Discussion:
Die DDR im TV vom 23.1. - 29.1.
(zu alt für eine Antwort)
Gerald Endres
2010-01-22 14:59:21 UTC
Permalink
Sendungen mit DDR-Bezug, kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Sendungen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens werden nach
Programmzeitungslogik beim vorhergehenden Tag aufgeführt.

- eine magere Ausbeute diesmal.

Sa, 23.1., MDR, 9:30
Die Pferdekur, TV-Film, DDR 1968

Sa, 23.1., MDR, 12:52
Damals mit Bärbel Wachholz, Porträt

Sa, 23.1., RBB, 20:15
Polizeiruf 110: Trüffeljagd, TV-Krimi, DDR 1981

Sa, 23.1., Phoenix, 21:00
Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku

Sa, 23.1., RBB, 22:15
Polizeiruf 110: Unheil aus der Flasche, TV-Krimi, DDR 1987

So, 24.1., RBB, 14:00
Rotkäppchen, Märchen, DDR 1962

Mo, 25.1., HR, 9:45
Mutig gegen Marx und Mielke (2), Doku, D 2009

Di, 26.1., MDR, 22:05
Prost Mahlzeit DDR - Kali, Pfeffi, Blauer Würger, Doku

Generelle Empfehlung in den Jahren 2009 und 2010:
Die Tagesschau vor 20 Jahren, täglich um 22:45 in EinsExtra. Außerdem
läuft derzeit täglich im RBB zu wechselnden Zeiten nach Mitternacht
die "Chronik der Wende.
--
http://www.boen-end.de
Martin Ebert
2010-01-22 17:03:39 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
- eine magere Ausbeute diesmal.
Mal schauen ...
Post by Gerald Endres
Sa, 23.1., Phoenix, 21:00
Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku
Sagt mir erstmal nichts. - Mal schauen, was EPG noch
dazu weiß:

Verschlusssache "Waffenbrüder"
Die Straftaten der Sowjetarmee
Beinahe 50 Jahre gehörten die Sowjetsoldaten zum Alltag in
Ostdeutschland. Laut verkündet wurden die offiziellen Parolen vom
Bruderbund. Verschwiegen wurde, dass die "Freunde" oft auch Täter
waren.

Das klingt schon mal ganz interessant.
Danke für Hinweis.

Mt
Ronald Konschak
2010-01-22 17:34:40 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Gerald Endres
- eine magere Ausbeute diesmal.
Mal schauen ...
Post by Gerald Endres
Sa, 23.1., Phoenix, 21:00
Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku
Also sind die dritten Programme schon abgeklappert, nächste
Station ist arte. :-}
Post by Martin Ebert
Sagt mir erstmal nichts. - Mal schauen, was EPG noch
Verschlusssache "Waffenbrüder"
Die Straftaten der Sowjetarmee
Beinahe 50 Jahre gehörten die Sowjetsoldaten zum Alltag in
Ostdeutschland. Laut verkündet wurden die offiziellen Parolen vom
Bruderbund. Verschwiegen wurde, dass die "Freunde" oft auch Täter
waren.
Das klingt schon mal ganz interessant.
Danke für Hinweis.
Ist interessant, bietet aber nichts grundlegend Neues.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Gerald Endres
2010-01-22 20:53:39 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Also sind die dritten Programme schon abgeklappert, nächste
Station ist arte. :-}
Eigentlich ist die Reihenfolge genau andersrum, - da achtet Arte
meistens drauf.

Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de
Martin Ebert
2010-01-24 04:52:20 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
- eine magere Ausbeute diesmal.
...
Post by Gerald Endres
Sa, 23.1., Phoenix, 21:00
Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku
Rezension (man schreibt ja nicht nur für sich).

Diese Doku überzeugt zunächst einmal dadurch, dass die adressierten
sowj. Einheiten völlig korrekt genannt sind. (Das ist selten!)
(Bei Cottbus mag man darüber hinweg sehen, dass den Autoren wohl
nicht klar war, dass die 35. Luftsturmbrigade (die einzige Luft-
sturmbrigade in der DDR) gemeint war - das wussten sie nicht.
Oder so.)

Auch die grundsätzlichen vertraglichen Punkte wurden eingeführt.
(Noch seltener!)

Das ist alles eher selten - insoweit sehr zu loben.

Schwächen zeigt die Doku an drei Punkten:

1) Es gibt keinen zahlenmäßigen Vergleich - nicht einmal den
Versuch dazu.
Was meine ich damit?

Man könnte (bzgl Straftatgruppen) auf Täter pro 100.000 EW wichten:
Einerseits DDR-Bevölkerung, andererseits sowj. Bürger in der
DDR. - Und dann könnte man schauen, wo da mehr Kriminalität war:
Also bezogen auf 100.000 mögliche Straftäter (Bewohner).

Ich will in meiner Erläuterung darauf verzichten, darauf hinzu-
weisen, dass es da möglicherweise Straftatgruppen gibt, die ganz
schlicht mit der Situation der sowj Truppen sich erklären lassen;
die man heute in der Rubrik "Kleinkriminalität" buchen würde.

Die in der Doku unterschwellig transportierte "message", dass Kolja
an-und-für-sich krimineller war als der DDR-Bürger - die teile ich
jedenfalls nicht: Dazu liegen keine belastbaren Zahlen vor.
Insoweit sollte man solcherart auch nicht behaupten.

2) Zeitwechsel ab ca 1981:

Stichwort Afghanistan.

Zu den in der DDR befindlichen Eliteeinheiten wurden Soldaten
versetzt, die vorher in Afghanistan in reale Kampfeinsätze ver-
wickelt waren: Das erklärt die Doku mit keinem Wort.

Hier ist mir nicht klar, ob die Macher das selbst wussten.
Der Anstieg der *schweren* Straftaten erklärt sich mit diesem
Wissen allerdings problemfrei.

3) Zugunglück Forst-Zinna
Da schwächelt die Doku deutlich.

Es wird der Sprecher der Aktuellen Kamera eingeblendet, der dem
geneigten DDR-Bürger erklärt, dass die DDR die Täter verhaftet
habe (dieser möge daraus lesen, dass die gerechte Strafe ...)

Nach meinem forscherischen Kenntnisstand war das aber beileibe
nicht so: Die DDR wurde weder des Offiziers noch des Soldaten
habhaft.

Den Machern des Films war diese Schwäche offenbar auch klar:
Es gibt dann/dort einen *extrem harten* Schnitt auf ein völlig
anderes Ereignis in Malterhausen - der normale Zuschauer kann gar
nicht erfassen, dass jetzt nun ein völlig anderes Ereignis in Rede
kommt.

Dieses nun - halte ich für eine gar böse Täuschung des Zusehers.

Summa:
Für die grundsätzliche Erörterung der Situation: Eine 2+
Für detailtreue Sachlichkeit: Eine 4-

Mt
--
http://www.ddr-wissen.de
http://www.ddr-suche.de
Ronald Konschak
2010-01-24 10:00:09 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
3) Zugunglück Forst-Zinna
Da schwächelt die Doku deutlich.
Es wird der Sprecher der Aktuellen Kamera eingeblendet, der dem
geneigten DDR-Bürger erklärt, dass die DDR die Täter verhaftet
habe (dieser möge daraus lesen, dass die gerechte Strafe ...)
Nach meinem forscherischen Kenntnisstand war das aber beileibe
nicht so: Die DDR wurde weder des Offiziers noch des Soldaten
habhaft.
In der Dokumentation "Der Panzer auf den Schienen" berichtet man,
daß die Panzerbesatzung der Staatsanwaltschaft Potsdam
übergeben wurden.

http://www.mdr.de/doku/950439.html

Der Text weicht deutlich vom Film ab, das Ganze hatten wir aber
schon im Jahr 2003. news:<brcjib$r6p$03$***@news.t-online.com>

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Martin Ebert
2010-01-24 18:18:18 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
3) Zugunglück Forst-Zinna
Da schwächelt die Doku deutlich.
Es wird der Sprecher der Aktuellen Kamera eingeblendet, der dem
geneigten DDR-Bürger erklärt, dass die DDR die Täter verhaftet
habe (dieser möge daraus lesen, dass die gerechte Strafe ...)
Nach meinem forscherischen Kenntnisstand war das aber beileibe
nicht so: Die DDR wurde weder des Offiziers noch des Soldaten
habhaft.
In der Dokumentation "Der Panzer auf den Schienen" berichtet man,
daß die Panzerbesatzung der Staatsanwaltschaft Potsdam
übergeben wurden.
Selbst das ist nicht völlig sicher: Mir liegt ein unveröffentlichtes
Manuskript vor, welches behauptet, dass es schon *noch* anders war.

