Discussion:
Verstorben ist ebenfalls Herr "Ab wann?"
Add Reply
René Marquardt
2022-01-09 17:25:24 UTC
Antworten
Permalink
https://www.ansa.it/sito/notizie/cronaca/2021/12/14/addio-a-riccardo-ehrman-fece-cadere-il-muro-di-berlino_f266bb52-aaba-42c5-bf85-ce71e36df8d7.html

Der ANSA-Journalist Riccardo Ehrman ist heute (14. Dez 2021 im Alter von 92 Jahren in Madrid gestorben.

Dies teilte seine Frau Margherita der ANSA mit.

Schabowski hatte von Maßnahmen zugunsten einer Liberalisierung des Reiseregimes für die DDR-Bürger gesprochen, die privat ungehindert ins Ausland reisen könnten. Damals fragte Ehrman: „Aber wann treten diese neuen Regeln in Kraft?“. Schabowski steckte die Hand in die Jackentasche, in der er ein paar Blätter hatte, sah sie an und antwortete dann: „Soweit ich weiß, sofort, ab jetzt“.
Martin Ebert
2022-01-09 18:44:20 UTC
Antworten
Permalink
Am 09.01.22 um 18:35 schrieb Peter Veith:

[Zitat]
Schabowski griff in seine Jackentasche, in der er einige Blätter
Papier aufbewahrte,
Da die Pressekonferenz gut dokumentiert ist: Vorstehendes
ist ein Märchen. Keine Jackentasche.
Peter Veith
2022-01-09 19:28:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Martin Ebert
[Zitat]
Schabowski griff in seine Jackentasche, in der er einige Blätter
Papier aufbewahrte,
Da die Pressekonferenz gut dokumentiert ist: Vorstehendes
ist ein Märchen. Keine Jackentasche.
Ja, Legenden werden noch einmal verfestigt. Toll wie auch die FAZ die
Rolle der Medien - insbesondere der "Tagesthemen" - schlicht übergeht.

Mir nicht mehr erinnerlich:

* "Ehrman wurde am Abend am Bahnhof Friedrichstraße von vielen, die die
Fernsehsendung verfolgt hatten, erkannt und triumphierend
verabschiedet." :-D

* "Im Jahr 1991 übernahm er die Leitung des ANSA-Büros in Madrid, wo er
bis zu seiner Pensionierung tätig war." Die "Pensionierung" müßte dann
bereits um 1994 gewesen sein.

Veith
--
Non forum sed vitae discimus
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
René Marquardt
2022-01-09 20:01:50 UTC
Antworten
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
[Zitat]
Schabowski griff in seine Jackentasche, in der er einige Blätter
Papier aufbewahrte,
Da die Pressekonferenz gut dokumentiert ist: Vorstehendes
ist ein Märchen. Keine Jackentasche.
Ja, Legenden werden noch einmal verfestigt. Toll wie auch die FAZ die
Rolle der Medien - insbesondere der "Tagesthemen" - schlicht übergeht.
Jackentasche oder vom Tisch eingesammelt, ist relativ egal.
Unbedeutenden Kleinigkeiten.
Welche Rolle "die Medien" hier spielten, ist ebenfalls nebensaechlich.
Ein wichtigeres Detail ist doch, dass Ehrmann vor der PK zugesteckt
worden ist, direkt nach einer direkten Antwort zu fragen, und noetigenfalls
nachzuhaken, "ab wann, und was heisst das genau", und wo dieser
Tipgeber sass. Naemlich im "U-Boot".
Martin Ebert
2022-01-10 03:09:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
[Zitat]
Schabowski griff in seine Jackentasche, in der er einige Blätter
Papier aufbewahrte,
Da die Pressekonferenz gut dokumentiert ist: Vorstehendes
ist ein Märchen. Keine Jackentasche.
Ja, Legenden werden noch einmal verfestigt. Toll wie auch die FAZ die
Rolle der Medien - insbesondere der "Tagesthemen" - schlicht übergeht.
Wir hatten das Thema vor Jahren: Ehrman war dann einfach
verschwunden, über viele Jahre.
Post by René Marquardt
Jackentasche oder vom Tisch eingesammelt, ist relativ egal.
Unbedeutenden Kleinigkeiten.
Das ist -wie alles an dem Tag- sehr wohl bedeutend.
Post by René Marquardt
Welche Rolle "die Medien" hier spielten, ist ebenfalls nebensaechlich.
Auch das ist bedeutend, wie hieß der amerikanische Journalist
vor Schreck noch?
Post by René Marquardt
Ein wichtigeres Detail ist doch, dass Ehrmann vor der PK zugesteckt
worden ist, direkt nach einer direkten Antwort zu fragen, und noetigenfalls
nachzuhaken, "ab wann, und was heisst das genau", und wo dieser
Tipgeber sass. Naemlich im "U-Boot".
Ja.
Ulf Kutzner
2022-01-09 20:35:43 UTC
Antworten
Permalink
Post by Peter Veith
* "Ehrman wurde am Abend am Bahnhof Friedrichstraße von vielen, die die
Fernsehsendung verfolgt hatten, erkannt und triumphierend
verabschiedet." :-D
* "Im Jahr 1991 übernahm er die Leitung des ANSA-Büros in Madrid, wo er
bis zu seiner Pensionierung tätig war." Die "Pensionierung" müßte dann
bereits um 1994 gewesen sein.
Da wurde er 65.

