Discussion:
DDR und Umgang mit Psychosomatiker
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Fred
2020-02-07 02:51:56 UTC
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Mal eine Frage, welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzgl. des Umganges des
DDR - Gesundheitssystem mit Psychosomatiker?
Wurden sie zur Arbeit gezwungen?
Bei Depressionen gab es frühzeitige Rente und bei psychosomatische Kranke?
Kann da jemand irgendetwas dazu sagen?

Byte, Byte
Der Fred
Chr. Maercker
2020-02-07 06:30:12 UTC
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Post by Fred
welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzgl. des Umganges des
DDR - Gesundheitssystem mit Psychosomatiker? Wurden sie zur Arbeit
gezwungen? Bei Depressionen gab es frühzeitige Rente und bei
psychosomatische Kranke? Kann da jemand irgendetwas dazu sagen?
Meines Wissens hat es bei der Behandlung psychischer Erkrankungen durch
Gesellschaft wie auch Gesundheitswesen im Lauf der Jahrzehnte ziemliche
Veränderungen gegeben, nicht nur in der DDR. Ob Depressionen z.B. in den
1950 anders behandelt wurden als "Reiß dich zusammen!!", weiß ich nicht.
Wenn jemand allzu auffällig wurde, kam er/sie wahrscheinlich in die
Klapse, ansonsten hatte er/sie Recht+Pflicht auf Arbeit wie jeder andere
DDR-Bürger. Wüsste jedenfalls nicht, dass Depressive allzu oft
frühverrentet wurden. Spätestens in den 1980ern entwickelte sich in der
DDR aber Psychotherapie, die diesen Namen verdient, für die Zeit vorher
habe ich zu wenig Infos. Letzlich wurden Depressionen also psychologisch
(psychiatrisch?) behandelt. Die Betroffen waren zumindest zeitweise
wieder arbeitsfähig. Auf jeden Fall wurden Patienten in der
Psychotherapie nicht massenhaft mit Psychopharmaka vollgepumpt, in der
Psychiatrie dürfte es damals wie heute anders gewesen sein.
Psychosomatik als Medizinfach entwickelte sich in den 1980ern gerade, so
mein Eindruck. Etliche Betroffene bekamen Psychotherapie häufig erst,
nachdem andere Fachrichtungen jahrelang keine zu den Beschwerden
passenden Ursachen gefunden hatten. Das Problem lag damals (und auch
heute noch) in der Diagnose, ob organisches Leiden oder
psychosomatisches. Bis Mitte 1960er kann ich mir aber vorstellen, dass
Leute mit psychosomatischen Beschwerden als Simulanten betrachtet
wurden. Und es dürfte kriegsbedingt eine ziemlich große Zahl gewesen
sein, die es betraf.
--
CU Chr. Maercker.
Fred Städter-Herbst
2020-02-07 17:15:38 UTC
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Post by Chr. Maercker
Meines Wissens hat es bei der Behandlung psychischer Erkrankungen durch
Gesellschaft wie auch Gesundheitswesen im Lauf der Jahrzehnte ziemliche
Veränderungen gegeben, nicht nur in der DDR. Ob Depressionen z.B. in den
1950 anders behandelt wurden als "Reiß dich zusammen!!", weiß ich nicht.
Wenn jemand allzu auffällig wurde, kam er/sie wahrscheinlich in die
Klapse, ansonsten hatte er/sie Recht+Pflicht auf Arbeit wie jeder andere
DDR-Bürger. Wüsste jedenfalls nicht, dass Depressive allzu oft
frühverrentet wurden. Spätestens in den 1980ern entwickelte sich in der
DDR aber Psychotherapie, die diesen Namen verdient, für die Zeit vorher
habe ich zu wenig Infos. Letzlich wurden Depressionen also psychologisch
(psychiatrisch?) behandelt. Die Betroffen waren zumindest zeitweise
wieder arbeitsfähig. Auf jeden Fall wurden Patienten in der
Psychotherapie nicht massenhaft mit Psychopharmaka vollgepumpt, in der
Psychiatrie dürfte es damals wie heute anders gewesen sein.
Psychosomatik als Medizinfach entwickelte sich in den 1980ern gerade, so
mein Eindruck. Etliche Betroffene bekamen Psychotherapie häufig erst,
nachdem andere Fachrichtungen jahrelang keine zu den Beschwerden
passenden Ursachen gefunden hatten. Das Problem lag damals (und auch
heute noch) in der Diagnose, ob organisches Leiden oder
psychosomatisches. Bis Mitte 1960er kann ich mir aber vorstellen, dass
Leute mit psychosomatischen Beschwerden als Simulanten betrachtet
wurden. Und es dürfte kriegsbedingt eine ziemlich große Zahl gewesen
sein, die es betraf.
Das wäre auch soweit mein Kenntnisstand. Kannst Du Dir vorstellen, daß
in den 80ern auch Kranke ("Simulanten") in den Knast kamen, weil sie
nicht arbeiten gingen, da sie sich zu krank fühlten?

--
Byte, Byte
Der Fred
Lars Gebauer
2020-02-07 18:58:31 UTC
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Post by Fred Städter-Herbst
Das wäre auch soweit mein Kenntnisstand. Kannst Du Dir vorstellen, daß
in den 80ern auch Kranke ("Simulanten") in den Knast kamen, weil sie
nicht arbeiten gingen, da sie sich zu krank fühlten?
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.

Diese Leute wurden zwar mißtrauisch beobachtet aber ansonsten auch in
Ruhe gelassen. Jedenfalls so lange, wie keine weiteren Straftaten
hinzu kamen. Dann allerdings konnte das nicht-arbeiten-gehen böse
Auswirkungen haben. Der entsprechende Paragraph stand ja nach wie vor
im StGB und wurde dann oft auch angewendet.
Fred
2020-02-07 22:51:09 UTC
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Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Post by Lars Gebauer
Diese Leute wurden zwar mißtrauisch beobachtet aber ansonsten auch in
Ruhe gelassen. Jedenfalls so lange, wie keine weiteren Straftaten
hinzu kamen. Dann allerdings konnte das nicht-arbeiten-gehen böse
Auswirkungen haben. Der entsprechende Paragraph stand ja nach wie vor
im StGB und wurde dann oft auch angewendet.
Ack.

Byte, Byte
Der Fred
Peter Veith
2020-02-08 07:27:42 UTC
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Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Es war so, wie Lars schrieb, da mußte mehr sein.

WIMRE mußte ab 1979 (3.StÄG) gem. § 249 StGB-DDR die öffentliche Ordnung
_und_ Sicherheit durch asoziales Verhalten beeinträchtigt sein.

Die Beeinträchtigung der "Ordnung" ist unschwer zu belegen, aber mit der
"Sicherheit" wurde sich danach naheliegend schwer getan. Allerdings gab
es auch eine Erleichterung für die Strafverfolgung - sofern die
Beeinträchtigung auch der Sicherheit nachgewiesen werden könnte - im
Paragraphen:

Bisher hatte sich strafbar gemacht, wer sich aus Arbeitsscheu einer
geregelten Arbeit *hartnäckig* entzog. Praktisch mußte dem Beschuldigten
eine gewisse Zeit des Nichtarbeitens (in der Regel drei Monate)
nachgewiesen werden. Dieses Kriterium der "Hartnäckigkeit" entfiel mit
dem o.g. 3. StÄG.

Mithin hat sich die Ex - Thüringerin nicht nur aus Arbeitsscheu einer
geregelten Arbeit entzogen, sondern auch zugleich die öffentlichen
Ordnung _und_ Sicherheit beeinträchtigt.