Aber das spielt gar keine so große Rolle bzgl. meiner (vorsichtig
formulierten) Aussage:

Laut Stationierungsabkommen hätten die beiden Verdächtigen vor ein
DDR-Gericht gestellt werden müssen. Und das geschah nicht.

Mt
Ronald Konschak
2010-01-24 22:00:12 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
3) Zugunglück Forst-Zinna
Da schwächelt die Doku deutlich.
Es wird der Sprecher der Aktuellen Kamera eingeblendet, der dem
geneigten DDR-Bürger erklärt, dass die DDR die Täter verhaftet
habe (dieser möge daraus lesen, dass die gerechte Strafe ...)
Nach meinem forscherischen Kenntnisstand war das aber beileibe
nicht so: Die DDR wurde weder des Offiziers noch des Soldaten
habhaft.
In der Dokumentation "Der Panzer auf den Schienen" berichtet man,
daß die Panzerbesatzung der Staatsanwaltschaft Potsdam
übergeben wurden.
Selbst das ist nicht völlig sicher: Mir liegt ein unveröffentlichtes
Manuskript vor, welches behauptet, dass es schon *noch* anders war.
Aber das spielt gar keine so große Rolle bzgl. meiner (vorsichtig
Laut Stationierungsabkommen hätten die beiden Verdächtigen vor ein
DDR-Gericht gestellt werden müssen. Und das geschah nicht.
Das mag so auf dem Papier gestanden haben, bei dessen Abschluß
vielleicht sogar so gemeint. In der Praxis sah das entgegen-
gesetzt aus. Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
über einen Prozeß bekannt geworden, nichtmal von Entschädigung.
Niemand erwartete, einen Sowjetsoldaten vor einem DDR-Gericht zu
sehen.

Ronald.

P.S.: Beeil' dich mal mit dem USB-Stick, sonst kostet es
Auslandsporto.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
gunter kühne
2010-01-25 07:52:17 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
3) Zugunglück Forst-Zinna
Da schwächelt die Doku deutlich.
Es wird der Sprecher der Aktuellen Kamera eingeblendet, der dem
geneigten DDR-Bürger erklärt, dass die DDR die Täter verhaftet
habe (dieser möge daraus lesen, dass die gerechte Strafe ...)
Nach meinem forscherischen Kenntnisstand war das aber beileibe
nicht so: Die DDR wurde weder des Offiziers noch des Soldaten
habhaft.
In der Dokumentation "Der Panzer auf den Schienen" berichtet man,
daß die Panzerbesatzung der Staatsanwaltschaft Potsdam
übergeben wurden.
Selbst das ist nicht völlig sicher: Mir liegt ein unveröffentlichtes
Manuskript vor, welches behauptet, dass es schon *noch* anders war.
Aber das spielt gar keine so große Rolle bzgl. meiner (vorsichtig
Laut Stationierungsabkommen hätten die beiden Verdächtigen vor ein
DDR-Gericht gestellt werden müssen. Und das geschah nicht.
Das mag so auf dem Papier gestanden haben, bei dessen Abschluß
vielleicht sogar so gemeint. In der Praxis sah das entgegen-
gesetzt aus. Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
über einen Prozeß bekannt geworden, nichtmal von Entschädigung.
Niemand erwartete, einen Sowjetsoldaten vor einem DDR-Gericht zu
sehen.
Richtig
und gegenüber der DDR Staatlichkeit wurde da auch alles unternommen um so
was Zivilrechtlich regeln zu können.
Post by Ronald Konschak
Ronald.
P.S.: Beeil' dich mal mit dem USB-Stick, sonst kostet es
Auslandsporto.
In DD sind noch ganz andere Sachen Passiert.
Frag mal warum Z.B. eine Dienstschicht des Revieres Nord einen Rüffel vom
Militärstaatsanwalt bekommen hat.
Aus meinen Erleben bei den Grünen in DD-Nord.
Es gab Kriminalität mit angehörigen der Gssd aber bei weitem nicht so viel
wie ihnen in Kneipen immer Angedichtet worden ist.
( Was anderes ist schon das Heimweh einiger gewesen, so ein FS kam schon
fast jedes Quartal. wobeio wir ja auch nur die Umliegenden Fälle gemeldet
bekamen.)
MFG.
G.K.
P.S.
Im NVA Forum wurde da bei VP schon mal ausgiebig drüber diskutiert.
wobei einige staunten das es da sogar noch Fotos gibt die es gar nicht
geben durfte. :) )
--
Wichtige Mail an bastler100atarcorde
Martin Ebert
2010-01-25 19:06:15 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Laut Stationierungsabkommen hätten die beiden Verdächtigen vor ein
DDR-Gericht gestellt werden müssen. Und das geschah nicht.
Das mag so auf dem Papier gestanden haben, bei dessen Abschluß
vielleicht sogar so gemeint.
Ich finde die Quelle dazu grade nicht: Aber wenn ich mich recht
erinnere, wurde der Vertrag nicht veröffentlicht. Insoweit waren
konkrete Regelungen (ich meine jetzt nicht primär Strafrecht) auf
der örtlichen Ebene gar nicht bekannt.

Das Ganze wurde auch erst ca 86/87 Thema: Das hat wohl mit dem
Herrn Gorbatschow insoweit zu tun, als die DDR ihn nicht so sehr
gern mochte.
Post by Ronald Konschak
In der Praxis sah das entgegengesetzt aus.
Ohne Frage. - Ich kenne nicht einen einzigen Fall, der vor einem
DDR-Gericht gelandet wäre; lediglich einige Fälle, in denen die
DDR-Staatsanwaltschaft ermittelte.
Möglicherweise gab es das eine oder andere Gerichtsverfahren nach
DDR-Recht: Ich kenne allerdings nicht eins.
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Post by Ronald Konschak
P.S.: Beeil' dich mal mit ...
... Mail.

Mt
Ronald Konschak
2010-01-25 23:17:11 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr bewegt sich eine sowjetische
Militärkolonne auf der Großenhainer Straße stadteinwärts. In
Höhe der Straßenbahnhaltestelle Pestalozziplatz schert ein
mit ca. 100 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 beladener Lkw nach
links aus und kollidiert mit einer entgegenkommenden Straßenbahn
der Linie 3. Nach dem Zusammenstoß fängt der Lkw sofort an zu
brennen. Die Fahrgäste der Straßenbahn können sich alle in
sichere Entfernung retten, bevor der größte Teil der Munition
explodiert. Einige Gebäude werden beschädigt, nicht explodierte
Granaten überall verstreut. Die Gegend wird von der Volkspolizei
weiträumig abgesperrt. Sowjetische Pioniere räumen die Munition,
anschließend reinigen mehrere Ketten von Soldaten die Straße und
die Grundstücke der Anlieger. Die Verkehrsbetriebe zerlegen die
Reste der Fahrzeuge und reparieren die Oberleitung. Gegen Abend
wird die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. In der
Presse wird über einen Verkehrsunfall berichtet, die Beteiligung
der Sowjetarmee nicht erwähnt.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
gunter kühne
2010-01-26 00:33:06 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr bewegt sich eine sowjetische
Militärkolonne auf der Großenhainer Straße stadteinwärts. In
Höhe der Straßenbahnhaltestelle Pestalozziplatz schert ein
mit ca. 100 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 beladener Lkw nach
links aus und kollidiert mit einer entgegenkommenden Straßenbahn
der Linie 3. Nach dem Zusammenstoß fängt der Lkw sofort an zu
brennen. Die Fahrgäste der Straßenbahn können sich alle in
sichere Entfernung retten, bevor der größte Teil der Munition
explodiert. Einige Gebäude werden beschädigt, nicht explodierte
Granaten überall verstreut. Die Gegend wird von der Volkspolizei
weiträumig abgesperrt. Sowjetische Pioniere räumen die Munition,
anschließend reinigen mehrere Ketten von Soldaten die Straße und
die Grundstücke der Anlieger. Die Verkehrsbetriebe zerlegen die
Reste der Fahrzeuge und reparieren die Oberleitung. Gegen Abend
wird die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. In der
Presse wird über einen Verkehrsunfall berichtet, die Beteiligung
der Sowjetarmee nicht erwähnt.
Ronald.
Falsch 7,25 Uhr fuhr die erste Strab.
wie gesagt es gibt Private Fotos die es eigentlich nicht geben dürfte.
gk
Martin Ebert
2010-01-26 03:55:08 UTC
Permalink
Post by gunter kühne
Post by Ronald Konschak
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr
Ronald zitiert (?) eine unklare Quelle.
Post by gunter kühne
Falsch 7,25 Uhr fuhr die erste Strab.
Gunter hat einen unklaren Hinweis.

