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Ballon
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Bert Schadler
2018-09-28 06:12:56 UTC
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Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
Gunter Kühne
2018-09-28 07:51:29 UTC
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Post by Bert Schadler
Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
Das kam wohl auf die Gegend an.
Die meisten Jungen und Wessis ( sorry Bürger aus den Gebrauchten
Bundesländern) haben bis heute noch nicht mitgeschnitten, daẞ
die DDR eben nicht von Suhl bis Rostock gleich war.
Als 2. kommt immer noch der Zeitrahmen hinzu.
Auch Modebegriffe änderten sich.
Also in der Dresdner Neustadt wurde der Haufen meist als GHG bezeichnet.
Später auch bei der Energieversorgung. sozusagen von 84 bis Schluss.
( Sogar in Parteinahen Kreisen ;( )
GK
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
(http://de.allreadable.com/d803Jttx)
Matthias Opatz
2018-09-28 10:17:45 UTC
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Post by Bert Schadler
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war.
Doch, hat man. In meinem Umfeld jedenfalls.

Der Vater einer Bekannten war (hauptamtlich) bei der Stasi. 70er Jahre.

Oder bei "Horch und Guck".

Matthias
Veith
2018-09-28 11:15:17 UTC
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Post by Matthias Opatz
Post by Bert Schadler
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so
einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht.
Doch, hat man. In meinem Umfeld jedenfalls.
Oder bei "Horch und Guck".
Werfe noch "Firma" oder "Mephis" in den Raum. Das waren aber eher
Spaß-Bezeichnungen.

Häufig jedoch schlicht "MfS" ... war ja kurz genug.

"Stasi" war bekannt, wurde aber eher selten und wenn dann bewußt abwertend
verwendet.

Folge:
Ballonflieger über die Grenze u.ä. werden wohl selbstverständlich "Stasi" gesagt
haben. Oder den Westbegriff "SSD" = Staatssicherheitsdienst verwenden, der eine
Nähe zum "SD" der Nazis suggieren soll.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Chr. Maercker
2018-09-28 11:23:16 UTC
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Post by Bert Schadler
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht.
Doch, diese Bezeichnung war, neben etlichen weiteren, gang und gäbe.
Sowohl im Raum Halle als auch in Sachsen und in Berlin habe ich sie gehört.

Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier
gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses
"Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.

"Die Firma" oder "Horch & Guck" waren ebenfalls üblich. In Anlehnung an
die Abkürzung MfS habe ich auch mal "Memphis" gehört.
--
CU Chr. Maercker.
René Marquardt
2018-09-28 11:23:33 UTC
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Post by Bert Schadler
Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
In meiner Gegend hieß es sinngemäß, pass bloß uff, wassde sagst, der is bei der Stasi.
Guido Grohmann
2018-09-28 12:29:02 UTC
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Post by René Marquardt
In meiner Gegend hieß es sinngemäß, pass bloß uff, wassde sagst, der is bei der Stasi.
Exakt so, manch mal auch "ist bei Horch, Guck und Greif" (in der
Reihenfolge).

Guido
René Marquardt
2018-09-28 13:08:17 UTC
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Post by Guido Grohmann
Post by René Marquardt
In meiner Gegend hieß es sinngemäß, pass bloß uff, wassde sagst, der is bei der Stasi.
Exakt so, manch mal auch "ist bei Horch, Guck und Greif" (in der
Reihenfolge).
Nee, die Reihenfolge war Guck, Horch, Greif, als Wortspiel mit der GHG,
Großhandelsgesellschaft der DDR.
Gunter Kühne
2018-09-28 13:43:22 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Guido Grohmann
Post by René Marquardt
In meiner Gegend hieß es sinngemäß, pass bloß uff, wassde sagst, der is bei der Stasi.
Exakt so, manch mal auch "ist bei Horch, Guck und Greif" (in der
Reihenfolge).
Nee, die Reihenfolge war Guck, Horch, Greif, als Wortspiel mit der GHG,
Großhandelsgesellschaft der DDR.
Genau .
Haben wir sogar in Grün gemacht, wen die mal später zum Ereignisort
kamen. Da bekamen einige von denen schöne lange Gesichter.
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
(http://de.allreadable.com/d803Jttx)
Wolf gang P u f f e
2018-09-28 16:05:29 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Guido Grohmann
Post by René Marquardt
In meiner Gegend hieß es sinngemäß, pass bloß uff, wassde sagst, der is bei der Stasi.
Exakt so, manch mal auch "ist bei Horch, Guck und Greif" (in der
Reihenfolge).
Nee, die Reihenfolge war Guck, Horch, Greif, als Wortspiel mit der GHG,
Großhandelsgesellschaft der DDR.
Ja GHG ist mir auch in Erinnerung.
Frank Müller
2018-09-28 11:19:37 UTC
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Post by Bert Schadler
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so
einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht
erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht
erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
In meinen Umfeld war es auch nahezu unbekannt, da sprach man eher
von MfS. Mir ist der Begriff Stasi erst mit der Wende begegnet, der
wurde in der DDR wohl eher von kirchliche Gruppen verwendet, über
die er dann in die BRD-Medien gelangte.

Frank
Christina Kunze
2018-10-03 19:22:56 UTC
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Post by Bert Schadler
Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.

Außerdem natürlich alle möglichen Umschreibungen: jemand ist bei Horch
und Guck, jemand ist auch bei dem Verein, einer von denen usw.

chr
Peter Veith
2018-10-03 20:00:18 UTC
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Außerdem natürlich alle möglichen Umschreibungen: ... einer von denen usw.
Im Original geht das so:

»Sie gehören nicht länger zum System.
Sie stehen über dem System.
Außerhalb.
Jenseits davon.
Wir sind "die da". Wir sind "sie da".

.

.

.

.

Wir sind die Men in Black.«

:-D
Veith
--
"Es gibt immer ein außerirdisches Schlachtschiff, einen kosmischen
Todeslaser oder eine intergalaktische Pest, die das Leben auslöschen
wollen auf diesem elenden Planeten!"
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Frank Hucklenbroich
2018-10-03 20:28:09 UTC
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Post by Christina Kunze
Post by Bert Schadler
Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.
Welche Westzeitungen sollen das gewesen sein? Ich als Wessi kenne das nur
als "die Stasi". Und ich war 1986 das erste mal in Berlin (auch im Osten).
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde. Da wurden wir dann in einen verdunkelten Raum geschickt
und der Filmvorführer kommentierte das mit den Worten "Ich gehe jetzt mal
raus, denn ich habe den Film schon 10.000 mal gesehen". Wir haben dann
mehrheitlich gut geschlafen (Schlaf war auf Klassenfahrten in diesem Alter
rar).

Grüße,

Frank
Paul
2018-10-03 21:08:44 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Christina Kunze
Post by Bert Schadler
Hallo,
ich konnte Mittwoch in einer Vorpremiere den Film "Ballon" sehen. An und für sich gut gemacht, Spannung lag in der Luft.
Eine Frage blieb bei mir offen: Hat man damals über Mitarbeiter des MfS so einfach Staasi gesagt. Ich denke nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß dieses Wort hier gebräuchlich war. Wurde wohl eher gar nicht erwähnt. Und gerade dieses "Staasi" kam mir im Film etwas zu oft vor.
Ansonsten ein für mich guter Film. Inwiefern er der Wirklichkeit entprach kann ich nicht sagen.
Viele Grüße Bert.
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.
Welche Westzeitungen sollen das gewesen sein?
Das war direkt nach der Wende, da war in quasi allen Westmedien nur von
*der* Stasi die Rede, im Sinne von "der Stasi hat das und das schlimmes
gemacht". Daran erkannte man das der zuständige Redakteur mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Wessi war der keinerlei
Ahnung von der DDR hatte. Ein Ossi hätte niemals "der Stasi" gesagt, für
die Ossis war es immer "die Stasi".
Post by Frank Hucklenbroich
Ich als Wessi kenne das nur
als "die Stasi". Und ich war 1986 das erste mal in Berlin (auch im Osten).
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde. Da wurden wir dann in einen verdunkelten Raum geschickt
und der Filmvorführer kommentierte das mit den Worten "Ich gehe jetzt mal
raus, denn ich habe den Film schon 10.000 mal gesehen". Wir haben dann
mehrheitlich gut geschlafen (Schlaf war auf Klassenfahrten in diesem Alter
rar).
Grüße,
Frank
Paule
--
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30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
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Veith
2018-10-04 06:59:50 UTC
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Post by Paul
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Christina Kunze
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.
Welche Westzeitungen sollen das gewesen sein?
Das war direkt nach der Wende, da war in quasi allen Westmedien nur von
*der* Stasi die Rede, ...
Kommt von:
"Der StaatassicherheitsDienst", auch "SSD" genannt, vgl.: https://www.bstu.de/

Eine bereits in den 1950ern in der BRD erfundene Bezeichnung, die eine Nähe zum
SD des III. Reiches sugieren soll, vgl.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsdienst_des_Reichsf%C3%BChrers_SS

Fast ein Witz, da nicht wenige Mitarbeiter des SD in der BRD ihre Karrieren
nahtlos (über Gehlen) fortsetzen konnten.
Post by Paul
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Achim Ebeling
2018-10-04 11:45:21 UTC
Antworten
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Post by Veith
Post by Paul
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Christina Kunze
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.
Welche Westzeitungen sollen das gewesen sein?
Das war direkt nach der Wende, da war in quasi allen Westmedien nur von
*der* Stasi die Rede, ...
"Der StaatassicherheitsDienst", auch "SSD" genannt, vgl.: https://www.bstu.de/
Eine bereits in den 1950ern in der BRD erfundene Bezeichnung, die eine Nähe zum
https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsdienst_des_Reichsf%C3%BChrers_SS
Das gilt bis heute.
Neulich las ich auch noch "SD" oder war's "SSD"? in Verbindung mit der
Stasi.
Kann nicht mehr sagen wo das war, ich lese immer ZDF und DW.
Halte mich nicht sehr oft in DL auf.
Post by Veith
Fast ein Witz, da nicht wenige Mitarbeiter des SD in der BRD ihre Karrieren
nahtlos (über Gehlen) fortsetzen konnten.
Ja, in der jungen BRD, dem freien Teil Deutschlands, durfte man braun
bis hellschwarz sein um Kariere zu machen. Nur nicht rot eingefärbt.
Widerstandskämpfer waren auch nur die die erst Widerstand leisteten als
man sah das der Krieg verloren ging. Ausnahmen bestätigen auch hier die
Regel.
Vorher hat niemand von diesen Herren etwas gesagt.
Der Widerstand der Kommunisten gegen Hitler spielt in der BRD
Geschichtsschreibung eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt.
Post by Veith
Post by Paul
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.
Würde mich auch interessieren.


Bis denne
Achim
Veith
2018-10-04 14:20:45 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Post by Veith
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.
Würde mich auch interessieren.
Ich habe diesen aus 2011 gefunden:
"Hurra! Wir fahren nach Berlin - Klassenfahrt zur Mauer" (Doku)


Im Kommantar schrieb jemand: "Das ist der schlimmste DDR-verhetzender Beitrag,
den ich je gesehen habe." Wenn das stimmt, ist der zeitgeist wohl gut getroffen
:-D

Siehe auch:
https://programm.ard.de/?sendung=2872513166427302

"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus Westdeutschland nach
Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah erleben."
"Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen, niemanden ansprechen ..."
"Allein die Fahrt in den Transitbereich auf der Autobahn war schon gruselig ..."

