Discussion:
DDR-Assoziationen durch Lieder und Buchtitel
(zu alt für eine Antwort)
Heidi Rustemeyer
2006-04-01 09:33:06 UTC
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Hallo an alle Ehemaligen,

mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Aus den Anfangsjahren sind es für mich z. B. das militante:

Heimat, im sonnigen Kleide,
droht dir verrufene Hand,
hüll dich in stählerne Seide,
webe aus Erz dein Gewand...

Und das Buch "Schlacht unterwegs" von Galina Nikolajewa, in dem es um der
Kampf eines Ingenieurs um Arbeitsproduktivität und Arbeitsmoral und Verzicht
auf eine Geliebte ging. Inwiefern das mit der "Entstalinisierung" zu tun
hatte, ist mir entfallen. Aber irgendeine Rolle muss Chruschtschows Rede von
1956 in dem Buch oder für das Buch gespielt haben.

Fällt euch mehr dazu ein?
Und bitte seid nett, ihr vergrault euch ja sonst die letzten Frauen in der
NG...

Heidi
Siegfried Tränkner
2006-04-01 10:21:42 UTC
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Post by Heidi Rustemeyer
Hallo an alle Ehemaligen,
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Heimat, im sonnigen Kleide,
droht dir verrufene Hand,
hüll dich in stählerne Seide,
webe aus Erz dein Gewand...
Und das Buch "Schlacht unterwegs" von Galina Nikolajewa, in dem es um der
Kampf eines Ingenieurs um Arbeitsproduktivität und Arbeitsmoral und Verzicht
auf eine Geliebte ging. Inwiefern das mit der "Entstalinisierung" zu tun
hatte, ist mir entfallen. Aber irgendeine Rolle muss Chruschtschows Rede von
1956 in dem Buch oder für das Buch gespielt haben.
Fällt euch mehr dazu ein?
Und bitte seid nett, ihr vergrault euch ja sonst die letzten Frauen in der
NG...
Wurden hier schon einmal weibliche Wesen vergrault? Nie...

Bleiben wir bei der Heimat:

Die Heimat hat sich schön gemacht und Tau blitzt ihr im Haar,

Bücher:

Bei mir war es die Reihe "Spannend erzählt", vom Verlag Neues Leben und
die Lederstrumpf-Bände.

Filme:

Der wahre Mensch

Jeder hatte andere Anfangsjahre...
Zeitschiene, Jahrgang 1944.

Gruß

Sig
Heidi Rustemeyer
2006-04-01 11:15:58 UTC
Permalink
Siegfried Tränkner schrieb
Post by Siegfried Tränkner
Wurden hier schon einmal weibliche Wesen vergrault? Nie...
Männer wissen vermutlich gar nicht, wodurch sie Frauen "vergraulen"! Mich
jedenfalls schreckt der Ton, in dem manchmal auf Beiträge reagiert wird, von
einer regelmäßigen Mitarbeit ab. Da kann ich mir zehnmal sagen, die benehmen
sich bloß in der Anonymität des Internets so. In Realität sind sie
vermutlich ziemlich normal... Ich leide mit den Angegriffenen,
Niedergemachten, Lächerlichgemachten... DDR-Mentalität? Weibliche Eigenart?
Es ist doch immerhin auffallend, dass hier fast ausschließlich Männer
mitmachen. Frauen meldet euch zu Wort!
Post by Siegfried Tränkner
Jeder hatte andere Anfangsjahre...
Aber die DDR doch nicht!
Ronald Konschak
2006-04-01 15:47:30 UTC
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Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
An Buchtiteln alles was in der Schule dran war: Ede und Unku, Mohr
und die Raben von London, Die Abenteuer des Werner Holt.

Mit der Musik wird die Sache schon schwieriger, weil das mehr
zeitschienenabhängig ist. Wenn ich z.B. mal über die letzten fünf
Jahre DDR nachdenke: Bataillon d' amour, Spieler, Ich beobachte
dich, Wie im Regen, Coming Home, u.v.a.m.

Siegfried Tränkner schrieb
Post by Heidi Rustemeyer
Post by Siegfried Tränkner
Wurden hier schon einmal weibliche Wesen vergrault? Nie...
Männer wissen vermutlich gar nicht, wodurch sie Frauen "vergraulen"! Mich
jedenfalls schreckt der Ton, in dem manchmal auf Beiträge reagiert wird, von
einer regelmäßigen Mitarbeit ab. Da kann ich mir zehnmal sagen, die benehmen
sich bloß in der Anonymität des Internets so. In Realität sind sie
vermutlich ziemlich normal... Ich leide mit den Angegriffenen,
Niedergemachten, Lächerlichgemachten... DDR-Mentalität? Weibliche Eigenart?
Es ist doch immerhin auffallend, dass hier fast ausschließlich Männer
mitmachen. Frauen meldet euch zu Wort!
Das ist im Usenet wie in Webforen allgemein so. Selbst in
de.etc.haushalt sind die Männer in der Übermacht, und da gehts m.W.
recht friedlich zu.

Ronald.
--
Armut ist die schlimmste Form der Gewalt
Mahatma Gandhi
Gilbert Bischoff
2006-04-02 21:00:30 UTC
Permalink
Post by Heidi Rustemeyer
Hallo an alle Ehemaligen,
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Ham'se nich noch Alpapier
Gläser Flaschen oder Schrott...
(Pinonieralltag)

Eigentlich war mein Lieblingshit der Titel 'Unsterbliche Opfer' und
wurde fast nur zu Staatsbegräbnissen gespielt. Als die DDR-(Regierung)
endlich soweit war und ich schon hoffte dieses Liedchen in mehr oder
weniger kurzen Abständen eigentlich fast regelmässig zu hören... da
haben mir die Montagsdemos doch glatt die ganze Vorfreude verdorben ;-)

Buchmässig fällt mir bis auf wenige Ausnahmen nur die importierte
Sowjetische Literatur ein das war die wo man denkt der Krieg begann erst
1942/43 wes nur noch Helden und Sieger gab

Deutsche Bücher zBsp: Nackt unter Wölfen, Das siebte Kreuz etc.
Was mich damals als jugendlicher besonders fasziniert hat war das Buch
von Harry Türk(??) 'Die Stunde der Toten Augen' Das war mein erstes Buch
in dem die Wehrmachtssoldaten mal nicht als böse Kriegsverbrecher
dargestellt wurden. So weit ich mich erinnern kann ging es in dem Buch
um eine Falschirjägereinheit die im russischen Hinterland abgesetzt
wurde und sich zu Frontlinie zurückkämpfte.
Post by Heidi Rustemeyer
Und bitte seid nett, ihr vergrault euch ja sonst die letzten Frauen in der
NG...
Nett sind wir doch alle irgendwo, jedenfalls ab und zu :-))

GB
Andreas Zerbst
2006-04-03 12:55:24 UTC
Permalink
[...]
Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Es gibt nichts schlimmeres als das Buch:

"Wie der Stahl gehärtet wurde"

Von einem Kranken über einen Kranken ...

Az.
Gilbert Bischoff
2006-04-03 15:14:09 UTC
Permalink
Post by Andreas Zerbst
[...]
Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
"Wie der Stahl gehärtet wurde"
Von einem Kranken über einen Kranken ...
"Die junge Garde" oder "Timur und sein Trupp" hier erzählte man von
fleißigen und hilfsbereiten Pionieren wie man sie sich immer gewünscht
hat :-)

GB
Torsten Mueller
2006-04-04 05:02:36 UTC
Permalink
Post by Gilbert Bischoff
Post by Andreas Zerbst
Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
"Wie der Stahl gehärtet wurde"
"Die junge Garde" oder "Timur und sein Trupp"
Alles sehr DDR-typisch. Dieser Ostrowski war ja eigentlich aus
Magdeburg und der Gaidar aus Halle.

T.M.
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-04 22:38:48 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Gilbert Bischoff
"Die junge Garde" oder "Timur und sein Trupp"
Alles sehr DDR-typisch. Dieser Ostrowski war ja eigentlich aus
Magdeburg und der Gaidar aus Halle.
Der Westen hat dafür nur Charles Bukowski (aus Andernach)
zu bieten.

Ernsthaft: Folklore ist das, womit man aufwuchs. Und dazu
zählen eben auch o.g. Herren, auch die Herren Frandsen
und Jensen aus dem um seine Freiheit kämpfenden Nachbarstaat
mit der roten Fahne und auch das Musterbeispiel für die
friedliche Nutzung der Kernenergie aus Berlusconiland.

-kut
Torsten Mueller
2006-04-05 05:32:07 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Gilbert Bischoff
"Die junge Garde" oder "Timur und sein Trupp"
Alles sehr DDR-typisch. Dieser Ostrowski war ja eigentlich aus
Magdeburg und der Gaidar aus Halle.
Der Westen hat dafür nur Charles Bukowski (aus Andernach) zu bieten.
Ernsthaft: Folklore ist das, womit man aufwuchs. Und dazu zählen
eben auch o.g. Herren, auch die Herren Frandsen und Jensen aus dem
um seine Freiheit kämpfenden Nachbarstaat mit der roten Fahne und
auch das Musterbeispiel für die friedliche Nutzung der Kernenergie
aus Berlusconiland.
Es ist ja nun nicht so, daß es nicht tonnenweise DDR-Literatur gegeben
hätte, solche und solche. Und daß man daraus nicht auch in beiden
Hinsichten typische Vertreter extrahieren könnte. "Die Aula" ist
bereits genannt worden.

