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Ich bin Ossi und habe nichts dazu gelernt.
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Thomas Homilius
2019-11-18 20:17:10 UTC
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Ja, das bin ich. Obwohl ich die meiste Zeit meines bisherigen Lebens in
der freiheitlichen BRD verlebt habe, hat mich doch meine Zeit in der DDR
gepraegt.

Meine PKZ der DDR ist 190972428217, ein DDR-Experte weiss, wie er diese
zu interpretiern hat.

Vor meiner Einschulung im Jahr 1979 war ich in
Kindergrippe/Kindergarten, da meine Eltern arbeiten gehen mussten.

Ueber meine Schulzeit an der POS "Wladimir Majakowski" kann ich nicht
sagen, dass es dort uebermaessig viele 100%ige Rotkommunisten gab, die
dir keine Luft zum atmen liesen. In der SED waren sicherlich so einige
Lehrer, aber was heisst das schon? Das ist in der DDR eine vorgegebene
Karriere: Pioniere -> FDJ -> SED.

Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine. Ich war sogar
so naiv, dass ich von der Existenz der Stasi nichts mitbekommen habe.
Schon gar nicht wuerde ich mich als Stasiopfer bezeichnen.

Was mich an der DDR gestoert hat, ist der Duft von verbrannten
schwefelhaltigen Braunkohlebriketts. Diese Briketts wurden noch in
Altbauten zur Heizung im Winter verwendet. Sehr unangenehm war das
Ganze. Die Autoabgase haben mich nicht so gestoert, es gab ja nicht so
viele Autos in der DDR.

Was auch zu kotzen war: Es war immer alles alle. Du gehst in die
HO-Kaufhalle und willst dir Zwieback kaufen, weil das alle machen und da
war der Zwieback alle, es gibt keinen Zwieback mehr zu kaufen, alles
schon weg!

In Erinnerung geblieben ist mir die 'Schlager-Suesstafel' als
Schokoladenersatzprodukt mit einem Kakaogehalt von nur 7%, die hat mir
durchaus geschmeckt.

Ab 1988 hatte ich sogar ein Motorrad, eine ETZ150, ein Zweitakter aus
Zschopau, die fuhr bis zu 110 km/h. Das hat mir aber bei den Frauen
keine Pluspunkte verschafft, ich war damals schon zu fett und haesslich.
Ich bin ein bisschen wie dir DDR: Da kann man sich schoen machen wie man
will, es will einen doch keiner.
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Torsten Mueller
2019-11-19 06:17:25 UTC
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Post by Thomas Homilius
Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine.
Du bist ein, zwei Jahre zu jung.

Den ersten und zwar durchaus officiellen Kontakt hatten wohl die meisten
männlichen DDR-Bürger bei der Musterung, dort gab es eine klare Frage
("Würden Sie sich bereiterklären ...") mit Nachfrage und Nachnachfrage.
Zu dem, was man geantwortet hatte, gab es mehrzeilig handschriftliche
Notizen auf einem Formular.

Paar Wochen später waren zwei auffällig abgehalfterte Typen um die 40 in
Zivil [1] an der Berufsschule, die am Ende einer Unterrichtsstunde vom
Lehrer zehn Minuten Rederecht eingeräumt bekamen und offen für das
Wachregiment warben, es gäbe dort den und den und den Vorteil. Man solle
sich das überlegen. (1985)

Daß das (und in Einzelfällen auch mehr) bei einem gewissen Prozentsatz
auch funktioniert hatte, wurde erstmals zwei Jahre später beim Militär
sichtbar.

T.M.

[1] Sie haben nicht gesagt, von welcher Dienststelle sie kamen. Wenn sie
Dienstgrade genannt hätten, hätte ich mir das gemerkt.
Jörg Knebel
2019-11-19 06:43:53 UTC
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Post by Torsten Mueller
Post by Thomas Homilius
Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine.
Du bist ein, zwei Jahre zu jung.
Den ersten und zwar durchaus officiellen Kontakt hatten wohl die meisten
männlichen DDR-Bürger bei der Musterung, dort gab es eine klare Frage
("Würden Sie sich bereiterklären ...")
Also bei meiner Musterung (79/80 ?) war keiner von diesen Pennern -
Zeitschiene?
Post by Torsten Mueller
Man solle sich das überlegen. (1985)
Oha, muß die Kacke schon ganz schön am Dampfen gewesen sein...
Gunter Kühne
2019-11-19 09:44:07 UTC
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Post by Jörg Knebel
Post by Torsten Mueller
Post by Thomas Homilius
Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine.
Du bist ein, zwei Jahre zu jung.
Den ersten und zwar durchaus officiellen Kontakt hatten wohl die meisten
männlichen DDR-Bürger bei der Musterung, dort gab es eine klare Frage
("Würden Sie sich bereiterklären ...")
Also bei meiner Musterung (79/80 ?) war keiner von diesen Pennern -
Zeitschiene?
Post by Torsten Mueller
Man solle sich das überlegen. (1985)
Oha, muß die Kacke schon ganz schön am Dampfen gewesen sein...
Oh das muss später gewesen sein.
Zu meiner Zeit ca 1972-73 wurde man erst durchleuchtet, und dann zu
einen Individuellen Gespräch geladen.
Ab und an kamen die auch nach hause.
(Eben auch MFS und MDI)
Bei mir ist das MFS zu spät gekommen ich hatte schon ans MDI gebunden. :)
Im Nachhinein eventuell richtig gewesen.

MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Wolf gang P u f f e
2019-11-19 16:56:00 UTC
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Post by Gunter Kühne
Ab und an kamen die auch nach hause.
(Eben auch MFS und MDI)
Bei mir ist das MFS zu spät gekommen ich hatte schon ans MDI gebunden. :)
Im Nachhinein eventuell richtig gewesen.
Früher hieß die Zeit vom Dünnschiss bis zum Abschalten "ein Schnitz..."
Du warst zu langsam.
ein Schni
Die Herrn wollten bestimmt nur mal gucken, wieso Montags 22 Uhr immer
nur "Schni" in den Abhörmikrofonen in deiner Bude hören war.

;-) ;-) ;-)
Chr. Maercker
2019-11-19 16:01:05 UTC
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Post by Torsten Mueller
Den ersten und zwar durchaus officiellen Kontakt hatten wohl die meisten
männlichen DDR-Bürger bei der Musterung, dort gab es eine klare Frage
("Würden Sie sich bereiterklären ...") mit Nachfrage und Nachnachfrage.
Zu dem, was man geantwortet hatte, gab es mehrzeilig handschriftliche
Notizen auf einem Formular.
Mich haben sie zur Musterung weder um IM-Verpflichtung noch um
hauptamtliche Mitarbeit gebeten. Nach der Asche kam Werbepost vom Zoll.
Nachdem ich hierzugroups erfahren habe, dass die GÜSt durchweg mit
MfS-Leuten in Grenztruppen- bzw. Zolluniform besetzt waren, bin ich mir
allerdings nicht mehr sicher, wer mich da wirklich haben wollte.
Post by Torsten Mueller
Paar Wochen später waren zwei auffällig abgehalfterte Typen um die 40 in
Zivil [1] an der Berufsschule, die am Ende einer Unterrichtsstunde vom
Lehrer zehn Minuten Rederecht eingeräumt bekamen und offen für das
Wachregiment warben, es gäbe dort den und den und den Vorteil. Man solle
sich das überlegen. (1985)
Auch das nicht an meiner Schule. Umso intensiver für Offizierslaufbahn
oder wenigstens UaZ. Dass es auch die Option OaZ gab, haben sie
natürlich nicht verraten.
Post by Torsten Mueller
Daß das (und in Einzelfällen auch mehr) bei einem gewissen Prozentsatz
auch funktioniert hatte, wurde erstmals zwei Jahre später beim Militär
sichtbar.
Wie wurde das sichtbar? Ich hab lediglich im Ausgang einen Typen in
Uniform getroffen, der seinen PA noch hatte. Der war WIMRE beim
Wachregiment.
Post by Torsten Mueller
[1] Sie haben nicht gesagt, von welcher Dienststelle sie kamen. Wenn sie
Dienstgrade genannt hätten, hätte ich mir das gemerkt.
d.h. die waren in Zivil. Von der Sorte saßen WIMRE 1..2 in der
Musterungskommision, der Rest trug NVA-Uniform. Gesagt haben die aber
kaum was. Abgesehen davon, dass auch Reservisten in Zivil
(ehrenamtlich?) in den WKKs waren. Zumeist ältere Herren, wahrscheinlich
bei der KVP gedient. Einen davon kannte ich, der arbeitete definitiv
nicht beim WKK, sondern in einem Produktionsbetrieb.
--
CU Chr. Maercker.
Torsten Mueller
2019-11-19 16:51:46 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Torsten Mueller
Daß das (und in Einzelfällen auch mehr) bei einem gewissen
Prozentsatz auch funktioniert hatte, wurde erstmals zwei Jahre später
beim Militär sichtbar.
Wie wurde das sichtbar?
Es wurde.

Später an der Uni war in meiner Seminargruppe einer, der hat es, als wir
auf die 8-Mann-Bude zogen (September 88), gleich von sich aus gesagt,
ungefragt [1]. Dessen Führungsoffizier klingelte regelmäßig alle paar
Wochen an der Wohnung, um ihn zum Gespräch abzuholen, das führten sie
draußen auf einer Parkbank. Ab Januar 90 war er verschwunden.

T.M.

[1] Vielleicht war das Absicht, keine Ahnung, vielleicht war noch ein
zweiter da, der verdeckt bleiben sollte.
Chr. Maercker
2019-11-20 11:40:28 UTC
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Post by Torsten Mueller
Später an der Uni war in meiner Seminargruppe einer, der hat es, als wir
auf die 8-Mann-Bude zogen (September 88), gleich von sich aus gesagt,
So einen Komilitonen hatten wir auch. Der wollte erklärtermaßen beim MfS
arbeiten. Bei der Armee war das nicht so eindeutig, aber auch ziemlich
egal, wir wurden eh vom Abwehroffz. beaufsichtigt. In der Akte findet
sich kein Hinweis auf irkneinen IM. Ist mir auch sehr recht so.
Post by Torsten Mueller
ungefragt [1].
Hätte ihn jemand gefragt, hätte er es eher nicht verraten. ;-)
Post by Torsten Mueller
Dessen Führungsoffizier klingelte regelmäßig alle paar
Wochen an der Wohnung, um ihn zum Gespräch abzuholen, das führten sie
draußen auf einer Parkbank.
Das kenne ich konspirativer, in der Tat.
Post by Torsten Mueller
[1] Vielleicht war das Absicht, keine Ahnung, vielleicht war noch ein
zweiter da, der verdeckt bleiben sollte.
In kirchlichen Kreisen kam so was gelegentlich vor. Einzelne Leute haben
sich von sich aus offenbart, weil sie den IM-Job loswerden wollten.
Erstaunlicherweise hatte das selten unangenehme Folgen für die
Betreffenden, mir ist jedenfalls nichts dgl. bekannt geworden.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2019-11-21 23:51:54 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Torsten Mueller
[1] Vielleicht war das Absicht, keine Ahnung, vielleicht war noch ein
zweiter da, der verdeckt bleiben sollte.
So verquer dachte beim MfS niemand: Dort war ja auch ganz normale
DDR, mit Plänen und Druck und schafftmannnicht.

Dekonspiration führte zur sofortigen Abschaltung des IM. Also falls
das MfS dies überhaupt mitbekam! Es ist durchaus vorstellbar, dass
das MfS nicht jeden Fall von Dekonspiration erfuhr.
Post by Chr. Maercker
In kirchlichen Kreisen kam so was gelegentlich vor. Einzelne Leute haben
sich von sich aus offenbart, weil sie den IM-Job loswerden wollten.
Erstaunlicherweise hatte das selten unangenehme Folgen für die
Betreffenden, mir ist jedenfalls nichts dgl. bekannt geworden.
Das weiß man aber erst seit der Wende. Es mag sein, dass das in
kirchlichen vermutet wurde, da war ich nicht, kann also nichts zu
sagen. - Jedenfalls war der Druck auf IM hoch: Das war ja der
diktatorische Teil der DDR: Man wusste nicht genau, was man denen
zutrauen musste.

Übrigens galt das auch für IM-Vorläufe (also Personen, die man
erst noch werben wollte): Wenn sich jemand direkt nach dem Erst-
gespräch (und vor einer möglichen Verpflichtung) offenbarte,
also "dekonspirierte", war er sofort raus. Und ihm passierte auch
nichts, obwohl im Erstgespräch gedroht wurde. Es gab auch keine
der avisierten Folgegespräche mehr.

Dies wiederum wusste ich aus eigenem Erleben vor der Wende: In
der Seminargruppe war das wie ein Kettenbrief, alle paar Wochen
war jemand unserer Truppe, der beim abendlichen Bier sagte:
"Ich muss euch was sagen: Jetzt hat die Stasi mich gefragt, ich
war jetzt dran, habe abgelehnt. Ich will, dass ihr das wisst."

Aus damaliger Sicht schaffte das ein Gefühl gewisser Sicherheit,
man war nicht allein.

Mt
Florian Ritter
2019-11-23 17:37:11 UTC
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Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Post by Torsten Mueller
[1] Vielleicht war das Absicht, keine Ahnung, vielleicht war noch ein
zweiter da, der verdeckt bleiben sollte.
So verquer dachte beim MfS niemand: Dort war ja auch ganz normale
DDR, mit Plänen und Druck und schafftmannnicht.
Dekonspiration führte zur sofortigen Abschaltung des IM. Also falls
das MfS dies überhaupt mitbekam! Es ist durchaus vorstellbar, dass
das MfS nicht jeden Fall von Dekonspiration erfuhr.
Post by Chr. Maercker
In kirchlichen Kreisen kam so was gelegentlich vor. Einzelne Leute haben
sich von sich aus offenbart, weil sie den IM-Job loswerden wollten.
Erstaunlicherweise hatte das selten unangenehme Folgen für die
Betreffenden, mir ist jedenfalls nichts dgl. bekannt geworden.
Es kam auch vor, daß Kirchenmitarbeiter, die IM der Stasi
waren, unbeabsichtigt aufflogen. Solche Leutchen hatten so
einiges mitbekommen, konnten die Stasi unter Druck setzen,
beispielsweise damit, dem jeweiligen Bischof einiges von ihrem
Wissen mitzuteilen, und mußten ruhig gestellt werden.
Dazu wurden sie sofort auf Invalidität berentet, was sie
in den Stand setzte, in den Westen reisen zu können. Dazu
bekamen sie eine gutdotierte Versorgungsstelle - mein
Vater wurde mindestens zweimal per Weisung von höheren
Ortes gezwungen, solche Leute einzustellen. Diese waren ihm
eine Quelle steten Verdrusses, da null Leistungsbereitschaft
und disziplinarisch nicht in den Griff zu bekommen.
Nur einmal gelang es ihm, so einen Mann wieder loszuwerden,
da nachweisbar war, daß er während einer Krankschreibung
in Westberlin war - FR
Bernd Ullrich
2019-11-19 17:02:27 UTC
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Am 19.11.2019 um 17:01 schrieb Chr. Maercker:
[...]
Post by Chr. Maercker
d.h. die waren in Zivil. Von der Sorte saßen WIMRE 1..2 in der
Musterungskommision, der Rest trug NVA-Uniform. Gesagt haben die aber
kaum was. Abgesehen davon, dass auch Reservisten in Zivil
(ehrenamtlich?) in den WKKs waren. Zumeist ältere Herren, wahrscheinlich
bei der KVP gedient.
Einen davon kannte ich, der arbeitete definitiv
nicht beim WKK, sondern in einem Produktionsbetrieb.
Die wurden bestimmt von ihren Betrieben zeitweise dorthin delegiert um
die bei der Musterung anfallende Mehrarbeit (Hundemarke stempeln)
abzudecken.Sowas gabs.

BU
Martin Ebert
2019-11-21 23:39:05 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Torsten Mueller
Den ersten und zwar durchaus officiellen Kontakt hatten wohl die meisten
männlichen DDR-Bürger bei der Musterung, dort gab es eine klare Frage
("Würden Sie sich bereiterklären ...") mit Nachfrage und Nachnachfrage.
Zu dem, was man geantwortet hatte, gab es mehrzeilig handschriftliche
Notizen auf einem Formular.
Mich haben sie zur Musterung weder um IM-Verpflichtung noch um
hauptamtliche Mitarbeit gebeten.
Ihr habt beide recht. - Ich muss anders anfangen:
Das Wachregiment (des MfS) und die Wachbataillone der Bezirksverwaltungen
des MfS waren "Kaderreserve" für mögliche hauptamtliche MA des MfS. Der
dortige dreijährige Dienst war als Wehrersatzdienst eingestuft.

Dabei war die Kaderpolitik des MfS am KGB orientiert, man wollte "Familie"
im wortwörtlichen Sinn. Erweiterte Familie waren Staatsdiener im weiteren
Sinn, also auch Offiziere der NVA und des MdI.

In der Musterungskommission, die das Abschlussgespräch der Musterung
führte, dass immer ein Offizier der Kreisverwaltung des MfS, oft der
Chef oder einer der Stellvertreter.

So erklärt sich, dass Herr Müller gefragt und Du nicht gefragt wurdest.
Post by Chr. Maercker
Nach der Asche kam Werbepost vom Zoll.
Wann zur Reserve entlassen? Soll-Stärke des Standorts?

Bei großen Standorten war das Teil des Laufzettel-Tages. Wie an einer
Perlenschnur aufgereiht saßen in verschiedenen Dienstzimmern des Stabs
Vertreter des MdI, des MfS, des Zolls, der Zivilverteidigung, vermutlich
habe ich noch einen vergessen.

Da musste man in jedes Zimmer, sich hinsetzen, es kam die Frage ob man
denn Interesse habe ... die Antwort "hab Studienplatz" reichte und man
war nach 30 Sekunden wieder draußen: Da wurde kein Druck ausgeübt.

Es war aber durchaus so, dass sich zum Beispiel Uffze ohne Abi für
den Zoll entschieden.
Post by Chr. Maercker
Post by Torsten Mueller
Paar Wochen später waren zwei auffällig abgehalfterte Typen um die 40 in
Zivil [1] an der Berufsschule, die am Ende einer Unterrichtsstunde vom
Lehrer zehn Minuten Rederecht eingeräumt bekamen und offen für das
Wachregiment warben, es gäbe dort den und den und den Vorteil. Man solle
sich das überlegen. (1985)
Auch das nicht an meiner Schule. Umso intensiver für Offizierslaufbahn
oder wenigstens UaZ. Dass es auch die Option OaZ gab, haben sie
natürlich nicht verraten.
Wir müssen Herrn Müller mal deutlicher nach dem Ortsnamen fragen.
Und ob an dem kleinen Ort nicht zufällig eine Offiziersschule der NVA
war ...

Mt
Torsten Mueller
2019-11-22 06:06:54 UTC
Antworten
Permalink
Post by Chr. Maercker
Auch das nicht an meiner Schule. Umso intensiver für
Offizierslaufbahn oder wenigstens UaZ. Dass es auch die Option OaZ
gab, haben sie natürlich nicht verraten.
Wir müssen Herrn Müller mal deutlicher nach dem Ortsnamen fragen. Und
ob an dem kleinen Ort nicht zufällig eine Offiziersschule der NVA war
...
Nein, war nicht. Ich habe meine Musterung 300km entfernt von meinem
Heimatort in Thüringen gehabt. Die nächste OHS wäre wohl die in Suhl
gewesen, aber auch die war noch mindestens 80km entfernt.

Zwotens war die Kadergewinnung im Umfeld einer OHS kein großes Thema. Da
mußte niemand mehr bei der Musterung überzeugt werden. In meiner
POS-Schulklasse saßen sieben BOBs und einer, der Fähnrich werden wollte
(weil's zur EOS beim besten Willen nicht reichte). Und in den Klassen
darüber und darunter sah es selbstverständlich genauso aus.

T.M.
Martin Ebert
2019-11-25 05:30:17 UTC
Antworten
Permalink
[Musterung]
Post by Torsten Mueller
Wir müssen Herrn Müller mal deutlicher nach dem Ortsnamen fragen. Und
ob an dem kleinen Ort nicht zufällig eine Offiziersschule der NVA war
Nein, war nicht. Ich habe meine Musterung 300km entfernt von meinem
Heimatort in Thüringen gehabt.
Ok, ich frage anders:
In welches Lebensjahr verortest Du Deine Musterung? Wie alt warst Du da?

Mt
Torsten Mueller
2019-11-25 06:34:34 UTC
Antworten
Permalink
Ok, ich frage anders: In welches Lebensjahr verortest Du Deine
Musterung? Wie alt warst Du da?
Wie alt ist man da? Im Sommer nach der 10.Klasse wurde ich 17, dann
begann das erste Lehrjahr an der Berufsschule. In diesem muß es gewesen
sein, und zwar so im Mai, Juni, da war ich 17 dreiviertel.

Oder war es doch erst im zweiten Lehrjahr??? Keine Ahnung, ich habe
darüber kein Dokument. Im dritten Lehrjahr war es definitiv nicht mehr.

Die Erinnerung fällt schwer, weil die ersten beiden Lehrjahre von
zahlreichen (!) Tagen mit paramilitärischer Ausbildung und Fahrschule
(W50) durchzogen waren. Und an einem solchen Tag war es, ich bin deshalb
gleich von dort weg in GST-Uniform zur Musterung hin, was mir als erstes
(in vorauseilender Vermutung eines Krulls) die Frage einbrachte, ob ich
die Uniform aus einem bestimmten Grunde angezogen hätte.

T.M.
Paul
2019-11-25 07:08:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Ok, ich frage anders: In welches Lebensjahr verortest Du Deine
Musterung? Wie alt warst Du da?
Wie alt ist man da? Im Sommer nach der 10.Klasse wurde ich 17, dann
begann das erste Lehrjahr an der Berufsschule. In diesem muß es gewesen
sein, und zwar so im Mai, Juni, da war ich 17 dreiviertel.
Das kommt so hin, die Musterung war bei allen die ich kenne so ein
viertel bis ein halbes Jahr vor dem 18. Geburtstag.
Post by Torsten Mueller
Oder war es doch erst im zweiten Lehrjahr??? Keine Ahnung, ich habe
darüber kein Dokument. Im dritten Lehrjahr war es definitiv nicht mehr.
Die Erinnerung fällt schwer, weil die ersten beiden Lehrjahre von
zahlreichen (!) Tagen mit paramilitärischer Ausbildung und Fahrschule
(W50) durchzogen waren. Und an einem solchen Tag war es, ich bin deshalb
gleich von dort weg in GST-Uniform zur Musterung hin, was mir als erstes
(in vorauseilender Vermutung eines Krulls) die Frage einbrachte, ob ich
die Uniform aus einem bestimmten Grunde angezogen hätte.
Für den Tag der Musterung wurde man freigestellt. Nix von wegen
Ausbildung oder so.
Post by Torsten Mueller
T.M.
Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Torsten Mueller
2019-11-25 08:00:03 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Post by Torsten Mueller
Die Erinnerung fällt schwer, weil die ersten beiden Lehrjahre von
zahlreichen (!) Tagen mit paramilitärischer Ausbildung und Fahrschule
(W50) durchzogen waren. Und an einem solchen Tag war es, ich bin
deshalb gleich von dort weg in GST-Uniform zur Musterung hin, was mir
als erstes (in vorauseilender Vermutung eines Krulls) die Frage
einbrachte, ob ich die Uniform aus einem bestimmten Grunde angezogen
hätte.
Für den Tag der Musterung wurde man freigestellt. Nix von wegen
Ausbildung oder so.
Vielleicht in Orten, wo das WKK entfernt lag. In meinem Falle lag es nur
ein paar hundert Meter von der Berufsschule weg, man lief als Lehrling
fast täglich dran vorbei. Nix Freistellung.