Bildungsziel errecht.
Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
klaus r.
2018-10-04 14:49:27 UTC
Antworten
Permalink
Am Thu, 4 Oct 2018 07:20:45 -0700 (PDT)
Post by Veith
[...]
"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus
Westdeutschland nach Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah
erleben." "Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen,
niemanden ansprechen ..." "Allein die Fahrt in den Transitbereich auf
der Autobahn war schon gruselig ..."
Da ist aber was dran. Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig. Grenzübertritte nach
Polen, CSSR, ja selbst in die Sowjetunion waren problemloser zu
bewerkstelligen.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Bernd Ullrich
2018-10-04 16:47:25 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
Am Thu, 4 Oct 2018 07:20:45 -0700 (PDT)
Post by Veith
[...]
"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus
Westdeutschland nach Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah
erleben." "Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen,
niemanden ansprechen ..." "Allein die Fahrt in den Transitbereich auf
der Autobahn war schon gruselig ..."
--------------------------------------------------------
Post by klaus r.
Da ist aber was dran. Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Post by klaus r.
Grenzübertritte nach
Polen, CSSR, ja selbst in die Sowjetunion waren problemloser zu
bewerkstelligen.
BU
klaus r.
2018-10-05 08:45:56 UTC
Antworten
Permalink
Am Thu, 4 Oct 2018 18:47:25 +0200
Post by Bernd Ullrich
Post by klaus r.
Am Thu, 4 Oct 2018 07:20:45 -0700 (PDT)
Post by Veith
[...]
"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus
Westdeutschland nach Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah
erleben." "Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen,
niemanden ansprechen ..." "Allein die Fahrt in den Transitbereich
auf der Autobahn war schon gruselig ..."
--------------------------------------------------------
Post by klaus r.
Da ist aber was dran. Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass)
von Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach
Ostberlin. Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Aus heutiger Sicht eher luschtig, damals gar nicht.
Stell Dir einfach folgendes Szenario vor: In einem tiefgelegten BMW
2002 sitzen ein polnischer und ein westdeutscher Staatsbürger und
begehren Einlass in die Hauptstadt der Deut... Demo... Rep...
Der Pole hatte einen polnischen Pass, ausgestellt oder verlängert, das
weiss ich heute nicht mehr, im poln. Konsulat in Köln. Im Kofferraum
etwa 3-5kg Lebensmittel (Dauerwurst u.Ä.) als Mitbringsel für die
polnische Verwandtschaft des Polen, die wir in Ostberlin treffen
wollten. Die Polen hatten auf Grund irgendwelcher Unruhen gerade einen
Engpass in der Versorgung mit Lebensmitteln. Der tiefergelegte BMW
spielte eigentlich nur wegen der besonderen Strassenverhältnisse
besonders an diversen Grenzübergängen eine Rolle. Also, wenn Du die
damaligen Verhältnisse kennst und mit etwas Phantasie, ...

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Lars Gebauer
2018-10-05 09:01:42 UTC
Antworten
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Post by klaus r.
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Aus heutiger Sicht eher luschtig, damals gar nicht.
Stell Dir einfach folgendes Szenario vor: In einem tiefgelegten BMW
2002 sitzen ein polnischer und ein westdeutscher Staatsbürger und
begehren Einlass in die Hauptstadt der Deut... Demo... Rep...
Der Pole hatte einen polnischen Pass, ausgestellt oder verlängert, das
weiss ich heute nicht mehr, im poln. Konsulat in Köln. Im Kofferraum
etwa 3-5kg Lebensmittel (Dauerwurst u.Ä.) als Mitbringsel für die
polnische Verwandtschaft des Polen, die wir in Ostberlin treffen
wollten. Die Polen hatten auf Grund irgendwelcher Unruhen gerade einen
Engpass in der Versorgung mit Lebensmitteln. Der tiefergelegte BMW
spielte eigentlich nur wegen der besonderen Strassenverhältnisse
besonders an diversen Grenzübergängen eine Rolle. Also, wenn Du die
damaligen Verhältnisse kennst und mit etwas Phantasie, ...
Ich finde ja eher gruselig, wie man sich derart von Propaganda
beeinflussen lassen kann, daß man täglich gelebte Praxis für gruselig
hält.
Achim Ebeling
2018-10-05 09:26:48 UTC
Antworten
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Post by Lars Gebauer
Post by klaus r.
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Aus heutiger Sicht eher luschtig, damals gar nicht.
Stell Dir einfach folgendes Szenario vor: In einem tiefgelegten BMW
2002 sitzen ein polnischer und ein westdeutscher Staatsbürger und
begehren Einlass in die Hauptstadt der Deut... Demo... Rep...
Der Pole hatte einen polnischen Pass, ausgestellt oder verlängert, das
weiss ich heute nicht mehr, im poln. Konsulat in Köln. Im Kofferraum
etwa 3-5kg Lebensmittel (Dauerwurst u.Ä.) als Mitbringsel für die
polnische Verwandtschaft des Polen, die wir in Ostberlin treffen
wollten. Die Polen hatten auf Grund irgendwelcher Unruhen gerade einen
Engpass in der Versorgung mit Lebensmitteln. Der tiefergelegte BMW
spielte eigentlich nur wegen der besonderen Strassenverhältnisse
besonders an diversen Grenzübergängen eine Rolle. Also, wenn Du die
damaligen Verhältnisse kennst und mit etwas Phantasie, ...
Ich finde ja eher gruselig, wie man sich derart von Propaganda
beeinflussen lassen kann, daß man täglich gelebte Praxis für gruselig
hält.
Wer die Grenzkontrollen in der DDR für gruselig hält, ist noch nicht
viel in der Welt herum gekommen.
Wenn man zum Bleistift mit dem Auto von Dammam nach Bahrain fährt,
könnte man auch meinen die BRD/DDR Grenze zu passieren.

Mir fehlt aber die nötige Phantasie um mir nun die Kontrolle jetzt
bildlich vorzustellen.
Wenn die Dauerwurst eine Rolle gespielt haben sollte, man bekommt auch
heute noch in vielen Ländern Schwierigkeiten wenn der Zöllner
Lebensmittel im Koffer entdeckt.

Jeder gruselt sich halt vor was anderem.


Bis denne
Achim
Frank Hucklenbroich
2018-10-05 13:03:52 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Wenn die Dauerwurst eine Rolle gespielt haben sollte, man bekommt auch
heute noch in vielen Ländern Schwierigkeiten wenn der Zöllner
Lebensmittel im Koffer entdeckt.
Genau, ich bin schon öfters bei der Einreise von Deutschland in die Schweiz
von den Schweizer Grenzwachen in Basel gefragt worden, ob ich Lebensmittel
einführe. Speziell Frischfleisch war wohl zeitweise verboten, wenn gerade
wieder irgendeine Nutztierseuche rumging.

Grüße,

Frank
Torsten Mueller
2018-10-05 13:14:01 UTC
Antworten
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Achim Ebeling
Wenn die Dauerwurst eine Rolle gespielt haben sollte, man bekommt
auch heute noch in vielen Ländern Schwierigkeiten wenn der Zöllner
Lebensmittel im Koffer entdeckt.
Genau, ich bin schon öfters bei der Einreise von Deutschland in die
Schweiz von den Schweizer Grenzwachen in Basel gefragt worden, ob ich
Lebensmittel einführe. Speziell Frischfleisch war wohl zeitweise
verboten, wenn gerade wieder irgendeine Nutztierseuche rumging.
Es geht nicht um eine Seuche, jedenfalls nicht primär. Es geht um die
Verhinderung der Überflutung des Binnenmarktes mit billig industriell
hergestelltem Importfleisch. Fleisch kann ja in CH locker das Vierfache
kosten wie in D. Bei Käse ist es ähnlich. Eine Hochpreisinsel macht eben
an den Grenzen spezielle Maßnahmen erforderlich. Der Zoll ist da nicht
zimperlich.

T.M.
Frank Hucklenbroich
2018-10-05 13:17:32 UTC
Antworten
Permalink
Post by Achim Ebeling
Wer die Grenzkontrollen in der DDR für gruselig hält, ist noch nicht
viel in der Welt herum gekommen.
Wenn man zum Bleistift mit dem Auto von Dammam nach Bahrain fährt,
könnte man auch meinen die BRD/DDR Grenze zu passieren.
Mein Highlight bisher die Einreise von Zypern nach Nordzypern am ehemaligen
Ledra-Palace Hotel in Nikosia. Das wird als UN-Hauptquartier genutzt,
überall stehen Blauhelmsoldaten rum, auch auf den Dächern der zerschossenen
Häuser im Grenzgebiet, da sind auch ein paar Stellungen mit Sandsäcken und
Dreibein-MGs. Und überall "No-Foto!"-Schilder. Dem leistet man lieber
Folge, die schwarzafrikanischen Blauhelme da haben große Macheten
(wirklich, Macheten!).
Man holt sich an einem Container sein Visum ab und passiert die Grenze
entlange von Maschendrahtzäunen, hinter denen Ruinen sind. Und noch mehr
Blauhelmsoldaten. Dann kommt man auf die türkische Seite, da stehen dann
türkische Soldaten, die tragen keine blauen Helme. Es sieht da im
Grengebiet aus, wie in Beirut in den 80ern.

Die Stadt selbst war im Norden dann unauffällig, ich wechselte 20 EUR und
bekam ein par Millionen Lira dafür. Man hätte dort (sehr) billig Klamotten
einkaufen können, aber man warnte uns, daß die (griechisch-)zypriotischen
Grenzer das nicht so gerne sehen wenn man Waren im Feindesland kauft, und
die Sachen dann auch mal gerne konfisziert werden.

Interessant übrigens auch die Busladungen voll mit nordzypriotischen
Wanderarbeiterinnen, die jeden Morgen über die Grenze gekarrt wurden, um in
der Republik Zypern Devisen zu erwirtschaften. Bei uns gegenüber wurde
gerade ein Hotel neu gebaut, und da sah man Heerscharen von denen mit
einfachsten Werkzeugen hantieren, erinnerte etwas an die Nordkoreanischen
Wanderarbeiter, die in China für Onkel Kim schuften müssen. Vor
Sonnenuntergang wurden die wieder eingesammelt und in den Norden hinter den
Zaun gefahren.

Das war 2004, mag sein, daß es da mittlereweile etwas zivilisierter zugeht.

Grüße,

Frank
Torsten Mueller
2018-10-05 09:32:41 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Aus heutiger Sicht eher luschtig, damals gar nicht.
Stell Dir einfach folgendes Szenario vor: In einem tiefgelegten BMW
2002 sitzen ein polnischer und ein westdeutscher Staatsbürger und
begehren Einlass in die Hauptstadt der Deut... Demo... Rep...
Der Pole hatte einen polnischen Pass, ausgestellt oder verlängert, das
weiss ich heute nicht mehr, im poln. Konsulat in Köln. Im Kofferraum
etwa 3-5kg Lebensmittel (Dauerwurst u.Ä.) als Mitbringsel für die
polnische Verwandtschaft des Polen, die wir in Ostberlin treffen
wollten. Die Polen hatten auf Grund irgendwelcher Unruhen gerade einen
Engpass in der Versorgung mit Lebensmitteln. Der tiefergelegte BMW
spielte eigentlich nur wegen der besonderen Strassenverhältnisse
besonders an diversen Grenzübergängen eine Rolle. Also, wenn Du die
damaligen Verhältnisse kennst und mit etwas Phantasie, ...
Ja, und? Was war denn jetzt gruselig, ich meine außer dem BMW und der
Dauerwurst?

T.M.
Veith
2018-10-05 10:53:39 UTC
Antworten
Permalink
Am Freitag, 5. Oktober 2018 11:32:43 UTC+2 schrieb Torsten Mueller:

[an der Staatsgrenzen DDR-BRD]
Post by Torsten Mueller
Ja, und? Was war denn jetzt gruselig, ich meine außer dem BMW und der
Dauerwurst?
Nun ja, die Grenzsicherungsmaßnahmen wirkten noch 1990 auf mich bedrückend /
einschüchternd i.S. von: Vorsicht, nichts falsch machen, hast auch einen
gültigen Auswei^^^Paß dabei?!

