Discussion:
[FAQ] de.alt.folklore.ddr
(zu alt für eine Antwort)
Ronald Konschak
2004-09-22 21:09:57 UTC
Permalink
Guten Abend.

Nach langen Jahren des Hoffens auf einen bereitwilligen FAQ-
Betreuer habe ich mir erlaubt, selbst ein paar Worte
aneinanderzureihen. Das ist erstmal ein Vorschlag, um
Ergänzungen bitte ich. Mir ist es lieber, wenn mehrere
Teilnehmer das Projekt aufpäppeln, schon damit keine allzu
persönlichen Ansichten dominieren. Man wird sich denken
können, daß solche heißen Eisen wie das Thema Stasi nicht
jedem recht zu machen ist. Manche Sachen sind m.E. auch nie
gefragt worden, ich halte sie aber für das Verstehen von
Zusammenhängen für wichtig.


Kleine FAQ für de.alt.folklore.ddr
==================================

1. Allgemeines

1.1. Charta für de.alt.folklore.ddr
1.2. Ergänzungen zur Charta
1.3. Wozu diese FAQ?
1.4. Verfügbarkeit
1.5. Das FAQ-Arbeitskollektiv


2. Generelle Postinghinweise

2.1. dafddr und die Netiquette
2.2. Tags


3. Frequently Asked Questions

3.1. Statistisches
3.2. Staat und Wirtschaft
3.3. DDR-typische Worte und Begriffe
3.4. dafddr-spezifische Begriffe

-------------------------------------------------------------------

1. Allgemeines

1.1. Charta für de.alt.folklore.ddr

Tagline: Niemand hat die Absicht, eine Newsgroup zu errichten!

Status: unmoderiert

Diese Gruppe ist zum Austausch von Erinnerungen an die gute alte
Zeit im östlichen Teil Deutschlands gedacht. On topic ist alles,
was mit der DDR zu tun hat, von Gegenständen und Riten des
Alltagslebens ueber die großen Errungenschaften des Ostens bis
hin zu "der Partei". Nicht erwünscht sind dagegen politische
Grundsatzdiskussionen, diese sind in den entsprechenden Politik-
Gruppen besser untergebracht.


1.2. Ergänzungen zur Charta

In de.alt.folklore.ddr können auch aktuelle Ereignisse diskutiert
werden, soweit sie im Zusammenhang mit DDR-Geschichte stehen. Dazu
zählen insbesondere Buchrezensionen, Fernsehsendungen oder
Konzerte.
Ungern gesehen sind Postings, die Themen das Beitrittsgebiet
betreffend beinhalten, aber ohne DDR-Bezug stehen.

1.3. Wozu diese FAQ?

FAQ heißt "frequently asked questions" (dt.: Wiederholt gestellte
Fragen) und soll die Standardfragen beantworten, die zum Gruppenthema
öfters gestellt werden. Damit soll Eintönigkeit vermieden und
den Neueinsteigern eine kurze Übersicht gegeben werden.

1.4. Verfügbarkeit

Diese (vorläufige) FAQ wird monatlich vom Maintainer in
de.alt.folklore gepostet.

1.5. Das FAQ-Arbeitskollektiv

...besteht zur Zeit nur aus mir :-0

2. Generelle Postinghinweise

2.1. dafddr und die Netiquette

In de.alt.folklore.ddr gelten die üblichen Usenet-Regeln, wie
sie regelmäßig in de.newusers.info gepostet werden. Außerdem
wird darum gebeten, allzu lange Diskussionen mit nur zwei
Teilnehmern auf andere Kommunikationsmittel zu verlagern.

2.2. Tags

Die hier aufgeführten Tags sind in ihrer Bedeutung und Verwendung
meist dafddr-spezifisch und sollten in anderen Gruppen nicht
in gleicher Weise angewendet werden.

[TV] Ankündigung von Fernsehsendungen
[Termine] Veranstaltungstermine und -orte
[OT] Offtopigges
[FAQ] Dieser Text hier

3. Frequently Asked Questions

3.1. Statistisches

Q: Wie viele Bürger hatte die DDR?

A:
1949: 18 793 000
1969: 17 751 000
1989: 16 433 796


Q: Wie groß war die DDR?

A: Die DDR war die größte der Welt, auf 108 333 Quadratkilometern.


Q: Wie hoch war das Bruttosozialprodukt?

A: Das wurde in der DDR Nationaleinkommen genannt. Dieses
betrug z.B. 1970 117 Mrd. DDR-Mark, 1984 222 Mrd. DDR-Mark.


3.2. Staat und Wirtschaft


Q: Welche Staatsform hatte die DDR?

A: Die DDR war nach ihrer Verfassung ein sozialistischer
Staat der Arbeiter und Bauern unter Führung ihrer
marxistisch-leninistischen Partei, der SED. Damit war
die Führungsrolle der SED schon in der Verfassung festge-
schrieben. Dafür wurde der Begriff "Diktatur des Proletariats"
verwendet. Aufgrund dessen, daß die Parteikader, welche
das Zentralkomitee der SED und die Regierung bildeten,
ihre politische Bildung während der Stalin-Zeit in der
Sowjetunion bekommen hatten, orientierte sich deren Führungs-
stil mehr an Stalin als an klassischer Demokratie.


Q: Welche Währung(en) galten in der DDR?

A: Offiziell die Mark der DDR. Die DDR-Mark war nicht frei
konvertierbar, ihre Ausfuhr war strafbar. Daneben gab es
noch die D-Mark, welche in bestimmten Verkaufsstellen
(Intershop) und Hotels als Zahlungsmittel diente. Die DDR-
Bürger verwendeten aber auch schwer zu beschaffende Waren,
wie z.B. Export-Bier, Baustoffe oder Autoersatzteile zur
Bezahlung von Dienstleistungen.


Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?

A: Grund und Boden befand sich zum kleinsten Teil in privater
Hand. Ein Teil von etwa 40% (die Angaben schwanken) war Staats-
eigentum (nach DDR-Lesart also Eigentum des Volkes), etwa die
Hälfte der Fläche war genossenschaftliches Eigentum der land-
wirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften(LPG).
Betriebe wurden im Laufe der Zeit verstaatlicht, zuerst die
großen Industriebetriebe, deren Besitzer zumeist in die
Westzonen geflüchtet waren. Mittlere und kleine Betriebe wurden
durch staatliche Beteiligungen schrittweise zu volkseigenen
Betrieben (VEB) umgewandelt oder wurden über die Bildung von
Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) zu genossen-
schaftlichem Eigentum.
Zur Zeit der DDR-Gründung herrschte privates Eigentum an Wohn-
immobilien vor, soweit die Häuser vom Krieg verschont geblieben
waren. In den Aufbaujahren gründeten sich viele Arbeiterwohnungs-
genossenschaften (AWG), die in eigener Regie ganze Wohngebiete
errichteten. Die Mitglieder erhielten nach Zahlung eines
Genossenschaftsanteiles und bei Verfügbarkeit eine angemessene
Wohnung. Neu gebaute Wohnungen, die nicht den AWG gehörten
standen unter kommunaler Verwaltung. Der Anteil dieser Wohnungen
wurde ständig vergrößert, da private Besitzer oftmals aus Mangel
an Instandhaltungskapazitäten und Geld ihre Häuser den Kommunen
übereigneten. In der Ära Honecker wurde der private Wohnungsbau,
speziell Eigenheime, durch günstige Baukredite wieder gefördert.


Q: War die DDR militärisch gerüstet?

A: Ja, die DDR hatte eine Armee, die Nationale Volksarmee (NVA).
Diese wurde zunächst unter Anleitung der Sowjetarmee aufgebaut.
Die ersten Einheiten wurden am 1.3.1956 aufgestellt. Die
Armeeführung befand sich in Strausberg bei Berlin. Die Truppen-
stärke schwankte zwischen 153 000 und 211 000 Mann. Die NVA
hatte nie einen Kriegs- oder Auslandseinsatz.


Q: Wer oder was war die Stasi?

A: Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS, umgangssprachlich:
Stasi) war der Geheimdienst der DDR. Das Ministerium wurde am
20.2.1950 mit der Berufung von Wilhelm Zaisser zum Minister für
Staatssicherheit gegründet. 1957 wurde Erich Mielke Minister, der
es bis 1989 blieb. Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. Das MfS unterteilte
sich in verschiedene Hauptverwaltungen, u.a. Spionageabwehr,
funkelektronische Aufklärung, Sicherung der Volkswirtschaft,
Terrorabwehr und Personenschutz, und natürlich die Hauptverwaltung
Aufklärung (HVA). Letztere befaßte sich in erster Linie mit
der Erkundung vom Staats- und Wirtschaftsgeheimnissen der BRD und
genoß innerhalb des MfS eine Sonderstellung. Im Inland stützte
sich das MfS auf inoffizielle Mitarbeiter (IM), deren Zahl
für das Jahr 1988 mit 109 281 genannt wird. Diese wurden beauftragt,
bestimmte gesellschaftliche Bereiche oder Personen zu beobachten
und darüber zu berichten. Das MfS hatte auch Abteilungen bei
Polizei und Armee.


Q: War die DDR 1989 pleite?

A: Wenn damit eine wirtschaftliche Pleite Sinne einer Insolvenz
gemeint ist nicht. Die DDR konnte ihre Zahlungsverpflichtungen
bis zum 2.10.1990 erfüllen. Das gern genannte Schürer-Papier*
sagt lediglich, daß der DDR im Jahr 1991 ernsthafte Zahlungs-
schwierigkeiten drohen, wenn nicht bald grundlegende Wirtschafts-
reformen eingeleitet werden.
* Gerhard Schürer war Vorsitzender der staatlichen Plankommission
der DDR.


3.3. DDR-typische Worte und Begriffe

ABV - Abschnittsbevollmächtigter, einem Wohngebiet zugeordneter
Polizist, der meist auch dort wohnte.
Aktivist - Bestarbeiter
Aluchips - DDR-Mark
Arbeiterschließfach - Neubauwohnung
Babyjahr - 12monatige bezahlte Freistellung von der Arbeit
Blaue Fliesen - D-Mark
Bonbon - Parteiabzeichen der SED
Brigade - Arbeitskollektiv (neudeutsch: Team)
Broiler - gebratener Hahn
Datsche - Wochenendhaus (aus dem Russischen übernommen)
Delikatladen - Verkaufsstelle für höherwertige Nahrungs- und
Genußmittel
Eierteigwaren - Nudeln, Spaghetti...
Eingabe - Beschwerde beim zuständigen Staatsorgan
Erdmöbel - Sarg
Exquisitladen - Verkaufsstelle für höherwertige Textilien
Facharbeiter - Geselle, meist mit Spezialisierungsrichtung
genannt
Feierabendheim - Seniorenwohnheim
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Grilletta - Toastbrot mit gebratener Wurstscheibe und Käse
Hausbuch - vom Hausvertrauensmann zu führender Nachweis über
Mietverhältnisse und Gäste aus dem Ausland.
Intershop - Ladenkette für Westprodukte, die mit D-Mark zu
bezahlen waren.
Jahresendfigur - auch geflügelte J., angeblich die Handels-
bezeichnung für Weihnachtsmänner und -engel
Jugendtanz - Disco
Kader - Werktätiger
Ketwurst - Hot Dog
Komplexannahmestelle - Kundenfront der Dienstleistungskombinate
Kulturfünfer - 5 Pfennig Aufschlag auf Eintrittspreise
Kumpeltod - Bergmannsschnaps
Lipsi - ein Tanz aus Leipzig
Matheolympiade - Schülerwettbewerb, auch in anderen Fächern
Neurervorschlag - Verbesserungsvorschlag
Patenbrigade - Arbeitskollektiv mit Partnerschaft zu einer
Schulklasse
Pioniere - Mitglieder der Kinderorganisation der DDR
Plansilvester - Tag der Erfüllung des Jahresplanes
Rotlichtbestrahlung - politische Schulung
Russenmagazin - Verkaufsstelle für Produkte aus der Sowjetunion,
zur Versorgung der Sowjetarmee gedacht
Solibeitrag - Zahlung an den Solidiaritätsfond der DDR
Subbotnik - freiwilliger, unbezahlter Arbeiteinsatz
Tele-Lotto - Glücksspiel mit Fernsehbeiträgen zu jeder Zahl.
Trasse - Erdgasleitung aus dem Ural, FDJ-Jugendobjekt
Umrubeln - illegaler Geldumtausch
Volkskammer - Parlament der DDR
Volkssolidarität - Hilfsorganisation für Senioren
Wohnungsbauprogramm - Plan der VIII. Parteitages der SED zur
Lösung des Wohnungsproblems
Zentralorgan - überregionale Tageszeitung der Parteien


3.4. dafddr-spezifische Begriffe

Lagermechanik - von Gerald Endres eingeführter Begriff für
die Angewohnheit, bei Kritik an DDR-Gegebenheiten
auf äquivalente BRD-Mißstände hinzuweisen

Zeitschiene beachten! - in der dafddr-Anfangszeit von Martin Ebert
oft benutzte Wendung, um auf den geschicht-
lichen Kontext hinzuweisen. dafddr-Jargon
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-09-22 21:57:27 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Nach langen Jahren des Hoffens auf einen bereitwilligen FAQ-
Betreuer habe ich mir erlaubt, selbst ein paar Worte
aneinanderzureihen.
Tausend Dank.
Erstens für die Arbeit und den Mut, zweitens, weil Du es bist, der
als sich Vorwagender die Kritik am Gemachten einstecken muß.
Post by Ronald Konschak
1.2. Ergänzungen zur Charta
In de.alt.folklore.ddr können auch aktuelle Ereignisse diskutiert
werden, soweit sie im Zusammenhang mit DDR-Geschichte stehen.
Das halte ich für sehr, sehr heikel. Nein, eigentlich in dieser
Formulierung für untragbar.

Die heutige Situation im Osten steht schon in irgendeinem "Zusammenhang
mit DDR-Geschichte". Und doch gehören m.E. die diesbezüglichen Threads
nicht hierher; schlimer noch, diese (von denen es einige aktuelle
Beispiele gibt): sie machen m.E. die Gruppe unlesbar.
Post by Ronald Konschak
Dazu
zählen insbesondere Buchrezensionen, Fernsehsendungen oder
Konzerte.
Das wäre natürlich o.k.
Post by Ronald Konschak
In de.alt.folklore.ddr gelten die üblichen Usenet-Regeln, wie
sie regelmäßig in de.newusers.info gepostet werden. Außerdem
wird darum gebeten, allzu lange Diskussionen mit nur zwei
Teilnehmern auf andere Kommunikationsmittel zu verlagern.
Das muß *eigentlich* nicht sein. "Benutzen Sie Mail, wo immer es geht"
steht schon in der Nettiquette. Daß es gerade hier ein paar Spezis gibt,
die sich nicht daran halten, steht auf einem anderen Blatt.
Post by Ronald Konschak
A: Die DDR war die größte der Welt, auf 108 333 Quadratkilometern.
;-)
Post by Ronald Konschak
3.3. DDR-typische Worte und Begriffe
Erdmöbel - Sarg
Quark. Einfach amtsdeutsch. Niemals allgemeiner Sprachgebrauch,
allenfalls ironisch.

Dito "Jahresendfigur".

Auch diese Gleichsetzung
Post by Ronald Konschak
Ketwurst - Hot Dog
stimmt nicht. In Berlin kann man sich nach wie vor darüber vergewissern.
Post by Ronald Konschak
Umrubeln - illegaler Geldumtausch
Kleinkram: allgemein für Umtausch.
Post by Ronald Konschak
Lagermechanik - von Gerald Endres eingeführter Begriff für
die Angewohnheit, bei Kritik an DDR-Gegebenheiten
auf äquivalente BRD-Mißstände hinzuweisen
Gibt es m.E. analog ähnlich.


Aber nochmal: herzlichen Dank für Deine Mühe!


-kut
Siegfried Tränkner
2004-09-23 04:26:19 UTC
Permalink
Spitze, da steckt ja echt Arbeit drin!

Kritik: Keine, denn Kritiker sind wie Eunuchen, sie wissen, wie man es
macht.
Nee echt, kann im Moment nichts finden...

Sig
Robert W. Kuhn
2004-09-23 05:34:29 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
A: Grund und Boden befand sich zum kleinsten Teil in privater
Hand.
Zum größten Teil!

ca. 70% (oder waren es 60%?) des Grund und Bodens waren in privater
Hand. Genaue Zahlen kann ich erst am Freitag bringen, da meine Freundin
nicht da ist und wie es so ist - nur sie weiß, wo die Unterlagen sind.