Gruß, ULF
wolfgang sch
2022-01-09 21:19:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by Peter Veith
* "Ehrman wurde am Abend am Bahnhof Friedrichstraße von vielen, die die
Fernsehsendung verfolgt hatten, erkannt und triumphierend
verabschiedet." :-D
Das hat die ANSA wohl aus wikipedia, und wikipedia hat es aus einem
Spiegel- Artikel der wie es scheint auf persönlichen Erzählungen von
Ehrmann beruht. Herr Ehrmann mag da etwas ausgeschmückt haben.

"Riccardo Ehrman arbeitet in dieser Nacht nahezu ohne Pause. Zweimal
geht er von seiner Wohnung in der Nähe des Alexanderplatzes zum
Grenzübergang Friedrichstraße, wird schließlich von ihm wildfremden
Personen erkannt und umarmt. Sie heben ihn auf ihre Schultern, lassen
ihn hochleben."

https://www.spiegel.de/geschichte/mauerfall-a-950083.html
--
Currently Listening: http://youtu.be/95EoHfFGBeU

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Peter Veith
2022-01-10 06:26:20 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Das hat die ANSA wohl aus wikipedia, und wikipedia hat es aus einem
Spiegel- Artikel der wie es scheint auf persönlichen Erzählungen von
Ehrmann beruht. Herr Ehrmann mag da etwas ausgeschmückt haben.
https://www.spiegel.de/geschichte/mauerfall-a-950083.html
Danke.

Veith
--
Non forum sed vitae discimus
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Uwe Schickedanz
2022-01-10 17:41:39 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Das hat die ANSA wohl aus wikipedia, und wikipedia hat es aus einem
Spiegel- Artikel der wie es scheint auf persönlichen Erzählungen von
Ehrmann beruht
Leider wird dieses ehemalige Nachrichtenmagazin immer noch häufig in
der Wikipedia als Quelle verwendet, allen Lügengeschichten zum Trotz.
Offenbar passt die Ausrichtung.


Gruß Uwe
--
Niemand hat die Absicht, eine Impfpflicht einzuführen.

=== http://www.sicherheitslampe.de ===
wolfgang sch
2022-01-09 21:16:15 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Damals fragte Ehrman: „Aber wann treten diese
neuen Regeln in Kraft?“.
Das ist nicht richtig. Herr "Ab wann" war Peter Brinkmann vom Springer-
Verlag. Herr Ehrmann hatte zuvor das erste Stichwort gegeben, als er
Schabowski nach Fehlern beim Reisegesetz fragte.
--
Currently Listening:


http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Peter Veith
2022-01-10 06:32:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by René Marquardt
Damals fragte Ehrman: „Aber wann treten diese
neuen Regeln in Kraft?“.
Das ist nicht richtig. Herr "Ab wann" war Peter Brinkmann vom Springer-
Verlag. Herr Ehrmann hatte zuvor das erste Stichwort gegeben, als er
Schabowski nach Fehlern beim Reisegesetz fragte.
Ich habe das Geschehen für mich so ausformuliert: (...)