BTW hat jemand die "VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und Betriebe
bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger"?

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Paul
2020-02-08 10:17:55 UTC
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Post by Peter Veith
Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Es war so, wie Lars schrieb, da mußte mehr sein.
WIMRE mußte ab 1979 (3.StÄG) gem. § 249 StGB-DDR die öffentliche Ordnung
_und_ Sicherheit durch asoziales Verhalten beeinträchtigt sein.
Die Beeinträchtigung der "Ordnung" ist unschwer zu belegen, aber mit der
"Sicherheit" wurde sich danach naheliegend schwer getan. Allerdings gab
es auch eine Erleichterung für die Strafverfolgung - sofern die
Beeinträchtigung auch der Sicherheit nachgewiesen werden könnte - im
Bisher hatte sich strafbar gemacht, wer sich aus Arbeitsscheu einer
geregelten Arbeit *hartnäckig* entzog. Praktisch mußte dem Beschuldigten
eine gewisse Zeit des Nichtarbeitens (in der Regel drei Monate)
nachgewiesen werden. Dieses Kriterium der "Hartnäckigkeit" entfiel mit
dem o.g. 3. StÄG.
Mithin hat sich die Ex - Thüringerin nicht nur aus Arbeitsscheu einer
geregelten Arbeit entzogen, sondern auch zugleich die öffentlichen
Ordnung _und_ Sicherheit beeinträchtigt.
BTW hat jemand die "VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und Betriebe
bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger"?
Veith
Und was bitteschön soll das jetzt mit psychosomatischen Erkrankungen zu
tun haben? Überhaupt nichts! Bei psychosomatisch Erkrankten handelt es
sich nicht um "Drückeberger", die haben echte Symptome. Und die Symptome
lassen sich objektiv überprüfen.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Peter Veith
2020-02-08 10:22:48 UTC
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Post by Paul
Post by Peter Veith
Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Mithin hat sich die Ex - Thüringerin nicht nur aus Arbeitsscheu einer
geregelten Arbeit entzogen, sondern auch zugleich die öffentlichen
Ordnung _und_ Sicherheit beeinträchtigt.
Und was bitteschön soll das jetzt mit psychosomatischen Erkrankungen zu
tun haben? Überhaupt nichts!
Das mußt Du schon Lars und Fred fragen.
Post by Paul
Bei psychosomatisch Erkrankten handelt es
sich nicht um "Drückeberger",
Richtig
Post by Paul
die haben echte Symptome. Und die Symptome
lassen sich objektiv überprüfen.
Naja, sagen wir so:

Die Unterscheidung ist schwierig und defintionsabhängig.

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Wilhelm Ernst
2020-02-08 16:54:54 UTC
Antworten
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Post by Peter Veith
Post by Paul
Bei psychosomatisch Erkrankten handelt es
sich nicht um "Drückeberger",
Richtig
Post by Paul
die haben echte Symptome. Und die Symptome
lassen sich objektiv überprüfen.
Die Unterscheidung ist schwierig und defintionsabhängig.
Veith
Zeitschiene 1975/76:
Ein Gruppenleiter der Technologie im LEW hatte wiederholte und lang
andauernde psychosomatische Krankheitsphasen, die i.d.R. im Klinikum
Neuruppin behandelt wurden. Anlässlich eines Besuches dort habe ich vom
behandelnden Arzt gehört, dass die Behandlungsmethoden durchaus nicht
nur angenehm waren sondern auch manche körperliche Schmerzen mit sich
brachten - sozusagen als Simulanten-Filter...
Während meiner Zeit dort, kam der Kollege nicht zurück aus Neuruppin.
Willi
--
Die Anwendung einer Wasserstoffbombe ist vom christlichen Standpunkt aus
nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben.
Und wenn zum Beispiel eine einzelne Wasserstoffbombe eine Millionen Menschen töte,
so erreichen die Betroffenen umso schneller das ewige Leben.
Otto Dibelius, 1949-1961 Ratsvorsitzender der EKD
Fred
2020-02-09 00:59:27 UTC
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Faulheit galt nicht als Psychosomatische Krankheit.
Das ist heute auch noch so. Wobei es heute, wie damals auch, es Menschen
gibt, die umgekehrt es schon so sehen, weil es eben so schwer sichtbar und
fassbar ist.


Byte, Byte
Der Fred
Martin Ebert
2020-02-10 01:54:56 UTC
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Post by Fred
Faulheit galt nicht als Psychosomatische Krankheit.
Das ist heute auch noch so.
Wir müssen uns mal über Burnout unterhalten. Und über
"Mobbing vom Chef".

Mt
Fred
2020-02-10 02:07:57 UTC
Antworten
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Post by Martin Ebert
Wir müssen uns mal über Burnout unterhalten.
Und über
"Mobbing vom Chef".
*Müssen* wir das? ;-)
Post by Martin Ebert
Mt
Byte, Byte
Der Fred
Paul
2020-02-10 02:43:49 UTC
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Post by Martin Ebert
Post by Fred
Faulheit galt nicht als Psychosomatische Krankheit.
Das ist heute auch noch so.
Wir müssen uns mal über Burnout unterhalten. Und über
"Mobbing vom Chef".
Mt
Das du Lynx nicht weißt was Psychosomatik heißt war mir schon klar.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Fred
2020-02-09 00:44:13 UTC
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Post by Paul
Und was bitteschön soll das jetzt mit
psychosomatischen Erkrankungen zu
tun haben?
Ich glaube, dass die Definition von psychosomatischen Erkrankungen sogar
eine andere war als heute, schließlich gab es ja das Dedikt des Menschen
als Bio - Psycho - soziale Einheit, sie also deswegen einzusperren, machte
in meinen Augen keinen Sinn, deswegen die hießige Nachfrage.
Post by Paul
Überhaupt nichts! Bei psychosomatisch
Erkrankten handelt es
sich nicht um "Drückeberger", die haben echte Symptome. Und die Symptome
lassen sich objektiv überprüfen.
Nicht ganz, es gibt halt Symptome, die kannst Du auch heute noch nicht mit
modernster Technik nachweisen.

Und noch ein Punkt, den ein Arzt mir mal sagte, wenn wir heute 65 % der
Krankheiten kennen, ist das viel und großzügig geschätzt.
Bei *psychosomatischen Erkrankungen* findet eine Umkehr der Schuldfrage
statt, statt dem Arzt, der die Krankheit nicht definieren kann, wird der
Patient, der sich nicht richtig verhält, zum *Sündenbock* gemacht.
Post by Paul
Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Byte, Byte
Der Fred
Lars Gebauer
2020-02-08 14:23:42 UTC
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Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Vielleicht gab es tatsächlich die sehr berühmte Ausnahme und genug
Unsinn wurde/wird ja auch erzählt. Wer weiß das schon.

Aber: Bei allen diesbezüglichen Fällen die *ich* kenne (und das sind
einige) hat sich immer herausgestellt, daß da immer noch "mehr" war;
daß es sich nicht nur um reines nicht-arbeiten-gehen gehandelt hat.
Bernd Ullrich
2020-02-08 16:47:42 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Vielleicht gab es tatsächlich die sehr berühmte Ausnahme und genug
Unsinn wurde/wird ja auch erzählt. Wer weiß das schon.
--------------------------------------------------
Post by Lars Gebauer
Aber: Bei allen diesbezüglichen Fällen die *ich* kenne (und das sind
einige) hat sich immer herausgestellt, daß da immer noch "mehr" war;
daß es sich nicht nur um reines nicht-arbeiten-gehen gehandelt hat.
Jeder der in der DDR eine Schaufensterscheibe im Suff eingeschlagen hat
ist ein Kämpfer gegen das Pankoffer UnrechtzRegime und erhält deswegen
eine Opferrente.