Die Zahl hat mich damals auch erstaunt. Wie gesagt, ich schaue am
Wochenende nach.

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Ronald Konschak
2004-09-23 06:48:53 UTC
Permalink
Post by Robert W. Kuhn
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
A: Grund und Boden befand sich zum kleinsten Teil in privater
Hand.
Zum größten Teil!
ca. 70% (oder waren es 60%?) des Grund und Bodens waren in privater
Hand. Genaue Zahlen kann ich erst am Freitag bringen, da meine Freundin
nicht da ist und wie es so ist - nur sie weiß, wo die Unterlagen sind.
Du meinst sicher die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
wurden von den Besitzern in die LPG eingebracht und finden
sich dann als genossenschaftliches Eigentum wieder. Nach
Auflösung der LPG waren sie dann wieder privat.

Ronald.
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Robert W. Kuhn
2004-09-23 08:27:43 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Robert W. Kuhn
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
A: Grund und Boden befand sich zum kleinsten Teil in privater
Hand.
Zum größten Teil!
ca. 70% (oder waren es 60%?) des Grund und Bodens waren in privater
Hand. Genaue Zahlen kann ich erst am Freitag bringen, da meine Freundin
nicht da ist und wie es so ist - nur sie weiß, wo die Unterlagen sind.
Du meinst sicher die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
wurden von den Besitzern in die LPG eingebracht und finden
sich dann als genossenschaftliches Eigentum wieder.
Ich glaube, so war es nicht. Ich kann mich aber auch verhauen. Genaueres
wie gesagt am Wochenende.

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Robert W. Kuhn
2004-09-25 07:27:45 UTC
Permalink
Post by Robert W. Kuhn
Post by Ronald Konschak
Du meinst sicher die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
wurden von den Besitzern in die LPG eingebracht und finden
sich dann als genossenschaftliches Eigentum wieder.
Ich glaube, so war es nicht. Ich kann mich aber auch verhauen. Genaueres
wie gesagt am Wochenende.
Soooo, da bin ich wieder. Also erstmal wird (wie Du auch schon
angedeutet hast) zwischen Eigentum (kann anderen die Verfügungsgewalt
über sein Eigentum geben oder entziehen) und Besitz (hat
Verfügungsgewalt) unterschieden.

So, erste Quelle ("Grundlagen des Grundstücksrecht in den neuen
Bundesländern", Bischoff, Seite 8:

"Auswertungen des automatisierten Liegenschaftsnachweises der
DDR zeigen, dass 50,3% der gesamten Fläche der DDR (ohne Ost-Berlin" im
persönlichen Eigentum standen. ... Der oft überraschend hohe Prozentsatz
des privaten Grundstückseigentums muss aber auch unter dem Aspekt der
Verfügungsgewalt über die Liegenschaft gesehen werden. So mussten viele
Landwirte ihren Immobilienbesitz in die Landwirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaften (LPG) einbringen und verloren damit auch die
Verfügungsgewalt. Trotzdem blieben sie im Nachweis (gemeint ist das
Grundbuch, ich) weiter der Eigentümer... Auch die Grundstücke unter
staatlicher Verwaltung blieben im persönlichen Eigentum, ohne dass der
registrierte Eigentümer verfügen konnte."

Strenggenommen ist es also falsch, vom genossenschaftlichen Eigentum zu
sprechen.

Zweite Quelle finde ich jetzt nicht.

Formulierungsvorschlag für die Faq:

"Erstaunlicherweise befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Robert W. Kuhn
2004-09-25 07:30:35 UTC
Permalink
Post by Robert W. Kuhn
Post by Ronald Konschak
Du meinst sicher die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
wurden von den Besitzern in die LPG eingebracht und finden
sich dann als genossenschaftliches Eigentum wieder.
Ich glaube, so war es nicht. Ich kann mich aber auch verhauen. Genaueres
wie gesagt am Wochenende.
Soooo, da bin ich wieder. Also erstmal wird (wie Du auch schon
angedeutet hast) zwischen Eigentum (kann anderen die Verfügungsgewalt
über sein Eigentum geben oder entziehen) und Besitz (hat
Verfügungsgewalt) unterschieden.

So, erste Quelle ("Grundlagen des Grundstücksrecht in den neuen
Bundesländern", Bischoff, Seite 8:

"Auswertungen des automatisierten Liegenschaftsnachweises der
DDR zeigen, dass 50,3% der gesamten Fläche der DDR (ohne Ost-Berlin) im
persönlichen Eigentum standen. ... Der oft überraschend hohe Prozentsatz
des privaten Grundstückseigentums muss aber auch unter dem Aspekt der
Verfügungsgewalt über die Liegenschaft gesehen werden. So mussten viele
Landwirte ihren Immobilienbesitz in die Landwirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaften (LPG) einbringen und verloren damit auch die
Verfügungsgewalt. Trotzdem blieben sie im Nachweis (gemeint ist das
Grundbuch, ich) weiter der Eigentümer... Auch die Grundstücke unter
staatlicher Verwaltung blieben im persönlichen Eigentum, ohne dass der
registrierte Eigentümer verfügen konnte."

Strenggenommen ist es also falsch, vom genossenschaftlichen Eigentum zu
sprechen.

Zweite Quelle finde ich jetzt nicht.

Formulierungsvorschlag für die Faq:

"Erstaunlicherweise befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Gerald Endres
2004-09-25 11:01:35 UTC
Permalink
Post by Robert W. Kuhn
"Erstaunlicherweise befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."
Letztendlich ist diese statistische Angabe irreführend. Die Juristen
unterscheiden zwischen Eigentum und Besitz. Eigentum ist die formale
Eintragung, Besitz ist das "darauf sitzen", also die reale
Verfügungsgewalt.
LPG-Bauern waren formal noch Eigentümer ihres Landes, sie hatten aber
keinerlei Verfügungsgewalt darüber, sie besassen es nicht.
Anderer Fall: Da, wo ich jetzt wohne, ist im Lauf der 50er Jahre ein
erheblicher Teil der Bewohner in den Westen geflohen, beziehungsweise
wurde dorthin vertrieben. Diese Leute standen weiter als Eigentümer
ihrer Häuser und Grundstücke im Grundbuch (man kümmerte sich einfach
nicht um die Eintragung), hatten aber keinerlei Zugriff auf ihren
ehemaligen Besitz. Der war in der Hand der KWV. Dennoch würde der
größte Teil des Boden in diesem Ort als "privat" in der Statistik
erscheinen.

Zumindest die Formulierung "in privater Hand" würde ich ändern, denn
sie vermittelt den irrigen Eindruck, die Hand hätte tatsächlich
Zugriff auf das Objekt gehabt.
Ersatzvorschlag "war ... formal als Privateigentum eingetragen" oder
"stand (noch) als Privateigentum in den Grundbüchern".

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seiner Signatur zitiert,
gibt dieses Zitat nicht meine Aussage und meine
Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser. http://www.boen-end.de
Robert W. Kuhn
2004-09-25 12:53:54 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Zumindest die Formulierung "in privater Hand" würde ich ändern, denn
sie vermittelt den irrigen Eindruck, die Hand hätte tatsächlich
Zugriff auf das Objekt gehabt.
Ersatzvorschlag "war ... formal als Privateigentum eingetragen" oder
"stand (noch) als Privateigentum in den Grundbüchern".
Schreibe ich doch aber, oder? Mal etwas anders dann:

"Formal befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Gerald Endres
2004-09-25 14:48:45 UTC
Permalink
Post by Robert W. Kuhn
"Formal befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."
Mich stört etwas die Formulierung "in privater Hand", aber das ist
kein Problem, solange der Sachverhalt zutreffend beschrieben ist. Es
geht mir da eher ums Stilistische,denn besonders elegant ist es nicht,
in Satz 1 eine Aussage zu machen, die man Satz 2 wieder zurücknimmt.

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seiner Signatur zitiert,
gibt dieses Zitat nicht meine Aussage und meine
Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser. http://www.boen-end.de
Robert W. Kuhn
2004-09-25 18:18:31 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Robert W. Kuhn
"Formal befand sich der größte Teil des
Grundbesitzes in privater Hand. Oft hatten aber die Eigentümer nicht die
Verfügungsgewalt über das Grundstück, sondern staatliche Stellen oder
die LPG, in der das Land eingebracht wurde."
Mich stört etwas die Formulierung "in privater Hand", aber das ist
kein Problem, solange der Sachverhalt zutreffend beschrieben ist. Es
geht mir da eher ums Stilistische,denn besonders elegant ist es nicht,
in Satz 1 eine Aussage zu machen, die man Satz 2 wieder zurücknimmt.
Deswegen schreibe ich ja "formal". Es ist ja so richtig, was da steht.
Das Eigentum war ja in privater Hand. Bloß der Besitz dann nicht mehr.

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Ronald Konschak
2004-09-25 15:36:10 UTC
Permalink
Hallo,

ich habe mal folgende Version geschrieben:


Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?

A: Die Hälfte des Grundbesitzes stand als Privateigentum in
den Grundbüchern. Das war zum einen Teil der Besitz ehemaliger
Bewohner, die in den Westen geflohen waren, anderenteils
Bodenreformland, welches von den Bauern in die landwirtschaft-
lichen Produktionsgenossenschaften (LPG) eingebracht wurde.
Der andere Teil war Staatseigentum (nach DDR-Lesart also
Eigentum des Volkes).
[...]

Ronald.
--
Den Ossis ist jetzt das Unmögliche gelungen:
Sie haben das Faß ohne Boden sogar zum Überlaufen gebracht!

Wolfgang Mocker im Eulenspiegel 10/04
Knut Ochdorf
2004-09-25 16:28:47 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
A: Die Hälfte des Grundbesitzes stand als Privateigentum in
den Grundbüchern. Das war zum einen Teil der Besitz ehemaliger
Bewohner, die in den Westen geflohen waren, anderenteils
Bodenreformland, welches von den Bauern in die landwirtschaft-
lichen Produktionsgenossenschaften (LPG) eingebracht wurde.
Der andere Teil war Staatseigentum (nach DDR-Lesart also
Eigentum des Volkes).
Geht so auch nicht, es gab ja Privateigentum von Bewohnern, die in der
DDR geblieben waren. Die sollte man auch erwähnen.

Knut
Bernd Ullrich
2004-09-25 19:45:44 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
A: Die Hälfte des Grundbesitzes stand als Privateigentum in
den Grundbüchern. Das war zum einen Teil der Besitz ehemaliger
Bewohner, die in den Westen geflohen waren, anderenteils
Bodenreformland, welches von den Bauern in die landwirtschaft-
lichen Produktionsgenossenschaften (LPG) eingebracht wurde.
Der andere Teil war Staatseigentum (nach DDR-Lesart also
Eigentum des Volkes).
Geht so auch nicht, es gab ja Privateigentum von Bewohnern, die in der
DDR geblieben waren. Die sollte man auch erwähnen.
Na klar,das Privateigentum an Grund und Boden ist noch nicht von allen
alt\ostdeutschen nach 90 abgegeben wurden.

BU
Knut Ochdorf
2004-09-23 08:54:35 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Du meinst sicher die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
wurden von den Besitzern in die LPG eingebracht und finden
sich dann als genossenschaftliches Eigentum wieder. Nach
Auflösung der LPG waren sie dann wieder privat.
Also sollte man noch die LPG auch definieren. Was Du beschriebst, ist
eine LPG Typ II. Das Eigentum verblieb aber bei dem Nachfolgebetrieb der
LPG.

Beim Typ I brachte jeder sein Eigentum ein, bewirtschafte es gemeinsam
und nach Auflösung der LPG fiel es an den Eigentümer zurück.

Typ III gab es auch noch, die arbeiteten mit volkseigenen Böden.

Knut
Boris Gerlach
2004-09-23 07:07:09 UTC
Permalink
Ronald Konschak wrote:

[FAQ]

Martins WIKI sollte in der FAQ erwähnt werden
und die anderen DDR Quellen (W.Steinacker NVA
DDR Suche uswusw.)

Ob Genossen Veiths Seite sich eignet,
möchte ich der einseitigen politischen
Auslegung wegen bezweifeln.

Gruß
BGE
Siegfried Tränkner
2004-09-23 09:07:51 UTC
Permalink
Post by Boris Gerlach
[FAQ]
Martins WIKI sollte in der FAQ erwähnt werden
und die anderen DDR Quellen (W.Steinacker NVA
DDR Suche uswusw.)
Ob Genossen Veiths Seite sich eignet,
möchte ich der einseitigen politischen
Auslegung wegen bezweifeln.
Hier herrscht Demokratie, also gehören Peters Seiten mit rein, wenn
schon, denn schon.

Grüsse, Sig
Jörg Knebel
2004-09-24 09:38:56 UTC
Permalink
Post by Siegfried Tränkner
Hier herrscht Demokratie, also gehören Peters Seiten mit rein, wenn
schon, denn schon.
So ist es!

Beuteschwaben brauchen wahrscheinlich länger um das zu begreifen.

Drumm:
"Schaffle, schaffle Häusle baue
Butterbrot statt Schnitzel kaue!" - EAV

SCNR

Sind die Schwaben eigentlich die Schotten Deutschlands?

Cheers
Jörg
Alexander Gressmann
2004-09-25 09:06:54 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
Beuteschwaben brauchen wahrscheinlich länger um das zu begreifen.
"Schaffle, schaffle Häusle baue
Butterbrot statt Schnitzel kaue!" - EAV
SCNR
Sind die Schwaben eigentlich die Schotten Deutschlands?
Viiiel schlimmer :-( man sagt, die Schotten wären die, die man aus
Schwaben wegen ihrer Verschwendungssucht vertrieben hätte *duck*

Aber was sind Beuteschwaben?

Grezzy
--
\ Alexander >Grezzy< Greßmann <***@ier.uni-stuttgart.de>
Ich bau doch nur meine Karierre als Komikerstar auf
und brauch doch irgendwo was zum tranieren
Roland Mösl in de.alt.fan.aldi
Jörg Knebel
2004-09-25 09:15:11 UTC
Permalink
Post by Alexander Gressmann
Viiiel schlimmer :-( man sagt, die Schotten wären die, die man aus
Schwaben wegen ihrer Verschwendungssucht vertrieben hätte *duck*
LOL
Post by Alexander Gressmann
Aber was sind Beuteschwaben?
Der einzig mir bekannte Vertreter dieser Specie bekam eine Antwort von
mir genau hier:
Message-ID: <1gkmtm9.hfc22h1a7az96N%***@optushome.com.au>

Cheers
Jörg
F. Leib
2004-09-26 12:30:01 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
Post by Siegfried Tränkner
Hier herrscht Demokratie, also gehören Peters Seiten mit rein, wenn
schon, denn schon.
So ist es!
Beuteschwaben brauchen wahrscheinlich länger um das zu begreifen.
"Schaffle, schaffle Häusle baue
Butterbrot statt Schnitzel kaue!" - EAV
SCNR
Sind die Schwaben eigentlich die Schotten Deutschlands?
Nein, nein. Schwaben sind Schotten, die wegen Geizes des Landes
verwiesen wurden.

Was tut ein Schwabe, wenn er einen Eimer voll heißes Wasser
übrighat?

Einfrieren, was sonst. Heißes Wasser kann man ja schließlich
immer gebrauchen...
--
Grüße /"\ ASCII Ribbon Campaign
vom Leib \ /
X No HTML in
/ \ email & news
Jörg Knebel
2004-09-26 13:09:55 UTC
Permalink
Was tut ein Schwabe, wenn er einen Eimer voll heißes Wasser übrighat?
Einfrieren, was sonst. Heißes Wasser kann man ja schließlich immer
gebrauchen...
LOL


Ich dachte mir soetwas!