Wir hatten die Diskussion schon einmal angerissen:

#Sebastian Koppehel / 28.11.02 / Grenze
Post by Torsten Mueller
Halten wir einfach fest: Während nach offizieller Definition und
Oberstleutnant Hans-Dieter Behrendt die DDR-Grenzkontrollen höflich
und korrekt waren, empfand eine nicht definierte Menge von Westlern
eben diese Grenzkontrollen aus dir nicht verständlichen Gründen als
gruselig.
Ist Dir mal die Idee gekommen, daß einfach aufgrund der umfassenden
Sicherungsmaßnahmen, die Grenzer jeden Wessi hätten lächelnd den Bauch
pinseln können und es wäre immer noch "bedrückend" (das wäre meine
Bezeichnung) gewesen?
Es ist in der Tat wohl so, daß die allgemeine Umgebung mehr zu diesem
Eindruck beigetragen hat als das Verhalten der Grenzer, das wohl
selbst im unfreundlichsten Fall allenfalls als "stimmig" hätte gelten
können. Was hätte man davon halten sollen, wenn man an martialischen
Grenzbefestigungen vorbeifährt, und der Grenzer zwinkert einem
freundlich zu und fragt, wie das Wetter denn so in Hamburg ist ...#

:-D
Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
klaus r.
2018-10-05 11:23:48 UTC
Antworten
Permalink
Am Fri, 5 Oct 2018 03:53:39 -0700 (PDT)
Post by Veith
[an der Staatsgrenzen DDR-BRD]
Post by Torsten Mueller
Ja, und? Was war denn jetzt gruselig, ich meine außer dem BMW und
der Dauerwurst?
Nun ja, die Grenzsicherungsmaßnahmen wirkten noch 1990 auf mich
bedrückend / einschüchternd i.S. von: Vorsicht, nichts falsch machen,
hast auch einen gültigen Auswei^^^Paß dabei?!
#Sebastian Koppehel / 28.11.02 / Grenze
Post by Torsten Mueller
Halten wir einfach fest: Während nach offizieller Definition und
Oberstleutnant Hans-Dieter Behrendt die DDR-Grenzkontrollen höflich
und korrekt waren, empfand eine nicht definierte Menge von Westlern
eben diese Grenzkontrollen aus dir nicht verständlichen Gründen als
gruselig.
Ist Dir mal die Idee gekommen, daß einfach aufgrund der umfassenden
Sicherungsmaßnahmen, die Grenzer jeden Wessi hätten lächelnd den
Bauch pinseln können und es wäre immer noch "bedrückend" (das wäre
meine Bezeichnung) gewesen?
Es ist in der Tat wohl so, daß die allgemeine Umgebung mehr zu diesem
Eindruck beigetragen hat als das Verhalten der Grenzer, das wohl
selbst im unfreundlichsten Fall allenfalls als "stimmig" hätte gelten
können. Was hätte man davon halten sollen, wenn man an martialischen
Grenzbefestigungen vorbeifährt, und der Grenzer zwinkert einem
freundlich zu und fragt, wie das Wetter denn so in Hamburg ist ...#
:-D
Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
An den Anblick der Grenzanlagen hatten wir uns als in Westberlin
wohnende ja mehr oder weniger gewöhnt. Das ein Grenzübertritt aber
daran beinahe gescheitert wäre, dass ein Bürger der VR Polen in einem
Auto eines westdeutschen Klassenfeindes mit fuhr, dass allein der
Ausdruck 'Ostberlin' beinahe für eine Ablehnung des Grenzübertritts
gereicht hätte (das heisst nicht Ostberlin, das ist nämlich die
Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik wurde ich mit sehr
strengen Blick belehrt) und dass wir von einem Grenzübergang zum
nächsten (insgesamt drei) geschickt wurden, weil man sich partout nicht
einigen konnte, welcher Übergang für ein Auto mit zwei Leuten
unterschiedlicher Nationalität und aus unterschiedlichen
Gesellschaftssystemen in Frage kommen könnte, das war schon gewöhnungs-
bedürftig. Man störte sich auch nicht an den Lebensmitteln. Man störte
sich daran, dass ich auf die Frage wozu die wären, sagte, die wären als
Geschenk für die Mutter des Polen, weil es dort momentan schwierig sei.
Deren Argument in tiefsten sächsisch: In der Hauptstadt der Deutschen
Demokratischen Republik werden keine Geschenke überreicht. Bedenken
wegen irgendwelcher Lebensmittel-Gesetze hätte ich hingegen noch
verstanden.
Die story ist damit noch lange nicht zu Ende. Jetzt hab' ich aber keine
Lust mehr.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Lars Gebauer
2018-10-05 13:46:40 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
An den Anblick der Grenzanlagen hatten wir uns als in Westberlin
wohnende ja mehr oder weniger gewöhnt.
Eben.
Post by klaus r.
Das ein Grenzübertritt aber
daran beinahe gescheitert wäre, dass ein Bürger der VR Polen in einem
Auto eines westdeutschen Klassenfeindes mit fuhr, dass allein der
Ausdruck 'Ostberlin' beinahe für eine Ablehnung des Grenzübertritts
gereicht hätte (das heisst nicht Ostberlin, das ist nämlich die
Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik wurde ich mit sehr
strengen Blick belehrt) und dass wir von einem Grenzübergang zum
nächsten (insgesamt drei) geschickt wurden, weil man sich partout nicht
einigen konnte, welcher Übergang für ein Auto mit zwei Leuten
unterschiedlicher Nationalität und aus unterschiedlichen
Gesellschaftssystemen in Frage kommen könnte, das war schon gewöhnungs-
bedürftig.
Na ja. (Als überflüssig empfundene) Bürokratie und Formalia. So was
begegnet mir auch heute noch nicht gerade selten. Hier, in D. Das
halte ich für nervtötend. Teils extrem nervtötend. Aber gruselig?

Der Ehemann meiner Cousine kann da ebenfalls Geschichten erzählen. Der
ist nämlich öfters mal als DDR-Bürger mit einem in Frankreich
zugelassenen Kfz in die DDR eingereist. Das führte an der Grenze auch
regelmäßig zu "Diskussionen". Offenbar war der Standard-Grenzer damit
heillos überfordert.
Post by klaus r.
Man störte sich auch nicht an den Lebensmitteln. Man störte
sich daran, dass ich auf die Frage wozu die wären, sagte, die wären als
Geschenk für die Mutter des Polen, weil es dort momentan schwierig sei.
Deren Argument in tiefsten sächsisch: In der Hauptstadt der Deutschen
Demokratischen Republik werden keine Geschenke überreicht.
Echt? - Ich hätte dann ja eher gedacht, daß der sich über euch lustig
gemacht hat.
Achim Ebeling
2018-10-05 14:40:05 UTC
Antworten
Permalink
Post by Lars Gebauer
Der Ehemann meiner Cousine kann da ebenfalls Geschichten erzählen. Der
ist nämlich öfters mal als DDR-Bürger mit einem in Frankreich
zugelassenen Kfz in die DDR eingereist. Das führte an der Grenze auch
regelmäßig zu "Diskussionen". Offenbar war der Standard-Grenzer damit
heillos überfordert.
Da hätte man als BRD Bürger in einem in Frankreich, oder wo auch immer,
zugelassenem Wagen bei der Einreise auch Diskussionen hervorgerufen.
Das Fahrzeug galt dann nämlich als eingeführt und musste verzollt werden.
Ob das heute immer noch so ist weiß ich nicht.
Ich durfte genau aus diesem Grund das Auto meines Schwiegervaters mit
italienischer Nummer nicht fahren.


Bis denne
Achim
Lars Gebauer
2018-10-05 14:55:07 UTC
Antworten
Permalink
Post by Achim Ebeling
Post by Lars Gebauer
Der Ehemann meiner Cousine kann da ebenfalls Geschichten erzählen. Der
ist nämlich öfters mal als DDR-Bürger mit einem in Frankreich
zugelassenen Kfz in die DDR eingereist. Das führte an der Grenze auch
regelmäßig zu "Diskussionen". Offenbar war der Standard-Grenzer damit
heillos überfordert.
Da hätte man als BRD Bürger in einem in Frankreich, oder wo auch immer,
zugelassenem Wagen bei der Einreise auch Diskussionen hervorgerufen.
Das Fahrzeug galt dann nämlich als eingeführt und musste verzollt werden.
Der Witz war, daß das Fahrzeug auf eine (die?) DDR-Handelsvertreung in
Paris zugelassen war. Dieser Renault war also schon ein volkseigenes
Auto. ;)
Post by Achim Ebeling
Ich durfte genau aus diesem Grund das Auto meines Schwiegervaters mit
italienischer Nummer nicht fahren.
Rumfahren durfte der Mann meiner Cousine in der DDR mit dem Auto auch
nicht. Im Gegenteil: Das mußte umgehend in einer Garage verschwinden
und durfte erst unmittelbar vor Ausreise wieder ausgepackt werden.
wolfgang sch
2018-10-06 07:57:01 UTC
Antworten
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Post by klaus r.
dass wir von einem Grenzübergang zum
nächsten (insgesamt drei) geschickt wurden, weil man sich partout nicht
einigen konnte, welcher Übergang für ein Auto mit zwei Leuten
unterschiedlicher Nationalität und aus unterschiedlichen
Gesellschaftssystemen in Frage kommen könnte
Die Grenzübergänge in Berlin waren nach Zuständigkeiten sortiert:

- Bürger Berlin-West
- Bürger BRD
- Bürger DDR
- Bürger anderer Staaten

Bahnhof Friedrichstraße konnte alle diese Gruppen abfertigen, aber die
Straßenübergänge jeweils nur Teilmengen. Ich weiß nicht mehr welcher
welche, aber vielleicht gab es keinen der sowohl "Bürger Berlin-West"
und "anderer Staaten" durfte. Das könnte evtl. die Erklärung sein.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
klaus r.
2018-10-06 08:59:08 UTC
Antworten
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Am Sat, 6 Oct 2018 07:57:01 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
dass wir von einem Grenzübergang zum
nächsten (insgesamt drei) geschickt wurden, weil man sich partout
nicht einigen konnte, welcher Übergang für ein Auto mit zwei Leuten
unterschiedlicher Nationalität und aus unterschiedlichen
Gesellschaftssystemen in Frage kommen könnte
- Bürger Berlin-West
- Bürger BRD
- Bürger DDR
- Bürger anderer Staaten
Bahnhof Friedrichstraße konnte alle diese Gruppen abfertigen, aber
die Straßenübergänge jeweils nur Teilmengen. Ich weiß nicht mehr
welcher welche, aber vielleicht gab es keinen der sowohl "Bürger
Berlin-West" und "anderer Staaten" durfte. Das könnte evtl. die
Erklärung sein.
Aus heutiger Sicht und Erinnerung würde ich sagen, hauptsächlich war
die Art der Kommunikation der Grenzer und die eine oder andere
unbedachte Äusserung von mir Ursache des Desasters. Los ging es mit der
öffentlich zur Schau getragenen Abneigung, dass ein Angehöriger des
polnischen Brudervolkes im Wagen eines Klassenfeindes mitfuhr.
Vielleicht hätte ich einfach darauf "die Schnauze halten" und einmal
trocken schlucken sollen. Inwieweit die von der ersten Übergangsstelle
dann die anderen "vorab instruierten", wer weiss das schon.
Schlussendlich hat man uns dann an check-point-charlie rüber gelassen
und selbst die Wurscht durften wir mitnehmen. Der Pole blieb in
Ostberlin und meine Rückfahrt alleine gestaltete sich problemlos.

Im Nachhinein kann ich sagen, ich bin doch das ein- oder andere Mal
über Grenzen gekommen, auch im Ostblock. Am "problematischsten" war
immer die innerdeutsche Grenze. Und die israelische. Da liess man mich
erst gar nicht rein. Mein Fehler: Ein syrischer Sichtvermerk im Pass.
Ups, da fällt mir doch auch noch die Türkei ein. Die mochten keine
griechischen Stempel.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Peter Veith
2018-10-06 09:24:03 UTC
Antworten
Permalink
Am 06.10.2018 um 10:59 schrieb klaus r.:

[GÜSt nach 1975]
Post by klaus r.
Post by wolfgang sch
- Bürger Berlin-West
- Bürger BRD
- Bürger DDR
- Bürger anderer Staaten
Bahnhof Friedrichstraße konnte alle diese Gruppen abfertigen, aber
die Straßenübergänge jeweils nur Teilmengen. I
Schlussendlich hat man uns dann an check-point-charlie rüber gelassen
Ich war bisher davon ausgegangen, daß der Grenzübergang "Checkpoint
Charlie" nur von Militär der Siegermächte sowie deren Gefolge genutzt wurde.

