke sich nicht, weil man damit
impliziere, es hätte ein 'problem' bestanden.
Das war aber auch ein Deutscher, so daß ich nicht weiß inwieweit diese
Aussage der Realität entspricht.
Ich habe diese Beschwerde auch schon von Einheimischen, i.e.
Muttersprachlern gehört. Nicht oft, aber zuweilen. Allerdings
von Grattlern, die sich auch beschweren würden, wenn man sie
mit /brandneuen/ Turnschuhen in den Hintern träte ;)
Chr. Maercker
2018-09-25 08:46:50 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Daran erkannte man immer knallscharf den Ossi. Versuchten,
Hamburger oder Pizza mit Messer und Gabel zu essen, und die
Pizza mit der Kruste zuerst.
Auch heute noch erkennt das geschulte Auge den Fremdling an
der Bedienung der Essutensilien. Spaghetti mit des Löffels Hilfe
auf die Gabel zu wickeln; Gabel in der linken, Messer in der rechten
Hand und druffjestürzt; Unfähigkeit, Essstäbchen zu benutzen,
Löffel längs komplett ins Maul schieben und dergleichen.
So Sachen fallen in der entsprechenden Umgebung auf,
z.B. auf dem Balkan Melone ohne Messer und Gabel essen. ;-)
--
CU Chr. Maercker.
Bernd Ullrich
2018-09-24 16:50:44 UTC
Permalink
Am 24.09.2018 um 12:46 schrieb Florian Ritter:

Ex-Arbeitgebers meines Kumpels vorstellig
[...]
Post by Florian Ritter
Ich betrieb in Ostberlin mit erfreulichem pekuniären Erfolg eine
Firma und diese hatte u.a. einen Vertrag mit dem Haus der
Ministerien (Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums). Die
Sicherheitsvorkehrungen dort waren ein Witz. Man meldete sich
beim Einlaß, gab Ausweis und Lichtbild ab,
Der Ausweis musste abgegen werden...ich hatte in dem Fuchsbau auch mal
zu tun...du bekamst einen Zettel mit Etage und Zimmernr.
Post by Florian Ritter
ein grünberocktes
Weiblein tippte die Daten in eine mechanische Schreibmaschine,
klebte das Bild ein und knallte das Dienstsiegel drauf - fertig
Für Besucher gabs keine Siegel.
Post by Florian Ritter
war die Einlaßkarte. Die ausgestellten Karten wurden nicht
registriert. Übrigens kam man dort auch rein, wenn man eine
täuschend ähnlich aussehende BVG-Monatskarte am Einlaß vorwies.
Du kamst damit nicht rein.
Post by Florian Ritter
Da sieht's heute, ich hab's gerade erlebt, beim dort
domizilierenden Bundesfinanzministerium doch etwas anders
aus - FR
BU
Frank Hucklenbroich
2018-09-24 20:15:47 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Übrigens kam man dort auch rein, wenn man eine
täuschend ähnlich aussehende BVG-Monatskarte am Einlaß vorwies.
Ein Kumpel von mir absolvierte ein Highschool-Jahr in Tucson, Arizona, und
benutzte einen gefälschten KVB-Ausweis (das Kölner Pendant zur BVG), um im
Laden bei den Indianern Schnaps zu kaufen (dazu musste man 21 sein, er war
17). Der Ausweis war eine Pappkarte mit Foto, und den Eintrag konnte man
mit dem Tintenkiller ändern. Er verkaufte das denen als "German-ID".

