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Discussion:
Marx - ein Rassist?
(zu alt für eine Antwort)
Chr. Maercker
2020-07-08 17:44:29 UTC
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Hallo,

kürzlich brachte MDR Kultur einen Beitrag zum aktuellen Zeitgeist, in
dem behauptet wurde, Karl Marx hätte in seinen Briefen öfter mal Leute
als "Neger" beschimpft u.a.m. Von seinen Schriften war WIMRE nicht die
Rede, obwohl die ebenfalls voller Polemik gegen seine Zeitgenossen sind.
Wissen die zuständigen Organe Genaueres darüber?
--
CU Chr. Maercker.
Frank Hucklenbroich
2020-07-08 19:10:05 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Hallo,
kürzlich brachte MDR Kultur einen Beitrag zum aktuellen Zeitgeist, in
dem behauptet wurde, Karl Marx hätte in seinen Briefen öfter mal Leute
als "Neger" beschimpft u.a.m. Von seinen Schriften war WIMRE nicht die
Rede, obwohl die ebenfalls voller Polemik gegen seine Zeitgenossen sind.
Wissen die zuständigen Organe Genaueres darüber?
Ich bin zwar kein zuständiges Organ, aber es gibt so einige Quellen zu dem
Thema:

https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00046962/06_Hund_Juedische_Nigger_Lassalle.pdf

Zitat:

"Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise diese Woche abreist,
hat […] 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren. "

Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.

Grüße,

Frank
Chr. Maercker
2020-07-09 10:45:32 UTC
Permalink
Post by Frank Hucklenbroich
https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00046962/06_Hund_Juedische_Nigger_Lassalle.pdf
"Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise diese Woche abreist,
hat […] 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren. "
Auf diesen Brief wurde u.a. im MDR Bezug genommen.
Post by Frank Hucklenbroich
Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.
Dass Marx sich auch antisemitisch geäußert hat, ist noch befremdlicher.
Die Nazis haben nur allzu gern drauf hingewiesen, dass er bzw. seine
Eltern Juden waren.
--
CU Chr. Maercker.
Lars Gebauer
2020-07-09 11:17:35 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Frank Hucklenbroich
Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.
Dazu müßte man allerdings ein kleines bisschen mehr Kontext haben. (Nur
ein kleines bisschen.) Auch wenn es in der heutigen Zeit unglaublich
modern ist, für alles, jedes und nichts irgendwelche Label zu verteilen.
Post by Chr. Maercker
Dass Marx sich auch antisemitisch geäußert hat, ist noch befremdlicher.
Wieso? - Marx hielt das Judentum für ein Problem. So, wie er jede andere
Religion ebenfalls für ein Problem hielt.
--
EIN BISSCHEN MEHR ERNST TÄTERETÄTE UNS GUT!
Carlo XYZ
2020-07-09 11:42:04 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Post by Frank Hucklenbroich
Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.
Dazu müßte man allerdings ein kleines bisschen mehr Kontext haben. (Nur
ein kleines bisschen.)
Steht in dem Brief. Marx war sauer auf den Weltgeist, weil
er als toller Wirtschaftstheoretiker andauernd am Hungertuch
nagen musste, und da er nicht an den Weltgeist glaubte, war
er halt sauer auf Lassalle, der sich zwar hat bedienen lassen
(und, zwischen den Zeilen, der Jenny schöne Augen machte),
aber nichts Klingendes springen ließ.
Chr. Maercker
2020-07-09 16:09:09 UTC
Permalink
Post by Carlo XYZ
Steht in dem Brief. Marx war sauer auf den Weltgeist, weil
er als toller Wirtschaftstheoretiker andauernd am Hungertuch
nagen musste, und da er nicht an den Weltgeist glaubte, war
er halt sauer auf Lassalle, der sich zwar hat bedienen lassen
(und, zwischen den Zeilen, der Jenny schöne Augen machte),
aber nichts Klingendes springen ließ.
Das ist bestenfalls die Begründung für diesen *einen* Brief, wo er
gerade zornig auf Lasalle war. Es begründet noch nicht mal, warum er
Juden und Neger als Schimpfwort gebraucht, er hätte ebenso Geizkragen,
Pfennigfuchser, ... verwenden können. Die deutsche Sprache ist so was
von reich an Schimpfworten ... ;-)
--
CU Chr. Maercker.
Chr. Maercker
2020-07-09 16:05:53 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Post by Frank Hucklenbroich
Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.
Dazu müßte man allerdings ein kleines bisschen mehr Kontext haben. (Nur
ein kleines bisschen.) Auch wenn es in der heutigen Zeit unglaublich
modern ist, für alles, jedes und nichts irgendwelche Label zu verteilen.
Post by Chr. Maercker
Dass Marx sich auch antisemitisch geäußert hat, ist noch befremdlicher.
Wieso? - Marx hielt das Judentum für ein Problem. So, wie er jede andere
Religion ebenfalls für ein Problem hielt.
Der im URL angegebene Text erklärt es ein wenig, lässt aber etliche
Fragen offen bzw. erst aufkommen. Dass Marx wenig vom Judentum hielt,
entspricht einerseits seiner Ablehnung jeglicher Religion, andererseits
scheint das gleiche Motiv eine Rolle zu spielen wie bei den Nazis: Juden
als reiche Geldsäcke aka Kapitalisten. Der wahre Kern an letzterem ist,
dass Juden vorzugsweise Kaufleute, Geldverleiher oder Intellektuelle
wurden, weil ihnen einerseits die Ausübung von Handwerk im Mittelalter
verboten war, andererseits Christen keine Zinsen nehmen durften.

Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
--
CU Chr. Maercker.
Gunter Kühne
2020-07-09 16:56:12 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Post by Frank Hucklenbroich
Das kann man wohl getrost als Rassismus und Antisemitismus bezeichnen.
Dazu müßte man allerdings ein kleines bisschen mehr Kontext haben. (Nur
ein kleines bisschen.) Auch wenn es in der heutigen Zeit unglaublich
modern ist, für alles, jedes und nichts irgendwelche Label zu verteilen.
Post by Chr. Maercker
Dass Marx sich auch antisemitisch geäußert hat, ist noch befremdlicher.
Wieso? - Marx hielt das Judentum für ein Problem. So, wie er jede andere
Religion ebenfalls für ein Problem hielt.
Der im URL angegebene Text erklärt es ein wenig, lässt aber etliche
Fragen offen bzw. erst aufkommen. Dass Marx wenig vom Judentum hielt,
entspricht einerseits seiner Ablehnung jeglicher Religion, andererseits
scheint das gleiche Motiv eine Rolle zu spielen wie bei den Nazis: Juden
als reiche Geldsäcke aka Kapitalisten. Der wahre Kern an letzterem ist,
dass Juden vorzugsweise Kaufleute, Geldverleiher oder Intellektuelle
wurden, weil ihnen einerseits die Ausübung von Handwerk im Mittelalter
verboten war, andererseits Christen keine Zinsen nehmen durften.
Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
Naja, wen man so ran geht ist die Bibel ja auch rassistisch.
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2020-07-09 17:03:00 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Naja, wen man so ran geht ist die Bibel ja auch rassistisch.
Manches Zitat aus der Heiligen Schrift ließe sich wahrscheinlich sogar
als Antisemitismus auslegen. Und es findet sich darin noch einiges mehr
z.B. mind. ein Völkermord. Ebenso wird man mit dem Auslegungstalent von
Juristen im Koran u.v.a. Büchern fündig.
--
CU Chr. Maercker.
Gunter Kühne
2020-07-10 12:31:13 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Naja, wen man so ran geht ist die Bibel ja auch rassistisch.
Manches Zitat aus der Heiligen Schrift ließe sich wahrscheinlich sogar
als Antisemitismus auslegen. Und es findet sich darin noch einiges mehr
z.B. mind. ein Völkermord. Ebenso wird man mit dem Auslegungstalent von
Juristen im Koran u.v.a. Büchern fündig.
Sehe ich auch so.
Werden die jetzt auch verdammt??
Oder eben nur bei Politischen Gegnern??
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Markus Ermert
2020-07-14 21:44:40 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Gunter Kühne
Naja, wen man so ran geht ist die Bibel ja auch rassistisch.
Manches Zitat aus der Heiligen Schrift ließe sich wahrscheinlich sogar
als Antisemitismus auslegen.
Matthäus 21,33–44 wird vielfach als Ausgangspunkt neutestamentarisch
legitimierten Antisemitismus angesehen.
Lars Gebauer
2020-07-09 17:09:59 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
Wozu? - Antisemitismus war zu jenen Zeiten ein breit akzeptiertes
Denkmodell. Da fand niemand was bei.
--
EIN BISSCHEN MEHR ERNST TÄTERETÄTE UNS GUT!
Chr. Maercker
2020-07-10 06:23:53 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
Wozu? - Antisemitismus war zu jenen Zeiten ein breit akzeptiertes
Denkmodell. Da fand niemand was bei.
1. Marx stellt der damals wie heute üblichen Unterteilung nach
Nationalitäten, Rassen, Ethnien, Religionen, ... (s?)eine Einteilung von
Menschen in Klassen gegenüber, ausschließlich unterschieden anhand der
Besitz-, Austausch- und Verteilungsverhältnisse.
2. Marx kam aus jüdischem Elternhaus
3. Die "Klassiker" waren nicht zimperlich, wenn es um Polemik gegen ihre
Gegner ging. Wenn Marx also *vorgeworfen* wurde, ausgerechnet die
Klassentheorie sei jüdisch, war das beinahe eine Steilvorlage.
--
CU Chr. Maercker.
Friedrich Karl Siebert
2020-07-10 07:13:04 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
Wozu? - Antisemitismus war zu jenen Zeiten ein breit akzeptiertes
Denkmodell. Da fand niemand was bei.
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus" damals
noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte, gegen Juden
zu sein.
Außerdem darf man nicht den Fehler begehen, damalige Verhältisse und
Lehren, besonders nach den Verbrechen der  Nationalsozialisten, auf die
heutige Zeit zu adaptieren.
Post by Chr. Maercker
1. Marx stellt der damals wie heute üblichen Unterteilung nach
Nationalitäten, Rassen, Ethnien, Religionen, ... (s?)eine Einteilung von
Menschen in Klassen gegenüber, ausschließlich unterschieden anhand der
Besitz-, Austausch- und Verteilungsverhältnisse.
2. Marx kam aus jüdischem Elternhaus
3. Die "Klassiker" waren nicht zimperlich, wenn es um Polemik gegen ihre
Gegner ging. Wenn Marx also *vorgeworfen* wurde, ausgerechnet die
Klassentheorie sei jüdisch, war das beinahe eine Steilvorlage.
--
mit freundlichem Gruß
F.K.
Torsten Mueller
2020-07-10 07:46:18 UTC
Permalink
Post by Friedrich Karl Siebert
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus"
damals noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte,
gegen Juden zu sein.
Nietzsche hat den Begriff in seinem aktiven Jahrzehnt (ab etwa 1878)
wiederholt verwendet, vor allem in Bezug auf Wagner, später aber auch
auf seine Schwester und deren Ehemann und weitere, sowohl in Briefen wie
auch in Schriften. Das Wort war in Deutschland bekannt, er hat es nicht
erst prägen müssen, und es gab sowohl diese Haltung wie auch die
Gegenhaltung. Zugegeben, Nietzsche war 25 Jahre jünger als Marx.

