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Verstorben...
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Bernd Ullrich
2016-05-06 20:20:36 UTC
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http://www.focus.de/politik/deutschland/medienberichte-margot-honecker-in-chile-gestorben_id_5507624.html

BU
k***@gmail.com
2016-05-07 00:41:09 UTC
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Post by Bernd Ullrich
http://www.focus.de/politik/deutschland/medienberichte-margot-honecker-in-chile-gestorben_id_5507624.html
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Ausstopfen, auf ne Roomba montieren und einschalten. Daß sie endlich mal was vernünftiges tut.
Martin Ebert
2016-05-07 05:56:55 UTC
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Post by k***@gmail.com
Post by Bernd Ullrich
http://www.focus.de/politik/deutschland/medienberichte-margot-honecker-in-chile-gestorben_id_5507624.html
Ausstopfen, auf ne Roomba montieren und einschalten.
Daß sie endlich mal was vernünftiges tut.
Das geht nicht: Du weißt doch, dass die Bildungsministerin sehr
beliebt war. Und ihr Bildungssystem erst! Die unerreichte völlige
Gleichartigkeit, Staatsbürgerkunde, Wehrkunde und die vielen
schönen Freizeitangebote, die freiwillig gern angenommen wurden:
Junge Pioniere, FDJ, Subbotnik. "Demonstrationen", Manöver Schnee-
flocke und die schönen Wehrlager.

Sogar Finnland hat das DDR-Bildungssystem wegen des großen Erfolgs
übernommen. Oder hätte fast. Oder irgendwie. (Wir hatten es in dafd).

Das selbst bei vielen Lehrern die Dame als "lila Hexe" erschriehen
war, das wollen wir mal lieber nicht erwähnen.

Genug der Ironie.
Was man ihr wirklich anrechnen kann: Sie stand zu ihrem Mann in
der Zeit, die wohl nicht so prickelnd für Herrn Honecker war, da
wären viele andere weggelaufen.

In den Zeitungsnachrufen fehlt der Hinweis auf Wolf Biermann:
Sie kannte ihn persönlich sehr gut. Alles weitere liegt im
Ungefähren. Mal sehen, ob Herr Biermann etwas zu ihrem Tod
schreiben wird.

Mt
k***@gmail.com
2016-05-07 06:07:26 UTC
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Post by Martin Ebert
Was man ihr wirklich anrechnen kann: Sie stand zu ihrem Mann in
der Zeit, die wohl nicht so prickelnd für Herrn Honecker war, da
wären viele andere weggelaufen.
Geruechtehalber soll sie angeblich reichlich fremdgevoegelt haben, sagt ihr Chauffeur. Mit dieser Formulierung habe ich hoffentlich meine Wertung dieser Geruechte ausreichend klar gemacht.
Post by Martin Ebert
Sie kannte ihn persönlich sehr gut. Alles weitere liegt im
Ungefähren.
Ausgerechnet die Bild hatte das:

"Margot Feist wuchs in schweren Zeiten auf: Die Mutter starb 1940, da war sie 14. Der Vater, wie die Mutter Kommunist, war in diversen Konzentrationslagern.

Sie selbst kam nach Hamburg - und dort bei der Familie Biermann unter. Bei Wolf Biermann, dem späteren DDR-Bürgerrechtler, Sänger, Honecker-Feind und Ausgebürgertem. Wolf Biermann hatte damals, als Margot bei ihm unterkam, gerade erfahren, dass sein Vater im KZ gestorben ist.

Sie holt ihn nach dem Krieg von Hamburg nach Ost-Berlin - da kann er studieren. Um die Beziehung der beiden ranken sich Legenden. Hatten sie? Hatten sie nicht? Beiden sagen: Hatten nicht!

Sie sehen sich noch wenige Tage bevor ihr Mann Erich - wohl auch auf ihren Druck - Biermann während eines West-Konzerts ausbürgern, die Staatsbürgerschaft der DDR aberkennen lässt."
Ronald Konschak
2016-05-07 07:34:43 UTC
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Post by Martin Ebert
Das geht nicht: Du weißt doch, dass die Bildungsministerin sehr
beliebt war. Und ihr Bildungssystem erst! Die unerreichte völlige
Gleichartigkeit, Staatsbürgerkunde, Wehrkunde und die vielen
Junge Pioniere, FDJ, Subbotnik. "Demonstrationen", Manöver Schnee-
flocke und die schönen Wehrlager.
Waren das alles ihre Ideen? Wohl nicht, speziell die vormilitärische
Ausbildung kam eher aus der Richtung MfNV. Das Konzept Gesamtschule
ist ein ganzes Stück älter als die DDR, es stammt aus dem 19. Jahr-
hundert.
Post by Martin Ebert
Sie kannte ihn persönlich sehr gut. Alles weitere liegt im
Ungefähren. Mal sehen, ob Herr Biermann etwas zu ihrem Tod
schreiben wird.
...und es wird ungelesen an mir vorbeiscrollen. Für seine Stammtisch-
rabulistik fehlen mir Lust und Zeit.