Grüße,

Frank
René Marquardt
2018-09-24 20:52:24 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Florian Ritter
Übrigens kam man dort auch rein, wenn man eine
täuschend ähnlich aussehende BVG-Monatskarte am Einlaß vorwies.
Ein Kumpel von mir absolvierte ein Highschool-Jahr in Tucson, Arizona, und
benutzte einen gefälschten KVB-Ausweis (das Kölner Pendant zur BVG), um im
Laden bei den Indianern Schnaps zu kaufen (dazu musste man 21 sein, er war
17). Der Ausweis war eine Pappkarte mit Foto, und den Eintrag konnte man
mit dem Tintenkiller ändern. Er verkaufte das denen als "German-ID".
Daher kriegten andere dann dafür später zu hören, daß man nur in Amerika
ausgestellte ID's akzeptieren würde.
Florian Ritter
2018-09-25 11:54:54 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Frank Hucklenbroich
Ein Kumpel von mir absolvierte ein Highschool-Jahr in Tucson, Arizona, und
benutzte einen gefälschten KVB-Ausweis (das Kölner Pendant zur BVG), um im
Laden bei den Indianern Schnaps zu kaufen (dazu musste man 21 sein, er war
17). Der Ausweis war eine Pappkarte mit Foto, und den Eintrag konnte man
mit dem Tintenkiller ändern. Er verkaufte das denen als "German-ID".
Daher kriegten andere dann dafür später zu hören, daß man nur in Amerika
ausgestellte ID's akzeptieren würde.
In Berichten von DDRschen über illegale Aufenthalte in der
Sowjetunion (mit Transitvisum, dessen Gültigkeit von 48 h
deutlich überdehnt wurde) erscheint, einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten - FR
Martin Ebert
2018-09-25 14:46:32 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by René Marquardt
Post by Frank Hucklenbroich
Ein Kumpel von mir absolvierte ein Highschool-Jahr in Tucson, Arizona, und
benutzte einen gefälschten KVB-Ausweis (das Kölner Pendant zur BVG), um im
Laden bei den Indianern Schnaps zu kaufen (dazu musste man 21 sein, er war
17). Der Ausweis war eine Pappkarte mit Foto, und den Eintrag konnte man
mit dem Tintenkiller ändern. Er verkaufte das denen als "German-ID".
Daher kriegten andere dann dafür später zu hören, daß man nur in Amerika
ausgestellte ID's akzeptieren würde.
In Berichten von DDRschen über illegale Aufenthalte in der
Sowjetunion (mit Transitvisum, dessen Gültigkeit von 48 h
deutlich überdehnt wurde) erscheint, einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten - FR
Gut denkbar. Nach allen Berichten fanden sowjetische "Organe"
ausländische Ausweise mit vielen bunten Stempeln sehr schön.

Mt
Veith
2018-09-25 15:47:42 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
..., einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten
Gut denkbar.
"Denkbar" ist alles und "gut" auch.
Welche Idioten hatten noch gleich de.alt.folklore.urban-legends dichtgemacht?!

Ich kenne die Geschichte so, dass eine Dame in Bulgarien mit ihrem grünen
SV-Ausweis, der leicht aus der Brusttasche ragte, ein Hotel für Westtouristen
betreten hätte. Dort wäre nämlich auch kontrolliert worden.

Hintergrund der UL:

* Der SV-Ausweis hätte so getragen wie der westdeutsche Reisepaß gewirkt.
* So konnte die Dame Westtouris anbaggern.

Nunja, beide Ausweise waren immerhin grün.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Martin Ebert
2018-09-26 03:22:13 UTC
Permalink
Post by Veith
Post by Martin Ebert
..., einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten
Gut denkbar.
Ich kenne die Geschichte so, dass
Du zählst nicht.
Zu der Zeit, in der Du in einem "Studium" gelernt hast, den
Stahlhelm richtigrum aufzusetzen, sind Heerscharen an Berg-
steigern sowie Studenten aufgebrochen, sich mal das Vaterland
des Kommunismus genauer anzusehen.

Die hatten den Trick raus:
Sich selbst Einladungen schreiben, sich selbst Papiere mit
vielen bunten Stempeln machen. Und das ging gut, heute würde
man deren Vorgehen als social enginering bezeichnen.

Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR noch eine
Erlaubnis benötigten um die eigene Stadt zu verlassen. Das
wollen wir mal nicht vergessen.

Frank hat parallel ein Buch angesprochen. Vermutlich ist
das der Typ, über den im MDR eine Doku lief.

Glaubst Du nicht. Klar.
Allerdings kenne ich eine Bergsteigertruppe, die das für
den Kaukasus-Trip durchzog. Die haben sich mit einem
Schriftstück selbst eingeladen. Und viele bunte Stempel
drunter.

Vor allem kenne ich persönlich aber einen unseres Alters,
der hat die Nummer als Tramper durchgezogen: Sein Visum
war abgelaufen, er ist dann weitere drei Monate durch die
UdSSR getrampt und hat mit ernstem Gesicht sowie dem Spruch
der Völkerfreundschaft Papiere mit mehrsprachigen Stempeln
vorgezeigt. (Zweite Hälfte 1980er Jahre)

Das kannst Du mir entweder glauben - oder Deine MiG hinter
Polen weiter putzen.

Mt
Veith
2018-09-26 07:05:16 UTC
Permalink
Am Mittwoch, 26. September 2018 05:22:13 UTC+2 schrieb Martin Ebert:

[Die Grenze zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten]
Post by Martin Ebert
Ich kenne die Geschichte so, dass ...
Du zählst nicht.
Mmmmhhh.
Post by Martin Ebert
Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR ...
Ach, ja:
Es wird Dich überraschen, aber Mongolische Volksrepublik <> UdSSR.