BU
Gunter Kühne
2020-02-08 17:56:20 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Fred
Post by Lars Gebauer
In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast.
Das ist genau so, wie ich es auch gesehen habe. Dann las ich eine Ex -
Thüringerin, die genau das behauptete.
Vielleicht gab es ja Ausnahmen von der Regel oder es ist eine UL. ;-)
Vielleicht gab es tatsächlich die sehr berühmte Ausnahme und genug
Unsinn wurde/wird ja auch erzählt. Wer weiß das schon.
Aber: Bei allen diesbezüglichen Fällen die *ich* kenne (und das sind
einige) hat sich immer herausgestellt, daß da immer noch "mehr" war;
daß es sich nicht nur um reines nicht-arbeiten-gehen gehandelt hat.
Die Fälle die mir in meiner Bullenzeit untergekommen sind, bestätigen
diese Aussage.
Leider vergessen Einige, heute ab und an einen Teil ihrer Geschichte.

MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2020-02-09 18:16:05 UTC
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Lars Gebauer wrote:
[In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast]

... obwohl das Recht auf Arbeit aus der DDR-Verfassung zugleich als
Pflicht betrachtet wurde.
Post by Lars Gebauer
Diese Leute wurden zwar mißtrauisch beobachtet aber ansonsten auch in
Ruhe gelassen. Jedenfalls so lange, wie keine weiteren Straftaten
hinzu kamen. Dann allerdings konnte das nicht-arbeiten-gehen böse
Auswirkungen haben. Der entsprechende Paragraph stand ja nach wie vor
im StGB und wurde dann oft auch angewendet.
ACK, an einige Gerichtsberichte dieser Art erinnere ich mich gut.
"Straftaten" konnten natürlich auch politischer Art sein und dort war
dieser Begriff verdammter Gummi.


CU Chr. Maercker.
Peter Veith
2020-02-09 20:25:14 UTC
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Permalink
Post by Chr. Maercker
[In den 80ern kam eigentlich niemand mehr nur wegen nicht-arbeiten in
den Knast]
... obwohl das Recht auf Arbeit aus der DDR-Verfassung zugleich als
Pflicht betrachtet wurde.
Art. 24 (2)
"Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für
jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur
Arbeit bilden eine Einheit."
Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Diese Leute wurden zwar mißtrauisch beobachtet aber ansonsten auch in
Ruhe gelassen. Jedenfalls so lange, wie keine weiteren Straftaten
hinzu kamen. Dann allerdings konnte das nicht-arbeiten-gehen böse
Auswirkungen haben. Der entsprechende Paragraph stand ja nach wie vor
im StGB und wurde dann oft auch angewendet.
ACK, an einige Gerichtsberichte dieser Art erinnere ich mich gut.
"Straftaten" konnten natürlich auch politischer Art sein und dort war
dieser Begriff verdammter Gummi.
Eher eine Frage des sonstigen Gelderwerbs. Prostitution soll nicht
selten ein Grund gewesen sein.

Veith
--
"Kommunisten unter freiheitlichen Bedingungen sind auch nicht mehr die
Kommunisten, die sie einmal waren", Angela Merkel, 06.02.2020.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Lars Gebauer
2020-02-10 09:19:52 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Diese Leute wurden zwar mißtrauisch beobachtet aber ansonsten auch in
Ruhe gelassen. Jedenfalls so lange, wie keine weiteren Straftaten
hinzu kamen. Dann allerdings konnte das nicht-arbeiten-gehen böse
Auswirkungen haben. Der entsprechende Paragraph stand ja nach wie vor
im StGB und wurde dann oft auch angewendet.
ACK, an einige Gerichtsberichte dieser Art erinnere ich mich gut.
Hm. Ich hätte jetzt glatt schwören mögen, daß derartiges in
Gerichtsberichten vergleichsweise selten vorkam. Diese wurden ja auch
sehr selektiv ausgewählt und sollten auch immer eine "erzieherische
Wirkung" haben.
Post by Chr. Maercker
"Straftaten" konnten natürlich auch politischer Art sein und dort war
dieser Begriff verdammter Gummi.
Um wegen was Politischem in den 80ern noch ernsthaften Ärger zu
kriegen, mußte man aber auch schon ein ziemliches Ding gucken lassen.

Nein, es war ein Abgrenzungsproblem: Man brauchte für die Verurteilung
eine "Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit". Tja. Wann
wird "nur" die öffentliche Ordnung und ab wann wird *auch* die
öffentliche Sicherheit gefährdet? - Nicht so ganz einfach. Da mußte
der Angeklagte schon ein bisschen beten, daß der Richter nicht die
allermieseste Laune hatte und daß der Angeklagte nicht gerade den
denkbar schlechtesten Eindruck machte.
Chr. Maercker
2020-02-09 18:13:18 UTC
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Post by Fred Städter-Herbst
Das wäre auch soweit mein Kenntnisstand. Kannst Du Dir vorstellen, daß
in den 80ern auch Kranke ("Simulanten") in den Knast kamen, weil sie
nicht arbeiten gingen, da sie sich zu krank fühlten?
In den 1980ern vielleicht nicht mehr, vorher schon. Ab den 1970ern holte
man sich lieber Krankenscheine.


CU Chr. Maercker.
d***@gmail.com
2020-02-07 06:54:32 UTC
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Post by Fred
Mal eine Frage, welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzgl. des Umganges des
DDR - Gesundheitssystem mit Psychosomatiker?
Wurden sie zur Arbeit gezwungen?
Bei Depressionen gab es frühzeitige Rente und bei psychosomatische Kranke?
Kann da jemand irgendetwas dazu sagen?
Byte, Byte
Der Fred
Was DDR-Ärzte in so einem Falle unter sich ausmachten weiß ich nicht.
Ich war damals noch in der jungen Lebensphase und da sind
ja derlei Schwierigkeiten seltener.

Aber ich weiß, daß diese (körperlich nicht nachvollziehbaren) Erkrankungen
in der Bevölkerung auch gern als Simulantentum bzw Drückebergerei oder Faulheit
angesehen wurden.

So wie generell psychische Erkrankungen nicht besonders gern
thematisiert wurden.

Sie passten einfach nicht zum neuen Menschenbild des neuen sozialistischen Menschen.

Gruß
BGE
Veith
2020-02-07 07:41:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by d***@gmail.com
Post by Fred
Mal eine Frage, welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzgl. des Umganges des
DDR - Gesundheitssystem mit Psychosomatiker?
Wurden sie zur Arbeit gezwungen?
Bei Depressionen gab es frühzeitige Rente und bei psychosomatische Kranke?
Kann da jemand irgendetwas dazu sagen?
Ich war damals noch in der jungen Lebensphase und da sind
ja derlei Schwierigkeiten seltener.
ACK
Post by d***@gmail.com
Aber ich weiß, daß diese (körperlich nicht nachvollziehbaren) Erkrankungen
in der Bevölkerung auch gern als Simulantentum bzw Drückebergerei oder
Faulheit angesehen wurden.
Zumal Bummelantentum im Betrieb nicht zwingend auffiel und vor allem der
soziale / extentielle Druck (Gefahr von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit,
sozialen Elend) für die Werktätigen ersatzlos weggefallen war.

Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
Post by d***@gmail.com
So wie generell psychische Erkrankungen nicht besonders gern
thematisiert wurden.
Der Grund für den erst heutzutage in westlichen Ländern registrierte Anstieg
von psychischen Erkrankungen, wie Burnout & Co, wird neben - dem zunehmenden
Verwertungsdruck auf die sog. Arbeitnehmer - auch in den Absatzinteressen der
Pharmaindustrie und den gewerbsmäßigen Handeln der Ärzte liegen.
Post by d***@gmail.com
Sie passten einfach nicht zum neuen Menschenbild des neuen sozialistischen Menschen.
Psychosomatische Kranke sind nicht zuletzt ein Produkt der kapitalistischen
Leistungsgesellschaft und passen gut ins sowieso negative Menschenbild des
alten kapitalistischen Menschen: Man muß als Produzent und / oder wenigstens
Konsument funktionieren ... anderfalls ist man "krank".

Peter
Torsten Mueller
2020-02-07 09:38:21 UTC
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Post by Veith
Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
Ich will erstmal bemerken, daß das Wort "Psychosomatiker" hier falsch
verwendet wird. Es geht offenbar um psychisch Angegriffene, Auffällige
bzw. sogar Kranke, Depressionen u.ä. Psychosomatik ist hingegen eine
Lehre von Körper und Geist, der Körper und körperliche Symptome spielen
dabei eine Rolle.

Ein Beispiel: an meiner POS war ein Physiklehrer, gar kein schlechter,
ich hatte bei ihm ein Jahr Unterricht. Dann war er plötzlich
verschwunden, mindestens ein halbes Jahr lang, wahrscheinlich sogar ein
ganzes (kann mich nicht mehr erinnern). Andere Lehrer erzählten dann was
von "psychisch" und "Streß" und "Klinik". Plötzlich aber war er wieder
da, jedoch nicht mehr als Lehrer, sondern als Pionierleiter. Diese
Stelle hat er behalten, bis ich aus der Schule kam (1984).

Noch ein Beispiel: in meiner Kompanie gab es zwei Auffällige, der eine
war vom ersten Tage an fortlaufend geistig abwesend, redete ständig von
seiner Freundin, mit der es nicht gut laufe, zitterte als hätte er
Parkinson, er war mit noch nicht 20 bereits ein echtes Wrack. Der
verschwand für ein paar Wochen, niemand wußte, wo er war, vermutlich in
einem Militärkrankenhaus, kam dann aber wieder zurück, dienstbereit, wie
er selber sagte. Er blieb aber offensichtlich ganz enorm nervlich
belastet. Nachdem er zunächst vom Wachdienst befreit wurde und die
Offiziere diskutierten, ob man ihm überhaupt noch eine scharfe Waffe
geben dürfe, wurde er dann nach ein paar weiteren Tagen komplett
ausgemustert, aus psychischen Gründen. - Der andere war ein Gefreiter,
einer der SPW-Fahrer, dessen Frau sich trennen wollte, das schrieb sie
in einem Telegramm (genial!). Auch der geriet nervlich in enorme
Schwierigkeiten, es gab Szenen auf dem Flur. Da nur noch wenige Tage bis
zur planmäßigen Entlassung anstanden, war eine vorfristige Ausmusterung
kein Thema mehr, aber auch er bekam keine Waffe mehr.

Will sagen: solche Personen gab es schon, und sie waren auch sichtbar.
Und es gab (in den 80ern) auch einen (wie ich es erlebt habe)
verantwortungsvollen Umgang mit ihnen, ohne öffentliche Schmähung.

T.M.
Veith
2020-02-07 11:02:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
Post by Fred
Mal eine Frage, welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzgl. des Umganges
des DDR - Gesundheitssystem mit Psychosomatiker?
[was]
Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
Ich will erstmal bemerken, daß das Wort "Psychosomatiker" hier falsch
verwendet wird.
Werfe mal Google das Wort mit dem Zusatz "DDR" vor und Du wirst feststellen,
daß auch dazu eine umfassende Forschungskampagne der BRD dazu läuft (DDR-PSYCH).

Dafür werden Betroffene benötigt, diese sicher auch (geringfügig) vergütet
und ggf. winkt Opferrente, je nach dem, was rauskommt.
Post by Torsten Mueller
Ein Beispiel: an meiner POS war ein Physiklehrer,
Ja, "Lehrer" sind besonders anfällig. Burnout sollte als Berufkrankheit
anerkannt werden.
Post by Torsten Mueller
Noch ein Beispiel: in meiner Kompanie gab es zwei Auffällige,
Ja, durch die Möglichkeit eines Suizids mit Waffe besonders sensibel und
z.T. tragisch. Ich muß sagen, daß aufgrund der Gefechtsbereitschaft in
meinem TT nicht so verantwortungsbewußt mit den vereinzelten Problemfällen
(im geringen Promillebereich) umgegangen wurde.
Post by Torsten Mueller
Will sagen: solche Personen gab es schon, und sie waren auch sichtbar.
Und es gab (in den 80ern) auch einen (wie ich es erlebt habe)
verantwortungsvollen Umgang mit ihnen, ohne öffentliche Schmähung.
Ja.

Ergänzend muß ich sagen, daß offensichtlich in der DDR auf wissenschaftlichem
Gebiet im Gleichklang mit dem Rest der Welt bereits Ende der 1960er dahingehend
geforscht und veröffentlicht wurde. Anfang der 1980er wurden entsprechende
Organisationen gegründet.

Peter
Fred Städter-Herbst
2020-02-07 17:23:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Ich will erstmal bemerken, daß das Wort "Psychosomatiker" hier falsch
verwendet wird. Es geht offenbar um psychisch Angegriffene, Auffällige
bzw. sogar Kranke, Depressionen u.ä. Psychosomatik ist hingegen eine
Lehre von Körper und Geist, der Körper und körperliche Symptome spielen
dabei eine Rolle.
Das Wesen der Psychosomatik ist, dass psychische Ursachen für somatische
Mißempfinden (Symptome) verantwortlich seien.
Post by Torsten Mueller
Will sagen: solche Personen gab es schon, und sie waren auch sichtbar.
Und es gab (in den 80ern) auch einen (wie ich es erlebt habe)
verantwortungsvollen Umgang mit ihnen, ohne öffentliche Schmähung.
Ack.
Post by Torsten Mueller
T.M
--
Byte, Byte
Der Fred
Florian Ritter
2020-02-07 18:21:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
Ich will erstmal bemerken, daß das Wort "Psychosomatiker" hier falsch
verwendet wird. Es geht offenbar um psychisch Angegriffene, Auffällige
bzw. sogar Kranke, Depressionen u.ä. Psychosomatik ist hingegen eine
Lehre von Körper und Geist, der Körper und körperliche Symptome spielen
dabei eine Rolle.
Aus Deinem Wortbeitrag schlagen mir ganz üble Somastrahlen
entgegen - FR
Uwe Schickedanz
2020-02-08 10:33:48 UTC
Antworten
Permalink
On Fri, 7 Feb 2020 10:21:01 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Aus Deinem Wortbeitrag schlagen mir ganz üble Somastrahlen
entgegen
Ich kenne nur den Somawürfel. (Nicht zu verwechseln mit dem
Sonjawürfel.)


Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Uwe Schickedanz
2020-02-08 20:28:49 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
On Fri, 7 Feb 2020 10:21:01 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Aus Deinem Wortbeitrag schlagen mir ganz üble Somastrahlen
entgegen
Ich kenne nur den Somawürfel. (Nicht zu verwechseln mit dem
Sonjawürfel.)
Gruß Uwe
Das verwechselst du . das waren Sana-Würfel.
;-)
Sonja: /www.google.com/search?q=sonja%20margarine
Saa:
https://www.google.com/search?q=sana+margarine&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial


Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Uwe Schickedanz
2020-02-08 20:31:31 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
On Fri, 7 Feb 2020 10:21:01 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Aus Deinem Wortbeitrag schlagen mir ganz üble Somastrahlen
entgegen
Ich kenne nur den Somawürfel. (Nicht zu verwechseln mit dem
Sonjawürfel.)
Gruß Uwe
Das verwechselst du . das waren Sana-Würfel.
;-)
Sonja: https://www.google.com/search?q=sonja%20margarine
Sana:
https://www.google.com/search?q=sana+margarine&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial


Gruß Uwe
--
"Wir haben der CDU ganz dringend ans Herz gelegt, sich im dritten
Wahlgang zu enthalten...Leider sind die Abgeordneten sozusagen
ihrer eigenen Entscheidung gefolgt." (AKK)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Bernd Ullrich
2020-02-08 21:16:09 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
Post by Uwe Schickedanz
On Fri, 7 Feb 2020 10:21:01 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Aus Deinem Wortbeitrag schlagen mir ganz üble Somastrahlen
entgegen
Ich kenne nur den Somawürfel. (Nicht zu verwechseln mit dem
Sonjawürfel.)
Gruß Uwe
Das verwechselst du . das waren Sana-Würfel.
;-)
Sonja: https://www.google.com/search?q=sonja%20margarine
https://www.google.com/search?q=sana+margarine&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial
GurgelZeugsistmmerScheisse.
Merkst du nicht die Hand an deiner Kehle?
BU
Wolf gang P u f f e
2020-02-07 10:32:56 UTC
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Post by Veith
Zumal Bummelantentum im Betrieb nicht zwingend auffiel und vor allem der
soziale / extentielle Druck (Gefahr von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit,
sozialen Elend) für die Werktätigen ersatzlos weggefallen war.
Bummelantentum (auch im Zusammenhang mit Alkoholproblemen) fiel sehr
wohl auf und wurde auch bestraft.
Bei manchen Menschen (oder Erkrankungen) lief der Druck aber ins leere.
Der Arbeitsplatz wurde kassiert und man wurde versetzt.
Hier gab es mehrere Eskalationsstufen.
Wenn Tadel und Verwarnungen nichts nützten, wurde der Bummelant
innerbetrieblich versetzt und bekam eine beschissnere Arbeit zugeteilt.
Hartnäckige Fälle hat der Betrieb abgestoßen und Betreffende kamen
woanders, z.T. in einem anderen Ort eine Arbeit zugewiesen.

Mir bekannte Fälle:
Ein vom Alkohol "Betroffener" verlor seinen Arbeitsplatz am Wohnort und
wurde versetzt. D.h. er musste dann täglich ca. 23km mit der Bahn
in einen anderen Betrieb pendeln. Dort wurde er berufsfremd und in
Schichtarbeit als Lackierer/Galvaniseur eingesetzt, da dort immer
Arbeitskräftemangel wegen der Arbeitsbedingungen herrschte.

2. Fall.
Ein Ingenieur hatte einen Knick in der Psyche bekommen und von da an
waren für ihn Uhrzeiten bedeutungslos geworden. Ein harter Fall!
Der Mann wurde mehrfach in verschiedene Betriebe versetzt. Zuletzt als
"Saaldiener" und "Besenschwinger" in einer Werkstatt einer "Weltfirma".
Dort fiel seine Zuspätkommerei nicht nur abteilungsintern auf, wo man
das Problem anfangs ignorierte (man kannte die Vorgeschichte des
Mannes), sondern auch die Betriebswache bekam das mit und machte nach
mehreren Vorfällen Meldung nach ganz oben, was ein Erdbeben auslöste.

Selbst die darauf hin einsetzende Anschisskette, ausgelöst vom berühmt
berüchtigten, knallhärtesten Generaldirektor durch alle Ebenen der
staatlichen Leitung bis nach unten konnte nichts bewirken.
Der GD nahm sich den Bummelanten wohl sogar persönlich vor.

Es änderte sich nichts und der Mann verdiente schon fast unser aller
Bewunderung.

W.
Chr. Maercker
2020-02-07 11:49:20 UTC
Antworten
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Post by Wolf gang P u f f e
Bummelantentum (auch im Zusammenhang mit Alkoholproblemen) fiel sehr
wohl auf und wurde auch bestraft.
Naja, man durfte es nicht übertreiben. Man musste (von gelegentlichen
Einkäufen abgesehen) gut 8 Std. im Betrieb sein statt zu Hause. Wer
*dagegen* verstieß, bekam Ärger. ;-)
Post by Wolf gang P u f f e
Bei manchen Menschen (oder Erkrankungen) lief der Druck aber ins leere.
Der Arbeitsplatz wurde kassiert und man wurde versetzt.
Hier gab es mehrere Eskalationsstufen.
Wenn Tadel und Verwarnungen nichts nützten, wurde der Bummelant
innerbetrieblich versetzt und bekam eine beschissnere Arbeit zugeteilt.
Hartnäckige Fälle hat der Betrieb abgestoßen und Betreffende kamen
woanders, z.T. in einem anderen Ort eine Arbeit zugewiesen.
ACK, der Abstieg dauerte relativ lange.
--
CU Chr. Maercker.
Ronald Konschak
2020-02-07 15:00:26 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Wolf gang P u f f e
Bummelantentum (auch im Zusammenhang mit Alkoholproblemen) fiel sehr
wohl auf und wurde auch bestraft.
Naja, man durfte es nicht übertreiben. Man musste (von gelegentlichen
Einkäufen abgesehen) gut 8 Std. im Betrieb sein statt zu Hause. Wer
*dagegen* verstieß, bekam Ärger. ;-)
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben. Im
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet. Exakt bei
Schichtschluss rannten die Massen zur Garderobe bzw. zum
Waschraum. In manchen Betrieben gabs da jedesmal Rempeleien.
Danach stürzte alles zum Bus und zur Straßenbahn, die dann
entsprechend besetzt waren. Als 1990 ein gewisser Schlendrian
einzog, drohten uns die Chefs, dass man nach der Einführung
der freien Marktwirtschaft (!) schon für Ordnung sorgen und
jeden rauswerfen wolle, der die Tretmühle zu früh verließ.
Tja, das war wohl nix. Die freie Martwirtschaft wurde nicht
eingeführt, und ich darf 40 Stunden in der Woche arbeiten,
dass muss ich in 5 Tagen jeweils zwischen 6 und 22 Uhr
ableisten.

Ronald.
--
Wer mit der Pistole auf die Vergangenheit schießt,
dem wird die Zukunft mit einer Kanone antworten.