Bei Wikipedia heißt es aktuell: "Der Grenzübergang durfte nur von
alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, *Ausländern* und
Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei
der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden."

Nach der herrschenden Sprache beträfe das den Polen, aber nicht klaus r.

In dem Artikel wird es wieder schwammig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Grenzübergänge

Vermutlich war das nicht so einheitlich und änderte sich in Nuancen über
die Zeit.

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
klaus r.
2018-10-06 09:36:08 UTC
Antworten
Permalink
Am Sat, 6 Oct 2018 11:24:03 +0200
Post by Peter Veith
[GÜSt nach 1975]
Post by klaus r.
Post by wolfgang sch
- Bürger Berlin-West
- Bürger BRD
- Bürger DDR
- Bürger anderer Staaten
Bahnhof Friedrichstraße konnte alle diese Gruppen abfertigen, aber
die Straßenübergänge jeweils nur Teilmengen. I
Schlussendlich hat man uns dann an check-point-charlie rüber gelassen
Ich war bisher davon ausgegangen, daß der Grenzübergang "Checkpoint
Charlie" nur von Militär der Siegermächte sowie deren Gefolge genutzt wurde.
Bei Wikipedia heißt es aktuell: "Der Grenzübergang durfte nur von
alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, *Ausländern* und
Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland
bei der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden."
Nach der herrschenden Sprache beträfe das den Polen, aber nicht klaus r.
Das war ja das Hauptproblem. Da wo ich rüber durfte, durfte der Pole
nicht und umgekehrt. Unter der Beteuerung eine grosse Ausnahme zu
machen, durften wir beide *zusammen* nach einer Odyssee quer durch
Berlin dort rüber.

Klaus
Post by Peter Veith
https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Grenzübergänge
Vermutlich war das nicht so einheitlich und änderte sich in Nuancen
über die Zeit.
Veith
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
wolfgang sch
2018-10-06 12:12:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Peter Veith
Ich war bisher davon ausgegangen, daß der Grenzübergang "Checkpoint
Charlie" nur von Militär der Siegermächte sowie deren Gefolge genutzt wurde.
Nein, soweit ich mich erinnere auch zivile Ausländer und DDR-Bürger.
Post by Peter Veith
Bei Wikipedia heißt es aktuell: "Der Grenzübergang durfte nur von
alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, *Ausländern* und
Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland
bei der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden."
Passt ja fast zu meiner Erinnerung.
Post by Peter Veith
Nach der herrschenden Sprache beträfe das den Polen, aber nicht klaus r.
Ja. Aber vielleicht konnten sie Ausnahmen machen.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Bernd Ullrich
2018-10-06 14:11:55 UTC
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Permalink
Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 07:57:01 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
dass wir von einem Grenzübergang zum
nächsten (insgesamt drei) geschickt wurden, weil man sich partout
nicht einigen konnte, welcher Übergang für ein Auto mit zwei Leuten
unterschiedlicher Nationalität und aus unterschiedlichen
Gesellschaftssystemen in Frage kommen könnte
- Bürger Berlin-West
- Bürger BRD
- Bürger DDR
- Bürger anderer Staaten
Bahnhof Friedrichstraße konnte alle diese Gruppen abfertigen, aber
die Straßenübergänge jeweils nur Teilmengen. Ich weiß nicht mehr
welcher welche, aber vielleicht gab es keinen der sowohl "Bürger
Berlin-West" und "anderer Staaten" durfte. Das könnte evtl. die
Erklärung sein.
Aus heutiger Sicht und Erinnerung würde ich sagen, hauptsächlich war
die Art der Kommunikation der Grenzer und die eine oder andere
unbedachte Äusserung von mir Ursache des Desasters. Los ging es mit der
öffentlich zur Schau getragenen Abneigung, dass ein Angehöriger des
polnischen Brudervolkes im Wagen eines Klassenfeindes mitfuhr.
Vielleicht hätte ich einfach darauf "die Schnauze halten" und einmal
trocken schlucken sollen.
Die Erklärung dass die Dauerwurscht für Dritte bestimmt ist klingt sehr
nach "Handelsware".

BU
Torsten Mueller
2018-10-05 11:28:04 UTC
Antworten
Permalink
Post by Veith
Post by Torsten Mueller
Ja, und? Was war denn jetzt gruselig, ich meine außer dem BMW und der
Dauerwurst?
Nun ja, die Grenzsicherungsmaßnahmen wirkten noch 1990 auf mich
bedrückend / einschüchternd i.S. von: Vorsicht, nichts falsch machen,
hast auch einen gültigen Auswei^^^Paß dabei?!
Meinen 100DM-Schein überreichte mir ein Gefreiter der Bundeswehr und
lächelte dabei freundlich und bescheiden, das war gruselig, eh.

T.M.
Bernd Ullrich
2018-10-05 16:28:06 UTC
Antworten
Permalink
Am 05.10.2018 um 10:45 schrieb klaus r.:
[...]
Also, wenn Du die
Post by klaus r.
damaligen Verhältnisse kennst und mit etwas Phantasie, ...
Ich kann mir noch viel Schrecklicheres ausdenken...

BU
wolfgang sch
2018-10-06 07:50:28 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by klaus r.
Da ist aber was dran. Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass die Sicherungsanlagen, die Kontrollpraxis und der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
sollte eigentlich nicht erklärungsbedürftig sein, besonders hierzugroup
nicht.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Achim Ebeling
2018-10-06 09:12:56 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Kann nichts negatives berichten, wurde nie "unhöflich" behandelt.

Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins schwitzen kam.
In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet, einem der Pass aber
nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben wird.
Und gib mal Bakschisch wenn Du kein Geld in der Tasche hast, und das
musst Du dann auch noch dem freundlichen Herrn klar machen, der es Dir
natürlich nicht glaubt.
Da kommt Freude auf.
Das sind andere Kontrollen als BRD/DDR.

Aber in der DDR war ja sowieso alles gruselig oder schockierend,
warum dann die Grenzkornrollen ausnehmen.

Frage mich nur weshalb die Leute nicht zu Hause geblieben sind, wo es
doch da so kuschelig warm war.


Bis denne
Achim
klaus r.
2018-10-06 09:29:42 UTC
Antworten
Permalink
Am Sat, 6 Oct 2018 11:12:56 +0200
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse
angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Kann nichts negatives berichten, wurde nie "unhöflich" behandelt.
Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins
schwitzen kam. In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet,
einem der Pass aber nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben
wird. Und gib mal Bakschisch wenn Du kein Geld in der Tasche hast,
und das musst Du dann auch noch dem freundlichen Herrn klar machen,
der es Dir natürlich nicht glaubt.
Da kommt Freude auf.
Das sind andere Kontrollen als BRD/DDR.
Bist Du denn etwa überhaupt nicht lernfähig? Jeder Vielgereiste weiss
eigentlich, dass es in vielen Ländern überaus hilfreich sein kann, die
ein oder andere Dollarnote parat zu haben. Das ist doch eigentlich das,
was man als aller Erstes beigebracht bekommt. Ich sehe da nur zwei
Möglichkeiten: Entweder Du bist lernresistent oder aber geizig.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Peter Veith
2018-10-06 09:55:05 UTC
Antworten
Permalink
... dass es in vielen Ländern überaus hilfreich sein kann, die ein
oder andere Dollarnote parat zu haben.
Ich war schon irritiert, als ich das 1. Mal einen Zollbeamten bestechen
*mußte* um ohne Schikanen (und Intensivkontrolle) zum Flugzeug gehen zu
können.

Zudem hatte ich erst einen "Trick" erwartet. Auch wollten die keine
Dollar oder DM, sondern einheimische Dalasi (dessen Ein-/ Ausfuhr
verboten war!).

Also, das letzte Kleingeld (im Wert von ca. 2 DM) zusammengekratzt und
der Zöllner nur: "to small" ... eine kleine Sammelaktion und umgerechnet
ca. 3 DM reichten dann.

Ins Schwitzen kam ich dann im Zelt, wo mein DDR-Paß gestempelt wurde.
Der kleine Schwarze sprang wortwörtlich auf und nieder: "What's that?!"
und ich keine Dalasi mehr.

Ging aber alles gut.

Veith
--
"Die DDR ist als Staat erledigt, aber sie lebt weiter als
Erzählgemeinschaft und Maßstab", Stefan Berg, Spiegel 40/2017.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
klaus r.
2018-10-06 10:25:24 UTC
Antworten
Permalink
Am Sat, 6 Oct 2018 11:55:05 +0200
Post by Peter Veith
... dass es in vielen Ländern überaus hilfreich sein kann, die ein
oder andere Dollarnote parat zu haben.
Ich war schon irritiert, als ich das 1. Mal einen Zollbeamten
bestechen *mußte* um ohne Schikanen (und Intensivkontrolle) zum
Flugzeug gehen zu können.
Zudem hatte ich erst einen "Trick" erwartet. Auch wollten die keine
Dollar oder DM, sondern einheimische Dalasi (dessen Ein-/ Ausfuhr
verboten war!).
Also, das letzte Kleingeld (im Wert von ca. 2 DM) zusammengekratzt und
der Zöllner nur: "to small" ... eine kleine Sammelaktion und
umgerechnet ca. 3 DM reichten dann.
Ins Schwitzen kam ich dann im Zelt, wo mein DDR-Paß gestempelt wurde.
Der kleine Schwarze sprang wortwörtlich auf und nieder: "What's
that?!" und ich keine Dalasi mehr.
Ging aber alles gut.
Veith
Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür über die Empfänglichkeit der
Zöllner bzw. der Grenzbeamten. Ganz schlecht oder böse kann es enden,
wenn einen das Gespür betrogen hat und man lag falsch. Besonders in
afrikanischen Ländern liegt man meistens aber richtig. Und sehr oft
setzt sich nach Grenzübertritt das Dilemma noch fort. Gegen eine
Strassenkontrolle in Nigeria oder manchmal sogar auch Kenia kann, hat
man keinen dash parat, die damalige Geschichte an der DDR-Grenze eine
Lachnummer sein.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Frank Hucklenbroich
2018-10-06 18:29:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
Gegen eine
Strassenkontrolle in Nigeria oder manchmal sogar auch Kenia kann, hat
man keinen dash parat, die damalige Geschichte an der DDR-Grenze eine
Lachnummer sein.
Ich hatte das Ostern auf Jamaica, da ist in der Gegend um Kingston gerade
"Public State of Emergency", ein schöner Euphemismus für Kriegsrecht. Da
wegen ausufernder Gangkriminalität. In einigen Gegenden alle 5 Kilometer
ein Checkpoint, rechts steht ein Polizist, links ein Soldat, beide mit
Stahlhelm, Panzerweste und M-16 im Anschlag, und man muss langsam mit dem
Auto vorrollen und sämtliche Scheiben runtermachen (die sind dort
eigentlich immer tiefschwarz und man kann in das Auto nicht reinschauen).

Ich persönlich hatte da aber nie ein Problem, weil ich so gar nicht in
deren Beuteschema passe, die suchen junge einheimische Gangmitglieder.

Ich musste da weder meinen Paß zeigen, noch wollten die Geld. Ich hatte den
Eindruck, daß die froh waren, wenn sie keine ihrer Zielpersonen erwischt
haben, denn die schießen bevor das Fenster runtergerollt ist. Cops leben da
nicht lange.