T.M.
Paul
2019-11-25 08:34:35 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Paul
Post by Torsten Mueller
Die Erinnerung fällt schwer, weil die ersten beiden Lehrjahre von
zahlreichen (!) Tagen mit paramilitärischer Ausbildung und Fahrschule
(W50) durchzogen waren. Und an einem solchen Tag war es, ich bin
deshalb gleich von dort weg in GST-Uniform zur Musterung hin, was mir
als erstes (in vorauseilender Vermutung eines Krulls) die Frage
einbrachte, ob ich die Uniform aus einem bestimmten Grunde angezogen
hätte.
Für den Tag der Musterung wurde man freigestellt. Nix von wegen
Ausbildung oder so.
Vielleicht in Orten, wo das WKK entfernt lag. In meinem Falle lag es nur
ein paar hundert Meter von der Berufsschule weg, man lief als Lehrling
fast täglich dran vorbei. Nix Freistellung.
T.M.
Das war gesetzlich so geregelt, man bekam für den Tag der Musterung eine
Freistellung, stand auch so auf der Karte, die musste man nur in der
Firma vorzeigen.

Und zahlreiche Tage mit vormilitärischer Ausbildung? In der Lehre? Bei
mir waren das im ersten und zweiten Lehrjahr je genau eine Woche. Da
ging es Montag Früh nach Bresinchen und Freitag Mittag wieder zurück
nach DD. Verabschiedung war dann so etwa 14:00 Uhr vor der Berufsschule.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
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Torsten Mueller
2019-11-25 10:03:15 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Das war gesetzlich so geregelt, man bekam für den Tag der Musterung
eine Freistellung, stand auch so auf der Karte, die musste man nur in
der Firma vorzeigen.
Möglich. Aber ich hatte nicht frei, sondern GST. Bring das in Einklang.
Post by Paul
Und zahlreiche Tage mit vormilitärischer Ausbildung? In der Lehre? Bei
mir waren das im ersten und zweiten Lehrjahr je genau eine Woche.
Ungefähr eine Woche, aber nicht zusammenhängend, sondern übers Jahr
verteilt. Dann gab es außerdem Tage, wo nachmittags irgendein Schießen
stattfand, weil die fünf dafür benötigten KK-MPis halt eben nur an dem
Tag verfügbar waren. Es gab, wie gesagt, Fahrschule, das ging erst
theoretisch mehrere Tage und dann praktisch eine ganze Woche (ich hab
das noch gut im Kopf: ab der ersten Minute mit Hänger durch eine
Kreisstadt ...)

T.M.
Florian Ritter
2019-12-01 20:34:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Paul
Und zahlreiche Tage mit vormilitärischer Ausbildung? In der Lehre? Bei
mir waren das im ersten und zweiten Lehrjahr je genau eine Woche.
Ungefähr eine Woche, aber nicht zusammenhängend, sondern übers Jahr
verteilt. Dann gab es außerdem Tage, wo nachmittags irgendein Schießen
Wir hatten nach der 10. Klasse drei Wochen im zentralen
Ausbildungslager der GST bei Breege auf Rügen. Die Lehrlinge
von Bergmann-Borsig wurden dort zu Militärkraftfahrern ausgebildet
und hatten sich einen Tag in der Werkstatt ein Gefecht mit
ölgetränkten Putzlappen geliefert. Die Jungs sahen lecker aus.
Post by Torsten Mueller
stattfand, weil die fünf dafür benötigten KK-MPis halt eben nur an dem
Tag verfügbar waren. Es gab, wie gesagt, Fahrschule, das ging erst
theoretisch mehrere Tage und dann praktisch eine ganze Woche (ich hab
das noch gut im Kopf: ab der ersten Minute mit Hänger durch eine
Kreisstadt ...)
Und so tat ich, mit W 50 und kiesbeladenem Hänger durch Greifswald.
Zum Schluß sprach der prüfende Polizeileutnant: Ick schlage Ihnen ssur
Fahrlehrerausbildung vor. Als ich erfuhr, daß ich dafür sechs
Wochen in ein Ausbildungslager gemußt hätte, nahm ich von diesem
generösen Angebot Abstand - FR
Achim Ebeling
2019-12-02 03:19:12 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Und zahlreiche Tage mit vormilitärischer Ausbildung? In der Lehre? Bei
mir waren das im ersten und zweiten Lehrjahr je genau eine Woche.
Ich glaube zu meiner Zeit fing das gerade erst an mit der Militärischen
Vorausbildung.

Formalausbildung vor der Kantine.

Rechts-, Linksum und Kehrt. Vielmehr war da nicht.
Schießen stand leider nicht auf dem "Lehrplan".
Und in der GST war keiner von uns.

Soweit ich mich erinnere war es auch nur ein Nachmittag, nicht mehr.

Später wurde es bestimmt intensiver durchgeführt.

Ich war damals jung und spitz, wäre überall mit hin gelaufen.
Aber es wurde bei uns leider nichts angeboten.


Bis denne
Achim
Chr. Maercker
2019-11-28 09:50:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Ebert
Das Wachregiment (des MfS) und die Wachbataillone der Bezirksverwaltungen
des MfS waren "Kaderreserve" für mögliche hauptamtliche MA des MfS. Der
dortige dreijährige Dienst war als Wehrersatzdienst eingestuft.
Dabei war die Kaderpolitik des MfS am KGB orientiert, man wollte "Familie"
im wortwörtlichen Sinn. Erweiterte Familie waren Staatsdiener im weiteren
Sinn, also auch Offiziere der NVA und des MdI.
In der Musterungskommission, die das Abschlussgespräch der Musterung
führte, sass immer ein Offizier der Kreisverwaltung des MfS, oft der
Chef oder einer der Stellvertreter.
So erklärt sich, dass Herr Müller gefragt und Du nicht gefragt wurdest.
evtl.
Post by Martin Ebert
Bei großen Standorten war das Teil des Laufzettel-Tages. Wie an einer
Perlenschnur aufgereiht saßen in verschiedenen Dienstzimmern des Stabs
Vertreter des MdI, des MfS, des Zolls, der Zivilverteidigung, vermutlich
habe ich noch einen vergessen.
In meinem damaligen Standort gab es nix dgl. Kann mich nicht mal mehr
richtig an Laufzettel erinnern. WIMRE führte der vor allem zum OOBA =
Oberoffzizier für Bekleidung und Ausrüstung, zum Spieß usw. Wegen des
ganzen Volkseigentums, was uns 18 Monate lang übergeholfen wurde. Aber
irknwelche Dienstzimmer mit Nicht-NVA-Personal waren da nicht bei. Die
Werbung vom Zoll kam kurz nach der Entlassung mit der Post.
Post by Martin Ebert
Da musste man in jedes Zimmer, sich hinsetzen, es kam die Frage ob man
denn Interesse habe ... die Antwort "hab Studienplatz" reichte und man
war nach 30 Sekunden wieder draußen: Da wurde kein Druck ausgeübt.
Ich hatte damals mit weiterer Post gerechnet, kam aber nix mehr.
--
CU Chr. Maercker.
Veith
2019-11-19 10:37:31 UTC
Antworten
Permalink
Ja, das bin ich. (...)
Meine PKZ der DDR ist 190972428217, ein DDR-Experte weiss, wie er diese
zu interpretiern hat.
Ich verweise mal auf diesen Thread:
https://de.soc.arbeitslos.narkive.com/LeJnhkMt/namensanmassung-gegen-thomas-homilius
(...) Das hat mir aber bei den Frauen
keine Pluspunkte verschafft, ich war damals schon zu fett und haesslich.
Ich bin ein bisschen wie dir DDR: Da kann man sich schoen machen wie man
will, es will einen doch keiner.
Es ist natürlich immer schade, von solchen Schicksalen zu lesen, aber, es muß
auch nicht sein.

Peter
Thomas Homilius
2019-11-19 16:17:53 UTC
Antworten
Permalink
Post by Veith
Ja, das bin ich. (...)
Meine PKZ der DDR ist 190972428217, ein DDR-Experte weiss, wie er diese
zu interpretiern hat.
https://de.soc.arbeitslos.narkive.com/LeJnhkMt/namensanmassung-gegen-thomas-homilius
Ich habe diesen Thread hier tatsaechlich eroeffnet. Aber du hast Recht,
am besten man signiert alle seine Posts mit PGP, wie ich das getan habe.
Es tauchen immer mal wieder boehse Menschen auf, die meinen Namen
benutzen und sogar Vertraege in meinem Namen abschliessen, obwohl
letzteres hatte ich lannge nicht mehr.

Am 26 Maerz 1990 habe ich noch meinen NVA-Wehrdienstausweis erhalten.
Den habe ich schon vor laengerer Zeit mal hochgeladen:
<https://www.flickr.com/photos/thomhom2003/>
Ich hatte mich eigentlich nicht zu einer Offizierlaufbahn der NVA
verpflichtet. Weiss der Geier, warum die den NVA-Wehrdienstausweis mir
noch gegeben haben!

Wahrscheinlich bin ich der letzte NVA-Soldat, habe es aber nicht mehr
zur Ausbildung bei der NVA geschafft. Ich musste zur Bundeswehr, Bei der
Bundeswehr waren im Jahr 1991/1992 noch viele ehemalige
NVA-(Unter-)Offiziere anwesend, die man in die Bundeswehr uebernommen
hatte. Frauen hatten damals bei der Bundeswehr schlechte Karten.

Meine Wehrpflichtzeit bei der Bundeswehr:
<https://thomashomilius.blogspot.com/2019/09/19911992-bundeswehrzeit-von-thomas.html>
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Chr. Maercker
2019-11-19 16:17:39 UTC
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Post by Thomas Homilius
Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine. Ich war sogar
so naiv, dass ich von der Existenz der Stasi nichts mitbekommen habe.
Direkt wahrnehmbar war sie auch selten. Für mich am ehesten innerhalb
der NVA.
Post by Thomas Homilius
Schon gar nicht wuerde ich mich als Stasiopfer bezeichnen.
Dito, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass mir eine Opferrente zustünde. ;-)
Post by Thomas Homilius
Was mich an der DDR gestoert hat, ist der Duft von verbrannten
schwefelhaltigen Braunkohlebriketts. Diese Briketts wurden noch in
Altbauten zur Heizung im Winter verwendet.
Den Geschmack von schwefliger Säure auf der Zunge habe ich in unguter
Erinnerung. Wobei ich nicht weiß, ob das in allen Städten so war. Auch
in Halle kam es nur im Spätherbst, bei Nebel vor, Smog in Reinkultur.
Verglichen mit einigen Ausdünstungen der Chemiekombinate war das aber
ziemlich harmlos. Und es waren evtl. weniger die Briketts, die den Smog
verursachten: Briketts brennen ganz gut, aber feuchte Rohbraunkohle,
verschwelt in Kesseln, die für das Verbrennen von Steinkohle(nkoks)
gebaut waren, das war Energieverschwendung + Umweltverschmutzung par
excellance.
Post by Thomas Homilius
Die Autoabgase haben mich nicht so gestoert, es gab ja nicht so
viele Autos in der DDR.
Was vor allem die Trabis an verbranntem Öl und viele Trecker/LKW an
Dieselruß rausgerotzt haben, war auch nicht ohne.
Post by Thomas Homilius
Was auch zu kotzen war: Es war immer alles alle. Du gehst in die
HO-Kaufhalle und willst dir Zwieback kaufen, weil das alle machen und da
war der Zwieback alle, es gibt keinen Zwieback mehr zu kaufen, alles
schon weg!
Hier gips keine Wurst, keine Schuhe gips im Laden nebenan!
Post by Thomas Homilius
In Erinnerung geblieben ist mir die 'Schlager-Suesstafel' als
Schokoladenersatzprodukt mit einem Kakaogehalt von nur 7%, die hat mir
durchaus geschmeckt.
ACK, erstaunlich. Allemal besser als jene Vollmilch-Schokolade, von der
man/frau garantiert nicht zuviel gegessen hat, weil man/frau dran
erstickt wäre. ;-)
Post by Thomas Homilius
Ab 1988 hatte ich sogar ein Motorrad, eine ETZ150, ein Zweitakter aus
Zschopau, die fuhr bis zu 110 km/h.
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten. Wat'n Glück. Bis
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu transportieren.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Gunter Kühne
2019-11-20 11:14:21 UTC
Antworten
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Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
Offiziellen Kontakt zur Stasi, dem MfS, hatte ich keine. Ich war sogar
so naiv, dass ich von der Existenz der Stasi nichts mitbekommen habe.
Direkt wahrnehmbar war sie auch selten. Für mich am ehesten innerhalb
der NVA.
Post by Thomas Homilius
Schon gar nicht wuerde ich mich als Stasiopfer bezeichnen.
Dito, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass mir eine Opferrente zustünde. ;-)
Post by Thomas Homilius
Was mich an der DDR gestoert hat, ist der Duft von verbrannten
schwefelhaltigen Braunkohlebriketts. Diese Briketts wurden noch in
Altbauten zur Heizung im Winter verwendet.
Den Geschmack von schwefliger Säure auf der Zunge habe ich in unguter
Erinnerung. Wobei ich nicht weiß, ob das in allen Städten so war. Auch
in Halle kam es nur im Spätherbst, bei Nebel vor, Smog in Reinkultur.
Verglichen mit einigen Ausdünstungen der Chemiekombinate war das aber
ziemlich harmlos. Und es waren evtl. weniger die Briketts, die den Smog
verursachten: Briketts brennen ganz gut, aber feuchte Rohbraunkohle,
verschwelt in Kesseln, die für das Verbrennen von Steinkohle(nkoks)
gebaut waren, das war Energieverschwendung + Umweltverschmutzung par
excellance.
Post by Thomas Homilius
Die Autoabgase haben mich nicht so gestoert, es gab ja nicht so
viele Autos in der DDR.
Statistich gesehen stimmte das spätestens ab 1985 nicht mehr.
Es waren weniger als in der alten BRD aber mehr als in anderen
sogenannten demokratischen Staaten.
Post by Chr. Maercker
Was vor allem die Trabis an verbranntem Öl und viele Trecker/LKW an
Dieselruß rausgerotzt haben, war auch nicht ohne.
Momentan wird ja von unseren guten Qualitätsjournalisten postuiert das
eigentlich der Trabbi eines der Saubersten Autos in der deutschen
Geschichte war.
( Natürlich Zeitgemäß verglichen CO² Ausstoß :) )
( Ich vermute mal dsen P 70 oder den P50 hat man gar nicht einbezogen;( )
Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
Was auch zu kotzen war: Es war immer alles alle. Du gehst in die
HO-Kaufhalle und willst dir Zwieback kaufen, weil das alle machen und da
war der Zwieback alle, es gibt keinen Zwieback mehr zu kaufen, alles
schon weg!
Hier gips keine Wurst, keine Schuhe gips im Laden nebenan!
Ich sag ja, ihr müsst zum Teil in einer anderen DDR gelebt haben.
Das soll nicht heißen das es nicht doch ab und an mal was nicht gab,
aber nie alles zur gleichen Zeit wie hier meist postuliert.
Du bekamst Freitags 18,30 durchaus Wurst zu kaufen, aber eben nicht
alle Sorten.

Dosen gabs immer,Schmalzfleisch auch.
Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
In Erinnerung geblieben ist mir die 'Schlager-Suesstafel' als
Schokoladenersatzprodukt mit einem Kakaogehalt von nur 7%, die hat mir
durchaus geschmeckt.
ACK, erstaunlich. Allemal besser als jene Vollmilch-Schokolade, von der
man/frau garantiert nicht zuviel gegessen hat, weil man/frau dran
erstickt wäre. ;-)
ieee
habe beides nicht gemocht.
OK war auch älter wie ihr.
Ich liebte die Schogetten aus halbbitter Schokolade.
( Glaube Rotstern stellte die her.)
Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
Ab 1988 hatte ich sogar ein Motorrad, eine ETZ150, ein Zweitakter aus
Zschopau, die fuhr bis zu 110 km/h.
Also vom Star über MZ ES 125 zur Java 350. bis 1980.
Ab da PKW erst W312 Camping dann nur noch SU also Wolga Mossis mehrere,
ja und dann Opel Rekord.
Naja im Verhältnis zum 2140 hats mich auch nicht vom Hocker gehauen.
Das erste richtig gute Auto war 1992 ein SAAB 900.
( Da wusste man das Techniker anderer Länder auch nicht blöd sind.)
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.

als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
ja und naja :-(
Die Dame auf der Otto- Buchwitzstr in DD hatte dabei ein Grinsen im
Gesicht :-(



Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
MfG

Und schönen Feiertag.
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2019-11-20 12:07:23 UTC
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Gunter Kühne wrote:
[Autoabgase haben nicht so gestoert, es gab nicht so viele Autos in der DDR]
Post by Gunter Kühne
Statistich gesehen stimmte das spätestens ab 1985 nicht mehr.
FULL ACK, die ersten Staus habe ich 1977 in Leipzig gesehen, nicht nur
während der Messezeit.
Post by Gunter Kühne
Es waren weniger als in der alten BRD aber mehr als in anderen
sogenannten demokratischen Staaten.
Und weit mehr als in etlichen undemokratischen Staaten. Zudem ohne Kat
und ein Großteil mit Gemisch 1:33 bzw. 1:50 im Tank.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Was vor allem die Trabis an verbranntem Öl und viele Trecker/LKW an
Dieselruß rausgerotzt haben, war auch nicht ohne.
Momentan wird ja von unseren guten Qualitätsjournalisten postuiert das
eigentlich der Trabbi eines der Saubersten Autos in der deutschen
Geschichte war.
( Natürlich Zeitgemäß verglichen CO² Ausstoß :) )
( Ich vermute mal dsen P 70 oder den P50 hat man gar nicht einbezogen;( )
Allenfalls dank der geringen Motorleistung. Der Spritverbrauch gerade
vom Trabi war eine Katastrophe. Wartburgs ließen sich hingegen relativ
sparsam fahren.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Hier gips keine Wurst, keine Schuhe gips im Laden nebenan!
Ich sag ja, ihr müsst zum Teil in einer anderen DDR gelebt haben.
Ich lebte im größeren Teil, wo der obige Witz kursierte. Bewohner von
Wandlitz und Umgebung haben ihn evtl. nicht verstanden.
Post by Gunter Kühne
Das soll nicht heißen das es nicht doch ab und an mal was nicht gab,
aber nie alles zur gleichen Zeit wie hier meist postuliert.
 Du bekamst Freitags 18,30 durchaus Wurst zu kaufen, aber eben nicht
alle Sorten.
Donnerstag nachmittags gab es in Delitzsch sogar Ur-Krostitzer Helles.
Aber wirklich nur an dem Tag und nur bis 1983. Nur Dessauer Pferdepisse
gabs immer und überall, beinahe wie heute Bitburger, Warsteiner, Jever &
Co. Speziell bei Bier war das Angebot einiger Supermärkte bis vor ca.
zehn Jahren deutlich besser als später.
Post by Gunter Kühne
Dosen gabs immer,Schmalzfleisch auch.
Schnaps auch. Nur keine Nägel und keine Ersatzteile, egal für welche
Gerätschaft. Lebendär war der Trabi-Auspuff, aber nur deswegen, weil die
DDR-Gesellschaft genauso autogeil war wie im anderen Deutschland. Mit
Fahrradteilen u.v.a. war es kein Deut besser.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
In Erinnerung geblieben ist mir die 'Schlager-Suesstafel' als
Schokoladenersatzprodukt mit einem Kakaogehalt von nur 7%, die hat mir
durchaus geschmeckt.
ACK, erstaunlich. Allemal besser als jene Vollmilch-Schokolade, von der
man/frau garantiert nicht zuviel gegessen hat, weil man/frau dran
erstickt wäre. ;-)
ieee
 habe beides nicht gemocht.
OK war auch älter wie ihr.
Ich liebte die Schogetten aus halbbitter Schokolade.
( Glaube Rotstern stellte die her.)
ACK, die machte sich auch verdammt rar. War aber dank Westpaketen kein
ernsthaftes Problem. ;-)
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
Weil wir wussten, warum der Wartburg seinen Namen hatte. Und außerdem
war es für viele eine Preisfrage, nicht alle verdienten so gut wie
Schichtarbeiter, Handwerker oder im Staatsapparat.
Post by Gunter Kühne
 meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.
als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
Was beim Skoda wohl kaum die halbe Miete war, WIMRE. Oder war der
Post by Gunter Kühne
 ja und naja :-(
Die Dame auf der Otto- Buchwitzstr in DD hatte dabei ein Grinsen im
Gesicht :-(
Oder meinte die doch eher D-Marks?
Post by Gunter Kühne
 Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu
transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
Auto bin ich das letzte mal 1999 gefahren.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Gunter Kühne
2019-11-20 12:55:24 UTC
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Post by Chr. Maercker
[Autoabgase haben nicht so gestoert, es gab nicht so viele Autos in der DDR]
Post by Gunter Kühne
Statistich gesehen stimmte das spätestens ab 1985 nicht mehr.
FULL ACK, die ersten Staus habe ich 1977 in Leipzig gesehen, nicht nur
während der Messezeit.
Post by Gunter Kühne
Es waren weniger als in der alten BRD aber mehr als in anderen
sogenannten demokratischen Staaten.
Und weit mehr als in etlichen undemokratischen Staaten. Zudem ohne Kat
und ein Großteil mit Gemisch 1:33 bzw. 1:50 im Tank.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Was vor allem die Trabis an verbranntem Öl und viele Trecker/LKW an
Dieselruß rausgerotzt haben, war auch nicht ohne.
Momentan wird ja von unseren guten Qualitätsjournalisten postuiert das
eigentlich der Trabbi eines der Saubersten Autos in der deutschen
Geschichte war.
( Natürlich Zeitgemäß verglichen CO² Ausstoß :) )
( Ich vermute mal dsen P 70 oder den P50 hat man gar nicht einbezogen;( )
Allenfalls dank der geringen Motorleistung. Der Spritverbrauch gerade
vom Trabi war eine Katastrophe. Wartburgs ließen sich hingegen relativ
sparsam fahren.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Hier gips keine Wurst, keine Schuhe gips im Laden nebenan!
Ich sag ja, ihr müsst zum Teil in einer anderen DDR gelebt haben.
Ich lebte im größeren Teil, wo der obige Witz kursierte. Bewohner von
Wandlitz und Umgebung haben ihn evtl. nicht verstanden.
Post by Gunter Kühne
Das soll nicht heißen das es nicht doch ab und an mal was nicht gab,
aber nie alles zur gleichen Zeit wie hier meist postuliert.
 Du bekamst Freitags 18,30 durchaus Wurst zu kaufen, aber eben nicht
alle Sorten.
Donnerstag nachmittags gab es in Delitzsch sogar Ur-Krostitzer Helles.
Aber wirklich nur an dem Tag und nur bis 1983. Nur Dessauer Pferdepisse
gabs immer und überall, beinahe wie heute Bitburger, Warsteiner, Jever &
Co. Speziell bei Bier war das Angebot einiger Supermärkte bis vor ca.
zehn Jahren deutlich besser als später.
Post by Gunter Kühne
Dosen gabs immer,Schmalzfleisch auch.
Schnaps auch. Nur keine Nägel und keine Ersatzteile, egal für welche
Gerätschaft. Lebendär war der Trabi-Auspuff, aber nur deswegen, weil die
DDR-Gesellschaft genauso autogeil war wie im anderen Deutschland. Mit
Fahrradteilen u.v.a. war es kein Deut besser.
Also bis 1972 hatte ich mit Fahrradteilen kein Problem.
Später mit Moped oder Autos auch keins.
( Ausgenommen die Java da gabs wirklich Probleme.)
bei allem anderen war es höchstens eine Frage von 1-2 Wochen
Speziealteile zu bekommen. ( Man brauchte eben auch Zeit.)
Ich kann mich an nichts erinnern , was sich nicht beschaffen ließe.
( Gut die Kiste mit den Kolben und zubehörteilen für den Wolgamotor M21
hat paar tage gebraucht, und die Schleiferei hat auch nicht sofort
losgelegt sondern ich musste auch ne Woche warten ehe ich ihn bekam.
( 408 Motor damals ebenso ca 14 Tage.)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Thomas Homilius
In Erinnerung geblieben ist mir die 'Schlager-Suesstafel' als
Schokoladenersatzprodukt mit einem Kakaogehalt von nur 7%, die hat mir
durchaus geschmeckt.
ACK, erstaunlich. Allemal besser als jene Vollmilch-Schokolade, von der
man/frau garantiert nicht zuviel gegessen hat, weil man/frau dran
erstickt wäre. ;-)
ieee
 habe beides nicht gemocht.
OK war auch älter wie ihr.
Ich liebte die Schogetten aus halbbitter Schokolade.
( Glaube Rotstern stellte die her.)
ACK, die machte sich auch verdammt rar. War aber dank Westpaketen kein
ernsthaftes Problem. ;-)
Ich hatte keine Westpakete!!
Ich habe die immer auf dem Neustädter Bahnhof im Mitropa Kiosk gekauft.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern das es keine gab.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
Weil wir wussten, warum der Wartburg seinen Namen hatte. Und außerdem
war es für viele eine Preisfrage, nicht alle verdienten so gut wie
Schichtarbeiter, Handwerker oder im Staatsapparat.
Post by Gunter Kühne
 meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.
als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
Was beim Skoda wohl kaum die halbe Miete war, WIMRE. Oder war der
deutlich billiger als Wartburg?
wartburg ohne alles 23 tm
Skoda s100 19 tm
der Spätere S 120 kam 26 tm.
Mosi , 18 tm

Immerhin, es wurden DDR-Marks verlangt:
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
 ja und naja :-(
Die Dame auf der Otto- Buchwitzstr in DD hatte dabei ein Grinsen im
Gesicht :-(
Oder meinte die doch eher D-Marks?
Nöö

Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto 50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
 Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu
transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
Auto bin ich das letzte mal 1999 gefahren.
Ich sag ja, andere DDR, weit weg von Berlin.
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.

MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2019-11-21 12:10:42 UTC
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Post by Gunter Kühne
Also bis 1972 hatte ich mit Fahrradteilen kein Problem.
Bis etwa zu diesem Zeitraum könnte es sogar zutreffen. Seltsamerweise
(bezeichnenderweise?) verschlechterte sich das mit dem Konsumgüter-Furz
vom Honnecker. Wahrscheinlich hing es aber mehr mit der Verstaatlichung
größerer Privatbetriebe 1973 zusammen. Die waren häufig Zulieferer von
Kleinteilen.
Post by Gunter Kühne
Später mit Moped oder Autos auch keins.
Damit hatte ich mangels Mopped/Auto auch kein Problem. ;-)
Post by Gunter Kühne
bei allem anderen war es höchstens eine Frage von 1-2 Wochen
Speziealteile zu bekommen. ( Man brauchte eben auch Zeit.)
Es war ja leider nicht so, dass man sich hätte drauf verlassen können,
dann und dann gips die betr. Mangelware wieder. Irknwann tauchte
zufällig irknwas auf. Wer zum Tag X nicht zuschlagen konnte hatte Pech.
Post by Gunter Kühne
Ich kann mich an nichts erinnern , was sich nicht beschaffen ließe.
Och, da wüsste ich schon einiges und noch viel mehr, was sich nur auf
mehr oder weniger krummen Wegen beschaffen ließ.
Post by Gunter Kühne
( Gut die Kiste mit den Kolben und zubehörteilen für den Wolgamotor M21
hat paar tage gebraucht, und die Schleiferei hat auch nicht sofort
losgelegt sondern ich musste auch ne Woche warten ehe ich ihn bekam.
( 408 Motor damals ebenso ca 14 Tage.)
Wenn es nur 2..3 Wochen gewesen wären! Ich habe damals durchaus in
Monaten oder Jahren gerechnet bzw. gar nicht, weil es eben so zufällig
war. Eher wurde gehamstert, *wenn* es mal was gab oder notfalls was im
Betrieb abgezweigt. Dort gammelten oft genug Sachen rum, die woanders
dringend gebraucht wurden.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
ACK, die machte sich auch verdammt rar. War aber dank Westpaketen kein
ernsthaftes Problem. ;-)
Ich hatte keine Westpakete!!
Wir auch nur 2..4/Jahr. Die haben aber vor allem den Speisezettel
bereichert, Schrauben, Nägel etc. haben wir uns keine schicken lassen,
sondern dick bevorratet, wenn es zufällig mal bei HO, Konsum, BHG oder
im Betrieb welche gab.
Post by Gunter Kühne
Ich habe die immer auf dem Neustädter Bahnhof im Mitropa Kiosk gekauft.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern das es keine gab.
Vollmilch-Zeugs stand fast immer in den Regalen, da bin ich mir auch
ziemlich sicher.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
Weil wir wussten, warum der Wartburg seinen Namen hatte. Und außerdem
war es für viele eine Preisfrage, nicht alle verdienten so gut wie
Schichtarbeiter, Handwerker oder im Staatsapparat.
Post by Gunter Kühne
  meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.
als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
Was beim Skoda wohl kaum die halbe Miete war, WIMRE. Oder war der
deutlich billiger als Wartburg?
wartburg ohne alles 23 tm
Skoda s100 19 tm
der Spätere S 120 kam 26 tm.
OK also gleiche Größenordnung. War mir auch so in Erinnerung.
Post by Gunter Kühne
Mosi , 18 tm
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Gemeint ist <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412>
nehme ich an. Wir hatten den Vorgänge, Mod. 410, Opel Rekord Nachbau.
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen. Der 412er mag besser gewesen sein, aber so ein
Negativ-Image hält sich zäh, gerade bei Autos, die damals teuer und
langlebig waren (bzw. sein sollten).
Post by Gunter Kühne
Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto  50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Wirklich? Warum wurde es dann nicht gemacht? Viele Leute hatten
ausreichend auf hoher Kante. Es fehlte nur noch das Auto dazu. ;-)
Post by Gunter Kühne
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Ein Geschäftsmodell, welches 1990 schlagartig zusammenbrach. Und warum?
Weil es plötzlich *tatsächlich* Autos nach 14 Tagen Lieferzeit gab. Oder
noch schneller.
Post by Gunter Kühne
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen? Und wenn ja,
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden? Mir scheint, da wird umgekehrt ein Schuh draus: Angebot
und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenigstens im informellen Sektor
funktionierte Marktwirtschaft sogar in der DDR / Ostblock.
Möglicherweise sogar näher am Ideal der selbigen als heute, wo immer
größere Multis die Wirktschaft diktieren.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
  Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
Auto bin ich das letzte mal 1999 gefahren.
Ich sag ja, andere DDR, weit weg von Berlin.
Wobei Ostberlin/HdDDR für Fahrrad zwar schon recht groß, aber noch
machbar war/ist. Je nachdem, wo man hin muss. In Städten der Größe von
Halle, aber auch Leipzig geht es sowieso, ähnlich flott wie mit Auto und
deutlich schneller als ÖPNV.
Post by Gunter Kühne
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.
Naja, vielleicht Abf Straußberg oder so ...
Zwischen Halle, Magdeburg und Leipzig fahren die Züge heute entschieden
schneller als zu DR-Zeiten. Und man weiß sogar wann, ohne ständig im
Fahrplan blättern zu müssen.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-21 12:54:38 UTC
Antworten
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
bei allem anderen war es höchstens eine Frage von 1-2 Wochen
Speziealteile zu bekommen. ( Man brauchte eben auch Zeit.)
Es war ja leider nicht so, dass man sich hätte drauf verlassen können,
dann und dann gips die betr. Mangelware wieder. Irknwann tauchte
zufällig irknwas auf.
Deswegen wurde ja nach der Devise SKET gehandelt die schlußendlich
dafür verantwortlich war, daß alles aus den Läden umgehend in die
private Lagerhaltung überführt wurde.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß sich die Genossen der
Staatlichen Plankommission auch oft verwundert die Augen gerieben
haben: Man hatte $ERSATZTEIL wirklich ausreichend geplant,
Produktionskapazitäten bereitgestellt, produziert und ausgeliefert -
und trotzdem war $ERSATZTEIL nirgends zu bekommen.
Post by Chr. Maercker
Wer zum Tag X nicht zuschlagen konnte hatte Pech.
Keine Arme, keine Kekse.
Post by Chr. Maercker
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen?
Die DDR produzierte so runde 165.000 Autos im Jahr. Bei 17 Mio.
Einwohnern kann man so von runden 5 Mio. Haushalten ausgehen. Es mag
jeder selbst ausrechnen, alle wieviel Jahre jedem Haushalt ein neues
Auto "zugestanden" hätte.

Irgendwelche Anzahlereien hätten am Dilemma nichts geändert. Die paar
Import-Fahrzeuge auch nicht.
Post by Chr. Maercker
Und wenn ja,
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden? Mir scheint, da wird umgekehrt ein Schuh draus: Angebot
und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenigstens im informellen Sektor
funktionierte Marktwirtschaft sogar in der DDR / Ostblock.
Es gibt keinen Grund für die Annahme, daß sie nicht funktioniert
hätte.
Chr. Maercker
2019-11-21 17:06:23 UTC
Antworten
Permalink
Post by Lars Gebauer
Deswegen wurde ja nach der Devise SKET gehandelt die schlußendlich
dafür verantwortlich war, daß alles aus den Läden umgehend in die
private Lagerhaltung überführt wurde.
Nach 1990 ließ diese Lagerhaltung schlagartig nach. Das lag nicht nur an
den steigenden Mieten, Wohnraum war schon vorher knapp. ;-)
Post by Lars Gebauer
Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß sich die Genossen der
Staatlichen Plankommission auch oft verwundert die Augen gerieben
haben: Man hatte $ERSATZTEIL wirklich ausreichend geplant,
Produktionskapazitäten bereitgestellt, produziert und ausgeliefert -
und trotzdem war $ERSATZTEIL nirgends zu bekommen.
Irknwann setzt eine Sättigung ein. Soweit haben es die Genossen der
Staatlichen Plankommission aber nie getrieben.
Post by Lars Gebauer
Die DDR produzierte so runde 165.000 Autos im Jahr. Bei 17 Mio.
Einwohnern kann man so von runden 5 Mio. Haushalten ausgehen. Es mag
jeder selbst ausrechnen, alle wieviel Jahre jedem Haushalt ein neues
Auto "zugestanden" hätte.
Ein gut Teil jener 165.000 Autos wurde in aller Herren Länder
exportiert. In welchem Zeitraum lag der Produktionssaustoß übrigens in
dieser Größenordnung? Weil ich mich gerade erinnere, in einem Auto
Katalog aus der BRD, Mitte 1960er, sowohl Wartburgs als auch 600er
Trabis gesehen zu haben, letztere für DM 3.500,-. Keine Ahnung, wieviele
gegen DM verkauft wurden. Die meisten Exporte gingen aber in die
Bruderländer, evtl. auch in die dritte Welt.
BTW: Kuba hat keine Wartburgs und Trabis bekommen oder warum fahren dort
noch so viele Ami-Oldtimer?
Post by Lars Gebauer
Irgendwelche Anzahlereien hätten am Dilemma nichts geändert. Die paar
Import-Fahrzeuge auch nicht.
Das willich meinen.
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Und wenn ja,
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden? Mir scheint, da wird umgekehrt ein Schuh draus: Angebot
und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenigstens im informellen Sektor
funktionierte Marktwirtschaft sogar in der DDR / Ostblock.
Es gibt keinen Grund für die Annahme, daß sie nicht funktioniert
hätte.
Allerdings. Jedenfalls dort, wo sie angewandt wurde.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-21 18:25:49 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Die DDR produzierte so runde 165.000 Autos im Jahr. Bei 17 Mio.
Einwohnern kann man so von runden 5 Mio. Haushalten ausgehen. Es mag
jeder selbst ausrechnen, alle wieviel Jahre jedem Haushalt ein neues
Auto "zugestanden" hätte.
Ein gut Teil jener 165.000 Autos wurde in aller Herren Länder
exportiert. In welchem Zeitraum lag der Produktionssaustoß übrigens in
dieser Größenordnung?
So schräg übern Daumen über die gesamte Zeit ihrer Existenz.

Über die gesamte Zeit ihrer Existenz ging es den DDR-Autoleuten auch
immer wieder darum, den Ausstoß mindestens zu verdoppeln. Allerdings
führte die Beantragung der hierzu notwendigen Invest-Mittel jedes mal
fast automatisch zu einer Politbüro-Vorlage. Und dort wurde jedesmal
völlig erschrocken abgewunken.
Post by Chr. Maercker
Weil ich mich gerade erinnere, in einem Auto
Katalog aus der BRD, Mitte 1960er, sowohl Wartburgs als auch 600er
Trabis gesehen zu haben, letztere für DM 3.500,-. Keine Ahnung, wieviele
gegen DM verkauft wurden.
Wartburgs wurden auch nach UK verkauft und, iirc, nach Belgien und in
die Niederlande. Das nahm aber ab Anfang der 70er dramatisch ab. Der
Grund dafür war der 2-Takt-Motor, der einfach nicht mehr vermittelbar
war.

Ende der 50er wurde sogar ein Vertrieb in die USA geplant. Es gab
schon Verträge mit US-Händlern. Das scheiterte aber auch am Motor.
Kein Wunder wenn man sieht, was dort um diese Zeit für Motoren en
vogue waren. War ein ziemliches Minus-Geschäft, weil die schon
produzierten Vorführ-Fahrzeuge aufwändig nach US-Vorschiften
umgerüstet worden waren. Und dort dann letztlich auf dem Schrott
landeten.
Chr. Maercker
2019-11-22 06:37:13 UTC
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Post by Lars Gebauer
So schräg übern Daumen über die gesamte Zeit ihrer Existenz.
Ab Ende 1950 würde ich mitgehen. Vorher war die Industrie noch zu sehr
im Wiederaufbau.
Post by Lars Gebauer
Über die gesamte Zeit ihrer Existenz ging es den DDR-Autoleuten auch
immer wieder darum, den Ausstoß mindestens zu verdoppeln. Allerdings
führte die Beantragung der hierzu notwendigen Invest-Mittel jedes mal
fast automatisch zu einer Politbüro-Vorlage. Und dort wurde jedesmal
völlig erschrocken abgewunken.
Wenn sie das mal wirklich durchgezogen und vor allem sinnvoll begründet
hätten ... die DDR bzw. der gesamte Realsoz. hatte gute Startbedingungen
für ökologisches Wirtschaften, nicht nur beim Autoverkehr auch bei der
chronisch klammen Energieversorgung. Letztere betraf natürlich die DDR
im speziellen, die UdSSR und Polen kaum. evtl. aber auch Ungarn und
Bulgarien.
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Weil ich mich gerade erinnere, in einem Auto
Katalog aus der BRD, Mitte 1960er, sowohl Wartburgs als auch 600er
Trabis gesehen zu haben, letztere für DM 3.500,-. Keine Ahnung, wieviele
gegen DM verkauft wurden.
Wartburgs wurden auch nach UK verkauft und, iirc, nach Belgien und in
die Niederlande. Das nahm aber ab Anfang der 70er dramatisch ab.
Nachvollziehbar, dass sich die 311er mit ihrem damals Top-Design weit
besser verkaufen ließen als die Pappschachteln. Die wollten nur die
Amis, als Aschenbecher für ihre Straßenkreuzer. ;-)
Post by Lars Gebauer
Grund dafür war der 2-Takt-Motor, der einfach nicht mehr vermittelbar
war.
ACK, auch der wurde nicht groß weiterentwickelt. Evtl. war aber wirklich
Ende der Fahnenstange erreicht. Das Design des Wartburg 353 war zwar
auch ganz ordentlich, stach aber international nicht so raus wie der 311.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Lars Gebauer
2019-11-22 10:10:24 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Über die gesamte Zeit ihrer Existenz ging es den DDR-Autoleuten auch
immer wieder darum, den Ausstoß mindestens zu verdoppeln. Allerdings
führte die Beantragung der hierzu notwendigen Invest-Mittel jedes mal
fast automatisch zu einer Politbüro-Vorlage. Und dort wurde jedesmal
völlig erschrocken abgewunken.
Wenn sie das mal wirklich durchgezogen und vor allem sinnvoll begründet
hätten ...
Das wurde durchgezogen und auch begründet. Mehrfach. Ergebnis siehe
oben.

Ob "sinnvoll" ... Einer der AWE-Ingenieure, die an diesen Sachen
beteiligt waren, meinte mal sinng. daß es vielleicht besser gewesen
wäre, nicht jedesmal ein Großprojekt vorzuschlagen sondern das auf
mehrere kleinere Projekte aufzuteilen. Das hätte zwar länger gedauert
und wäre (noch) teurer gekommen aber die Chance, damit beim Politbüro
durchzukommen, wäre eventuell größer gewesen.
Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Weil ich mich gerade erinnere, in einem Auto
Katalog aus der BRD, Mitte 1960er, sowohl Wartburgs als auch 600er
Trabis gesehen zu haben, letztere für DM 3.500,-. Keine Ahnung, wieviele
gegen DM verkauft wurden.
Wartburgs wurden auch nach UK verkauft und, iirc, nach Belgien und in
die Niederlande. Das nahm aber ab Anfang der 70er dramatisch ab.
Nachvollziehbar, dass sich die 311er mit ihrem damals Top-Design weit
Ende der 60er gings da um den 353.
Post by Chr. Maercker
ACK, auch der wurde nicht groß weiterentwickelt.
Er wurde.

Konrad von F. legte Anfang der 80er einen 3-Zylinder-4-Takter vor, der
ohne große Änderungen in den Wartburg 353 paßte. Aber da hatte man
sich seitens des Politbüros schon unverrückbar auf VW festgelegt.
Post by Chr. Maercker
Evtl. war aber wirklich
Ende der Fahnenstange erreicht. Das Design des Wartburg 353 war zwar
auch ganz ordentlich, stach aber international nicht so raus wie der 311.
Genau umgekehrt. Der 353 war der formgestalterisch revolutionäre PKW.
Peter Veith
2019-11-22 15:29:45 UTC
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Post by Chr. Maercker
... die DDR bzw. der gesamte Realsoz. hatte gute Startbedingungen
für ökologisches Wirtschaften, (...)
ACK, ebenso in Burkina Faso und insbesondere in der Sahelzone.

Will sagen, sobald Du eine Industrie aufbauen willst / mußt, um der
Bevölkerung ein lebenswertes Leben zu bieten und das fängt bei "Fleisch
für alle!" an, verbrauchst Du mehr Umwelt, als nachwächst.

Siehe auch Tigerstaaten, China et al.