Als am 9. November 1989, 18:52:40 Uhr, der italienische Journalist
Riccardo Ehrman (von der italienische Nachrichtenagentur ANSA) die -
nach eigener Aussage - abgesprochene Frage nach dem Reisegesetz gestellt
hatte, stellt der Bundeswehr - Oberleutnant d. R. und damalige
BILD-Korrespondent, Peter Brinkmann, die entscheidenden Fragen:
- „Ab sofort? Ab ...?“ und
- „Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?“

Günter Schabowski erinnerte sich später: „(...) kamen seine Fragen wie
aus der Pistole geschossen.“ Mit diesen Fragen werden die Probleme einer
Lösung zugeführt. Durch die von Schabowski gestammelten Worte „sofort,
unverzüglich“ und die Bejahung der Ausreise über die
Grenzübergangsstellen zu Westberlin werden sie im Sinne der BRD gelöst:
Die DDR – Organe haben keine Möglichkeit mehr, sich auf die neue
Regelung einzustellen und Berlin, wo sich über die West - Medien
innerhalb kurzer Zeit sich eine große Menschenmasse mobilisieren lässt,
ist ausdrücklich einbezogen.

Obwohl Riccardo Ehrmann seine Nachricht über die neue Grenzregelung als
Erster meldet, bleibt es unmittelbar noch ruhig. Keiner der anwesenden
Journalisten wusste mit Schabowskis Ankündigung so recht etwas
anzufangen. So war die französische Journalistin, Pascale Hugues, nach
der Pressekonferenz ins Berliner Palasthotel zurückgekehrt und war
ratlos, was sie schreiben sollte. Im Foyer des Hotels traf sie auf ihre
Kollegen aus aller Welt, die genauso ratlos waren.

Sowohl die 19.00 Uhr beginnende „Heute“- Sendung des ZDF als auch die
19.30 Uhr beginnende „Aktuelle Kamera“ des DDR-Fernsehens bleiben nahe
an der Meldung der DDR-Nachrichtenagentur ADN und verweisen lediglich
auf die Möglichkeit der Ausreise. Es wird hervorgehoben, dass
„Privatreisen nach dem Ausland ab sofort und ohne besondere Anlässe
_beantragt_ werden können“. Im ZDF rangierte die Meldung sogar erst an
6. Stelle und wurde um 19.17 Uhr gesendet. Walter Momper, der über die
geplante Regelung grundsätzlich Bescheid weiß, meint um 19.35 Uhr in der
SFB-Abendschau: „praktisch morgen geht es los.“

Trotz der faktischen Aufhebung des Sperrvermerks von Krenz und dem
Gestammel von Schabowski scheint alles seinen geplanten Gang zu gehen.
Dann meldet überraschend die US-amerikanische Nachrichtenagentur „AP“ -
für die Ehrmann früher gearbeitet hatte - um 19.41 Uhr: „Die
sensationelle Meldung: Die DDR-Grenze zur Bundesrepublik und nach
West-Berlin ist offen“. Eine Meldung, die noch nicht einmal im Ansatz -
theoretisch und praktisch - stimmt. (...)

Veith
--
Non forum sed vitae discimus
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Ulf Kutzner
2022-01-11 14:41:04 UTC
Antworten
Permalink
Post by Peter Veith
Post by wolfgang sch
Post by René Marquardt
Damals fragte Ehrman: „Aber wann treten diese
neuen Regeln in Kraft?“.
Das ist nicht richtig. Herr "Ab wann" war Peter Brinkmann vom Springer-
Verlag. Herr Ehrmann hatte zuvor das erste Stichwort gegeben, als er
Schabowski nach Fehlern beim Reisegesetz fragte.
Ich habe das Geschehen für mich so ausformuliert: (...)
Als am 9. November 1989, 18:52:40 Uhr, der italienische Journalist
Riccardo Ehrman (von der italienische Nachrichtenagentur ANSA) die -
nach eigener Aussage - abgesprochene Frage nach dem Reisegesetz gestellt
hatte, stellt der Bundeswehr - Oberleutnant d. R. und damalige
- „Ab sofort? Ab ...?“ und
- „Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?“
Günter Schabowski erinnerte sich später: „(...) kamen seine Fragen wie
aus der Pistole geschossen.“ Mit diesen Fragen werden die Probleme einer
Lösung zugeführt. Durch die von Schabowski gestammelten Worte „sofort,
unverzüglich“ und die Bejahung der Ausreise über die
Die DDR – Organe haben keine Möglichkeit mehr, sich auf die neue
Regelung einzustellen und Berlin, wo sich über die West - Medien
innerhalb kurzer Zeit sich eine große Menschenmasse mobilisieren lässt,
ist ausdrücklich einbezogen.
Und wg. irgendeiner Veranstaltung war WIMRE auch noch der Schießbefehl ausgesetzt.
Post by Peter Veith
Sowohl die 19.00 Uhr beginnende „Heute“- Sendung des ZDF als auch die
19.30 Uhr beginnende „Aktuelle Kamera“ des DDR-Fernsehens bleiben nahe
an der Meldung der DDR-Nachrichtenagentur ADN und verweisen lediglich
auf die Möglichkeit der Ausreise. Es wird hervorgehoben, dass
„Privatreisen nach dem Ausland ab sofort und ohne besondere Anlässe
_beantragt_ werden können“. Im ZDF rangierte die Meldung sogar erst an
6. Stelle und wurde um 19.17 Uhr gesendet. Walter Momper, der über die
geplante Regelung grundsätzlich Bescheid weiß, meint um 19.35 Uhr in der
SFB-Abendschau: „praktisch morgen geht es los.“
Trotz der faktischen Aufhebung des Sperrvermerks von Krenz und dem
Gestammel von Schabowski scheint alles seinen geplanten Gang zu gehen.
Dann meldet überraschend die US-amerikanische Nachrichtenagentur „AP“ -
für die Ehrmann früher gearbeitet hatte - um 19.41 Uhr: „Die
sensationelle Meldung: Die DDR-Grenze zur Bundesrepublik und nach
West-Berlin ist offen“. Eine Meldung, die noch nicht einmal im Ansatz -
theoretisch und praktisch - stimmt. (...)
Hätte noch irgendjemand das vorgesehene Antragsverfahren
ernstgenommen, hätte es die Schlangen anfangs vor den Antragsstellen
gegeben.