Dieses Verhalten schlägt dann auch sicher auf alle anderen Lebenslagen
zurück und/oder nieder?! ;-)

Cheers
Jörg
F. Leib
2004-09-26 14:23:41 UTC
Permalink
Am Sun, 26 Sep 2004 23:09:55 +1000 schrieb Jörg Knebel:

[snio]
Post by Jörg Knebel
Dieses Verhalten schlägt dann auch sicher auf alle anderen Lebenslagen
zurück und/oder nieder?! ;-)
Zumindest in der Sprache äußert sich das im exzessiven Weglassen
alle Vokale außer a, oi, i und ä... ;-)

Sonst hab ich - leider? - noch keine Erfahrungen mit dieser
Menschenart...
--
Grüße /"\ ASCII Ribbon Campaign
vom Leib \ /
X No HTML in
/ \ email & news
Jörg Knebel
2004-09-24 09:38:55 UTC
Permalink
Ob Genossen Veiths Seite sich eignet, möchte ich der einseitigen
politischen Auslegung wegen bezweifeln.
Einer solchen Betrachtungsweise folgend, dürften die Bemerkungen dieses
Beuteschwaben und
"Hinter-der-Gardine-schon-immer-DDR-Opositioneller-Gewesener" sowieso
herausfallen.

Just my 2¢

Cheers
Jörg
Knut Ochdorf
2004-09-23 06:39:48 UTC
Permalink
Ronald Konschak schrieb:

[viel lesenswerte]

Ein Hinweis, Broiler ist ein gebratenes Hühnchen, kein Hahn.

Knut
Torsten Mueller
2004-09-23 06:42:59 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
[viel lesenswerte]
Ein Hinweis, Broiler ist ein gebratenes Hühnchen, kein Hahn.
Es ist auch kein gebratenes Hühnchen. Aber das ist jetzt egal.

T.M.
Boris Gerlach
2004-09-23 18:27:35 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
[viel lesenswerte]
Ein Hinweis, Broiler ist ein gebratenes Hühnchen, kein Hahn.
Knut
Und Broilereier hatten wohl immer 2 Dotter.

BGE
Patrick Bonacker
2004-09-23 07:12:21 UTC
Permalink
Hallo,

on Wed, 22 Sep 2004 21:09:57 -0000, Ronald Konschak <***@darc.de>
wrote:

[...snipp-snapp...]

Erstmal: danke.

Ein paar Anmerkungen zu
Post by Ronald Konschak
3.3. DDR-typische Worte und Begriffe
Es sollte vielleicht getrennt werden in offizielle und
umgangssprachliche Begriffe, besonders letztere ggf. mit Hinweis auf
regionale Verbreitung und _Zeitschiene_, sowie fragliche Begriffe, die
i. d. R. erst nach der Wende gepusht wurden oder die es nur (?) im
Westen gab, aber die sich auf die DDR bezogen. Manche könnte man
vielleicht näher erklären.

Etwa:

3.3.1. Offizielle/halboffizielle Begriffe
Post by Ronald Konschak
ABV - Abschnittsbevollmächtigter, einem Wohngebiet zugeordneter
Polizist, der meist auch dort wohnte.
Aktivist - Bestarbeiter
Babyjahr - 12monatige bezahlte Freistellung von der Arbeit
Brigade - Arbeitskollektiv (neudeutsch: Team)
Broiler - gebratener Hahn
Delikatladen - Verkaufsstelle für höherwertige Nahrungs- und
Genußmittel
Eierteigwaren - Nudeln, Spaghetti...
Waren _alle_ Spaghetti in der DDR wirklich mit Ei? (Denn das ist ein
Widerspruch in sich.)
Post by Ronald Konschak
Eingabe - Beschwerde beim zuständigen Staatsorgan
Exquisitladen - Verkaufsstelle für höherwertige Textilien
Facharbeiter - Geselle, meist mit Spezialisierungsrichtung
genannt
Facharbeiter = Geselle, so absolut? Wenn er Meister wurde, blieb er
immer noch FA, nicht?

Lehrling - Auszubildender
Post by Ronald Konschak
Feierabendheim - Seniorenwohnheim
Alter_s_heim - Alte_n_heim
Post by Ronald Konschak
Grilletta - Toastbrot mit gebratener Wurstscheibe und Käse
(80er Jahre) WIMRE gabs verschiedene Varianten, z. B. auch mit Bulette
ähnlich einen richtigen Hamburger
Post by Ronald Konschak
Hausbuch - vom Hausvertrauensmann zu führender Nachweis über
Mietverhältnisse und Gäste aus dem Ausland.
Intershop - Ladenkette für Westprodukte, die mit D-Mark zu
bezahlen waren.
bzw. mit anderen frei konvertierbaren Währungen bzw. Forum-Schecks...
Post by Ronald Konschak
Jugendtanz - Disco
Dis_k_o(thek), teilweise auch offiziell
Post by Ronald Konschak
Kader - Werktätiger
jeder?
Post by Ronald Konschak
Ketwurst - Hot Dog
80er Jahre
Post by Ronald Konschak
Komplexannahmestelle - Kundenfront der Dienstleistungskombinate
Kulturfünfer - 5 Pfennig Aufschlag auf Eintrittspreise
Lipsi - ein Tanz aus Leipzig
nur 50er (?) Jahre!
Post by Ronald Konschak
Matheolympiade - Schülerwettbewerb, auch in anderen Fächern
...Chemie, Physik, Russisch, Biologie... welche noch?
(inwiefern DDR-spezifisch? Gibt's immer noch?)
Post by Ronald Konschak
Neurervorschlag - Verbesserungsvorschlag
MMM - Messe der Meister von morgen, Leistungsschau der Neuererbewegung
auf verschiedenen Ebenen (Schul-, Stadt-(?), Kreis-(?), Bezirks- bis
zur ZMMM = Zentralen MMM)
Post by Ronald Konschak
Patenbrigade - Arbeitskollektiv mit Partnerschaft zu einer
Schulklasse
Pioniere - Mitglieder der Kinderorganisation der DDR
Solibeitrag - Zahlung an den Solidiaritätsfond der DDR
Subbotnik - freiwilliger, unbezahlter Arbeiteinsatz
Tele-Lotto - Glücksspiel mit Fernsehbeiträgen zu jeder Zahl.
Trasse - Erdgasleitung aus dem Ural, FDJ-Jugendobjekt
Volkskammer - Parlament der DDR
Volkssolidarität - Hilfsorganisation für Senioren
gibt's immer noch
Post by Ronald Konschak
Wohnungsbauprogramm - Plan der VIII. Parteitages der SED zur
Lösung des Wohnungsproblems
Zentralorgan - überregionale Tageszeitung der Parteien
3.3.2. Umgangssprachliche Begriffe
Post by Ronald Konschak
Aluchips - DDR-Mark
(DDR-Umlaufmünzen zu 1, 5, 10, 50 Pf, 1, 2 M waren aus Aluminium, nur
20 Pf und 5 M nicht)
Post by Ronald Konschak
Arbeiterschließfach - Neubauwohnung
nicht allgemeine Umgangssprache (Wer sagte schon "Ich habe jetzt ein
Arbeiterschließfach." ?)
Post by Ronald Konschak
Blaue Fliesen - D-Mark
Bonbon - Parteiabzeichen der SED
Datsche - Wochenendhaus (aus dem Russischen übernommen)
Disco - Jugendtanz ;-)
Post by Ronald Konschak
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel - Diesellokomotive der Baureihe V200 (bis 1970) bzw. 120
der Deutschen Reichsbahn
Ludmilla - Diesellokomotive der Baureihe V300 (bis 1970) bzw.
130/131/132/142 der Deutschen Reichsbahn
Post by Ronald Konschak
Kumpeltod - Bergmannsschnaps
DDR-spezifisch oder älter?
Post by Ronald Konschak
Plansilvester - Tag der Erfüllung des Jahresplanes
Rotlichtbestrahlung - politische Schulung
Russenmagazin - Verkaufsstelle für Produkte aus der Sowjetunion,
zur Versorgung der Sowjetarmee gedacht
(von russ. "magasin" = "Laden")
Post by Ronald Konschak
Umrubeln - illegaler Geldumtausch
3.3.3 Fraglich
Post by Ronald Konschak
Erdmöbel - Sarg
nicht DDR- sondern brachenspezifisch?
Post by Ronald Konschak
Jahresendfigur - auch geflügelte J., angeblich die Handels-
bezeichnung für Weihnachtsmänner und -engel
Nicht allgemein üblich, sondern vom Eulenspiegel "entdeckt", erst nach
der Wende populär geworden.

Vopo - in der BRD verbreitete "Abkürzung" für "Volkspolizisten" in der
DDR
usw. usf.

[...]

Gruß,
Patrick
Ronald Konschak
2004-09-23 09:55:39 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Es sollte vielleicht getrennt werden in offizielle und
umgangssprachliche Begriffe, besonders letztere ggf. mit Hinweis auf
kann man tun, obwohl ich da Grenzfälle vermute.
Post by Patrick Bonacker
regionale Verbreitung und _Zeitschiene_, sowie fragliche Begriffe, die
i. d. R. erst nach der Wende gepusht wurden oder die es nur (?) im
Westen gab, aber die sich auf die DDR bezogen.
Die nachwendlichen oder westlichen Begriffe würde ich
mal ganz weglassen. Es soll hier um den Sprachgebrauch
der DDR-Bürger gehen, und die haben höchst selten Vopo
oder Telespargel gesagt. Ebenso Begriffe, die sich selbst
erklären.
Post by Patrick Bonacker
Manche könnte man
vielleicht näher erklären.
Gut, der Kurzschluß Ketwurst - Hot Dog war sicher nicht so gut,
ich wollte gern kurze, möglichst einzeilige Erklärungen haben.
Das liest sich besser und dämpft den Umfang der FAQ. Ich höre
sonst schon Buhrufe von wegen Downloadzeiten.
Post by Patrick Bonacker
Waren _alle_ Spaghetti in der DDR wirklich mit Ei? (Denn das ist ein
Widerspruch in sich.)
Wieso? Ich kann mich gut an die alten Pappschachteln erinnern,
wo ein halbes Ei abgebildet war.
Post by Patrick Bonacker
Facharbeiter = Geselle, so absolut? Wenn er Meister wurde, blieb er
immer noch FA, nicht?
Das ist eine Doppelbedeutung, Facharbeiter konnte ebenso als
Bezeichnung für einen Grundberuf wie für eine Qualifikations-
stufe benutzt werden.
Post by Patrick Bonacker
Lehrling - Auszubildender
Lehrling ist kein DDR-Begriff, sondern wurde schon lange
vor deren Gründung benutzt und ist auch in alten Bundes-
ländern noch üblich, Meister Röhrich ist mein Zeuge.
Post by Patrick Bonacker
Alter_s_heim - Alte_n_heim
selbsterklärend. Bei Feierabendheim könnte der Unkundige
dagegen vermuten das sei der Ort, wo der Werktätige nach
getaner Arbeit hingeht.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Grilletta - Toastbrot mit gebratener Wurstscheibe und Käse
(80er Jahre) WIMRE gabs verschiedene Varianten, z. B. auch mit Bulette
ähnlich einen richtigen Hamburger
Toastbrot mit Fleischprodukt, verschiedenen Soßen und evtl. Käse
:-)
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Intershop - Ladenkette für Westprodukte, die mit D-Mark zu
bezahlen waren.
bzw. mit anderen frei konvertierbaren Währungen bzw. Forum-Schecks...
... oder Kreditkarte usw. Die Verrechnungseinheit war m.W.
die D-Mark, darauf würde ich das beziehen.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Kader - Werktätiger
jeder?
Ersetze mal im heutigen Sprachgebrauch "Personal" durch "Kader",
dann hast du fast 1:1 die DDR-Begriffe.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Lipsi - ein Tanz aus Leipzig
nur 50er (?) Jahre!
Modetanz der 50er Jahre aus Leipzig
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Matheolympiade - Schülerwettbewerb, auch in anderen Fächern
...Chemie, Physik, Russisch, Biologie... welche noch?
(inwiefern DDR-spezifisch? Gibt's immer noch?)
na alle wollte ich nicht aufführen, nur ein Beipiel. Zur
Geschichte dieser Wettbewerbe ist nicht allzuviel aufzutreiben,
nur daß sie in der DDR 1961 erstmalig stattgefunden hat.
In der BRD war der Begriff "Bundeswettbewerb der Schüler"
gebräuchlicher.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Neurervorschlag - Verbesserungsvorschlag
MMM - Messe der Meister von morgen, Leistungsschau der Neuererbewegung
auf verschiedenen Ebenen (Schul-, Stadt-(?), Kreis-(?), Bezirks- bis
zur ZMMM = Zentralen MMM)
Eigentlich sollte man Abk. separat führen.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Volkssolidarität - Hilfsorganisation für Senioren
gibt's immer noch
aber in der DDR entstanden und im Westen längst nicht bekannt.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Aluchips - DDR-Mark
(DDR-Umlaufmünzen zu 1, 5, 10, 50 Pf, 1, 2 M waren aus Aluminium, nur
20 Pf und 5 M nicht)
... und die Scheine waren aus Papier. Deswegen war dieser
etwas abfällige Begriff trotzdem üblich. Hier wurde ja auch
schon LOM genannt, aber eben nur hier, mein DDR-Gedächtnis
kennt das nicht.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Arbeiterschließfach - Neubauwohnung
nicht allgemeine Umgangssprache (Wer sagte schon "Ich habe jetzt ein
Arbeiterschließfach." ?)
So vielleicht nicht.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel - Diesellokomotive der Baureihe V200 (bis 1970) bzw. 120
der Deutschen Reichsbahn
Ludmilla - Diesellokomotive der Baureihe V300 (bis 1970) bzw.
130/131/132/142 der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel würde ich noch gelten lassen, aber bei Ljudmilla
wirds schon bahnintern. Ich meine daß mit Taigatrommel auch
andere sowjetische Dieselloks bezeichnet wurden, welcher
Nichteisenbahner kann schon Baureihen unterscheiden? Trotzdem
würde ich hier BR 120 allein nennen, weil sie diesen Spitznamen
von ihrem Auspuffgeräusch hat, das es bei bei 130ff. so nicht
gegeben hat.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Kumpeltod - Bergmannsschnaps
DDR-spezifisch oder älter?
Uwe Schickedanz bitte zum Auftritt.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Erdmöbel - Sarg
nicht DDR- sondern brachenspezifisch?
habe ich rausgenommen, war zwar witzig aber nicht gebräuchlich.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Jahresendfigur - auch geflügelte J., angeblich die Handels-
bezeichnung für Weihnachtsmänner und -engel
Nicht allgemein üblich, sondern vom Eulenspiegel "entdeckt", erst nach
der Wende populär geworden.
deswegen schreibe ich "angeblich", solange nichts stichhaltiges
außer diesem Eulenspiegelbeitrag kommt. M.E. machte dieser Gag
schon vor der Wende die Runde, sodaß der DDR-Bürger zumindest wußte
was gemeint war.
Post by Patrick Bonacker
Vopo - in der BRD verbreitete "Abkürzung" für "Volkspolizisten" in der
DDR
siehe oben.

Ronald.
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Patrick Bonacker
2004-09-23 14:25:08 UTC
Permalink
Hallo,

on Thu, 23 Sep 2004 09:55:39 -0000, Ronald Konschak <***@darc.de>
wrote:

[...]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Waren _alle_ Spaghetti in der DDR wirklich mit Ei? (Denn das ist ein
Widerspruch in sich.)
Wieso? Ich kann mich gut an die alten Pappschachteln erinnern,
wo ein halbes Ei abgebildet war.
Weil _echte_ Spaghetti kein Ei enthlten, nur "Hartweizengrieß".

[...]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Alter_s_heim - Alte_n_heim
selbsterklärend. Bei Feierabendheim könnte der Unkundige
dagegen vermuten das sei der Ort, wo der Werktätige nach
getaner Arbeit hingeht.
Ich wollte darauf hinaus, dass es in der DDR überhaupt (bei uns
zumindest) Altersheim genannt wurde, nicht Altenheim.

[...]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel - Diesellokomotive der Baureihe V200 (bis 1970) bzw. 120
der Deutschen Reichsbahn
Ludmilla - Diesellokomotive der Baureihe V300 (bis 1970) bzw.
130/131/132/142 der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel würde ich noch gelten lassen, aber bei Ljudmilla
wirds schon bahnintern.
Okay.
Post by Ronald Konschak
Ich meine daß mit Taigatrommel auch
andere sowjetische Dieselloks bezeichnet wurden, welcher
Nichteisenbahner kann schon Baureihen unterscheiden?
Ja, war wohl so. Obwohl ich "Ferkeltaxe" auch erst nach '90 gehört
habe.

[...]