Grüße,

Frank
Paul
2018-10-06 20:25:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by klaus r.
Gegen eine
Strassenkontrolle in Nigeria oder manchmal sogar auch Kenia kann, hat
man keinen dash parat, die damalige Geschichte an der DDR-Grenze eine
Lachnummer sein.
Ich hatte das Ostern auf Jamaica, da ist in der Gegend um Kingston gerade
"Public State of Emergency", ein schöner Euphemismus für Kriegsrecht. Da
wegen ausufernder Gangkriminalität. In einigen Gegenden alle 5 Kilometer
ein Checkpoint, rechts steht ein Polizist, links ein Soldat, beide mit
Stahlhelm, Panzerweste und M-16 im Anschlag, und man muss langsam mit dem
Auto vorrollen und sämtliche Scheiben runtermachen (die sind dort
eigentlich immer tiefschwarz und man kann in das Auto nicht reinschauen).
Ich persönlich hatte da aber nie ein Problem, weil ich so gar nicht in
deren Beuteschema passe, die suchen junge einheimische Gangmitglieder.
Ich musste da weder meinen Paß zeigen, noch wollten die Geld. Ich hatte den
Eindruck, daß die froh waren, wenn sie keine ihrer Zielpersonen erwischt
haben, denn die schießen bevor das Fenster runtergerollt ist. Cops leben da
nicht lange.
Grüße,
Frank
Warum wohl stand da immer ein Polizist und ein Soldat? Damit keiner von
beiden auf die Idee kommt Schmiergeld zu kassieren oder anderweitig Mist
zu bauen. Polizei und Militär können sich im Allgemeinen nicht besonders
gut leiden, und wenn die gemeinsam Posten stehen müssen passt jeder auf
das der Andere die Situation nicht für sich persönlich ausnutzt. Ist in
der Karibik ein weit verbreitetes Konzept. Wobei in ganz Lateinamerika
das mit dem Schmiergeld nicht wirklich problematisch ist, zumindest im
Vergleich mit Afrika und Arabien, da geht ohne Bakschisch gar nichts. In
Afrika ist es keine Frage ob man Bakschisch zahlen soll oder nicht, da
ist es eher eine Frage wie viel man zahlen sollte. Im Zweifelsfall mit
zu wenig anfangen, wenn er mehr will wird er es schon sagen, wenn Du zu
viel gibst wird er Dich nicht mehr ernst nehmen und versuchen Dich
weiter zu schröpfen. Und fast immer muss es die jeweilige Landeswährung
sein. Die ist unauffälliger.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
Peter Veith
2018-10-07 10:10:10 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Warum wohl stand da immer ein Polizist und ein Soldat?
Ich hätte banal gesagt, daß ein Soldat keine Weisungsbefugnis ggü.
Zivilisten aber dafür mehr Feuerkraft hat.
Post by Paul
Damit keiner von beiden auf die Idee kommt Schmiergeld zu kassieren
oder anderweitig Mist zu bauen.
Kann auch ein gewollter Nebeneffekt sein.

Veith
--
"A nation without borders is not a nation." Donald J. Trump
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Peter Veith
2018-10-07 10:07:29 UTC
Antworten
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Ich persönlich hatte da aber nie ein Problem, weil ich so gar nicht in
deren Beuteschema passe, ...
Das ist bei Polizeikontrollen wichtig, möglichst:

- in familiärer Begleitung,
- in bürgerlicher Bekleidung,
- keine schwarze Kleidung,
- ruhiges und höfliches Auftreten.

Hierzulande sollte man noch erkennbar Europäer sein, dann gibt es kaum
Probleme.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Achim Ebeling
2018-10-06 11:16:43 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 11:12:56 +0200
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse
angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Kann nichts negatives berichten, wurde nie "unhöflich" behandelt.
Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins
schwitzen kam. In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet,
einem der Pass aber nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben
wird. Und gib mal Bakschisch wenn Du kein Geld in der Tasche hast,
und das musst Du dann auch noch dem freundlichen Herrn klar machen,
der es Dir natürlich nicht glaubt.
Da kommt Freude auf.
Das sind andere Kontrollen als BRD/DDR.
Bist Du denn etwa überhaupt nicht lernfähig? Jeder Vielgereiste weiss
eigentlich, dass es in vielen Ländern überaus hilfreich sein kann, die
ein oder andere Dollarnote parat zu haben. Das ist doch eigentlich das,
was man als aller Erstes beigebracht bekommt. Ich sehe da nur zwei
Möglichkeiten: Entweder Du bist lernresistent oder aber geizig.
Du kannst natürlich sehen was Du willst, aber ich hatte einfach kein
Geld mehr in der Tasche.

In Guinea wurde mir auch der Pass abgenommen und gefragt ob ich Geld habe.
Meine Antwort war "ja, aber nicht für dich".
Musste meine Euros und das restliche Spielgeld zeigen, und mit einem
grimmigen Gesicht gab sie mir meinen Pass wieder.
Sie sagte, dass sie mich nur kontrollieren wollte.

Ich bin in solchen Situationen mit meinen Reaktionen immer nahe dran
verhaftet zu werden.

Man sollte denen viel ruhiger gegenüber treten, aber ich kann auch nicht
aus meiner Haut.
Als einfacher Touri bekommt man ja gar nicht mit was in den Ländern
alles ab geht.


Bis denne
Achim
klaus r.
2018-10-06 14:19:46 UTC
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Am Sat, 6 Oct 2018 13:16:43 +0200
Post by Achim Ebeling
Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 11:12:56 +0200
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse
angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Kann nichts negatives berichten, wurde nie "unhöflich" behandelt.
Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins
schwitzen kam. In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet,
einem der Pass aber nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben
wird. Und gib mal Bakschisch wenn Du kein Geld in der Tasche hast,
und das musst Du dann auch noch dem freundlichen Herrn klar machen,
der es Dir natürlich nicht glaubt.
Da kommt Freude auf.
Das sind andere Kontrollen als BRD/DDR.
Bist Du denn etwa überhaupt nicht lernfähig? Jeder Vielgereiste
weiss eigentlich, dass es in vielen Ländern überaus hilfreich sein
kann, die ein oder andere Dollarnote parat zu haben. Das ist doch
eigentlich das, was man als aller Erstes beigebracht bekommt. Ich
sehe da nur zwei Möglichkeiten: Entweder Du bist lernresistent oder
aber geizig.
Du kannst natürlich sehen was Du willst, aber ich hatte einfach kein
Geld mehr in der Tasche.
In Guinea wurde mir auch der Pass abgenommen und gefragt ob ich Geld
habe. Meine Antwort war "ja, aber nicht für dich".
Musste meine Euros und das restliche Spielgeld zeigen, und mit einem
grimmigen Gesicht gab sie mir meinen Pass wieder.
Sie sagte, dass sie mich nur kontrollieren wollte.
Ich bin in solchen Situationen mit meinen Reaktionen immer nahe dran
verhaftet zu werden.
Man sollte denen viel ruhiger gegenüber treten, aber ich kann auch
nicht aus meiner Haut.
Als einfacher Touri bekommt man ja gar nicht mit was in den Ländern
alles ab geht.
Bis denne
Achim
Wahrscheinlich spielt auch eine Rolle, ob man privat oder im Auftrag
einer Firma unterwegs ist. Jede Firma, in deren Auftrag ich unterwegs
war, stellte monatlich einen Dollarbetrag x zur Verfügung. Kleinere
Beträge bis etwa 20 oder 30$ brauchten nicht einzeln abgerechnet
werden. Da entwickelt sich im Laufe der Zeit schon eine gewisse
Grosszügigkeit. Und auch bei den entsprechenden Stellen in Afrika oder
Asien sprach sich das schnell rum. Dementsprechend mit wuchs auch die
Erwartungshaltung. Das ging so weit, dass wir auf öffentlichen Strassen
selbst kein Auto mehr fuhren. Wegen der Erwartungshaltung der dortigen
Polizei.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Frank Hucklenbroich
2018-10-06 18:36:30 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Man sollte denen viel ruhiger gegenüber treten, aber ich kann auch nicht
aus meiner Haut.
Als einfacher Touri bekommt man ja gar nicht mit was in den Ländern
alles ab geht.
In Mauritius als einfacher Touri habe ich das genau andersherum erlebt: Ich
kam mit Air Mauritius, und in der Maschine waren zu 90% Einheimische. Ich
stellte mich mit meiner Frau und meinem damals noch kleinen Sohn in die
lange Schlange an der Immigration, und wurde schnell von einer netten
uniformierten Dame mit Funkgerät herausgewunken und an der Schlange vorbei
bugsiert zu irgendeinem Sonderschalter, wo man mir dann ganz problemlos den
Paß stempelte und ich dar "drin".

Da war letztes Jahr in New Yort City die Einreise deutlich unangenehmer,
der Grenzer war ein übellauniger Inuit, der mich ausführlich nach meinem
Job ausfragte und ob ich nicht etwa vorhätte, in den US of A zu arbeiten
und was ich denn da überhaupt will. Trotz ESDA-Clearance (klar, das heißt
nix).

Grüße,

Frank
Achim Ebeling
2018-10-06 19:37:24 UTC
Antworten
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Achim Ebeling
Man sollte denen viel ruhiger gegenüber treten, aber ich kann auch nicht
aus meiner Haut.
Als einfacher Touri bekommt man ja gar nicht mit was in den Ländern
alles ab geht.
In Mauritius als einfacher Touri habe ich das genau andersherum erlebt: Ich
kam mit Air Mauritius, und in der Maschine waren zu 90% Einheimische. Ich
stellte mich mit meiner Frau und meinem damals noch kleinen Sohn in die
lange Schlange an der Immigration, und wurde schnell von einer netten
uniformierten Dame mit Funkgerät herausgewunken und an der Schlange vorbei
bugsiert zu irgendeinem Sonderschalter, wo man mir dann ganz problemlos den
Paß stempelte und ich dar "drin".
So was ist mir auch schon passiert.
Ich bekomm' das jetzt nicht mehr zusammen, aber ich glaube es war in Asien.
Und es sind auch nicht nur negative Erlebnisse die ich in Afrika machen
durfte.
Wenn ich ehrlich bin überwiegen die positiven.
Aber das Negative brennt sich halt auch ein.
Und wir waren ja hier bei Negativbeispielen ;-)


Bis denne
Achim
wolfgang sch
2018-10-06 12:10:07 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Z.B. anbrüllen
Post by Achim Ebeling
Kann nichts negatives berichten, wurde nie "unhöflich" behandelt.
Ich hab nicht gesagt dass das immer passierte.
Post by Achim Ebeling
Frage mich nur weshalb die Leute nicht zu Hause geblieben sind, wo es
doch da so kuschelig warm war.
Damit wurde man auch konfrontiert wenn man nicht in die DDR, sondern
nach Berlin-West wollte, und nicht so reich war sich ein Flugticket
leisten zu können.
--
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http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Bernd Ullrich
2018-10-06 14:14:04 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
--------------------------------------------
Post by wolfgang sch
Z.B. anbrüllen
Du wurdest angebrüllt?
Glaube ich nicht wirklich, die mussten mit ihrer Stimme den tag über
sparsam umgehen...

BU
wolfgang sch
2018-10-06 14:29:51 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
--------------------------------------------
Post by wolfgang sch
Z.B. anbrüllen
Du wurdest angebrüllt?
Nein, aber ich habe beobachtet dass andere Leute angebrüllt wurden.
Z.B. im Bahnhof Friedrichstraße so eine verhutzelte Oma, die sich an
die falsche Schlange angestellt hatte. In diesem Schleusen- und
Gängelabyrinth mussten sie halt höllisch aufpassen, dass ja keiner den
falschen Gang langging.
Post by Bernd Ullrich
Glaube ich nicht wirklich, die mussten mit ihrer Stimme den tag über
sparsam umgehen...
Ein für Wessis auch sicher befremdliches Verfahren war die
Taschenkontrolle bei der Einreise in die Hauptstadt der DDR. Alles was
man in Hosen- und Jackentaschen hatte wurde ausführlich inspiziert.
Sogar private Notizzettel (die ich schlampigerweise vergessen hatte, zu
Hause zu lassen) hat die Grenztrulla durchgelesen und spitze
Bemerkungen zu meinen privaten Besorgungen gemacht.

[Auf der Suche nach geschmuggeltem Geld wurden auch Kugelschreiber
aufgeschraubt. Meinen Geldgürtel haben sie nicht bemerkt.]

Wie bei Klaus haben sie bei mir auch die Bezeichnung "Berlin-Ost"
gerügt. Das war aber mehr witzig.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Achim Ebeling
2018-10-06 16:48:07 UTC
Antworten
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Post by wolfgang sch
Nein, aber ich habe beobachtet dass andere Leute angebrüllt wurden.
Z.B. im Bahnhof Friedrichstraße so eine verhutzelte Oma, die sich an
die falsche Schlange angestellt hatte.
Eine alte Frau wurde vor versammelter Mannschaft angeschrienen weil sie
sich in die falsche Reihe stellte?