HINT
Veith
--
Ist auch besser so, wenn das Schäfchen nicht weiß, was
der Bauer im Sinne führt.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Chr. Maercker
2019-11-25 11:34:19 UTC
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Peter Veith wrote:
[... die DDR bzw. der gesamte Realsoz. hatte gute Startbedingungen für
ökologisches Wirtschaften]
Post by Peter Veith
ACK, ebenso in Burkina Faso und insbesondere in der Sahelzone.
Du willst jetzt aber nicht behaupten, die DDR hätte 1989 schon
Entwicklungslandniveau gehabt? Auf dem besten Weg dorthin war sie zwar,
aber derlei Einschätzungen würde ich nicht ausgerechnet hierzugroups
erwarten. ;-)
Post by Peter Veith
Will sagen, sobald Du eine Industrie aufbauen willst / mußt, um der
Bevölkerung ein lebenswertes Leben zu bieten und das fängt bei "Fleisch
für alle!" an, verbrauchst Du mehr Umwelt, als nachwächst.
Wenn es *damit* anfängt, dann garantiert. Irgend eine Idee, wie sich
dieser Konflikt zwischen Verbrauch und vorhandenen Ressourcen lösen
lässt, außer Aussterben?
Post by Peter Veith
Siehe auch Tigerstaaten, China et al.
Den Chinesen scheint zu schwanen, dass es langsam eng wird. Obwohl sie
nur einen Teil der Fehler der europäisch-amerikanischen
Industrialisierung wiederholt haben, aber in einem historisch kurzen
Zeitraum und mit 1,4 Mrd Menschen.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-25 13:42:40 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Peter Veith
Will sagen, sobald Du eine Industrie aufbauen willst / mußt, um der
Bevölkerung ein lebenswertes Leben zu bieten und das fängt bei "Fleisch
für alle!" an, verbrauchst Du mehr Umwelt, als nachwächst.
Wenn es *damit* anfängt, dann garantiert. Irgend eine Idee, wie sich
dieser Konflikt zwischen Verbrauch und vorhandenen Ressourcen lösen
lässt,
Nein. Du kannst ihn auf der Erde bestenfalls verzögern. Oder im Weltraum
stetig neue Ressourcen nutzbar machen.
Post by Chr. Maercker
Den Chinesen scheint zu schwanen, dass es langsam eng wird.
Wer weiß das schon. Wenn der allg. Wohlstand erstmal ein gewisses
Niveau erreicht hat, dann kommt die Idee, daß Industrie auch "in
sauber" geht, quasi von alleine. Dafür braucht's keinen Klimawandel
oder spinnerte Parteien.
Post by Chr. Maercker
Obwohl sie
nur einen Teil der Fehler der europäisch-amerikanischen
Industrialisierung wiederholt haben,
Welche "Fehler" wären das? Hättest Du's damals besser gewußt?
Post by Chr. Maercker
aber in einem historisch kurzen
Zeitraum und mit 1,4 Mrd Menschen.
Die Chinesen hatten den Vorteil, daß sie bestimmte Entwicklungsphasen
einfach überspringen konnten. "Einholen ohne Überholen", im besten
Sinne des Wortes.
Chr. Maercker
2019-11-25 17:08:30 UTC
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Lars Gebauer wrote:
[Irgend eine Idee, wie sich dieser Konflikt zwischen Verbrauch und
vorhandenen Ressourcen lösen lässt?]
Post by Lars Gebauer
Nein. Du kannst ihn auf der Erde bestenfalls verzögern. Oder im Weltraum
stetig neue Ressourcen nutzbar machen.
Das Zeitfenster, in dem diese offenbar nicht ganz einfache Aufgabe zu
lösen wäre, ist schon verdammt eng geworden. Ganz abgesehen davon, dass
sie selbst einen exorbitant hohen Ressourcenbedarf hat.
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Den Chinesen scheint zu schwanen, dass es langsam eng wird.
Wer weiß das schon. Wenn der allg. Wohlstand erstmal ein gewisses
Niveau erreicht hat, dann kommt die Idee, daß Industrie auch "in
sauber" geht, quasi von alleine. Dafür braucht's keinen Klimawandel
oder spinnerte Parteien.
Eher ist es so, dass der Klimawandel inzwischen spürbar stattfindet und
grüne Parteien Teil der Entwicklung zu grüner Ökonomie sind. Die
heutigen Grünen sind kaum mehr als eine Lobby grüner Kapitalisten.
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Obwohl sie
nur einen Teil der Fehler der europäisch-amerikanischen
Industrialisierung wiederholt haben,
Welche "Fehler" wären das? Hättest Du's damals besser gewußt?
Einige sind inzwischen sogar korrigiert worden, wie Luft- und
Wasserverschmutzung oder Ozonloch und Waldsterben. Und die ganz große
Frage ist doch, ob Industrialisierung zwangsläufig mit solchen
Nebenwirkungen laufen muss oder ob es eine Besonderheit des Modells
Europa/Nordamerika ist. Bisher wird das woanders mehr oder weniger gut
kopiert. Andere Entwicklungen wurden vorhergesagt, z.B. der Klimawandel
vor nunmehr 40 Jahren (bzw. sogar noch weit früher), aber ignoriert. DDR
und UdSSR waren übrigens ein Musterbeispiele, dass es noch schlechter
geht: sehr mäßiges Bruttosozialprodukt bei rekordverdächtiger
Ressourcenverschwendung, insbesondere Energie, Wasser, Luft. Warum
sollte es nicht umgekehrt auch *besser* zu machen sein?
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
aber in einem historisch kurzen
Zeitraum und mit 1,4 Mrd Menschen.
Die Chinesen hatten den Vorteil, daß sie bestimmte Entwicklungsphasen
einfach überspringen konnten. "Einholen ohne Überholen", im besten
Sinne des Wortes.
Eben. Industrialisierung, bei der die halbe Erde draufgeht, ist evtl.
keine historische Notwendigkeit.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Lars Gebauer
2019-11-25 18:28:21 UTC
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Post by Chr. Maercker
[Irgend eine Idee, wie sich dieser Konflikt zwischen Verbrauch und
vorhandenen Ressourcen lösen lässt?]
Post by Lars Gebauer
Nein. Du kannst ihn auf der Erde bestenfalls verzögern. Oder im Weltraum
stetig neue Ressourcen nutzbar machen.
Das Zeitfenster, in dem diese offenbar nicht ganz einfache Aufgabe zu
lösen wäre, ist schon verdammt eng geworden.
Ach. Glaubt man dem Club of Rome, haben wir mehr Zeit als wir
brauchen.
Post by Chr. Maercker
Ganz abgesehen davon, dass
sie selbst einen exorbitant hohen Ressourcenbedarf hat.
Keine Arme, keine Kekse.
Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
aber in einem historisch kurzen
Zeitraum und mit 1,4 Mrd Menschen.
Die Chinesen hatten den Vorteil, daß sie bestimmte Entwicklungsphasen
einfach überspringen konnten. "Einholen ohne Überholen", im besten
Sinne des Wortes.
Eben. Industrialisierung, bei der die halbe Erde draufgeht, ist evtl.
keine historische Notwendigkeit.
Vielleicht doch. Denn manche Erfahrungen müssen einfach gemacht
werden.
Gunter Kühne
2019-11-21 13:55:47 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Also bis 1972 hatte ich mit Fahrradteilen kein Problem.
Bis etwa zu diesem Zeitraum könnte es sogar zutreffen. Seltsamerweise
(bezeichnenderweise?) verschlechterte sich das mit dem Konsumgüter-Furz
vom Honnecker. Wahrscheinlich hing es aber mehr mit der Verstaatlichung
größerer Privatbetriebe 1973 zusammen. Die waren häufig Zulieferer von
Kleinteilen.
Das von Honecker die Kleineren Halbstaatlichen Betriebe zu eliminieren,
war meiner Meinung nach einer der größten Fehler der DDR Wirtschaft.
( Nicht nur in Bezug auf Fahrradteile.)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Später mit Moped oder Autos auch keins.
Damit hatte ich mangels Mopped/Auto auch kein Problem. ;-)
Post by Gunter Kühne
bei allem anderen war es höchstens eine Frage von 1-2 Wochen
Speziealteile zu bekommen. ( Man brauchte eben auch Zeit.)
Es war ja leider nicht so, dass man sich hätte drauf verlassen können,
dann und dann gips die betr. Mangelware wieder. Irknwann tauchte
zufällig irknwas auf. Wer zum Tag X nicht zuschlagen konnte hatte Pech.
Stimmt zum Teil es ging auch anders.
Aber ein großer Teil wurde so sinnlos in Privaten Lagern versteckt.
( Ich kannte auch Leute die Hatten niee einen rabbi aber neue
Auspuffanlagen dafür.
Die vergammelten dann in ihren Kellern.
Es war ne Art Teufelskreislauf.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Ich kann mich an nichts erinnern , was sich nicht beschaffen ließe.
Och, da wüsste ich schon einiges und noch viel mehr, was sich nur auf
mehr oder weniger krummen Wegen beschaffen ließ.
Post by Gunter Kühne
( Gut die Kiste mit den Kolben und zubehörteilen für den Wolgamotor M21
hat paar tage gebraucht, und die Schleiferei hat auch nicht sofort
losgelegt sondern ich musste auch ne Woche warten ehe ich ihn bekam.
( 408 Motor damals ebenso ca 14 Tage.)
Wenn es nur 2..3 Wochen gewesen wären! Ich habe damals durchaus in
Monaten oder Jahren gerechnet bzw. gar nicht, weil es eben so zufällig
war. Eher wurde gehamstert, *wenn* es mal was gab oder notfalls was im
Betrieb abgezweigt. Dort gammelten oft genug Sachen rum, die woanders
dringend gebraucht wurden.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
ACK, die machte sich auch verdammt rar. War aber dank Westpaketen kein
ernsthaftes Problem. ;-)
Ich hatte keine Westpakete!!
Wir auch nur 2..4/Jahr. Die haben aber vor allem den Speisezettel
bereichert, Schrauben, Nägel etc. haben wir uns keine schicken lassen,
sondern dick bevorratet, wenn es zufällig mal bei HO, Konsum, BHG oder
im Betrieb welche gab.
Post by Gunter Kühne
Ich habe die immer auf dem Neustädter Bahnhof im Mitropa Kiosk gekauft.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern das es keine gab.
Vollmilch-Zeugs stand fast immer in den Regalen, da bin ich mir auch
ziemlich sicher.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
Weil wir wussten, warum der Wartburg seinen Namen hatte. Und außerdem
war es für viele eine Preisfrage, nicht alle verdienten so gut wie
Schichtarbeiter, Handwerker oder im Staatsapparat.
Post by Gunter Kühne
  meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.
als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
Was beim Skoda wohl kaum die halbe Miete war, WIMRE. Oder war der
deutlich billiger als Wartburg?
wartburg ohne alles 23 tm
Skoda s100 19 tm
der Spätere S 120 kam 26 tm.
OK also gleiche Größenordnung. War mir auch so in Erinnerung.
Post by Gunter Kühne
Mosi , 18 tm
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Gemeint ist <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412>
nehme ich an.
Wen du das auch nur gelesen hättest,
:(
Wir hatten den Vorgänge, Mod. 410, Opel Rekord Nachbau.
Es gab in der DDR keinen 410.
Opel Rekord ist ab 408 Falsch.
Mal hier schauen unter Moskwietzsch.
Ich Glaube wen ihr wirklich einen 410 hattet, dann wart ihr die einzigen
in der DDR.
Diese Allradversion ist nie Importiert worden.
siehe:http://www.autosoviet.altervista.org/main-english.htm
Post by Chr. Maercker
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen.
Das war bei allen Russen und CSSR Autos so.
Der Skoda hieß ja nicht umsonst " Böhmisch Mährischer Schnellroster"
Du musstest bei allen Autos die in der DDR erhältlich waren ( von
Ausnahmen abgesehen wie VW) ordentliche Rostvorsorge betreiben.
Ich habe 1986 auch mal einen Nagelneuen 353 gesehen der war in den
Innenkotflügeln nicht lackiert.
Auch der Trabbi rostete unter der Pappe wen man nichts machte.

Der 412er mag besser gewesen sein, aber so ein
Post by Chr. Maercker
Negativ-Image hält sich zäh, gerade bei Autos, die damals teuer und
langlebig waren (bzw. sein sollten).
Post by Gunter Kühne
Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto  50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Wirklich? Warum wurde es dann nicht gemacht? Viele Leute hatten
ausreichend auf hoher Kante. Es fehlte nur noch das Auto dazu. ;-)
Viele eben nicht.
Die Sparkassen wussten das.
Es gab ja auf der Kreis und Bezirksebene ab 1987 reichlich Diskussionen
innerhalb der SED darüber.
Berlin hat sich damals durchgesetzt mit , Wir wollen das nicht!!
Damit haben sie indirekt damals schon die Weichen für den Untergang mit
gestellt.

( Ja das war es nicht allein. die Unzufriedenheit von der Spitze bis in
die Peripherie der SED breitete sich selbst da schon aus. , im Grunde
noch eher, wen ich an die Versammlungen beim MDJ denke,1984)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Ein Geschäftsmodell, welches 1990 schlagartig zusammenbrach. Und warum?
Weil es plötzlich *tatsächlich* Autos nach 14 Tagen Lieferzeit gab. Oder
noch schneller.
Genau hätte man nur Organisieren müssen.
Natürlich auch mit Importen.
Fiat hatte ja mal vorgeschlagen eine Große Menge Pandas 750 in die DDR
liefern zu wollen. Bezahlung sollte über sie Schienenfahrzeuindustrie
erfolgen.
Wollte man nicht ist von Oben abgebügelt worden.
Allerdings auch kaum bekannt.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen?
Gabs ja nur für den Mosi.
ja und er ist nicht verkauft worden in den gewünschten Stückzahlen
deshalb blieb alles beim Alten.
Und wenn ja,
Post by Chr. Maercker
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden?
Weil es nicht eingetroffen ist deshalb waren die gebrauchten fast Teurer
als ein Neuer.
( Angeblich sollen fast neue W353 für 50 tm den Besitzer gewechselt haben.)


Mir scheint, da wird umgekehrt ein Schuh draus: Angebot
Post by Chr. Maercker
und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenigstens im informellen Sektor
funktionierte Marktwirtschaft sogar in der DDR / Ostblock.
Möglicherweise sogar näher am Ideal der selbigen als heute, wo immer
größere Multis die Wirktschaft diktieren.
ja siehe oben.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
  Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
Auto bin ich das letzte mal 1999 gefahren.
Ich sag ja, andere DDR, weit weg von Berlin.
Wobei Ostberlin/HdDDR für Fahrrad zwar schon recht groß, aber noch
machbar war/ist. Je nachdem, wo man hin muss. In Städten der Größe von
Halle, aber auch Leipzig geht es sowieso, ähnlich flott wie mit Auto und
deutlich schneller als ÖPNV.
Post by Gunter Kühne
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.
Naja, vielleicht Abf Straußberg oder so ...
Nein ab dd Neustadt.
du darfst gerne recherchieren.
Momentan macht die Staatsbahn da gar nichts.
die schnellsten durchgehend sind die CZ.
Es fährt nichts schnelles mehr von DD nach B.
( Regional express mal außen vor.)
Post by Chr. Maercker
Zwischen Halle, Magdeburg und Leipzig fahren die Züge heute entschieden
schneller als zu DR-Zeiten. Halte ich zum Teil als Gerücht.
( Welche strecken ausser der Neubaustrecke nach Nürnberg sind den für
mehr wie 140/ KMh freigegeben??
Und man weiß sogar wann, ohne ständig im
Post by Chr. Maercker
Fahrplan blättern zu müssen.
Fahrplangestaltung ist was anderes ( Taktfahrplan.)
OK mal zu Wiki aber lesen . sieh auch heute schneller Tabelle unten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Dresden#Anfangszeit_bis_1945

MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2019-11-21 18:09:37 UTC
Antworten
Permalink
Post by Gunter Kühne
Das von Honecker die Kleineren Halbstaatlichen Betriebe zu eliminieren,
war meiner Meinung nach einer der größten Fehler der DDR Wirtschaft.
( Nicht nur in Bezug auf Fahrradteile.)
Es war eine der drei "Hauptsäulen" für den wirtschaftlichen Niedergang.
Die erste war die Ablösung allzu vieler fachlich kompetenter
Betriebsleiter durch strunzdumme Parteibonzen, die dritte war
fragwürdige Spezialisierung im Rahmen des RGW.
Post by Gunter Kühne
Aber ein großer Teil wurde so sinnlos in Privaten Lagern versteckt.
( Ich kannte auch Leute die Hatten niee einen rabbi aber neue
Auspuffanlagen dafür.
Die vergammelten dann in ihren Kellern.
Es war ne Art Teufelskreislauf.
Der aber bei ausreichendem Gesamtangebot schnell zusammengebrochen wäre,
so wie es 1990 denn auch passiert ist. Uns ist so was mit etlichen
Kartons Stukateur-Gips passiert. Dank jahrelanger Lagerung des chronisch
knappen Baustoffs und Verpackung in Papiertüten waren irknwann Steine
draus geworden.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Gemeint ist <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412>
nehme ich an.
Wen du das auch nur gelesen hättest,
 :(
 Wir hatten den Vorgänge, Mod. 410, Opel Rekord Nachbau.
Es gab in der DDR keinen 410.
Ich meine den hier: <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-410>
Genau so sah unserer aus.
Post by Gunter Kühne
Opel Rekord ist ab 408 Falsch.
Dann schau mal nach, von wann bis wann Mod. 408 gebaut wurde:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-408>

Der 410er ist *älter* und er sieht dem Modell 407 aus der selben Zeit
zum Verwexeln ähnlich. Das dürfte das Modell gewesen sein, was in die
DDR importiert wurde. Gewisse Ähnlichkeiten mit
<https://de.wikipedia.org/wiki/Opel_Rekord_P1>
sind natürlich rein zufällig.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen.
Das war bei allen Russen und CSSR Autos so.
Der Skoda hieß ja nicht umsonst " Böhmisch Mährischer Schnellroster"
Die älteren Skoda-Modelle waren besser. "Inoffiziell wurde bekannt",
dass die Karossenbleche zu Pilsen im Lauf der Jahre immer dünner gewalzt
wurden.
Post by Gunter Kühne
Du musstest bei allen Autos die in der DDR erhältlich waren ( von
Ausnahmen abgesehen wie VW) ordentliche Rostvorsorge betreiben.
Sogar beim Trabi. ;-)
Wobei es beim Rostquietsch wenig half.
Post by Gunter Kühne
Ich habe 1986 auch mal einen Nagelneuen 353 gesehen der war in den
Innenkotflügeln nicht lackiert.
Auch der Trabbi rostete unter der Pappe wen man nichts machte.
So manche Karosse und wohl ebenso Unterboden wurde nur noch von Elaskon
zusammen gehalten. Apropos Elaskon: Gab es das Anfang 1960er schon?
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto  50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Wirklich? Warum wurde es dann nicht gemacht? Viele Leute hatten
ausreichend auf hoher Kante. Es fehlte nur noch das Auto dazu. ;-)
Viele eben nicht.
Schwer zu sagen, wieviele es betraf. Dass mangels Waren allerhand Geld
auf Sparkonten landete, erscheint mir aber sehr plausibel.
Post by Gunter Kühne
Die Sparkassen wussten das.
Es gab ja auf der Kreis und Bezirksebene ab 1987 reichlich Diskussionen
innerhalb der SED darüber.
Und die Verkäufer vom IFA-Vertrieb haben davon Wind bekommen oder wieso
haben die was von Anzahlung durchblicken lassen?
Post by Gunter Kühne
Berlin hat sich damals durchgesetzt mit , Wir wollen das nicht!!
Eine Begründung dieser Trotzreatkon hielt Berlin gegenüber den
nachgeordneten Ebenen nicht für nötig, oder? Weil, ich wüsste nicht, was
gegen Anzahlung gesprochen hätte.
Post by Gunter Kühne
( Ja das war es nicht allein. die Unzufriedenheit  von der Spitze bis in
die Peripherie der SED breitete sich selbst da schon aus. , im Grunde
noch eher, wen ich an die Versammlungen beim MDJ denke,1984)
Die übrigen gut 15 Mio waren schon lange vorher unzufrieden. ;-)
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Ein Geschäftsmodell, welches 1990 schlagartig zusammenbrach. Und warum?
Weil es plötzlich *tatsächlich* Autos nach 14 Tagen Lieferzeit gab. Oder
noch schneller.
Genau hätte man nur Organisieren müssen.
Natürlich auch mit Importen.
Fiat hatte ja mal vorgeschlagen eine Große Menge Pandas 750 in die DDR
liefern zu wollen. Bezahlung sollte über sie Schienenfahrzeuindustrie
erfolgen.
Wollte man nicht ist von Oben abgebügelt worden.
Allerdings auch kaum bekannt.
Wie so vieles. Die ebenso absurde Ablehnung der Golf-ähnlichen
Trabi-Karosse war immerhin Anfang 1980er durchgesickert. Allerdings auch
die ohne nachvollziehbare Begründung.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen?
Gabs ja nur für den Mosi.
 ja und er ist nicht verkauft worden in den gewünschten Stückzahlen
deshalb blieb alles beim Alten.
Und wenn ja,
Post by Chr. Maercker
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden?
Weil es nicht eingetroffen ist deshalb waren die gebrauchten fast Teurer
als ein Neuer.
( Angeblich sollen fast neue W353 für 50 tm den Besitzer gewechselt haben.)
Würde mich nicht wundern und bestätigt meine Vermutung, dass etliche
Leute mehr als genug Geld übrig hatten. Das war aber zu DDR-Zeiten ein
offenes Geheimnis.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.
Naja, vielleicht Abf Straußberg oder so ...
Nein ab dd Neustadt.
du darfst gerne recherchieren.
Jetzt, wo Du es schreibst, erinnere ich mich. Dresden-Berlin war bei
ähnlicher Entfernung viel schneller als Halle-Berlin. Bin die Strecke
nur ein einziges Mal 1977 gefahren, deshalb war mir das entfallen. Das
krasse Gegentum war die Verbindung zwischen Berlin und der Stadt mit den
drei O. Noch schlimmer war Leipzig-Korl-Morx-Stodt.
Post by Gunter Kühne
Momentan macht die Staatsbahn da gar nichts.
die schnellsten durchgehend sind die CZ.
Es fährt nichts schnelles mehr von DD nach B.
( Regional express mal außen vor.)
Die DB hat ihre besten Zeiten lange hinter sich, was gute Verbindungen
betrifft. In den 1990er gab einen durchgehenden D-Zug Magdeburg-Prag,
ebenso der IR Halle-Konstanz (Berlin-K. war WIMRE geplant, wurde aber
nicht mehr umgesetzt), IC Berlin-Basel oder Berlin-Amsterdam via
Magdeburg. Davon konnte man zu DR-Zeiten und ebenso heute nur träumen.
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier fährt
nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Zwischen Halle, Magdeburg und Leipzig fahren die Züge heute entschieden
schneller als zu DR-Zeiten. Halte ich zum Teil als Gerücht.
( Welche strecken ausser der Neubaustrecke nach Nürnberg sind den für
mehr wie 140/ KMh freigegeben??
Wenn es nur das wäre! Die DR fuhr nur 120 km/h auf den Strecken und
hatte zudem zig Langsamfahrstrecken. Die eigentliche Katastrophe ist
heute die Abschaffung der Interregios und damit etlicher durchgehender
Verbindungen, Beispiele siehe oben.
Post by Gunter Kühne
 Und man weiß sogar wann, ohne ständig im
Post by Chr. Maercker
Fahrplan blättern zu müssen.
Fahrplangestaltung ist was anderes ( Taktfahrplan.)
Mir ist bis heute unklar, warum die Reichsbahn außerstande war, die
einfachsten aller Fahrpläne, nämlich regelmäßige Takte, umzusetzen.
Angeblich lag es an dem vielen Güterverkehr, ziemlich fragwürdiges
Argument, finde ich.
Post by Gunter Kühne
OK mal zu Wiki aber lesen . sieh auch heute schneller Tabelle unten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Dresden#Anfangszeit_bis_1945
Halle-Berlin(-Wannsee) via Dessau war zu Reichszeiten evtl. noch schneller.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Halle>
gibt zwar vor 1945 keine Reisezeiten an, aber der Einsatz der
Schnelltriebwagen deutet auf 120..130 km/h Streckentempo, könnten also
auch um die 100 min gewesen sein. Im Artikel steht sogar vmax=200km/h.
Inzwischen liegen sie dank ICE unter 80 min, mit entsprechenden
Fahrpreisen, versteht sich:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Halle#Entwicklung_der_Reisezeiten>
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-21 19:35:23 UTC
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Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Das von Honecker die Kleineren Halbstaatlichen Betriebe zu eliminieren,
war meiner Meinung nach einer der größten Fehler der DDR Wirtschaft.
( Nicht nur in Bezug auf Fahrradteile.)
Es war eine der drei "Hauptsäulen" für den wirtschaftlichen Niedergang.
Nicht die Vergesellschaftung war das Problem sondern der nachfolgende
Restrukturierungsprozeß, der völlig aus dem Ruder lief.
Post by Chr. Maercker
Die erste war die Ablösung allzu vieler fachlich kompetenter
Betriebsleiter durch strunzdumme Parteibonzen,
Das lief in meinem Betrieb in 3 Phasen ab. Unmittelbar nach dem Krieg
wurde der Genosse Walter S., ein verdienter Altkommunist, als
Betriebsleiter eingesetzt. Offenbar war man der Ansicht, daß seine
mehrjährige im KZ Buchenwald erworbene Qualifikation ausreichte,
einen Betrieb zu leiten. War natürlich nicht an dem.

Ich lernte den nicht mehr kennen. Aus glaubhaften Berichten älterer
Kollegen weiß ich aber, daß er sehr beliebt war. Hervorgehoben wurde
immer wieder seine ausgesprochene Menschlichkeit und sein ausgeprägter
Sinn für Gerechtigkeit. Er muß sich auch sehr für die
außerbetrieblichen Belange seiner Werktätigen eingesetzt haben und,
über seine Beziehungen, Probleme wie untragbare Wohnzustände etc. auf
dem ganz kurzen Dienstweg geklärt haben. Sofer das irgendwie möglich
war. Fachlich allerdings war er ein Total-Ausfall.

Nach dem Genossen S. kam dann der Genosse Kurt T. Diesen kann man mit
Fug und Recht als knallharten und fachlich sehr kompetenten Macher
bezeichnen. Den interessierte fast nichts außer dem Betrieb, mit dem
es unter seiner Regie spürbar bergauf ging. Der trieb seine Projekte
mit kompromißloser Härte voran, selbst wenn er damit rechnen mußte,
dafür vor Gericht zu landen. Was zwei oder drei Mal passiert ist aber
jedes Mal mit einem Freispruch endete.

Auf der Anklagebank landete er auf Betreiben des Parteisekretäres Lutz
E., mit dem er sich schon beizeiten vollständig überworfen hatte. Der
versuchte ihm, wo es nur ging, Steine in den Weg zu legen, leierte
Parteiverfahren an etc.pp.