Gunter,
der kalte Krieg ist seit 20 Jahren vorbei:
Da können wir schon alles erörtern.
Post by gunter kühne
wie gesagt es gibt Private Fotos
Wer auch immer die hat.
Post by gunter kühne
die es eigentlich nicht geben dürfte.
Der kalte Krieg ist seit 20 Jahren vorbei:
Ich möchte diese Fotos sehen.

Soweit das nicht in dafd öffentlich sein soll:
Ok - Deine Regeln.

Mt
gunter kühne
2010-01-26 08:31:22 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by gunter kühne
Post by Ronald Konschak
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr
Ronald zitiert (?) eine unklare Quelle.
Post by gunter kühne
Falsch 7,25 Uhr fuhr die erste Strab.
Gunter hat einen unklaren Hinweis.
Meine Frau war damals bei der Strab in DD als Fahrer eingestellt.
:)
Sie Fuhr die erste Bimmel.
Post by Martin Ebert
Gunter,
Da können wir schon alles erörtern.
Post by gunter kühne
wie gesagt es gibt Private Fotos
Wer auch immer die hat.
Post by gunter kühne
die es eigentlich nicht geben dürfte.
Ich möchte diese Fotos sehen.
Ok - Deine Regeln.
Die haben nichts direkt mit dem Unfall zu tun.
aber es ging darum das das Fotographieren Dienstlich nicht gestattet war.
und ja ich habe noch Paar Fotos gefunden.
Einige die mich noch kannten im NVA Forum haben sie auch erhalten.
sonnt noch fragen ?
Post by Martin Ebert
Mt
Martin Ebert
2010-01-26 03:50:35 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr bewegt sich eine sowjetische
Zitierst Du aus einer Veröffentlichung?
Sodann bitte Quelle mitteilen.

Zitierst Du aus Deinem privaten Archiv?
Sodann: Mail.


Summa @all: Ganz grundsätzlich habe ich Interesse an *präzisen* und
insoweit belegbaren Ereignissen mit der GSSD:
Meine Mailadresse funktioniert.

Mt
Ronald Konschak
2010-01-26 08:11:14 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Am 9. September 1969 um 0:25 Uhr bewegt sich eine sowjetische
Zitierst Du aus einer Veröffentlichung?
Sodann bitte Quelle mitteilen.
Das war die Zusammenfassung der Schilderung eines Augenzeugen,
veröffentlicht in "Von Kutschern und Kondukteuren. Die 125jährige
Geschichte der Straßenbahn zu Dresden." Ich habe mir erlaubt, den
über mehrere Seiten reichenden Beitrag auf das Wesentliche einzu-
dampfen, um nicht über der Tastatur einzuschlafen. Der Einwand
von Gunter kann berechtigt sein, weil eine genaue Zeitangabe
für das Ende der Aufräumarbeiten fehlt.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Torsten Mueller
2010-01-26 06:02:31 UTC
Permalink
In Höhe der Straßenbahnhaltestelle Pestalozziplatz schert ein mit
ca. 100 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 beladener Lkw nach links aus
Nach 76mm kam 85mm, dann 105mm. 88mm (aka 8,8) ist ein
Wehrmachtskaliber.

T.M.
Ronald Konschak
2010-01-26 08:16:56 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
In Höhe der Straßenbahnhaltestelle Pestalozziplatz schert ein mit
ca. 100 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 beladener Lkw nach links aus
Nach 76mm kam 85mm, dann 105mm. 88mm (aka 8,8) ist ein
Wehrmachtskaliber.
Das ist mir auch aufgestoßen, jedoch sagt die Quelle das so.
Es steht zu vermuten, daß sich erbeutete PaK der Wehrmacht
noch im Jahre 1969 in Koljas Arsenalen befand. Der Abrams M1
war da noch nicht erfunden, insofern erscheint das plausibel.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Peter Blancke
2010-01-26 08:31:44 UTC
Permalink
Das ist mir auch aufgestoßen, jedoch sagt die Quelle das so. Es
steht zu vermuten, daß sich erbeutete PaK der Wehrmacht noch im
Jahre 1969 in Koljas Arsenalen befand.
Im Einsatz befindlich? Klingt fast unwahrscheinlich. Woher kam denn
dann die Munition? Wurde die noch weiter hergestellt oder war das
dann auch Beute, der bis zum letzten Schusz verballert wurde?

Grusz,

Peter Blancke
--
Hoc est enim verbum meum!
Ronald Konschak
2010-01-26 09:06:29 UTC
Permalink
Post by Peter Blancke
Das ist mir auch aufgestoßen, jedoch sagt die Quelle das so. Es
steht zu vermuten, daß sich erbeutete PaK der Wehrmacht noch im
Jahre 1969 in Koljas Arsenalen befand.
Im Einsatz befindlich? Klingt fast unwahrscheinlich. Woher kam denn
dann die Munition? Wurde die noch weiter hergestellt oder war das
dann auch Beute, der bis zum letzten Schusz verballert wurde?
Da würde ich mich nicht auf Spekulationen einlassen. Ich würde
den Verschleiß der Rohre als das größere Problem ansehen.

Für die Leser in de.alt.technik.waffen: Es geht um eine
Schilderung, nach der 1969 bei der Explosion eines Munitions-
transportes der Sowjetarmee in Dresden Munition des Kalibers
88 mm beteiligt gewesen sein soll. Flup dahin.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Torsten Mueller
2010-01-26 09:19:29 UTC
Permalink
Post by Peter Blancke
Das ist mir auch aufgestoßen, jedoch sagt die Quelle das so. Es
steht zu vermuten, daß sich erbeutete PaK der Wehrmacht noch im
Jahre 1969 in Koljas Arsenalen befand.
Im Einsatz befindlich? Klingt fast unwahrscheinlich.
Das glaub ich auch nicht. Ich meine, 69, das ist nicht 49. PALR gab es
bereits seit Anfang der 60er Jahre. Mit Artillerie unter 100mm war zu
der Zeit praktisch schon nix mehr zu holen. Ich tippe auf alte
Bestände, 85mm, die noch zu Ausbildungszwecken verschossen wurden. Es
gab ja auch bei der NVA am Ende noch 50mm, sog. "KK-Sportgeschütz".

T.M.
Florian Ritter
2010-01-26 14:41:15 UTC
Permalink
Post by Peter Blancke
Das ist mir auch aufgesto en, jedoch sagt die Quelle das so. Es
steht zu vermuten, da sich erbeutete PaK der Wehrmacht noch im
Jahre 1969 in Koljas Arsenalen befand.
Im Einsatz befindlich? Klingt fast unwahrscheinlich. Woher kam denn
dann die Munition? Wurde die noch weiter hergestellt oder war das
dann auch Beute, der bis zum letzten Schusz verballert wurde?
Nee, das geht nicht. Sprengstoffe sind metastabile Substanzen und
zersetzen sich bei der Lagerung. Granaten & andere Munition müssen bis
zu einem bestimmten Termin verschossen sein, sonst stimmt die
Ballistik nicht mehr. Vera "Ölschenkel" Oelschlegel berichtet in ihren
Erinnerungen, daß sich ihr Mann, Minister "Hoffi" Hoffmann zu
Silvester immer eine NVA-Einheit kommen und Feuerwerk mit abgelaufener
Munition veranstalten ließ. Auch auf Truppenübungsplätzen wird gerne
solche Munition verschossen. Vor einigen Jahren hatten wir auf dem
Zeltplatz einen Bw-Feldwebel, der war bei einem Feuerlöschzug auf
einem TÜP und stocksauer: Am Tag vor Urlaubsbeginn hatte ein Oberst so
ein Verfeuern von abgelaufener Ari-Munition befohlen und prompt war
ein Waldstück in Brand geraten - die ganze Nacht mußte gelöscht
werden.

