Discussion:
DV 010/0/009
(zu alt für eine Antwort)
Chr. Maercker
2018-08-03 07:10:25 UTC
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Weil die Geheimniskrämerei der NVA gerade Thema geworden ist:
in <http://scz.bplaced.net/dv010-0-009.html>
fand ich im Abschnitt

"Auswahl, Überprüfung, Bestätigung und Verpflichtung"
den Abschnitt
"30.(1) Die Verpflichtung ist in der VS-Stelle aufzubewahren.
...
(2) Die Bestätigung und die Verpflichtung des Geheimnisträgers
sind bei
...
b) Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst, außer von Armeeange-
hörigen gemäß den Festlegungen in der Ziffer 22. sowie bei
der Beendigung des Arbeitsrechtsverhältnisses mit der NVA,
den Kaderunterlagen beizufügen.
(3) Die Bestätigung und die Verpflichtung von Armeeangehörigen
gemäß den Festlegungen in der Ziffer 22. sind bei der Entlassung
dieser Armeeangehöriger aus dem aktiven Wehrdienst dem für den
Wohnsitz zuständigen Wehrkreiskommando zu übersenden."

d.h. nach Entlassung kamen Verpflichtung und Bestätigung entweder in die
Kaderakten oder aber zum zuständigen WKK.
Wer fällt unter Ziffer 22. "... Geheimnisträger, die auf der Grundlage
des STAN oder ..."? Die unter der gleichen Ziffer genannten Unterlagen
musste jeder ausfüllen, der eine VS-Berechtigung hatte.

Eine Aufbewahrungsfrist für o.g. Unterlagen habe ich nicht gefunden. Gab
es wirklich keine, wurde nach Ablauf der Sperrfrist (für GVS-Berechtigte
z.B. max. 7 Jahre) vernichtet oder nie?
Kaderakten wurden ca. 1991 auf Verlangen ausgehändigt. In meiner war
keine VS-Verpflichtung drin. Wurden Unterlagen der Wehrkreiskommandos
komplett ins Koblenzer Militärarchiv überführt?
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2018-08-03 21:42:35 UTC
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Weil die Geheimniskrämerei der NVA gerade Thema geworden ist: in
<http://scz.bplaced.net/dv010-0-009.html>
Diese las ich während meiner Dienstzeit; ganz legal war das nicht.
"Auswahl, Überprüfung, Bestätigung und Verpflichtung" den Abschnitt
"30.(1) Die Verpflichtung ist in der VS-Stelle aufzubewahren.
Ich habe keinerlei Erinnerung, eine solche ausgefüllt zu haben.
Und ich hatte Zugang zu spezifischen GKDos.
Wurden Unterlagen der Wehrkreiskommandos komplett ins Koblenzer
Militärarchiv überführt?
Der Krempel liegt (oder lag) in der Außenstelle Strausberg.
Vor wenigen Jahren hatte ich Antrag auf Akteneinsicht gestellt,
inklusive Kopie.

Nun weiß ich grob, was "bei uns" so alles in die Wehrstammkarte
eingelegt war - daher muss ich sagen, dass das Auskunftsergebnis
wenig ersprießlich war. Da hat irgendwann irgendwer ordentlich
ausgemistet.