Patrick
Holger Kunadt
2004-09-23 16:42:40 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Wieso? Ich kann mich gut an die alten Pappschachteln erinnern,
wo ein halbes Ei abgebildet war.
Weil _echte_ Spaghetti kein Ei enthlten, nur "Hartweizengrieß".
Dann waren es halt keine "echten[1]" - jedenfalls erinnere ich mich, daß
auf der Verpackung (und so viele verschiedene Sorten gab's ja nicht)
angegeben war, wie viele Eier pro kg enthalten waren.
Post by Patrick Bonacker
Ja, war wohl so. Obwohl ich "Ferkeltaxe" auch erst nach '90 gehört
habe.
Ich habe die Bezeichnung schon in meiner aktiven Modellbahnerzeit (vor
1988 - da habe ich dann geheiratet ;-) im "Modelleisenbahner" gelesen.

Qno

[1] Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, daß es eine regelrechte
Kunst war, sie "al dente" hinzubekommen.
--
»Zeitreisen sind kein physikalisches,
sondern ein juristisches Problem.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm
Guido Grohmann
2004-09-23 18:25:31 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Ja, war wohl so. Obwohl ich "Ferkeltaxe" auch erst nach '90 gehört
habe.
Hier in der Gegend hießen die Dinger "Blutblase", wegen der roten
Farbgebung.

GG
Carlo Kessel
2004-09-23 19:44:56 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Hallo,
[...]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Waren _alle_ Spaghetti in der DDR wirklich mit Ei? (Denn das ist ein
Widerspruch in sich.)
Wieso? Ich kann mich gut an die alten Pappschachteln erinnern,
wo ein halbes Ei abgebildet war.
Weil _echte_ Spaghetti kein Ei enthalten, nur "Hartweizengrieß".
Da wirkt schon die westzonale Gehirnwäsche der Toskanafraktion ;-)
Hier gelten nur die Produkte aus Riesa.
BTW die armen Italiener konnten sich nur für ihre Feiertagsspaghetti
auch noch Eier in den Teig leisten. Etwas was bis heute von orthodoxen
Spaghettistas ausserhalb Italiens nicht verstanden und verdaut wurde.
Ansonsten schöne Arbeit, wenngleich ich nicht verstehe, weshalb nun
noch das 22. ostdeutsche Wörterbuch, Enzyklopädia etc. mit den
hiesigen sehr bescheidenen technischen Möglichkeiten gebastelt werden
soll. Alles schon umfassend vorhanden.

-> hinsichtlich Armee, die zahlreiche Sowjetarmee in der DDR nicht
vergessen

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ existiert, da kann sich jeder
beteiligen.

Carlo
Peter Veith
2004-09-24 05:15:56 UTC
Permalink
Post by Carlo Kessel
Ansonsten schöne Arbeit, wenngleich ich nicht verstehe, weshalb nun
noch das 22. ostdeutsche Wörterbuch, Enzyklopädia etc. mit den
hiesigen sehr bescheidenen technischen Möglichkeiten gebastelt werden
soll. Alles schon umfassend vorhanden.
Eigentlich sollte eine / diese FAQ auch immer wiederkehrende Fragen in
dafddr beantworten. Die sind nicht wirklich indentisch mit Fragen über
die DDR.

Die Liste halte ich in dieser Form auch für entbehrlich, eher schon in
Frageform: "Habt ihr wirklich Jahresendflügler gesagt?" bzw. "....
täglich 'die Partei hat immer Recht' gesungen?"
Post by Carlo Kessel
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ existiert, da kann sich jeder
beteiligen.
aber nur, wenn er auch staatsfeindliche Hetze betreibt und die unter
der der Losung "Strikt neutral" den Lesern unterjubelt: Ein spätes
Projekt der DDR-Feinde und verkrachten 68er.

Ich halte dafddr-FAQ schon für ehrlicher.

Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Ronald Konschak
2004-09-24 13:20:46 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Die Liste halte ich in dieser Form auch für entbehrlich, eher schon in
Frageform: "Habt ihr wirklich Jahresendflügler gesagt?" bzw. "....
täglich 'die Partei hat immer Recht' gesungen?"
Ich wollte mit dieser Liste die häufigsten sprachlichen Unterschiede
zwischen DDR und BRD genannt haben. Es scheint mir aber nicht mehr
gerechtfertigt, das in diesem Umfang zu tun. 2-3 solcher Fragen,
die öfters mal in den Medien oder hier auftauchen sollten genügen.
Die Liste der Abkürzungen will ich aber trotzdem machen, denn diese
werden hier oft verwendet.

Ronald.
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Florian Ritter
2004-09-25 14:19:09 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Peter Veith
Die Liste halte ich in dieser Form auch für entbehrlich, eher schon in
Frageform: "Habt ihr wirklich Jahresendflügler gesagt?" bzw. "....
täglich 'die Partei hat immer Recht' gesungen?"
Ich wollte mit dieser Liste die häufigsten sprachlichen Unterschiede
zwischen DDR und BRD genannt haben. Es scheint mir aber nicht mehr
gerechtfertigt, das in diesem Umfang zu tun. 2-3 solcher Fragen,
die öfters mal in den Medien oder hier auftauchen sollten genügen.
Die Liste der Abkürzungen will ich aber trotzdem machen, denn diese
werden hier oft verwendet.
DDR-typisch: der rüstige Rentner, die nichtberufstätige Bevölkerung,
die Werktätigen, Mütterstillkarte - FR
René
2004-09-24 18:43:49 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Carlo Kessel
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ existiert, da kann sich jeder
beteiligen.
aber nur, wenn er auch staatsfeindliche Hetze betreibt
Es gibt keinen Staat DDR, wie kann da jemand staatsfeindlich sein? Und
Hetze? Naja, schön, wie du dich immer wieder selbst zerlegst.
--
Any and all mail sent to ***@the-coalition.us will be deleted
automagically. Reply here or use Reply-To: instead
Sebastian Koppehel
2004-09-25 14:00:34 UTC
Permalink
Post by René
Post by Peter Veith
Post by Carlo Kessel
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ existiert, da kann sich jeder
beteiligen.
aber nur, wenn er auch staatsfeindliche Hetze betreibt
Es gibt keinen Staat DDR, wie kann da jemand staatsfeindlich sein? Und
Hetze? Naja, schön, wie du dich immer wieder selbst zerlegst.
FYI: "Staatsfeindliche Hetze" war eine Straftat, § 106 DDR-StGB
(Wortlaut muß jemand anderes nachschlagen).

- Sebastian
--
Ich habe aber eher den Eindruck, daß Jona versucht, sich wie die Made an den
Speck an Zladdi ranzuschmeißen. Alex wird sich hüten, mit diesem Kind ins Bett
zu steigen, dazu ist sie ihm levelmäßig viel zu primitiv oder was meint Ihr?
(Bianka Schlegel in de.rec.tv.misc)
Knut Ochdorf
2004-09-24 06:32:14 UTC
Permalink
Post by Carlo Kessel
Hier gelten nur die Produkte aus Riesa.
Wieso nur die aus Riesa? Warum nicht auch die aus Waren (Müritz)?

Knut
Volker Eichmann
2004-09-28 09:10:56 UTC
Permalink
Hallihallo!
Post by Patrick Bonacker
Hallo,
[...]
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Alter_s_heim - Alte_n_heim
selbsterklärend. Bei Feierabendheim könnte der Unkundige
dagegen vermuten das sei der Ort, wo der Werktätige nach
getaner Arbeit hingeht.
Ich wollte darauf hinaus, dass es in der DDR überhaupt (bei uns
zumindest) Altersheim genannt wurde, nicht Altenheim.
Mir sind beide Begriffe auch im Westen immer sehr geläufig gewesen,
sowhl Alters- als auch Altenheim - dagegen habe ich dann doch über das
DDR-typische Feierabendheim gestaunt.
Post by Patrick Bonacker
[...]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel - Diesellokomotive der Baureihe V200 (bis 1970) bzw. 120
der Deutschen Reichsbahn
Ludmilla - Diesellokomotive der Baureihe V300 (bis 1970) bzw.
130/131/132/142 der Deutschen Reichsbahn
Taigatrommel würde ich noch gelten lassen, aber bei Ljudmilla
wirds schon bahnintern.
Okay.
Post by Ronald Konschak
Ich meine daß mit Taigatrommel auch
andere sowjetische Dieselloks bezeichnet wurden, welcher
Nichteisenbahner kann schon Baureihen unterscheiden?
Ja, war wohl so. Obwohl ich "Ferkeltaxe" auch erst nach '90 gehört
habe.
Auch westdeutsche Schienenbusse (BR 795 - 798) wurden gerne als
Ferkeltaxe bezeichnet. Für die Reichsbahn-Triebwagen der BR 171/72 hatte
ich dagegen ein paar Mal den Begriff "Blutblase" gelesen, nach der
Umlackierung dann "Pfeffi". Aber das sind sehr bahnspezielle Begriffe,
die sich - anders als "Taigatrommel" - kaum über die Kreise
ausgesprochener Bahnfans hinaus verbreitet haben.

Gruß, Volker
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-09-23 17:56:32 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Es sollte vielleicht getrennt werden in offizielle und
umgangssprachliche Begriffe, besonders letztere ggf. mit Hinweis auf
kann man tun, obwohl ich da Grenzfälle vermute.
Post by Patrick Bonacker
regionale Verbreitung und _Zeitschiene_, sowie fragliche Begriffe, die
i. d. R. erst nach der Wende gepusht wurden oder die es nur (?) im
Westen gab, aber die sich auf die DDR bezogen.
Die nachwendlichen oder westlichen Begriffe würde ich
mal ganz weglassen.
Es geht hier um eine FAQ, oder?

Gerade, weil immer wieder gefragt wird (FAQ) "habt ihr wirklich
Jahresendflügelfigur gesagt?" halte ich eine Sammlung solcher
falschen Freunde, also nur der *angeblichen* DDR-Sprache oder der
rein amtsprachlichen Schöpfungen wie "rauhfutterverzehrende
Großvieheinheit", die damals wie heute amtsdeutsch sind, aber sonst
kein Schwein ;-) benutzt hat, für Teil eines solchen Wortverzeichnis,
der noch sinnvoll ist.

Zusammengewürfelte Sammlungen mit "DDR-Begriffen" aus Amtsdeutsch,
solchen, die die spezielle DDR-Realität beschrieben (FDJ) und
echten DDR-Sprachspezifika gibt es schon zuhauf, ich halte sie
eigentlich alle für entbehrlich.
Post by Ronald Konschak
Gut, der Kurzschluß Ketwurst - Hot Dog war sicher nicht so gut,
Die Ketwurst an sich m.E. nicht. Sie war m.E. im wesentlichen ein
reines Berliner Spezifikum. Woanders speiste man Bockwurst (0,85M).
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
Facharbeiter = Geselle, so absolut? Wenn er Meister wurde, blieb er
immer noch FA, nicht?
Das ist eine Doppelbedeutung, Facharbeiter konnte ebenso als
Bezeichnung für einen Grundberuf wie für eine Qualifikations-
stufe benutzt werden.
"Facharbeiter" ist insofern eine Umschreibung für "Geselle", aber Du
willst es hier ja umgekehrt machen. Das trifft nicht. "Geselle" ist
im wesentlichen ein Handwerksbegriff, "Facharbeiter" reichte
*wesentlich* weiter.


[Intershop]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
bzw. mit anderen frei konvertierbaren Währungen bzw. Forum-Schecks...
... oder Kreditkarte usw.
Gab's das damals wirklich?


-kut
Ronald Konschak
2004-09-23 19:01:54 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
[Intershop]
Post by Ronald Konschak
Post by Patrick Bonacker
bzw. mit anderen frei konvertierbaren Währungen bzw. Forum-Schecks...
... oder Kreditkarte usw.
Gab's das damals wirklich?
DDR-Bürger hatten sowas wohl kaum, aber der Tourist aus dem
NSW konnte durchaus mit Kreditkarte zahlen, und das nicht nur
im Intershop. Das Logo von "Diner's Club" war z.B. oft in
Geschäften der gehobenen Klasse zu sehen.

Ronald.
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Uwe Schickedanz
2004-09-24 15:30:28 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Kumpeltod - Bergmannsschnaps
DDR-spezifisch oder älter?
MbMn DDR-spezifisch. Mir ist aus meiner Familie nichts dergleichen
bekannt. Swiw wurde der Deputatschnaps nach dem Krieg eingeführt, um
die Arbeitsleistung zu steigern.
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Erdmöbel - Sarg
nicht DDR- sondern brachenspezifisch?
Ich meine, das Erdmöbel ist ebenfalls eine Kreation der "Eule".
Post by Patrick Bonacker
Post by Ronald Konschak
Jahresendfigur - auch geflügelte J., angeblich die Handels-
bezeichnung für Weihnachtsmänner und -engel
Nicht allgemein üblich, sondern vom Eulenspiegel "entdeckt", erst nach
der Wende populär geworden.
Gruß Uwe
--
Geschichte [wird] von den Siegern geschrieben,
und da ist auch was dran
G. Endres in dafddr
Volker Eichmann
2004-09-23 11:10:17 UTC
Permalink
Hallihallo!
Post by Ronald Konschak
Guten Abend.
Nach langen Jahren des Hoffens auf einen bereitwilligen FAQ-
Betreuer habe ich mir erlaubt, selbst ein paar Worte
aneinanderzureihen. Das ist erstmal ein Vorschlag, um
Ergänzungen bitte ich.
Erst mal ein großes Lob für die Mühe und Arbeit! Kriegst ein Bienchen!
;-))

Als Nachwende-Ossi (seit 1994) hab ich da doch ein paar kleinere
Hinweise, Anmerkungen und auch Fragen...
Post by Ronald Konschak
Q: War die DDR militärisch gerüstet?
A: Ja, die DDR hatte eine Armee, die Nationale Volksarmee (NVA).
Diese wurde zunächst unter Anleitung der Sowjetarmee aufgebaut.
Die ersten Einheiten wurden am 1.3.1956 aufgestellt. Die
Armeeführung befand sich in Strausberg bei Berlin. Die Truppen-
stärke schwankte zwischen 153 000 und 211 000 Mann. Die NVA
hatte nie einen Kriegs- oder Auslandseinsatz.
Da wird trotzdem die Frage nach 1968, der CSSR und der NVA kommen... mir
ist da leider auch nicht der letztliche Forschungsstand bekannt. Hat
sie? hat sie nicht? Und wenn nein, dann sollte doch der Hinweis darauf
kommen, dass es zumindest vielfach angenommen wurde.
Post by Ronald Konschak
Q: Wer oder was war die Stasi?
Stasi) war der Geheimdienst der DDR. Das Ministerium wurde am
20.2.1950 mit der Berufung von Wilhelm Zaisser zum Minister für
Staatssicherheit gegründet. 1957 wurde Erich Mielke Minister, der
es bis 1989 blieb. Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. Das MfS unterteilte
sich in verschiedene Hauptverwaltungen, u.a. Spionageabwehr,
funkelektronische Aufklärung, Sicherung der Volkswirtschaft,
Terrorabwehr und Personenschutz, und natürlich die Hauptverwaltung
Aufklärung (HVA). Letztere befaßte sich in erster Linie mit
der Erkundung vom Staats- und Wirtschaftsgeheimnissen der BRD und
genoß innerhalb des MfS eine Sonderstellung.
Hier sollte natürlich der Hinweis auf den bekanntesten Chef der HVA
kommen...
Post by Ronald Konschak
Im Inland stützte
sich das MfS auf inoffizielle Mitarbeiter (IM), deren Zahl
für das Jahr 1988 mit 109 281 genannt wird. Diese wurden beauftragt,
bestimmte gesellschaftliche Bereiche oder Personen zu beobachten
und darüber zu berichten. Das MfS hatte auch Abteilungen bei
Polizei und Armee.
Ein Q/A-Kapitel wäre noch: Warum hieß die DDR-Staatsbahn ausgerechnet
"Deutsche Reichsbahn"?