Kurt T. war in der Belegschaft sehr geachtet. Er verlangte sehr viel,
gab aber auch sehr viel. Bei aller Härte würde ich ihn als ehrlich,
fair, loyal und hilfsbereit charakterisieren. Er kümmerte sich um seine
Leute. Auch weil er sich bewußt war, daß er die brauchte.

Der Parteisekretär Lutz E. hatte irgendwann Anfang der 80er Erfolg und
Kurt T. wurde als Betriebsleiter abgelöst. Nach einer kurzen Schamfrist,
währendessen er einen anderen Betrieb komplett auseinandernahm und auf
Vordermann brachte, leitete er eine der wichtigsten Abteilungen des AWE.

Nach dem Genossen T. kam der Genosse M., eine Pfeife, wie sie im Buche
steht. Betriebsleiter von Lutz E.'s. Gnaden. Karrierist, Opportunist;
man hatte den Eindruck, daß er sich bei Lutz E. abmeldete, wenn er mal
zur Toilette mußte.
Post by Chr. Maercker
die dritte war fragwürdige Spezialisierung im Rahmen des RGW.
Das wäre ein eigenes Buch wert. Insbesondere auch die überaus
beschissene Zusammenarbeit im Rahmen des RGW, die oft auf alle
möglichen privaten Klimbimchen zurückzuführen war.
Chr. Maercker
2019-11-22 06:51:46 UTC
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Lars Gebauer wrote:
[Ablösung fachlich kompetenter Betriebsleiter durch strunzdumme
Parteibonzen]
Post by Lars Gebauer
Das lief in meinem Betrieb in 3 Phasen ab. Unmittelbar nach dem Krieg
wurde der Genosse Walter S., ein verdienter Altkommunist, als
Betriebsleiter eingesetzt. Offenbar war man der Ansicht, daß seine
mehrjährige im KZ Buchenwald erworbene Qualifikation ausreichte,
einen Betrieb zu leiten. War natürlich nicht an dem.
Das betraf wohl vor allem die VEBs der ersten Stunde.
Post by Lars Gebauer
Nach dem Genossen S. kam dann der Genosse Kurt T. Diesen kann man mit
Fug und Recht als knallharten und fachlich sehr kompetenten Macher
bezeichnen. Den interessierte fast nichts außer dem Betrieb, mit dem
es unter seiner Regie spürbar bergauf ging. Der trieb seine Projekte
mit kompromißloser Härte voran, selbst wenn er damit rechnen mußte,
dafür vor Gericht zu landen. Was zwei oder drei Mal passiert ist aber
jedes Mal mit einem Freispruch endete.
Auf der Anklagebank landete er auf Betreiben des Parteisekretäres Lutz
E., mit dem er sich schon beizeiten vollständig überworfen hatte. Der
versuchte ihm, wo es nur ging, Steine in den Weg zu legen, leierte
Parteiverfahren an etc.pp.
Kurt T. war in der Belegschaft sehr geachtet. Er verlangte sehr viel,
gab aber auch sehr viel. Bei aller Härte würde ich ihn als ehrlich,
fair, loyal und hilfsbereit charakterisieren. Er kümmerte sich um seine
Leute. Auch weil er sich bewußt war, daß er die brauchte.
Leider beileibe kein Einzelfall. Es hatte zur Folge, dass sich in der
DDR die Ansicht ausbreitete, Initiative sei eine Straftat. Gerade weil
es so oft Leute traf, die den Laden noch auf Trab gehalten haben. Wobei
viele der Ablösungen unspektakulär abliefen, der alte Direktor war dann
halt mal weg. War z.B. an meiner Schule so. Die Ablösungen bewirkten
also nicht nur miserables Management der Betriebe, sondern wirkte sich
auf die Arbeitsmoral sehr vieler Werktätiger aus.
Post by Lars Gebauer
Der Parteisekretär Lutz E. hatte irgendwann Anfang der 80er Erfolg und
Kurt T. wurde als Betriebsleiter abgelöst. Nach einer kurzen Schamfrist,
währendessen er einen anderen Betrieb komplett auseinandernahm und auf
Vordermann brachte, leitete er eine der wichtigsten Abteilungen des AWE.
Nach dem Genossen T. kam der Genosse M., eine Pfeife, wie sie im Buche
steht. Betriebsleiter von Lutz E.'s. Gnaden. Karrierist, Opportunist;
man hatte den Eindruck, daß er sich bei Lutz E. abmeldete, wenn er mal
zur Toilette mußte.
Post by Chr. Maercker
die dritte war fragwürdige Spezialisierung im Rahmen des RGW.
Das wäre ein eigenes Buch wert. Insbesondere auch die überaus
beschissene Zusammenarbeit im Rahmen des RGW, die oft auf alle
möglichen privaten Klimbimchen zurückzuführen war.
Seltsamerweise lief das besser, bevor der RGW zum Erschlagwort wurde. In
den 1960ern importierte die DDR massenhaft Obst und Gemüse aus den
Balkanländern, damals noch *ordentliche* Tonbandgeräte und Autos aus der
CSSR u.v.a.m. Umgekehrt exportierte auch die DDR schon damals Waren, bei
denen sie selbst Spitze war. Aber so, dass mehr im Inland blieb.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-22 09:48:02 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
die dritte war fragwürdige Spezialisierung im Rahmen des RGW.
Das wäre ein eigenes Buch wert. Insbesondere auch die überaus
beschissene Zusammenarbeit im Rahmen des RGW, die oft auf alle
möglichen privaten Klimbimchen zurückzuführen war.
Seltsamerweise lief das besser, bevor der RGW zum Erschlagwort wurde.
Naja. Anfang der 60er bekam das AWE den Auftrag, mit Skoda zusammen
das sog. "RGW-Auto" zu entwickeln. Im Hinblick auf diesen Auftrag
wurden dem AWE eigene Entwicklungsarbeiten untersagt.

Nach knapp 10 Jahren wurde diese "Zusammenarbeit" eingestellt.
Komplett ohne irgendein Ergebnis. Nach Beendigung der Kooperation
tauchten in den neuen Skodas genau die Konzepte auf, die während der
"Zusammenarbeit" von den Tschechen hartnäckig hintertrieben worden
waren.

Das war der 2. große Rückschlag der DDR-Fahrzeugindustrie.
Gunter Kühne
2019-11-22 06:08:38 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Das von Honecker die Kleineren Halbstaatlichen Betriebe zu eliminieren,
war meiner Meinung nach einer der größten Fehler der DDR Wirtschaft.
( Nicht nur in Bezug auf Fahrradteile.)
Es war eine der drei "Hauptsäulen" für den wirtschaftlichen Niedergang.
Die erste war die Ablösung allzu vieler fachlich kompetenter
Betriebsleiter durch strunzdumme Parteibonzen, die dritte war
fragwürdige Spezialisierung im Rahmen des RGW.
Post by Gunter Kühne
Aber ein großer Teil wurde so sinnlos in Privaten Lagern versteckt.
( Ich kannte auch Leute die Hatten niee einen rabbi aber neue
Auspuffanlagen dafür.
Die vergammelten dann in ihren Kellern.
Es war ne Art Teufelskreislauf.
Der aber bei ausreichendem Gesamtangebot schnell zusammengebrochen wäre,
so wie es 1990 denn auch passiert ist. Uns ist so was mit etlichen
Kartons Stukateur-Gips passiert. Dank jahrelanger Lagerung des chronisch
knappen Baustoffs und Verpackung in Papiertüten waren irknwann Steine
draus geworden.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Gemeint ist <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412>
nehme ich an.
Wen du das auch nur gelesen hättest,
 :(
Den Nachfolger 2140 ( Lesen)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
 Wir hatten den Vorgänge, Mod. 410, Opel Rekord Nachbau.
Es gab in der DDR keinen 410.
Ich meine den hier: <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-410>
Genau so sah unserer aus.
Und du bist sicher ein 410
Kein 407 oder so.
die Karosse ist Gleich
Der 410 hatte aber Allradantrieb, und die sind niee Offiziell in die DDR
eingeführt worden.
Das da einer existiert haben soll ist für mich schon seltsam.
Hast du da noch Unterlagen??

Habe Gesten einen bekannten der Früher beim KTA war befragt.
Der hat auch nur gestaunt.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Opel Rekord ist ab 408 Falsch.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-408>
Ich benutze lieber Original angaben.
Wicki ist da leider nicht so genau.
Siehe:
http://www.autosoviet.altervista.org/index3.htm
Post by Chr. Maercker
Der 410er ist *älter* und er sieht dem Modell 407 aus der selben Zeit
zum Verwexeln ähnlich. Das dürfte das Modell gewesen sein, was in die
DDR importiert wurde. Gewisse Ähnlichkeiten mit
<https://de.wikipedia.org/wiki/Opel_Rekord_P1>
sind natürlich rein zufällig.
Der einstige Opel der wirklich der Rekord war ist der 401.
Siehe link Oben.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen.
Das war bei allen Russen und CSSR Autos so.
Der Skoda hieß ja nicht umsonst " Böhmisch Mährischer Schnellroster"
Die älteren Skoda-Modelle waren besser. "Inoffiziell wurde bekannt",
dass die Karossenbleche zu Pilsen im Lauf der Jahre immer dünner gewalzt
wurden.
Sorry als Techniker muss man bei solchen Äußerungen lachen.
In den Autowerken wird gar nichts mehr gewalzt.
Das Blech wird Verarbeitungsfertig geliefert.
Eigentlich schon seit den 30 er Jahren.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Du musstest bei allen Autos die in der DDR erhältlich waren ( von
Ausnahmen abgesehen wie VW) ordentliche Rostvorsorge betreiben.
Sogar beim Trabi. ;-)
Wobei es beim Rostquietsch wenig half.
Würde ich bei meinen3 , und bei denen der Freunde nicht behaupten.
Allerdings habe ich einige gesehen die wirklich am vergammeln waren.
Zum Teil waren die Besitzer selbst schuld.
Ja ich habe viele gesehen. meine private lehre ( hobbymäßig) bei einen
Karosseriemeister in Heidenau trug dazu bei.
Der hatte eigene Abkantbänke und ne Presse aus Vorkriegszeiten.
Der stellt sogar Kotflügel und , Schweller und Türbleche selbst her.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Ich habe 1986 auch mal einen Nagelneuen 353 gesehen der war in den
Innenkotflügeln nicht lackiert.
Auch der Trabbi rostete unter der Pappe wen man nichts machte.
So manche Karosse und wohl ebenso Unterboden wurde nur noch von Elaskon
zusammen gehalten. Apropos Elaskon: Gab es das Anfang 1960er schon?
laut Ihrer eigenen Aussage schon vor dem Krieg.
https://www.elaskon.de
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto  50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Wirklich? Warum wurde es dann nicht gemacht? Viele Leute hatten
ausreichend auf hoher Kante. Es fehlte nur noch das Auto dazu. ;-)
Viele eben nicht.
Schwer zu sagen, wieviele es betraf. Dass mangels Waren allerhand Geld
auf Sparkonten landete, erscheint mir aber sehr plausibel.
Post by Gunter Kühne
Die Sparkassen wussten das.
Es gab ja auf der Kreis und Bezirksebene ab 1987 reichlich Diskussionen
innerhalb der SED darüber.
Und die Verkäufer vom IFA-Vertrieb haben davon Wind bekommen oder wieso
haben die was von Anzahlung durchblicken lassen?
Das betraf nur den Mosi.
Weil er eben innerhalb paar Tagen lieferbar war.
und wen du einen Vertrag zum Kauf abschließt, musstest du anzahlen.
Rest bei Abholung.
( Eben garantiert innerhab 1-2 Monate)
Das galt Nur!! für Mosis.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Berlin hat sich damals durchgesetzt mit , Wir wollen das nicht!!
Eine Begründung dieser Trotzreatkon hielt Berlin gegenüber den
nachgeordneten Ebenen nicht für nötig, oder? Weil, ich wüsste nicht, was
gegen Anzahlung gesprochen hätte.
Post by Gunter Kühne
( Ja das war es nicht allein. die Unzufriedenheit  von der Spitze bis in
die Peripherie der SED breitete sich selbst da schon aus. , im Grunde
noch eher, wen ich an die Versammlungen beim MDJ denke,1984)
Die übrigen gut 15 Mio waren schon lange vorher unzufrieden. ;-)
Glaub ich nicht.
Aber O.K. die Leute gehen immer von sich aus.
Ist heute noch so.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Ein Geschäftsmodell, welches 1990 schlagartig zusammenbrach. Und warum?
Weil es plötzlich *tatsächlich* Autos nach 14 Tagen Lieferzeit gab. Oder
noch schneller.
Genau hätte man nur Organisieren müssen.
Natürlich auch mit Importen.
Fiat hatte ja mal vorgeschlagen eine Große Menge Pandas 750 in die DDR
liefern zu wollen. Bezahlung sollte über sie Schienenfahrzeuindustrie
erfolgen.
Wollte man nicht ist von Oben abgebügelt worden.
Allerdings auch kaum bekannt.
Wie so vieles. Die ebenso absurde Ablehnung der Golf-ähnlichen
Trabi-Karosse war immerhin Anfang 1980er durchgesickert. Allerdings auch
die ohne nachvollziehbare Begründung.
Offiziell, die Investitionen währen zu hoch gewesen.
(Natürlich wie heute alles ohne genaue Begründung)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen?
Gabs ja nur für den Mosi.
 ja und er ist nicht verkauft worden in den gewünschten Stückzahlen
deshalb blieb alles beim Alten.
Und wenn ja,
Post by Chr. Maercker
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden?
Weil es nicht eingetroffen ist deshalb waren die gebrauchten fast Teurer
als ein Neuer.
( Angeblich sollen fast neue W353 für 50 tm den Besitzer gewechselt haben.)
Würde mich nicht wundern und bestätigt meine Vermutung, dass etliche
Leute mehr als genug Geld übrig hatten. Das war aber zu DDR-Zeiten ein
offenes Geheimnis.
Einige Leute ja, aber eben nicht sie Masse.
Wird heute mit Durchschnitt oder so genau so verwässert.
45 Familien besitzen heute genau so viel wie 50% vom Restvolk.
( Zahlen von Qualitätsjournalisten ohne genaue Beläge)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.
Naja, vielleicht Abf Straußberg oder so ...
Nein ab dd Neustadt.
du darfst gerne recherchieren.
Jetzt, wo Du es schreibst, erinnere ich mich. Dresden-Berlin war bei
ähnlicher Entfernung viel schneller als Halle-Berlin. Bin die Strecke
nur ein einziges Mal 1977 gefahren, deshalb war mir das entfallen. Das
krasse Gegentum war die Verbindung zwischen Berlin und der Stadt mit den
drei O. Noch schlimmer war Leipzig-Korl-Morx-Stodt.
Letzteres ist heute ja wieder Gesprächstoff.
Weil nicht passiert ist, bisher.
(OK Versprechen für die Zukunft gibt es haufenweise)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Momentan macht die Staatsbahn da gar nichts.
die schnellsten durchgehend sind die CZ.
Es fährt nichts schnelles mehr von DD nach B.
( Regional express mal außen vor.)
Die DB hat ihre besten Zeiten lange hinter sich, was gute Verbindungen
betrifft. In den 1990er gab einen durchgehenden D-Zug Magdeburg-Prag,
ebenso der IR Halle-Konstanz (Berlin-K. war WIMRE geplant, wurde aber
nicht mehr umgesetzt), IC Berlin-Basel oder Berlin-Amsterdam via
Magdeburg. Davon konnte man zu DR-Zeiten und ebenso heute nur träumen.
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier fährt
nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Nach Norden gabs zu DDR Zeiten einen schnellen Urlaubs-express.
Dresden Warmemünde über Berlin ohne Umsteigen.
Ebenso berühmt Dresden-Wolgast Hafen.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Zwischen Halle, Magdeburg und Leipzig fahren die Züge heute entschieden
schneller als zu DR-Zeiten. Halte ich zum Teil als Gerücht.
( Welche strecken ausser der Neubaustrecke nach Nürnberg sind den für
mehr wie 140/ KMh freigegeben??
Wenn es nur das wäre! Die DR fuhr nur 120 km/h auf den Strecken und
hatte zudem zig Langsamfahrstrecken.
Ausser eben Dresden Berlin für 160 zu DDR Zeiten.
Ließ dein Wiki auch.


Die eigentliche Katastrophe ist
Post by Chr. Maercker
heute die Abschaffung der Interregios und damit etlicher durchgehender
Verbindungen, Beispiele siehe oben.
Post by Gunter Kühne
 Und man weiß sogar wann, ohne ständig im
Post by Chr. Maercker
Fahrplan blättern zu müssen.
Fahrplangestaltung ist was anderes ( Taktfahrplan.)
Mir ist bis heute unklar, warum die Reichsbahn außerstande war, die
einfachsten aller Fahrpläne, nämlich regelmäßige Takte, umzusetzen.
Angeblich lag es an dem vielen Güterverkehr, ziemlich fragwürdiges
Argument, finde ich.
Findest du. bei belegungn von über 95% von manchen Strecken ist das
nicht so einfach.
Die Gütermenge der DR war um ein vielfaches der DB.
Und unsere Umweltbewussten Parteien haben ja seit 1993 alles auf die
Strasse bekommen.( Naja fast alles)
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
OK mal zu Wiki aber lesen . sieh auch heute schneller Tabelle unten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Bin%E2%80%93Dreerlsden#Anfangszeit_bis_1945
Halle-Berlin(-Wannsee) via Dessau war zu Reichszeiten evtl. noch schneller.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Halle>
gibt zwar vor 1945 keine Reisezeiten an, aber der Einsatz der
Schnelltriebwagen deutet auf 120..130 km/h Streckentempo, könnten also
auch um die 100 min gewesen sein. Im Artikel steht sogar vmax=200km/h.
Inzwischen liegen sie dank ICE unter 80 min, mit entsprechenden
<https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Halle#Entwicklung_der_Reisezeiten>
Neue oder ausgebaute Strecken Ja.
aber eben nicht allgemein.
Im Übrigen der Durchschnitt hängt eben noch von anderen als dem
Kurzzeitigen V-max ab.
Den Zug, den ich oben meinte, der fuhr eben DD-Neustadt Berlin
-Schönefeld unter 100 Minuten. Unter DR reegie.
Aber eben Neustadt der letzte halt in DD und dann in Schönefeld das
erste mal gebremst.
( Meridian)
Damals noch ab DD mit ner 01.oder 03.
Der Vindebohna war in den 70 ern auch nicht viel langsamer.
MfG
Chr. Maercker
2019-11-22 07:43:47 UTC
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Post by Gunter Kühne
Und du bist sicher ein 410
Kein 407  oder so.
Doch genau der, siehe unten.
Post by Gunter Kühne
die Karosse ist Gleich
Der 410 hatte aber Allradantrieb, und die sind niee Offiziell in die DDR
eingeführt worden.
Das da einer existiert haben soll ist für mich schon seltsam.
Hast du da noch Unterlagen??
Ich war bei Wikipedia lediglich zuerst auf den Link zum 410 gestoßen und
hatte angenommen, der isses, weil er die gleiche Karosse hat wie der
407. Damals kannt in meinem Umfeld kein Mensch die Typbezeichnungen der
Rostquietsche, ich kenne sie seit vorgestern. ;-) Nach den Erfahrungen
mit dem 407 oder was auch immer für eine Nummer der hatte, war
Rostquietsch endgültig außen vor.
Eben fällt mir ein, was bei der alten Karre als erstes ausfiel: die
Hupe. Als nächstes brach ein Kleiderhaken ab. Danach ging noch irknwas
kaputt und nach einem Blick meines Vaters unter das Fahrzeug wurde das
Vehikel eiligst verkauft.
Post by Gunter Kühne
Habe Gesten einen bekannten der Früher beim KTA war befragt.
Der hat auch nur gestaunt.
Post by Chr. Maercker
Der 410er ist *älter* und er sieht dem Modell 407 aus der selben Zeit
zum Verwexeln ähnlich. Das dürfte das Modell gewesen sein, was in die
DDR importiert wurde. Gewisse Ähnlichkeiten mit
    <https://de.wikipedia.org/wiki/Opel_Rekord_P1>
sind natürlich rein zufällig.
Der einstige Opel der wirklich der Rekord war ist der 401.
 Siehe link Oben.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen.
Das war bei allen Russen und CSSR Autos so.
Der Skoda hieß ja nicht umsonst " Böhmisch Mährischer Schnellroster"
Die älteren Skoda-Modelle waren besser. "Inoffiziell wurde bekannt",
dass die Karossenbleche zu Pilsen im Lauf der Jahre immer dünner gewalzt
wurden.
Sorry als Techniker muss man bei solchen Äußerungen lachen.
In den Autowerken wird gar nichts mehr gewalzt.
Das Blech wird Verarbeitungsfertig geliefert.
Eigentlich schon seit den 30 er Jahren.
Ist mir klar. Volkes Mund hat halt so oder ähnlich gesprochen.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Du musstest bei allen Autos die in der DDR erhältlich waren ( von
Ausnahmen abgesehen wie VW) ordentliche Rostvorsorge betreiben.
Sogar beim Trabi. ;-)
Wobei es beim Rostquietsch wenig half.
Würde ich bei meinen3 , und bei denen der Freunde nicht behaupten.
Allerdings habe ich einige gesehen die wirklich am vergammeln waren.
Zum Teil waren die Besitzer selbst schuld.
Ja ich habe viele gesehen. meine private lehre ( hobbymäßig) bei einen
Karosseriemeister in Heidenau trug dazu bei.
Der hatte eigene Abkantbänke und ne Presse aus Vorkriegszeiten.
Der stellt sogar Kotflügel und , Schweller und Türbleche selbst her.
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Ich habe 1986 auch mal einen Nagelneuen 353 gesehen der war in den
Innenkotflügeln nicht lackiert.
Auch der Trabbi rostete unter der Pappe wen man nichts machte.
So manche Karosse und wohl ebenso Unterboden wurde nur noch von Elaskon
zusammen gehalten. Apropos Elaskon: Gab es das Anfang 1960er schon?
laut Ihrer eigenen Aussage schon vor dem Krieg.
 https://www.elaskon.de
In meinem Dunstkreis tauchte es Ende 1960er auf. Vorher war ich entweder
zu jung für dafür oder es wurde noch nicht in solchen Mengen verwendet.
Meine Vermutung war, es gab das Zeug noch nicht (ausreichend) als die
alten Rostquietsche die Straßen unsicher machten.