Mt
Chr. Maercker
2018-08-06 10:13:11 UTC
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Post by Martin Ebert
Weil die Geheimniskrämerei der NVA gerade Thema geworden ist: in
<http://scz.bplaced.net/dv010-0-009.html>
Diese las ich während meiner Dienstzeit; ganz legal war das nicht.
Anzunehmen. Ich wäre seinerzeit gar nicht rangekommen. Wenn überhaupt,
lag das Exemplar der DV in der VS-Stelle und dort kamen außer
Rgt-Kommandeur/Stabschef nur der VS-Stellenleiter und sein
Sachbearbeiter rein.
Post by Martin Ebert
"Auswahl, Überprüfung, Bestätigung und Verpflichtung" den Abschnitt
"30.(1) Die Verpflichtung ist in der VS-Stelle aufzubewahren.
Ich habe keinerlei Erinnerung, eine solche ausgefüllt zu haben.
An den abgedruckten Text kann ich mich auch nicht erinner, sehr wohl
aber an den ganzen übrigen Papierkrieg.
Post by Martin Ebert
Und ich hatte Zugang zu spezifischen GKDos.
d.h. Du hast länger gedient und warst evtl. außerdem in einer VS-Stelle?
Post by Martin Ebert
Wurden Unterlagen der Wehrkreiskommandos komplett ins Koblenzer
Militärarchiv überführt?
Der Krempel liegt (oder lag) in der Außenstelle Strausberg.
Vor wenigen Jahren hatte ich Antrag auf Akteneinsicht gestellt,
inklusive Kopie.
Dito, von dort wurde ich an Koblenz verwiesen. :-\
Post by Martin Ebert
Nun weiß ich grob, was "bei uns" so alles in die Wehrstammkarte
eingelegt war - daher muss ich sagen, dass das Auskunftsergebnis
wenig ersprießlich war. Da hat irgendwann irgendwer ordentlich
ausgemistet.
Den Verdacht habe ich auch. Bisher sämtliche Anfragen 100% negativ.
Deswegen wüsste ich gern, ob es Fristen gab, nach denen der Papierkrieg
von Geheimnisträgern vernichtet wurde. Spätestens nach Ablauf der
Sperrfristen war deren "Geheimwissen" nix mehr wert und es hätte selbst
in der DDR wenig gegen den Reißwolf gesprochen.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2018-08-06 21:30:08 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Weil die Geheimniskrämerei der NVA gerade Thema geworden ist: in
<http://scz.bplaced.net/dv010-0-009.html>
Diese las ich während meiner Dienstzeit; ganz legal war das nicht.
Anzunehmen. Ich wäre seinerzeit gar nicht rangekommen. Wenn überhaupt,
lag das Exemplar der DV in der VS-Stelle und dort kamen außer
Rgt-Kommandeur/Stabschef nur der VS-Stellenleiter und sein
Sachbearbeiter rein.
Wir hatten eine Lehrklasse für Funkaufklärer. Die scheint
eine eigene VS-Stelle gewesen zu sein - dazu muss man wissen,
dass die ausgebildeten Funkaufklärer real der Verwaltung
Aufklärung der NVA zulieferten.

Der Gruppenführer und Ausbilder von denen lag auf meiner Stube.
Und hatte das Ding im Schrankaufsatz versteckt. Als er Urlaub
hatte, sah ich mir das mal genauer an. Und war übrigens ent-
täsucht, ich hatte da interessanteres erwartet. Ok, die Sperr-
fristen waren spannend.
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
"Auswahl, Überprüfung, Bestätigung und Verpflichtung" den Abschnitt
"30.(1) Die Verpflichtung ist in der VS-Stelle aufzubewahren.
Ich habe keinerlei Erinnerung, eine solche ausgefüllt zu haben.
An den abgedruckten Text kann ich mich auch nicht erinner, sehr wohl
aber an den ganzen übrigen Papierkrieg.
Ich will nicht ausschließen, dass da mal "alles unterschreiben"
doch was war.
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Und ich hatte Zugang zu spezifischen GKDos.
d.h. Du hast länger gedient
UaZ, allerdings als Ausbilder auf einer StFw-Planstelle.
Als Grenzer hattest Du von vornherein einen Sack an
Sicherheitsüberprüfungen, dazu kam bei mir igendwann die
Waffenkammer.

Es ist jammerschade: Meine Akte bei BStU ist übel
gefleddert. Sonst könnte ich da näheres sagen - aber
ausgerechnet der Teil fehlt völlig. Gna.
Post by Chr. Maercker
und warst evtl. außerdem in einer VS-Stelle?
Nein. Ich war ein einziges Mal zur VS-Stelle, weiß aber
nicht mehr, um was es da ging. Empfangsberechtigt war ich
dort jedenfalls nicht.
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Wurden Unterlagen der Wehrkreiskommandos komplett ins Koblenzer
Militärarchiv überführt?
Der Krempel liegt (oder lag) in der Außenstelle Strausberg.
Vor wenigen Jahren hatte ich Antrag auf Akteneinsicht gestellt,
inklusive Kopie.
Dito, von dort wurde ich an Koblenz verwiesen. :-\
Dann hat sich das geändert. -
Wenn Du willst, gebe ich Dir mal meinen Antragstext, ich
habe den noch irgendwo. Und meine Wehrstammkarte kann ich
Dir geschwärzt auch mal zeigen.
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Nun weiß ich grob, was "bei uns" so alles in die Wehrstammkarte
eingelegt war - daher muss ich sagen, dass das Auskunftsergebnis
wenig ersprießlich war. Da hat irgendwann irgendwer ordentlich
ausgemistet.
Den Verdacht habe ich auch.
Ich muss anders anfangen, ich habe das wohl schon mal erzählt:
Wehrstammkarten durften nur durch Offz bearbeitet werden. Eines
schönen Abends, ich stehe Zwischenlehrgangs-UvD (keiner da, nur
ein UvD für einen kompletten Block), da kommt mein Zugführer,
haut mir eine Schreibmaschine und gute 20 Wehrstammkarten auf
den Tisch. "So, da mach mal - aber Klappe halten!" (Es ging
um die Wehrstammkarten neu Einberufener, wie sie von den
WKK zu uns kamen.)