Wenn Du Wessi wärest, würde ich jetzt fragen, ob Du "Lesen" und "Geographie"
bereits beim Abitur abgewählt hättest.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Wolf gang P u f f e
2018-09-26 15:08:22 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Veith
Post by Martin Ebert
..., einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten
Gut denkbar.
Ich kenne die Geschichte so, dass
Du zählst nicht.
Zu der Zeit, in der Du in einem "Studium" gelernt hast, den
Stahlhelm richtigrum aufzusetzen, sind Heerscharen an Berg-
steigern sowie Studenten aufgebrochen, sich mal das Vaterland
des Kommunismus genauer anzusehen.
Sich selbst Einladungen schreiben, sich selbst Papiere mit
vielen bunten Stempeln machen. Und das ging gut, heute würde
man deren Vorgehen als social enginering bezeichnen.
Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR noch eine
Erlaubnis benötigten um die eigene Stadt zu verlassen. Das
wollen wir mal nicht vergessen.
Frank hat parallel ein Buch angesprochen. Vermutlich ist
das der Typ, über den im MDR eine Doku lief.
Glaubst Du nicht. Klar.
Allerdings kenne ich eine Bergsteigertruppe, die das für
den Kaukasus-Trip durchzog. Die haben sich mit einem
Schriftstück selbst eingeladen. Und viele bunte Stempel
drunter.
Vor allem kenne ich persönlich aber einen unseres Alters,
der hat die Nummer als Tramper durchgezogen: Sein Visum
war abgelaufen, er ist dann weitere drei Monate durch die
UdSSR getrampt und hat mit ernstem Gesicht sowie dem Spruch
der Völkerfreundschaft Papiere mit mehrsprachigen Stempeln
vorgezeigt. (Zweite Hälfte 1980er Jahre)
Das war damals eben so eine Zeit, wo vieles möglich war.
Wir alle kennen einen damals 18jährigen Deutschen, der ebenfalls in der
2. Hälfte der 80er mit seinem Flugzeug am Lenin-Mausoleum in Moskau
eingeparkt hat. Das ging auch ohne bunte Stempel. ;-)

W.
Frank Hucklenbroich
2018-09-26 20:33:38 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Das war damals eben so eine Zeit, wo vieles möglich war.
Wir alle kennen einen damals 18jährigen Deutschen, der ebenfalls in der
2. Hälfte der 80er mit seinem Flugzeug am Lenin-Mausoleum in Moskau
eingeparkt hat. Das ging auch ohne bunte Stempel. ;-)
Seine Cessna habe ich sogar im Original gesehen, im Museum in Berlin. Und,
in dem Zusammenhang, die U-2 im Smithsonian in Washington D.C.. Ncihtz das
Original allerdings.

Grüße,

Frank
x***@gmail.com
2018-10-22 18:17:53 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR noch eine
Erlaubnis benötigten um die eigene Stadt zu verlassen. Das
wollen wir mal nicht vergessen.
Das wurde wohl schon in den 50ern abgeschafft.
Post by Martin Ebert
Frank hat parallel ein Buch angesprochen. Vermutlich ist
das der Typ, über den im MDR eine Doku lief.
Da gibt es mindestens zwei Bücher, eines nach meiner Erinnerung
betitelt "Unerkannt in Freundesland".
Die Höchstleistung eines DDRschen war, etliche Jahre durch die
Sowjetunion zu geistern. Der verdingte sich bei Kolchosen als
Schlosser und brachte als defekt abgestellte Landmaschinen
wieder in Schuß, was ihm höchstes Lob einbrachte.
Wir wissen: Wartung und Unterhalt sind des Russen Sache nicht.
Post by Martin Ebert
Glaubst Du nicht. Klar.
Allerdings kenne ich eine Bergsteigertruppe, die das für
den Kaukasus-Trip durchzog. Die haben sich mit einem
Schriftstück selbst eingeladen. Und viele bunte Stempel
drunter.
Vor allem kenne ich persönlich aber einen unseres Alters,
der hat die Nummer als Tramper durchgezogen: Sein Visum
war abgelaufen, er ist dann weitere drei Monate durch die
UdSSR getrampt und hat mit ernstem Gesicht sowie dem Spruch
der Völkerfreundschaft Papiere mit mehrsprachigen Stempeln
vorgezeigt. (Zweite Hälfte 1980er Jahre)
Wir saßen des Morgens in der Kantine der Adlershofer
Akademiegelände und werteten die Kleinanzeigen im Automarkt der CDU-
Tageszeitung Neue Zeit aus (war der beste).
Mein Kompagnon im Autohandel ging auch noch die Anzeigen für
Hausrat &c. durch und sprang plötzlich auf: Mit dieser Anzeige
stimmte was nicht, da müßte er sofort anrufen. Da war nämlich zwischen
Kühlschrank, Waschmaschine &c. ein Westwagen offeriert.
Es stellte sich raus, daß der Inserent Diplomat eines
nahöstlichen Landes war, der äußerst kurzfristig aus der DDR
abberufen worden war. Der verkaufte meinem Geschäftspartner den Wagen
ohne Papiere, dafür mit den roten CD-Kennzeichen. Es bedurfte
intensiver Überzeugungsarbeit meinerseits, jenen zu bewegen, mit
den CD-Nummern nicht über die Maßen durch Ostberlin zu gondeln.
Es wurden für den Wagen Papiere beschafft (das ging, ist aber eine
andere Geschichte) und der Mann fuhr mit Campinganhänger und
Transitvisum (via Uzhgorod nach Rumänien) bis nach Odessa - an
GAI-Posten blökte er immer laut "Transit", es wirkte.
Post by Martin Ebert
Das kannst Du mir entweder glauben - oder Deine MiG hinter
Polen weiter putzen.
Du, Martin, warum bist'n Du immer so?
Sei doch ganz einfach mal Du selbst - FR
René Marquardt
2018-10-22 22:00:35 UTC
Permalink
Post by x***@gmail.com
Post by Martin Ebert
Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR noch eine
Erlaubnis benötigten um die eigene Stadt zu verlassen. Das
wollen wir mal nicht vergessen.
Das wurde wohl schon in den 50ern abgeschafft.
Das ist HEUTE noch so!
Veith
2018-10-23 06:57:52 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Post by x***@gmail.com
Post by Martin Ebert
Das war zu einer Zeit, in der Bürger der UDSSR noch eine
Erlaubnis benötigten um die eigene Stadt zu verlassen. Das
wollen wir mal nicht vergessen.
Das wurde wohl schon in den 50ern abgeschafft.
Das ist HEUTE noch so!
Aber nür für Bürger der *UdSSR* :-D