[...]
Post by Ronald Konschak
3.3. DDR-typische Worte und Begriffe
Sollte in offizielle und umgangssprachliche Begriffe getrennt werden.
Wobei natürlich offizielle Begriffe, die auch in die Umgangssprache
eingegangen sind, trotzdem in erstere Kategorie eingeordnet werden
sollten. Abkürzungen würde ich auch separat aufführen.
Post by Ronald Konschak
ABV - Abschnittsbevollmächtigter, einem Wohngebiet zugeordneter
Polizist, der meist auch dort wohnte.
Aktivist - Bestarbeiter
Aluchips - DDR-Mark
Arbeiterschließfach - Neubauwohnung
Babyjahr - 12monatige bezahlte Freistellung von der Arbeit
Blaue Fliesen - D-Mark
Bonbon - Parteiabzeichen der SED
Brigade - Arbeitskollektiv (neudeutsch: Team)
Broiler - gebratener Hahn
Ich hab mal vor 1989 in Zeitungsartikeln über die DDR häufiger die
Bezeichnung "Bundi" für Bundesbürger gelesen. Gabs diese Wortwahl? Wenn
ja, sollte das hier Platz finden. Wobei - eine weitere nette Rubrik
wäre: Westdeutsche Begriffe für DDR-typische
Dinge/Sachen/Personen/Phänomene. Da hätte dann bspw. der Vopo oder das
Gänsefleisch einen Platz.
Post by Ronald Konschak
Datsche - Wochenendhaus (aus dem Russischen übernommen)
Delikatladen - Verkaufsstelle für höherwertige Nahrungs- und
Genußmittel
Eierteigwaren - Nudeln, Spaghetti...
Spirelli - ein mir vor 1989 im Westen völlig unbekannter Begriff für
eine bestimmte Nudelsorte.
Post by Ronald Konschak
Eingabe - Beschwerde beim zuständigen Staatsorgan
Erdmöbel - Sarg
Exquisitladen - Verkaufsstelle für höherwertige Textilien
Facharbeiter - Geselle, meist mit Spezialisierungsrichtung
genannt
Feierabendheim - Seniorenwohnheim
Ferkeltaxe - zweiachsiger Triebwagen der Deutschen Reichsbahn
Grilletta - Toastbrot mit gebratener Wurstscheibe und Käse
Hausbuch - vom Hausvertrauensmann zu führender Nachweis über
Mietverhältnisse und Gäste aus dem Ausland.
Intershop - Ladenkette für Westprodukte, die mit D-Mark zu
bezahlen waren.
Jahresendfigur - auch geflügelte J., angeblich die Handels-
bezeichnung für Weihnachtsmänner und -engel
Jugendtanz - Disco
Kader - Werktätiger
Ketwurst - Hot Dog
Komplexannahmestelle - Kundenfront der Dienstleistungskombinate
Kulturfünfer - 5 Pfennig Aufschlag auf Eintrittspreise
Kumpeltod - Bergmannsschnaps
Lipsi - ein Tanz aus Leipzig
Matheolympiade - Schülerwettbewerb, auch in anderen Fächern
Neurervorschlag - Verbesserungsvorschlag
Patenbrigade - Arbeitskollektiv mit Partnerschaft zu einer
Schulklasse
Pioniere - Mitglieder der Kinderorganisation der DDR
Plansilvester - Tag der Erfüllung des Jahresplanes
Rotlichtbestrahlung - politische Schulung
Russenmagazin - Verkaufsstelle für Produkte aus der Sowjetunion,
zur Versorgung der Sowjetarmee gedacht
Solibeitrag - Zahlung an den Solidiaritätsfond der DDR
Subbotnik - freiwilliger, unbezahlter Arbeiteinsatz
Tele-Lotto - Glücksspiel mit Fernsehbeiträgen zu jeder Zahl.
Trasse - Erdgasleitung aus dem Ural, FDJ-Jugendobjekt
Umrubeln - illegaler Geldumtausch
Volkskammer - Parlament der DDR
Volkssolidarität - Hilfsorganisation für Senioren
Wohnungsbauprogramm - Plan der VIII. Parteitages der SED zur
Lösung des Wohnungsproblems
Zentralorgan - überregionale Tageszeitung der Parteien
Wie gesagt... Abkürzungen sind wichtig:

HO, NVA, GST, DSF, JP, FDJ, CDU ;-), und vieles mehr... Als Wessi stand
ich doch damals etwas ratlos vor meiner ersten "Straße der ODF".

Gruß, Volker
Uwe Schickedanz
2004-09-24 15:34:12 UTC
Permalink
Post by Volker Eichmann
Ich hab mal vor 1989 in Zeitungsartikeln über die DDR häufiger die
Bezeichnung "Bundi" für Bundesbürger gelesen. Gabs diese Wortwahl?
Ja, gab es. So oder als Bundes- respektive Edelgermanen wurden die
Westler bezeichnet.

Gruß Uwe
--
Geschichte [wird] von den Siegern geschrieben,
und da ist auch was dran
G. Endres in dafddr
Bernd Ullrich
2004-09-24 17:30:53 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Volker Eichmann
Ich hab mal vor 1989 in Zeitungsartikeln über die DDR häufiger die
Bezeichnung "Bundi" für Bundesbürger gelesen. Gabs diese Wortwahl?
Ja, gab es. So oder als Bundes- respektive Edelgermanen wurden die
Westler bezeichnet.
Oder als "Westgoten".

BU
Thomas Wedekind
2004-09-23 10:52:29 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Nach langen Jahren des Hoffens auf einen bereitwilligen FAQ-
Betreuer habe ich mir erlaubt, selbst ein paar Worte
aneinanderzureihen. Das ist erstmal ein Vorschlag, um
Ergänzungen bitte ich.
Prima.
Post by Ronald Konschak
3.1. Statistisches
Kannst du jeweils die Quelle angeben (Statistisches Jahrbuch
etc.)? Irgendwer fragt garantiert danach, z.B. hatte ich auch mal
die Fläche der DDR anders (kleiner - war wohl 108 174 km²)
gelernt. (Warum wurde die größer? Irgendwann wurden die
Territorialgewässer in der Ostsee erweitert, war es das?)
Post by Ronald Konschak
Neu gebaute Wohnungen, die nicht den AWG
gehörten standen unter kommunaler Verwaltung.
M.W. nicht immer, es gab auch noch neue Betriebswohnungen. (Wem
unterstanden eigentlich die NVA-Wohnblocks - außerhalb der
Militärobjekte - für Berufsoffiziere und -unteroffiziere? Da sie
nach der Wende zum Bundesvermögensamt kamen, vermutlich nicht der
Kommune.)

Außerdem durften die Altgenossenschaften aus der Zeit vor 1945 (in
ihrer alten Rechtsform weiter existierend, praktisch weitgehend
an AWG angeglichen) in beschränktem Umfang neu bauen. In Jena
kenne ich so einen Block von ca. 1960.
--
Grüße, Thomas
Ronald Konschak
2004-09-23 15:49:05 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
Kannst du jeweils die Quelle angeben (Statistisches Jahrbuch
etc.)? Irgendwer fragt garantiert danach, z.B. hatte ich auch mal
die Fläche der DDR anders (kleiner - war wohl 108 174 km²)
gelernt. (Warum wurde die größer? Irgendwann wurden die
Territorialgewässer in der Ostsee erweitert, war es das?)
Meine Lexika geben das auch unterschiedlich wieder, ich hätte
noch 108 178 km² zu bieten. Ich habe einfach den neuesten
Wert genommen.
Post by Thomas Wedekind
Post by Ronald Konschak
Neu gebaute Wohnungen, die nicht den AWG
gehörten standen unter kommunaler Verwaltung.
M.W. nicht immer, es gab auch noch neue Betriebswohnungen. (Wem
Einzelne Betriebswohnungen, soweit sie nicht aus der Vor-DDR-
Zeit stammten, wurden oft aus dem KWV-Bestand den Betrieben
zur Verfügung gestellt. Desweiteren hatten Großbetriebe auch
eigene AWG, z.B. die Deutsche Reichsbahn, die würde ich der
Einfachheit halber unter genossenschaftliche Wohnungen rechnen.
Post by Thomas Wedekind
unterstanden eigentlich die NVA-Wohnblocks - außerhalb der
Militärobjekte - für Berufsoffiziere und -unteroffiziere? Da sie
nach der Wende zum Bundesvermögensamt kamen, vermutlich nicht der
Kommune.)
Das würde ich den Sonderfall von wenig Bedeutung nennen.
Post by Thomas Wedekind
Außerdem durften die Altgenossenschaften aus der Zeit vor 1945 (in
ihrer alten Rechtsform weiter existierend, praktisch weitgehend
an AWG angeglichen) in beschränktem Umfang neu bauen. In Jena
kenne ich so einen Block von ca. 1960.
Ich habs mal ein bischen umformuliert, um die Vorkriegs-
Genossenschaften mit erwähnt zu haben.
--
Einst war ich bereit
Umzuwerfen die Mauer
Jetzt bin ich befreit
Da bin ich sauer. Bertolt Brecht, 1953
Holger Kunadt
2004-09-23 16:45:48 UTC
Permalink
Ronald Konschak schrieb:

Erst mal Anerkennung für die Fleißarbeit. Der "Aktivist" ist dir
sicher ;-)
Post by Ronald Konschak
Blaue Fliesen - D-Mark
Hier sollte vielleicht erwähnt werden, daß es sich nicht um
Umgangssprache handelte, sondern um einen Code in Kleinanzeigen.

Qno
--
»Zeitreisen sind kein physikalisches,
sondern ein juristisches Problem.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm
Andreas Henicke
2004-09-24 20:15:58 UTC
Permalink
Das ist mindestens einen Aktivist der sozialistischen Arbeit wert.

Gruß, An<danke>dreas.
--
Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.
- Arthur C. Clarke
Knut Ochdorf
2004-09-25 16:32:31 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
Frage, sollte man hier nicht auch die Aktiengesellschaften und GmbH
nennen, die es ja auch in der DDR gab (z.B. MITROPA, Wismut, Interflug)?

Knut
Florian Ritter
2004-09-26 16:13:10 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Post by Ronald Konschak
Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?
Frage, sollte man hier nicht auch die Aktiengesellschaften und GmbH
nennen, die es ja auch in der DDR gab (z.B. MITROPA, Wismut, Interflug)?
Vergesset mir der Kirchen nicht - FR
Ronald Konschak
2004-09-25 17:55:13 UTC
Permalink
Guten Abend.

Ich habe mal die Ergebnisse der Diskussion zusammengefaßt.
Weil der Änderungsumfang doch recht groß geworden ist kommt
das Werk hier nocheinmal in voller Länge.


Kleine FAQ für de.alt.folklore.ddr
==================================

1. Allgemeines

1.1. Charta für de.alt.folklore.ddr
1.2. Ergänzungen zur Charta
1.3. Wozu diese FAQ?
1.4. Verfügbarkeit
1.5. Das FAQ-Arbeitskollektiv


2. Generelle Postinghinweise

2.1. dafddr und die Netiquette
2.2. Tags


3. Frequently Asked Questions

3.1. Statistisches
3.2. Der Staat
3.3. Geschichtliches
3.4. Abkürzungen
3.5. kuriose Amtssprache
3.6. dafddr-spezifische Begriffe

4. Links

-------------------------------------------------------------------

1. Allgemeines

1.1. Charta für de.alt.folklore.ddr

Tagline: Niemand hat die Absicht, eine Newsgroup zu errichten!

Status: unmoderiert

Diese Gruppe ist zum Austausch von Erinnerungen an die gute alte
Zeit im östlichen Teil Deutschlands gedacht. On topic ist alles,
was mit der DDR zu tun hat, von Gegenständen und Riten des
Alltagslebens ueber die großen Errungenschaften des Ostens bis
hin zu "der Partei". Nicht erwünscht sind dagegen politische
Grundsatzdiskussionen, diese sind in den entsprechenden Politik-
Gruppen besser untergebracht.


1.2. Ergänzungen zur Charta

In de.alt.folklore.ddr können auch nach 1990 erschienene Bücher,
Filme und Fernsehsendungen zum Gruppenthema, sowie Konzerte mit
DDR-bekannten Künstlern besprochen werden.
Ungern gesehen sind Postings, die Themen das Beitrittsgebiet
betreffend beinhalten, aber ohne DDR-Bezug stehen.

1.3. Wozu diese FAQ?

FAQ heißt "frequently asked questions" (dt.: Wiederholt gestellte
Fragen) und soll die Standardfragen beantworten, die zum Gruppenthema
öfters gestellt werden. Damit soll Eintönigkeit vermieden und
den Neueinsteigern eine kurze Übersicht gegeben werden.

1.4. Verfügbarkeit

Diese (vorläufige) FAQ wird monatlich vom Maintainer in
de.alt.folklore gepostet.

1.5. Das FAQ-Arbeitskollektiv

Die dafddr-Teilnehmer.

2. Generelle Postinghinweise

2.1. dafddr und die Netiquette

In de.alt.folklore.ddr gelten die üblichen Usenet-Regeln, wie
sie regelmäßig in de.newusers.info gepostet werden. Außerdem
wird darum gebeten, allzu lange Diskussionen mit nur zwei
Teilnehmern auf andere Kommunikationsmittel zu verlagern.

2.2. Tags

Die hier aufgeführten Tags sind in ihrer Bedeutung und Verwendung
meist dafddr-spezifisch und sollten in anderen Gruppen nicht
in gleicher Weise angewendet werden.

[TV] Ankündigung von Fernsehsendungen
[Termine] Veranstaltungstermine und -orte
[OT] Offtopigges
[FAQ] Dieser Text hier


3. Frequently Asked Questions

3.1. Statistisches

Q: Wie viele Bürger hatte die DDR?

A:
1949: 18 793 000
1969: 17 751 000
1989: 16 433 796
(Das dicke DDR-Buch)

Q: Wie groß war die DDR?

A: Die DDR war die größte der Welt, auf 108 333 Quadratkilometern.
(BI-Elementarlexikon 1986)

Q: Wie hoch war das Bruttosozialprodukt?

A: Das wurde in der DDR Nationaleinkommen genannt. Dieses
betrug z.B. 1970 117 Mrd. DDR-Mark, 1984 222 Mrd. DDR-Mark.
(BI-Elementarlexikon 1986)


3.2. Der Staat

Q: Welche Staatsform hatte die DDR?

A: Die DDR war nach ihrer Verfassung ein sozialistischer
Staat der Arbeiter und Bauern unter Führung ihrer
marxistisch-leninistischen Partei, der SED. Damit war
die Führungsrolle der SED schon in der Verfassung festge-
schrieben. Dafür wurde der Begriff "Diktatur des Proletariats"
verwendet. Aufgrund dessen, daß die Parteikader, welche
das Zentralkomitee der SED und die Regierung bildeten,
ihre politische Bildung während der Stalin-Zeit in der
Sowjetunion bekommen hatten, orientierte sich deren Führungs-
stil mehr an Stalin als an klassischer Demokratie.

Q: Welche Währung(en) galten in der DDR?

A: Offiziell die Mark der DDR. Die DDR-Mark war nicht frei
konvertierbar, ihre Ausfuhr war strafbar. Daneben gab es
noch die D-Mark, welche in bestimmten Verkaufsstellen
(Intershop) und Hotels als Zahlungsmittel diente. Die DDR-
Bürger verwendeten aber auch schwer zu beschaffende Waren,
wie z.B. Export-Bier, Baustoffe oder Autoersatzteile zur
Bezahlung von Dienstleistungen.

Q: Wie waren die Eigentumsverhältnisse?

A: Die Hälfte des Grundbesitzes stand als Privateigentum in
den Grundbüchern. Das war zum einen Teil der Besitz von
Bewohnern, auch von welchen, die in den Westen geflohen waren,
und Bodenreformland, welches von den Bauern in die landwirtschaft-
lichen Produktionsgenossenschaften (LPG) eingebracht wurde.
Die andere Hälfte war Staatseigentum (nach DDR-Lesart also
Eigentum des Volkes).
Betriebe wurden im Laufe der Zeit verstaatlicht, zuerst die
großen Industriebetriebe, deren Besitzer zumeist in die
Westzonen geflüchtet waren. Mittlere und kleine Betriebe wurden
durch staatliche Beteiligungen schrittweise zu volkseigenen
Betrieben (VEB) umgewandelt oder wurden über die Bildung von
Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) zu genossen-
schaftlichem Eigentum. Dazu kamen Aktiengesellschaften, die
entweder aus Vorkriegszeiten stammten (MITROPA) oder unter
sowjetischem Besatzungsrecht entstanden, z.B. DEFA und
die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut.
Zur Zeit der DDR-Gründung herrschte privates Eigentum an Wohn-
immobilien vor, soweit die Häuser vom Krieg verschont geblieben
waren. In den Aufbaujahren gründeten sich viele Arbeiterwohnungs-
genossenschaften (AWG), die in eigener Regie ganze Wohngebiete
errichteten. Daneben existierten noch Wohnungsbaugenossenschaften
aus der Vorkriegszeit. Die Mitglieder erhielten nach Zahlung eines
Genossenschaftsanteiles und bei Verfügbarkeit eine angemessene
Wohnung. Neu gebaute Wohnungen, die nicht den AWG gehörten
standen unter kommunaler Verwaltung. Der Anteil dieser Wohnungen
wurde ständig vergrößert, da private Besitzer oftmals aus Mangel
an Instandhaltungskapazitäten und Geld ihre Häuser den Kommunen
übereigneten. In der Ära Honecker wurde der private Wohnungsbau,
speziell Eigenheime, durch günstige Baukredite wieder gefördert.