Befehl ist Befehl. Und mir konnte bei der Nummer nicht viel
passieren - außer das ich mal sah, was da so alles drin war.
War ja piepsgeheim.

Beachte - Grenztruppen!
Da waren so grob geschätzt sieben Blatt eingelegt, ganz genau
kann ich das nicht mehr sagen: Fragebogen, irgendwas vom WKK,
ggf. Lebenslauf. Doch, ja, dieser Fragebogen mit allen Verwandten
und NSDAP und so. - Was ich definitiv weiß: Eine Einschätzung
des Abschnittsbevollmächtigten der DVP.
Post by Chr. Maercker
Bisher sämtliche Anfragen 100% negativ.
Deswegen wüsste ich gern, ob es Fristen gab, nach denen der Papierkrieg
von Geheimnisträgern vernichtet wurde. Spätestens nach Ablauf der
Sperrfristen war deren "Geheimwissen" nix mehr wert und es hätte selbst
in der DDR wenig gegen den Reißwolf gesprochen.
Na doch. Wer mal SAS/SND war oder Funker in einem Stabsnetz, der
hatte Vorkenntnisse, die man mit Schulung auf den neuen Stand
bringen konnte.

Vermutlich wurde der Einleger-Krempel irgendwann zur Zeit der
Wiedervereinigung entnommen und in die Tonne gekloppt.

Mt
Chr. Maercker
2018-08-07 11:08:07 UTC
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Post by Martin Ebert
Wir hatten eine Lehrklasse für Funkaufklärer. Die scheint
eine eigene VS-Stelle gewesen zu sein - dazu muss man wissen,
dass die ausgebildeten Funkaufklärer real der Verwaltung
Aufklärung der NVA zulieferten.
Der Gruppenführer und Ausbilder von denen lag auf meiner Stube.
Und hatte das Ding im Schrankaufsatz versteckt.
Alle Achtung, das war nicht ungefährlich. Dein Ausbilder muss entweder
sehr guten Draht zur VS-Stelle gehabt haben oder er hat die Dokumente
selbst verwaltet. Sonst wäre das unweigerlich aufgefallen, dort ging nix
raus oder rein, was nicht im Ein-/Ausgangsbuch stand. Und wehe, das
fehlte was ...
Post by Martin Ebert
hatte, sah ich mir das mal genauer an. Und war übrigens ent-
täsucht, ich hatte da interessanteres erwartet. Ok, die Sperr-
fristen waren spannend.
Vermutlich stammt der Text ursprünglich von der Wehrmacht, wenn nicht
gar aus der kgl. preuß. Heeresdienstordnung. ;-)
Post by Martin Ebert
Ich will nicht ausschließen, dass da mal "alles unterschreiben"
doch was war.
Und mich wundert, dass davon absolut nix mehr da sein soll.
Post by Martin Ebert
Es ist jammerschade: Meine Akte bei BStU ist übel
gefleddert. Sonst könnte ich da näheres sagen - aber
ausgerechnet der Teil fehlt völlig. Gna.
Dito bei mir. Bisher keine Indizien gefunden, wann und warum der
Armeeteil geschreddert wurde. VIPs im Sinne des MfS dürften wir beide
nicht gewesen sein und die BStU behauptet ja, 1989/90 wären vorrangig
brisante Akten vernichtet worden.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Wurden Unterlagen der Wehrkreiskommandos komplett ins Koblenzer
Militärarchiv überführt?
Der Krempel liegt (oder lag) in der Außenstelle Strausberg.
Vor wenigen Jahren hatte ich Antrag auf Akteneinsicht gestellt,
inklusive Kopie.
Dito, von dort wurde ich an Koblenz verwiesen. :-\
Dann hat sich das geändert. -
... und zwar schon vor einigen Jahren.
Post by Martin Ebert
Wenn Du willst, gebe ich Dir mal meinen Antragstext, ich
habe den noch irgendwo. Und meine Wehrstammkarte kann ich
Dir geschwärzt auch mal zeigen.
Danke, gern. Ich kann keine vorweisen, nicht mal mehr einen WDA, meine
18 Monate kann ich nur mittels G-Buch nachweisen und durch eine Beurteilung.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Ebert
Nun weiß ich grob, was "bei uns" so alles in die Wehrstammkarte
eingelegt war - daher muss ich sagen, dass das Auskunftsergebnis
wenig ersprießlich war. Da hat irgendwann irgendwer ordentlich
ausgemistet.
Den Verdacht habe ich auch.
Wehrstammkarten durften nur durch Offz bearbeitet werden. Eines
schönen Abends, ich stehe Zwischenlehrgangs-UvD (keiner da, nur
ein UvD für einen kompletten Block), da kommt mein Zugführer,
haut mir eine Schreibmaschine und gute 20 Wehrstammkarten auf
den Tisch. "So, da mach mal - aber Klappe halten!" (Es ging
um die Wehrstammkarten neu Einberufener, wie sie von den
WKK zu uns kamen.)
Ich erinnere mich, dass es in den Regimentsstäben zwei Offiziere für
Personalangelegenheiten gab: OO Kader für Offiziere und Zehnender und
ein zweiter für die Mannschaften, dessen Dienstbezeichnung habe ich
vergessen. Wusste aber nicht, dass Wehrstammkarten es bis in die
Kompanien geschafft haben.
Post by Martin Ebert
Befehl ist Befehl. Und mir konnte bei der Nummer nicht viel
passieren - außer das ich mal sah, was da so alles drin war.
War ja piepsgeheim.
Damals wie heute.
Post by Martin Ebert
Beachte - Grenztruppen!
Da waren so grob geschätzt sieben Blatt eingelegt, ganz genau
kann ich das nicht mehr sagen: Fragebogen, irgendwas vom WKK,
ggf. Lebenslauf. Doch, ja, dieser Fragebogen mit allen Verwandten
und NSDAP und so.
Also das gleiche Dingens, was ich auch ausfüllen musste. Gewisse
Betriebe legten Bewerbern das gleiche Formular vor.