Warum man gerade - sein wir mal ehrlich: selbst damals schon von
Lehrern belächelte und kritisch beäugte - Exemplare frühsowjetischer
Sozialismus- und Klassenkampf-Verklärung hernimmt [1], ist mir damals
schon und heute wieder ein Rätsel gewesen.

T.M.

[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow "Neuland
unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-05 16:38:54 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Warum man gerade - sein wir mal ehrlich: selbst damals schon von
Lehrern belächelte und kritisch beäugte - Exemplare frühsowjetischer
Sozialismus- und Klassenkampf-Verklärung hernimmt [1], ist mir damals
schon und heute wieder ein Rätsel gewesen.
Menschliches Gedächtnis. Isso.
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow "Neuland
unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar)
auch heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten,
Scholochow bekam sogar den Nobelpreis.

-kut
Boris Gerlach
2006-04-05 17:35:30 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Torsten Mueller
Warum man gerade - sein wir mal ehrlich: selbst damals schon von
Lehrern belächelte und kritisch beäugte - Exemplare frühsowjetischer
Sozialismus- und Klassenkampf-Verklärung hernimmt [1], ist mir damals
schon und heute wieder ein Rätsel gewesen.
Menschliches Gedächtnis. Isso.
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow "Neuland
unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar)
auch heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten,
Scholochow bekam sogar den Nobelpreis.
Es war grad kein andere da, zum Würdigen?

BGE
Patrick Bonacker
2006-04-05 21:59:20 UTC
Permalink
Hallo,

on Wed, 05 Apr 2006 19:35:30 +0200, Boris Gerlach
<***@doctor-strange.de> wrote:

[...]
Post by Boris Gerlach
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow "Neuland
unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar)
auch heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten,
Scholochow bekam sogar den Nobelpreis.
Es war grad kein andere da, zum Würdigen?
Naja, da spielte große Politik mit 'rein. 1965 war (noch) Tauwetter
angesagt, und vielleicht sollte auch der 1958er "Missgriff" (aus
offizieller UdSSR-Sichtweise) mit Boris Pasternak "wiedergutgemacht"
werden. Der nächste Gegenschwenk war dann 1970 Solshenizyn.

Scholochow bekam ihn übrigens ausdrücklich für "Der stille Don", nicht
für (das "stalinistischere") "Neuland unterm Pflug".

Gruß,
Patrick
Torsten Mueller
2006-04-06 07:20:35 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Scholochow bekam sogar den Nobelpreis.
Naja, da spielte große Politik mit 'rein.
Preise sind immer Politik. Man muß deshalb nicht allzu viel Respekt
davor haben. Nein, auch nicht vor dem Nobelpreis.

T.M.
Torsten Mueller
2006-04-06 07:18:28 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow
"Neuland unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar) auch
heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten, Scholochow bekam sogar
den Nobelpreis.
Für die geniale Idee eines furzenden Pferdes, das vor dem Verkauf
einen Pfopfen in die Finalregion seines Verdauungstraktes bekommt,
damit es sich aufbläht und dicker wirkt, wird er den Nobelpreis nicht
bekommen haben.

T.M.
Siegfried Tränkner
2006-04-06 12:51:35 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow
"Neuland unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar) auch
heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten, Scholochow bekam sogar
den Nobelpreis.
Für die geniale Idee eines furzenden Pferdes, das vor dem Verkauf
einen Pfopfen in die Finalregion seines Verdauungstraktes bekommt,
damit es sich aufbläht und dicker wirkt, wird er den Nobelpreis nicht
bekommen haben.
Gibt es überall:

Das erinnert mich an einen Abstecher auf die Insel Helgoland, die
feierten gerade da "100 Jahre deutsch" (August 1990). Am Vorabend hatten
wir Quartier bei einer alten Dame bezogen, hm, müßte Meldorf gewesen
sein. Sie war jedenfalls ehemalige Bürgermeisterin oder Gattin des
Bürgermeisters, ich weiß es nicht mehr so genau.
Sie meinte jedenfalls, daß man die Kühe früh auch noch vor dem ersten
Sch... zum Schlachter trieb, um mehr Geld zu bekommen.
Früh gegen 5 Uhr saßen wir noch am Tisch besammen, denn sie
interessierte es brennend, wo so ihre Gäste herkamen. Jedenfalls, hatte
sie aus dem Erzgebirge noch keine gehabt.
Alles sehr gastlich, das 5-Minuten-Ei etc. = alles Spitze.

Sig
Wolfgang Ewert
2006-04-11 16:15:39 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Torsten Mueller
[1] ich möchte noch nennen: Gorki "Die Mutter", Scholochow "Neuland
unterm Pflug" (gleich beide Bände) ...
Wobei beide (im Gegensatz etwa zu Ostrowski oder Gaidar)
auch heutzutage durchaus als Weltliteratur gelten,
Scholochow bekam sogar den Nobelpreis.
Für "Ein Menschenschicksal" (Sudba Tscheloweka).
(gern auch auf kyrillisch).

Wolfgang
Lasse Krüger
2006-04-11 20:46:16 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Ewert
Für "Ein Menschenschicksal" (Sudba Tscheloweka).
(gern auch auf kyrillisch).
судба человека?
Oder ich habe wieder das falsche S erwischt.
Post by Wolfgang Ewert
Wolfgang
Gruß
Lasse
Patrick Bonacker
2006-04-11 21:21:22 UTC
Permalink
Hallo,

on Tue, 11 Apr 2006 22:46:16 +0200, Lasse Krüger
Post by Wolfgang Ewert
Für "Ein Menschenschicksal" (Sudba Tscheloweka).
(gern auch auf kyrillisch).
????? ?????????
Oder ich habe wieder das falsche S erwischt.
Hm, ich sehe nur Fragezeichen, aber im ersten Wort eins zu wenig und
im zweiten eins zuviel ;-)

Aber ich würde doch meinen, dass er den Nobelpreis hauptsächlich für
"Der stille Don" bekam. Der Spruch lautete "Für seine künstlerische
Kraft und Ehrlichkeit, womit er in seinem Don-Epos einen
geschichtlichen Zeitabschnitt aus dem russischen Volksleben gestaltet
hat" (meint _das Web_ übereinstimmend ;-)

Patrick
Uwe Schickedanz
2006-04-05 15:06:12 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
auch das Musterbeispiel für die
friedliche Nutzung der Kernenergie aus Berlusconiland.
Ich mochte Krokant noch nie.

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Gerd Chalupecky
2006-04-05 15:23:38 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
auch das Musterbeispiel für die
friedliche Nutzung der Kernenergie aus Berlusconiland.
Ich mochte Krokant noch nie.
*ROTFL*
--
Gruß Ch.

******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************
H. Haberland
2006-04-04 09:13:36 UTC
Permalink
Post by Andreas Zerbst
"Wie der Stahl gehärtet wurde"
Doch: "Kak sakaljalass Sstal"
Im Original :-(

Gruss!

Hagen
--
Oo==*==oO
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-04 22:32:22 UTC
Permalink
Post by H. Haberland
Post by Andreas Zerbst
"Wie der Stahl gehärtet wurde"
Doch: "Kak sakaljalass Sstal"
Im Original :-(
Es gibt Ästheten, die meine, daß Literatur im Original
grundsätzlich gewinnen würde. ;-)

Und zu diesem Werk:

"Es ist die schonungslose, pralle Geschichte eines
jungen Rebellen, eines aufsässigen Schülers...."

<http://www.osthits.de/shop/product_info.php/products_id/4474>

(hätte man wohl in den 50ern mit James Dean verfilmen sollen;
heute hat sich schon Heath Ledger angeboten)

"Vor hundert Jahren wurde der politische Kultautor
Nikolai Ostrowski in der Ukraine geboren."
"Der autobiografische Roman erzählt von spannenden
Abenteuern" "Der Junge Pawel Kortschagin prügelt sich
oft, er flucht gern und widersetzt sich
Disziplin und Gehorsam."
<http://www.dradio.de/dlr/sendungen/merkmal/307471/>
(der Artikel lohnt sich trotz meines Quotemarderns
wirklich)
"Wer rastet der rostet, und da nämlicher Korrosionsvorgang
im Stahlstandort Nummer eins gehasst wird wie die Pest,
ist man ständig um Veränderung bemüht. Schalke und der BVB
verstärken ihre Mannschaften unter Investition von
mehreren Millionen Mark"
<http://www.conne-island.de/nf/80/6.html>
(mittlerweile veraltet, derzeit feiert Nürnberg mit einem
Sowjetbürger, einem Tschechoslowaken und einen DDR-Trainer
große Erfolge im Fußball).