T.M.
Florian Ritter
2020-07-10 12:53:59 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Friedrich Karl Siebert
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus"
damals noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte,
gegen Juden zu sein.
Nietzsche hat den Begriff in seinem aktiven Jahrzehnt (ab etwa 1878)
wiederholt verwendet, vor allem in Bezug auf Wagner, später aber auch
auf seine Schwester und deren Ehemann und weitere, sowohl in Briefen wie
auch in Schriften. Das Wort war in Deutschland bekannt, er hat es nicht
erst prägen müssen, und es gab sowohl diese Haltung wie auch die
Gegenhaltung. Zugegeben, Nietzsche war 25 Jahre jünger als Marx.
Du liesest Nietzsche?
Und das bei Deiner schwächlichen mentalen Ausstattung?
Da kann nicht nachdrücklich genug von abgeraten werden - FR
Torsten Mueller
2020-07-10 13:06:08 UTC
Permalink
Post by Florian Ritter
Du liesest Nietzsche?
Des öfteren. Es war übrigens letztens (vor dem virulösen Zusammenbruch
der Welt) in Basel eine sehr gute Ausstellung, zu welcher ebenfalls ein
sehr gutes Buch [1] usw.
Post by Florian Ritter
Und das bei Deiner schwächlichen mentalen Ausstattung?
Eben drum ja.

T.M.

[1] https://shop.hmb.ch/?op=product&id=1937&lang=de
Frank Hucklenbroich
2020-07-10 20:16:44 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Florian Ritter
Du liesest Nietzsche?
Des öfteren. Es war übrigens letztens (vor dem virulösen Zusammenbruch
der Welt) in Basel eine sehr gute Ausstellung, zu welcher ebenfalls ein
sehr gutes Buch [1] usw.
Post by Florian Ritter
Und das bei Deiner schwächlichen mentalen Ausstattung?
Eben drum ja.
Ich habe ja hier noch Schillers "Über die ästhetische Erziehung des
Menschen" in einem gelben Reclam-Büchlein herumliegen (da geht es u.a. um
Kant), das wurde mir seinerzeit von einem Beuys-Schüler und Künstler
wärmstens ans Herz gelegt. Allein, ich gebe zu, die Lektüre ist etwas
schwerfällig. Irgendwann lese ich das mal komplett. Wenn ich in Rente bin,
oder in Haft.

Grüße,

Frank
Chr. Maercker
2020-07-10 10:29:41 UTC
Permalink
Post by Friedrich Karl Siebert
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus" damals
noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte, gegen Juden
zu sein.
... sofern man nicht selbst Jude war, nehme ich stark an. Umgekehrt habe
ich seltsamerweise noch nie gehört, dass Juden K. Marx Nestbeschmützer
genannt hätten o.ä.
Post by Friedrich Karl Siebert
Außerdem darf man nicht den Fehler begehen, damalige Verhältisse und
Lehren, besonders nach den Verbrechen der  Nationalsozialisten, auf die
heutige Zeit zu adaptieren.
Prinzipiell ACK, das trifft ebenso auf das meiste zu, was heute als
rassistisch gilt. Wobei "Neger" schon damals nicht einfach eine
Bezeichung für Afrikaner war, sondern ebenso wie heute als Schimpfwort
gebraucht wurde. Wie was das übrigens mit dem älteren "Mohren"? Dazu ist
mir nicht dgl. bekannt.
--
CU Chr. Maercker.
Torsten Mueller
2020-07-10 11:42:34 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Prinzipiell ACK, das trifft ebenso auf das meiste zu, was heute als
rassistisch gilt. Wobei "Neger" schon damals nicht einfach eine
Bezeichung für Afrikaner war, sondern ebenso wie heute als Schimpfwort
gebraucht wurde. Wie was das übrigens mit dem älteren "Mohren"? Dazu
ist mir nicht dgl. bekannt.
Letzte Woche (oder war's schon vor zwei Wochen??) kam im MDR "Osceola".
Ich kiek mir sowas ja aus Recherchegründen an.