- Was ich definitiv weiß: Eine Einschätzung
Post by Martin Ebert
des Abschnittsbevollmächtigten der DVP.
Möglich, mir ist bekannt, dass es vor meiner Verpflichtung Anfragen beim
Hausbuchverwalter (anderen Bewohnern des Hauses?) meines Wohnortes gab.
Der ABV dürfte mich kaum gekannt haben, allenfalls dadurch, dass sein
Sohn ein Freund meines Freundes war. ;-)
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Bisher sämtliche Anfragen 100% negativ.
Deswegen wüsste ich gern, ob es Fristen gab, nach denen der Papierkrieg
von Geheimnisträgern vernichtet wurde. Spätestens nach Ablauf der
Sperrfristen war deren "Geheimwissen" nix mehr wert und es hätte selbst
in der DDR wenig gegen den Reißwolf gesprochen.
Na doch. Wer mal SAS/SND war oder Funker in einem Stabsnetz, der
hatte Vorkenntnisse, die man mit Schulung auf den neuen Stand
bringen konnte.
Das waren Codierungsspezialisten. VS-verpflichtete Stabssoldaten mussten
lediglich Maschine schreiben oder Karten zeichnen können. Und
Papierkörbe von Stabsoffizieren "fachkundig" leeren. ;-)
Post by Martin Ebert
Vermutlich wurde der Einleger-Krempel irgendwann zur Zeit der
Wiedervereinigung entnommen und in die Tonne gekloppt.
Und zwar wahrscheinlich bei der Armee, nicht beim MfS. Dort wäre das zu
der Zeit kaum noch möglich gewesen. Wobei ich davon ausgehe, dass die
Stasi mindestens Kopien der Verpflichtung und des o.g. Fragebogens
hatte. Bei der BStU ist aber nachzulesen, dass die DDR ab den 1980ern
eine Art Militärgeheimdienst analog zum MAD hatte. Die Abwehroffiziere
gehörten damit evtl. nicht mehr zum MfS und die Akten sind
möglicherweise komplett zur NVA gegangen.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2018-08-07 20:35:57 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Wir hatten eine Lehrklasse für Funkaufklärer. Die scheint eine
eigene VS-Stelle gewesen zu sein - dazu muss man wissen, dass die
ausgebildeten Funkaufklärer real der Verwaltung Aufklärung der NVA
zulieferten.
Der Gruppenführer und Ausbilder von denen lag auf meiner Stube.
Und hatte das Ding im Schrankaufsatz versteckt.
Alle Achtung, das war nicht ungefährlich. Dein Ausbilder muss
entweder sehr guten Draht zur VS-Stelle gehabt haben oder er hat die
Dokumente selbst verwaltet. Sonst wäre das unweigerlich aufgefallen,
dort ging nix raus oder rein, was nicht im Ein-/Ausgangsbuch stand.
Und wehe, das fehlte was ...
Die hatten mit der VS-Stelle der Schule nix am Hut, vmtl.
waren die eine eigene VS-Stelle. Zutrittsberechtigt zur
Lehrklasse war auch nur der Fachlehrer, der GR/Ausbilder
und die dort auszubildenden U-Schüler.