[Anzahlungen]
Post by Gunter Kühne
Das betraf nur den Mosi.
Weil er eben innerhalb paar Tagen lieferbar war.
und wen du einen Vertrag zum Kauf abschließt, musstest du anzahlen.
Rest bei Abholung.
OK. Scheint sich aber nicht allzu weit rumgesprochen zu haben, zu
DDR-Zeiten hab ich das nie gehört. Sonst hätte ich evtl. sogar einen
genommen, trotz Negativerfahrungen, (die nur zum Teil meine eigenen
waren). In der Fahrschule hab ich einen gefahren, von der Bedienung her
auf jeden Fall besser als Trabi. Geld hätte ich mir damals freilich
pumpen müssen, da ich weder zur (Schicht-)Arbeiterklasse noch zum
Staatsapparat gehörte und auch keinen Handwerksberuf hatte.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Die übrigen gut 15 Mio waren schon lange vorher unzufrieden. ;-)
Glaub ich nicht.
Aber O.K. die Leute gehen immer von sich aus.
Und von meinem damaligen Umfeld. Alles in allem kommen da weit mehr als
100 Personen zusammen.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Wie so vieles. Die ebenso absurde Ablehnung der Golf-ähnlichen
Trabi-Karosse war immerhin Anfang 1980er durchgesickert. Allerdings auch
die ohne nachvollziehbare Begründung.
Offiziell, die Investitionen währen zu hoch gewesen.
(Natürlich wie heute alles ohne genaue Begründung)
Wenn man sieht, wie wenig in der DDR ab Mitte/Ende 1970er noch in die
Produktionsmittel investiert wurde, stimmt das sogar.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Würde mich nicht wundern und bestätigt meine Vermutung, dass etliche
Leute mehr als genug Geld übrig hatten. Das war aber zu DDR-Zeiten ein
offenes Geheimnis.
Einige Leute ja, aber eben nicht sie Masse.
Es muss schon eine ernst zu nehmende Minderheit gewesen sein. Wirklich
schlecht verdient haben einklich nur Angestellte, Hilfsarbeiter und
allzu viele Intellektuelle. Gut verdient haben dagegen z.B. Mitarbeiter
im Staatsapparat, Handwerker und Schichtarbeiter. Insgesamt dürften das
weit mehr als eine Million gewesen sein.
Post by Gunter Kühne
Wird heute mit Durchschnitt oder so genau so verwässert.
45 Familien besitzen heute genau so viel wie 50% vom Restvolk.
( Zahlen von Qualitätsjournalisten ohne genaue Beläge)
Ausgerechnet dieser Durchschnitt ist heute 10x sinnfreier als damals in
der DDR, wo er auch schon weit neben der oben beschriebenen Realität der
verschiedenen Einkommen lag.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Jetzt, wo Du es schreibst, erinnere ich mich. Dresden-Berlin war bei
ähnlicher Entfernung viel schneller als Halle-Berlin. Bin die Strecke
nur ein einziges Mal 1977 gefahren, deshalb war mir das entfallen. Das
krasse Gegentum war die Verbindung zwischen Berlin und der Stadt mit den
drei O. Noch schlimmer war Leipzig-Korl-Morx-Stodt.
Letzteres ist heute ja wieder Gesprächstoff.
Weil nicht passiert ist, bisher.
Die Strecke Riesa-Chemnitz wurde WIMRE vor Jahren saniert. Ganz so
langsam wie damals zuckeln die Züge dort nicht mehr lang. Nicht so gut
sieht es wohl mit der Strecke Leipzig-Chemnitz aus, die soll jetzt
Post by Gunter Kühne
(OK Versprechen für die Zukunft gibt es haufenweise)
Man wird sehen. Hauptsache die Autobahn dorthin ist fertig. Und dann
über den vielen Autoverkehr wundern.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Die DB hat ihre besten Zeiten lange hinter sich, was gute Verbindungen
betrifft. In den 1990er gab einen durchgehenden D-Zug Magdeburg-Prag,
ebenso der IR Halle-Konstanz (Berlin-K. war WIMRE geplant, wurde aber
nicht mehr umgesetzt), IC Berlin-Basel oder Berlin-Amsterdam via
Magdeburg. Davon konnte man zu DR-Zeiten und ebenso heute nur träumen.
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier fährt
nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Nach Norden gabs zu DDR Zeiten einen schnellen Urlaubs-express.
 Dresden Warmemünde über Berlin ohne Umsteigen.
Ebenso berühmt Dresden-Wolgast Hafen.
ACK, von Dresden aus gab es. Von Halle/Magdeburg WIMRE nicht (von Halle
gab es nicht mal durchgängige Verbindung nach Potsdam!), evtl. von Leipzig.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Wenn es nur das wäre! Die DR fuhr nur 120 km/h auf den Strecken und
hatte zudem zig Langsamfahrstrecken.
Ausser eben Dresden Berlin für 160 zu DDR Zeiten.
Post by Chr. Maercker
Mir ist bis heute unklar, warum die Reichsbahn außerstande war, die
einfachsten aller Fahrpläne, nämlich regelmäßige Takte, umzusetzen.
Angeblich lag es an dem vielen Güterverkehr, ziemlich fragwürdiges
Argument, finde ich.
 Findest du. bei belegungn von über 95% von manchen Strecken ist das
nicht so einfach.
 Die Gütermenge der DR war um ein vielfaches der DB.
... und hatte Priorität gegenüber dem Personenverkehr. Das vor allem
soll Taktfahrpläne verhindert haben.
Post by Gunter Kühne
Und unsere Umweltbewussten Parteien haben ja seit 1993 alles auf die
Strasse bekommen.( Naja fast alles)
Die umweltbewussten Parteien waren es genau nicht, sondern jene, die
"Freiheit, Einheit, Wohlstand" gedönst haben. Von Umwelt lese ich da
nix. Die haben allenfalls 20 Jahre später grüne Farbe gegurgelt.
Post by Gunter Kühne
Neue oder ausgebaute Strecken Ja.
aber eben nicht allgemein.
Im Übrigen der Durchschnitt hängt eben noch von anderen als dem
Kurzzeitigen V-max ab.
FULL ACK, vor allem von der Zahl der Umstiege und dort wiederum von den
Anschlusszeiten. Das ist viel wichtiger als die eigentlichen Reisezeiten
im Zug. Die lässt sich i.a. halbwegs angenehm verbringen, Stehen im Zug
ist seltener angesagt als zu DR-Zeiten und man muss nicht selbst fahren.
Post by Gunter Kühne
Den Zug, den ich oben meinte, der fuhr eben DD-Neustadt Berlin
-Schönefeld unter 100 Minuten. Unter DR reegie.
Aber eben Neustadt der letzte halt in DD und dann in Schönefeld das
erste mal gebremst.
( Meridian)
Damals noch ab DD mit ner 01.oder 03.
Der Vindebohna war in den 70 ern auch nicht viel langsamer.
Die Strecke berührt kaum wichtige Städte, allenfalls den Knoten
Doberlug-Kirchhain, der aber nicht gar so verkehrswichtig war/ist. So
lässt sich Dresden-Berlin ganz gut ohne Halt fahren. Das ist bei
Halle/Leipzig-Berlin ganz anders, wobei ich nicht weiß, in welchen
Städten die D-Züge bzw. die Schnelltriebwagen zu Reichszeiten gehalten
haben, vermutlich aber in Dessau und Potsdam. Zu DDR-Zeiten hielten sie
mind. in Bitterfeld, Wittenberg und Jüterbog, außerdem WIMRE in
Ludwigsfelde.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2019-11-22 10:41:24 UTC
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Post by Chr. Maercker
Wenn man sieht, wie wenig in der DDR ab Mitte/Ende 1970er noch in die
Produktionsmittel investiert wurde, stimmt das sogar.
Ich schrieb es schon einmal (vor längerer Zeit): In meinem Betrieb
wurde *ab* etwa Mitte der 70er *massiv* in Produktionsmittel
investiert. Unser Maschinenpark war Ende der 80er überhaupt kein
Vergleich mehr zu dem Gerümpel, was da Anfang der 70er herumstand.

Der Beginn dieser Phase fiel zeitlich mit dem Auftritt des Genossen
Kurt T. als Betriebsleiter (Posting von gestern abend) zusammen.

Die Bausubstanz war alt, ja. Trotz ein paar neuer Hallen wirkte das
ganze äußerlich immer noch leicht räudig. Aber mit unserem
Maschinenpark brauchten wir uns nicht (mehr) zu verstecken.
Knut Ochdorf
2019-11-22 17:29:54 UTC
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Post by Chr. Maercker
Momentan macht die Staatsbahn da gar nichts. die schnellsten
durchgehend sind die CZ. Es fährt nichts schnelles mehr von DD nach
B. ( Regional express mal außen vor.)
Die DB hat ihre besten Zeiten lange hinter sich, was gute
Verbindungen betrifft. In den 1990er gab einen durchgehenden D-Zug
Magdeburg-Prag, ebenso der IR Halle-Konstanz (Berlin-K. war WIMRE
geplant, wurde aber nicht mehr umgesetzt), IC Berlin-Basel oder
Berlin-Amsterdam via Magdeburg. Davon konnte man zu DR-Zeiten und
ebenso heute nur träumen.
Das liegt daran, daß die Verbindung Berlin - Magdeburg viel zu langsam
gegenüber der Schnellfahrstrecke über Stendal ist. Daher führen keine
Verbindungen mehr über Potsdam - Magdeburg.
Post by Chr. Maercker
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier
fährt nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Die Nachfrage rechtfertigt in den Relationen keine durchgehenden Züge.
Post by Chr. Maercker
Mir ist bis heute unklar, warum die Reichsbahn außerstande war, die
einfachsten aller Fahrpläne, nämlich regelmäßige Takte, umzusetzen.
Angeblich lag es an dem vielen Güterverkehr, ziemlich fragwürdiges
Argument, finde ich.
Ob fragwürdig oder nicht. Es entspricht der Wahrheit. Die Strecken waren
oft so ausgelastet, daß nicht einmal ein weiterer Zug paßte.

Aus Betreibersicht sind Taktfahrpläne das Schlimmste was es gibt. Da
passen die wenigsten Züge durch. Das hat was mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten und Haltezeiten zusammen und ergibt unterschiedliche
Vorsprungzeiten.

Übrigens versuchte die Reichsbahn es trotzdem am Taktfahrplan. Zwischen
Dresden und Berlin gab es schon damals einen 2-h-Takt.
Gunter Kühne
2019-11-23 09:39:29 UTC
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Post by Knut Ochdorf
Momentan macht die Staatsbahn da gar nichts. die schnellsten
durchgehend sind die CZ. Es fährt nichts schnelles mehr von DD nach
B. ( Regional express mal außen vor.)
Gekürzt.
Post by Knut Ochdorf
Vorsprungzeiten.
Übrigens versuchte die Reichsbahn es trotzdem am Taktfahrplan. Zwischen
Dresden und Berlin gab es schon damals einen 2-h-Takt.
Sorry stimmt, hatte ich vergessen.
Chr. Maercker
2019-11-25 11:41:00 UTC
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Post by Knut Ochdorf
Das liegt daran, daß die Verbindung Berlin - Magdeburg viel zu langsam
gegenüber der Schnellfahrstrecke über Stendal ist. Daher führen keine
Verbindungen mehr über Potsdam - Magdeburg.
ICEs ACK, ICs NACK.
Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier
fährt nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
 gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Die Nachfrage rechtfertigt in den Relationen keine durchgehenden Züge.
REs Magdeburg-Berlin fahren noch, da frage ich mich tatsächlich ein
wenig, wie groß die Nachfrage für die restliche Strecke (Cottbus,
Eisenhüttenstadt) ist. Und Berlin-Stralsund-Rügen hat zu wenig
Nachfrage?? Ob sie die Waggons mit auf die Fähre nehmen oder ob es
drüben mit der Schwedenbahn weitergeht, ist ziemlich wurscht. Die Fähren
ab Sassnitz fahren WIMRE ja noch. Wenn sich natürlich kaum noch ein
brauchbarer Zug nach Sassnitz verirrt, dann wohl nicht mehr lange.
--
CU Chr. Maercker.
Knut Ochdorf
2019-11-25 16:46:20 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Knut Ochdorf
Das liegt daran, daß die Verbindung Berlin - Magdeburg viel zu langsam
gegenüber der Schnellfahrstrecke über Stendal ist. Daher führen keine
Verbindungen mehr über Potsdam - Magdeburg.
ICEs ACK, ICs NACK.
Wenn es nach der Bahn gehen würde gäbe es die Verbindung auch nicht.
Diese IC gibt es nur wegen dem politischen Druck der Bundesländer
Sachsen-Anhalt und besonders Brandenburg, die für ihre Landeshauptstädte
eine angemessene Anbindung an das Fernverkehrsnetz forderten.
Post by Chr. Maercker
Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier
fährt nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Die Nachfrage rechtfertigt in den Relationen keine durchgehenden Züge.
REs Magdeburg-Berlin fahren noch, da frage ich mich tatsächlich ein
wenig, wie groß die Nachfrage für die restliche Strecke (Cottbus,
Eisenhüttenstadt) ist.
Die platzt mittlerweile aus allen Nähten.
Post by Chr. Maercker
Und Berlin-Stralsund-Rügen hat zu wenig
Nachfrage?? Ob sie die Waggons mit auf die Fähre nehmen oder ob es
drüben mit der Schwedenbahn weitergeht, ist ziemlich wurscht. Die Fähren
ab Sassnitz fahren WIMRE ja noch. Wenn sich natürlich kaum noch ein
brauchbarer Zug nach Sassnitz verirrt, dann wohl nicht mehr lange.
Es gibt derzeit nur eine Fährfahrt Sassnitz - Trelleborg pro Tag und die
fällt bis Februar 2020 meist auch aus weil die MS Sassnitz woanders
gebraucht wird.

Da versteht sogar der Laie, daß da ein Zug irgendwie fehl am Platze ist.
Diedrich Ehlerding
2019-11-25 21:03:51 UTC
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Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Post by Knut Ochdorf
Das liegt daran, daß die Verbindung Berlin - Magdeburg viel zu langsam
gegenüber der Schnellfahrstrecke über Stendal ist. Daher führen keine
Verbindungen mehr über Potsdam - Magdeburg.
ICEs ACK, ICs NACK.
Wenn es nach der Bahn gehen würde gäbe es die Verbindung auch nicht.
Diese IC gibt es nur wegen dem politischen Druck der Bundesländer
Sachsen-Anhalt und besonders Brandenburg, die für ihre Landeshauptstädte
eine angemessene Anbindung an das Fernverkehrsnetz forderten.
Ja wenns denn wenigstens Nachfrage gäbe ...

Im Fall Brandenburg ist das natürlich einigermaßen lächerlich - Berliner
Bahnhöfe sind von Potsdam mit der S-Bahn einigermaßen schnell und
regelmäßig im Takt erreichbar.

Mit anderen Worten: genau dieselbe Kirchtumspolitik, die auf der Strecke
Ffm-Köln die ICE-Haltestellen im Nirgendwo (/nämlich in Monatabur und
Liumburg) erzwungen hat - "wenn ihr von uns die Zustimmung für die Trasse
haben wollt, dann muss aber Rheinland-Pfalz endlich einen ICE-Bahnhof
bekommen!!!1elf". Montabaur wurde es dann ... da steigt kein Schwein ein
oder aus.

Was den Fall Sachsen-Anhalt betrifft, so liegt MD an der strecke Dresden -
Halle - Braunschweig - Hannover. Die hatten also eine Anbindung ans
Fernverkehrsnetz, ganz ohne die Strecke P-MD.

Immerhin: was die Kirchtumspolitik angeht, haben auch die NeBuLä, auch als
"besetzte Gebiete auf der Westbank von Oder und Neiße" bekannt, das
Nieveau der gebrauchten Bundesländer überhollt. Wie hieß es doch:
"überhojen, ohne einzuholen"?
--
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fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Chr. Maercker
2019-11-28 09:37:34 UTC
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Knut Ochdorf wrote:
Verbindungen Magdeburg - Potsdam - Berlin]
Post by Knut Ochdorf
Wenn es nach der Bahn gehen würde gäbe es die Verbindung auch nicht.
Davon bin ich überzeugt. Dabei sind die ICs zwar nicht überfüllt, aber
doch gut besetzt.
Post by Knut Ochdorf
Diese IC gibt es nur wegen dem politischen Druck der Bundesländer
Sachsen-Anhalt und besonders Brandenburg, die für ihre Landeshauptstädte
eine angemessene Anbindung an das Fernverkehrsnetz forderten.
So isses. Magdeburg jammert bis heute, dass sie keine ICEs abgekriegt
haben. Als ob davon gute Bahnverbindungen abhängen würden.
Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Richtig Katastrophe sind inzwischen Verbindungen nach Norden. Hier
fährt nix durchgängig nach Hamburg, geschweige denn Rostock oder gar
Stralsund/Rügen. Nach Südschweden sind wir Anno 1999 mit 2x Umsteigen
gekommen (davon ein Stück Berliner S-Bahn zwischen zwei Bahnhöfen).
Heute geht die gleiche Verbindung nicht ohne 5 Umstiege oder - viel
teurer - mit IC(E) via Fehmarn.
Die Nachfrage rechtfertigt in den Relationen keine durchgehenden Züge.
REs Magdeburg-Berlin fahren noch, da frage ich mich tatsächlich ein
wenig, wie groß die Nachfrage für die restliche Strecke (Cottbus,
Eisenhüttenstadt) ist.
Die platzt mittlerweile aus allen Nähten.
Bis Berlin weiß ich es, weiter ostwärts fahre ich kaum.
Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Und Berlin-Stralsund-Rügen hat zu wenig
Nachfrage?? Ob sie die Waggons mit auf die Fähre nehmen oder ob es
drüben mit der Schwedenbahn weitergeht, ist ziemlich wurscht. Die Fähren
ab Sassnitz fahren WIMRE ja noch. Wenn sich natürlich kaum noch ein
brauchbarer Zug nach Sassnitz verirrt, dann wohl nicht mehr lange.
Es gibt derzeit nur eine Fährfahrt Sassnitz - Trelleborg pro Tag und die
fällt bis Februar 2020 meist auch aus weil die MS Sassnitz woanders
gebraucht wird.
Da versteht sogar der Laie, daß da ein Zug irgendwie fehl am Platze ist.
d.h. Berliner & weitere Umgebung fährt lieber für teures Geld mit ICE
nach Hamburg und von dort aus via Fehmarn nach Schweden, statt direkt.
--
CU Chr. Maercker.
Knut Ochdorf
2019-11-28 23:38:40 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Knut Ochdorf
Es gibt derzeit nur eine Fährfahrt Sassnitz - Trelleborg pro Tag und die
fällt bis Februar 2020 meist auch aus weil die MS Sassnitz woanders
gebraucht wird.
Da versteht sogar der Laie, daß da ein Zug irgendwie fehl am Platze ist.
d.h. Berliner & weitere Umgebung fährt lieber für teures Geld mit ICE
nach Hamburg und von dort aus via Fehmarn nach Schweden, statt direkt.
Ja zwangsläufig. Auf der Könisglinie fährt derzeit ja tagelang kein
Schiff und Rostock - Trelleborg ist praktisch eine reine Autofähre.
Chr. Maercker
2019-12-05 12:44:52 UTC
Antworten
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Post by Knut Ochdorf
Ja zwangsläufig. Auf der Könisglinie fährt derzeit ja tagelang kein
Schiff und Rostock - Trelleborg ist praktisch eine reine Autofähre.
Das wäre kein Problem, zum einen ist Rostock eher besser erreichbar als
Sassnitz, zum anderen schrieb ich schon, die Waggons müssen nicht
unbedingt mit auf die Fähre.
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu DDR-Zeiten
nur nach Gedser, oder? Na gut, ist 30 Jahre her und ich habe inzwischen
kaum noch Anlass, nach Schweden zu fahren. ;-)
--
CU Chr. Maercker.
Torsten Mueller
2019-12-05 12:53:45 UTC
Antworten
Permalink
Post by Chr. Maercker
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu
DDR-Zeiten nur nach Gedser, oder?
Ich bin schon 1994 Rostock - Trelleborg gefahren, Diana II.

T.M.
Florian Ritter
2019-12-05 16:25:34 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Chr. Maercker
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu
DDR-Zeiten nur nach Gedser, oder?
Ich bin schon 1994 Rostock - Trelleborg gefahren, Diana II.
Nun, ich lege meine Rechte schwer auf Deine vom Tragen der
Longrifle abgesenkte Schulter und raune mit vom Kautabak
gebeiztem Stimmchen: Laß uns, Totti, etwas vom Feuerwasser,
dem unversteuerten, naschen, denn anders hat das Leben keinen
Sinn - FR
Torsten Mueller
2019-12-05 16:58:42 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Chr. Maercker
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu
DDR-Zeiten nur nach Gedser, oder?
Ich bin schon 1994 Rostock - Trelleborg gefahren, Diana II.
Nun, ich lege meine Rechte schwer auf Deine vom Tragen der Longrifle
Laß uns, Totti, etwas vom Feuerwasser, dem unversteuerten, naschen,
denn anders hat das Leben keinen Sinn
Wer wollte einem in diesen finsteren Zeiten die bittere Notwendigkeit
absprechen? - Wobei ich mich an damaliges Feuerwasser nicht recht
erinnern kann. Das mag daran gelegen haben, daß diese Diana früh um
sechse in Rostock reinkam, nachdem wir uns die ganze Nacht auf der
Autobahn um die Ohren geschlagen hatten. Und dann hat sie bis Mittag
gebraucht, um die Ostsee zu überqueren. An die dänische Insel Møn
erinnere ich mich, hohe von der Sonne angestrahlte Kreidefelsen, genau
wie auf Rügen. Dann, paar Tage später, auf der Fähre von Stockholm nach
Turkku waren wir schon alte Fährhasen. Aber auch da war das Fahren in
der Mitternachtssonne mit Anlegen in Mariehamn viel zu interessant, um
die Zeit einfach zu versaufen.

T.M.
Florian Ritter
2019-12-05 18:01:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Torsten Mueller
Ich bin schon 1994 Rostock - Trelleborg gefahren, Diana II.
Nun, ich lege meine Rechte schwer auf Deine vom Tragen der Longrifle
Laß uns, Totti, etwas vom Feuerwasser, dem unversteuerten, naschen,
denn anders hat das Leben keinen Sinn
Wer wollte einem in diesen finsteren Zeiten die bittere Notwendigkeit
absprechen? - Wobei ich mich an damaliges Feuerwasser nicht recht
erinnern kann. Das mag daran gelegen haben, daß diese Diana früh um
sechse in Rostock reinkam, nachdem wir uns die ganze Nacht auf der
Autobahn um die Ohren geschlagen hatten. Und dann hat sie bis Mittag
gebraucht, um die Ostsee zu überqueren. An die dänische Insel Møn
erinnere ich mich, hohe von der Sonne angestrahlte Kreidefelsen, genau
wie auf Rügen. Dann, paar Tage später, auf der Fähre von Stockholm nach
Ich meine, die von Moen sind etwas höher. Man konnte Sie bei
guter Sicht vom Nordende Hiddensees aus sehen.
Axiom: Egal, wo Du auf der Welt hinkommst, es ist immer schon
ein Sachse da. So auch auf Moen, wo ein sächsischer Geologe
mit Hämmerchen in der Kreide herumpickte.
Post by Torsten Mueller
Turkku waren wir schon alte Fährhasen.
Recte Turku, das Städtl hat ein von der DDR-Firma Bergmann-Borsig
erigiertes Kraftwerk.
Post by Torsten Mueller
Aber auch da war das Fahren in der Mitternachtssonne mit Anlegen
in Mariehamn viel zu interessant, um die Zeit einfach zu versaufen.
Gerade dieser Hintergrund hätte eine extra prima Kulisse fürs
Lesen mehrerer Greifswalder Biermessen (s.d.!) abgegeben.
Übrigens war ja Greifswald längere Zeit schwedisch und die
dortige Univ. (gegr. 1456) dadurch die älteste Skandinaviens - FR
Wolf gang P u f f e
2019-12-05 19:27:36 UTC
Antworten
Permalink
...
Post by Florian Ritter
Post by Torsten Mueller
gebraucht, um die Ostsee zu überqueren. An die dänische Insel Møn
erinnere ich mich, hohe von der Sonne angestrahlte Kreidefelsen, genau
wie auf Rügen. Dann, paar Tage später, auf der Fähre von Stockholm nach
Ich meine, die von Moen sind etwas höher. Man konnte Sie bei
guter Sicht vom Nordende Hiddensees aus sehen.
Sehe ich jedes Jahr:
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W.
Guido Grohmann
2019-12-05 20:55:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
...
Post by Florian Ritter
Post by Torsten Mueller
gebraucht, um die Ostsee zu überqueren. An die dänische Insel Møn
erinnere ich mich, hohe von der Sonne angestrahlte Kreidefelsen, genau
wie auf Rügen. Dann, paar Tage später, auf der Fähre von Stockholm nach
Ich meine, die von Moen sind etwas höher. Man konnte Sie bei
guter Sicht vom Nordende Hiddensees aus sehen.
http://www.server-alpha.de/diverses/00706-hiddensee-moen.jpg
http://www.server-alpha.de/diverses/cimg5139azb300411.jpg
Ist das oben auf der Steilküste, bei Kloster aufgenommen?