Der Film ist von 1971. Darin wird das Wort "Neger" systematisch für alle
Dunkelhäutigen gebraucht, von jedermann, selbst im Abspann kommt noch
eine Tefel, die darüber Auskunft gibt, was "nach dem Film" passierte.
Neger, Neger, Neger.

T.M.
Magnus Walther
2020-07-10 17:46:19 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Der Film ist von 1971. Darin wird das Wort "Neger" systematisch für alle
Dunkelhäutigen gebraucht, von jedermann, selbst im Abspann kommt noch
eine Tefel, die darüber Auskunft gibt, was "nach dem Film" passierte.
Neger, Neger, Neger.
T.M.
Siehe auch Ludwig Renn: Der Neger Nobi..

Neger war bei uns damals in den 70ern völlig normaler Sprachgebrauch und
nicht negativ besetzt. Wir hatten auch 2 in der Schule, wenn wir die
ärgen wollten, wurde Bimbo gerufen.

Magnus
Frank Nitzschner
2020-07-11 11:32:45 UTC
Permalink
Post by Magnus Walther
Neger war bei uns damals in den 70ern völlig normaler Sprachgebrauch und
nicht negativ besetzt.
So kenne ich es auch. Aber selbst der Mohr des Herrn Hoffmann birgt
ungeahnte Probleme:
https://www.welt.de/kultur/pop/article124118260/Nein-Neger-sagt-man-nicht.html
Wobei, in einem Punkt irrt der Autor; -im letzten Jahrzehnt der DDR
hätte auch Knorkator problemlos auftreten dürfen. In der JW gab es zwar
noch böse Leserbriefe bzgl. Bandnamen, DEKADANCE z.B.. Aber es gab
Konzerte und die Platten konnte man kaufen.
Die PC wurde erst nach Ende 89 generell durchgesetzt.
http://cheopsnet.de/index.php?zeig=Schubi&sek=Political+Correctness&dd=Verfasstes

Grüsse
Frank
Achim Ebeling
2020-07-11 14:53:58 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Die PC wurde erst nach Ende 89 generell durchgesetzt.
Durchgesetzt?
Bei mir hat sich dieser Dummfug nicht durchgesetzt.
Ich spreche so wie ich immer schon gesprochen habe.
Benenne Dinge und Personen wie ich sie auch schon im letzten Jahrtausend
benannt habe.

Und ob es einem Gutmenschlein mit seiner PC passt oder nicht,
ist mir so was von Scheiß egal,
wenn ich dies mal so höflich ausdrücken darf.
Post by Frank Nitzschner
http://cheopsnet.de/index.php?zeig=Schubi&sek=Political+Correctness&dd=Verfasstes
Den letzten Absatz unterschreibe ich sofort!

Und ob Marx ein Rassist war oder nicht, ist mir so was von egal.
Er hat Dinge zu seiner Zeit so benannt, wie er sie zu seiner Zeit
gesehen hat.
Genau wie ein Her Luther, zu seiner Zeit.

Und wenn Gutmenschlein sagt, es gibt keine Rassen, dann kann es auch
keinen Rassismus geben.
Müsste sich Gutmenschlein einen anderen Begriff ausdenken.
Im neuen Begriffe finden ist er ja bekanntlich Weltmeister.