Kein KC, nicht der ZF, kein Hauptfeld, kein UvD. Njete.

Einmal -so berichtete damals der GF- saß allerdings der
V2000 mit dem Fachlehrer drin, was den GF arg wunderte.

[NVA Verpflichtungen]
Post by Chr. Maercker
Und mich wundert, dass davon absolut nix mehr da sein soll.
Die hatten ja mit dem letzten Befehl des Ministers für
Abrüstung ("entbinde ich Sie von allen") ihre Bedeutung
verloren. Das galt zunächst für alle NVA-Soldaten bis
zum General.
Post by Chr. Maercker
Es ist jammerschade: Meine Akte bei BStU ist übel gefleddert.
Sonst könnte ich da näheres sagen - aber ausgerechnet der Teil
fehlt völlig. Gna.
Dito bei mir. Bisher keine Indizien gefunden, wann und warum der
Armeeteil geschreddert wurde.
Bei den meisten Grenzern ist dieser Teil vollständig erhalten.
Post by Chr. Maercker
VIPs im Sinne des MfS dürften wir beide nicht gewesen sein und die
BStU behauptet ja, 1989/90 wären vorrangig brisante Akten vernichtet
worden.
Das ist wohl richtig. Zuerst wurde vernichtet, was auf
dem Schreibtisch lag. Bei mir war es allerdings so, dass
ich in einer Abteilung mit recht vielen intellektuellen
Oppositionellen war. Und ob die noch stinkig waren, dass
ich deren Anwerbeversuch Jahre zuvor ablehnte - ist unklar.

Für 1988 sind jedenfalls vor Jahren noch Kopien von zwei
Westbriefen aufgetaucht.
Post by Chr. Maercker
Post by Chr. Maercker
Dito, von dort wurde ich an Koblenz verwiesen. :-\
Dann hat sich das geändert. -
... und zwar schon vor einigen Jahren.
Kommando zurück.

Ich habe gerade in meinen Aufzeichnungen geschaut. Die Reise ging
2014 so: Ich schrieb der Frau Ministerin persönlich. Damit da auch
mal was passiert. Mein Schreiben ging dann durch viele Ämter. Und
irgendwann meldete sich das Bundesverwaltungsamt, man sei zuständig.
Personalausweiskopie, danach gebe man die Sache an *ihre*
Außenstelle Strausberg.
Post by Chr. Maercker
Wenn Du willst, gebe ich Dir mal meinen Antragstext, ich habe den
noch irgendwo. Und meine Wehrstammkarte kann ich Dir geschwärzt
auch mal zeigen.
Danke, gern. Ich kann keine vorweisen, nicht mal mehr einen WDA,
meine 18 Monate kann ich nur mittels G-Buch nachweisen und durch
eine Beurteilung.
Ich weiß nicht, ob ich das diese Woche noch schaffe. Am schlechten
Willen liegt es aber nicht; erinnere mich bitte Ende August.
Post by Chr. Maercker
Ich erinnere mich, dass es in den Regimentsstäben zwei Offiziere für
Personalangelegenheiten gab: OO Kader für Offiziere und Zehnender
und ein zweiter für die Mannschaften, dessen Dienstbezeichnung habe
ich vergessen. Wusste aber nicht, dass Wehrstammkarten es bis in die
Kompanien geschafft haben.
Das dürfte damit zu tun gehabt haben, dass es zwei Kompanien
Nachrichten gab: Funk/Fernschreib/SAS sowie Kabelaffen. Die
ersteren waren ein wenig höher angesiedelt als der normale
Grenzer - im Sinne von Geheimhaltung. Da aber der Funkertest
noch bevor stand, wusste man nicht so genau, wer da nun zu
Funkers kommen sollte - da wurde noch schwer umgezogen, auch
zur NVA.

Damals war mir aber egal, wer nun für Wehrstammkarten zuständig
war - ich sah das als historisch einmalige Chance, da gleich gut
20 solche Akten einsehen und vergleichen zu können.
Post by Chr. Maercker
- Was ich definitiv weiß: Eine Einschätzung
des Abschnittsbevollmächtigten der DVP.
Möglich, mir ist bekannt, dass es vor meiner Verpflichtung Anfragen
beim Hausbuchverwalter (anderen Bewohnern des Hauses?) meines
Wohnortes gab. Der ABV dürfte mich kaum gekannt haben, allenfalls
dadurch, dass sein Sohn ein Freund meines Freundes war. ;-)
Das war bei den 20 extrem unterschiedlich. Mal hatte der ABV Dienst
nach Vorschrift gemacht "nix bekannt", mal waren das zwei Seiten
und las sich eher wie ein IM-Bericht; da hatte er richtig gekund-
schaftet.