Russisches Sprichwort
Chr. Maercker
2020-02-09 18:23:40 UTC
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Post by Ronald Konschak
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben.
An Unis gab es Gleitzeit, ich vermute aber auch in einigen weiteren
Einrichtungen.
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben Möglichkeiten
bisweilen arg verlängerte Mittagspausen. Und was am Arbeitsplatz gemacht
wurde, war bekanntlich auch nicht überall 100% für den Betrieb.
Post by Ronald Konschak
Exakt bei
Schichtschluss rannten die Massen zur Garderobe bzw. zum
Waschraum. In manchen Betrieben gabs da jedesmal Rempeleien.
Danach stürzte alles zum Bus und zur Straßenbahn, die dann
entsprechend besetzt waren.
In Betrieben mit Schicht- und/oder Bandarbeit ging das nicht so gut,
soweit richtig. Anders lief es in Verwaltungen, bei Betriebshandwerkern
u.v.a.
Post by Ronald Konschak
Als 1990 ein gewisser Schlendrian
einzog, drohten uns die Chefs, dass man nach der Einführung
der freien Marktwirtschaft (!) schon für Ordnung sorgen und
jeden rauswerfen wolle, der die Tretmühle zu früh verließ.
ACK, da mussten sich einige arg umgewöhnen.
Bernd Ullrich
2020-02-09 19:39:54 UTC
Antworten
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Post by Chr. Maercker
Post by Ronald Konschak
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben.
An Unis gab es Gleitzeit, ich vermute aber auch in einigen weiteren
Einrichtungen.
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben Möglichkeiten
bisweilen arg verlängerte Mittagspausen.
Langsamer Essen oder was?
Post by Chr. Maercker
Und was am Arbeitsplatz gemacht
wurde, war bekanntlich auch nicht überall 100% für den Betrieb.
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.

BU
Paul
2020-02-09 19:56:11 UTC
Antworten
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Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Post by Ronald Konschak
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben.
An Unis gab es Gleitzeit, ich vermute aber auch in einigen weiteren
Einrichtungen.
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben Möglichkeiten
bisweilen arg verlängerte Mittagspausen.
Langsamer Essen oder was?
Post by Chr. Maercker
Und was am Arbeitsplatz gemacht
wurde, war bekanntlich auch nicht überall 100% für den Betrieb.
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
BU
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen DDR-Betrieb von innen gesehen
haben, außer im UTP natürlich, aber das waren ja eh spezielle Umstände.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Bernd Ullrich
2020-02-09 23:25:46 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Post by Ronald Konschak
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben.
An Unis gab es Gleitzeit, ich vermute aber auch in einigen weiteren
Einrichtungen.
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben Möglichkeiten
bisweilen arg verlängerte Mittagspausen.
Langsamer Essen oder was?
Post by Chr. Maercker
Und was am Arbeitsplatz gemacht
wurde, war bekanntlich auch nicht überall 100% für den Betrieb.
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
BU
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen DDR-Betrieb von innen gesehen
haben, außer im UTP natürlich, aber das waren ja eh spezielle Umstände.
Im UTP und ESP gabs genaue Pausenzeiten, es wurde da die Produktion
geübt. Das war sozusagen intus wie in der Schule. Ich war auch längere
Zeit im Ausland (meist 4 Wochen am Stück) da wurden die Pausenzeiten
auch eingehalten von den Mitarbeitern des Kunden.Meist nur eine Uhr an
der Stirnseite der Halle und\oder eine Hupe die die Pausen angezeigt hat.

Der NixMärker versucht nur seinen Dünnschiss als Narrativ zu verbreiten.
Mit dem RL damals hat das nichts zu tun.
Das ist nur ein Troll.

BU
Torsten Mueller
2020-02-10 06:35:39 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Im UTP und ESP gabs genaue Pausenzeiten, es wurde da die Produktion
geübt.
ESP war ein ordnungsgemäßes Unterrichtsfach, da galt die Klingel nach
45min.

PA war was anderes. Ich hatte PA ein halbes Jahr lang in einem
Betonwerk, da wurden große Stahlbetonteile gegossen, die dann über
Stunden aushärten mußten. Dort war ich sehr oft der einzige sichtbare
Mensch auf der Platte, vor allem wenn's kalt war oder regnete. Es hat
überhaupt niemanden interessiert, daß und ob ich überhaupt da war,
abgesehen davon, daß ich mich früh morgens beim Brigadier melden mußte.
Der sagte dann "Naja, Du weeßt ja, wie es hier so läuft." - Pause?
Eigentlich immer.

An den anderen Orten, an denen ich PA hatte (an fünf erinnere ich mich
konkret), war es anders. Dort gab's jeweils Meister, und ein Meister war
immer eine Respektsperson.

T.M.
Fred
2020-02-10 01:07:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde
sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen
DDR-Betrieb von innen gesehen
haben,
Also ich schon. ;-)
Post by Paul
außer im UTP natürlich, aber das waren ja eh spezielle Umstände.
Zu meiner Zeit hieß das ja PA.
Und hätte nicht das damalige CFG so viele Probleme mit fehlenden
Arbeitskräften gehabt, so dass wir bereits in der 8. Klasse für ein halbes
Jahr dort arbeiten mussten, hätte ich das nie in PA kennen gelernt, denn ab
9. Klasse war ich vom PA - Unterricht freigestellt.
Post by Paul
Paule
Byte, Byte
Der Fred
Wolf gang P u f f e
2020-02-10 16:01:44 UTC
Antworten
Permalink
... denn ab
9. Klasse war ich vom PA - Unterricht freigestellt.
Und alle glauben Schaboffski sei am Untergang der DDR Schuld.
Fred, so konnte das nüschd werden mit der DDR, schäm dich! ;-)

W.
Fred
2020-02-10 21:48:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Und alle glauben Schaboffski sei am Untergang der DDR Schuld.
Fred, so konnte das nüschd werden mit der DDR, schäm dich! ;-)
Moment, als zukünftiger Musikstudent hätte ich mich ja verletzen können und
längere Zeit vielleicht nicht üben können. ;-)
Außerdem sollte ich in der Zeit Klavier üben, hat nur niemand kontrolliert.
;-)
Post by Wolf gang P u f f e
W.
Byte, Byte
Der Fred
Martin Ebert
2020-02-10 01:58:18 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Post by Bernd Ullrich
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen DDR-Betrieb von innen gesehen
haben,
Da haben sich ja zwei gefunden.

Ihr ward die beiden, die hart im VEB arbeiteten? Das wird es
gewesen sein.

Mt
Paul
2020-02-10 02:55:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Paul
Post by Bernd Ullrich
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen DDR-Betrieb von innen gesehen
haben,
Da haben sich ja zwei gefunden.
Ihr ward die beiden, die hart im VEB arbeiteten? Das wird es
gewesen sein.
Mt
Erzähle doch mal in welchem VEB hast Du denn Deine ach so umfangreichen
Erfahrungen mit dem Sozialismus gemacht? Nein Lynx, VEB Hoffmann zählt
nicht. Hast Du überhaupt mal in Deinem Leben einen Produktionsbetrieb
von Innen gesehen? Offenbar nicht.

Paule
--
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30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Martin Ebert
2020-02-11 00:23:10 UTC
Antworten
Permalink
Hast Du überhaupt mal in Deinem Leben einen Produktionsbetrieb von
Innen gesehen? Offenbar nicht.
Du hast echt Ahnung.

Nein, *dir* erzähle ich es nicht. Eigentlich könntest und müsstest Du da aber wissen, ich schreibe hier ja offen.

So, nun trolle weiter.

Mt
Chr. Maercker
2020-02-10 11:44:29 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Ebert
Ihr ward die beiden, die hart im VEB arbeiteten? Das wird es
gewesen sein.
LOL, wobei ich das im Falle BU stark bezweifle. Oder er hatte Pech und
hat einen der wenigen Betriebe erwischt, wo der Schlendrian noch nicht
zu Hause war.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2020-02-11 00:25:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Ihr ward die beiden, die hart im VEB arbeiteten? Das wird es
gewesen sein.
LOL, wobei ich das im Falle BU stark bezweifle.
André doch auch nicht. Der hat in irgend einer Außenstelle der
AdW so getan als ob er was mit Kerntechnik machte. Ok, der
war in seiner Armeezeit gekniffen, der wurde zu den Industrie-
soldaten eingezogen. Da sollte er den Jammer mit der Chemie-
industrie ansatzweise mitbekommen haben.