Für die Staatsbürger Rußlands gilt seit 1993 das Gesetz der RF vom 25. Juni 1993
Nr. 5242-I "Über das Recht des Staatsangehörigen der Russischen Föderation auf
Freizügigkeit, freie Wahl des Aufenthalts- und des Wohnorts auf dem Territorium
der Russischen Föderation".

Auch in Bezug auf die UdSSR galten Genehmigungspflichten nur bei (dauhaften)
Umzug und diese Regelungen wurde zudem ab 1976 gelockert.

Ausnahmen bild(et)en gerichtliche Aufenthaltsbeschränkungen und die sog.
Geschlossenen Städte.

BTW www.faz.net/aktuell/politik/-1143084.html

HINT
Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Ronald Konschak
2018-09-26 08:23:33 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
In Berichten von DDRschen über illegale Aufenthalte in der
Sowjetunion (mit Transitvisum, dessen Gültigkeit von 48 h
deutlich überdehnt wurde) erscheint, einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten - FR
Gut denkbar. Nach allen Berichten fanden sowjetische "Organe"
ausländische Ausweise mit vielen bunten Stempeln sehr schön.
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Der Ausschnitt stammt aus dem Buch "Bye Bye, Lübben City", welches
hier schon öfter Gegenstand der Erörterung war.

Zu dem Thema gibt auch ein eigenes Buch mit dem Titel "Unerkannt
durch Freundesland".

https://www.lukasverlag.com/ebooks/titel/269-unerkannt-durch-freundesland.html

Was zum gucken:



Ronald.
--
Lebe so, dass es Julian Reichelt* missfällt.

* Chefredakteur der BILD-Zeitung
Frank Hucklenbroich
2018-09-25 20:51:05 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by René Marquardt
Post by Frank Hucklenbroich
Ein Kumpel von mir absolvierte ein Highschool-Jahr in Tucson, Arizona, und
benutzte einen gefälschten KVB-Ausweis (das Kölner Pendant zur BVG), um im
Laden bei den Indianern Schnaps zu kaufen (dazu musste man 21 sein, er war
17). Der Ausweis war eine Pappkarte mit Foto, und den Eintrag konnte man
mit dem Tintenkiller ändern. Er verkaufte das denen als "German-ID".
Daher kriegten andere dann dafür später zu hören, daß man nur in Amerika
ausgestellte ID's akzeptieren würde.
In Berichten von DDRschen über illegale Aufenthalte in der
Sowjetunion (mit Transitvisum, dessen Gültigkeit von 48 h
deutlich überdehnt wurde) erscheint, einer hätte die Grenze
zur Mongolei mit seinem SV-Ausweis übertreten - FR
Vor ein paar Jahren ist ein Buch erschienen von einem, der irgendwie
halblegal aus der DDR bis in die Mongolei gereist/getrampt ist, quer durch
die Sowjetunion, so ganz einfach mit Zelt und Schlafsack. Zeitschiene frühe
80er glaube ich.

An die Details kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

Grüße,

Frank
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