SCNR

-ku "Das Kostbarste, was der Mensch besitzt, ist das Leben.
Es wird ihm nur einmal gegeben, und leben soll er so,
dass nicht sinnlos vertane Jahre ihn schmerzen, dass nicht
die Scham um eine schäbige und kleinliche Vergangenheit
ihn brennt und dass er im Sterben sagen kann: Mein ganzes
Leben und all meine Kräfte habe ich hingegeben für das
Schönste der Welt -
den Kampf um die Befreiung der Menschheit". t
Peter Blancke
2006-04-03 17:02:49 UTC
Permalink
Post by Gilbert Bischoff
Ham'se nich noch Alpapier
Gläser Flaschen oder Schrott...
Und Knochen.

Wozu eigentlich? Zum Leimkochen?

Grusz,

Peter Blancke
--
Hoc est enim verbum meum!
Knut Ochdorf
2006-04-03 17:32:12 UTC
Permalink
Post by Peter Blancke
Und Knochen.
Wozu eigentlich? Zum Leimkochen?
Seifenherstellung.

Knut
Gilbert Bischoff
2006-04-03 18:31:58 UTC
Permalink
Post by Knut Ochdorf
Post by Peter Blancke
Und Knochen.
Wozu eigentlich? Zum Leimkochen?
Seifenherstellung.
Hm! seid ihr jetzt einige Jahre zu früh dran ;-)

GB
gunter Kühne
2006-04-03 15:16:21 UTC
Permalink
Post by Heidi Rustemeyer
Hallo an alle Ehemaligen,
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Heimat, im sonnigen Kleide,
droht dir verrufene Hand,
hüll dich in stählerne Seide,
webe aus Erz dein Gewand...
Und das Buch "Schlacht unterwegs" von Galina Nikolajewa, in dem es um der
Kampf eines Ingenieurs um Arbeitsproduktivität und Arbeitsmoral und
Verzicht auf eine Geliebte ging. Inwiefern das mit der "Entstalinisierung"
zu tun hatte, ist mir entfallen. Aber irgendeine Rolle muss Chruschtschows
Rede von 1956 in dem Buch oder für das Buch gespielt haben.
Fällt euch mehr dazu ein?
Und bitte seid nett, ihr vergrault euch ja sonst die letzten Frauen in der
NG...
Heidi
Ich hätte noch ein leztes gutes buch .
Die Entgleisung.
(Schriftsteller entfallen )
Aber paar von hier kennen es bestimmt.
Gunter
Heidi Rustemeyer
2006-04-03 16:10:02 UTC
Permalink
Post by gunter Kühne
Ich hätte noch ein leztes gutes buch .
Die Entgleisung.
(Schriftsteller entfallen )
Aber paar von hier kennen es bestimmt.
Gunter
Nie gehört... Aber nachdem ich bei zvab eine Inhaltsangabe gelesen habe, ist
mir klar, warum das wohl Bückware war!

Inge von Wangenheim, Die Entgleisung:

An der Bahnstrecke Rom-Stockholm wird ausgerechnet bei dem
verschlafenen DDR-Städtchen Groß-Naschhausen eine Weiche zu früh umgestellt.
Der letzte Waggon eines Güterzugs springt dadurch aus dem Gleis. Ein Teil
der Fracht - Hefte mit delikatem Inhalt, hergestellt in der DDR für den
schwedischen markt - wird herausgeschleudert. Nachdem erste Exemplare der
Hefte im Ort auftauchen, trachten bald alle danach, welche in ihren Besitz
zu bringen. Das kleine Steinchen, daß ein unachtsamer Weichensteller in
Bewegung gesetzt hat, entwickelt sich durch die Aktivitäten eines
Volkspolizisten und einer von ihm alarmierten Obrigkeit zu einer
Geröllawine, die alles mit sich fortreißt. Die ungeheuer witzige Satire aus
dem Jahre 1980 mit ihrer zeitlosen Kritik an Moral heuchelnden "Oberen" wie
"Unteren" sorgt auch heute noch für allerhand Gesprächsstoff.

Werd ich mir kaufen!

Danke Gunter und allen anderen!
gunter Kühne
2006-04-03 16:29:51 UTC
Permalink
Post by Heidi Rustemeyer
Post by gunter Kühne
Ich hätte noch ein leztes gutes buch .
Die Entgleisung.
(Schriftsteller entfallen )
Aber paar von hier kennen es bestimmt.
Gunter
Nie gehört... Aber nachdem ich bei zvab eine Inhaltsangabe gelesen habe,
ist mir klar, warum das wohl Bückware war!
An der Bahnstrecke Rom-Stockholm wird ausgerechnet bei dem
verschlafenen DDR-Städtchen Groß-Naschhausen eine Weiche zu früh
umgestellt. Der letzte Waggon eines Güterzugs springt dadurch aus dem
Gleis. Ein Teil der Fracht - Hefte mit delikatem Inhalt, hergestellt in
der DDR für den schwedischen markt - wird herausgeschleudert. Nachdem
erste Exemplare der Hefte im Ort auftauchen, trachten bald alle danach,
welche in ihren Besitz zu bringen. Das kleine Steinchen, daß ein
unachtsamer Weichensteller in Bewegung gesetzt hat, entwickelt sich durch
die Aktivitäten eines Volkspolizisten und einer von ihm alarmierten
Obrigkeit zu einer Geröllawine, die alles mit sich fortreißt. Die
ungeheuer witzige Satire aus dem Jahre 1980 mit ihrer zeitlosen Kritik an
Moral heuchelnden "Oberen" wie "Unteren" sorgt auch heute noch für
allerhand Gesprächsstoff.
Werd ich mir kaufen!
Danke Gunter und allen anderen!
Dazu muss man allerdings wissen das Color Climax wirklich in der DDR
gedruckt wurde.(Zumindestens ein Teil)
Ort: Grossenheiner Str. Dresden Druckerei "Völkerfreundschaft"
Gunter
--
Wichtige Nachrichten an Bastler100ya-at-Yahoo.de
Frank Bormann
2006-04-03 17:38:30 UTC
Permalink
Post by gunter Kühne
Dazu muss man allerdings wissen das Color Climax wirklich in der DDR
gedruckt wurde.(Zumindestens ein Teil) Ort: Grossenheiner Str. Dresden
Druckerei "Völkerfreundschaft" Gunter
Gott nein, die schreckten aber auch vor nichts zurück...

;-))


FB
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-04 05:41:44 UTC
Permalink
Post by gunter Kühne
Post by Heidi Rustemeyer
An der Bahnstrecke Rom-Stockholm wird ausgerechnet bei dem
verschlafenen DDR-Städtchen Groß-Naschhausen eine Weiche zu früh
umgestellt. Der letzte Waggon eines Güterzugs springt dadurch aus dem
Gleis. Ein Teil der Fracht - Hefte mit delikatem Inhalt, hergestellt in
der DDR für den schwedischen markt - wird herausgeschleudert. Nachdem
erste Exemplare der Hefte im Ort auftauchen, trachten bald alle danach,
welche in ihren Besitz zu bringen. Das kleine Steinchen, daß ein
unachtsamer Weichensteller in Bewegung gesetzt hat, entwickelt sich durch
die Aktivitäten eines Volkspolizisten und einer von ihm alarmierten
Obrigkeit zu einer Geröllawine, die alles mit sich fortreißt. Die
ungeheuer witzige Satire aus dem Jahre 1980 mit ihrer zeitlosen Kritik an
Moral heuchelnden "Oberen" wie "Unteren" sorgt auch heute noch für
allerhand Gesprächsstoff.
Dazu muss man allerdings wissen das Color Climax wirklich in der DDR
gedruckt wurde.(Zumindestens ein Teil)
Ort: Grossenheiner Str. Dresden Druckerei "Völkerfreundschaft"
Gunter
Dort vielleicht auch.

Das Wangenheim-Buch spielt ja kaum verschlüsselt in Orlamünde bei Jena.
Dies deutet doch sehr auf die Druckerei in Pössneck (im Buch: "Rosseck")
hin.

-kut
Christoph Maercker
2006-04-04 15:44:37 UTC
Permalink
Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Fällt euch mehr dazu ein?
Ja:
1. Weltall, Erde, Mensch
2. Vom (Un-)Sinn des Soldatseins :-\
3. Spaniens Himmel ...
--
CU Christoph Maercker.
Norbert Möller
2006-04-04 17:29:17 UTC
Permalink
Post by Christoph Maercker
Post by Heidi Rustemeyer
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Fällt euch mehr dazu ein?
1. Weltall, Erde, Mensch
2. Vom (Un-)Sinn des Soldatseins :-\
3. Spaniens Himmel ...
Da hast Du aber schwere Kaliber aufgefahren ;-)

1 + 2 fiel bei mir in die Kategorie Notwendiges Übel, ab in den Schrank damit,
weiter gehts
Spaniens Himmel, Moorsoldaten usw. wurden durch GST, NVA,1. Mai-Beschallung usw.
total verwurstet ...

Ich bleib mal in den 70er Jahren, da war ich noch naiv
und voller Erwartung ...

Bücher: Werner Holt, Die Aula, Die neuen Leiden des jungen W.