Q: War die DDR militärisch gerüstet?

A: Ja, die DDR hatte eine Armee, die Nationale Volksarmee (NVA).
Diese wurde zunächst unter Anleitung der Sowjetarmee aufgebaut.
Die ersten Einheiten wurden am 1.3.1956 aufgestellt. Die
Armeeführung befand sich in Strausberg bei Berlin. Die Truppen-
stärke schwankte zwischen 153 000 und 211 000 Mann. Die NVA
hatte nie einen Kriegs- oder Auslandseinsatz.

Q: Wer oder was war die Stasi?

A: Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS, umgangssprachlich:
Stasi) war der Geheimdienst der DDR. Das Ministerium wurde am
20.2.1950 mit der Berufung von Wilhelm Zaisser zum Minister für
Staatssicherheit gegründet. 1957 wurde Erich Mielke Minister, der
es bis 1989 blieb. Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. Das MfS unterteilte
sich in verschiedene Hauptverwaltungen, u.a. Spionageabwehr,
funkelektronische Aufklärung, Sicherung der Volkswirtschaft,
Terrorabwehr und Personenschutz, und natürlich die Hauptverwaltung
Aufklärung (HVA). Letztere befaßte sich in erster Linie mit
der Erkundung vom Staats- und Wirtschaftsgeheimnissen der BRD und
genoß innerhalb des MfS eine Sonderstellung. Langjähriger Chef der
HVA war Markus Wolf, später Schriftsteller, Sohn von Friedrich
Wolf (Schriftsteller und Arzt) und Bruder von Konrad Wolf (Film-
regisseur).
Im Inland stützte sich das MfS auf inoffizielle Mitarbeiter (IM),
deren Zahl für das Jahr 1988 mit 109 281 genannt wird. Diese
wurden beauftragt, bestimmte gesellschaftliche Bereiche oder
Personen zu beobachten und darüber zu berichten. Das MfS hatte
auch Abteilungen bei Polizei und Armee.

3.3. Geschichtliches

Q: War die DDR 1989 pleite?

A: Wenn damit eine wirtschaftliche Pleite Sinne einer Insolvenz
gemeint ist nicht. Die DDR konnte ihre Zahlungsverpflichtungen
bis zum 2.10.1990 erfüllen. Das gern genannte Schürer-Papier*
sagt lediglich, daß der DDR im Jahr 1991 ernsthafte Zahlungs-
schwierigkeiten drohen, wenn nicht bald grundlegende Wirtschafts-
reformen eingeleitet werden.
* Gerhard Schürer war Vorsitzender der staatlichen Plankommission
der DDR.

Q: Warum hieß die DDR-Staatsbahn ausgerechnet "Deutsche Reichsbahn"?

A: Dazu ein Zitat aus de.sci.geschichte:

1. Erhaltung der Besitzansprüche und Betriebsrechte der Bahnanlagen
in Westberlin. Die Deviseneinnahmen aus dem dortigen Bahnbetrieb
waren eine wichtige Einnahmequelle, die Grundstücke stellten
beträchtliche Vermögenswerte dar, die Transitzüge waren ein
politisches Druckmittel, der Bahnbetrieb in den West-Sektoren
war von großer politischer Symbolkraft und ermöglichte auch
eine staatliche Präsenz der DDR (Bahnaufsicht, Transportpolizei)
2. Sicherung der Vermögenswerte, Ansprüche und Rechte der
Vorkriegs-Reichsbahn im Ausland für die DDR
3. Wahrung der wertvollen Markenzeichenrechte (auch der
Tochtergesellschaften wie vor allem der Mitropa)
4. Anfänglich auch Dokumentation des Wiedervereinigungsanspruchs
nach DDR-Lesart
(Joachim Schmid <***@fh-duesseldorf.de> am 19.2.2001 in
de.sci.geschichte)


Q: Hatte die DDR eine Top-Level-Domain für des Internet?

A: Der ISO-Code für DDR lautete DD, demzufolge wäre .dd
die TLD für die DDR geworden. Die Domain .dd ist jedoch
nie "connected" gewesen. Der ISO-Code DD wurde am 30.10.1990
mit DE zusammengeführt und somit gelöscht.


3.4. Abkürzungen

ABV - Abschnittsbevollmächtigter (Wohngebiets- oder Dorfpolizist)
BGL - Betriebsgewerkschaftsleitung
DEFA - Deutsche Film AG
DFF - Deutscher Fernsehfunk
DSF - Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft
EOS - Erweiterte Oberschule
ESP - Einführung in die sozialistische Produktion (Unterrichtsfach)
EVP - Einzelhandelsverkaufspreis
FDJ - Freie Deutsche Jugend
FDGB - Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
FKK - Freikörperkultur
GST - Gesellschaft für Sport und Technik
HO - Handelsorganisation
KIM - Kombinat industrielle Mast (Tierproduktion)
KJS - Kinder- und Jugendsportschule (heute: Sportgymnasium)
LPG - Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
MHO - Militärische Handelsorganisation
MMM - Messe der Meister von Morgen, auch: Zentrale MMM (ZMMM)
ML (M/L, M-L) - Marxismus-Leninismus
ND - Neues Deutschland (überregionale Tageszeitung der SED)
NSW - nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet
OdF - Opfer des Faschismus
OGS - Obst Gemüse Speisekartoffeln (Großhandel)
POS - Polytechnische Oberschule
PKZ - Personenkennzahl
RFT - VEB Industrievertrieb Rundfunk und Fernsehen
SED - Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
SV - Sozialversicherung
TGL - Technische Güte- und Lieferbedingungen (Normensammlung)
VEG - Volkseigenes Gut (staatlicher Landwirtschaftsbetrieb)
VMI - Volkswirtschaftliche Masseninitiative (unbezahlte Arbeit)
VP - Deutsche Volkspolizei
WBS70 - Wohnungsbauserie 70 (Standardbauart des DDR-Wohnungbau)
ZGB - Zivilgesetzbuch
ZK - Zentralkomitee (der SED)


3.5. kuriose Amtssprache

Jahresendfigur (auch geflügelte Jahresendfigur) -
Nach einem Beitrag der Zeitschrift Eulenspiegel sollte das
die Handelbezeichnung für Weihnachtsmänner bzw. -engel sein.

rauhfutterverzehrende Großvieheinheit (RVG) - Rindvieh

Facharbeiter für Bedienprozesse an optisch-akustisch-
mechanischen Apparaturen - Filmvorführer


3.6. dafddr-spezifische Begriffe

Lagermechanik - von Gerald Endres eingeführter Begriff für
die Angewohnheit, bei Kritik an DDR-Gegebenheiten
auf äquivalente BRD-Mißstände hinzuweisen und
umgekehrt.

Zeitschiene beachten! - in der dafddr-Anfangszeit von Martin Ebert
oft benutzte Wendung, um auf den geschicht-
lichen Kontext hinzuweisen. dafddr-Jargon

4. Links

Allgemeines

http://www.ddr-im-www.de/index2.htm

Geschichte der DDR

http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/

DDR-Alltag

http://www.ddr-suche.de/

Rock- und Popmusik

http://www.mdr.de/damals-in-der-ddr/lexikon/1516583.html
http://www.amiga-musik.de/
http://www.ostmugge.de/ (aktuelle Termine und Forum)

Film und Fernsehen

http://www.defa-stiftung.de/
http://www.defa-fan.de/
http://www.dra.de/babelsberg.htm

Nationale Volksarmee

http://www.nva-portal.de/
http://www.ddr-luftwaffe.de/


Wikipedia

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl


Wortbedeutungen

http://www.ostworte.de/
http://netzwoerterbuch.de/

------------------------------------------------------------------

Ronald.
--
Den Ossis ist jetzt das Unmögliche gelungen:
Sie haben das Faß ohne Boden sogar zum Überlaufen gebracht!

Wolfgang Mocker im Eulenspiegel 10/04
Robert W. Kuhn
2004-09-25 18:18:32 UTC
Permalink
Ronald Konschak <***@darc.de> wrote:

[FAQ]

Erstmal vielen Dank für die Mühe. Ist sehr schön geworden. Das der
Abschnitt über die Besitzverhältnisse so nicht stimmt, diskutieren wir
ja schon.
Post by Ronald Konschak
2.2. Tags
Die hier aufgeführten Tags sind in ihrer Bedeutung und Verwendung
meist dafddr-spezifisch und sollten in anderen Gruppen nicht
in gleicher Weise angewendet werden.
[TV] Ankündigung von Fernsehsendungen
[Termine] Veranstaltungstermine und -orte
[OT] Offtopigges
[FAQ] Dieser Text hier
Alle Tags kannte ich schon vor dafddr. Vor allem Faq und OT.


Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus
Bernd Ullrich
2004-09-25 18:33:24 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Guten Abend.
Ich habe mal die Ergebnisse der Diskussion zusammengefaßt.
Weil der Änderungsumfang doch recht groß geworden ist kommt
das Werk hier nocheinmal in voller Länge.
Kleine FAQ für de.alt.folklore.ddr
==================================
[...]
Post by Ronald Konschak
A: Offiziell die Mark der DDR. Die DDR-Mark war nicht frei
konvertierbar, ihre Ausfuhr war strafbar.
Nö, erlaubt.
Loading Image...

BU
Rainer Borchmann
2004-09-25 21:16:22 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Ronald Konschak
A: Offiziell die Mark der DDR. Die DDR-Mark war nicht frei
konvertierbar, ihre Ausfuhr war strafbar.
Nö, erlaubt.
http://www.dailysoft.com/berlinwall/xgraphics/archive/zollerklaerung_ddr_nsw.jpg


hi Bernd,
Danke für Dein Bild. es verhält sich jedoch so, dass der in
der Devisenerklärung angegebene Betrag an Mark der DDR
bei der Rückreise in die DDR wieder eingeführt werden musste.
Die von dir gezeigte Darstellung stammt etwa aus den Jahre 1975-79
und galt für z.B. für Dienstreisen ins NSW und Westdeutschland
Ein und Ausreisegrenzübergänge wurden im Vorab festgelegt.
Die von Dir gezeigte Erklärung ist nur ein Teil der notwendigen
Papiere, sie zeigt lediglich den Abschnit der während der
Ausreise bei den Zollorganenen verblieb, den Durchschlag
(Kohlepapier) musste man beid er Wiedereinreise vorweisen
sowie dem nun hinzukommenden Formular für die Einreise


Die Markder DDR frei weder frei konvertierbar noch handelbar,
sonst würde ja auch dieses Formular keinen Sinn machen.
Insbesondere nach Auflösung der Goldbindung des Dollars 1973
wäre das erst recht ein sinnloses Unterfangen gewesen.
Knut Ochdorf
2004-09-26 06:12:28 UTC
Permalink
Post by Rainer Borchmann
Danke für Dein Bild. es verhält sich jedoch so, dass der in
der Devisenerklärung angegebene Betrag an Mark der DDR
bei der Rückreise in die DDR wieder eingeführt werden musste.
Stimmt auch nicht ganz, denn für die Ausreise in das SW galten diese
Erklärungen auch. Dort durfte man sogar offiziell bei längerem
Aufenthalt 100 Mark umtauschen.
Post by Rainer Borchmann
Die Markder DDR frei weder frei konvertierbar noch handelbar,
sonst würde ja auch dieses Formular keinen Sinn machen.
Ich würde eher sagen, sie war sehr begrenzt handelbar.

Knut
Bernd Ullrich
2004-09-26 07:15:32 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Post by Rainer Borchmann
Danke für Dein Bild. es verhält sich jedoch so, dass der in
der Devisenerklärung angegebene Betrag an Mark der DDR
bei der Rückreise in die DDR wieder eingeführt werden musste.
Stimmt auch nicht ganz, denn für die Ausreise in das SW galten diese
Erklärungen auch. Dort durfte man sogar offiziell bei längerem
Aufenthalt 100 Mark umtauschen.
Beim Transit nicht?

BU

BTW

Frage an den Menschen vom Zoll:

Habens se nicht noch ein paar Zollerklärungen, damit wir die nächtens
gleich zu Hause ausfüllen können?
:-)

BU
Boris Gerlach
2004-09-26 11:45:41 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
BTW
Habens se nicht noch ein paar Zollerklärungen, damit wir die nächtens
gleich zu Hause ausfüllen können?
:-)
Meine Schwester hatte damals bei unseren Ungarnurlaub gleich
ein paar von diesen Zollerklärungen dabei.
Man konnte tatsächlich in jeder x-beliebigen Ungarischen Bank
100 MDN in Forint umtauschen.
Damit finanzierte ich mit meine erste Rotschild Levis und
einen Satz Bluesharp dazu.
Leider mußten wir dann den Rest des Urlaubs in der CSSR verbringen.
Ungarn war zu teuer.


BGE
Bernd Ullrich
2004-09-26 12:34:26 UTC
Permalink
Post by Boris Gerlach
Post by Bernd Ullrich
BTW
Habens se nicht noch ein paar Zollerklärungen, damit wir die nächtens
gleich zu Hause ausfüllen können?
:-)
Meine Schwester hatte damals bei unseren Ungarnurlaub gleich
ein paar von diesen Zollerklärungen dabei.
Man konnte tatsächlich in jeder x-beliebigen Ungarischen Bank
100 MDN in Forint umtauschen.
Wer öfter dort war kannte dann bestimmt auch ein Reisebüro oder
sonstiges wo nochmal 100 MDN ohne Zollerklärung umgetauscht werden
konnten. Das war dann in der Regel aber abseits der Touristenpisten.
Post by Boris Gerlach
Damit finanzierte ich mit meine erste Rotschild Levis und
einen Satz Bluesharp dazu.
Jaja, Hose musste dabei herausspringen.
Post by Boris Gerlach
Leider mußten wir dann den Rest des Urlaubs in der CSSR verbringen.
Ungarn war zu teuer.
Stümmt.

BU
Siegfried Tränkner
2004-09-26 14:37:23 UTC
Permalink
Post by Boris Gerlach
Post by Bernd Ullrich
BTW
Habens se nicht noch ein paar Zollerklärungen, damit wir die nächtens
gleich zu Hause ausfüllen können?
:-)
Meine Schwester hatte damals bei unseren Ungarnurlaub gleich
ein paar von diesen Zollerklärungen dabei.
Man konnte tatsächlich in jeder x-beliebigen Ungarischen Bank
100 MDN in Forint umtauschen.
Damit finanzierte ich mit meine erste Rotschild Levis und
einen Satz Bluesharp dazu.
Leider mußten wir dann den Rest des Urlaubs in der CSSR verbringen.
Ungarn war zu teuer.
Wann war das? In den 70-er Jahren war Ungarn durchaus erschwinglich.

Sig
Boris Gerlach
2004-09-26 19:52:19 UTC
Permalink
Siegfried Tränkner wrote:

[...]
Post by Siegfried Tränkner
Post by Boris Gerlach
Leider mußten wir dann den Rest des Urlaubs in der CSSR verbringen.
Ungarn war zu teuer.
Wann war das? In den 70-er Jahren war Ungarn durchaus erschwinglich.
Aber nicht einer Levis und 4 Hohner Bluesharp Mundharmonikas im Gepäck.
Es war 1978.