No commend!
Bernd Ullrich
2018-10-06 18:11:47 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Post by wolfgang sch
Nein, aber ich habe beobachtet dass andere Leute angebrüllt wurden.
Z.B. im Bahnhof Friedrichstraße so eine verhutzelte Oma, die sich an
die falsche Schlange angestellt hatte.
Eine alte Frau wurde vor versammelter Mannschaft angeschrienen weil sie
sich in die falsche Reihe stellte?
Das trollt...

BU
wolfgang sch
2018-10-07 06:09:09 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Post by wolfgang sch
Nein, aber ich habe beobachtet dass andere Leute angebrüllt wurden.
Z.B. im Bahnhof Friedrichstraße so eine verhutzelte Oma, die sich an
die falsche Schlange angestellt hatte.
Eine alte Frau wurde vor versammelter Mannschaft angeschrienen weil sie
sich in die falsche Reihe stellte?
Ja
Post by Achim Ebeling
No commend!
Lob hab ich auch nicht erwartet.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Frank Hucklenbroich
2018-10-06 18:57:40 UTC
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Post by wolfgang sch
Ein für Wessis auch sicher befremdliches Verfahren war die
Taschenkontrolle bei der Einreise in die Hauptstadt der DDR. Alles was
man in Hosen- und Jackentaschen hatte wurde ausführlich inspiziert.
Damals befremdlich, heute leider an jedem Flughafen standard, wegen der
Terrorhysterie. Ich musste schon einzelne Tempo-Tücher aus meinen Jeans ins
Körbchen legen, weil die im Body-Scanner aufgefallen waren.

Und mein auf halbe Größe zusammenschraubbarer Metall-Kugelschreiber hat
mehrfach für Aufmerksamkeit gesorgt (okay, der sieht auf dem Schirm aus wie
eine Gewehrpatrone).

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2018-10-07 06:13:27 UTC
Antworten
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by wolfgang sch
Ein für Wessis auch sicher befremdliches Verfahren war die
Taschenkontrolle bei der Einreise in die Hauptstadt der DDR. Alles was
man in Hosen- und Jackentaschen hatte wurde ausführlich inspiziert.
Damals befremdlich, heute leider an jedem Flughafen standard, wegen der
Terrorhysterie.
Ja es hat oberflächlich betrachtet Ähnlichkeiten damit, aber eben auch
DDR-spezifische Unterschiede. An Flughäfen gehen sie heute davon aus
dass du zu 99,9% harmlos bist, und behandeln dich höflich und
respektieren deine Intimsphäre. Bei DDR-Kontrollen warst du der
Verdächtige und potenzielle Feind, wurdest zwar meist formell korrekt
aber doch auf ne Art despektierlich behandelt, und Rücksicht auf
Privatsphäre gab es nicht.
Post by Frank Hucklenbroich
Und mein auf halbe Größe zusammenschraubbarer Metall-Kugelschreiber hat
mehrfach für Aufmerksamkeit gesorgt (okay, der sieht auf dem Schirm aus
wie eine Gewehrpatrone).
Letztens fiel mein Laptop auf dem Röntgenbild auf, der wurde dann auf
Sprengstoffspuren untersucht. :)
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Peter Veith
2018-10-07 10:02:41 UTC
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Am 07.10.2018 um 08:13 schrieb wolfgang sch:

[Heute]
An Flughäfen ... respektieren deine Intimsphäre.
Jeder definiert das anderes, aber abartig finde ich immer das
Durchlaufen des Scanners ohne Gürtel und mit einer Hand am Hosenbund,
damit diese nicht herunterrutscht. Dann noch irgendwie den Korb mit
seinen Sachen vom Fließband geschnappt, denn hinten drückt bereits das
"Volk".

Und danach in aller Öffentlichkeit den Gürtel wieder eingeführt und die
Sachen gerichtet.

Das ist effizient, hat aber mit Intimsphäre nix zu tun.

[Damals]
Bei DDR-Kontrollen ....Rücksicht auf Privatsphäre gab es nicht.
Nach Privat- nun noch "Privatsphäre"?! Welche Ponyhof-Grenzen überquerst
Du sonst noch. Ok, zwischen Bayern und BaWü geht es ganz ohne, oder noch
teilweise im Schengenraum ... aber andere Orte und Zeiten.

Die dürfen sogar Deinen Anus von Innen betrachten ... "intim" und
"privat" genug?

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Paul
2018-10-06 20:50:00 UTC
Antworten
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Post by wolfgang sch
Post by Bernd Ullrich
Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
--------------------------------------------
Post by wolfgang sch
Z.B. anbrüllen
Du wurdest angebrüllt?
Nein, aber ich habe beobachtet dass andere Leute angebrüllt wurden.
Z.B. im Bahnhof Friedrichstraße so eine verhutzelte Oma, die sich an
die falsche Schlange angestellt hatte. In diesem Schleusen- und
Gängelabyrinth mussten sie halt höllisch aufpassen, dass ja keiner den
falschen Gang langging.
Post by Bernd Ullrich
Glaube ich nicht wirklich, die mussten mit ihrer Stimme den tag über
sparsam umgehen...
Ein für Wessis auch sicher befremdliches Verfahren war die
Taschenkontrolle bei der Einreise in die Hauptstadt der DDR. Alles was
man in Hosen- und Jackentaschen hatte wurde ausführlich inspiziert.
Sogar private Notizzettel (die ich schlampigerweise vergessen hatte, zu
Hause zu lassen) hat die Grenztrulla durchgelesen und spitze
Bemerkungen zu meinen privaten Besorgungen gemacht.
[Auf der Suche nach geschmuggeltem Geld wurden auch Kugelschreiber
aufgeschraubt. Meinen Geldgürtel haben sie nicht bemerkt.]
Die haben bei der Einreise nie nach geschmuggeltem Westgeld gesucht, die
waren doch froh über D-Mark die in die größte DDR der Welt kam, ganz
egal auf welchem Weg. Du hättest ein dickes Portemonnaies voll mit
1000-DM-Scheinen ganz offen mit nehmen können, aber keine einzige 1-Mark
der DDR-Münze bei der Ausreise einstecken haben.
Post by wolfgang sch
Wie bei Klaus haben sie bei mir auch die Bezeichnung "Berlin-Ost"
gerügt. Das war aber mehr witzig.
Nun ja, das hieß ja auch Berlin, Hauptstadt der DDR. Und da legte die
größte DDR der Welt nun mal gesteigerten Wert drauf. Und nein, ich komme
jetzt nicht mit den 3 größten Enttäuschungen der Menschheit.

Paule
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
https://www.emsisoft.com/de/software/antimalware/?id=5716961
wolfgang sch
2018-10-07 06:21:30 UTC
Antworten
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Post by Paul
Post by wolfgang sch
[Auf der Suche nach geschmuggeltem Geld wurden auch Kugelschreiber
aufgeschraubt. Meinen Geldgürtel haben sie nicht bemerkt.]
Die haben bei der Einreise nie nach geschmuggeltem Westgeld gesucht,
Natürlich nicht, aber nach geschmuggeltem Ostgeld. Du konntest in West-
Berlin bei jeder Bank 20 DM in 100 Mark der DDR tauschen. Wenn es dir
gelang das beim Tagesbesuch in die DDR einzuschmuggeln, konntest du
dort leben wie Krösus. Oder in meinem Fall von 20 DM-West 6
Amiga-Schallplatten nach Hause bringen. Das war es was sie verhinden
wollten.
Post by Paul
Post by wolfgang sch
Wie bei Klaus haben sie bei mir auch die Bezeichnung "Berlin-Ost"
gerügt. Das war aber mehr witzig.
Nun ja, das hieß ja auch Berlin, Hauptstadt der DDR.
In der Lesart von 1949 war damit aber ganz Berlin gemeint.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Achim Ebeling
2018-10-07 07:35:37 UTC
Antworten
Permalink
Post by Paul
Die haben bei der Einreise nie nach geschmuggeltem Westgeld gesucht,
Da hast Du wohl was falsch verstanden.
Wenn es um geschmuggeltes Geld geht, geht es doch (meist) um MDN.
Es gab in Westberlin genug Wechselstellen wo man 1:4 tauschen konnte.

Und das war der DDR schon ein Dorn im Auge, da sie ja selbst 1:1 tauschten.


Bis denne
Achim
Wolf gang P u f f e
2018-10-06 19:00:24 UTC
Antworten
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Post by Bernd Ullrich
Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
--------------------------------------------
Post by wolfgang sch
Z.B. anbrüllen
Du wurdest angebrüllt?
Glaube ich nicht wirklich, die mussten mit ihrer Stimme den tag über
sparsam umgehen...
Hier gibt einen Beleg fürs Brüllen bei einer Grenzkontrolle:


W.
Achim Ebeling
2018-10-06 19:21:31 UTC
Antworten
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Bernd Ullrich
Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Post by Bernd Ullrich
Was war denne so gruselig, hamm die Organe dich so böse angekukkt?
Dass ... der Umgangston an
DDR- Grenzen für Westdeutsche und Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
--------------------------------------------
Post by wolfgang sch
Z.B. anbrüllen
Du wurdest angebrüllt?
Glaube ich nicht wirklich, die mussten mit ihrer Stimme den tag über
sparsam umgehen...
http://youtu.be/XOHFxOyly4s
Nun ja, Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)


Bis denne
Achim
Bernd Ullrich
2018-10-06 19:55:59 UTC
Antworten
Permalink
Am 06.10.2018 um 21:00 schrieb Wolf gang P u f f e:
[...]
Post by Wolf gang P u f f e
http://youtu.be/XOHFxOyly4s
"Gefechtsalarm", die Darsteller kannten sich nicht aus...

BU
;-)
Wolf gang P u f f e
2018-10-07 09:19:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by Bernd Ullrich
[...]
Post by Wolf gang P u f f e
http://youtu.be/XOHFxOyly4s
"Gefechtsalarm", die Darsteller kannten sich nicht aus...
Ja, "Gefechtsalarm" wirkt in der Tat etwas komisch.
Wie wäres denn real in so einer, ich möchte behaupten, extrem
ungewöhnlichen Sittuation gelaufen?
Welches Kommando oder Handzeichen hätte zur Alarmierung gedient?
Oder hätte es gar keinen Alarm gegeben und der Posten hätte ohne
Aufsehen die Sittuation alleine geregelt. Das glaube ich eher nicht.

W.
Torsten Mueller
2018-10-07 07:34:05 UTC
Antworten
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Post by Wolf gang P u f f e
http://youtu.be/XOHFxOyly4s
Gut, daß dieser Dokumentarfilm noch existiert.

T.M.
Peter Veith
2018-10-07 09:06:56 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Wolf gang P u f f e
http://youtu.be/XOHFxOyly4s
Gut, daß dieser Dokumentarfilm noch existiert.
Top!

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Torsten Mueller
2018-10-07 07:30:17 UTC
Antworten
Permalink
Post by wolfgang sch
Post by Achim Ebeling
Dass ... der Umgangston an DDR- Grenzen für Westdeutsche und
Westeuropäer schockierend waren,
Was war denn da schockierend?
Z.B. anbrüllen
Zum ersten Mal an einer Grenze angebrüllt wurde ich in New York, JFK.
Und das blieb auch bislang das einzige Mal. Das war der erste
Amerikaner, dem ich begegnete, und er vertrat in dem Moment die
Staatsmacht. Ich konnte kein Hotel nennen.

T.M.