Ach ja, bei der Ausreise aus Litauen nach Polen lag am Kfz-Grenzübergang
Lazdijai (wird seinerzeit in jenem Grenzabschnitt der einzige gewesen sein)
im Herbst 1991 (also etwas später) lag die Wartezeit bei etwa acht Tagen(!),
wir hatten Reisende der Gegenrichtung befragt. So etwas kann vorkommen,
wenn reguläre Personalstärke und Kontrollen nicht ausgesetzt. Zudem fanden
sich dort etwa sowjettadschikischische Reisebusse ein, denen man in Brest die
Nutzung des dortigen Straßenübergangs verwehrt hatte.

Gruß, ULF
René Marquardt
2022-01-11 18:56:09 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Hätte noch irgendjemand das vorgesehene Antragsverfahren
ernstgenommen, hätte es die Schlangen anfangs vor den Antragsstellen
gegeben.
In meinem Kuhkaff gab es die.
Ich hatte ohnehin am 11.11. eine Jugendtourist-Reise von Schoenefeld
nach Moskau und Umgebung. Am 9.11. abends zuhause einen Film geguckt
mit irgendwelchen nackten Negerinnen, da wurde zweimal das Programm
unterbrochen und ich weiss echt nicht, welcher der vier Sender das war,
und die durchgegebene Meldung habe ich genauso verstanden:
Antragsverfahren, und Genehmigung zu erteilen ohne besondere Gruende.
Also am 10. aufs VPKA gedackelt, mir den Perso stempeln lassen nach
mittellanger Wartezeit, bei der Staatsbank Geld gewechselt mit dem Stempel
im Perso, warens dreissig DDR-Mark, die ich in DM wechseln durfte?,
mit dem Zug nach Berlin, und ordentlich mit Stempel ueber die Grenze nach WB.
Zwei Wochen Russland, Goldener Kreis, und als ich zurueck kam, war alles anders, LOL.
René Marquardt
2022-01-11 18:59:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by René Marquardt
Post by Ulf Kutzner
Hätte noch irgendjemand das vorgesehene Antragsverfahren
ernstgenommen, hätte es die Schlangen anfangs vor den Antragsstellen
gegeben.
In meinem Kuhkaff gab es die.
Ich hatte ohnehin am 11.11. eine Jugendtourist-Reise von Schoenefeld
nach Moskau und Umgebung. Am 9.11. abends zuhause einen Film geguckt
mit irgendwelchen nackten Negerinnen, da wurde zweimal das Programm
unterbrochen und ich weiss echt nicht, welcher der vier Sender das war,
Antragsverfahren, und Genehmigung zu erteilen ohne besondere Gruende.
Also am 10. aufs VPKA gedackelt, mir den Perso stempeln lassen nach
mittellanger Wartezeit, bei der Staatsbank Geld gewechselt mit dem Stempel
im Perso, warens dreissig DDR-Mark, die ich in DM wechseln durfte?,
mit dem Zug nach Berlin, und ordentlich mit Stempel ueber die Grenze nach WB.
Zwei Wochen Russland, Goldener Kreis, und als ich zurueck kam, war alles anders, LOL.
Korrektur, nach kurzem Nachblaettern im Perso: der Flug von Bln-Sch ging
am 12.11. nach Moskau.
Hans-R. Biermann
2022-01-12 12:50:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Ulf Kutzner
Ach ja, bei der Ausreise aus Litauen nach Polen lag am Kfz-Grenzübergang
Lazdijai (wird seinerzeit in jenem Grenzabschnitt der einzige gewesen sein)
im Herbst 1991 (also etwas später) lag die Wartezeit bei etwa acht Tagen(!),
wir hatten Reisende der Gegenrichtung befragt. So etwas kann vorkommen,
wenn reguläre Personalstärke und Kontrollen nicht ausgesetzt.
An letzten Satz ggf. die Schlichtfeile legen.