Gruß
BGE
Kai Garlipp
2004-09-26 07:01:26 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Stimmt auch nicht ganz, denn für die Ausreise in das SW galten diese
Erklärungen auch. Dort durfte man sogar offiziell bei längerem
Aufenthalt 100 Mark umtauschen.
Post by Rainer Borchmann
Die Markder DDR frei weder frei konvertierbar noch handelbar,
sonst würde ja auch dieses Formular keinen Sinn machen.
Ich würde eher sagen, sie war sehr begrenzt handelbar.
Dieser erlaubte Privatumtausch, egal ob im Heimatland oder im Ausland,
hat aber wenig mit echtem Handel zu tun. Im RGW war die Handelwährung
irgendein Handelsrubel oder man hat sich gleich auf den Dollar oder die
DM berufen (was gerade unter Freunden sehr häufig vorkam, wenn es um
irgendetwas außerhalb der staatlich regulierten Abkommen dringend
gehandelt werden musste).

Bye Kai
Bernd Ullrich
2004-09-26 07:00:47 UTC
Permalink
"Bernd Ullrich"
Post by Bernd Ullrich
Post by Ronald Konschak
A: Offiziell die Mark der DDR. Die DDR-Mark war nicht frei
konvertierbar, ihre Ausfuhr war strafbar.
Nö, erlaubt.
http://www.dailysoft.com/berlinwall/xgraphics/archive/zollerklaerung_ddr_nsw.jpg
hi Bernd,
Danke für Dein Bild.
Es ist nicht mein Bild :-)
es verhält sich jedoch so, dass der in
der Devisenerklärung angegebene Betrag an Mark der DDR
bei der Rückreise in die DDR wieder eingeführt werden musste.
Die von dir gezeigte Darstellung stammt etwa aus den Jahre 1975-79
und galt für z.B. für Dienstreisen ins NSW und Westdeutschland
Ein und Ausreisegrenzübergänge wurden im Vorab festgelegt.
Die von Dir gezeigte Erklärung ist nur ein Teil der notwendigen
Papiere, sie zeigt lediglich den Abschnit der während der
Ausreise bei den Zollorganenen verblieb, den Durchschlag
(Kohlepapier)
musste man beid er Wiedereinreise vorweisen
sowie dem nun hinzukommenden Formular für die Einreise
Hast du das selber mitgemacht? Von einer Prozedur mit Kohlepapier haben
mir die Leute die in diese Richtung fuhren nichts erzählt.

Bei SW gabs nur einen Zettel (ähnlich) dem obigen.

BU
Bernd Ullrich
2004-09-26 08:44:07 UTC
Permalink
Rainer Borchmann wrote:
[...]
Post by Rainer Borchmann
Die Markder DDR frei weder frei konvertierbar noch handelbar,
sonst würde ja auch dieses Formular keinen Sinn machen.
Der Sinn des Formulares war (u.a. M\DDR seitig SW) einen Überblick über
die im Ausland getätigten Umtauschvorgänge aktruell zu erhalten.


BU
Gerald Endres
2004-09-26 10:59:54 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
[...]
Post by Rainer Borchmann
Die Markder DDR frei weder frei konvertierbar noch handelbar,
sonst würde ja auch dieses Formular keinen Sinn machen.
Der Sinn des Formulares war (u.a. M\DDR seitig SW) einen Überblick über
die im Ausland getätigten Umtauschvorgänge aktruell zu erhalten.
Ich weiß nicht worauf du hinauswillst. Die DDR-Währung war - und das
ist die offizielle Formulierung - "nicht konvertierbar". Natürlich gab
es genehmigte Umtauschvorgänge innerhalb des staatlichen Bankensystems
des SW, aber jedes Verbringen ins NSW und auch jeder (private)
Umtauschvorgang außerhalb des offiziellen Bankansystems im SW war
verboten, - und das ist der Sinn der Formulierung "weder _frei_
konvertierbar noch handelbar".

Genau zur Durchsetzung dieses Verbots dienten die
Währungsdeklarationen an der Grenze (Es gab sowas zum Beispiel auch
bei der Einreise nach Polen für den Westler und dessen Devisen).
Dadurch konnte man bei der Rückreise den Bestand wieder überprüfen,
und für alles, was fehlte, musste man eine offizielle Umtauschquittung
vorlegen.
So war zumindest war die Theorie.
Nach meiner Erfahrung als einreisender Westler und nach meiner
Erinnerung wurde immer nur kontrolliert, ob wir vielleicht Ostgeld
raus- oder reinnahmen. Das war streng verboten. Wieviel Devisen wir
ins Land brachten und was wir dafür bekamen, war herzlich egal -
Hauptsache wir brachten Devisen.
Wie's bei ins SW ausreisenden Ostlern war, müssen andere in der Gruppe
erzählen. Bernd Ullrich kann da mangels eigener Erfahrung wohl nicht
mitreden.

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seiner Signatur zitiert,
gibt dieses Zitat nicht meine Aussage und meine
Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser. http://www.boen-end.de
Peter Veith
2004-09-26 12:34:59 UTC
Permalink
"Gerald Endres" schrieb einen bemerkenswerten Satz, den ich hier noch
Bernd Ullrich kann da mangels eigener Erfahrung wohl nicht mitreden.
Ahja, gilt aber nicht nur für ihn und nicht nur im gerade besprochenem
Zusammenhang.

Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Bernd Ullrich
2004-09-26 13:17:32 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
"Gerald Endres" schrieb einen bemerkenswerten Satz, den ich hier noch
Bernd Ullrich kann da mangels eigener Erfahrung wohl nicht mitreden.
Ahja, gilt aber nicht nur für ihn und nicht nur im gerade besprochenem
Zusammenhang.
In die DDR-FAQ hineingeschrieben als Punkt 1?

:-)

BU
Bernd Ullrich
2004-09-26 12:33:11 UTC
Permalink
Gerald Endres wrote:
[...]
Post by Gerald Endres
Ich weiß nicht worauf du hinauswillst.
Auf das so pauschal falsche:

*
ihre Ausfuhr war strafbar.
*
Message-ID: <5a6922-***@dl1dww-u.ampr.org>


[...]
Post by Gerald Endres
Wie's bei ins SW ausreisenden Ostlern war, müssen andere in der Gruppe
erzählen. Bernd Ullrich kann da mangels eigener Erfahrung wohl nicht
mitreden.
Schreibe nur weiter Mist.

BU
Gerald Endres
2004-09-26 15:03:51 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Gerald Endres
Wie's bei ins SW ausreisenden Ostlern war, müssen andere in der Gruppe
erzählen. Bernd Ullrich kann da mangels eigener Erfahrung wohl nicht
mitreden.
Schreibe nur weiter Mist.
Belege doch erst mal, dass du schon *irgendeine* Erfahrung in deinem
Leben gemacht hast.

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seiner Signatur zitiert,
gibt dieses Zitat nicht meine Aussage und meine
Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser. http://www.boen-end.de
Dirk Bindmann
2004-09-25 20:52:26 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
3.5. kuriose Amtssprache
Ich würde den ganzen Abschnitt streichen.
Post by Ronald Konschak
Jahresendfigur (auch geflügelte Jahresendfigur) -
Nach einem Beitrag der Zeitschrift Eulenspiegel sollte das
die Handelbezeichnung für Weihnachtsmänner bzw. -engel sein.
Ob das tatsächlich mal auf irgendeinem Packzettel stand, weiß ich
nicht. Das ist aber unwichtig. In die FAQ gehört eigentlich nur: Kein
normaler Mensch hat in der DDR "geflügelte Jahresendfigur" gesagt.
Zumal das Christkind, im Gegensatz zum Weihnachtsmann, in der DDR kaum
auftrat.
Post by Ronald Konschak
rauhfutterverzehrende Großvieheinheit (RVG) - Rindvieh
1. ist das keine DDR-spezifische Bezeichnung.
2. ist die Erklärung falsch.
Post by Ronald Konschak
Facharbeiter für Bedienprozesse an optisch-akustisch-
mechanischen Apparaturen - Filmvorführer
Nie gehört, nie nachgefragt -- gehört nicht in eine FAQ.

Herzliche Grüße
Dirk
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-09-25 23:06:41 UTC
Permalink
Post by Dirk Bindmann
Post by Ronald Konschak
Jahresendfigur (auch geflügelte Jahresendfigur) -
Ob das tatsächlich mal auf irgendeinem Packzettel stand, weiß ich
nicht. Das ist aber unwichtig. In die FAQ gehört eigentlich nur: Kein
normaler Mensch hat in der DDR "geflügelte Jahresendfigur" gesagt.
ACK.
Post by Dirk Bindmann
Zumal das Christkind, im Gegensatz zum Weihnachtsmann, in der DDR kaum
auftrat.
Siehe "Freue Dich, 's Christkind kommt bald." vs. "Freue Dich, Weihnacht
kommt bald." (DDR) *(*)
Post by Dirk Bindmann
Post by Ronald Konschak
rauhfutterverzehrende Großvieheinheit (RVG) - Rindvieh
1. ist das keine DDR-spezifische Bezeichnung.
2. ist die Erklärung falsch.
Wie war das? Ein Schwein (was seinen Namen zu Recht trägt) waren und
sind 0,8 RVG?

Der Unterschied zwischen DDR und BRD lag m.E. darin, daß solche Termini
mangels Marketingabteilungen in der DDR etwas weiter in die
Öffentlichkeit vordrangen.

-kut


(*) Leise rieselt der Schnee.
Dirk Bindmann
2004-09-26 06:45:13 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Dirk Bindmann
Post by Ronald Konschak
rauhfutterverzehrende Großvieheinheit (RVG) - Rindvieh
1. ist das keine DDR-spezifische Bezeichnung.
2. ist die Erklärung falsch.
Wie war das? Ein Schwein (was seinen Namen zu Recht trägt) waren und
sind 0,8 RVG?
0,1 RVG oder 0,2 RVG.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Der Unterschied zwischen DDR und BRD lag m.E. darin, daß solche Termini
mangels Marketingabteilungen in der DDR etwas weiter in die
Öffentlichkeit vordrangen.
Ich kann keinen Unterschied zur BRD erkennen. Wer war die
Öffentlichkeit? Johannes Röhl vom Eulenspiegel?

An sich ist der Bedarf an Verrechnungseinheiten zur
Futtermengenplanung in der nichtbäurischen Bevölkerung arg begrenzt.
Zudem gibt es auch für Bauern keinen Grund, ein Schwein nicht Schwein,
eine Kuh nicht Kuh, ein Schaf nicht Schaf usw. zu nennen.

Ein Unterschied zwischen DDR und BRD könnte allerdings sein, dass der
Eulenspiegel aufmerksamer gelesen wurde als die Titanic.

Herzliche Grüße
Dirk
Kai Garlipp
2004-09-26 07:56:13 UTC
Permalink
Post by Dirk Bindmann
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Der Unterschied zwischen DDR und BRD lag m.E. darin, daß solche Termini
mangels Marketingabteilungen in der DDR etwas weiter in die
Öffentlichkeit vordrangen.
Ich kann keinen Unterschied zur BRD erkennen. Wer war die
Öffentlichkeit? Johannes Röhl vom Eulenspiegel?
Das hat nichts mit dem Eulenspiegel zu tun.

Ein Großteil der Berichterstattung in den DDR-Medien waren Berichte aus
der Produktion - egal ob Industrie oder Landwirtschaft.
Post by Dirk Bindmann
An sich ist der Bedarf an Verrechnungseinheiten zur
Futtermengenplanung in der nichtbäurischen Bevölkerung arg begrenzt.
Zudem gibt es auch für Bauern keinen Grund, ein Schwein nicht Schwein,
eine Kuh nicht Kuh, ein Schaf nicht Schaf usw. zu nennen.
Wenn die Erfolgsberichte aus der Produktion nicht durch die Marketing-
und die Presseabteilung gehen, kommen kommen Fachtermini automatisch in
die Berichterstattung. Schließlich will man als befragter
Genossenschaftsbauer/-vorsitzender usw. auch zeigen, daß man diese
Begriffe drauf hat und richtig anwenden kann.

Dazu kommt dann noch die Propagandaabteilung vom ZK, die auch mit den
Fachbegriffen nur so umsich warf.

Bye Kai
Dirk Bindmann
2004-09-26 11:11:06 UTC
Permalink
Post by Kai Garlipp
Post by Dirk Bindmann
An sich ist der Bedarf an Verrechnungseinheiten zur
Futtermengenplanung in der nichtbäurischen Bevölkerung arg begrenzt.
Zudem gibt es auch für Bauern keinen Grund, ein Schwein nicht Schwein,
eine Kuh nicht Kuh, ein Schaf nicht Schaf usw. zu nennen.
Wenn die Erfolgsberichte aus der Produktion nicht durch die Marketing-
und die Presseabteilung gehen, kommen kommen Fachtermini automatisch in
die Berichterstattung. Schließlich will man als befragter
Genossenschaftsbauer/-vorsitzender usw. auch zeigen, daß man diese
Begriffe drauf hat und richtig anwenden kann.
Dazu kommt dann noch die Propagandaabteilung vom ZK, die auch mit den
Fachbegriffen nur so umsich warf.
Na dann sollte es doch nicht schwierig sein, ein Beispiel in der
Tagespresse oder der Aktuellen Kamera zu finden!

Gegen die korrekte Verwendung des Begriffs in einem Hintergrundbericht
wäre übrigens nichts einzuwenden, sofern der Begriff erklärt wird.
Falsch ist lediglich die Gleichsetzung von RVG und Kuh.

Herzliche Grüße
Dirk
Kai Garlipp
2004-09-26 12:25:09 UTC
Permalink
Post by Dirk Bindmann
Post by Kai Garlipp
Dazu kommt dann noch die Propagandaabteilung vom ZK, die auch mit den
Fachbegriffen nur so umsich warf.
Na dann sollte es doch nicht schwierig sein, ein Beispiel in der
Tagespresse oder der Aktuellen Kamera zu finden!
Dann schlage einmal eine alte Tageszeitung am besten aus der 2. Hälfte
der 80er Jahre auf und die Technokratensprache wird dir förmlich nur so
entgegengeworfen.
Post by Dirk Bindmann
Gegen die korrekte Verwendung des Begriffs in einem Hintergrundbericht
wäre übrigens nichts einzuwenden, sofern der Begriff erklärt wird.
Falsch ist lediglich die Gleichsetzung von RVG und Kuh.
Diese Gleichsetzung wird, außerhalb von Glossen im Eulenspiegel, auch
niemand ernsthaft gemacht haben. In den Fachabteilungen wusste man sehr
wohl diese Begriffe richtig zu verwenden.

Bye Kai
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-09-26 11:07:20 UTC
Permalink
Post by Dirk Bindmann
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Ronald Konschak
rauhfutterverzehrende Großvieheinheit (RVG) - Rindvieh
Der Unterschied zwischen DDR und BRD lag m.E. darin, daß solche Termini
mangels Marketingabteilungen in der DDR etwas weiter in die
Öffentlichkeit vordrangen.
Ich kann keinen Unterschied zur BRD erkennen. Wer war die
Öffentlichkeit? Johannes Röhl vom Eulenspiegel?
Wie Kai schon schrieb: ein Unterschied war die deutlich stärkerer
Präsenz derartiger Begriffe in den Medien. Der andere Unterschied war
die stärkere Präsenz von so etwas als Handelsbezeichnung. (Frei ist der
Westen aber auch nicht von so etwas : Weithalssauger gibt es auch heute.)

Wobei m.E. diese Begriffe eben nicht die Umgangssprache ersetzten,
sondern nur Journalisten- und Marketingsprache.
Post by Dirk Bindmann
Ein Unterschied zwischen DDR und BRD könnte allerdings sein, dass der
Eulenspiegel aufmerksamer gelesen wurde als die Titanic.
Das sicherlich auch. Und relativ zur Bevölkerung *deutlich* häufiger.

-kut
Volker Eichmann
2004-09-27 14:20:25 UTC
Permalink
Hallihallo!
Post by Ronald Konschak
Guten Abend.
Ich habe mal die Ergebnisse der Diskussion zusammengefaßt.
Weil der Änderungsumfang doch recht groß geworden ist kommt
das Werk hier nocheinmal in voller Länge.
Herzlichen Dank zunächst!
Post by Ronald Konschak
Kleine FAQ für de.alt.folklore.ddr
==================================
[...Texte gesnipt...]
Post by Ronald Konschak
3.4. Abkürzungen
Die Abkürzungen aus den obigen Texten sollten auch in die Liste
aufgenommen werden. Sonst gibt das eine umständliche Sucherei.
Post by Ronald Konschak
ABV - Abschnittsbevollmächtigter (Wohngebiets- oder Dorfpolizist)
ACZ - Agro-chemisches Zentrum (heute meist BayWa o.ä.)