Ronald.
--
fight fortress europe – fight nationalism
Martin Ebert
2016-05-08 04:25:40 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Das geht nicht: Du weißt doch, dass die Bildungsministerin sehr
beliebt war. Und ihr Bildungssystem erst! Die unerreichte völlige
Gleichartigkeit, Staatsbürgerkunde, Wehrkunde und die vielen
Junge Pioniere, FDJ, Subbotnik. "Demonstrationen", Manöver Schnee-
flocke und die schönen Wehrlager.
Waren das alles ihre Ideen? Wohl nicht, speziell die vormilitärische
Ausbildung kam eher aus der Richtung MfNV. Das Konzept Gesamtschule
ist ein ganzes Stück älter als die DDR, es stammt aus dem 19. Jahr-
hundert.
Das mag alles sein. Mein ironischer Einwand ging in eine andere Richtung.
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Sie kannte ihn persönlich sehr gut. Alles weitere liegt im
Ungefähren. Mal sehen, ob Herr Biermann etwas zu ihrem Tod
schreiben wird.
...und es wird ungelesen an mir vorbeiscrollen. Für seine Stammtisch-
rabulistik fehlen mir Lust und Zeit.
Deine Bildung lässt zu wünschen übrig.

Frau Honecker und Herr Biermann sind als Jugendliche gemeinsam
aufgewachsen. Später wird Herr Biermann mit Zustimmung des Staats-
ratsvorsitzenden Honecker aus der DDR geworfen, seine Gattin ist
nämliche Jugendliche, die zeitweise mit ihm aufwuchs.

Also wenn das nicht wichtig ist, was denn dann?

Das Frau Honecker Tage zuvor dem Vernehmen nach Herrn Biermann
traf, gehört hingegen nicht in einen Nachruf. Auch das vermeindliche
oder tatsächliche Verhältnis der beiden gehört da nicht hin. Selbst
wenn: Die Wege des Herrn sind unergründlich.

Mt
Peter Veith
2016-05-07 06:52:08 UTC
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Post by Bernd Ullrich
http://www.focus.de/politik/deutschland/medienberichte-margot-honecker-in-chile-gestorben_id_5507624.html
Ruhe in Frieden!

Ob die Familie noch einmal einen Vorstoß startet, Erich (oder beide)
in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten zu bestatten?

Bisher hat die BRD dies verweigert, um keinen Wallfahrtsort zu schaffen.

Ich meine allerdings, daß die Bestattung(en) in Chile erfolgen werden.
Es kommen auch noch mal bessere Zeiten.

Übrigens: "Die Ex-Ministerin, die ... täglich über Stunden im Internet
unterwegs war, ...". Wußte ichs doch!

Veith
--
Die Erinnerung dient dazu, die kommenden Kämpfe zu verherrlichen und
nicht vor der Wirklichkeit zu fliehen (sehr frei nach Karl Chemnitz).
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Ronald Konschak
2016-05-07 07:23:01 UTC
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Post by Peter Veith
Ob die Familie noch einmal einen Vorstoß startet, Erich (oder beide)
in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten zu bestatten?
Bisher hat die BRD dies verweigert, um keinen Wallfahrtsort zu schaffen.
Ernsthaft? Der Friedhof ist schon ein Wallfahrtsort. Nur
gehen die Leute da wegen der alten Kämpfer hin, wie Liebknecht,
Luxemburg oder Thälmann. Die ehemalige Parteiführung steht da
wohl nicht im Vordergrund. Wenn die Honeckers da bestattet
würden, kämen auch nicht mehr Leute dahin.

Ronald.
--
fight fortress europe – fight nationalism
Martin Ebert
2016-05-08 04:17:59 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Ob die Familie noch einmal einen Vorstoß startet, Erich (oder beide)
in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten zu bestatten?
Bisher hat die BRD dies verweigert, um keinen Wallfahrtsort zu schaffen.
Hast Du irgendeinen Beleg - oder ist das reine Behauptung?
Post by Ronald Konschak
Ernsthaft? Der Friedhof ist schon ein Wallfahrtsort.
Ernsthaft?
Wie darf ich mir das ganz praktisch vorstellen?