Übrigens haben die USA (und wahrscheinlich auch die SU) jahrzehntelang
überlagerte Munition in die Dritte Welt verkauft. Das führte dazu, daß
sich selbst die ärmsten und kleinsten Länder Munitions- und
Sprengstofflabors einrichteten - FR
Kai Garlipp
2010-01-26 15:26:53 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Vera "Ölschenkel" Oelschlegel berichtet in ihren
Erinnerungen, daß sich ihr Mann, Minister "Hoffi" Hoffmann zu
Silvester immer eine NVA-Einheit kommen und Feuerwerk mit abgelaufener
Munition veranstalten ließ.
Wenn sie das in ihren Memoiren geschrieben hat, taugen ihre sonstigen
Erinnerungen auch nichts. Sie war (in 3. Ehe) mit Konrad Naumann verheiratet,
der zu dieser Zeit SED-Bezirkschef von Berlin war. Konni hatte es mehr mit
anderen Granaten, also denen die mit hochprozentigen Destillaten von C2H5OH
gefüllt waren. ;-)

Bye Kai
Torsten Mueller
2010-01-26 15:39:50 UTC
Permalink
Sprengstoffe sind metastabile Substanzen und zersetzen sich bei der
Lagerung. Granaten & andere Munition müssen bis zu einem bestimmten
Termin verschossen sein, sonst stimmt die Ballistik nicht mehr.
Jaja, allerdings ist Sprengstoff nicht gleich Sprengstoff. Es macht
schon einen Unterschied, ob man eine Stange Dynamit mit Zündschnur, eine
Artilleriegranate oder eine Rakete mit Gefechtskopf vor sich hat. Bei
Minen beispielsweise ist jahre- und jahrzehntelange Funktion
beabsichtigt (oder auch nicht, es gibt Minen, die zerfallen von selbst,
das kann ein Designkriterium sein).

Daß Munition verschossen werden muß, halte ich u.a. auch damit
begründet, daß diese nicht selten äußerlich eingeölt ist, damit
reibungsloses Laden möglich ist. Diese Öle bzw. Fette verharzen
allerdings im Laufe der Zeit (wir reden ja über zehn Jahre und mehr),
was im Ernstfall u.U. aufgrund einer Ladehemmung Menschenleben kostet,
und dann vielleicht nicht nur eins. Bei Raketen der 40rohrigen
Geschoßwerfer wurde, wie ich selbst in einem Minutionslager gesehen und
mit ausgeführt habe, in vorgeschriebenen Wartungsintervallen eine
Abschmierung des gesamten Kopfes durchgeführt, wobei vorher altes Fett
mit Waschbenzin entfernt wurde. Und das ging durchaus nicht immer
einfach runter.

T.M.
Martin Ebert
2010-01-27 18:41:07 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Daß Munition verschossen werden muß, halte ich u.a. auch damit
begründet, daß diese nicht selten äußerlich eingeölt ist, damit
reibungsloses Laden möglich ist. Diese Öle bzw. Fette verharzen
allerdings im Laufe der Zeit (wir reden ja über zehn Jahre und mehr),
Ich war letztens zu einer Besichtigung eines ehemaligen Komplexlagers
(Untertage-Anlage) eingeladen: Mein besonderes Interesse galt einer
angeblichen Munitionskonfektionierung - da die NVA meines Wissens
die Konfektionierung oder Befüllung nicht selbst vornahm.

Vor Ort stellte sich heraus, dass diese "Maschine" einem völlig anderen
Zweck diente: Der sog. Wälzung größerkalibriger Munition.

Also genau das, was Du beschrieben hast.

Mt
Florian Ritter
2010-01-27 23:32:02 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Daß Munition verschossen werden muß, halte ich u.a. auch damit
begründet, daß diese nicht selten äußerlich eingeölt ist, damit
reibungsloses Laden möglich ist. Diese Öle bzw. Fette verharzen
allerdings im Laufe der Zeit (wir reden ja über zehn Jahre und mehr),
Ich war letztens zu einer Besichtigung eines ehemaligen Komplexlagers
(Untertage-Anlage) eingeladen: Mein besonderes Interesse galt einer
angeblichen Munitionskonfektionierung - da die NVA meines Wissens
die Konfektionierung oder Befüllung nicht selbst vornahm.
Konfektionieren, befüllen? Nach meinem Kenntnisstand heißt das
laborieren - FR
Martin Ebert
2010-01-28 00:15:33 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Daß Munition verschossen werden muß, halte ich u.a. auch damit
begründet, daß diese nicht selten äußerlich eingeölt ist, damit
reibungsloses Laden möglich ist. Diese Öle bzw. Fette verharzen
allerdings im Laufe der Zeit (wir reden ja über zehn Jahre und mehr),
Ich war letztens zu einer Besichtigung eines ehemaligen Komplexlagers
(Untertage-Anlage) eingeladen: Mein besonderes Interesse galt einer
angeblichen Munitionskonfektionierung - da die NVA meines Wissens
die Konfektionierung oder Befüllung nicht selbst vornahm.
Konfektionieren, befüllen?
Verstehendes Lesen: Was an der Vokabel "oder" ist Dir unklar?
Post by Florian Ritter
Nach meinem Kenntnisstand heißt das laborieren - FR
Dürfen Ungediente da eigentlich auch mitreden?

Mt
Florian Ritter
2010-01-28 12:32:18 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Daß Munition verschossen werden muß, halte ich u.a. auch damit
begründet, daß diese nicht selten äußerlich eingeölt ist, damit
reibungsloses Laden möglich ist. Diese Öle bzw. Fette verharzen
allerdings im Laufe der Zeit (wir reden ja über zehn Jahre und mehr),
Ich war letztens zu einer Besichtigung eines ehemaligen Komplexlagers
(Untertage-Anlage) eingeladen: Mein besonderes Interesse galt einer
angeblichen Munitionskonfektionierung - da die NVA meines Wissens
die Konfektionierung oder Befüllung nicht selbst vornahm.
Konfektionieren, befüllen?
Verstehendes Lesen: Was an der Vokabel "oder" ist Dir unklar?
Post by Florian Ritter
Nach meinem Kenntnisstand heißt das laborieren.
Dürfen Ungediente da eigentlich auch mitreden?
Hör ma, Atze, weeßtu überhaupts, was 'ne Laborierung is? FR
Uwe Schickedanz
2010-01-26 18:37:50 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
schert ein
mit ca. 100 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 beladener Lkw nach
Kaliber 8,8 (cm)? Halte ich für zweifelhaft.

Gruß Uwe
--
Die Sicherheiten des Westens - Gewerkschaftsfürsorge,
Flächentarif, lineare Arbeitsbiographien, Sesshaftigkeit -
sind im Osten längst der Einzelkämpfer-Anthropologie gewichen.
Christoph Dieckmann === http://www.sicherheitslampe.de ===
Knut Ochdorf
2010-01-26 00:03:16 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Als hier 1969 in der Großenhainer Straße ein
sowjetischer Munitionstransport in die Luft flog ist auch nichts
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Also Ursache war ein normaler Verkehrsunfall, wo ein Auto mit einer
Straßenbahn an der Kreuzung Großenhainer-/Weinböhlaer Str.
zusammengestoßen ist. Nur war eben das Auto ein LKW und hatte Munition
geladen. Wie es dabei zur Explosion gekommen ist, wurde nie berichtet.

Jedenfalls eine meiner ersten schlaflosen Nacht, weil immer wieder da
etwas unter lauten Knall in die Luft flog.

Knut
Martin Ebert
2010-01-26 03:59:30 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Post by Martin Ebert
Dieser Vorgang interessiert mich näher: Ist da ein mit Munition
beladenes Auto in die Luft geflogen? Oder war das in einer sowj.
Kaserne? Zeitlich noch konkretisierbar? Gern auch per ...
Also Ursache war ein normaler Verkehrsunfall,
Oh, kein Lager.

Zeithistorisch sind Explosionen in Munitionslagern interessant:
So zynisch das jetzt mal klingen mag.
Post by Knut Ochdorf
Jedenfalls eine meiner ersten schlaflosen Nacht, weil immer wieder da
etwas unter lauten Knall in die Luft flog.
Wo Du Dich so alles rumgedrückt hast ...

