Discussion:
Ostfrauen
(zu alt für eine Antwort)
klaus reile
2020-12-30 08:59:12 UTC
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Dieser Tage im MDR eine dreiteilige Sendung über ostdeutsche Frauen:

"Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik. Sie meistern Beruf und
Familie, weil sie es nicht anders kennen. Sie pfeifen auf Emanzipation,
weil sie schon emanzipiert sind. Was ist dran am Mythos "Ostfrau"?

https://www.mdr.de/zeitreise/schwerpunkte/ostfrauen-106.html

Meine Meinung: Als hoffnungsloser Ostalgiker sehe ich das Ganze
vielleicht auch etwas verklärt, aber ich habe mich sofort an die Frauen
meiner Familie und auch an meine Lehrerinnen in der Schule erinnert
gefühlt. Als Schüler haben wir in der LPG helfen müssen. Auch die dort
arbeitenden Frauen haben mich geprägt. Trotz vieler und auch schwerer
Arbeit habe ich sie eigentlich als vorwiegend gut gelaunt in Erinnerung.
Ich habe aber auch Erfahrungen mit Frauen an den Grenzkontrollen
gemacht. Hübsche Frauen, aber auch wahre Flintenweiber. Besonders an
den Transitstrecken.
Und bei aller Schwärmerei für die Frauen aus dem Osten (Europas) war es
nur vorhersehbar, dass ich auch nur eine Frau aus dem Osten heiraten
konnte. Das habe ich seit mehr als 50 Jahren nicht bereut. Jetzt isses
aber genug mit der Lobdudelei.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Lieber einen Ort im Grünen als einen Grünen im Ort
Peter Veith
2020-12-30 09:08:09 UTC
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Post by klaus reile
Und bei aller Schwärmerei für die Frauen aus dem Osten (Europas) war es
nur vorhersehbar, dass ich auch nur eine Frau aus dem Osten heiraten
konnte. Das habe ich seit mehr als 50 Jahren nicht bereut. Jetzt isses
aber genug mit der Lobdudelei.
Westfrau ginge gar nicht.

"Typisch war für die DDR-Gesellschaft der hohe Grad der weiblichen
Erwerbstätigkeit, der ideologisch als eine Voraussetzung der
Gleichberechtigung legitimiert wurde, volkswirtschaftlich notwendig und
zur Sicherung des Lebensniveaus einer Familie unumgänglich war.

Das gesellschaftliche Leitbild der Frau, die gleichzeitig berufstätig
war und Kinder hatte, war in der Wertestruktur der DDR-Gesellschaft tief
verinnerlicht. Die Prägung des Leitbilds der berufstätigen Mutter
erfolgte durch die ideologisch-erzieherische Beeinflussung in Verbindung
mit sozialpolitischen Maßnahmen."

Hartmut Wendt 1991 in der eher konservativen "Zeitschrift für
Bevölkerungswissenschaft".

Veith
--
"Wessen sollen wir uns rühmen, wenn nicht der DDR" Peter Hacks.
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
klaus reile
2020-12-30 09:22:57 UTC
Permalink
On Wed, 30 Dec 2020 10:08:09 +0100
Post by Peter Veith
Post by klaus reile
Und bei aller Schwärmerei für die Frauen aus dem Osten (Europas)
war es nur vorhersehbar, dass ich auch nur eine Frau aus dem Osten
heiraten konnte. Das habe ich seit mehr als 50 Jahren nicht bereut.
Jetzt isses aber genug mit der Lobdudelei.
Westfrau ginge gar nicht.
"Typisch war für die DDR-Gesellschaft der hohe Grad der weiblichen
Erwerbstätigkeit, der ideologisch als eine Voraussetzung der
Gleichberechtigung legitimiert wurde, volkswirtschaftlich notwendig
und zur Sicherung des Lebensniveaus einer Familie unumgänglich war.
Das gesellschaftliche Leitbild der Frau, die gleichzeitig berufstätig
war und Kinder hatte, war in der Wertestruktur der DDR-Gesellschaft
tief verinnerlicht. Die Prägung des Leitbilds der berufstätigen Mutter
erfolgte durch die ideologisch-erzieherische Beeinflussung in
Verbindung mit sozialpolitischen Maßnahmen."
Hartmut Wendt 1991 in der eher konservativen "Zeitschrift für
Bevölkerungswissenschaft".
Veith
Die Ostfrauen waren bereits emanzipiert als es das Wort noch gar
nicht gab. Und nein, ich will die Westfrauen nicht schlecht reden. Sie
sind halt anders sozialisiert worden. Das jetzige ewige Plärren der A.
Schwarzer & Co. kann das gewachsene Selbstbewusstsein der Ostfrauen
niemals wettmachen.

Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
Obwohl in einer anderen Gesellschaft sozialisiert, ähneln sie in Sachen
Selbstbewusstsein sehr den Ostdeutschen Frauen.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Lieber einen Ort im Grünen als einen Grünen im Ort
Arno Welzel
2020-12-30 16:20:17 UTC
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klaus reile:

[...]
Post by klaus reile
Die Ostfrauen waren bereits emanzipiert als es das Wort noch gar
nicht gab. Und nein, ich will die Westfrauen nicht schlecht reden. Sie
sind halt anders sozialisiert worden. Das jetzige ewige Plärren der A.
Schwarzer & Co. kann das gewachsene Selbstbewusstsein der Ostfrauen
niemals wettmachen.
Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
Obwohl in einer anderen Gesellschaft sozialisiert, ähneln sie in Sachen
Selbstbewusstsein sehr den Ostdeutschen Frauen.
Das mag sicher damit zusammenhängen, dass Westdeutschland stark von
Amerika beeinflusst war und dort das Ideal der Hausfrau und Mutter, die
nicht selbst arbeitet, in den 1950 bis in die 1970er hinein auch noch
üblich war.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
Torsten Mueller
2020-12-30 17:07:42 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
In ganz Skandinavien inkl. Dänemark. Man müßte mal die Ursachen dieser
Entwicklung erforschen.

T.M.
Wolf gang P u f f e
2020-12-30 17:59:37 UTC
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Post by Torsten Mueller
Post by klaus reile
Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
In ganz Skandinavien inkl. Dänemark. Man müßte mal die Ursachen dieser
Entwicklung erforschen.
Echt? Die Dänemarkerinnen auch?
Ich bin ja ein bisschen Fan von Dänmark, fahre sogar ein Auto, was von
dort kommt.
Aber Frauen aus Dänemark, da kenne ich nur eine!
Die hat rote Haare und heißt Yvonne!
Die meisten hierzugroups werden sie auch (er)kennen. ;-)



Und hier kommandiert sie auch beim Militär:



Ich hoffe, die Filmchen haben gefallen gefunden.

W.
Lars Gebauer
2020-12-30 18:26:50 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Torsten Mueller
Post by klaus reile
Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
In ganz Skandinavien inkl. Dänemark. Man müßte mal die Ursachen dieser
Entwicklung erforschen.
Echt? Die Dänemarkerinnen auch?
Ich bin ja ein bisschen Fan von Dänmark, fahre sogar ein Auto, was von
dort kommt.
Donnerwetter.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Ehemaliger_Pkw-Hersteller_(D%C3%A4nemark)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Pkw-Hersteller_(D%C3%A4nemark)

Alles Karren, von denen ich noch nie gehört habe.
--
"Astrein!"

--Marie, 21, experimentierfreudig beim Sex im Wald
Wolf gang P u f f e
2020-12-30 18:47:53 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Torsten Mueller
Post by klaus reile
Bemerkenswert in dieser Hinsicht auch die Frauen z.B. in Finnland.
In ganz Skandinavien inkl. Dänemark. Man müßte mal die Ursachen dieser
Entwicklung erforschen.
Echt? Die Dänemarkerinnen auch?
Ich bin ja ein bisschen Fan von Dänmark, fahre sogar ein Auto, was von
dort kommt.
Donnerwetter.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Ehemaliger_Pkw-Hersteller_(D%C3%A4nemark)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Pkw-Hersteller_(D%C3%A4nemark)
Alles Karren, von denen ich noch nie gehört habe.
*LOL* Mißverständnis!
Ich schrieb nicht, dass mein Auto in Dänemark gebaut wurde.
Die Erstzulassung war in Dänemark, dann kam es nach Deutschland.
(wo es auch gebaut wurde)

W.
Torsten Mueller
2020-12-31 08:35:03 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Echt? Die Dänemarkerinnen auch?
Zumindest diese Däninen hier im Orchester scheinen einiges mehr
auszuhalten als diese verweichlichten Schlaffmänner daneben. Und Humor
haben sie auch, sonst würden sie es ja nicht mitmachen:


Post by Wolf gang P u f f e
http://youtu.be/Pcht3qgAbvw
Geht runter wie Öl.

T.M.

Torsten Mueller
2020-12-30 17:05:38 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Westfrau ginge gar nicht.
Det meinige Exemplar ist ja mehr Süden als Westen, aber dennoch mehr
Westen als Osten. Und außerdem kann die jetz ooch ganz ordntlisch
Sächsisch. Aber, ehrlich gesagt, haben sich meine Auffassungen über
Himmelsrichtungen in den letzten 30 Jahren erheblich relativiert.

Blödheit (als dasjenige Kriterium, das einem naturgemäß immer am meisten
ins Auge sticht) scheint überall so ziemlich gleich verteilt zu sein -
ich schließe daraus, daß es wohl mit Dingen wie Klugheit,
Selbständigkeit, Charakterstärke, Humor, Empathie, Fleiß, Kraft, Liebe
(...) nicht viel anders sein wird. Und wenn ich "überall" sage, dann
schließt das die DDR selbstverständlich mit ein, andere aber eben auch
nicht aus.