Mt
Ronald Konschak
2016-05-09 06:48:07 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Ronald Konschak
Ernsthaft? Der Friedhof ist schon ein Wallfahrtsort.
Ernsthaft?
Wie darf ich mir das ganz praktisch vorstellen?
Man geht zu Anlässen hin, mit Blumen und Kränzen, schweigt
zu feierlicher Musik, und läßt die Blumen und Kränze dort.

Ronald.
--
fight fortress europe – fight nationalism
Torsten Mueller
2016-05-09 07:26:01 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Ronald Konschak
Ernsthaft?
Wie darf ich mir das ganz praktisch vorstellen?
Man geht zu Anlässen hin, mit Blumen und Kränzen, schweigt
zu feierlicher Musik, und läßt die Blumen und Kränze dort.
Man schweigt? Also bei den Begräbnissen, bei denen ich bisher war (das
waren noch nicht soooo viele) wurde immer (!) eine beträchtliche Menge
dummes Zeug gelabert, insbesondere wenn der unverzichtbare Schwarzkittel
dann von Jakobs Himmelsleiter anfing.

T.M.
Ronald Konschak
2016-05-09 07:33:48 UTC
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Post by Torsten Mueller
Post by Ronald Konschak
Post by Ronald Konschak
Ernsthaft?
Wie darf ich mir das ganz praktisch vorstellen?
Man geht zu Anlässen hin, mit Blumen und Kränzen, schweigt
zu feierlicher Musik, und läßt die Blumen und Kränze dort.
Man schweigt? Also bei den Begräbnissen, bei denen ich bisher war (das
waren noch nicht soooo viele) wurde immer (!) eine beträchtliche Menge
dummes Zeug gelabert, insbesondere wenn der unverzichtbare Schwarzkittel
dann von Jakobs Himmelsleiter anfing.
Ich beschrieb die Usuancen in der Gedenkstätte der Sozialisten
in Berlin-Friedrichsfelde. Schwarzkittel und Himmelsleitern
sind da kein Thema, die dort begraben sind mochten keine
Schäfchen in der Herde irgendwelcher Priester sein.

Ronald.
--
fight fortress europe – fight nationalism
Peter Veith
2016-06-22 17:43:59 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Ob die Familie noch einmal einen Vorstoß startet, Erich (oder beide)
in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten zu bestatten?
Bisher hat die BRD dies verweigert, um keinen Wallfahrtsort zu schaffen.
Ernsthaft? Der Friedhof ist schon ein Wallfahrtsort. Nur
gehen die Leute da wegen der alten Kämpfer hin, wie Liebknecht,
Luxemburg oder Thälmann. Die ehemalige Parteiführung steht da
wohl nicht im Vordergrund. Wenn die Honeckers da bestattet
würden, kämen auch nicht mehr Leute dahin.
Ja, derzeit.

Jetzt hat zwar Genosse Honecker den "Fehler" gemacht, keinen Krieg zu
führen und Millionen Menschen auf dem Gewissen zu haben, wie sonst für
"große Staatsmänner" unabdingbar, jedoch muß ich im Zusammenhang mit
Begräbnis immer an *Napoleon* denken:

Er galt für seine zeitgenössischen Feinde als der Böse schlecht hin
(bilddeutsch: Wiedergänger von Hitler). Nach der Niederlage und
Restauration wurde er verbannt und nach seinem Tod verscharrt.

Jedoch, rd. 35 Jahre nach jener desaströsen Niederlage und fast 20 Jahre
nach seinem Tod wurde er in die Heimat überführt und liegt nun mit viel
Pomp und Glanz in einem Wallfahrtsort.

Politisch denken heißt auch für die BRDler perspektivisch denken. Oder,
um es mit den Worten der unsterblichen Marianne Birthler zu sagen:

Es ist noch nicht ausgemacht, was Honecker^^^die DDR in 50 Jahren ist.

Veith
--
"Wir sind erledigt", ist kein Statusbericht! (Hyperdrive)
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de
Veith
2018-09-21 08:23:36 UTC
Permalink
Am Samstag, 7. Mai 2016 08:52:17 UTC+2 schrieb Ingrid:

[Honeckers]
Post by Peter Veith
Ob die Familie noch einmal einen Vorstoß startet, Erich (oder beide)
in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten zu bestatten?
Angeblich möchte Sonja Honec^^^Yanez Betancourt die Asche ihrer Eltern nunmehr
"im Pazifik verstreuen".

Die Option "Ruhestätte auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin" scheint aber
weiter offen. Der Enkel Roberto Yañez sei dafür.
Post by Peter Veith
Bisher hat die BRD dies verweigert, um keinen Wallfahrtsort zu schaffen.
"Beide Urnen stehen noch bei einem guten Freund ..."

Quelle:
https://www.svz.de/21030532

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter

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