Frühjahr '93 mit Fähre von Rügen nach Memel / Klaipeda, anderntags mit Droschke,
chauffiert vom ostpreußischen Herrn Engelhard, die Nehrung nunter. Grenzübergang
Litauen-Rußland nur provisorisch, nicht mal ein Schlagbaum, russ. Grenzer bettelten
um Wodka und Zigaretten. Aber doch nicht bei mir, hatte ich doch vorausschauend
im Münchner Generalkonsulat Visa für Rußland beschafft.
Ziel war Klein Beynuhnen, ehedem Gut der Fahrenheids - das Elend dort dürft Ihr
Euch beliebig grauenhaft ausmalen.

FR
Ulf Kutzner
2022-01-12 16:17:01 UTC
Antworten
Permalink
Post by Hans-R. Biermann
Post by Ulf Kutzner
Ach ja, bei der Ausreise aus Litauen nach Polen lag am Kfz-Grenzübergang
Lazdijai (wird seinerzeit in jenem Grenzabschnitt der einzige gewesen sein)
im Herbst 1991 (also etwas später) lag die Wartezeit bei etwa acht Tagen(!),
wir hatten Reisende der Gegenrichtung befragt.
wenn reguläre Personalstärke und Kontrollen nicht ausgesetzt.
An letzten Satz ggf. die Schlichtfeile legen.
So etwas kann vorkommen, wenn Kontrollen nicht ausgesetzt und Personal
nicht aufkommensgemäß verstärkt.
Post by Hans-R. Biermann
Frühjahr '93 mit Fähre von Rügen nach Memel / Klaipeda, anderntags mit Droschke,
chauffiert vom ostpreußischen Herrn Engelhard, die Nehrung nunter. Grenzübergang
Litauen-Rußland nur provisorisch, nicht mal ein Schlagbaum, russ. Grenzer bettelten
um Wodka und Zigaretten. Aber doch nicht bei mir, hatte ich doch vorausschauend
im Münchner Generalkonsulat Visa für Rußland beschafft.
In Brest wurde einmal der Preis für ein für Rußland angefragtes Visum
wg. Fehlens eines Ausreisestempels auf dem noch nicht abgelaufenen
Vorgängervisum um die Hälfte reduziert, von wegen nur eine Einreise
benötigt – halber Preis. Ein anderer Uniformierter meinte dann, wegen
Aufsuchens des Fahrkartenschalters herumtönen zu müssen, dabei war
Fahrkarte bis Bahnhof Brest vorhanden und weitere Visaerteilung daselbst
gar nicht absehbar gewesen – wurde in Warschau vom russ. Schlafwagenschaffner
anempfohlen.

Nicht nachmachen! Über jene Grenze fahren im Zweifel ohnehin keine
Reisezüge wg. der vermaledeiten Pandemie, zudem bekommt man in Brest
schon lange keine für Rußland gültigen Visa mehr, und irgendetwas war
noch mit der Einreise über Osinovka(Gr) von wegen allenfalls bilateraler
Grenzübertrittspunkt mit Duldung des Grenzübertritts durch Westler bei
Nutzung des durchgehenden Talgozugs. Es gibt jedenfalls Berichte von
Westlern, die von den Organen in Smolensk aus dem Zug gezogen, ausführlich
befragt und nach Strafzahlung Richtung Minsk reexpediert wurden.

Lesen Sie weiter auf narkive:
Loading...