Was ich sagen will ist: ich betrachte die Andersartigkeit "unserer"
Mändis und Madlens als ein ziemlich dummes Klischee, insbesondere von
Leuten, die keine Ahnung haben. Die mecklenburgische LPG-Bäuerin und die
bayrische Bauersfrau auf einem Hof mit 100 Kühen - ist da eine besser
oder schlechter oder selbständiger oder unkomplizierter?

T.M.
Lars Gebauer
2020-12-30 10:35:52 UTC
Permalink
Post by klaus reile
"Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik. Sie meistern Beruf und
Familie, weil sie es nicht anders kennen. Sie pfeifen auf Emanzipation,
weil sie schon emanzipiert sind. Was ist dran am Mythos "Ostfrau"?
Bald nichts mehr. In spätestens einer Generation ist die "Ostfrau"
völlig zur "Westfrau" degeneriert.
--
"Astrein!"

--Marie, 21, experimentierfreudig beim Sex im Wald
klaus reile
2020-12-30 11:24:57 UTC
Permalink
On Wed, 30 Dec 2020 11:35:52 +0100
Post by Lars Gebauer
Post by klaus reile
"Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik. Sie meistern Beruf
und Familie, weil sie es nicht anders kennen. Sie pfeifen auf
Emanzipation, weil sie schon emanzipiert sind. Was ist dran am
Mythos "Ostfrau"?
Bald nichts mehr. In spätestens einer Generation ist die "Ostfrau"
völlig zur "Westfrau" degeneriert.
Leider wirst Du wohl recht haben.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Lieber einen Ort im Grünen als einen Grünen im Ort
Chr. Maercker
2020-12-30 11:41:18 UTC
Permalink
Post by klaus reile
"Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik. Sie meistern Beruf und
Familie, weil sie es nicht anders kennen. Sie pfeifen auf Emanzipation,
weil sie schon emanzipiert sind. Was ist dran am Mythos "Ostfrau"?
https://www.mdr.de/zeitreise/schwerpunkte/ostfrauen-106.html
Mit der Karriere war das schon zu DDR-Zeiten so eine Sache, sie endete
oft genug als angelernte Kraft am Fließband etc. Obendrein wurden auch
in der DDR klassische Frauenberufe (Sachbearbeiterin, Friseuse,
Pflegeklräfte,...) schlecht bezahlt. Durch die Doppel- bzw.
Dreifachbelastung Beruf/Haushalt/Kinder war das kaum anders möglich d.h.
es hat sich so entwickelt, obwohl es von der Parteiführung nicht
unbedingt beabsichtigt war.
Post by klaus reile
Meine Meinung: Als hoffnungsloser Ostalgiker sehe ich das Ganze
vielleicht auch etwas verklärt, aber ich habe mich sofort an die Frauen
meiner Familie und auch an meine Lehrerinnen in der Schule erinnert
gefühlt. Als Schüler haben wir in der LPG helfen müssen. Auch die dort
arbeitenden Frauen haben mich geprägt. Trotz vieler und auch schwerer
Arbeit habe ich sie eigentlich als vorwiegend gut gelaunt in Erinnerung.
So etwa. Zum Teil elend schwere "Kläje", wie das im Großraum Halle so
schön genannt wurde.
Post by klaus reile
Ich habe aber auch Erfahrungen mit Frauen an den Grenzkontrollen
gemacht. Hübsche Frauen, aber auch wahre Flintenweiber. Besonders an
den Transitstrecken.
Die Zicken in HO-Läden, bei Polizei, Reichsbahn und Verwaltung waren in
etwa von der selben Sorte. Dialog in einem Bäckerladen in Leipzig:

Kunde: Na Chefin, was empfehlen Sie heute?
Verkäuferin: Se sähn doch, was da is!
--
CU Chr. Maercker.
Arno Welzel
2020-12-30 16:17:52 UTC
Permalink
Post by klaus reile
"Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik. Sie meistern Beruf und
Familie, weil sie es nicht anders kennen. Sie pfeifen auf Emanzipation,
weil sie schon emanzipiert sind. Was ist dran am Mythos "Ostfrau"?
https://www.mdr.de/zeitreise/schwerpunkte/ostfrauen-106.html
[...]

Meine Oma war nicht aus dem Osten, sondern aus Bayern. Aber sie war aber
ebenfalls eine selbstbewusste Frau, die ihre Töchter auch so erzogen
hat, dass man als Frau nicht automatisch nur auf die Rolle "Hausfrau und
Mutter" festgelegt sein muss. Als ich noch im Kindergarten-Alter war,
hatte sich Oma von Opa getrennt, wieder in ihrem gelernten Beruf
gearbeitet und hat ihr Leben selbst bestimmt. Später hat sie nochmal
geheiratet, weil ihr neuer Partner, den sie erst in fortgeschrittenem
Alter kennengelernt hat ihr nahegelegt hat, dass sie von der Witwenrente
sicher gut leben könnte und er ihr wenigstens das hinterlassen möchte.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
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