Lieder: Lied vom Vaterland (und noch ein paar Sachen vom Oktoberklub), Lied aus
dem fahrenden Zug zu singen, die Andert-Lieder aus dieser Zeit, Zwischen Liebe
und Zorn (Renft), Wenn ein Mensch lebt (Puhdys), Blues (Panta Rhei) ...

Gruß

Norbert
Andrej Kluge
2006-04-05 15:21:11 UTC
Permalink
Post by Norbert Möller
Post by Christoph Maercker
1. Weltall, Erde, Mensch
2. Vom (Un-)Sinn des Soldatseins :-\
3. Spaniens Himmel ...
Da hast Du aber schwere Kaliber aufgefahren ;-)
1 + 2 fiel bei mir in die Kategorie Notwendiges Übel, ab in den
Schrank damit, weiter gehts
Banause. "Weltall, Erde, Mensch" habe ich geliebt und stundenlang drin
geschmökert.

Später gab's ja nur noch "Der Sozialimus - Deine Welt"...

Ciao
A.
Norbert Möller
2006-04-05 17:03:54 UTC
Permalink
Post by Andrej Kluge
Post by Norbert Möller
Post by Christoph Maercker
1. Weltall, Erde, Mensch
2. Vom (Un-)Sinn des Soldatseins :-\
3. Spaniens Himmel ...
Da hast Du aber schwere Kaliber aufgefahren ;-)
1 + 2 fiel bei mir in die Kategorie Notwendiges Übel, ab in den
Schrank damit, weiter gehts
Banause. "Weltall, Erde, Mensch" habe ich geliebt und stundenlang drin
geschmökert.
Gelesen hatte ich es auch, und manchmal brauchte man auch was aus dem Buch
für den Unterricht. Wir hatten aber noch andere Bücher zuhause ;-)
Außerdem durfte man mit 14 in die Erwachsenen-Bibliothek - da gab es
z. B. Urania Universum oder das Jahrbuch der Seeschiffahrt, um mal bei den
populärwissenschaftlichen Titeln zu bleiben. Was ich damals ganz toll fand,
waren die Reisebücher von Zigmund/Hanzelka, die mit ihrem Tatra (?) durch die
Welt fuhren.

Gruß

Norbert
Patrick Bonacker
2006-04-05 22:27:01 UTC
Permalink
Hallo,

on Wed, 05 Apr 2006 19:03:54 +0200, Norbert Möller
Post by Norbert Möller
Was ich damals ganz toll fand,
waren die Reisebücher von Zigmund/Hanzelka, die mit ihrem Tatra (?) durch die
Welt fuhren.
Zi_k_mund. Und Tatra, ja.
Finde ich immer noch toll. Start zu einer solchen Fahrt _1947_!
Genial!

Nach der Afrika- & Amerika-Reise folgte dann ja viel später noch eine
Richtung Asien, so 1960.
Weiß jemand, ob da in der DDR mehr als der erste Band davon
(Balkan/Kleinasien) erschienen ist?
Hintergrund: im Original gibt es noch weitere:
Band 2 Libanon-Syrien-Jordanien-Irak...Pakistan
Band 3 Pakistan-Indien-Nepal
Band 4 Ceylon
Den weiteren Reiseverlauf (Indonesien? Japan?) konnten sie nicht mehr
veröffentlichen, weil sie auf eine, nun ja, Misfallen erregende Weise
über ihre Rückreise durch Sibirien berichteten (offener Brief an
Breshnew oder so). Diese Reise machten sie ohne reguläre Erlaubnis und
sahen daher so Einiges, was eigentlich niemand sehen sollte und
worüber erst recht niemand im Ausland, und sei es im sozialistischen,
berichten sollte... 1968 standen sie dann auch auf der entsprechenden
Seite, da war es ganz "aus". Der Sibirien-Bericht erschien dann auf
Tschechisch erst nach 1990, auf Deutsch leider wohl nicht. Würde mich
auch sehr interessieren.

Patrick
Matthias Opatz
2006-04-05 23:00:36 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Der Sibirien-Bericht erschien dann auf
Tschechisch erst nach 1990, auf Deutsch leider wohl nicht.
Zumindest diese Episode gibt's dank Radio Prag auf deutsch:
<http://www.radio.cz/de/artikel/50790>

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-05 23:23:58 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Norbert Möller
Was ich damals ganz toll fand,
waren die Reisebücher von Zigmund/Hanzelka, die mit ihrem Tatra (?) durch die
Welt fuhren.
Zi_k_mund. Und Tatra, ja.
Mit Luftkühlung. Das war wichtig.
Post by Patrick Bonacker
Finde ich immer noch toll. Start zu einer solchen Fahrt _1947_!
Genial!
Durchaus.
Post by Patrick Bonacker
Nach der Afrika- & Amerika-Reise folgte dann ja viel später noch eine
Richtung Asien, so 1960.
Weiß jemand, ob da in der DDR mehr als der erste Band davon
(Balkan/Kleinasien) erschienen ist?
Band 2 Libanon-Syrien-Jordanien-Irak...Pakistan
Band 3 Pakistan-Indien-Nepal
Band 4 Ceylon
M.W. mit Sicherheit nicht. Wäre mir aufgefallen.
Kam wohl 1961 dazwischen.

Neulich, im Restaurant Sahara in Usti nad LAbem, fand ich auf
der Speisekarte einen heißen Slivovic Hanzelky a Zikmunda.
Obwohl ich ihn nicht bestellte, wurde mir warm ums Herz.

-kut
Ralf Schmidt
2006-04-08 10:09:56 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Patrick Bonacker
Post by Norbert Möller
Was ich damals ganz toll fand,
waren die Reisebücher von Zigmund/Hanzelka, die mit ihrem Tatra (?) durch die
Welt fuhren.
Zi_k_mund. Und Tatra, ja.
Mit Luftkühlung. Das war wichtig.
Yep. Für die Sahara.

Gruß Ralf
Frank Nitzschner
2006-04-08 10:32:34 UTC
Permalink
Post by Ralf Schmidt
Yep. Für die Sahara.
Und den Altiplano.

Grüsse
Frank
Florian Ritter
2006-04-08 14:35:51 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Patrick Bonacker
Finde ich immer noch toll. Start zu einer solchen Fahrt _1947_!
Genial!
Durchaus.
Gestatte mir, Nikanor Nikiforowitsch, ergebenst daraufhinzuweisen, daß
der Astronom Nokolaus Benjamin Richter - später Direktor der
Sternwarte Tautenburg [2 m-Spiegelteleskop] - in etwa jener Zeit eine
Expedition in die Sahara unternahm, einen Meteoritenkrater zu suchen,
ausgerüstet mit DKW-Autos. Es gibt darüber einen Bildband, Abb.
schwarz-weiß, in welchem ich als Kind zu blättern pflog.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
... im Restaurant Sahara in Usti nad LAbem
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig? FR
Martin Ebert
2006-04-08 19:47:30 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
... im Restaurant Sahara in Usti nad LAbem
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig? FR
Au ja! <freu>
Lasst uns über Ortsnamen streiten. Also: Welche richtig und
welche politisch korrekt sind. - Soll ich noch ein paar
Leute aus b.v holen? Oder übernimmt Kai-Uwe das?

Poppkorn. Oder so.

Mt
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 09:26:15 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
... im Restaurant Sahara in Usti nad LAbem
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig? FR
Au ja! <freu>
Lasst uns über Ortsnamen streiten. Also: Welche richtig und
welche politisch korrekt sind. - Soll ich noch ein paar
Leute aus b.v holen? Oder übernimmt Kai-Uwe das?
Poppkorn. Oder so.
Mt
Aber immer: Drazd'any, Misen, Mnichov, Lipsko, Saska Kamenice, Kolin,
... (hacky a carky bohuzel nejsou = Häkchen und Akzentzeichen fehlen)
Detlef
Frank Nitzschner
2006-04-09 13:32:03 UTC
Permalink
Aber immer: Drazd'any, Misen..
Und das steht so in der CZ auf den Straßenwegweisern?
Spätestens ab der Grenze ist dann ja Essig mit Aussig;-)
Wobei WIMRE Praha/Prag auch in der DDR zu finden war

Grüsse
Frank
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 14:04:27 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Aber immer: Drazd'any, Misen..
Und das steht so in der CZ auf den Straßenwegweisern?
Das traut man sich dort nicht, auch wenn es auf vielen in Tschechien
gedruckten Karten zu finden war / ist. Eigenartig übrigens, deutsche
Schilder mit Diedenhofen habe ich auf der deutschen Seite Lothringens
noch nicht gesehen. Sollte es da zwei Masse geben - einmal für die
ehemaligen deutschen Gebiete im Osten und zum anderen für jene im Westen
??? -;)

http://www.mzv.cz/wwwo/?zu=dresden (im Kopf der Seite ...)
Post by Frank Nitzschner
Spätestens ab der Grenze ist dann ja Essig mit Aussig;-)
Wobei WIMRE Praha/Prag auch in der DDR zu finden war
Letzeres wäre interessant. Was stand in den DDR-Autoatlanten?
Detlef
Post by Frank Nitzschner
Grüsse
Frank
Frank Nitzschner
2006-04-09 14:28:15 UTC
Permalink
"Detlef Scheibe (Dunkerque)" schrieb:

[tschechische Ortsnamen für Orte in D auf tschechischen
Wegweisern]
Das traut man sich dort nicht,...
Es hat eher was mit Logik zu tun, der Autofahrer findet
diejenige Bezeichnung vor, welche ihn auch nach der Grenze erwartet.
Schließlich gibt es dort auch eine Generalbeschilderung, und da
steht halt Statni Hranice und nicht Staatsgrenze;-)

[Prag/Praha]
Letzeres wäre interessant. Was stand in den DDR-Autoatlanten?
Hauptstädte wurden in den DDR-Übersichtskarten meist mit der
deutschen Bezeichnung angegeben. (Prag, Warschau, Lissabon, Brüssel..)
Siehe Haack-Atlas.
Anders wieder bei der Ausschilderung im grenzüberschreitenden
Verkehr, egal ob auf den Autobahnen oder den Zuglaufschildern.
Kleinere Orte trugen stets ihren aktuellen Namen. D.h. nicht
die Namen aus der KuK-, Besetzungs- bzw Protektoratzeit.
Wurden in F die besetzten Orte ebenfalls eingedeutscht?