Mt
Peter Veith
2010-01-24 11:43:36 UTC
Permalink
"Martin Ebert" schrieb:

[Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku]
Post by Martin Ebert
Einerseits DDR-Bevölkerung, andererseits sowj. Bürger in der
Also bezogen auf 100.000 mögliche Straftäter (Bewohner).
Ja. Noch besser ist es, wenn der sich der Vergleich auf die entsprechende
Altersgruppe bezieht, vgl. aktuelle Diskussionen über
Kriminalitätsentwicklung bei "Überalterung" der Bevölkeung.
Post by Martin Ebert
Die in der Doku unterschwellig transportierte "message", dass Kolja
an-und-für-sich krimineller war als der DDR-Bürger - die teile ich
jedenfalls nicht: Dazu liegen keine belastbaren Zahlen vor.
Insoweit sollte man solcherart auch nicht behaupten.
ACK
Post by Martin Ebert
Zu den in der DDR befindlichen Eliteeinheiten wurden Soldaten
versetzt, die vorher in Afghanistan in reale Kampfeinsätze ver-
wickelt waren: Das erklärt die Doku mit keinem Wort.
Hier ist mir nicht klar, ob die Macher das selbst wussten.
Der Anstieg der *schweren* Straftaten erklärt sich mit diesem
Wissen allerdings problemfrei.
Danke für die Mühe!

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Martin Ebert
2010-01-24 18:33:27 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
[Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku]
Post by Martin Ebert
Einerseits DDR-Bevölkerung, andererseits sowj. Bürger in der
Also bezogen auf 100.000 mögliche Straftäter (Bewohner).
Ja. Noch besser ist es, wenn der sich der Vergleich auf die entsprechende
Altersgruppe bezieht, vgl. aktuelle Diskussionen über
Kriminalitätsentwicklung bei "Überalterung" der Bevölkeung.
Ja, natürlich.

Das Problem ist, dass nun wirklich jeder das nachplappert, was er schon
in DDR-Zeit sich so dachte und vermutete. Und dort ist schon die erste
Wahrnehmungsverschiebung: In Garnisonsstädten war in Laubenkolonien halt
mehr los als im Kreis Angermünde (wo keine GSSD stationiert war). Aber
das wurde und wird nicht in die Betrachtung einbezogen.

Wie wohl bekannt, beschäftige ich mich recht intensiv mit dem Thema;
sehr konkret mit meiner Stadt. Da habe ich auch eine ordentliche Menge
an Unterlagen jeder Art. - Und da fiel mir erstmals etwas auf:

Die Stadt hatte 50.000 EW und ca. 10.000 Soldaten plus ca. 1.000 Zivile.

Die Diebstähle von Fahrrädern und Einbrüche in Gartenlauben sind recht
ordentlich. Aber bereits bei Mopeds, PKW, schweren Einbrüchen sieht es
anders aus - da spielen sowj. Soldaten gar keine so große Rolle.
Da "gewinnt" die örtliche deutsche Jugend schon mal.

Bei Schwer- und Schwerstkriminalität ist der Vergleich praktisch nicht
zu führen: Weil das auf beiden Seiten minimal war - da kommen dann
statistische Effekte zum Tragen.

Übrigens:
Dieses jedem DDR-Bürger bekannte "Fahnenflucht, Kolja hat in Scheune
geschossen, alle dood" - da sagte ich ja immer, dass ich das für nicht
belastbar halte: Im Wesentlichen urban legends.

Dabei möchte ich bleiben.
Für meine Stadt habe ich für die letzten 25 Jahre der Stationierungs-
geschichte gerade mal einen wirklich belegbaren Fall - zwei Tote in
der Folge. - Ein zweiter Fall: Den scheint es gegeben zu haben; da
finde ich aber weder Akten noch Primärzeugen.

So tragisch das auch ist: Das ist deutlich weniger als die allgemeine
Gerüchtelage erwarten ließ.

Mt
Florian Ritter
2010-01-26 14:47:25 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Peter Veith
[Verschlusssache "Waffenbrüder", Doku]
  Einerseits DDR-Bevölkerung, andererseits sowj. Bürger in der
  Also bezogen auf 100.000 mögliche Straftäter (Bewohner).
Ja. Noch besser ist es, wenn der sich der Vergleich auf die entsprechende
Altersgruppe bezieht, vgl. aktuelle Diskussionen über
Kriminalitätsentwicklung bei "Überalterung" der Bevölkeung.
Ja, natürlich.
Das Problem ist, dass nun wirklich jeder das nachplappert, was er schon
in DDR-Zeit sich so dachte und vermutete. Und dort ist schon die erste
Wahrnehmungsverschiebung: In Garnisonsstädten war in Laubenkolonien halt
mehr los als im Kreis Angermünde (wo keine GSSD stationiert war). Aber
das wurde und wird nicht in die Betrachtung einbezogen.
Wie wohl bekannt, beschäftige ich mich recht intensiv mit dem Thema;
sehr konkret mit meiner Stadt. Da habe ich auch eine ordentliche Menge
Die Stadt hatte 50.000 EW und ca. 10.000 Soldaten plus ca. 1.000 Zivile.
Die Diebstähle von Fahrrädern und Einbrüche in Gartenlauben sind recht
ordentlich. Aber bereits bei Mopeds, PKW, schweren Einbrüchen sieht es
anders aus - da spielen sowj. Soldaten gar keine so große Rolle.
Da "gewinnt" die örtliche deutsche Jugend schon mal.
Bei Schwer- und Schwerstkriminalität ist der Vergleich praktisch nicht
zu führen: Weil das auf beiden Seiten minimal war - da kommen dann
statistische Effekte zum Tragen.
Dieses jedem DDR-Bürger bekannte "Fahnenflucht, Kolja hat in Scheune
geschossen, alle dood" - da sagte ich ja immer, dass ich das für nicht
belastbar halte: Im Wesentlichen urban legends.
Ich kann nur sagen, daß wir in Gwd. einen Kommilitonen hatten, der war
drei Jahre bei der Bepo Potsdam und berichtete von genau solchen
Vorfällen. Sie hatten mindestens einmal im Monat Alarm wg. entlaufener
Russen - FR
Gerald Endres
2010-01-26 15:03:08 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Ich kann nur sagen, daß wir in Gwd. einen Kommilitonen hatten, der war
drei Jahre bei der Bepo Potsdam und berichtete von genau solchen
Vorfällen. Sie hatten mindestens einmal im Monat Alarm wg. entlaufener
Russen
Leute, die in der Nachbarschaft großer Garnisonen wohnten, erzählen
aus eigenem Erleben Vergleichbares.

Gruß
Gerald
--
Auf verbotenen Pfaden - Kaffeeschmuggel un der Nachkriegszeit
Eine Dokumentation von Ute Bönnen und Gerald Endres
Do, 28.1., um 16:30 in EINSfestival
http://www.boen-end.de
Martin Ebert
2010-01-27 18:46:29 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Florian Ritter
Ich kann nur sagen, daß wir in Gwd. einen Kommilitonen hatten, der war
drei Jahre bei der Bepo Potsdam und berichtete von genau solchen
Vorfällen. Sie hatten mindestens einmal im Monat Alarm wg. entlaufener
Russen
Die Frage ist, ob der Alarm (BePo!) sich auf Potsdam bezog - oder auf
die gesamte Republik. Und die Frage ist, wo Dein Kommilitone eigentlich
konkret diente: Frage ihn mal, ob er ganz zufällig in der "9. Kompanie"
diente - das würde das Bild deutlich verändern.

Potsdam ist auch ein Sonderfall: Die Bezirksverwaltung des MfS hatte ein
Referat, welches einige dieser Fragen republikweit abwickelte - will
sagen: Andere BV hatten sowas nicht. Das steht im Zusammenhang mit dem
Punkt, dass die drei MVM halt ihre jeweilige Basis in Potsdam hatten.
Post by Gerald Endres
Leute, die in der Nachbarschaft großer Garnisonen wohnten, erzählen
aus eigenem Erleben Vergleichbares.
Das ist auch völlig unbestritten.

Die Frage war, wo die dann auch alle lt. urban legend totgeschossen
wurden. Nein, wurden sie nicht, in großer Mehrzahl nicht.

Mt
Gerald Endres
2010-01-27 21:06:35 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Die Frage war, wo die dann auch alle lt. urban legend totgeschossen
wurden. Nein, wurden sie nicht, in großer Mehrzahl nicht.
Die Urban Legends, die ich kenne und nicht überprüfen kann, erzählen
von Waldstücken, die trotz allgemeiner Waldbrandgefahr einfach
angezündet wurden, um versteckte Deserteure auszuräuchern, und über
blindlings Schießen in dieses Waldstück.