Mt
Chr. Maercker
2020-02-10 11:41:49 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Da ist er nicht der einzige hier. Ich würde sagen mindestens 50% der
hier Schreibenden dürfte niemals einen DDR-Betrieb von innen gesehen
haben, außer im UTP natürlich, aber das waren ja eh spezielle Umstände.
Hätte ich nie in einem VEB gearbeitet (oder was man bisweilen so
nannte), würde ich nicht wagen, solche Behauptungen aufzustellen. Ich
*habe* aber in zwei Großbetrieben 1.5 bzw. drei Jahre zugebracht. Hinzu
kommen 2x3 Wochen Nebenverdienst als Schüler und einige Monate in einem
VEB der anderen Art: Vaters Eigener Betrieb. In letzterem wurde richtig
gearbeitet, ebenso an der Uni, wo ich einige Zeit zu tun hatte. Aber
diese Unterschiede kennt ein ehem. Staatsdiener wie BU nicht.
--
CU Chr. Maercker.
Torsten Mueller
2020-02-10 06:18:16 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben
Möglichkeiten bisweilen arg verlängerte Mittagspausen.
Langsamer Essen oder was?
Zu meinen Tätigkeiten als Lehrling gehörte über zwei volle Jahre hinweg
immer mal wieder eine Woche Kistennageln (im dritten Jahr dann nicht
mehr). Große, sargähnliche Kisten aus massivem, 2cm dicken Kiefernholz,
fein mit 8cm langen Nägeln zusammengehalten, drinnen Holzwolle. An
diesen Kisten herrschte immer großer Mangel, so daß, wenn eine
Expertengruppe aus Lehrlingen einmal zusammengestellt war, der
Produktionsprozeß gleich auf Halde betrieben wurde. Es gab eine
ordentliche Halle dafür, Kisten bis unters Dach, die reichten dann
wieder zwei Wochen. - Nach der Mittagspause gehörte, sofern das
Tagessoll erfüllt war, ein ausgedehntes Schläfchen (!) in einer solchen
Kiste wenigstens so bis 14:30 zum täglichen Programm. Die übrigen Kisten
drumherum dienten als Sichtschutz und wurden schon am Vormittag
entsprechend aufgestellt, sog. Nestfertigung. Einer oder zwei hielten
Wache und klopften mit ihren Hämmern ein wenig, damit es nicht ganz so
still war. - Ich hatte mir das nicht ausgedacht. Es war der übliche
Arbeitsalltag in dieser Halle. Und wenn noch Material da war, hieß es
"Nein, das ist für morgen."
Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Und was am Arbeitsplatz gemacht wurde, war bekanntlich auch nicht
überall 100% für den Betrieb.
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Kann es sein, daß Du ein bißchen blöd bist?

T.M.
Wolf gang P u f f e
2020-02-10 16:19:45 UTC
Antworten
Permalink
Zu meinen Tätigkeiten ... gehörte ... immer mal wieder ... Kistennageln
?
...Große, sargähnliche Kisten aus massivem, 2cm dicken Kiefernholz,
!
fein mit 8cm langen Nägeln zusammengehalten, drinnen Holzwolle. An
diesen Kisten herrschte immer großer Mangel,...
!!!
... Es gab eine
ordentliche Halle dafür, Kisten bis unters Dach, ...
Also nur vom Feinsten.
Die Kisten müssen demnach für den NSW-Export gewesen sein!
... ein ausgedehntes Schläfchen (!) in einer solchen
Kiste ...
Ist dir eigentlich klar, dass das als *Fluchversuch* hätte gewertet
werden können!
... Ich hatte mir das nicht ausgedacht.
Was?
Da waren noch mehr involviert?
Wer?
Die Namen...die Namen,... sofort!

W. ;-)
René Marquardt
2020-02-10 12:35:13 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Post by Ronald Konschak
Das klingt ja, als hätte es sowas wie Gleitzeit gegeben.
An Unis gab es Gleitzeit, ich vermute aber auch in einigen weiteren
Einrichtungen.
Post by Ronald Konschak
Gegenteil, es wurde streng auf die Uhr geachtet.
Früh und zu Feierabend. Es gab aber in etlichen Betrieben Möglichkeiten
bisweilen arg verlängerte Mittagspausen.
Langsamer Essen oder was?
Im Umkleideraum pennen, mit dem Fahhrad zum Getraenkestuetzpunkt und einen
Kasten Bier und ne Nullsiehmer holen, das Kuechenfoetzchen ein bisschen ausleiern,
am Maschinenzyklus liess sich auch drehen, jedenfalls bei uns: vormittags in
die Tasten gehauen und vorgearbeitet, und dann war ab 11:30 so ziemlich
Feierabend angesagt, und man verbrachte die Zeit mit dem Klauen und Verfrachten
von Betriebsmaterial, Messerschnitzereien, Friseurbesuchen und gab sich
dem Trunke hin.
Post by Bernd Ullrich
Post by Chr. Maercker
Und was am Arbeitsplatz gemacht
wurde, war bekanntlich auch nicht überall 100% für den Betrieb.
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Entweder setzt bei dir die Altersdemenz heftigst ein, oder ... nee, ne
Alternative faellt mir eigentlich nicht ein.
Martin Ebert
2020-02-11 00:30:01 UTC
Antworten
Permalink
On Sunday, February 9, 2020 at 1:39:55 PM UTC-6, Bernd Ullrich
Post by Bernd Ullrich
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Entweder setzt bei dir die Altersdemenz heftigst ein, oder ... nee,
ne Alternative faellt mir eigentlich nicht ein.
Hast Du Dich schon mal gefragt, warum mein Killfilebewohner
in so einem entfernten Land lebt? Ahh? Könnte sein, oder?

Mt
René Marquardt
2020-02-11 00:53:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by René Marquardt
Post by Bernd Ullrich
Du hast keinen DDR-Betrieb jemals von innen gesehen, du spinnst dir
Scheisse zusammen.
Entweder setzt bei dir die Altersdemenz heftigst ein, oder ... nee,
ne Alternative faellt mir eigentlich nicht ein.
Hast Du Dich schon mal gefragt, warum mein Killfilebewohner
in so einem entfernten Land lebt? Ahh? Könnte sein, oder?
Also hier aus gesehen wohnt IHR ALLE in weit entfernten Laendern :P
Wolf gang P u f f e
2020-02-09 20:48:27 UTC
Antworten
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Wolf gang P u f f e
Bummelantentum (auch im Zusammenhang mit Alkoholproblemen) fiel sehr
wohl auf und wurde auch bestraft.
Naja, man durfte es nicht übertreiben. Man musste (von gelegentlichen
Einkäufen abgesehen) gut 8 Std. im Betrieb sein statt zu Hause. Wer
*dagegen* verstieß, bekam Ärger. ;-)
Der Arbeiter hatte auf seinem Betriebsausweis einen dicken fetten
Strich, einen sogenannten Schichtbalken. Dieser war beim hochhalten und
durchrennen der Betriebswache immer laut und deutlich sichtbar.

Wenn Du mit so einem Kennzeichen außerhalb der Schichtzeiten und bei
scharfen Wachbesetzung auffällig wurdest, wurdest du geschnappt und
erst nach Rückfrage beim Leiter deines Bereiches wieder auf freien
Fuss gesetzt bzw. der Betriebsausweis eingezogen und der Leiter durfte
ihn dann für dich wieder abholen.
Da war zwar peinlich, aber nicht weiter schlimm, wenns einmalig
passierte.