Bis denne
Achim
Gunter Kühne
2020-07-10 14:02:54 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Friedrich Karl Siebert
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus" damals
noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte, gegen Juden
zu sein.
... sofern man nicht selbst Jude war, nehme ich stark an. Umgekehrt habe
ich seltsamerweise noch nie gehört, dass Juden K. Marx Nestbeschmützer
genannt hätten o.ä.
Post by Friedrich Karl Siebert
Außerdem darf man nicht den Fehler begehen, damalige Verhältisse und
Lehren, besonders nach den Verbrechen der  Nationalsozialisten, auf die
heutige Zeit zu adaptieren.
Prinzipiell ACK, das trifft ebenso auf das meiste zu, was heute als
rassistisch gilt. Wobei "Neger" schon damals nicht einfach eine
Bezeichung für Afrikaner war, sondern ebenso wie heute als Schimpfwort
gebraucht wurde. Wie was das übrigens mit dem älteren "Mohren"? Dazu ist
mir nicht dgl. bekannt.
Gerade der Begriff Mohren hat eigentlich im Alt Deutschen mehrere völlig
andere Bedeutungen.
Aber das ist eben wie gesagt wieder so ne Definitionsauslegung der Sprache.
Ähnlich wie bei der Schrift bei den Panzerautos der Sächsischen Polizei.
Unwissenheit und Ichbezogenheit (Egoismus) sind die Gründe für viele
Proteste.
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Gunter Kühne
2020-07-10 12:38:08 UTC
Permalink
Post by Friedrich Karl Siebert
Post by Lars Gebauer
Post by Chr. Maercker
Dühring hat lt. o.g. Text die Marxsche Klassentheorie als jüdisch
bezeichnet. Spätestens im Anti-Dühring wäre also eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus fällig gewesen. Gab es die?
Wozu? - Antisemitismus war zu jenen Zeiten ein breit akzeptiertes
Denkmodell. Da fand niemand was bei.
Ich möchte hierzu anmerken, dass es den Begriff "Antisemitismus" damals
noch nicht gab und  es schon fast "zum guten Ton" gehörte, gegen Juden
zu sein.
Außerdem darf man nicht den Fehler begehen, damalige Verhältisse und
Lehren, besonders nach den Verbrechen der  Nationalsozialisten, auf die
heutige Zeit zu adaptieren.
Das dumme daran ist, das man es eben gerade doch tut.( Einige)

Ausgerechnet meist Jene, die sich selbst als fortschrittlich und links
bezeichnen.
Heutzutage hat ja fast jeder zu allen seine Privat-Definition.
Wahrscheinlich wäre es besser sich mal auf verbindliche einheitliche
Definitionen zu einigen.
Sonst müssen wir womöglich in Dresden noch den "Goldenen Reiter" umstürzen.
MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Peter Veith
2020-07-12 11:07:21 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
kürzlich brachte MDR Kultur einen Beitrag zum aktuellen Zeitgeist, in
dem behauptet wurde, Karl Marx hätte in seinen Briefen öfter mal Leute
als "Neger" beschimpft u.a.m.
Das aktualisierte Grundlagenwerk stammt m.W. von Wolfram Weimer: "Marx -
antisemitisch, rassistisch und herzlos", hieraus wird regelmäßig
abgeschrieben:
https://www.n-tv.de/politik/-article20413046.html

Nicht nur "Antisemit und Rassist" war Marx, sondern auch "Aggressiver
Schmarotzer", der "selbst seiner armen Mutter rücksichtslos das letzte
Witwengeld entriss." :-D

Dabei bezieht sich der "Verleger" Weimer wohl auch auf seinen alten
Verlagskumpel Uwe Wittstock und bewirb dessen damals gerade erschienene
"brillante Biografie 'Karl Marx beim Barbier'"

Und Wittstock weiß noch viel mehr über Marx, so dessen "Zweifel an der
eigenen Theorie":

"Uwe Wittstock hält das für sehr wahrscheinlich. Der weltberühmte Autor
des „Kapital“ habe unter anderem nach den gescheiterten
Arbeiteraufständen der Pariser Commune 1871 selbst nicht mehr an den von
ihm skizzierten Weg der Machtübernahme des Proletariats als Endstufe
der Befreiung vom Kapitalismus geglaubt, so Wittstock im Gespräch."

https://www.deutschlandfunk.de/uwe-wittstock-karl-marx-beim-barbier-in-algier-eine.700.de.html?dram:article_id=416981

Ich empfehle zukünftig aus obigen Artikel einfach zu kopieren, spart
Arbeit. Obwohl, die Pickel am Arsch von Marx hatte der Autor wohl
übersehen!?