Disclaimer: ich zeige hier nicht mit dem Finger auf andere, um von der
eigenen Seite abzulenken. Ich verweise darauf, daß Grenzbeamte unter
Befehlsdruck stehen und Hunderte Fälle am Tag bearbeiten sollen. Und
jeder einzelne davon hat irgendeine spezifische Besonderheit.
wolfgang sch
2018-10-07 07:59:14 UTC
Antworten
Permalink
Post by Torsten Mueller
Zum ersten Mal an einer Grenze angebrüllt wurde ich in New York, JFK.
Vielleicht haben wir da noch eine Gemeinsamkeit zwischen USA und DDR.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2018-10-06 12:15:09 UTC
Antworten
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Post by Achim Ebeling
Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins schwitzen
kam. In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet, einem der Pass
aber nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben wird.
Behörden in Drittweltländern haben ihre ganz eigene Problematik. Die
DDR war ein europäisches Land, und obendrein deutsch. Sehr deutsch. Und
Ostblock. Das ist auch eine ungute Kombination, aber natürlich anderer
Art als in Afrika.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Frank Hucklenbroich
2018-10-06 18:15:30 UTC
Antworten
Permalink
Post by Achim Ebeling
Ich bin mein ganzes Leben beruflich um die Welt geflogen.
Da gab es ganz andere Grenzkontrollen bei denen man etwas ins schwitzen kam.
In Afrika zum Beispiel. Wenn die Maschine wartet, einem der Pass aber
nur gegen ein kleines Trinkgeld zurückgegeben wird.
Und gib mal Bakschisch wenn Du kein Geld in der Tasche hast, und das
musst Du dann auch noch dem freundlichen Herrn klar machen, der es Dir
natürlich nicht glaubt.
Da kommt Freude auf.
Das sind andere Kontrollen als BRD/DDR.
Yup, so erlebt in Madagaskar. Die sind da ganz streng, was Devisen angeht.
Bei der Einreise muß man sein ausländisches Geld auf den Tisch zählen, das
wird in ein Formular eingetragen und das kommt dann in den Paß (würde man
etwas verheimlichen und wird gefilzt, ist der Rest weg). Bei jedem
offiziellen Geldwechsel wird das dann in das Formular eingetragen. Und bei
der Ausreise zählt man die übrigen Devisen wieder auf den Tisch, und es
wird nachgerechnet, ob man nicht schwarz getauscht hat.

Und dann waren die noch so frech, mich bei der Ausreise nach Bakschisch zu
fragen, ich habe das schulterzuckend verneint, ich hätte doch alles brav
deklariert und kein Geld mehr übrig. Kurz darauh habe ich schlagartig meine
Englisch- und Französischkenntnisse vergessen, was solche Situationen
meistens erfolgreich deeskaliert. Treudoof gucken und "Ich versteh nix"
sagen hilft da oft, denn die haben nicht ewig Zeit.

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2018-10-06 07:46:44 UTC
Antworten
Permalink
Post by klaus r.
Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Wenn man es nicht gewohnt war, war es sicher gruselig. Dabei war 1975
schon nach dem Transitabkommen, davor war es noch viel gruseliger.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
klaus r.
2018-10-06 08:31:13 UTC
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Am Sat, 6 Oct 2018 07:46:44 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Wenn man es nicht gewohnt war, war es sicher gruselig. Dabei war 1975
schon nach dem Transitabkommen, davor war es noch viel gruseliger.
Vor 1975 bin ich einige Male in Friedrichstrasse nach Ostberlin. Soo
schlimm empfand ich das eigentlich nicht. Zum Beispiel nach England
empfand ich bedeutend aufregender.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch von http://www.freiewelt.net/
Frank Hucklenbroich
2018-10-06 18:59:46 UTC
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Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 07:46:44 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Wenn man es nicht gewohnt war, war es sicher gruselig. Dabei war 1975
schon nach dem Transitabkommen, davor war es noch viel gruseliger.
Vor 1975 bin ich einige Male in Friedrichstrasse nach Ostberlin. Soo
schlimm empfand ich das eigentlich nicht. Zum Beispiel nach England
empfand ich bedeutend aufregender.
"Did you pack your suitcase yourself? Was anyone in the room, when you
packed your suitcase?"

So erlebt mitte der 90er am Flughafen in Birmingham.

Grüße,

Frank
Uwe Schickedanz
2018-10-06 19:29:10 UTC
Antworten
Permalink
On Sat, 6 Oct 2018 20:59:46 +0200, Frank Hucklenbroich
Post by Frank Hucklenbroich
Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 07:46:44 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Wenn man es nicht gewohnt war, war es sicher gruselig. Dabei war 1975
schon nach dem Transitabkommen, davor war es noch viel gruseliger.
Vor 1975 bin ich einige Male in Friedrichstrasse nach Ostberlin. Soo
schlimm empfand ich das eigentlich nicht. Zum Beispiel nach England
empfand ich bedeutend aufregender.
"Did you pack your suitcase yourself? Was anyone in the room, when you
packed your suitcase?"
So erlebt mitte der 90er am Flughafen in Birmingham.
Und zu recht, stell Dir mal vor, da könnte jeder so rein wie er
wollte. Nachher macht er noch irgendwo die Türklinke schmutzig.


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
wolfgang sch
2018-10-07 06:16:51 UTC
Antworten
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Post by Uwe Schickedanz
On Sat, 6 Oct 2018 20:59:46 +0200, Frank Hucklenbroich
Post by Frank Hucklenbroich
"Did you pack your suitcase yourself? Was anyone in the room, when you
packed your suitcase?"
So erlebt mitte der 90er am Flughafen in Birmingham.
Und zu recht, stell Dir mal vor, da könnte jeder so rein wie er
wollte. Nachher macht er noch irgendwo die Türklinke schmutzig.
Es geht bei solchen Fragen darum, ob Dritte ohne Wissen des Passagiers
Bomben oder Drogen oder sowas ins Gepäck geschmuggelt haben.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

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Uwe Schickedanz
2018-10-07 09:24:23 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Uwe Schickedanz
On Sat, 6 Oct 2018 20:59:46 +0200, Frank Hucklenbroich
Post by Frank Hucklenbroich
"Did you pack your suitcase yourself? Was anyone in the room, when you
packed your suitcase?"
So erlebt mitte der 90er am Flughafen in Birmingham.
Und zu recht, stell Dir mal vor, da könnte jeder so rein wie er
wollte. Nachher macht er noch irgendwo die Türklinke schmutzig.
Es geht bei solchen Fragen darum, ob Dritte ohne Wissen des Passagiers
Bomben oder Drogen oder sowas ins Gepäck geschmuggelt haben.
Siehst Du, wenn sie die beiden Russen befragt hätten, dann wäre der
chemische Kampfstoff aufgefallen.


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Achim Ebeling
2018-10-06 19:49:15 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by klaus r.
Am Sat, 6 Oct 2018 07:46:44 +0000
Post by wolfgang sch
Post by klaus r.
Etwa 1975 wollte ich (mit westdeutschem Pass) von
Westdeutschland auf der Autobahn mit einem Ausländer nach Ostberlin.
Was ich dabei erlebte, war mehr als gruselig.
Wenn man es nicht gewohnt war, war es sicher gruselig. Dabei war 1975
schon nach dem Transitabkommen, davor war es noch viel gruseliger.
Vor 1975 bin ich einige Male in Friedrichstrasse nach Ostberlin. Soo
schlimm empfand ich das eigentlich nicht. Zum Beispiel nach England
empfand ich bedeutend aufregender.
"Did you pack your suitcase yourself? Was anyone in the room, when you
packed your suitcase?"
Diese Fragen sind auch heute noch Standartfragen wenn der Drogen oder
was für ein Spürhund sonst angeschlagen hat.
NEIN, ich beziehe das nicht auf Dich!
Dies sind Fragen die man stellt bevor man jemanden mit dem Ergebnis
konfrontiert.


Bis denne
Achim
Torsten Mueller
2018-10-04 15:41:01 UTC
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Post by Veith
"Hurra! Wir fahren nach Berlin - Klassenfahrt zur Mauer" (Doku)
http://youtu.be/54qacDFfDrw
Ha, genau! Berlin gehört gar nicht zu Deutschland! Gut, daß das mal
von objektiver Seite klargestellt wird.

T.M.
wolfgang sch
2018-10-06 07:48:27 UTC
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Post by Torsten Mueller
Post by Veith
"Hurra! Wir fahren nach Berlin - Klassenfahrt zur Mauer" (Doku)
http://youtu.be/54qacDFfDrw
Ha, genau! Berlin gehört gar nicht zu Deutschland! Gut, daß das mal
von objektiver Seite klargestellt wird.
Viele Westdeutsche sagten "Deutschland" wenn sie die BRD meinten. Wenn
du das entsprechend ersetzt, wird der Satz verständlich und sachlich
zutreffend. Dass das ein widersinniger Sprachgebrauch war, war den
meisten nicht klar und manchen bis heute nicht.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Torsten Mueller
2018-10-07 07:47:24 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
"Hurra! Wir fahren nach Berlin - Klassenfahrt zur Mauer" (Doku)
http://youtu.be/54qacDFfDrw
Ha, genau! Berlin gehört gar nicht zu Deutschland! Gut, daß das mal
von objektiver Seite klargestellt wird.
Viele Westdeutsche sagten "Deutschland" wenn sie die BRD meinten. Wenn
du das entsprechend ersetzt, wird der Satz verständlich und sachlich
zutreffend. Dass das ein widersinniger Sprachgebrauch war, war den
meisten nicht klar und manchen bis heute nicht.
Das Wort "Deutschland" in seiner üblichen Bedeutung vor 1990 ist genauso
dämlich wie das Wort "Ostblock". Diese Sprache besagt immer und sehr
zuverlässig: ich habe keine Ahnung, kein Differenzierungsvermögen, keine
Geschichtskenntnis, ich will auch keine haben, ich komme damit gut durch
unter anderen, die ebenfalls keine Ahnung haben, und es ist mir
vollkommen wurscht.

T.M.
wolfgang sch
2018-10-07 08:13:07 UTC
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Post by Torsten Mueller
Das Wort "Deutschland" in seiner üblichen Bedeutung vor 1990 ist genauso
dämlich wie das Wort "Ostblock".
Was ist bei dir die "übliche Bedeutung"?

Ich habe vor 1990 dieses Gebiet "Westdeutschland" genannt:

Loading Image...

Dieses Gebiet "BRD" oder "Bundesrepublik":

Loading Image...

Dieses Gebiet "DDR" oder"Ostdeutschland":

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DDR_Verwaltungsbezirke.svg

Und dieses Gebiet "Deutschland":

Loading Image...

Sag mir was an meinem Sprachgebrauch falsch war/ist.



Der Fehler einer großen Teilmenge der Wessis war, dass sie dieses Gebiet
"Deutschland" nannten:

http://www.bpb.de/cache/images/4/39204-3x2-original.jpg
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Peter Veith
2018-10-07 09:38:16 UTC
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Post by Torsten Mueller
Das Wort "Deutschland" in seiner üblichen Bedeutung vor 1990 ist genauso
dämlich wie das Wort "Ostblock".
Ich habe ...
Ok, Du vielleicht.

Ich kann mich noch an diese Karte der Tagesschau erinnern:
https://www.badische-zeitung.de/panorama/seit-50-jahren-der-quotenkoenig--27672427.html
http://www.arge.schule-hamburg.de/Archiv/brd-ddr2.jpg
Du hast das Wiedervereinigungsgebot des GG vergessen, was erst mit dem
2+4-Vertrag gecancelt wurde. Erst 1990 wurde für den Anschluß der DDR
auf 1/3 des Reichsgebietes verzichtet.
Sag mir was an meinem Sprachgebrauch falsch war/ist.
Willkürliches Beipsiel: Über die Olympischen Winterspiele 1988 in
Calgary berichtete damals die „Tagesschau: „Am Abend gab es die
Entscheidung im Eiskunstläufen der Damen. Es gewann Katarina Witt (DDR)
... Beste Deutsche auf Platz 6 war Claudia Leistner.“
Der Fehler einer großen Teilmenge der Wessis war, dass sie dieses Gebiet
http://www.bpb.de/cache/images/4/39204-3x2-original.jpg
Kein Fehler, sondern gewollt!