Wenn Du mehrfach auffällig wurdest, oder bei der Wache selbst gerade
eine Kontrolle im Kabuff anwesend war, ging die Meldung hoch bis zum
Generaldirektor. Dann war "Polen offen"!

W.
Veith
2020-02-07 12:38:02 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Veith
Zumal Bummelantentum im Betrieb nicht zwingend auffiel und vor allem der
soziale / extentielle Druck (Gefahr von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit,
sozialen Elend) für die Werktätigen ersatzlos weggefallen war.
Bummelantentum (auch im Zusammenhang mit Alkoholproblemen) fiel sehr
wohl auf und wurde auch bestraft.
Nun, da mußte man sich schon richtig doof anstellen oder es bewußt darauf
anlegen.
Post by Wolf gang P u f f e
Ein vom Alkohol "Betroffener" (...)
2. Fall.
Ein Ingenieur hatte einen Knick in der Psyche bekommen(...)
Es änderte sich nichts und der Mann verdiente schon fast unser aller
Bewunderung.
Tja, das muß man sich mal heutzutage vorstellen. Es passierte damals den
Betroffenen nicht wirklich was.

Aber zum "Befunde zur psychischen Gesundheit von ehemaligen DDR-Bürgern":

Es wurde nämlich festgestelltm, daß der Bundesgesundheitsbericht "ein
geringeres Ausmaß fast aller psychischen Störungen in den Neuen Ländern"
konstatiert.

Erklärungsansatz: "die Binnenmigration [wurde] nicht und die sozialstrukturellen
Unterschiede zwischen Ost und West zu wenig berücksichtigt".

Kurz:
Zugewanderte Wessis und die hier überproportional vertretenen Dummen (Doofe
sind glücklicher), verzerren das Ergebnis.

Und nun bietet eine "Längsschnittstruktur der Daten, die auch Erfahrungen
während der DDR-Zeit beinhaltet (z.B. Krippenbesuch, Binnenmigration,
Elterliches Erziehungsverhalten)" die Chance, das o.g. Ergebnis wegzuschreiben.

Die so gewonnen Erkenntnisse werden dann "über relevante Fachgruppen,
öffentliche Projektpräsentationen, Medien sowie über aktuelle interaktive
Plattformen der breiten und Fachöffentlichkeit" propagiert, vgl.:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.618395.de/projekte/ddr_vergangenheit_und_psychische_gesu...o_und_schutzfaktoren_ddr_psych.html

Nun, Gefühlsstau-Maaz wurde wohl ins Vergessen gestoßen. Aber, wer auch mit
Pegida-Sympathisantinnen sypathiert und RT Interviews gibt ...

Peter
Chr. Maercker
2020-02-07 11:40:57 UTC
Antworten
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Post by Veith
Zumal Bummelantentum im Betrieb nicht zwingend auffiel und vor allem der
soziale / extentielle Druck (Gefahr von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit,
sozialen Elend) für die Werktätigen ersatzlos weggefallen war.
Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
ACK, Leute mit Psychosomatischen machten halt einmal öfter Kasse und gut.
Post by Veith
Post by d***@gmail.com
So wie generell psychische Erkrankungen nicht besonders gern
thematisiert wurden.
Der Grund für den erst heutzutage in westlichen Ländern registrierte Anstieg
von psychischen Erkrankungen, wie Burnout & Co, wird neben - dem zunehmenden
Verwertungsdruck auf die sog. Arbeitnehmer - auch in den Absatzinteressen der
Pharmaindustrie und den gewerbsmäßigen Handeln der Ärzte liegen.
Meines Erachtens kommt noch was hinzu, was zugleich erklärt, warum schon
gegen Ende der DDR psychische Erkrankungen zunahmen, obwohl der Krieg
lange vorbei war: die Ablösung von immer mehr körperlichen und
handwerklichen Arbeiten durch entweder monotone Fließbandarbeit oder
(ebenfalls monotone bzw. stressige) Bürotätigkeit.
Post by Veith
Post by d***@gmail.com
Sie passten einfach nicht zum neuen Menschenbild des neuen sozialistischen Menschen.
Psychosomatische Kranke sind nicht zuletzt ein Produkt der kapitalistischen
Leistungsgesellschaft und passen gut ins sowieso negative Menschenbild des
alten kapitalistischen Menschen: Man muß als Produzent und / oder wenigstens
Konsument funktionieren ... anderfalls ist man "krank".
Wie geschrieben, Psychologen vermeldeten schon in der realsoz. End-DDR
einen Anstieg. Was heute wirklich neu ist, sind massenhafte
Verabreichungen von Pillen gegen Depressionen etc. So was wurde zu
DDR-Zeiten psychotherapeutisch und nicht medikamentös behandelt. Das mag
teurer gewesen sein (sehr lange Klinikaufenthalte), aber letzlich
nachhaltiger. Die heutigen Psychopharmaka machen zwar nicht in gleicher
Weise abhängig wie Alkohol, Crystal & Co., aber man kann sie einmal
eingenommen nicht einfach wieder absetzen. Die Pharmaindustrie sieht das
überhaupt nicht vor, entsprechend niedrige Dosierungen sind nicht zu
haben! Also doch abhängig, lebenslänglich.
--
CU Chr. Maercker.
Matthias Opatz
2020-02-07 21:50:52 UTC
Antworten
Permalink
Post by Veith
Post by d***@gmail.com
Aber ich weiß, daß diese (körperlich nicht nachvollziehbaren) Erkrankungen
in der Bevölkerung auch gern als Simulantentum bzw Drückebergerei oder
Faulheit angesehen wurden.
Zumal Bummelantentum im Betrieb nicht zwingend auffiel und vor allem der
soziale / extentielle Druck (Gefahr von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit,
sozialen Elend) für die Werktätigen ersatzlos weggefallen war.
Mithin waren Psychosomatiker nicht weiter auffällig.
Naja, wer wiederholt nicht zur Arbeit kam, wurde von seinen Vorgesetzten
oder Beauftragten daheim aufgesucht.

Matthias
Peter Veith
2020-02-08 07:57:10 UTC
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Post by Matthias Opatz
Naja, wer wiederholt nicht zur Arbeit kam, wurde von seinen
Vorgesetzten oder Beauftragten daheim aufgesucht.
Richtig, und wenn noch Kinder im Haushalt lebten, wurde - z.B. über die
Konfliktkommision - Hilfe organisiert. Also "Freiwillige", die die
versiffte Bettwäsche wechselten, den Kindern Essen machten und in die
Schule schickten.

Derweil saßen die Arbeitsscheuen grinsend, rauchend, mit ner Pulle Bier
auf dem Sofa und schalteten provokativ auf ARD.

BTW hat jemand die "VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und Betriebe
bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger"?

Veith
--
"Armut hat nicht nur mit Geld zu tun ... Manche Familie hat nicht
gelernt, einen Haushalt zu führen" Renate Schmidt, damalige
Bundesfamilienministerin in der WamS vom 26.02.2005
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Diedrich Ehlerding
2020-02-08 08:19:43 UTC
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Post by Peter Veith
BTW hat jemand die "VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und Betriebe
bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger"?
https://www.gvoon.de/gesetzblatt-gbl-ddr-teil-1-1975/seite-130-427357.html
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
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Diedrich Ehlerding
2020-02-08 08:24:23 UTC
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Post by Peter Veith
BTW hat jemand die "VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und Betriebe
bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger"?
<https://www.gvoon.de/gesetzblatt-gbl-ddr-teil-1-1975/seite-130-427357.html>
(leider nur die erste Seite :-( )
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
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