Grüsse
Frank
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 15:33:11 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Es hat eher was mit Logik zu tun, der Autofahrer findet
diejenige Bezeichnung vor, welche ihn auch nach der Grenze erwartet.
Autobahn A 17 Brugge - Tournai (B) bis noch vor einigen Jahren Rijsel
und Parijs und nicht Lille und Paris. Schilderlogik kennt ihre eigenen
Regeln. Ist eben logisch, nicht wahr.
Post by Frank Nitzschner
Wurden in F die besetzten Orte ebenfalls eingedeutscht?
OT : Alles, was im Elsass und in Lothringen lag, ja. Aber die Deutschen
haben diese Gebiete eben beansprucht. Die meisten Namen wurden auf Grund
dieser unheilvollen Geschichte nach dem Krieg (erneut) franzisiert. Wie
immer wurden bei der Gelegenheit auch viele Elsässer in Geiselhaft
genommen, erst von den Deutschen, dann von ihren eigenen Landsleuten.
Aber wenn Du mehr dazu wissen willst, sende mir eine e-Mail. Die anderen
wird's hier kaum interessieren - ist eben OT.

Auf unserer Seit gibt es heute beispielsweise Schilder mit "Fribourg"
und "Freiburg i. Br." Ob "Sarrebruck" existiert, da müsste ich erst schauen.

Hat mich immer ein wenig gestört, wie selbstverständlich Ortschaften im
Osten Europas, obwohl sie ja nun nicht mehr zu Deutschland gehören,
immer noch mit ihren deutschen Namen benannt werden. Vor etwa 13 Jahren
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte. War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Detlef
Uwe Schickedanz
2006-04-09 16:01:09 UTC
Permalink
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
Hat mich immer ein wenig gestört, wie selbstverständlich Ortschaften im
Osten Europas, obwohl sie ja nun nicht mehr zu Deutschland gehören,
immer noch mit ihren deutschen Namen benannt werden. Vor etwa 13 Jahren
^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte.
Vor etwa 16 bis 17 Jahren war das nicht so. Jedenfalls nicht in
DD/Neustadt und auch auf einem andern Bhf der DDR.
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Eher gespenstisch, zombiehaft.

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 16:53:21 UTC
Permalink
Post by Uwe Schickedanz
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte.
Vor etwa 16 bis 17 Jahren war das nicht so. Jedenfalls nicht in
DD/Neustadt und auch auf einem andern Bhf der DDR.
... wohl auf keinem anderen der beteiligten Bahnhöfe in der ex-DDR.
Post by Uwe Schickedanz
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Eher gespenstisch, zombiehaft.
... oder "revanchistisch". Halte sonst nichts von den Begriffshülsen aus
der alten DDR, aber ganz von der Hand zu weisen ist dieses Wort nicht.

Detlef
Martin Ebert
2006-04-09 17:36:06 UTC
Permalink
[nach Breslau einsteigen]
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
Post by Uwe Schickedanz
Eher gespenstisch, zombiehaft.
... oder "revanchistisch". Halte sonst nichts von den Begriffshülsen aus
der alten DDR, aber ganz von der Hand zu weisen ist dieses Wort nicht.
Ich weiss nicht.
Also die DDR war (bezogen auf den Osten) da sehr konsequent. Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben. Alle anderen Orte nur in
der Landessprache. Und es gab ordentlich Streß wenn Du Stettin oder
Pressburg gesagt hat. Selbst das Stettiner Haff hieß in DDR-Zeit
Oderhaff.

Ganz anders sah es bzgl. westeuropäischer Städte aus. Ich darf nur an
Mailand und Turin erinnern. Insoweit hat sich eher die DDR zwei
verschiedene Maße geleistet.

Mir persönlich ist es ganz lieb, dass die DDR-Überhöhung nun nicht
mehr zwingend ist. Stettin spricht sich für dt. Zungen doch einfacher.
Und Swinemünde.

Ganz böse sind natürlich die Russen. Die haben eine Stadt gar in
St. Petersburg umbenannt.

Mt
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 18:20:08 UTC
Permalink
Martin Ebert wrote:
...
Post by Martin Ebert
Ganz anders sah es bzgl. westeuropäischer Städte aus. Ich darf nur an
Mailand und Turin erinnern. Insoweit hat sich eher die DDR zwei
verschiedene Maße geleistet.
Dort sass ja der Klassenfeind.
Post by Martin Ebert
Mir persönlich ist es ganz lieb, dass die DDR-Überhöhung nun nicht
mehr zwingend ist. Stettin spricht sich für dt. Zungen doch einfacher.
Und Swinemünde.
Hi, hi, der Durchschnittsfranzose wird das mit Begeisterung aufnehmen,
weil ja für unsere Sprache der Abstand zu slawischen Wörtern noch
beträchtlicher ist als für die deutsprachigen Deutschen.
Post by Martin Ebert
Ganz böse sind natürlich die Russen. Die haben eine Stadt gar in
St. Petersburg umbenannt.
Chemnitz - Karl-Marx-Stadt - Chemnitz.

Detlef
Ronald Konschak
2006-04-09 19:27:45 UTC
Permalink
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
...
Post by Martin Ebert
Ganz anders sah es bzgl. westeuropäischer Städte aus. Ich darf nur an
Mailand und Turin erinnern. Insoweit hat sich eher die DDR zwei
verschiedene Maße geleistet.
Atlas der Erdkunde für die allgemeinbildenden polytechnischen
Oberschulen, 16 Auflage, S.42/43 (Alpenländer):
MILANO
(MAILAND)

TORINO
(TURIN)






Firence
(Florenz)
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
Dort sass ja der Klassenfeind.
Und Arbeiterklasse, die ausgebeutete, nicht vergessen!
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
Post by Martin Ebert
Ganz böse sind natürlich die Russen. Die haben eine Stadt gar in
St. Petersburg umbenannt.
Chemnitz - Karl-Marx-Stadt - Chemnitz.
Bonn ist nach Berlin verlegt worden.
--
Armut ist die schlimmste Form der Gewalt
Mahatma Gandhi
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 19:46:13 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
...
Post by Martin Ebert
Ganz anders sah es bzgl. westeuropäischer Städte aus. Ich darf nur an
Mailand und Turin erinnern. Insoweit hat sich eher die DDR zwei
verschiedene Maße geleistet.
Atlas der Erdkunde für die allgemeinbildenden polytechnischen
MILANO
(MAILAND)
TORINO
(TURIN)
Firence
(Florenz)
Also korrekter, als wir dachten. Ich quittiere es mit Freuden.
Post by Ronald Konschak
Bonn ist nach Berlin verlegt worden.
Jetzt verstehe ich : B-Berlin. Bei uns würde es dann eher heissen Bonnelin.
Detlef
Bernd Ullrich
2006-04-09 20:09:02 UTC
Permalink
Ronald Konschak wrote:
[...]
Post by Ronald Konschak
Bonn ist nach Berlin verlegt worden.
Teilweise.
Martin Ebert
2006-04-09 21:40:54 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Atlas der Erdkunde für die allgemeinbildenden polytechnischen
Ich darf Dich an die Fußballspiele im UEFA-Cup erinnern?

Mt
Peter Veith
2006-04-10 06:42:23 UTC
Permalink
"Martin Ebert" schrieb:
[Revanchistische Ortsbezeichnungen]
Post by Martin Ebert
Post by Ronald Konschak
Atlas der Erdkunde für die allgemeinbildenden polytechnischen
Ich darf Dich an die Fußballspiele im UEFA-Cup erinnern?
Martin, mach's halblang!

Kein Mensch stellt(e) ernsthaft Gebietsforderungen alá "Turin bleibt
deutsch"! Das war (und ist teilweise) bei Orten in Polen und Tschechien
anders.