Veith
--
"We recognize the solemn right and moral duty of every nation to secure
its borders. And we are building the wall. " Donald Trump, 04.07.2020
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Chr. Maercker
2020-07-13 10:41:05 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Das aktualisierte Grundlagenwerk stammt m.W. von Wolfram Weimer: "Marx -
antisemitisch, rassistisch und herzlos", hieraus wird regelmäßig
https://www.n-tv.de/politik/-article20413046.html
Da fehlt Alkoholiker: Unser M/L-Dozent meinte, darauf hinweisen zu
müssen, in der Familie Marx sei sehr viel Bier getrunken worden. Er hat
nie wieder so viel Applaus bekommen wie in dieser Vorlesunng. :-)
Post by Peter Veith
Nicht nur "Antisemit und Rassist" war Marx, sondern auch "Aggressiver
Schmarotzer", der "selbst seiner armen Mutter rücksichtslos das letzte
Witwengeld entriss." :-D
Wohnte die mit in London? Arme Jenny ...
Post by Peter Veith
Und Wittstock weiß noch viel mehr über Marx, so dessen "Zweifel an der
"Uwe Wittstock hält das für sehr wahrscheinlich. Der weltberühmte Autor
des „Kapital“ habe unter anderem nach den gescheiterten
Arbeiteraufständen der Pariser Commune 1871 selbst nicht mehr an den von
ihm skizzierten Weg der Machtübernahme des Proletariats als Endstufe
der Befreiung vom Kapitalismus geglaubt, so Wittstock im Gespräch."
Das könnte ich mir sogar vorstellen. Hat er in seinen Spätwerken dazu
einklich noch was geschrieben? Diktatur des Proletariats war 1846.
"Politische Ökonomie" und Kapital sind vor allem Analysen des
Kapitalistischen Systems.
Post by Peter Veith
Ich empfehle zukünftig aus obigen Artikel einfach zu kopieren, spart
Arbeit.
Ich stelle fest, die zuständigen Organe kennen keine Zitate aus einer
der Schriften von Marx, die auf sassistische bzw. antisemitische
Grundhaltung des Autors hinweisen. Mir ist auch keine in Erinnerung,
obwohl die "Klassiker" viele ihrer Schriften mit seitenlanger Polemik,
gegen wen auch immer, einleiten. Deswegen hab ich die Schwarten auch
ungern = wenig gelesen, die Kernaussagen darin zu finden war
Sisyphus-Arbeit.
--
CU Chr. Maercker.
Gunter Kühne
2020-07-13 11:03:49 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Peter Veith
Das aktualisierte Grundlagenwerk stammt m.W. von Wolfram Weimer: "Marx -
antisemitisch, rassistisch und herzlos", hieraus wird regelmäßig
https://www.n-tv.de/politik/-article20413046.html
Da fehlt Alkoholiker: Unser M/L-Dozent meinte, darauf hinweisen zu
müssen, in der Familie Marx sei sehr viel Bier getrunken worden. Er hat
nie wieder so viel Applaus bekommen wie in dieser Vorlesunng. :-)
Post by Peter Veith
Nicht nur "Antisemit und Rassist" war Marx, sondern auch "Aggressiver
Schmarotzer", der "selbst seiner armen Mutter rücksichtslos das letzte
Witwengeld entriss." :-D
Wohnte die mit in London? Arme Jenny ...
Post by Peter Veith
Und Wittstock weiß noch viel mehr über Marx, so dessen "Zweifel an der
"Uwe Wittstock hält das für sehr wahrscheinlich. Der weltberühmte Autor
des „Kapital“ habe unter anderem nach den gescheiterten
Arbeiteraufständen der Pariser Commune 1871 selbst nicht mehr an den von
ihm skizzierten Weg der Machtübernahme des Proletariats als Endstufe
der Befreiung vom Kapitalismus geglaubt, so Wittstock im Gespräch."
Das könnte ich mir sogar vorstellen. Hat er in seinen Spätwerken dazu
einklich noch was geschrieben? Diktatur des Proletariats war 1846.
"Politische Ökonomie" und Kapital sind vor allem Analysen des
Kapitalistischen Systems.
Post by Peter Veith
Ich empfehle zukünftig aus obigen Artikel einfach zu kopieren, spart
Arbeit.
Ich stelle fest, die zuständigen Organe kennen keine Zitate aus einer
der Schriften von Marx, die auf sassistische bzw. antisemitische
Grundhaltung des Autors hinweisen. Mir ist auch keine in Erinnerung,
obwohl die "Klassiker" viele ihrer Schriften mit seitenlanger Polemik,
gegen wen auch immer, einleiten. Deswegen hab ich die Schwarten auch
ungern = wenig gelesen, die Kernaussagen darin zu finden war
Sisyphus-Arbeit.
Islammophop nach heutigen Maststäben.
Da hätte ich was. :
Karl Marx
[Die Kriegserklärung -
Zur Geschichte der orientalischen Frage]

"....Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung
reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die
einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der
Ungläubige ist "harby", d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der
Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen
Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe
der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam. Wie läßt sich nun das
Vorhandensein christlicher Untertanen im Reiche der Pforte mit dem Koran
vereinbaren?..."
Weiter Später:
"Da der Koran jeden Ausländer zum Feind erklärt, so wird niemand wagen,
in einem muselmanischen Land aufzutreten, ohne seine Vorsichtsmaßregeln
getroffen zu haben. Die ersten europäischen Kaufleute, die das Risiko
des Handels mit solch einem Volk auf sich nahmen, gedachten deshalb,
sich anfänglich für ihre Person Ausnahmebedingungen und Privilegien
<172> zu sichern, die sich aber später auf ihre ganze Nation ausdehnten.
Daher rührt der Ursprung der Kapitulationen. Kapitulationen sind
kaiserliche Diplome, Privilegiumsurkunden, die von der Pforte an
verschiedene europäische Nationen verliehen werden und deren Untertanen
berechtigen, ungehindert mohammedanische Länder zu betreten, in Ruhe
dort ihre Geschäfte zu betreiben und ihren Gottesdienst abzuhalten. Von
Verträgen unterscheiden sie sich durch den wichtigen Umstand, daß sie
nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, von den abschließenden Parteien nicht
gemeinsam debattiert werden und nicht auf der Grundlage gegenseitiger
Vorteile und Konzessionen von ihnen angenommen sind. Die Kapitulationen
sind im Gegenteil einseitige Konzessionen von seiten der Regierung, die
sie gewährt, weshalb sie auch von dieser nach Belieben wieder
zurückgenommen werden können..."
U.S.W