Könnte es eine ähnliche Regelung gegeben haben wie bei der
Fremdenlegion im Algerienkrieg? Wer da einfach abhaute und geschnappt
wurde, kam ins Straflager. Wer mit der Schusswaffe oder einem Fahrzeug
abhaute, wurde an Ort und Stelle abgeknallt, sowie man ihn erwischte.

Gruß
Gerald
--
Auf verbotenen Pfaden - Kaffeeschmuggel un der Nachkriegszeit
Eine Dokumentation von Ute Bönnen und Gerald Endres
Do, 28.1., um 16:30 in EINSfestival
http://www.boen-end.de
Martin Ebert
2010-01-27 21:45:11 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Martin Ebert
Die Frage war, wo die dann auch alle lt. urban legend totgeschossen
wurden. Nein, wurden sie nicht, in großer Mehrzahl nicht.
Die Urban Legends, die ich kenne und nicht überprüfen kann, erzählen
von Waldstücken, die trotz allgemeiner Waldbrandgefahr einfach
angezündet wurden, um versteckte Deserteure auszuräuchern, und über
blindlings Schießen in dieses Waldstück.
Das ist noch nicht gezieltes Töten.
Post by Gerald Endres
Könnte es eine ähnliche Regelung gegeben haben wie bei der
Fremdenlegion im Algerienkrieg? Wer da einfach abhaute und geschnappt
wurde, kam ins Straflager. Wer mit der Schusswaffe oder einem Fahrzeug
abhaute, wurde an Ort und Stelle abgeknallt, sowie man ihn erwischte.
Es sind zu wenige Fälle (mir bekannt) aktenkundig dokumentiert - um
daraus wirklich Schlüsse zu ziehen. Momentan würde ich sagen: Nein.

Momentan habe ich folgendes Ergebnis:

* Wenn Deserteur mit Waffe - dann großes Programm.

* Wenn Deserteur eine Person verwundet oder getötet hatte - dann kein
Pardon.

Real tendiert das dann in die Richtung "finaler Rettungsschuss" - zumal
völlig klar war, dass eine freiwillige Aufgabe nicht mehr im Bereich
des Wahrscheinlichen lag.

Mt
Torsten Mueller
2010-01-28 05:08:50 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Die Urban Legends, die ich kenne und nicht überprüfen kann, erzählen
von Waldstücken, die trotz allgemeiner Waldbrandgefahr einfach
angezündet wurden, um versteckte Deserteure auszuräuchern, und über
blindlings Schießen in dieses Waldstück.
Sag Du mir, was Du machen würdest, wenn Du wüßtest, da liegt irgendwo
einer im Wald, der nichts mehr zu verlieren, aber eine Kalaschnikow
mit ein paar Magazinen und vielleicht sogar Handgranaten hat.

Ich behaupte, die Russen haben seltenst [1] auf öffentlichem DDR-Boden
einfach irgendwo rumgeballert oder einen Wald angezündet. Man hat sich
(zumindest seit Honecker) in der Regel Mühe gegegeben, sich draußen zu
benehmen [2]. Drum war meistens auch mindestens ein Offizier dabei.
Denen war schon klar, daß sie lediglich geduldet sind und mehr nicht.
Und in Fällen, wo tatsächlich etwas danebenging, in erster Linie
Sachbeschädigung, gefällte Bäume, mit dem Panzer irgendwo
reingefahren, nächtlicher Artillerieeinschlag in einer Scheune
(Königsbrück), gab es hinterher durchaus Diskussionen in der
Öffentlichkeit, ob denn das sein müsse.

T.M.

[1] die usenet-Variante von "niemals"

[2] Hinter verschlossenen Türen hat es höchstwahrscheinlich anders
ausgesehen. Ich habe selbst gesehen, wie Soldaten, die beim Frühsport
zurückblieben, von einem hinterherlaufenden Unteroffizier mit dem
Koppel geschlagen wurden.
Florian Ritter
2010-01-28 12:39:35 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Gerald Endres
Die Urban Legends, die ich kenne und nicht überprüfen kann, erzählen
von Waldstücken, die trotz allgemeiner Waldbrandgefahr einfach
angezündet wurden, um versteckte Deserteure auszuräuchern, und über
blindlings Schießen in dieses Waldstück.
Sag Du mir, was Du machen würdest, wenn Du wüßtest, da liegt irgendwo
einer im Wald, der nichts mehr zu verlieren, aber eine Kalaschnikow
mit ein paar Magazinen und vielleicht sogar Handgranaten hat.
Wald, Scheune? Brennt mein Kittel? Die haben sich mitten in Berlin,
Kreuzung Friedrichstr. / U.d. Linden, ein heftiges Feuergefecht
geliefert, bis daß der Deserteur hin war. Das ließ sich dann nicht
mehr unter die Decke kehren, denn dadurch, daß auch ein westdt.
Legationsrat schwer verletzt wurde, brachtens auch die
Westnachrichten.

Ich möchte an dieser Stelle die Einsatzbereitschaft und den hohen
Ausbildungsstand unserer Werktätigen lobend hervorheben: Die
Terrassengäste vom Lindencorso gingen umgehend feldmarschmäßig zu
Boden.
Post by Torsten Mueller
[2] Hinter verschlossenen Türen hat es höchstwahrscheinlich anders
ausgesehen. Ich habe selbst gesehen, wie Soldaten, die beim Frühsport
zurückblieben, von einem hinterherlaufenden Unteroffizier mit dem
Koppel geschlagen wurden.
Nu, dis könnte Dir aber auch ganz gut tun! FR
Torsten Mueller
2010-01-28 12:50:54 UTC
Permalink
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?

T.M.
Florian Ritter
2010-01-28 17:24:48 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?
Heißt'n hier "soll", Puppe?

Willße meine Worte anssweifeln? Mich lüg3n schelten? Hm?

Ick gloob ja, mir piekt et.

Zwote Hälfte 70er - FR
Torsten Mueller
2010-01-28 17:45:00 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Torsten Mueller
Wann soll denn das gewesen sein?
Heißt'n hier "soll", Puppe?
Willße meine Worte anssweifeln? Mich lüg3n schelten? Hm?
Ick gloob ja, mir piekt et.
^
|
Welche Worte? Meinste dieses Gestammel da?

T.M.
Florian Ritter
2010-01-28 21:32:24 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Florian Ritter
Post by Torsten Mueller
Wann soll denn das gewesen sein?
Heißt'n hier "soll", Puppe?
Willße meine Worte anssweifeln? Mich lüg3n schelten? Hm?
Ick gloob ja, mir piekt et.
                                |
Post by Torsten Mueller
Welche Worte? Meinste dieses Gestammel da?
Müller, ick gloobe et reicht jetzt - FR
Martin Ebert
2010-01-28 20:39:38 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?
Jedenfalls ist das Ereignis in einem Buch dokumentiert.
Frage mich aber bitte jetzt nicht - in welchem: Ich weiß lediglich,
dass es in meinem Bücherschrank steht.

Mt
Florian Ritter
2010-01-28 21:36:24 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?
Jedenfalls ist das Ereignis in einem Buch dokumentiert.
Frage mich aber bitte jetzt nicht - in welchem: Ich weiß lediglich,
dass es in meinem Bücherschrank steht.
Ja, wie jetzt? Du exzerpierst nicht?

Fassungslos: FR

Übrigens sollte xsich im SPIEGEL-Archiv was dazu finden lassen - D.O.
Norbert Möller
2010-01-29 02:29:15 UTC
Permalink
On Thu, 28 Jan 2010 13:36:24 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?
Jedenfalls ist das Ereignis in einem Buch dokumentiert.
Frage mich aber bitte jetzt nicht - in welchem: Ich weiß lediglich,
dass es in meinem Bücherschrank steht.
Ja, wie jetzt? Du exzerpierst nicht?
Fassungslos: FR
Übrigens sollte xsich im SPIEGEL-Archiv was dazu finden lassen - D.O.
Gib mal in Google "Abubakirow 1978" ein.