Guido
Torsten Mueller
2019-12-06 06:44:35 UTC
Antworten
Permalink
Post by Guido Grohmann
Post by Wolf gang P u f f e
http://www.server-alpha.de/diverses/00706-hiddensee-moen.jpg
http://www.server-alpha.de/diverses/cimg5139azb300411.jpg
Ist das oben auf der Steilküste, bei Kloster aufgenommen?
Auf dem Hügel am Nordende, wo der Leuchtturm steht. Man muß nicht auf
ihn hinauf, es langt, wenn man auf dem Hügel steht. Vormittagssonne ist
hilfreich. Sind etwa 40km.

T.M.
Wolf gang P u f f e
2019-12-06 15:44:57 UTC
Antworten
Permalink
Post by Guido Grohmann
Post by Wolf gang P u f f e
...
Post by Florian Ritter
Post by Torsten Mueller
gebraucht, um die Ostsee zu überqueren. An die dänische Insel Møn
erinnere ich mich, hohe von der Sonne angestrahlte Kreidefelsen, genau
wie auf Rügen. Dann, paar Tage später, auf der Fähre von Stockholm nach
Ich meine, die von Moen sind etwas höher. Man konnte Sie bei
guter Sicht vom Nordende Hiddensees aus sehen.
http://www.server-alpha.de/diverses/00706-hiddensee-moen.jpg
http://www.server-alpha.de/diverses/cimg5139azb300411.jpg
Ist das oben auf der Steilküste, bei Kloster aufgenommen?
1,5-2km nördlich von Kloster oben am Bakenberg und am Leuchtturm
Dornbusch sind der Steilküste 2 Bänke.
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Eine Bank vor dem Leuchtturm, wo zwischen Kante Steilküste und Bank ein
Holzgeländer ist.
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Und hinter dem Leuchtturm ist eine Tausendfüßlerbank.
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Die Leute da gucken nach Dänemark:
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W.
Wolf gang P u f f e
2019-12-06 19:12:24 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Post by Guido Grohmann
Post by Wolf gang P u f f e
http://www.server-alpha.de/diverses/00706-hiddensee-moen.jpg
http://www.server-alpha.de/diverses/cimg5139azb300411.jpg
Ist das oben auf der Steilküste, bei Kloster aufgenommen?
1,5-2km nördlich von Kloster oben am Bakenberg und am Leuchtturm
Dornbusch sind der Steilküste 2 Bänke.
http://www.server-alpha.de/diverses/aussichtspunke-hiddensee-moen.jpg
Eine Bank vor dem Leuchtturm, wo zwischen Kante Steilküste und Bank ein
Holzgeländer ist.
http://server-alpha.de/baenke/index_htm_files/314.jpg
Ok, das ist etwas nördlicher als die Stelle, die ich meinte. Es gibt
auch südlich von Kloster eine Bank auf der Steilküste, da hab ich schon
ein paarmal mit einem Bierchen und einem Fischbrötchen gesessen und
einfach nur entspannt. Da oben am Leuchtturm war ich zwar auch, aber ich
bin dann doch immer auf den Turm hoch, weil die Aussicht einfach nur
sehenswert ist.
Eine schöne Gegend um mal alles hinter sich lassen und die Zeit
vergessen zu können.
Mich fasziniert dort der nächtliche Himmel.
Seit Jahren versuche ich das Schauspiel, das der Leuchtturm mit seinen
20 Lichtstrahlen am Himmel zeigt, fotografisch festzuhalten.
Man muss da einfach selbst mal Nachts unter dem Turm stehen, und das
Ganze auf sich wirken lassen.
http://www.server-alpha.de/leuchttuerme/dornbusch.html
http://www.server-alpha.de/leuchttuerme/dornbusch2.html
http://www.server-alpha.de/leuchttuerme/dornbusch3.html
Und hier, ein wenig runterscrollen:
http://www.server-alpha.de/leuchtturm-dornbusch/

W.
Florian Ritter
2019-12-07 18:23:58 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Ok, das ist etwas nördlicher als die Stelle, die ich meinte. Es gibt
auch südlich von Kloster eine Bank auf der Steilküste, da hab ich schon
ein paarmal mit einem Bierchen und einem Fischbrötchen gesessen und
einfach nur entspannt. Da oben am Leuchtturm war ich zwar auch, aber ich
bin dann doch immer auf den Turm hoch, weil die Aussicht einfach nur
sehenswert ist.
Eine schöne Gegend um mal alles hinter sich lassen und die Zeit
vergessen zu können.
Mich fasziniert dort der nächtliche Himmel.
Verachtenswerterweise hat Kloster jetzt Straßenbeleuchtung.
Als ich als Schüler zum ersten Mal dort war, gab's derlei
nicht mal im Ansatz - trat man ins Freie, wußte man, was
absolute Finsternis ist.

FR
Florian Ritter
2019-12-07 18:14:42 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Post by Florian Ritter
Ich meine, die von Moen sind etwas höher. Man konnte Sie bei
guter Sicht vom Nordende Hiddensees aus sehen.
Wat'n, Dir tun se uffe Insel lassen? Ick gloobe et ja nüsch.
In Greifswald hatten wir einen Neffen des NASA-Chefs W. von Braun,
die Mutter war eine geb. Freiin von Braun, der Vater
Oberkonsistorialrat in Ostberlin. Die hatten ein Haus in Kloster.
Sohnemann war kaum fertig mit dem Studium, da war er schon in den USA.
Post by Wolf gang P u f f e
http://www.server-alpha.de/diverses/00706-hiddensee-moen.jpg
http://www.server-alpha.de/diverses/cimg5139azb300411.jpg
Das zwote Lichtbild ist bei wirklich perfekter Sicht geschossen - FR
@
2020-01-26 11:23:00 UTC
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Post by Florian Ritter
Wat'n, Dir tun se uffe Insel lassen? Ick gloobe et ja nüsch.
In Greifswald hatten wir einen Neffen des NASA-Chefs W. von Braun,
die Mutter war eine geb. Freiin von Braun, der Vater
Oberkonsistorialrat in Ostberlin. Die hatten ein Haus in Kloster.
Sohnemann war kaum fertig mit dem Studium, da war er schon in den USA.
NASA-Chef? jloob ick nich...


von Braun was a German and later American aerospace engineer
<https://en.wikipedia.org/wiki/Aerospace_engineering>^[3]
<https://en.wikipedia.org/wiki/Wernher_von_Braun#cite_note-3> and space
architect <https://en.wikipedia.org/wiki/Space_architecture>. He was the
leading figure in the development of rocket technology in Germany and a
pioneer of rocket and space technology in the United States.

Knut Ochdorf
2019-12-06 22:25:56 UTC
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Post by Chr. Maercker
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu DDR-Zeiten
nur nach Gedser, oder? Na gut, ist 30 Jahre her und ich habe inzwischen
kaum noch Anlass, nach Schweden zu fahren. ;-)
Nein. Nach Gedser ging es ab Warnemünde. Das ist auch am westlichen Ufer
der Warnow. Da geht heute gar nichts mehr.
Florian Ritter
2019-12-07 18:33:00 UTC
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Post by Knut Ochdorf
Post by Chr. Maercker
Aber ich lese grad: Rostock - Trelleborg? Von dort ging es zu DDR-Zeiten
nur nach Gedser, oder? Na gut, ist 30 Jahre her und ich habe inzwischen
kaum noch Anlass, nach Schweden zu fahren. ;-)
Nein. Nach Gedser ging es ab Warnemünde. Das ist auch am westlichen Ufer
der Warnow. Da geht heute gar nichts mehr.
Wie jetzt, die Gedserfähre fährt nicht mehr? Seit wann?
Wir sind mal bei Windstärke 8 von Bornholm kommend in den
Yachthafen Gedser eingelaufen, wo man heiß duschen kann -
schöner als Weihnachten.
Andernmorgens ging ich ins Dorf Gedser, Brötchen zu holen.
Also gegen Gedser ist das auf dem Fischland gegenüberliegende
Wustrow eine Weltstadt - FR
Knut Ochdorf
2019-12-07 23:35:18 UTC
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Post by Florian Ritter
Post by Knut Ochdorf
Nein. Nach Gedser ging es ab Warnemünde. Das ist auch am westlichen Ufer
der Warnow. Da geht heute gar nichts mehr.
Wie jetzt, die Gedserfähre fährt nicht mehr? Seit wann?
1995 wurde die Eisenbahnfähre eingestellt und das Fährschiff nach
Italien verkauft.

Wobei es neu eine Autofähre ab Rostock gibt.
Fa.lk.Sc.H.a.de
2019-11-22 09:37:29 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Also bis 1972 hatte ich mit Fahrradteilen kein Problem.
Bis etwa zu diesem Zeitraum könnte es sogar zutreffen. Seltsamerweise
(bezeichnenderweise?) verschlechterte sich das mit dem Konsumgüter-Furz
vom Honnecker. Wahrscheinlich hing es aber mehr mit der Verstaatlichung
größerer Privatbetriebe 1973 zusammen. Die waren häufig Zulieferer von
Kleinteilen.
Post by Gunter Kühne
Später mit Moped oder Autos auch keins.
Damit hatte ich mangels Mopped/Auto auch kein Problem. ;-)
Post by Gunter Kühne
bei allem anderen war es höchstens eine Frage von 1-2 Wochen
Speziealteile zu bekommen. ( Man brauchte eben auch Zeit.)
Es war ja leider nicht so, dass man sich hätte drauf verlassen können,
dann und dann gips die betr. Mangelware wieder. Irknwann tauchte
zufällig irknwas auf. Wer zum Tag X nicht zuschlagen konnte hatte Pech.
Post by Gunter Kühne
Ich kann mich an nichts erinnern , was sich nicht beschaffen ließe.
Och, da wüsste ich schon einiges und noch viel mehr, was sich nur auf
mehr oder weniger krummen Wegen beschaffen ließ.
Post by Gunter Kühne
( Gut die Kiste mit den Kolben und zubehörteilen für den Wolgamotor M21
hat paar tage gebraucht, und die Schleiferei hat auch nicht sofort
losgelegt sondern ich musste auch ne Woche warten ehe ich ihn bekam.
( 408 Motor damals ebenso ca 14 Tage.)
Wenn es nur 2..3 Wochen gewesen wären! Ich habe damals durchaus in
Monaten oder Jahren gerechnet bzw. gar nicht, weil es eben so zufällig
war. Eher wurde gehamstert, *wenn* es mal was gab oder notfalls was im
Betrieb abgezweigt. Dort gammelten oft genug Sachen rum, die woanders
dringend gebraucht wurden.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
ACK, die machte sich auch verdammt rar. War aber dank Westpaketen kein
ernsthaftes Problem. ;-)
Ich hatte keine Westpakete!!
Wir auch nur 2..4/Jahr. Die haben aber vor allem den Speisezettel
bereichert, Schrauben, Nägel etc. haben wir uns keine schicken lassen,
sondern dick bevorratet, wenn es zufällig mal bei HO, Konsum, BHG oder
im Betrieb welche gab.
Post by Gunter Kühne
Ich habe die immer auf dem Neustädter Bahnhof im Mitropa Kiosk gekauft.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern das es keine gab.
Vollmilch-Zeugs stand fast immer in den Regalen, da bin ich mir auch
ziemlich sicher.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Einen Trabant Kombi hatte ich Anno 1977 bestellt. Schon zwölf Jahre
später sollte geliefert werden, allerdings eine Limousine. Hab ich
abgelehnt, musste deshalb noch ein Jahr länger warten.
Warum habt ihr alle trabbi bestellt??
Weil wir wussten, warum der Wartburg seinen Namen hatte. Und außerdem
war es für viele eine Preisfrage, nicht alle verdienten so gut wie
Schichtarbeiter, Handwerker oder im Staatsapparat.
Post by Gunter Kühne
  meiner Bestellungen waren immer Wartburg oder Skoda.
als ich vorsichtig mal 1984 nachfragte nach einen 2140 bekam ich die
Antwort: Wen sie wollen können sie den nächsten Monat haben. aber bitte
Anzahlung von mind. 10 k DDR Mark.
Was beim Skoda wohl kaum die halbe Miete war, WIMRE. Oder war der
deutlich billiger als Wartburg?
wartburg ohne alles 23 tm
Skoda s100 19 tm
der Spätere S 120 kam 26 tm.
OK also gleiche Größenordnung. War mir auch so in Erinnerung.
Post by Gunter Kühne
Mosi , 18 tm
Logisch und ein 2140 ist ein Moskwitsch.
den gabs viele Jahre sofort. ( Naja bei Barzahlung ein bis zwei Monate.)
Gemeint ist <https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch-412>
nehme ich an. Wir hatten den Vorgänge, Mod. 410, Opel Rekord Nachbau.
Das war die Sorte, ber der die Bodenbleche durchrosteten. Das hatte sich
rumgesprochen. Der 412er mag besser gewesen sein, aber so ein
Negativ-Image hält sich zäh, gerade bei Autos, die damals teuer und
langlebig waren (bzw. sein sollten).
Post by Gunter Kühne
Wen man einfach von Jedem angemeldeten auto  50 % Anzahlung genommen
hätte währen die Wartezeiten schlagartig zusammengebrochen.
Wirklich? Warum wurde es dann nicht gemacht? Viele Leute hatten
ausreichend auf hoher Kante. Es fehlte nur noch das Auto dazu. ;-)
Post by Gunter Kühne
Die meisten spekulierten doch darauf nach ca 10 Jahren ihren alten zu
Vergolden und sich dann den neuen zu leisten.
Ein Geschäftsmodell, welches 1990 schlagartig zusammenbrach. Und warum?
Weil es plötzlich *tatsächlich* Autos nach 14 Tagen Lieferzeit gab. Oder
noch schneller.
Post by Gunter Kühne
Wie sagte mal einer der Dialektiker im Fernsehen ich habe nun einen
neues Auto bekommen einen Gebrauchten konnte ich mir nicht leisten.
Angenommen, einige Leute hätten 50% angezahlt, hätten die wirklich
binnen Wochen oder wenigstens Monaten ihre Karre bekommen? Und wenn ja,
wie war es dann möglich, dass für Gebrauchte derart horrende Summen
gezahlt wurden? Mir scheint, da wird umgekehrt ein Schuh draus: Angebot
und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenigstens im informellen Sektor
funktionierte Marktwirtschaft sogar in der DDR / Ostblock.
Möglicherweise sogar näher am Ideal der selbigen als heute, wo immer
größere Multis die Wirktschaft diktieren.
Post by Gunter Kühne
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
  Wat'n Glück. Bis
Post by Chr. Maercker
dahin hatte ich eh gelernt, so ziemlich alles mit Fahrrad zu transportieren.
Fahrad bin ich das letzte mal 1971 gefahren.
Auto bin ich das letzte mal 1999 gefahren.
Ich sag ja, andere DDR, weit weg von Berlin.
Wobei Ostberlin/HdDDR für Fahrrad zwar schon recht groß, aber noch
machbar war/ist. Je nachdem, wo man hin muss. In Städten der Größe von
Halle, aber auch Leipzig geht es sowieso, ähnlich flott wie mit Auto und
deutlich schneller als ÖPNV.
Post by Gunter Kühne
Aber damals gabs noch Züge die Berlin in 100 Minuten erreichten.
Naja, vielleicht Abf Straußberg oder so ...
Zwischen Halle, Magdeburg und Leipzig fahren die Züge heute entschieden
schneller als zu DR-Zeiten. Und man weiß sogar wann, ohne ständig im
Fahrplan blättern zu müssen.
Dann fahr mal von Dresden nach diesem Berlin. Ein einziges Elend! Fast 2h.
Lars Gebauer
2019-11-22 10:45:40 UTC
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Post by Fa.lk.Sc.H.a.de
Dann fahr mal von Dresden nach diesem Berlin. Ein einziges Elend! Fast 2h.
137 Zeilen Quote nur um eine einzige Zeile drunterzukleistern.

*DAS* ist Elend!
Guido Grohmann
2019-11-20 18:19:44 UTC
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Post by Chr. Maercker
Schnaps auch. Nur keine Nägel und keine Ersatzteile, egal für welche
Gerätschaft. Lebendär war der Trabi-Auspuff, aber nur deswegen, weil die
DDR-Gesellschaft genauso autogeil war wie im anderen Deutschland. Mit
Fahrradteilen u.v.a. war es kein Deut besser.
Ich kann mich nicht erinnern, daß es keine Nägel im Laden gab. Dafür
gabs aber andere Dinge nicht. Massivholz beispielsweise - es gab
Sperrholz, Faserplatten, Spanplatten, aber einfaches Massivholz, also
Bohlen oder auch nur Leisten war bei uns in der Gegend Mangelware, warum
auch immer.

Wir hatten ein paar private Fahrradhändler, die hatten auch Werkstätten
und da gabs zwar einzelne Teile immer mal nicht, aber insgesamt gabs
viele Fahrrad-Ersatzteile zu kaufen, also das, was man fürs normale
Tourenrad (hust) brauchte. Mangelware waren beispielsweise eine Zeitlang
mal Felgenbremsen oder Ersatzteile dafür und Glühlampen. Einer hat in
seinem Laden alte Räder neu aufgebaut - da war dann fast alles außer
Rahmen und Stahlfelgen neu, Felgen und Rahmen wurden farblich passend
lackiert.

Bei elektrischen Geräten gabs immer die Teile nicht, die oft
kaputtgingen. Manchmal gabs gefühlt auch mehr Ersatzteile als Geräte. Es
gab sogar Ersatzteile für Füllfederhalter!

Elektronische Bauteile hingegen waren immer Sackstand.

Wir hatte erst spät ein Auto - und da gabs einen florierenden Tausch-
und Schwarzhandel. Das muß richtig übel gewesen sein, in mancher Garage
stand gefühlt ein zweites Auto in Einzelteilen, falls mal was kaputt geht.

Guido
Chr. Maercker
2019-11-21 12:23:49 UTC
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Post by Guido Grohmann
Ich kann mich nicht erinnern, daß es keine Nägel im Laden gab.
Ich kann mich deswegen so gut dran erinnern, weil ich es selbst als
DDR-Insasse nicht für möglich gehalten hätte.
Post by Guido Grohmann
gabs aber andere Dinge nicht. Massivholz beispielsweise
Ja klar, aber mit "Luxusartikeln" fange ich in einem Thread, in dem so
getan wird, als hätte es praktisch keine Versorgungsengpässe gegeben,
gar nicht erst an.
Post by Guido Grohmann
Sperrholz, Faserplatten, Spanplatten, aber einfaches Massivholz, also
Bohlen oder auch nur Leisten war bei uns in der Gegend Mangelware, warum
auch immer.
ACK, auch da haben wir von Uralt-Vorräten gezehrt, aus den 1960ern oder
noch viel älter.
Post by Guido Grohmann
Wir hatten ein paar private Fahrradhändler, die hatten auch Werkstätten
und da gabs zwar einzelne Teile immer mal nicht, aber insgesamt gabs
viele Fahrrad-Ersatzteile zu kaufen, also das, was man fürs normale
Tourenrad (hust) brauchte. Mangelware waren beispielsweise eine Zeitlang
mal Felgenbremsen oder Ersatzteile dafür und Glühlampen.
An fehlendes Glühobost kann ich mich wiederum nur dunkel erinnern. Was
Wunder, davon hatte ich immer einen Vorrat, so schnell wie diese
Sonderform der Schmelzsicherung durchbrannte. Ebenso Ventile, nachdem
die Plastik-Innenleben bekamen, dessen Schmelzpunkt weit unterhalb der
Kompressionstemperatur simpler Fahrrad-Luftpumpen lag. Diesen Dreck gips
heute noch.
Post by Guido Grohmann
Einer hat in
seinem Laden alte Räder neu aufgebaut - da war dann fast alles außer
Post by Guido Grohmann
Rahmen und Stahlfelgen neu, Felgen und Rahmen wurden farblich passend
lackiert.
Bei elektrischen Geräten gabs immer die Teile nicht, die oft
kaputtgingen.
Logo. ;-)
Post by Guido Grohmann
Manchmal gabs gefühlt auch mehr Ersatzteile als Geräte. Es
gab sogar Ersatzteile für Füllfederhalter!
Elektronische Bauteile hingegen waren immer Sackstand.
ACK, ausgenommen vielleicht ein gewisses Grundsortiment. Quarze waren
z.B. nicht wirklich handelsüblich. Auf diesem Gebiet waren aber die VEBs
meiner Wahl sehr hilfreich. ;-)
Post by Guido Grohmann
Wir hatte erst spät ein Auto - und da gabs einen florierenden Tausch-
und Schwarzhandel. Das muß richtig übel gewesen sein, in mancher Garage
stand gefühlt ein zweites Auto in Einzelteilen, falls mal was kaputt geht.
Mein Zweitrad wartete auch auf die Endmontage. Die letzten Teile habe
ich 2012 zusammen mit dem Diamant Sport abgegeben, inzwischen passt ja
fast nix mehr.
--
CU Chr. Maercker.
Guido Grohmann
2019-11-21 17:48:07 UTC
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Post by Chr. Maercker
An fehlendes Glühobost kann ich mich wiederum nur dunkel erinnern.
;)
Post by Chr. Maercker
Ebenso Ventile, nachdem
die Plastik-Innenleben bekamen, dessen Schmelzpunkt weit unterhalb der
Kompressionstemperatur simpler Fahrrad-Luftpumpen lag. Diesen Dreck gips
heute noch.
Irgendwann in den 80ern gabs dann die Ventile, die nur aus einem
Aluschaft und einem breiten Gummiring bestanden. Vom Prinzip waren die
wie die Dunlop-Ventile, nur (erstaublicherweise) etwas haltbarer als die
vom Typ "Dunlop". Was hab ich dann in den 90ern über diese
Mistkonstruktion mit dem Gummischläuchlein geflucht. Irgendwann paar
Jahre nach der Wende hatte ich dann so die Schnauze voll, daß ich auf
Autoventile am Fahrrad umgestiegen bin. Den ganzen Fahrradventildreck tu
ich mir nicht mehr an.