[...]
Post by Ronald Konschak
FKK - Freikörperkultur
Keine typische DDR-Abkürzung, gabs im Westen auch.
Post by Ronald Konschak
GST - Gesellschaft für Sport und Technik
Kurze Erläuterung wäre nett (vormilitärische Organisation)

[...]
Post by Ronald Konschak
RFT - VEB Industrievertrieb Rundfunk und Fernsehen
(Staßfurt)

SDAG - Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (besondere Eigentumsform
für Industriezweige, zuletzt nur noch die SDAG Wismut)
Post by Ronald Konschak
SED - Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Wie gesagt - die anderen Parteien bitte auch... SED dürfte ja auch
halbwegs jedem Wessi geläufig sein.

Was mir auch noch fehlt, sind Begriffe wie Soljanka, Subbotnik, Datsche
... alles dem gemeinen Wessi nicht so recht verständlich.

Gruß, Volker
Frank Spreer
2004-09-27 18:01:06 UTC
Permalink
Post by Volker Eichmann
ACZ - Agro-chemisches Zentrum (heute meist BayWa o.ä.)
Sicher, das aus den ACZ BayWa wurde?
Hier (Oberlausitz) gingen die aus der BHG hervor.
Post by Volker Eichmann
Post by Ronald Konschak
GST - Gesellschaft für Sport und Technik
Kurze Erläuterung wäre nett (vormilitärische Organisation)
Nicht nur, sondern auch auch Stätte für technische Sportarten.

Frank
Kai Garlipp
2004-09-27 21:02:28 UTC
Permalink
Post by Frank Spreer
Post by Volker Eichmann
ACZ - Agro-chemisches Zentrum (heute meist BayWa o.ä.)
Sicher, das aus den ACZ BayWa wurde?
Hier (Oberlausitz) gingen die aus der BHG hervor.
Wer was übernommen nach 1990 hat ist grundsätzlich nicht einheitlich und
hat viele lokale Varianten, da zuviele etwas von dem Kuchen abbekommen
wollten.

Wo eine BHG war ist heute auch oftmals Raifeisen (sp?) zu finden. Die
BHG war schließlich auch eine Genossenschaft, ebenso wie Raifeisen.

Bye Kai
Joerg Becker
2004-09-27 14:54:30 UTC
Permalink
Hallo Ronald,


alle reden davon, aber einer macht's mal ... danke!
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...


Viele Grüße
Jörg
Peter Veith
2004-09-27 17:59:18 UTC
Permalink
Post by Joerg Becker
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Vor allem, wenn das MfS _nicht_ für den (zugehörigen) Strafvollzug
zuständig war (das war das MdI). Auch wenn es "alle" sagen, das MfS
hatte "nur" Untersuchungshaftanstalten.

Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Gunter Kühne
2004-09-27 20:36:18 UTC
Permalink
Post by Joerg Becker
Hallo Ronald,
alle reden davon, aber einer macht's mal ... danke!
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Quatsch mit sose.
Das MDI war für die innere Sicherheit und für den Stafvollzug
verantwortlich.
Und es gab in gewissen Fällen schon manchmal eine Rangellei . mit der
anderen Og. die "Nicht Immmer" zugunsten des MFS ausging.
Post by Joerg Becker
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Ja und die Unterstand dem MDI
Und glaube mir , es war manchen MDIler (oder Bullen wie du bestimmt sagst)
ein innerer Vorbeimarsch die Herren mit den roten Ausweisen und der
Stemplsammlung wegtreten zu lassen.
Post by Joerg Becker
Viele Grüße
Jörg
Danke Gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Frank Bormann
2004-09-27 21:22:58 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Post by Joerg Becker
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Ja und die Unterstand dem MDI
Und glaube mir , es war manchen MDIler (oder Bullen wie du bestimmt sagst)
ein innerer Vorbeimarsch die Herren mit den roten Ausweisen und der
Stemplsammlung wegtreten zu lassen.
Das waren aber in aller Regel nur kurzfristige Phyrussiege - das endete
fast immer irgendwie als Bummerang.

FB
Gunter Kühne
2004-09-29 08:47:04 UTC
Permalink
Post by Frank Bormann
Das waren aber in aller Regel nur kurzfristige Phyrussiege - das endete
fast immer irgendwie als Bummerang.
FB
Nicht immer und man musste wissen wie man es macht.
.
Meist wurde dann auf einer "höheren Ebene" Waffenstillstand hergestellt.
Oder beide Parteien mussten zu einem Klärenden Gespräch zu Herrn Modrow.
(zumindesten in den Beiden Fällen wo ich mit verwickelt war)
gunter
P.S.
Zu dem Zoten.
Es war eher die Ausnahme als die Regel wen das MFS Ermittlungsv... ,u.s.w.
durchführte.(und intern war geregelt das Die das sowieso nur dürften wen
gewisse §§ verletzt wurden.staatsschutzdinge und Illegale rep flucht
219,obwohl da auch viel zurückkam weil die herren ünerlastet waren.)
und nochwas zur Zeitschiene.1978 bis 1984 und Kreis DD -Stadt,später wurde
ich auf grund meineer Verwandschaft zu einer anderen Tätigkeit
gebracht,oder so.)
gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Frank Bormann
2004-09-29 17:41:57 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Post by Frank Bormann
Das waren aber in aller Regel nur kurzfristige Phyrussiege - das endete
fast immer irgendwie als Bummerang.
FB
Nicht immer und man musste wissen wie man es macht.
Dir ist die Bedeutung des Wörtchens "fast" geläufig?

FB
Gunter Kühne
2004-09-29 21:29:13 UTC
Permalink
Post by Frank Bormann
Post by Gunter Kühne
Post by Frank Bormann
Das waren aber in aller Regel nur kurzfristige Phyrussiege - das endete
fast immer irgendwie als Bummerang.
FB
Nicht immer und man musste wissen wie man es macht.
Dir ist die Bedeutung des Wörtchens "fast" geläufig?
FB
Naja sagen wir 40 zu 60 weils zur Zeit passt.:)
gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Ronald Konschak
2004-09-28 06:44:09 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Quatsch mit sose.
Das MDI war für die innere Sicherheit und für den Stafvollzug
verantwortlich.
Und es gab in gewissen Fällen schon manchmal eine Rangellei . mit der
anderen Og. die "Nicht Immmer" zugunsten des MFS ausging.
Ich habe nicht geschrieben, daß das MfS alleinzuständig war.
Daß es in eigener Verantwortung Ermittlungsverfahren durchführte
wirst du hoffentlich nicht bestreiten.

Ronald.
--
Den Ossis ist jetzt das Unmögliche gelungen:
Sie haben das Faß ohne Boden sogar zum Überlaufen gebracht!

Wolfgang Mocker im Eulenspiegel 10/04
Joerg Becker
2004-09-28 14:39:48 UTC
Permalink
[Kompetenzen MdI / MfS]

Warum so aufgeregt? Mir ist eine mißverständliche Formulierung
aufgefallen, wobei mir die Kompetenz für eine bessere Variante
fehlt. Wäre, statt zu "mosern", nicht ein Gegenvorschlag besser?
Z.B.:

Obwohl das MdI (siehe dort) für innere Sicherheit und Strafvollzug
zuständig war, hat das MfS ständig (?) versucht, auch derartige
Aufgaben zu übernehmen. Der BbKf[tm] lauerte schließlich überall ...


Viele Grüße
Jörg
Florian Ritter
2004-09-29 15:43:59 UTC
Permalink
Post by Joerg Becker
alle reden davon, aber einer macht's mal ... danke!
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Bei bestimmten Verdächten mußte die Stasi informiert werden, zB bei
Mord, Sabotage, Spionage &cet. In den Mordkommisionen war, ich weiß es
von einem Kommilitonen, immer ein Stasi-Mann dabei - FR
Frank Bormann
2004-09-29 17:50:24 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Joerg Becker
alle reden davon, aber einer macht's mal ... danke!
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Bei bestimmten Verdächten mußte die Stasi informiert werden, zB bei
Mord, Sabotage, Spionage &cet. In den Mordkommisionen war, ich weiß es
von einem Kommilitonen, immer ein Stasi-Mann dabei - FR
Mhm, ein mir bekannter Trapo-Mann berichtete, dass die sich bei
gravierenden Vorkommnissen im Bahnbereich routinemässig mit
reinhingen, um schnellstmöglich die eventuell sabotierende Hand des
Klassenfeindes zu greifen.
Erst wenn sich *natürliche* Ursachen abzeichneten, gaben sie Ruhe und
zogen Leine.

FB
Gunter Kühne
2004-09-29 21:36:11 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Joerg Becker
alle reden davon, aber einer macht's mal ... danke!
Post by Ronald Konschak
Das MfS war für die innere Sicherheit der
DDR, die Auslandsaufklärung, sowie für Ermittlungen in Straftaten
und den zugehörigen Strafvollzug zuständig. ...
Es ist vielleicht sinnvoll, aufzunehmen, mit wem sich die Stasi
ggf. die Aufgaben geteilt hat. Bei mir kam an: "Oh, hatten wir
denn keine Kripo?!" ...
Bei bestimmten Verdächten mußte die Stasi informiert werden, zB bei
Mord, Sabotage, Spionage &cet. In den Mordkommisionen war, ich weiß es
von einem Kommilitonen, immer ein Stasi-Mann dabei - FR
Ja und ich will heute noch wissen wer es bei der Schicht 4 der DHK in dd
war .
(zeitschiene wie in den vorgegangenen Postings.
Speziell interrresiert mich mal wer die Aufklärung vom Schraubenziehermord
in Bischofsplatz DD-Neustadt, Jg.82 odr 83 so versaut hat.)
Gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Peter Veith
2004-09-29 06:14:15 UTC
Permalink
Sorry, war das schon im neuen FAQ-Anlauf?

Frage:
Wurde die Melodie der DDR Nationalhymne von "Goodbye Jonny"
abgekupfert?

Antwort:
Nein, der Komponist Hans Eisler übernahm für die Nationalhymne aus einem
Beethoven-Klavierstück (Bagatelle op. 119, Nr. 11) das - inzwischen
urheberrechtsfreie - Anfangsthema und ergänzte es durch einen
kontrastierenden Mittelteil. Allerdings hatte sich bereits der im
Abkupfern musikalischer Klassik erfahrene Schlagerkomponist Kreuder beim
gleichen Klavierstück für seinen Schlager "Goodbye Johnny" bedient. Hans
Eisler, der bis 1947 als Emigrant in den USA lebte, kannte diesen
Schlager zudem nicht.

Den Plagiatsvorwurf hat sogar der Bundesgerichtshof der BRD vor Jahren
ausgeräumt.

Veith
--
Ist die Olle wieder keusch, guck Ossikram und Fliegerzeuch!
Guckste dann nach "NVA", ist das "Trauma" wieder da!
Laß' Dir Zeit und nimm'nen Bier, denn BEIDES brauchst Du hier:
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Patrick Bonacker
2004-09-29 08:28:51 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Peter Veith
Wurde die Melodie der DDR Nationalhymne von "Goodbye Jonny"
abgekupfert?
Nein, der Komponist Hans Eisler übernahm für die Nationalhymne aus einem
^^^^
Hanns
Post by Peter Veith
Beethoven-Klavierstück (Bagatelle op. 119, Nr. 11) das - inzwischen
urheberrechtsfreie - Anfangsthema und ergänzte es durch einen
kontrastierenden Mittelteil. Allerdings hatte sich bereits der im
Abkupfern musikalischer Klassik erfahrene Schlagerkomponist Kreuder beim
gleichen Klavierstück für seinen Schlager "Goodbye Johnny" bedient.
...gesungen u. a. von Hans Albers im Film "Wasser für Canitoga" von
1939 (der definitiv auch im DDR-Fernsehen lief!)

Gruß,
Patrick
Peter Veith
2004-09-29 16:43:13 UTC
Permalink
"Patrick Bonacker" schrieb:

[DDR-Nationalhymne]
Post by Patrick Bonacker
Post by Peter Veith
Abkupfern musikalischer Klassik erfahrene Schlagerkomponist Kreuder
beim gleichen Klavierstück für seinen Schlager "Goodbye Johnny"
bedient.
...gesungen u. a. von Hans Albers im Film "Wasser für Canitoga" von
1939 (der definitiv auch im DDR-Fernsehen lief!)
Ja,
WIMRE auch auf "der" Hans Albers LP ....,

Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Holger Kunadt
2004-09-29 18:54:46 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Wurde die Melodie der DDR Nationalhymne von "Goodbye Jonny"
abgekupfert?
Nein, der Komponist Hans Eisler übernahm für die Nationalhymne aus einem
Beethoven-Klavierstück (Bagatelle op. 119, Nr. 11) das - inzwischen
urheberrechtsfreie - Anfangsthema und ergänzte es durch einen
kontrastierenden Mittelteil. Allerdings hatte sich bereits der im
Abkupfern musikalischer Klassik erfahrene Schlagerkomponist Kreuder beim
gleichen Klavierstück für seinen Schlager "Goodbye Johnny" bedient. Hans
Eisler, der bis 1947 als Emigrant in den USA lebte, kannte diesen
Schlager zudem nicht.
Den Plagiatsvorwurf hat sogar der Bundesgerichtshof der BRD vor Jahren
ausgeräumt.
Alternativgeschichte: Ob Eisler sich nun bewußt oder unbewußt bei
"Goodbye Johnny" bedient hat, sei dahingestellt - als der
Plagiatsvorwurf kam, wurde vom Ministerium für Kultur die geballte Kraft
der DDR-Musikwissenschaft darauf angesetzt, ihn zu entkräften. Und bei
Beethoven wurde man schließlich fündig.

Qno
--
»Kisuaheli wird sich bereits kurze Zeit nach Einführung der
Rechtschreibreform als deutsche Amtssprache durchsetzen.«
TERRAsse, das Alternativwelt-Magazin
http://www.urania-dresden.de/terrasse/orthogra.htm
Boris Gerlach
2004-09-30 05:25:37 UTC
Permalink
Post by Holger Kunadt
Alternativgeschichte: Ob Eisler sich nun bewußt oder unbewußt bei
"Goodbye Johnny" bedient hat, sei dahingestellt - als der
Plagiatsvorwurf kam, wurde vom Ministerium für Kultur die geballte Kraft
der DDR-Musikwissenschaft darauf angesetzt, ihn zu entkräften. Und bei
Beethoven wurde man schließlich fündig.
Und nicht zu vergessen:
Geklaut ist geklaut, ob bei Beethoven oder "Jonny"

Fazit:
Die Melodie der DDR Hymne ist ein Plagiat.

BGE
Peter Veith
2004-09-30 05:27:32 UTC
Permalink
Post by Boris Gerlach
Geklaut ist geklaut, ob bei Beethoven oder "Jonny"
Die Melodie der DDR Hymne ist ein Plagiat.
Hä?

1. "Klauen" kann man nur, wenn jemanden etwas gehört. "Beethoven" ist
urheberrechtsfrei - gehört "allen".
2. Sind anleihen in einzelnen Punkten, nicht nur üblich sondern ein
"klassischer Bezug" oft künstlerisches Stilmittel.

Weshalb hat "der Westen" den Plagiatsvorwurfe der "Spalterhymne" wohl
gegenüber einem Schlager und nicht einem klassischen Stück erhoben? <s>

Mann'o'Mann - um es mit den Worten der unsterblichen Regine Hildebrand
zu sagen: Boris, "haben sie die nur in den Kopf geschi**en?!!"

Veith
--
"Das Einsatzgebiet der Bundeswehr ist grundsätzlich die gesamte Welt"
Weltverteidigungsminister jr. Peter Struck am 29.02.2004
http://TV.ddr-luftwaffe.de
Ronald Konschak
2004-09-30 09:56:36 UTC
Permalink
Post by Boris Gerlach
Geklaut ist geklaut, ob bei Beethoven oder "Jonny"
Die Melodie der DDR Hymne ist ein Plagiat.
Lagermechanik ein:

Weißte wie viele Nationalhymnen dieser Welt die Motive von
klassischer Musik oder uralten Volkliedern wiedergeben?

Ronald.
--
Den Ossis ist jetzt das Unmögliche gelungen:
Sie haben das Faß ohne Boden sogar zum Überlaufen gebracht!

Wolfgang Mocker im Eulenspiegel 10/04
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