Gruss Norbert
Martin Ebert
2010-01-29 03:49:29 UTC
Permalink
Post by Norbert Möller
Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Post by Torsten Mueller
Die haben sich mitten in Berlin, Kreuzung Friedrichstr. / U.d.
Linden, ein heftiges Feuergefecht geliefert,
Wann soll denn das gewesen sein?
Jedenfalls ist das Ereignis in einem Buch dokumentiert.
Frage mich aber bitte jetzt nicht - in welchem: Ich weiß lediglich,
dass es in meinem Bücherschrank steht.
Gib mal in Google "Abubakirow 1978" ein.
Schnick-schnack:
Roter Stern über Deutschland
Ilko-Sascha Kowalczuk, Stefan Wolle

Ja, genau dort.

Ilko-Sascha Kowalczuk hat übrigens auch "Endspiel" geschrieben; da geht
es um 1989.

Ausweislich der letzten Diskussionen ist der Leserschaft unschön, dass
dieses Werk bei der Bundeszentrale für politische Bildung verlegt wurde.
Post by Norbert Möller
Post by Florian Ritter
Ja, wie jetzt? Du exzerpierst nicht?
Fassungslos: FR
Du bist doof.

Halten zu Gnaden,
Mt
Florian Ritter
2010-01-29 11:52:35 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Ilko-Sascha Kowalczuk hat übrigens auch "Endspiel" geschrieben; da geht
es um 1989.
Ausweislich der letzten Diskussionen ist der Leserschaft unschön, dass
dieses Werk bei der Bundeszentrale für politische Bildung verlegt wurde.
Post by Florian Ritter
Ja, wie jetzt? Du exzerpierst nicht?
Fassungslos: FR
Du bist doof.
Selber doof - FR
Matthias Opatz
2010-01-30 00:56:46 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Du bist doof.
Selber doof - FR
Seit


lautet die Standardantwort: "Immer zweima mehr wie Du!"

Matthias
--
Wenn mir auf dieser grünen Erde etwas lächerlich erscheint - wenn
mir auf dieser grünen Erde etwas im Halse sitzt und weint, ich weine
nicht ich lache nicht, nein, mein Blues, tu Du's ...

= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen =
Florian Ritter
2010-01-30 01:08:38 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Du bist doof.
Selber doof - FR
http://youtu.be/vsRZ0l7MXVM
lautet die Standardantwort: "Immer zweima mehr wie Du!"
Und Deine dämliche Fresse, die wer'n wa uns merken - FR

Ronald Konschak
2010-01-28 16:25:43 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Ich behaupte, die Russen haben seltenst [1] auf öffentlichem DDR-Boden
einfach irgendwo rumgeballert oder einen Wald angezündet. Man hat sich
(zumindest seit Honecker) in der Regel Mühe gegegeben, sich draußen zu
benehmen [2]. Drum war meistens auch mindestens ein Offizier dabei.
Denen war schon klar, daß sie lediglich geduldet sind und mehr nicht.
Das würde ich eine gewagte These nennen. Für die waren wir die
Faschisten, die ein paar Millionen Leute umgebracht hatten und
die man nun unter Kontrolle halten mußte. Aus diesem Blickwinkel
waren wir eigentlich die geduldete Bevölkerung des größten
Truppenübungsplatzes außerhalb der Staatsgrenzen der UdSSR.
Post by Torsten Mueller
Und in Fällen, wo tatsächlich etwas danebenging, in erster Linie
Sachbeschädigung, gefällte Bäume, mit dem Panzer irgendwo
reingefahren, nächtlicher Artillerieeinschlag in einer Scheune
(Königsbrück), gab es hinterher durchaus Diskussionen in der
Öffentlichkeit, ob denn das sein müsse.
Die wollten nur, daß kein außenpolitischer Schaden entsteht.
Die Westpropaganda hätte das genüßlich ausgeschlachtet, wenn
es nach draußen gedrungen wäre.
Post by Torsten Mueller
T.M.
[1] die usenet-Variante von "niemals"
[2] Hinter verschlossenen Türen hat es höchstwahrscheinlich anders
ausgesehen. Ich habe selbst gesehen, wie Soldaten, die beim Frühsport
zurückblieben, von einem hinterherlaufenden Unteroffizier mit dem
Koppel geschlagen wurden.
Dresden-Übigau, Werftstraße: Lkw liegengeblieben, Abschlepp-
fahrzeug setzt rückwärts zum Kuppeln an, Soldat bekommt die
Abschleppstange nicht in die Kupplung und läßt die Stange fallen.
Die Quittung kam in Gestalt mehrerer Faustschläge auf Helm und
Oberarm. So beobachtet irgendwann zwischen 1976 und 1978 auf
dem Weg zum UTP.

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Torsten Mueller
2010-01-28 17:47:24 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
Denen war schon klar, daß sie lediglich geduldet sind und mehr nicht.
Das würde ich eine gewagte These nennen. Für die waren wir die
Faschisten, die ein paar Millionen Leute umgebracht hatten und die man
nun unter Kontrolle halten mußte.
Am Anfang, ja. Spätestens seit den 80ern nicht mehr. Es hatte sich auch
offiziell ziemlich abgekühlt mit all der Waffenbrüderschaft usw.

T.M.
Martin Ebert
2010-01-28 20:51:32 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
Ich behaupte, die Russen haben seltenst [1] auf öffentlichem DDR-Boden
einfach irgendwo rumgeballert oder einen Wald angezündet. Man hat sich
(zumindest seit Honecker) in der Regel Mühe gegegeben, sich draußen zu
benehmen [2]. Drum war meistens auch mindestens ein Offizier dabei.
Denen war schon klar, daß sie lediglich geduldet sind und mehr nicht.
Das würde ich eine gewagte These nennen.
Wenn wir den letzten Satz erstmal streichen - dann ist die These
aus meiner Sicht korrekt.
Post by Ronald Konschak
Für die waren wir die
Faschisten, die ein paar Millionen Leute umgebracht hatten und
die man nun unter Kontrolle halten mußte. Aus diesem Blickwinkel
waren wir eigentlich die geduldete Bevölkerung des größten
Truppenübungsplatzes außerhalb der Staatsgrenzen der UdSSR.
Auch korrekt.
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
Und in Fällen, wo tatsächlich etwas danebenging, in erster Linie
Sachbeschädigung, gefällte Bäume, mit dem Panzer irgendwo
reingefahren, nächtlicher Artillerieeinschlag in einer Scheune
(Königsbrück), gab es hinterher durchaus Diskussionen in der
Öffentlichkeit, ob denn das sein müsse.
Die wollten nur, daß kein außenpolitischer Schaden entsteht.
Die Westpropaganda hätte das genüßlich ausgeschlachtet, wenn
es nach draußen gedrungen wäre.
Es gab keine "die": Es gab das Oberkommando Wünsdorf. Es gab das
KGB in Karlshorst und Potsdam. Es gab die örtliche Kommandantur.
Es gab den konkret verantwortlichen Kommandeur.

Und alle mit ganz unterschiedlichen Interessen.
Also insoweit springt Dein Satz deutlich zu kurz.
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
[2] Hinter verschlossenen Türen hat es höchstwahrscheinlich anders
ausgesehen. Ich habe selbst gesehen, wie Soldaten, die beim Frühsport
zurückblieben, von einem hinterherlaufenden Unteroffizier mit dem
Koppel geschlagen wurden.
s/höchstwahrscheinlich/deutlich/

Wobei ich den Eindruck gewinne, dass es einen Unterschied zwischen
Kampfeinheiten und technischen Spezialeinheiten gab.
Post by Ronald Konschak
Dresden-Übigau, Werftstraße: Lkw liegengeblieben, Abschlepp-
fahrzeug setzt rückwärts zum Kuppeln an, Soldat bekommt die
Abschleppstange nicht in die Kupplung und läßt die Stange fallen.
Die Quittung kam in Gestalt mehrerer Faustschläge auf Helm und
Oberarm. So beobachtet irgendwann zwischen 1976 und 1978 auf
dem Weg zum UTP.
Beim nächsten dafd-Treff kann ich mal erzählen, was mir so als
Zeitzeugenberichte zu dem Thema vorliegen: Da ist Deine Abschlepp-
stange recht harmlos.