Übrigens ging das bei mir so richtig los, bevor ich Stabsfunker
wurde. Hauptfachlehrer "Rummel" frug mich und direkt danach
hatte ich Urlaubssperre. Als ich wieder in Urlaub durfte, nahm
Vati mich zur Seite: Was ich denn angestellt hätte, die halbe
Stasi fragt nach Sohnemann. (Vati hatte höhere Funktion in
Blockpartei und bekam einiges mit.)

Ja, Vati, ich darf's Dir ja nicht sagen, Geheimhaltung unso. Die
wollen mich als Stabsfunker. - Ach so, na dann.
Post by Chr. Maercker
Das waren Codierungsspezialisten. VS-verpflichtete Stabssoldaten
mussten lediglich Maschine schreiben oder Karten zeichnen können. Und
Papierkörbe von Stabsoffizieren "fachkundig" leeren. ;-)
Was hast Du da in welchem Stab eigentlich getrieben? Konntest
Du da was interessantes sehen, wenn Du wolltest?
Post by Chr. Maercker
Vermutlich wurde der Einleger-Krempel irgendwann zur Zeit der
Wiedervereinigung entnommen und in die Tonne gekloppt.
Und zwar wahrscheinlich bei der Armee, nicht beim MfS.
MfS habe ich da eh nicht im Auge. Eher noch die bunte Wehr,
die den Rotz übernahm.
Post by Chr. Maercker
Bei der BStU ist aber nachzulesen, dass die DDR ab den 1980ern eine
Art Militärgeheimdienst analog zum MAD hatte.
Ich glaube, da hast Du was falsch verstanden. Das MfS leistete
sich mit der Hauptverwaltung Aufklärung (Linie 15) eine Auslands-
spionage. Gleichzeitig leistete sich die NVA eine Verwaltung
Aufklärung, die ähnlich klingt, aber mit dem MfS herzlich wenig
zu tun hatte (oft Mil-ND genannt). Die war spiegelbildlich zur
GRU und machte auch Auslandsspionage.
Post by Chr. Maercker
Die Abwehroffiziere gehörten damit evtl. nicht mehr zum MfS und die
Akten sind möglicherweise komplett zur NVA gegangen.
Nein. Die trugen nur die Truppenuniform. In der NVA nannten die
sich "Verwaltung 2000", waren aber real Hauptabteilung I des MfS,
innere Abwehr.

Zeige mal bitte die fragliche BStU-Seite.

Mt
Martin Ebert
2018-08-07 22:05:45 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Kommando zurück.
Ich habe gerade in meinen Aufzeichnungen geschaut. Die Reise ging
2014 so: Ich schrieb der Frau Ministerin persönlich. Damit da auch
mal was passiert. Mein Schreiben ging dann durch viele Ämter. Und
irgendwann meldete sich das Bundesverwaltungsamt, man sei zuständig.
Personalausweiskopie, danach gebe man die Sache an *ihre*
Außenstelle Strausberg.
Mein Schreiben wurde ja quer durch alle Verwaltungen gereicht.
Gerade sehe ich, dass BMVg mitteilte, dass der Krempel bei
ihnen auch microverfilmt vorliege.

Aber die Spur hatte ich nie weiterverfolgt.

Mt
Chr. Maercker
2018-08-08 11:24:09 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Die hatten mit der VS-Stelle der Schule nix am Hut, vmtl.
waren die eine eigene VS-Stelle. Zutrittsberechtigt zur
Lehrklasse war auch nur der Fachlehrer, der GR/Ausbilder
und die dort auszubildenden U-Schüler.
Na gut, wenn der Klassenraum verschlossen + versiegelt und die Fenster
vergittert waren, dazu möglichst ein kleiner Safe im Raum, hätte er die
in DV 010/0/009 genannte Bedingungen für eine VS-Stelle halbwegs erfüllt.
Post by Martin Ebert
Kein KC, nicht der ZF, kein Hauptfeld, kein UvD. Njete.
Gleiches galt erstaunlicherweise für die Unterkunft der Stabssoldaten,
obwohl dort keine geheimen Dokumente verwahrt werden durften.