Als die Paß- und Visapflicht für polnische Bürger WIMRE zum 01.01.1991
fiel, wurde in einer Blitz-Aktion kürz vorher sämtliche Autobahnschilder
auf der Strecke Cottbus - Forst - Grenze ausgetauscht. Plötzlich prangte
da eben jenes "Breslau" groß und - tja wirklich - surrealistisch,
zombihaft auf den Schildern. Die polnische Bezeichnung kam kleiner
gedruckt in Klammern - so müßte es noch heute sein. Und wer mit
"Traditionsnamen" argumentiert, sollte "Wrotizla" verwenden! ;-)

Ve"Neapel bleibt unser"ith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Matthias Opatz
2006-04-09 20:43:41 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Also die DDR war (bezogen auf den Osten) da sehr konsequent. Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben.
In den 80ern war das nicht mehr so.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Martin Ebert
2006-04-09 21:41:28 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Martin Ebert
Also die DDR war (bezogen auf den Osten) da sehr konsequent. Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben.
In den 80ern war das nicht mehr so.
Das ist mir nicht aufgefallen.
Hast Du Beispiele?

Mt
Matthias Opatz
2006-04-09 22:10:08 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Matthias Opatz
Post by Martin Ebert
Also die DDR war (bezogen auf den Osten) da sehr konsequent. Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben.
In den 80ern war das nicht mehr so.
Das ist mir nicht aufgefallen.
Hast Du Beispiele?
Der Atlas der Erdkunde für die 6. bis 11. Klasse bringt Krakau, Brünn,
Budweis und Pilsen auf normalen Karten, im Register außerdem Marienbad,
Karlsbad, Franzensbad, Eger, Ermland. In Veröffentlichungen des Brockhaus-
Verlags alle deutschen Namen rumänischer Orte in Siebenbürgen. Ich glaube,
dass dies erst der Anfang einer (allmählichen) Liberalisierung war, aber
der Mauerfall war schneller.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Patrick Bonacker
2006-04-10 17:30:05 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Martin Ebert
Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben. Alle anderen Orte nur in
der Landessprache. Und es gab ordentlich Streß wenn Du Stettin oder
Pressburg gesagt hat. Selbst das Stettiner Haff hieß in DDR-Zeit
Oderhaff.
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Post by Martin Ebert
Ganz anders sah es bzgl. westeuropäischer Städte aus. Ich darf nur an
Mailand und Turin erinnern. Insoweit hat sich eher die DDR zwei
verschiedene Maße geleistet.
Ja, ulkig.

[..]
Post by Martin Ebert
Ganz böse sind natürlich die Russen. Die haben eine Stadt gar in
St. Petersburg umbenannt.
Obwohl: russisch Sankt-Peterburg (ohne "s").

Patrick
Matthias Opatz
2006-04-10 17:43:46 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Es stand immer der Ort als Gbeurtsort im Personalausweis, der der
Geburtsort ist, sogar in der DDR. Kann Chemnitz, Fürstenberg oder
Eisenhüttenstadt gewesen sein - oder aber auch Karl-Marx-Stadt,
Stalinstadt oder Dorf der Jugend.

In historischen Zusammenhängen war die Benennung in der Regel immer
richtig. Was mitunter Probleme bringen konnte: Laut dem Leipziger
Schriftstellerlexikon war zB Günter Grass in Danzig (Angabe ohne
irgendeine Fußnote) geboren. Das muss wohl eine jämmerliche Kuhbläke
sein, denn Leipziger Lexika dieser Zeit führten ein solches Lemma
nicht, und selbst die detailgenauesten Gothaer Atlanten verzeichneten
keinen solchen Ort - es sei denn, man hat den Geschichtsatlas erwischt.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Peter Veith
2006-04-10 17:47:21 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Kein "Ausrutscher", sondern normal. Bei meiner Mutter stand ähnliches.

Bei meiner Schwägerin stand bis vor einigen Jahren völlig korrekt in
BRD-Paß und -Ausweis "Karl-Marx-Stadt" als Geburtsort. Sie hat das
ändern lassen in Chemnitz, was eigentlich falsch aber möglich ist (auf
Antrag).

Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Frank Nitzschner
2006-04-10 18:35:22 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Hier ebenso, mit Tetschen.


Grüsse
Frank
Florian Ritter
2006-04-11 13:45:00 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
... stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Hier ebenso, mit Tetschen.
Wirklich? Nicht Tetschen-Bodenbach? Kein Theater im Sudetenland konnte
Pension Schöller hinreißender besetzen - FR
Matthias Opatz
2006-04-11 14:47:32 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Wirklich? Nicht Tetschen-Bodenbach? Kein Theater im Sudetenland konnte
Pension Schöller hinreißender besetzen - FR
Eine Art Städtebundtheater? Eingemeindet wurde Bodenbach ja erst 1942.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Gerd Chalupecky
2006-04-11 15:42:01 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Frank Nitzschner
... stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Hier ebenso, mit Tetschen.
Wirklich? Nicht Tetschen-Bodenbach?
IMHO hieß der Landkreis (zuletzt) Tetschen-Bodenbach (zuvor nur LK
Tetschen nach dem Namen der Stadt), sofern diese Anmerkung erlaubt ist.
Post by Florian Ritter
Kein Theater im Sudetenland
konnte Pension Schöller hinreißender besetzen - FR
--
Gruß Ch.

******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************
Martin Ebert
2006-04-10 23:18:41 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Post by Martin Ebert
Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben. Alle anderen Orte nur in
der Landessprache. Und es gab ordentlich Streß wenn Du Stettin oder
Pressburg gesagt hat. Selbst das Stettiner Haff hieß in DDR-Zeit
Oderhaff.
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Ist ein Scan noch möglich?
Es würde ins "DDR-Lexikon" gehören.
Post by Patrick Bonacker
Post by Martin Ebert
Ganz böse sind natürlich die Russen. Die haben eine Stadt gar in
St. Petersburg umbenannt.
Obwohl: russisch Sankt-Peterburg (ohne "s").
Hehe. Sei nicht so kleinlich: Es war die rethorische Keule.

Mt
Patrick Bonacker
2006-04-11 21:24:11 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Martin Ebert
Post by Patrick Bonacker
Bei meiner Mutter, Oma, Uroma, ... (merke: kein einmaliger
Ausrutscher) usw. stand "Stettin" als Geburtsort im Personalausweis.
Ist ein Scan noch möglich?
Ich denke, ja. Zumindest der von meiner Mutter sollte da sein.

Aber nicht sofort.

Patrick
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-10 19:35:47 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Ich weiss nicht.
Also die DDR war (bezogen auf den Osten) da sehr konsequent. Nur die
Hauptstädte durften einen dt. Namen haben.
Hatte Matthias schon erklärt.
Post by Martin Ebert
Alle anderen Orte nur in
der Landessprache. Und es gab ordentlich Streß wenn Du Stettin oder
Pressburg gesagt hat. Selbst das Stettiner Haff hieß in DDR-Zeit
Oderhaff.
Ja, wobei ich das - in diesem konkreten Fall - noch ganz in Ordnung
finde. Stettin liegt ja gar nicht an diesem Haff. Gut, das war nicht der
Grund der Umbennenung, keine Frage.

Man war da aber inkonsequent: der Neuwarper See, eine Bucht des
fraglichen Haffes, hieß auch zu DDR-Zeiten so, obwohl Neuwarp, Nowe
Warpno, zu Polen kaum.

Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
umbenannt, viele andere Straßen, die nach ex-deutschen Orten in Polen
und anderen Ländern hießen, behielten ihre Namen. Swinemünder,
Schievelbeiner, Grünberger und viele andere,

-kut
Claudia Bartsch
2006-04-11 16:51:12 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
Wie hießen die denn dann? Polnisches Wort mit deutscher Endung: Gdansker
Straße oder gleich ganz polnisch uliza gdanska (oder wie auch immer das
auf polnisch heißen möge).
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
umbenannt, viele andere Straßen, die nach ex-deutschen Orten in Polen
und anderen Ländern hießen, behielten ihre Namen. Swinemünder,
Schievelbeiner, Grünberger und viele andere,
cb
Uwe Schickedanz
2006-04-11 17:20:22 UTC
Permalink
Post by Claudia Bartsch
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
Wie hießen die denn dann? Polnisches Wort mit deutscher Endung: Gdansker
Straße oder gleich ganz polnisch uliza gdanska (oder wie auch immer das
auf polnisch heißen möge).
Zu den beiden Straßen kann ich leider nichts beitragen; dafür aber ist
mir die "Straße Usti nad Labem " bekannt.
Eine solche Konstruktion ist aber um nichts sperriger als zum Beispiel
die Straße "Am Bahnhof" in Zwickau.

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Gerd Chalupecky
2006-04-11 18:40:10 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
Gdansker Straße oder gleich ganz polnisch uliza gdanska (oder wie
auch immer das auf polnisch heißen möge).
...
Kleines Mißverständnis. Gemeint sind folgende Umbenennungen:
Elbinger Straße (ab 1874) -> Dimitroffstraße (1950-1995) -> Danziger
Straße (seit 1995)
--
Gruß Ch.