Mt
Florian Ritter
2010-01-28 21:40:51 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
[2] Hinter verschlossenen Türen hat es höchstwahrscheinlich anders
ausgesehen. Ich habe selbst gesehen, wie Soldaten, die beim Frühsport
zurückblieben, von einem hinterherlaufenden Unteroffizier mit dem
Koppel geschlagen wurden.
s/höchstwahrscheinlich/deutlich/
Wobei ich den Eindruck gewinne, dass es einen Unterschied zwischen
Kampfeinheiten und technischen Spezialeinheiten gab.
Statt Kampfeinheiten lies Linienregimenter.
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Dresden-Übigau, Werftstraße: Lkw liegengeblieben, Abschlepp-
fahrzeug setzt rückwärts zum Kuppeln an, Soldat bekommt die
Abschleppstange nicht in die Kupplung und läßt die Stange fallen.
Die Quittung kam in Gestalt mehrerer Faustschläge auf Helm und
Oberarm. So beobachtet irgendwann zwischen 1976 und 1978 auf
dem Weg zum UTP.
Beim nächsten dafd-Treff kann ich mal erzählen, was mir so als
Zeitzeugenberichte zu dem Thema vorliegen: Da ist Deine Abschlepp-
stange recht harmlos.
Hm, da habe ich auch zwei Fälle.

Wann wird next summit sein? Frühjahr?

Und falls Müller kommt, vergisse mir des Koppels nicht. Prügel machen
frisch und krege - FR
Ronald Konschak
2010-01-29 08:55:47 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Beim nächsten dafd-Treff kann ich mal erzählen, was mir so als
Zeitzeugenberichte zu dem Thema vorliegen: Da ist Deine Abschlepp-
stange recht harmlos.
Wie geschrieben, in der Öffentlichkeit gings noch gesittet zu,
aber ganz verleugnen konnten sie ihre Führungsmethoden auch da
nicht.
Post by Florian Ritter
Hm, da habe ich auch zwei Fälle.
Wann wird next summit sein? Frühjahr?
Und falls Müller kommt, vergisse mir des Koppels nicht. Prügel machen
frisch und krege - FR
Die Weite Deines literarischen Horizonts macht mich immer wieder
staunen. Das mit dem korrekten Zitieren packst Du auch noch. ;-)

Ronald.
--
http://ronald-konschak.homepage.t-online.de
Florian Ritter
2010-01-29 12:03:44 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Florian Ritter
Wann wird next summit sein? Frühjahr?
Und falls Müller kommt, vergisse mir des Koppels nicht. Prügel machen
frisch und krege.
Die Weite Deines literarischen Horizonts macht mich immer wieder
staunen.
Da kann ich Dir nur mit den Worten des Großen Genossen Lenin den
Ratschlag erteilen: lernen, lernen, nochmlas lernen.
Post by Ronald Konschak
Das mit dem korrekten Zitieren packst Du auch noch. ;-)
Du bist mir viel zu niedrig - FR
Uwe Schickedanz
2010-01-29 13:02:27 UTC
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On Fri, 29 Jan 2010 04:03:44 -0800 (PST), Florian Ritter
Post by Florian Ritter
Post by Ronald Konschak
Die Weite Deines literarischen Horizonts macht mich immer wieder
staunen.
Da kann ich Dir nur mit den Worten des Großen Genossen Lenin den
Ratschlag erteilen: lernen, lernen, nochmlas lernen.
Post by Ronald Konschak
Das mit dem korrekten Zitieren packst Du auch noch. ;-)
Du bist mir viel zu niedrig - FR
Zitat ist gut, Kontrolle ist besser.

Gruß Uwe
--
Die Sicherheiten des Westens - Gewerkschaftsfürsorge,
Flächentarif, lineare Arbeitsbiographien, Sesshaftigkeit -
sind im Osten längst der Einzelkämpfer-Anthropologie gewichen.
Christoph Dieckmann === http://www.sicherheitslampe.de ===
Torsten Mueller
2010-01-29 07:03:42 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Torsten Mueller
Denen war schon klar, daß sie lediglich geduldet sind und mehr nicht.
Das würde ich eine gewagte These nennen.
Wenn wir den letzten Satz erstmal streichen - dann ist die These aus
meiner Sicht korrekt.
Ich behaupte, die Russen haben vor allem 68 in Prag endgültig ein
solches Imageproblem bekommen, daß es für ihr Ansehen in der ganzen
soz. Staatengemeinschaft langfristige Konsequenzen hatte. Daran
konnten auch Projekte aus den 70ern (Erdölleitungen, Weltraumflüge,
Autolieferungen usw.) nichts mehr ändern. Der fortwährende Abzug von
Wirtschaftsleistungen Richtung Osten tat ein Übriges. Das Wort
"Freunde" klang, solange ich mich erinnern kann, immer auch und oft
überwiegend ironisch, selbst unter Wohlgesonnenen.
Post by Ronald Konschak
Für die waren wir die Faschisten, die ein paar Millionen Leute
umgebracht hatten und die man nun unter Kontrolle halten mußte.
Aus diesem Blickwinkel waren wir eigentlich die geduldete
Bevölkerung des größten Truppenübungsplatzes außerhalb der
Staatsgrenzen der UdSSR.
Auch korrekt.
"Truppenübungsplatz" ist das falsche Wort. Ich behaupte, der breite
Gürtel von westlich vorgelagerten Staaten von der Ostsee bis zum
Schwarzen Meer - und wenn man Finnland, die mittelasiatischen
Sowjetrepubliken und die Mongolei dazunimmt, praktisch rundherum -
diente als strategische Pufferzone. Sowjetische, d.h. russische (!)
Strategie war, einen möglichen Krieg unter allen Umständen außerhalb
des eigenen Kerngebiets zu halten, also auf dem Territorium von
"Verbündeten", die zur Not auch geopfert werden.

T.M.
Florian Ritter
2010-01-27 23:36:23 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
Ich kann nur sagen, daß wir in Gwd. einen Kommilitonen hatten, der war
drei Jahre bei der Bepo Potsdam und berichtete von genau solchen
Vorfällen. Sie hatten mindestens einmal im Monat Alarm wg. entlaufener
Russen
Die Frage ist, ob der Alarm (BePo!) sich auf Potsdam bezog - oder auf
die gesamte Republik.
Nach meiner Erinnerung war nur von der Potsdamer Umgebung die Rede,
wobei ich aber nicht weiß, wie weit die ging.
Post by Martin Ebert
Und die Frage ist, wo Dein Kommilitone eigentlich
konkret diente: Frage ihn mal, ob er ganz zufällig in der "9. Kompanie"
diente - das würde das Bild deutlich verändern.
Habe den Mann nach dem Studium nie wieder gesehen - FR
Martin Ebert
2010-01-28 00:28:49 UTC
Permalink
[...]
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
Ich kann nur sagen, daß wir in Gwd. einen Kommilitonen hatten, der war
drei Jahre bei der Bepo Potsdam und berichtete von genau solchen
Vorfällen. Sie hatten mindestens einmal im Monat Alarm wg. entlaufener
Russen
Die Frage ist, ob der Alarm (BePo!) sich auf Potsdam bezog - oder auf
die gesamte Republik.
Nach meiner Erinnerung war nur von der Potsdamer Umgebung die Rede,
wobei ich aber nicht weiß, wie weit die ging.
Denkfehler!
Die Grenztruppen erhielten derartige Meldungen, wenn zu befürchten
stand, dass sich der verlustig gegangene sowjetische Kamerad auf die
Grenze zubewegte.
Leicht nachvollziehbar ist, dass Potsdam auch an einer Grenze lag,
der zu Westberlin - insoweit ist das erstmal schlüssig.

Inwieweit da die BePo programmgemäß im Spiel war - entzieht sich
allerdings meiner Kenntnis: Fast möchte ich meinen: Nein.
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Und die Frage ist, wo Dein Kommilitone eigentlich
konkret diente: Frage ihn mal, ob er ganz zufällig in der "9. Kompanie"
diente - das würde das Bild deutlich verändern.
Habe den Mann nach dem Studium nie wieder gesehen - FR
Wann haben Professore denn so studiert?

Alles kumuliert auf 1972-München.
Danach wurden mehrere Sondereinheiten gegründet; die Einzelheiten würden
zu weit führen. Aber die DE IX in Potsdam wird man schon mit einem SEK
vergleichen dürfen - die habe ich aber nicht im Auge.

In Potsdam gab es aber (immer noch MdI) die legendäre "*9. Kompanie*".
Der Kampfwert dürfte deutlich unter der der DE IX gelegen haben;
gleichwohl muss man sie als Eliteeinheit ansprechen.

Sofern Dein Kommilitone in der 9.Kp gedient hat - würde das Bild
schlüssig. Allerdings nur, wenn Du ihn nicht früher als ca 1975 trafest.

Mt
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