Guido
Chr. Maercker
2019-11-22 07:53:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Guido Grohmann
Irgendwann in den 80ern gabs dann die Ventile, die nur aus einem
Aluschaft und einem breiten Gummiring bestanden. Vom Prinzip waren die
wie die Dunlop-Ventile, nur (erstaublicherweise) etwas haltbarer als die
vom Typ "Dunlop". Was hab ich dann in den 90ern über diese
Mistkonstruktion mit dem Gummischläuchlein geflucht.
Mir sind sie als "polnische Ventile" in Erinnerung. Die hielten
wenigstens so lange die Luft, bis die Schläuchlein rissen und das
dauerte oft recht lange. Und sie lassen sich recht einfach reparieren,
den anderen Mist kann man nur wegschmeißen. Das Aufpumpen erfordert zwar
sehr gute Luftpumpen (am besten Autopumpe) und viel Kraft, aber ich habe
sie trotzdem genommen, mit dem Plastik-Frumms kann man den für
Sporträder erforderlichen Reifendruck gar nicht aufbauen. Problem ist,
dass die Schläuche geschlitzte Ventilstutzen haben müssen, sonst passen
die "polnischen" nicht rein.
Post by Guido Grohmann
Irgendwann paar
Jahre nach der Wende hatte ich dann so die Schnauze voll, daß ich auf
Autoventile am Fahrrad umgestiegen bin. Den ganzen Fahrradventildreck tu
ich mir nicht mehr an.
Heute haben wir vier verschiedene Systeme, drei davon benötigen jeweils
verschiedene Bohrungen in den Felgen. Deswegen bin ich bei Dunlops
geblieben und passe dafür auf, dass die Ventile Einsätze aus Metall
statt aus Bröselstoff haben.
--
CU Chr. Maercker.
Thomas Homilius
2019-11-19 19:32:59 UTC
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Post by Thomas Homilius
Ja, das bin ich. Obwohl ich die meiste Zeit meines bisherigen Lebens in
der freiheitlichen BRD verlebt habe, hat mich doch meine Zeit in der DDR
gepraegt.
Zu DDR-Zeiten habe ich allerdings keine Ostmusik gehoert. Heute aber
gefaellt mir z.B. die Gruppe Karat mit ihren Songs aus DDR-Zeiten.

Karat hoere ich ab und an auf Spotify und scrobbele die abgespielten
Songs bei <https://www.last.fm/user/thomashomilius>. Da ist auch ein
Foto von mir aus der Zeit 1989/1990.
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Chr. Maercker
2019-11-20 12:13:07 UTC
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Post by Thomas Homilius
Zu DDR-Zeiten habe ich allerdings keine Ostmusik gehoert.
Ich schon, nur kaum welche aus der DDR, sondern aus Polen und - selten -
CSSR oder Ungarn.
Post by Thomas Homilius
Karat hoere ich ab und an auf Spotify und scrobbele die abgespielten
Songs bei <https://www.last.fm/user/thomashomilius>. Da ist auch ein
Foto von mir aus der Zeit 1989/1990.
Meine Favoriten liefen damals auf NDR II / HR III, heute via Weltnetz,
u.a. hier:
<http://radio.krautrock-world.com/playing.php>
--
CU Chr. Maercker.
Wolf gang P u f f e
2019-11-20 15:59:58 UTC
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Post by Thomas Homilius
Zu DDR-Zeiten habe ich allerdings keine Ostmusik gehoert. Heute aber
gefaellt mir z.B. die Gruppe Karat mit ihren Songs aus DDR-Zeiten.
Puhdys war mein einziger Ost-Favorit, wo so gut wie alles von denen
gern gehört habe. Gelegentlich mal noch ein Schlager.
Aber mit all den anderen Sachen wie Stern Meißen, Renft, Kreis oder
Karat konnte ich nichts anfangen.
Heute höre ich sowas dagegen gern mal.

Ansonsten war bei mir im Radio meist RIAS und Bayern3.
Meine Lieblingsmelodie:
https://www.br.de/unternehmen/inhalt/organisation/bayern-3-verkehrsmelodie-sigi-v2-100.html

W. :-)
Thomas Homilius
2019-11-20 16:47:47 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Ansonsten war bei mir im Radio meist RIAS und Bayern3.
In Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) konnte ich damals neben Bayern3 auch
RIAS hoeren. Es war sogar ein relativer guter Empfang ueber die
Gemeinschaftsantenne. Das habe ich in den 80ern auch gemacht und die
damaligen (West-)Hits mit dem Kassenrecorder aufgenommen.
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Wolf gang P u f f e
2019-11-21 21:23:31 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Wolf gang P u f f e
Ansonsten war bei mir im Radio meist RIAS und Bayern3.
In Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) konnte ich damals neben Bayern3 auch
RIAS hoeren. Es war sogar ein relativer guter Empfang ueber die
Gemeinschaftsantenne. Das habe ich in den 80ern auch gemacht und die
damaligen (West-)Hits mit dem Kassenrecorder aufgenommen.
RIAS wurde, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, damals für uns
Süd-DDRler vom Sender Hof ausgestrahlt. Von dort kam auch das ZDF.
Bayern3 kam vom Sender Ochsenkopf, wie auch ARD auf Kanal 4.

Letzteren habe ich mir aus Neugierde 2008 beim Tag der offenen Tür mal
von innen angesehen.
http://www.server-alpha.de/ochsenkopf/ochsenkopf.html

Durch Zufall hatte ich 1993 die Gelegenheit (leider ohne Fotokamera)
in München die Sendestudios des Bayerischen Rundfunks und die damals
gerade fertig gestellte ASTRA Uplink Anlage anzusehen.
Bei den Begriff Studio dachte ich immer an große Räume und viel Technik.
Erschreckend wie klein die Zimmerchen waren, wo Nachrichtensendungen,
das Mittagsmagazin, Abendschau und Radiosendungen aufgenommen wurden.

W.
Martin Ebert
2019-11-22 00:03:12 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Post by Thomas Homilius
In Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) konnte ich damals neben Bayern3 auch
RIAS hoeren.
RIAS wurde, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, damals für uns
Süd-DDRler vom Sender Hof ausgestrahlt.
Das hatten wir zwar schon, ist aber immer noch richtig.

Die RIAS-Programme wurden in Berlin (Westberlin) produziert und
terrestrisch mit riesiger Sendeleistung abgestrahlt. Gleichzeitig
ging ein Erdkabel (Trasse Fernkabel 4) quer durch die DDR, übrigens
auch an mir vorbei, nach Hof. Über dieses Kabel wurden die Sendesignale
der verschiedenen Sender nach Hof überspielt.

BTW: Und das die ÜSt-2 meines Städtchens schon vor der Wende in Teilen
PCM-Technik hatte, dürfte mit diesem Umstand zusammenhängen.

Ansich war die DDR stinkesauer: Blödes Westradio via Kabel durch die
DDR. Aber es war nichts zu machen:

RIAS war nun mal kein deutscher, sondern ein amerikanischer Sender.
Und das fragliche Kabel war Sache der Alliierten, die "völlig
souveräne DDR" saß da (falls sie mal sitzen durfte) am Katzentisch
und hatte freundlich zu nicken.

Mt
Ronald Konschak
2019-11-22 08:50:09 UTC
Antworten
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Post by Martin Ebert
Post by Wolf gang P u f f e
RIAS wurde, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, damals für uns
Süd-DDRler vom Sender Hof ausgestrahlt.
Das hatten wir zwar schon, ist aber immer noch richtig.
Die RIAS-Programme wurden in Berlin (Westberlin) produziert und
terrestrisch mit riesiger Sendeleistung abgestrahlt. Gleichzeitig
ging ein Erdkabel (Trasse Fernkabel 4) quer durch die DDR, übrigens
auch an mir vorbei, nach Hof. Über dieses Kabel wurden die Sendesignale
der verschiedenen Sender nach Hof überspielt.
BTW: Und das die ÜSt-2 meines Städtchens schon vor der Wende in Teilen
PCM-Technik hatte, dürfte mit diesem Umstand zusammenhängen.
Ansich war die DDR stinkesauer: Blödes Westradio via Kabel durch die
RIAS war nun mal kein deutscher, sondern ein amerikanischer Sender.
Und das fragliche Kabel war Sache der Alliierten, die "völlig
souveräne DDR" saß da (falls sie mal sitzen durfte) am Katzentisch
und hatte freundlich zu nicken.
Das hatten wir zwar schon, aber es ist immer noch falsch.

Die DDR war Mitglied der ITU. Die Mitglieder der ITU erkennen den
Internationalen Fernmeldevertrag völkerrechtlich verbindliche
Vorschrift an. Der IFV regelt u.a. Durchleitung von Nachrichten
durch die Fernmeldeeinrichtungen der Mitgliedsländer. Die
Besatzungsmächte hatten da genauso viel oder wenig zu sagen,
wie die anderen Länder.

Grüße mir Deinen Propagandaleiter und sage ihm, dass sein Kadaver
so schlecht riecht, weil er immer noch im Schützengraben des Kalten
Krieges hockt.

Ronald.
--
Wer mit der Pistole auf die Vergangenheit schießt,
dem wird die Zukunft mit einer Kanone antworten.

Russisches Sprichwort
Veith
2019-11-22 10:58:21 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Die RIAS-Programme wurden in Berlin (Westberlin) produziert und
terrestrisch mit riesiger Sendeleistung abgestrahlt. Gleichzeitig
ging ein Erdkabel (Trasse Fernkabel 4) quer durch die DDR, übrigens
auch an mir vorbei, nach Hof. Über dieses Kabel wurden die Sendesignale
der verschiedenen Sender nach Hof überspielt. (...)
RIAS war nun mal kein deutscher, sondern ein amerikanischer Sender.
Und das fragliche Kabel war Sache der Alliierten, die "völlig
souveräne DDR" saß da (falls sie mal sitzen durfte) am Katzentisch
und hatte freundlich zu nicken.
Das hatten wir zwar schon, aber es ist immer noch falsch.
Die DDR war Mitglied der ITU. Die Mitglieder der ITU erkennen den
Internationalen Fernmeldevertrag völkerrechtlich verbindliche
Vorschrift an. Der IFV regelt u.a. Durchleitung von Nachrichten
durch die Fernmeldeeinrichtungen der Mitgliedsländer. Die
Besatzungsmächte hatten da genauso viel oder wenig zu sagen,
wie die anderen Länder.
So ganz sauber ist das m.E. noch nicht geklärt. Hier ein wilder Thread zum
Thema:
https://de.alt.folklore.ddr.narkive.com/LuOR02gJ/rias-kabel-quer-durch-die-ddr-war-re-radio-free-europe

Die DDR wurde erst mit Wirkung vom 03.04.1973 Mitglied der Internationalen
Fernmeldeunion und - ergänzend - das erste Post- und Fernmeldeabkommen zwischen
BRD und DDR wurde erst am 30. März 1976 unterzeichnet, obwohl die DDR bereits im
Vorfeld des sog. "Grundlagenvertrages" (1972 / 73) sehr drängte.

Vorher (ab 1948!) könnte es durchaus auf Gewohnheitsrecht der US-Besatzer und
den "ungehinderten Zugang nach Westberlin" beruht haben.

Peter
Wolf gang P u f f e
2019-11-22 16:24:28 UTC
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Post by Veith
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Die RIAS-Programme wurden in Berlin (Westberlin) produziert und
terrestrisch mit riesiger Sendeleistung abgestrahlt. Gleichzeitig
ging ein Erdkabel (Trasse Fernkabel 4) quer durch die DDR, übrigens
auch an mir vorbei, nach Hof. Über dieses Kabel wurden die Sendesignale
der verschiedenen Sender nach Hof überspielt. (...)
RIAS war nun mal kein deutscher, sondern ein amerikanischer Sender.
Und das fragliche Kabel war Sache der Alliierten, die "völlig
souveräne DDR" saß da (falls sie mal sitzen durfte) am Katzentisch
und hatte freundlich zu nicken.
Das hatten wir zwar schon, aber es ist immer noch falsch.
Wie man sieht, hatten wir das Thema hier noch nicht oft genug. ;-)
Post by Veith
Post by Ronald Konschak
Die DDR war Mitglied der ITU. Die Mitglieder der ITU erkennen den
Internationalen Fernmeldevertrag völkerrechtlich verbindliche
Vorschrift an. Der IFV regelt u.a. Durchleitung von Nachrichten
durch die Fernmeldeeinrichtungen der Mitgliedsländer. Die
Besatzungsmächte hatten da genauso viel oder wenig zu sagen,
wie die anderen Länder.
So ganz sauber ist das m.E. noch nicht geklärt. Hier ein wilder Thread zum
https://de.alt.folklore.ddr.narkive.com/LuOR02gJ/rias-kabel-quer-durch-die-ddr-war-re-radio-free-europe
Die DDR wurde erst mit Wirkung vom 03.04.1973 Mitglied der Internationalen
Fernmeldeunion und - ergänzend - das erste Post- und Fernmeldeabkommen zwischen
BRD und DDR wurde erst am 30. März 1976 unterzeichnet, obwohl die DDR bereits im
Vorfeld des sog. "Grundlagenvertrages" (1972 / 73) sehr drängte.
Vorher (ab 1948!) könnte es durchaus auf Gewohnheitsrecht der US-Besatzer und
den "ungehinderten Zugang nach Westberlin" beruht haben.
Ich fand diesen Fakt eigentlich nie besonders ungewöhnlich.
Die DDR fuhr ja mit "ihrer" Reichsbahn auch in Westberlin umher.
Warum sollte dann der RIAS nicht auch sein Programm im DDR-Untergrund
verbreiten können.

W.
Ronald Konschak
2019-11-22 17:56:22 UTC
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Post by Veith
Post by Ronald Konschak
Die DDR war Mitglied der ITU. Die Mitglieder der ITU erkennen den
Internationalen Fernmeldevertrag völkerrechtlich verbindliche
Vorschrift an. Der IFV regelt u.a. Durchleitung von Nachrichten
durch die Fernmeldeeinrichtungen der Mitgliedsländer. Die
Besatzungsmächte hatten da genauso viel oder wenig zu sagen,
wie die anderen Länder.
So ganz sauber ist das m.E. noch nicht geklärt. Hier ein wilder Thread zum
https://de.alt.folklore.ddr.narkive.com/LuOR02gJ/rias-kabel-quer-durch-die-ddr-war-re-radio-free-europe
Die DDR wurde erst mit Wirkung vom 03.04.1973 Mitglied der Internationalen
Fernmeldeunion und - ergänzend - das erste Post- und Fernmeldeabkommen zwischen
BRD und DDR wurde erst am 30. März 1976 unterzeichnet, obwohl die DDR bereits im
Vorfeld des sog. "Grundlagenvertrages" (1972 / 73) sehr drängte.
Auch das steht im IFV: Jedes Mitgliedsland kann mit einem anderen
Land einen eigenen Vertrag aushandeln.
Post by Veith
Vorher (ab 1948!) könnte es durchaus auf Gewohnheitsrecht der US-Besatzer und
den "ungehinderten Zugang nach Westberlin" beruht haben.
Ach Quark. Zunächst mal war noch gar nicht klar, dass sich die
beiden deutschen Staaten auf Dauer voneinander abgrenzen wollen.
Man duldete es, denn es gab ja auch Leitungen der Deutschen Post,
die über Westberliner und BRD-Gebiet führten. Zudem hätte es nur
kurzzeitig zur Unterbrechung der Ausstrahlung des RIAS über Hof
geführt, wenn man die Leitung abgeschaltet hätte. Das dürfte
den zuständigen Genossen auch klar gewesen sein.

Ronald.
--
Wer mit der Pistole auf die Vergangenheit schießt,
dem wird die Zukunft mit einer Kanone antworten.

Russisches Sprichwort
René Marquardt
2019-11-23 02:03:06 UTC
Antworten
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Post by Ronald Konschak
Post by Veith
Post by Ronald Konschak
Die DDR war Mitglied der ITU. Die Mitglieder der ITU erkennen den
Internationalen Fernmeldevertrag völkerrechtlich verbindliche
Vorschrift an. Der IFV regelt u.a. Durchleitung von Nachrichten
durch die Fernmeldeeinrichtungen der Mitgliedsländer. Die
Besatzungsmächte hatten da genauso viel oder wenig zu sagen,
wie die anderen Länder.
So ganz sauber ist das m.E. noch nicht geklärt. Hier ein wilder Thread zum
https://de.alt.folklore.ddr.narkive.com/LuOR02gJ/rias-kabel-quer-durch-die-ddr-war-re-radio-free-europe
Die DDR wurde erst mit Wirkung vom 03.04.1973 Mitglied der Internationalen
Fernmeldeunion und - ergänzend - das erste Post- und Fernmeldeabkommen zwischen
BRD und DDR wurde erst am 30. März 1976 unterzeichnet, obwohl die DDR bereits im
Vorfeld des sog. "Grundlagenvertrages" (1972 / 73) sehr drängte.
Auch das steht im IFV: Jedes Mitgliedsland kann mit einem anderen
Land einen eigenen Vertrag aushandeln.
Post by Veith
Vorher (ab 1948!) könnte es durchaus auf Gewohnheitsrecht der US-Besatzer und
den "ungehinderten Zugang nach Westberlin" beruht haben.
Ach Quark. Zunächst mal war noch gar nicht klar, dass sich die
beiden deutschen Staaten auf Dauer voneinander abgrenzen wollen.
Hallo? Es war den vier Allierten ziemlich egal, was die beiden Staaten wollten.
Die hatten zu tun, was die Sieger ihnen vorgaben. 1945 noch mehr als 1985,
aber eine Souverinitaet der deutschen Staaten war jahrzehntelang nach dem Krieg
nicht ernsthaft zu denken, und ueble Gesellen meinen, daran haette sich
auch bis heute nichts geaendert.
Oesterreich wurde zB bereits 1955 in die Souveraenitaet entlassen.
Ronald Konschak
2019-11-23 08:34:38 UTC
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Post by René Marquardt
Hallo?
Moin!
Post by René Marquardt
Es war den vier Allierten ziemlich egal, was die beiden Staaten wollten.
Die hatten zu tun, was die Sieger ihnen vorgaben. 1945 noch mehr als 1985,
aber eine Souverinitaet der deutschen Staaten war jahrzehntelang nach dem
Krieg nicht ernsthaft zu denken, ...
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird. Der Honecker hat das halt
so gemacht, und die Amis haben dumm aus der Wäsche geguckt, und
konnten nichts machen, so die Legende.

Ronald.
--
Wer mit der Pistole auf die Vergangenheit schießt,
dem wird die Zukunft mit einer Kanone antworten.

Russisches Sprichwort
Peter Veith
2019-11-23 09:42:10 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by René Marquardt
Es war den vier Allierten ziemlich egal, was die beiden Staaten wollten.
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird.
Das ist wiederum wichtig, um die Repräsentanten der DDR zu
delegitimieren, sozial zu vernichten und wenn irgend möglich hinter
Gittern zu bringen.

Wie es gebraucht wird.
Veith
--
"A nation without borders is not a nation", Donald J. Trump.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
René Marquardt
2019-11-23 12:33:25 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by René Marquardt
Hallo?
Moin!
Post by René Marquardt
Es war den vier Allierten ziemlich egal, was die beiden Staaten wollten.
Die hatten zu tun, was die Sieger ihnen vorgaben. 1945 noch mehr als 1985,
aber eine Souverinitaet der deutschen Staaten war jahrzehntelang nach dem
Krieg nicht ernsthaft zu denken, ...
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird. Der Honecker hat das halt
so gemacht, und die Amis haben dumm aus der Wäsche geguckt, und
konnten nichts machen, so die Legende.
"Passt uns ueberhaupt nicht, was die Pankower Moechtegern-Regierung
da gemacht hat, aber ehe wir uns mit den Russen auf eine direkte
Konfrontation einlassen, der Scheiss-Deutschen wegen, halten wir
uns eher zurueck. Protestnote wird aber abgeschickt."

So in etwa.
Lars Gebauer
2019-11-23 13:17:56 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Ronald Konschak
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird. Der Honecker hat das halt
so gemacht, und die Amis haben dumm aus der Wäsche geguckt, und
konnten nichts machen, so die Legende.
"Passt uns ueberhaupt nicht, was die Pankower Moechtegern-Regierung
da gemacht hat, aber ehe wir uns mit den Russen auf eine direkte
Konfrontation einlassen, der Scheiss-Deutschen wegen, halten wir
uns eher zurueck. Protestnote wird aber abgeschickt."
So in etwa.
"Eine Mauer ist verdammt noch mal besser, als ein Krieg."
--John F. Kennedy
René Marquardt
2019-11-23 13:32:40 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by René Marquardt
Post by Ronald Konschak
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird. Der Honecker hat das halt
so gemacht, und die Amis haben dumm aus der Wäsche geguckt, und
konnten nichts machen, so die Legende.
"Passt uns ueberhaupt nicht, was die Pankower Moechtegern-Regierung
da gemacht hat, aber ehe wir uns mit den Russen auf eine direkte
Konfrontation einlassen, der Scheiss-Deutschen wegen, halten wir
uns eher zurueck. Protestnote wird aber abgeschickt."
So in etwa.
"Eine Mauer ist verdammt noch mal besser, als ein Krieg."
--John F. Kennedy
Genau.

“Why would Khrushchev put up a wall if he really intended to seize West Berlin?”
Kennedy wondered. “There wouldn’t be any need of a wall if he planned to
occupy the whole city. This is his way out of his predicament.
It’s not a very nice solution, but a wall is a hell of a lot better than a war.”

Wieso sollte Chruschchow eine Mauer bauen, wenn er wirklich Westberlin
besetzen wollte? Eine Mauer wuerde nicht gebraucht, wenn er plante,
die ganze Stadt einzunehmen. Ist keine sehr nette Loesung, aber eine
Mauer ist ein ganzes Stueck besser als ein Krieg.
wolfgang sch
2019-11-23 15:53:07 UTC
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Post by Ronald Konschak
Interessant ist übrigens, dass in den Fragen, die die Sicherung
der Staatsgrenze am 13. August 1961 betreffen, der DDR immer die
volle Souveränität zugebilligt wird.
Das ist eine überzogene Formuierung. Die Westalliierten haben stets
ausdrücklich die Souveränität der DDR über den sowj. Sektor Berlins
bestritten, besonders auch anlässlich des Mauerbaus.

https://sourcebooks.fordham.edu/mod/1961berlin-usa-ussr.asp

Natürlich war ihnen klar, dass sie diese Auffassung nicht durchsetzen
konnten, ohne einen Weltkrieg zu riskieren.
Post by Ronald Konschak
Der Honecker hat das halt
so gemacht, und die Amis haben dumm aus der Wäsche geguckt, und
konnten nichts machen, so die Legende.
Die Amis hat das viel weniger gestört als die Westdeutschen, war ja
nicht ihr Land. Kennedys Sicht wurde ja oben schon zitiert. Es gab
deswegen auch Meinungsverschiedenheiten u.a. zwischen Brandt und
Kennedy.

http://www.chronik-der-mauer.de/material/178789/brief-des-regierenden-buergermeisters-von-west-berlin-willy-brandt-an-den-amerikanischen-praesidenten-john-f-kennedy-16-august-1961

Dieser Brief soll Kennedy wohl ziemlich wütend gemacht, weil "ein
einfacher Bürgermeister" es wagte, dem mächstigsten Mann der Welt
bescheidzugeben. Aber auch zu einer Meinungsänderung bewogen haben.
--
Currently listening:


http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

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wolfgang sch
2019-11-23 16:03:15 UTC
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Post by Ronald Konschak
denn es gab ja auch Leitungen der Deutschen Post,
die über Westberliner und BRD-Gebiet führten.
Wo?
--
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