******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************
Claudia Bartsch
2006-04-11 19:13:52 UTC
Permalink
Post by Gerd Chalupecky
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
Gdansker Straße oder gleich ganz polnisch uliza gdanska (oder wie
auch immer das auf polnisch heißen möge).
...
Elbinger Straße (ab 1874) -> Dimitroffstraße (1950-1995) -> Danziger
Straße (seit 1995)
Aso.

cb
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-11 21:08:18 UTC
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Post by Gerd Chalupecky
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Genauso hat man in Berlin die Hauptstraßen Danziger und Elbinger Straße
Gdansker Straße oder gleich ganz polnisch uliza gdanska (oder wie
auch immer das auf polnisch heißen möge).
...
Elbinger Straße (ab 1874) -> Dimitroffstraße (1950-1995) -> Danziger
Straße (seit 1995)
Das ist die eine Hälfte der Straße; die andere Hälfte hieß vor 1950
Danziger Str.

Der U-Bf. wurde nicht wieder rückbenannt, sondern heißt nun Eberswalder Str.

In Rostocker gab's zu DDR-Zeiten eine Gdansker Straße (neu angelegt im
Neubaugebiet), die nun Danziger heißt.

Ebenfalls Rostock: Umbennennung der Stettiner Str. zu DDR-Zeiten in
Warschauer(!). Unpassend, denn es ist im Hansaviertel, wo die Straßen
nach namhaften Hansestädten heißen.


Und nochmal Berlin: Umbennenung der Elsässer und Lothringer Str. in
Wilhelm-Pieck-Str. Nachwendisch Neubennung in Torstr.

-kut
gunter Kühne
2006-04-09 17:05:56 UTC
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Post by Uwe Schickedanz
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
Hat mich immer ein wenig gestört, wie selbstverständlich Ortschaften im
Osten Europas, obwohl sie ja nun nicht mehr zu Deutschland gehören,
immer noch mit ihren deutschen Namen benannt werden. Vor etwa 13 Jahren
^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte.
Vor etwa 16 bis 17 Jahren war das nicht so. Jedenfalls nicht in
DD/Neustadt und auch auf einem andern Bhf der DDR.
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Eher gespenstisch, zombiehaft.
Gruß Uwe
Ich glaube wenn du das in der DDR gemacht hast (Mit dem Spruch Breslau als
Aufsicht) hättest du heute sicher einen Grund Antrag auf Haftentschädigung
zu stellen.
Ja auch solche Leute sind ja soo verfolgt worden in der DeDeRR.
gunter
-
-
Wichtige Nachrichten an Bastler100ya-at-Yahoo.de
Florian Ritter
2006-04-09 16:54:39 UTC
Permalink
Vor etwa 13 Jahren hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte. War schon ein wenig unheimlich...
Na, das kann ich mir vorstellen. Unglaublich, da assoziiert man ja
gleich Theresienstadt!

Mir is auch so'n Ding passiert, kannste mir glauben, auf'm Flughafen
München Erding, erst letzten Monat. Da hörte ich aus'm Lautsprecher
London, ja, Detter, nich Land'n, _London_! Das ließ mich natürlich
nicht ruhen, nach Veithschem Vorbild recherchierte ich zwei Tage lang,
kannst Dich auf mich verlassen. Also, aus gewöhnlich gut unerrichteten
Kreisen erfuhr ich, unsere Kollegin Merkel habe mit Chirac, der
Rampensau, abgesprochen, daß das mit der englischen Küche nun ein
für alle Mal ein Ende haben müsse. Nach der Kongolesischen Campagne -
aber das ganz entre nous, gell - soll's auf dem Rückweg mal eben gen
Engeland gehen. So im Vorbeigehen, wa. Villepenn hat 150 Paraschutisten
zugesagt und jetzt kommt's: Der olle Soßen-Paule, ja doch, Bocuse.
mein Gott, wer denn sonst, erhält dazu den Posten des General-Fouriers
der Deutsch-Französischen Brigade.

Na, Detter, jetzt kommst Du! Immer schön senkrecht, wa! Toujours le
Votre - FR
Detlef Scheibe (Dunkerque)
2006-04-09 17:26:18 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Vor etwa 13 Jahren hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte. War schon ein wenig unheimlich...
Na, das kann ich mir vorstellen. Unglaublich, da assoziiert man ja
gleich Theresienstadt!
Mir is auch so'n Ding passiert, kannste mir glauben, auf'm Flughafen
München Erding, erst letzten Monat. Da hörte ich aus'm Lautsprecher
London, ja, Detter ...
Na, Detter ...
Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, das "D" durch "W" zu ersetzen,
dann hätte ich neben meinem durch Dich nun hingerichteten Vornamen auch
noch das Hochwasser auf dem Rücken ...
Detlef
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-10 19:30:57 UTC
Permalink
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
immer noch mit ihren deutschen Namen benannt werden. Vor etwa 13 Jahren
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte. War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Etwa zu jener Zeit erlebte ich eine ähnlich surreale Situation auf dem
Bahnhof Potsdam, wo der Nachtzug nach Pari_s_ (was ok. ist über Liege
angekündigt wurde. Liege wie Sofa.

-kut
Frank Bormann
2006-04-11 17:35:35 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Detlef Scheibe (Dunkerque)
immer noch mit ihren deutschen Namen benannt werden. Vor etwa 13 Jahren
hörte ich in Dresden auf dem Bf in der Neustadt, dass man in den
Schnellzug nach Breslau einsteigen sollte. War schon ein wenig
unheimlich und auch ein wenig surrealistisch.
Etwa zu jener Zeit erlebte ich eine ähnlich surreale Situation auf dem
Bahnhof Potsdam, wo der Nachtzug nach Pari_s_ (was ok. ist über Liege
angekündigt wurde. Liege wie Sofa.
Französisch(als Sprache) war eben nur fakultativ und damit selten.

Oh nein, nicht schon wieder die Bildungsysteme...


FB
Patrick Bonacker
2006-04-11 21:30:11 UTC
Permalink
Hallo,

on Tue, 11 Apr 2006 19:35:35 +0200, Frank Bormann
<***@gmx.net> wrote:

[...]
Post by Frank Bormann
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Etwa zu jener Zeit erlebte ich eine ähnlich surreale Situation auf dem
Bahnhof Potsdam, wo der Nachtzug nach Pari_s_ (was ok. ist über Liege
angekündigt wurde. Liege wie Sofa.
Französisch(als Sprache) war eben nur fakultativ und damit selten.
Und Geographie ;-)?
Wer weiß schon, wo Liege liegt ;-)

In der DDR war WIMRE meist von Lüttich die Rede (gar nicht so selten,
wegen der Fußballmannschft).

Gruß,
Patrick

Gerald Endres
2006-04-09 22:26:34 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Wobei WIMRE Praha/Prag auch in der DDR zu finden war
Auf der Transitautobahn von Berlin nach Süden war meiner Erinnerung
nach der Transit-Abzweig nach Prag ein Stück hinter dem Hermsdorfer
Kreuz nur mit "Praha" ausgeschildert.

Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-10 19:37:15 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Aber immer: Drazd'any, Misen..
Und das steht so in der CZ auf den Straßenwegweisern?
Ich fand auf einem sogar ^Stetin. Mit Hacek über dem S.

-kut
Florian Ritter
2006-04-09 15:46:01 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Au ja! <freu>
Soll ich noch ein paar Leute aus b.v holen?
Was's denn das? Besondere Verwendung? FR
Martin Ebert
2006-04-09 21:42:39 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Martin Ebert
Au ja! <freu>
Soll ich noch ein paar Leute aus b.v holen?
Was's denn das? Besondere Verwendung? FR
news:berlin.verkehr

Eine ansich ganz lesenswerte Gruppe. Und sehr sachlich.
Meistens ... außer bei den Stadtnamen. <smile>

Mt
Matthias Opatz
2006-04-09 20:42:55 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Lasst uns über Ortsnamen streiten.
Musst Du nach jedem Knochen schnappen? Sieh, was Du angerichtet hast!
Ich hab's zwar noch nicht gelesen, aber der lange Schwanz des Fadens
lässt mich Arges fürchten ...

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Martin Ebert
2006-04-09 21:45:04 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Martin Ebert
Lasst uns über Ortsnamen streiten.
Musst Du nach jedem Knochen schnappen? Sieh, was Du angerichtet hast!
Ich sehe mit besonderer Freude.

Wobei mir -ehrlich gesagt- da der Pfeffer fehlt: So richtig knallt
es ja garnicht. Und bis zu K&K, Estland, Kroatien werden wir ja
nicht mehr kommen. Schade eigentlich. Was ist dafd verludert. ;-)

Mt
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-10 19:29:35 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Gestatte mir, Nikanor Nikiforowitsch, ergebenst daraufhinzuweisen, daß
der Astronom Nokolaus Benjamin Richter - später Direktor der
Sternwarte Tautenburg [2 m-Spiegelteleskop] - in etwa jener Zeit eine
Expedition in die Sahara unternahm, einen Meteoritenkrater zu suchen,
ausgerüstet mit DKW-Autos. Es gibt darüber einen Bildband, Abb.
schwarz-weiß, in welchem ich als Kind zu blättern pflog.
Danke, lieber Aloisi Mogaritsch!
Post by Florian Ritter
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
... im Restaurant Sahara in Usti nad LAbem
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig? FR
Lieber Aloisi Mogarytsch, ich meinte eben jenes. Außig an der Elbe. Es
gibt übrigens einen anderen Ort dieses Namens an jenem Fluß, etwas
stromabwärts von Riesa.