[NVA Verpflichtungen]
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Und mich wundert, dass davon absolut nix mehr da sein soll.
Die hatten ja mit dem letzten Befehl des Ministers für
Abrüstung ("entbinde ich Sie von allen") ihre Bedeutung
verloren. Das galt zunächst für alle NVA-Soldaten bis
zum General.
d.h. eine evtl. Vernichtung wäre frühestens 1990 erfolgt.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Es ist jammerschade: Meine Akte bei BStU ist übel gefleddert.
Sonst könnte ich da näheres sagen - aber ausgerechnet der Teil
fehlt völlig. Gna.
Dito bei mir. Bisher keine Indizien gefunden, wann und warum der
Armeeteil geschreddert wurde.
Bei den meisten Grenzern ist dieser Teil vollständig erhalten.
Post by Chr. Maercker
VIPs im Sinne des MfS dürften wir beide nicht gewesen sein und die
BStU behauptet ja, 1989/90 wären vorrangig brisante Akten vernichtet
worden.
Das ist wohl richtig. Zuerst wurde vernichtet, was auf
dem Schreibtisch lag. Bei mir war es allerdings so, dass
ich in einer Abteilung mit recht vielen intellektuellen
Oppositionellen war. Und ob die noch stinkig waren, dass
ich deren Anwerbeversuch Jahre zuvor ablehnte - ist unklar.
Für 1988 sind jedenfalls vor Jahren noch Kopien von zwei
Westbriefen aufgetaucht.
Von meiner damaligen Post Richtung Alt-BRD bzw. westl. Ausland kam
anscheinend nichts in die Akte, umso mehr an DDR-internen Briefen. Von
wegen, die hätten nur Auslandspost massenhaft geöffnet! Das ist umso
verwunderlicher als ich diverse Empfangsberichte verschickt habe, vor
allem in Entwicklungsländer.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Post by Chr. Maercker
Dito, von dort wurde ich an Koblenz verwiesen. :-\
Dann hat sich das geändert. -
... und zwar schon vor einigen Jahren.
Kommando zurück.
Ich habe gerade in meinen Aufzeichnungen geschaut. Die Reise ging
2014 so: Ich schrieb der Frau Ministerin persönlich. Damit da auch
mal was passiert. Mein Schreiben ging dann durch viele Ämter. Und
irgendwann meldete sich das Bundesverwaltungsamt, man sei zuständig.
Personalausweiskopie, danach gebe man die Sache an *ihre*
Außenstelle Strausberg.
Also Bundesverwaltungsamt. Danke, bei denen bin ich noch nicht
vorstellig geworden.
Post by Martin Ebert
Ich weiß nicht, ob ich das diese Woche noch schaffe. Am schlechten
Willen liegt es aber nicht; erinnere mich bitte Ende August.
OK, das eilt nun nicht mehr.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Ich erinnere mich, dass es in den Regimentsstäben zwei Offiziere für
Personalangelegenheiten gab: OO Kader für Offiziere und Zehnender
und ein zweiter für die Mannschaften, dessen Dienstbezeichnung habe
ich vergessen. Wusste aber nicht, dass Wehrstammkarten es bis in die
Kompanien geschafft haben.
Das dürfte damit zu tun gehabt haben, dass es zwei Kompanien
Nachrichten gab: Funk/Fernschreib/SAS sowie Kabelaffen.
Liest sich wie sst. Nachrichtenbataillon einer Division. Auf
Kompanie-Ebene war das zugweise unterteilt.
Post by Martin Ebert
ersteren waren ein wenig höher angesiedelt als der normale
Grenzer - im Sinne von Geheimhaltung. Da aber der Funkertest
noch bevor stand, wusste man nicht so genau, wer da nun zu
Funkers kommen sollte - da wurde noch schwer umgezogen, auch
zur NVA.
Kenne ich, nur halt eine Einheiten-Ebene tiefer.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
- Was ich definitiv weiß: Eine Einschätzung
des Abschnittsbevollmächtigten der DVP.
Möglich, mir ist bekannt, dass es vor meiner Verpflichtung Anfragen
beim Hausbuchverwalter (anderen Bewohnern des Hauses?) meines
Wohnortes gab. Der ABV dürfte mich kaum gekannt haben, allenfalls
dadurch, dass sein Sohn ein Freund meines Freundes war. ;-)
Das war bei den 20 extrem unterschiedlich. Mal hatte der ABV Dienst
nach Vorschrift gemacht "nix bekannt", mal waren das zwei Seiten
und las sich eher wie ein IM-Bericht; da hatte er richtig gekund-
schaftet.
Würde nicht ausschließen wollen, dass in meinem damaligen Wohnhaus der
ABV in Zivil nachgefragt hat und gar nicht die Stasi selbst. Der ABV war