Manchmal sind eben Tatsachen Tatsachen, auch wen man sie nicht will.
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Chr. Maercker
2020-07-13 16:35:27 UTC
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Post by Gunter Kühne
Islammophop nach heutigen Maststäben.
Karl Marx [Die Kriegserklärung - Zur Geschichte der orientalischen Frage]
"....Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung
reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die
einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der
Ungläubige ist "harby", d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der
Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen
Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe
der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam. Wie läßt sich nun das
Vorhandensein christlicher Untertanen im Reiche der Pforte mit dem Koran
vereinbaren?..."
"Da der Koran jeden Ausländer zum Feind erklärt, so wird niemand wagen,
in einem muselmanischen Land aufzutreten, ohne seine Vorsichtsmaßregeln
getroffen zu haben.
[...]
Post by Gunter Kühne
Manchmal sind eben Tatsachen Tatsachen, auch wen man sie nicht will.
Wobei ich im Koran keine Weisung gefunden habe, Christen als Ungläubige
oder generell als Feinde zu behandeln. Meines Wissens werden Christen
und Ungläubige recht genau unterschieden, jedenfalls im Koran. Wie er
jahrhundertelang ausgelegt wurde (und wird), ist eine andere Frage,
ähnlich wie bei der Bibel. Wie weit die Scharia als islamische
Gesetzgebung wirklich auf dem Koran fußt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Genitalverstümmelung steht meines Wissens aber nicht drin, weder im
Koran noch in der Scharia.
--
CU Chr. Maercker.
Veith
2020-07-13 12:17:46 UTC
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Post by Chr. Maercker
Post by Peter Veith
https://www.n-tv.de/politik/-article20413046.html
Da fehlt Alkoholiker: Unser M/L-Dozent meinte, darauf hinweisen zu
müssen, in der Familie Marx sei sehr viel Bier getrunken worden.
Du mußt unbedingt das Marx-Haus in Trier besuchen. Dort erläutert die SPD
recht eindringlich, wie Marx mit Engels rumsoff und seine Gattin und Tochter
am nächsten Tag das suffschwangere Geschreibsel lesbar zu Papier bringen
mußten. Eigentlich seien sie die wahren Autorinnen, wird diskret suffliert.
Post by Chr. Maercker
Ich stelle fest, die zuständigen Organe kennen keine Zitate aus einer
der Schriften von Marx, die auf sassistische bzw. antisemitische
Grundhaltung des Autors hinweisen. Mir ist auch keine in Erinnerung,
obwohl die "Klassiker" viele ihrer Schriften mit seitenlanger Polemik,
gegen wen auch immer, einleiten. Deswegen hab ich die Schwarten auch
ungern = wenig gelesen, die Kernaussagen darin zu finden war
Sisyphus-Arbeit.
War halt "wissenschaftlich" und nicht unbedingt für die Masse gedacht ;)

"Antisemitismus" beispielhaft in "Zur Judenfrage", 1843
http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm

Hier resumiert Chemnitz die Ausgangstexte von Bauer ausgiebig und kommt erst
später unvermittelt zu seinen eigenen Aussagen / Wertungen. Oberflächlich
könnte man Aussagen von Bauer für die von Chemnitz halten ... so kommen ggf.
einige "Zitate" zustande.

In seinen eigenen Aussagen / Wertungen wendet er die Klassentheorie konsequent
an und führt alles auf das Wesentliche, die Eigentumsverhältnisse zurück.
Dies erfolgt konkret in Bezug auf die Juden.

Da die Juden Teil dieses Systems sind / waren, werden sie kritisiert und
zwar konkret in Hinsicht auf ihre Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft,
wie alle anderen.

Sofern *jede* Kritik an Juden als "antisemitisch" definiert wird, sind diese
Texte selbstverständlich antisemitistisch ... obwohl sie "nur"
kapitalismuskritisch sind. Natürlich wird o.g. Definition genutzt, um vom
Wesen abzulenken, vgl.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Judenfrage#Rezeption
https://de.wikipedia.org/wiki/International_Holocaust_Remembrance_Alliance#Definition_des_Antisemitismus_durch_die_IHRA

Lustig ist die Theorie, daß die marxsche Kritik im Wesen zwar nicht
antisemitistisch sei, in ihrer Erscheinung / Form dagegen schon (Vetter).