-kut
Matthias Opatz
2006-04-10 19:34:04 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig? FR
Lieber Aloisi Mogarytsch, ich meinte eben jenes. Außig an der Elbe.
Aussig is schon richtig.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Es
gibt übrigens einen anderen Ort dieses Namens an jenem Fluß, etwas
stromabwärts von Riesa.
Der heißt wirklich Außig.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Martin Ebert
2006-04-10 23:22:29 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Aussig is schon richtig.
[...]
Post by Matthias Opatz
Der heißt wirklich Außig.
Was bin ich froh, dass jede Reform (hier Rechtschreib)
in Dt. schief geht. ;-)

Mt
Matthias Opatz
2006-04-10 23:27:52 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Matthias Opatz
Aussig is schon richtig.
[...]
Post by Matthias Opatz
Der heißt wirklich Außig.
Was bin ich froh, dass jede Reform (hier Rechtschreib)
in Dt. schief geht. ;-)
Du siehst mich ratlos. Ruf und Echo hätten vor 12 Jahren
(vor der Reform) identisch sein können.

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Florian Ritter
2006-04-11 13:52:27 UTC
Permalink
Florian Ritter
2006-04-11 14:04:43 UTC
Permalink
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig?
Lieber Aloisi Mogarytsch, ich meinte eben jenes. Außig an der Elbe.
Ich danke Dir, lieber & verehrter Nikanor Nikiforowitsch, für die
Korrektur der Schreibweise des in Rede stehenden Städtls. Gestatte
mir, Nikanor Nikiforowitsch, ergebenst die Frage, was Dich dorthin
verschlug.
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Es gibt übrigens einen anderen Ort dieses Namens an jenem Fluß etwas stromabwärts > von Riesa.
Diese Deine Auskunft, verehrter Nikanor Nikiforowitsch. ist mir
köstliche Labung - FR
Kai-Uwe Thiessenhusen
2006-04-11 21:11:15 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
Meinest Du, verehrter Nikanor Nikiforowitsch, Aussig?
Lieber Aloisi Mogarytsch, ich meinte eben jenes. Außig an der Elbe.
Ich danke Dir, lieber & verehrter Nikanor Nikiforowitsch, für die
Korrektur der Schreibweise des in Rede stehenden Städtls.
Oh nein! Ich war falsch, der Genosse Matwej Opatowitsch korrigierte
meinen schrecklich peinlichen Fehler. Ich bin ihm zu untertänigsten Dank
vepflichtet.
Post by Florian Ritter
Gestatte
mir, Nikanor Nikiforowitsch, ergebenst die Frage, was Dich dorthin
verschlug.
Tschechien ist eins meiner bevorzugten Reiseländer zum Bahnfahren,
Essen, Trinken und Schuhe kaufen.

Usti nad Labem ist ein Bahnhof, wo man auf der Rückfahrt gen Berlin
gerne umzusteigen pflegt.

-kut
Siegfried Tränkner
2006-04-06 04:04:18 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Hallo,
on Wed, 05 Apr 2006 19:03:54 +0200, Norbert Möller
Post by Norbert Möller
Was ich damals ganz toll fand,
waren die Reisebücher von Zigmund/Hanzelka, die mit ihrem Tatra (?) durch die
Welt fuhren.
Zi_k_mund. Und Tatra, ja.
Finde ich immer noch toll. Start zu einer solchen Fahrt _1947_!
Genial!
Nach der Afrika- & Amerika-Reise folgte dann ja viel später noch eine
Richtung Asien, so 1960.
Weiß jemand, ob da in der DDR mehr als der erste Band davon
(Balkan/Kleinasien) erschienen ist?
Band 2 Libanon-Syrien-Jordanien-Irak...Pakistan
Band 3 Pakistan-Indien-Nepal
Band 4 Ceylon
Den weiteren Reiseverlauf (Indonesien? Japan?) konnten sie nicht mehr
veröffentlichen, weil sie auf eine, nun ja, Misfallen erregende Weise
über ihre Rückreise durch Sibirien berichteten (offener Brief an
Breshnew oder so). Diese Reise machten sie ohne reguläre Erlaubnis und
sahen daher so Einiges, was eigentlich niemand sehen sollte und
worüber erst recht niemand im Ausland, und sei es im sozialistischen,
berichten sollte... 1968 standen sie dann auch auf der entsprechenden
Seite, da war es ganz "aus". Der Sibirien-Bericht erschien dann auf
Tschechisch erst nach 1990, auf Deutsch leider wohl nicht. Würde mich
auch sehr interessieren.
Deren Bücher habe ich auch verschlungen. Hm, standen eigentlich in den
öffentlichen Bibliotheken rum, aber nicht bis zur Wende, oder doch?
Jedenfalls habe ich mir den Luxus geleistet und alle deutschen Bände bei
Ebay geholt.
3 x Afrika, 3 + Südamerika und 1 x Mittelamerika. 1 Südamerikaband
doppelt, jemand Interesse? Da muß ich mal schauen, ob ich an Asien noch
rankomme. Danke für den Hinweis, war mir gar nicht bekannt.

Gruß, Sig
Dirk Moebius
2006-04-04 22:31:32 UTC
Permalink
Post by Heidi Rustemeyer
Hallo an alle Ehemaligen,
mit welchen Liedern und Buchtiteln assoziiert Ihr DDR?
Heimat, im sonnigen Kleide,
droht dir verrufene Hand,
hüll dich in stählerne Seide,
webe aus Erz dein Gewand...
[...]
Post by Heidi Rustemeyer
Fällt euch mehr dazu ein?
Seltsamerweise - oder auch nicht - nicht wirklich Systemnahes.

Bei Liedern assoziiere ich _sofort_ das Bummilied und "Jugendliebe"
von Ute Freudenberg, aber auch Nina Hagens "Farbfilm"

Bei Büchern zuallererst "Werner Holt" und "Käuzchenkuhle", aber
auch alles von Marx und Lenin...


HTH
Dirk
Matthias Opatz
2006-04-04 22:48:16 UTC
Permalink
Post by Dirk Moebius
"Käuzchenkuhle"
Sonne lacht? Blende 8!

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Martin Ebert
2006-04-04 23:03:56 UTC
Permalink
Post by Dirk Moebius
Seltsamerweise - oder auch nicht - nicht wirklich Systemnahes.
Sprachen wir eigentlich schon über "Die Mutter"?

Das "Werk" besteht darin, dass Revolutionäre in die armsehlige
Hütte er Mutter kommen ... und dann gehen.

Mt
Matthias Opatz
2006-04-04 23:25:51 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Sprachen wir eigentlich schon über "Die Mutter"?
Das
Stück aus dem
Post by Martin Ebert
"Werk"
, das Martin damals gelesen hat,
Post by Martin Ebert
besteht darin, dass Revolutionäre in die armsehlige
Hütte er Mutter kommen ... und dann gehen.
Sie heißt Pelagea Wlassowa. Am Ende ist sie tot. Vergessen oder wirklich
nicht gelesen? Ist auch nicht so schlimm, aber dann bitte nicht so tun
als ob! (Ich hab's wahrscheinlich auch nicht in Gänze gelesen ...)

Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Martin Ebert
2006-04-05 18:02:17 UTC
Permalink
Post by Matthias Opatz
Post by Martin Ebert
Sprachen wir eigentlich schon über "Die Mutter"?
Sie heißt Pelagea Wlassowa. Am Ende ist sie tot. Vergessen oder wirklich
nicht gelesen? Ist auch nicht so schlimm, aber dann bitte nicht so tun
als ob! (Ich hab's wahrscheinlich auch nicht in Gänze gelesen ...)
Also es war ja Schulstoff. Und ich ein eifriger Schüler.
Nach meiner Erinnerung habe ich so ca 2/3 gelesen.

Aber das war öde: Die beschriebenen Revolutionäre kommen,
beraten und gehen. Und das über hunderte Seiten.

Sollte ich es nochmals lesen?

Mt
Boris Gerlach
2006-04-05 18:27:05 UTC
Permalink
Martin Ebert schrieb:

[...]
Post by Martin Ebert
Aber das war öde: Die beschriebenen Revolutionäre kommen,
beraten und gehen. Und das über hunderte Seiten.
Du beschreibst gerade, daß sie nicht weiterhelfen konnten.
Weder sich noch den Leuten.
Das ist schonmal sehr gut und spiegelt meine Sichtweise
der letzten DDR Jahre wieder. Sie konnten nicht mehr.
Es gab keine Antworten mehr.

BGE
Post by Martin Ebert
Sollte ich es nochmals lesen?
Mt
Nö.
BGE
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