Das Gleiche, wie heute noch:
EU = Europa
USA = Amerika

Das zu leugnen ...
Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
wolfgang sch
2018-10-07 10:12:26 UTC
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Post by Peter Veith
Post by wolfgang sch
Der Fehler einer großen Teilmenge der Wessis war, dass sie dieses
http://www.bpb.de/cache/images/4/39204-3x2-original.jpg
Kein Fehler, sondern gewollt!
Mit deiner Parteidisziplin verstehst du vieles ganz falsch. Offiziell
gewollt war dieses Nationalverständnis keineswegs, im Gegenteil. Es gab
an den Grenzübergängen Schilder "Bitte vergessen Sie nicht, Sie fahren
weiter durch Deutschland." Das war zur "Erziehung" der obigen Wessis
gedacht, die hätten diese Aussage nämlich glatt verneint.
--
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usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Uwe Schickedanz
2018-10-07 09:26:40 UTC
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On Sun, 07 Oct 2018 09:47:24 +0200, Torsten Mueller
Post by Torsten Mueller
Das Wort "Deutschland" in seiner üblichen Bedeutung vor 1990 ist genauso
dämlich wie das Wort "Ostblock". Diese Sprache besagt immer und sehr
zuverlässig: ich habe keine Ahnung, kein Differenzierungsvermögen, keine
Geschichtskenntnis, ich will auch keine haben, ich komme damit gut durch
unter anderen, die ebenfalls keine Ahnung haben, und es ist mir
vollkommen wurscht.
Eher: so wie ich es mache ist es richtig, Kraft meiner Wassersuppe.
Und alle anderen sollen sich gefälligst danach richten.


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
René Marquardt
2018-10-04 20:13:10 UTC
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Post by Veith
"Hurra! Wir fahren nach Berlin - Klassenfahrt zur Mauer" (Doku)
http://youtu.be/54qacDFfDrw
Na, das doch mal feines zum angucken.
Frank Hucklenbroich
2018-10-05 11:56:15 UTC
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Post by Veith
https://programm.ard.de/?sendung=2872513166427302
"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus Westdeutschland nach
Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah erleben."
"Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen, niemanden ansprechen ..."
"Allein die Fahrt in den Transitbereich auf der Autobahn war schon gruselig ..."
Autobahn? Wir sind mit dem Zug gefahren, dauerte gefühlte zehn Stunden von
Köln nach Berlin.
Ein dusseliger Mitschüler, der bei uns im Abteil saß, hatte versehentlich
den Reisepaß seiner Schwester eingepackt. Der Grenzer kam ins Abteil, mit
so einem kleinen Bauchladen mit Stempeln umgehängt, und ließ sich die Pässe
aushändigen. Bei besagtem Mitschüler stutze er, schaute ihn streng an,
schaute in den Paß, schaute ihn nochmal an, fragte: "Ist das Ihr Paß?" -
worauf er antwortete "Ja!" - "Heißen Sie Claudia?"
Woraufhin wir fünf anderen Schüler in dem Abteil in schallendes Gelächter
ausbrachen, was der Grenzer nun gar nicht komisch fand. Jedenfalls musste
der Delinquent zusammen mit unserem Lehrer aussteigen (letzterer sah sich
vermutlich schon im Gulag), wo man ihm dann eine Art Notpaß ausstellte
(seinen Personalausweis hatte er zum Glück dabei), mit dem er zumindest den
Transit nach West-Berlin und zurück machen konnte. Nach Ost-Berlin rein
durfte er damit aber nicht.

Grüße,

Frank
Bernd Ullrich
2018-10-05 16:36:55 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Veith
https://programm.ard.de/?sendung=2872513166427302
"... reisten jährlich knapp eine Million[!] Schüler aus Westdeutschland nach
Berlin. Lernziel: die deutsche Frage hautnah erleben."
"Die Schüler wurden gewarnt: Man sollte sich benehmen, niemanden ansprechen ..."
"Allein die Fahrt in den Transitbereich auf der Autobahn war schon gruselig ..."
Autobahn? Wir sind mit dem Zug gefahren, dauerte gefühlte zehn Stunden von
Köln nach Berlin.
Ein dusseliger Mitschüler, der bei uns im Abteil saß, hatte versehentlich
den Reisepaß seiner Schwester eingepackt. Der Grenzer kam ins Abteil, mit
so einem kleinen Bauchladen mit Stempeln umgehängt, und ließ sich die Pässe
aushändigen. Bei besagtem Mitschüler stutze er, schaute ihn streng an,
schaute in den Paß, schaute ihn nochmal an, fragte: "Ist das Ihr Paß?" -
worauf er antwortete "Ja!" - "Heißen Sie Claudia?"
---------------------------------------------
Post by Frank Hucklenbroich
Woraufhin wir fünf anderen Schüler in dem Abteil in schallendes Gelächter
ausbrachen, was der Grenzer nun gar nicht komisch fand. Jedenfalls musste
der Delinquent zusammen mit unserem Lehrer aussteigen (letzterer sah sich
vermutlich schon im Gulag), wo man ihm dann eine Art Notpaß ausstellte
(seinen Personalausweis hatte er zum Glück dabei), mit dem er zumindest den
Transit nach West-Berlin und zurück machen konnte. Nach Ost-Berlin rein
durfte er damit aber nicht.
Bei anderen Grenzen Heutzutage landest du mit der Variante mindest im Knast.

BU
wolfgang sch
2018-10-06 08:02:34 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Wir sind mit dem Zug gefahren, dauerte gefühlte zehn Stunden
von Köln nach Berlin.
Das war die Fahrzeit Berlin - München, dein Gefühl könnte stimmen.
--
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Frank Hucklenbroich
2018-10-06 19:14:11 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Frank Hucklenbroich
Wir sind mit dem Zug gefahren, dauerte gefühlte zehn Stunden
von Köln nach Berlin.
Das war die Fahrzeit Berlin - München, dein Gefühl könnte stimmen.
Der Zug hielt sehr oft. An der Grenze, auf freier Strecke, irgendwo im
Nirgendwo. Ein Mitschüler hat sogar dem Vernehmen nach einem Vopo(?) oder
Bahnbediensteten bei der Durchfahrt durch einen Bahnhof einen Keks an den
Kopf geschmissen, was einen außerplanmäßigen Halt und einen deftigen
Anschiß durch das Bahnpersonal zur Folge hatte. Erwischt wurde der
Übeltäter nicht, unser armer Lehrer musste da abermals beschwichtigen.
Großstadtkinder eben, aus einem städtischen Gymnasium, da waren auch
etliche drunter, die gerne Ärger machten. Viel und großen Ärger.

Grüße,

Frank
Peter Veith
2018-10-07 09:43:57 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Anschiß durch das Bahnpersonal zur Folge hatte. Erwischt wurde der
Übeltäter nicht, unser armer Lehrer musste da abermals beschwichtigen.
Großstadtkinder eben, aus einem städtischen Gymnasium, da waren auch
etliche drunter, die gerne Ärger machten. Viel und großen Ärger.
Bahh, bei unserer letzten Fahrt mit dem Nachtzug Basel-Berlin wurde eine
Schulklasse von der Bundespolizei komplett herausgeholt, weil sie *zu
laut* waren.

Da kam Freude auf ... bei den anderen Zugreisenden :)

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Frank Hucklenbroich
2018-10-04 14:29:16 UTC
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Post by Veith
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.
Kein Ahnung, ob der einen Namen hatte. Es war eine Art Dokumentarfilm, in
dem diverse Aspekte der DDR gezeigt wurden, wobei der Fokus auf Mauer,
Grenze und Grenzkontrollen lag. Den mussten wir anschauen, bevor wir den
Tagesausflug nach Ostberlin machten (so ca. 1986 muß das gewesen sein).

Woran ich mich noch zu erinnern glaube, ist eine Szene, in der gezeigt
wurde, wie jemand im Autoreifen Westgeld in die DDR schmuggeln wollte und
erwischt wurde, das Geld war da aber größtenteils klein geschreddert, weil
er es im Reifen des fahrenden Autos nicht richtig befestigt hatte.

Und es gab auch eine Szene über DDR-Grenzer, die das Gepäck der
Westbesucher durchwühlten und Bücher und Zeitschriften konfiszierten.

Wobei ich mir nicht zu 100% sicher bin, ob das alles tatsächlich in diesem
einen Film drin war, weil wir vor der Berlin-Reise auch in der Schule im
Geschichtsunterricht ein paar DDR-Dokus angeschaut haben, und es durchaus
sein kann, daß ich da nach über 30 Jahren etwas verwechsele.

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2018-10-06 07:45:49 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Veith
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.
Kein Ahnung, ob der einen Namen hatte. Es war eine Art Dokumentarfilm,
in dem diverse Aspekte der DDR gezeigt wurden, wobei der Fokus auf
Mauer, Grenze und Grenzkontrollen lag. Den mussten wir anschauen, bevor
wir den Tagesausflug nach Ostberlin machten (so ca. 1986 muß das
gewesen sein).
Wo habt ihr den gesehen? Im Reichstag gab es die Dauerausstellung
"Fragen an die deutsche Geschichte", in die auch immer westdeutsche
Schulklassen geschleppt wurden. Wurde der da gezeigt?
--
Currently listening:


http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

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Frank Hucklenbroich
2018-10-06 19:08:27 UTC
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Post by wolfgang sch
Post by Frank Hucklenbroich
Post by Veith
Post by Frank Hucklenbroich
Da kam vorher die Stasi im Geschichtsunterricht dran und auch in dem
berühmt-berüchtigten Film, den sich jede westdeutsche Schulklasse in
Berlin(West) anschauen musste, damit die Klassenfahrt vom BRD-Staat
bezuschusst wurde.
Welcher Film war das? Wäre heute sicher interessant.
Kein Ahnung, ob der einen Namen hatte. Es war eine Art Dokumentarfilm,
in dem diverse Aspekte der DDR gezeigt wurden, wobei der Fokus auf
Mauer, Grenze und Grenzkontrollen lag. Den mussten wir anschauen, bevor
wir den Tagesausflug nach Ostberlin machten (so ca. 1986 muß das
gewesen sein).
Wo habt ihr den gesehen? Im Reichstag gab es die Dauerausstellung
"Fragen an die deutsche Geschichte", in die auch immer westdeutsche
Schulklassen geschleppt wurden. Wurde der da gezeigt?
Das weiß ich leider nicht mehr. Eine Ausstellung gab es da definitiv nicht,
es war ein Gebäude mit einem Filmvorführraum, also im Prinzip ein
Klassenzimmer mit vielleicht 50 Plätzen an Schultischen. Da gab es dann
eine kurze Ansprache und dann wurde der Film gezeigt. Viele sind dabei
eingeschlafen, denn wir hatten ein Schlafdefizit.
Das war nichts hochoffizielles, und sicher nicht der Reichstag.

Ich weiß nur noch, daß der Film Pflicht war, wie unser Lehrer betonte, um
den Zuschuß für die Klassenfahrt zu bekommen. Dem war das auch fast etwas
peinlich (das war so ein linksgrünalternativer Öko, der für derlei
Propaganda eher wenig übrig hatte).

Wir residierten im Jugendgästehaus in Wedding, und es gab 200 - 300 DM
Zuschuß, wenn ich mich recht erinnere, damit wurde ein Großteil der
zweiwöchigen Klassenfahrt bezahlt, anno 1986 war das viel Geld.

Grüße,

Frank
wolfgang sch
2018-10-07 06:14:56 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Ich weiß nur noch, daß der Film Pflicht war, wie unser Lehrer betonte,
um den Zuschuß für die Klassenfahrt zu bekommen. Dem war das auch fast
etwas peinlich (das war so ein linksgrünalternativer Öko, der für
derlei Propaganda eher wenig übrig hatte).
Das ist vielleicht ein kultureller Unterschied zwischen Westdeutschland
und West-Berlin: In Berlin waren auch die Linksalternativen
antikommunistisch.
--
Currently listening: http://youtu.be/yMwdMMMggpc

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/

usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Lars Gebauer
2018-10-04 07:01:14 UTC
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Post by Frank Hucklenbroich
Post by Christina Kunze
In den achtzigern in Berlin wurde Stasi gesagt. Die, nicht der wie
später in den Westzeitungen.
Welche Westzeitungen sollen das gewesen sein?
Welche konkret weiß ich nicht mehr aber ich auch mehrfach über "der
Stasi" gestolpert. Ich hielt das immer für eine Verkürzumg von "der
Staatsicherheitsdienst". In der DDR ist mir dieser Ausdruck nie
begegnet.
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