nicht allzu bekannt.
Post by Martin Ebert
Übrigens ging das bei mir so richtig los, bevor ich Stabsfunker
wurde. Hauptfachlehrer "Rummel" frug mich und direkt danach
hatte ich Urlaubssperre. Als ich wieder in Urlaub durfte, nahm
Vati mich zur Seite: Was ich denn angestellt hätte, die halbe
Stasi fragt nach Sohnemann. (Vati hatte höhere Funktion in
Blockpartei und bekam einiges mit.)
Ja, Vati, ich darf's Dir ja nicht sagen, Geheimhaltung unso. Die
wollen mich als Stabsfunker. - Ach so, na dann.
Ich hatte einmal ziemliches Theater, weil bei uns zu hohen Feier- und
Geburtstagen regelmäßig Westbesuch zu Gast war. Papierkrieg vom
Feinsten. Dabei hatten sie mich aus der Funkausbildung in den Stab
geholt, weil ich "nur" Westverwandte ab 3. Grad aufwärts hatte.
Post by Martin Ebert
Was hast Du da in welchem Stab eigentlich getrieben? Konntest
Du da was interessantes sehen, wenn Du wolltest?
Im Grunde war ich "Tippse" im Regimentsstab. Von dem, was ich abzutippen
hatte, waren Befragungsprotokolle wegen BVs so ziemlich das
Interessanteste, wenngleich ohne jeden Geheimhaltungsgrad. Und ein
kurzer Blick in die Schaltpläne der Schilka (Fla-SFL) war mir vergönnt.
Röhrentechnik vom Feinsten und GVS. Vom elektromagnetischen Impuls bei
Kernwaffendetonationen habe ich erst viel später erfahren, deshalb
musste ich innerlich laut lachen als ich die Schaltungen sah.
Außerdem natürlich diverse topografische Karten, an denen meine
Leidensgenossen bzw. Offz. arbeiteten. Das Interessanteste waren auf dem
Dachboden eingelagerte Ausbildungshefte für Offiziere. Die habe ich
durchgeblättert und einzelne eine Zeitlang aufgehoben.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Vermutlich wurde der Einleger-Krempel irgendwann zur Zeit der
Wiedervereinigung entnommen und in die Tonne gekloppt.
Und zwar wahrscheinlich bei der Armee, nicht beim MfS.
MfS habe ich da eh nicht im Auge. Eher noch die bunte Wehr,
die den Rotz übernahm.
Die hätte das Papier ans Militärarchiv abgegeben, wo sich in meinem Fall
nichts findet. Die betreiben in Strausberg ja ebenfalls eine
Außenstelle. Von dort kam dann der Verweis auf die Koblenzer Zentrale.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Bei der BStU ist aber nachzulesen, dass die DDR ab den 1980ern eine
Art Militärgeheimdienst analog zum MAD hatte.
Ich glaube, da hast Du was falsch verstanden. Das MfS leistete
sich mit der Hauptverwaltung Aufklärung (Linie 15) eine Auslands-
spionage. Gleichzeitig leistete sich die NVA eine Verwaltung
Aufklärung, die ähnlich klingt, aber mit dem MfS herzlich wenig
zu tun hatte (oft Mil-ND genannt). Die war spiegelbildlich zur
GRU und machte auch Auslandsspionage.
Ich hatte es so verstanden, dass die bisherigen Abwehroffiziere davon
abgelöst wurden.
Post by Martin Ebert
Post by Chr. Maercker
Die Abwehroffiziere gehörten damit evtl. nicht mehr zum MfS und die
Akten sind möglicherweise komplett zur NVA gegangen.
Nein. Die trugen nur die Truppenuniform.
Das war schon in den 1970ern so. Laut Gehaltsdatei MA-Stasi gehörte der
ehem. Abwehroffz. meines einstigen Regiments aber noch zu einer
Unterabt. von HA I, die sich mit NVA befasste. Die Datei spiegelt ja
wohl den Status Quo Ende 1980er wieder. NVA-interne Abwehr dürfte also
wirklich bis zum bitteren Ende Sache des MfS gewesen sein.
Post by Martin Ebert
In der NVA nannten die
sich "Verwaltung 2000", waren aber real Hauptabteilung I des MfS,
innere Abwehr.
Auf Regimentsebene hieß der einfach Abwehroffizier. Es gab aber einen
zweiten MfS-Mitarbeiter in Zivil, dessen Aufgaben wir nie rausgekommen
haben. Nur durch die Petschaft am Dienstzimmer haben wir überhaupt
rausbekommen, für wen der arbeitet.
Post by Martin Ebert
Zeige mal bitte die fragliche BStU-Seite.
URL ist leider schon raus aus der Browser-History und lässt sich beim
BStU nicht so leicht reproduzieren. Aber ich hatte tatsächlich Treffer
dabei, wo sich erst beim Lesen zeigte, dass es um Aufklärung und nicht
um Abwehr geht.
--
CU Chr. Maercker.
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