Peter
Chr. Maercker
2020-07-13 16:58:52 UTC
Permalink
Post by Veith
Du mußt unbedingt das Marx-Haus in Trier besuchen. Dort erläutert die SPD
recht eindringlich, wie Marx mit Engels rumsoff und seine Gattin und Tochter
am nächsten Tag das suffschwangere Geschreibsel lesbar zu Papier bringen
mußten. Eigentlich seien sie die wahren Autorinnen, wird diskret suffliert.
Als Co- Autorinnen müssen sie wohl betrachtet werden. ;-)
Post by Veith
Post by Chr. Maercker
Ich stelle fest, die zuständigen Organe kennen keine Zitate aus einer
der Schriften von Marx, die auf sassistische bzw. antisemitische
Grundhaltung des Autors hinweisen. Mir ist auch keine in Erinnerung,
obwohl die "Klassiker" viele ihrer Schriften mit seitenlanger Polemik,
gegen wen auch immer, einleiten. Deswegen hab ich die Schwarten auch
ungern = wenig gelesen, die Kernaussagen darin zu finden war
Sisyphus-Arbeit.
War halt "wissenschaftlich" und nicht unbedingt für die Masse gedacht ;)
"Antisemitismus" beispielhaft in "Zur Judenfrage", 1843
http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm
Hier resumiert Chemnitz die Ausgangstexte von Bauer ausgiebig und kommt erst
später unvermittelt zu seinen eigenen Aussagen / Wertungen. Oberflächlich
könnte man Aussagen von Bauer für die von Chemnitz halten ... so kommen ggf.
einige "Zitate" zustande.
In der Tat, kaum erkennbar, wer da gerade zitiert wird.
Post by Veith
In seinen eigenen Aussagen / Wertungen wendet er die Klassentheorie konsequent
an und führt alles auf das Wesentliche, die Eigentumsverhältnisse zurück.
Dies erfolgt konkret in Bezug auf die Juden.
Da die Juden Teil dieses Systems sind / waren, werden sie kritisiert und
zwar konkret in Hinsicht auf ihre Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft,
wie alle anderen.
Wobei ich dem Text entnehme, dass Marx das (kapitalistische) Geldwesen
für eine jüdische Erfindung hält, z.B. hier:
"Was in der jüdischen Religion abstrakt liegt, die Verachtung der
Theorie, der Kunst, der Geschichte, des Menschen als Selbstzweck, das
ist der wirkliche bewußte Standpunkt, die Tugend des Geldmenschen. [...]
Die chimärische Nationalität des Juden ist die Nationalität des
Kaufmanns, überhaupt des Geldmenschen. "

Das würde auch ein Nazi unterschreiben.
Post by Veith
Sofern *jede* Kritik an Juden als "antisemitisch" definiert wird, sind diese
Texte selbstverständlich antisemitistisch ... obwohl sie "nur"
kapitalismuskritisch sind.
Entscheiden ist, ob Gesellschaftsysteme wirklich als allgemeine
Entwicklung betrachtet werden oder als Produkt bestimmter Völker. Obige
Zitate belegen eher letzteres, es sei denn, sie sind gar nicht von Marx
bzw. wurden an anderer Stelle dahingehend relativiert, dass die Juden
entweder *zufällig* die ersten waren oder aber durch historische
Entwicklungen dazu gezwungen waren. Das Verbot für Juden, ein Handwerk
Post by Veith
Lustig ist die Theorie, daß die marxsche Kritik im Wesen zwar nicht
antisemitistisch sei, in ihrer Erscheinung / Form dagegen schon (Vetter).
Evtl. ist das sogar die Erklärung.
--
CU Chr. Maercker.
Peter Veith
2020-07-19 19:13:24 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Veith
Sofern *jede* Kritik an Juden als "antisemitisch" definiert wird, sind diese
Texte selbstverständlich antisemitistisch ... obwohl sie "nur"
kapitalismuskritisch sind.
Entscheiden ist, ob Gesellschaftsysteme wirklich als allgemeine
Entwicklung betrachtet werden oder als Produkt bestimmter Völker.
Nun ja,

hier kotzt sich jemand phantastisch und umfassend über diesen Marx - ein
Rassist - Quatsch ordentlich aus.

Schon als reine Polemik ein Genuß:
https://www.heise.de/tp/features/Was-bleibt-von-Marx-4844224.html

Veith
--
"We recognize the solemn right and moral duty of every nation to secure
its borders. And we are building the wall. " Donald Trump, 04.07.2020
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Bernd Ullrich
2020-07-20 15:22:37 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Chr. Maercker
Post by Veith
Sofern *jede* Kritik an Juden als "antisemitisch" definiert wird, sind diese
Texte selbstverständlich antisemitistisch ... obwohl sie "nur"
kapitalismuskritisch sind.
Entscheiden ist, ob Gesellschaftsysteme wirklich als allgemeine
Entwicklung betrachtet werden oder als Produkt bestimmter Völker.
Nun ja,
hier kotzt sich jemand phantastisch und umfassend über diesen Marx - ein
Rassist - Quatsch ordentlich aus.
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Post by Peter Veith
https://www.heise.de/tp/features/Was-bleibt-von-Marx-4844224.html
Schöner Artikel.

BU

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