Discussion:
Die christliche NächstenenLiebe in Reinform zu Weihnachten..
(zu alt für eine Antwort)
Bernd Ullrich
2019-12-25 15:53:00 UTC
Permalink
https://www.t-online.de/region/berlin/news/id_87051068/-doktor-der-stasi-bundesbehoerde-legt-arbeiten-offen.html

"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen. Da der akademische Titel wegen des
Einigungsvertrages nicht aberkannt werden kann, sollten sie wenigstens
zu dem Zusatz verpflichtet werden, sagte der frühere DDR-Oppositionelle
der Deutschen Presse-Agentur. "Doktor der Stasi - das wäre dann echte
Transparenz"

Als nächstes müssen wohl alle ehemaligen Mitglieder der Firma einen
gelbroten Stern\oderwasähliches in der Öffenlichkeit tragen...

BU
Peter Veith
2019-12-25 16:04:57 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.

"Doktor Ost"

müßte reichen und ist ggf. auch nur letztendlich angestrebt.

Veith
--
"There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich
class, that’s making war, and we’re winning" (Warren Buffett)
http://www.DDR-Luftwaffe.de
klaus r.
2019-12-25 16:24:57 UTC
Permalink
Am Wed, 25 Dec 2019 17:04:57 +0100
Post by Peter Veith
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen
Titel mit dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.
"Doktor Ost"
müßte reichen und ist ggf. auch nur letztendlich angestrebt.
Veith
Möglicherweise könnte das irgendwann mal als Auszeichnung gelten. 1962
kam ich in den Westen. Im Osten besuchte ich eine EOS. Für Abi hatte
ich hier keine Lust mehr. Also machte ich meine Elektrikerlehre weiter.
Zwei Jahre rechnete man mir hier an. Was wir dann im 3. Lehrjahr hier
in NRW in der Berufsschule hatten, hatten wir im Osten bereits in der 4.
Grundschulklasse durchgenommen. Und seit Anfang der 60er ist es
besonders in NRW nicht besser geworden.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)
Bevor ich mich ufreg', isset mir lieber egal (auch Lisa Fitz)

Interessante Meinungen auch auf http://www.freiewelt.net/
Wolf gang P u f f e
2019-12-25 16:43:12 UTC
Permalink
Post by klaus r.
Am Wed, 25 Dec 2019 17:04:57 +0100
Post by Peter Veith
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen
Titel mit dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.
"Doktor Ost"
müßte reichen und ist ggf. auch nur letztendlich angestrebt.
Veith
Möglicherweise könnte das irgendwann mal als Auszeichnung gelten.
"Made in Germany"
https://de.wikipedia.org/wiki/Made_in_Germany
Zitat:
"Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als Schutz vor vermeintlich
billiger und minderwertiger Importware in Großbritannien eingeführt,
gilt die Bezeichnung heute in den Augen vieler Verbraucher als
Gütesiegel."
Zitatende

W. ;-)
Frank Nitzschner
2019-12-25 17:16:01 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
"Made in Germany"
Bei uns ist der Wurm drin?

Grüsse
Frank
René Marquardt
2019-12-25 18:22:11 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Post by Wolf gang P u f f e
"Made in Germany"
Bei uns ist der Wurm drin?
Die LP/MC "Was bin ich wieder für ein Schelm" von Heinz Ehrhardt erschien
in der DDR im Jahre 1985. Von dieser im Westen 1972 veröffentlichten LP
kennt man diesen Kalauer.
Peter Veith
2019-12-26 09:32:25 UTC
Permalink
Post by Wolf gang P u f f e
Post by klaus r.
Am Wed, 25 Dec 2019 17:04:57 +0100
Post by Peter Veith
"Doktor Ost"
müßte reichen und ist ggf. auch nur letztendlich angestrebt.
Möglicherweise könnte das irgendwann mal als Auszeichnung gelten.
"Made in Germany"
Mußte ich auch gleich daran denken :)

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Bernd Ullrich
2019-12-25 17:03:49 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.
"Doktor Ost"
Der unstudierte Rest sind dann wohl "Ostarbeiter" mit den entspechenden
Kennzeichen.
Post by Peter Veith
müßte reichen und ist ggf. auch nur letztendlich angestrebt.
Veith
BU
Martin Ebert
2019-12-26 05:53:41 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.
Nöh - es kommt lediglich 25 Jahre zu spät.

Gerade Du kennst diese "Doktorarbeiten", einige kursieren im Netz.
Bei anderen (alle Titel sind bekannt) ist klar, dass sie nicht
besser sind.

Im normalen Leben (auch zu DDR-Zeit) hätte so etwas nicht ansatz-
weise für ein Diplom gerecht - nicht einmal für Dein Hilfs-Diplom
"ich kann eine MiG ölen".

Schon Dein Diplom ist der Lacher ansich: Wo bitte solle denn eine
eigenständige wissenschaftliche Leistung sein, wenn der komplette
Krempel aus sehr nachvollziehbaren Kriegsgründen fix definiert war?

Genau DAS wollte man doch NICHT - dass jeder Idiot an kriegswichtigem
Gerät oder auch nur an der zuständigen Dienstvorschrift rumschraubt.

Dein Diplom war keins. Nicht ansatzweise. Das war eine Schülerarbeit
für Fortgeschrittene, Dein Befehlsgeber war gar nicht in der Lage,
offene Themen anzubieten.

Ok, neue Methoden bei der Reinigung des Shelters [¹] - das wäre
gegangen - war das Dein Diplom-Thema?

Und Du jetzt noch mit dem MfS-Doktor, da wird es völlig abstrus:
Herrgott, der Doktortitel wird doch nicht für "ich schreibe geheime
Gedanken auf" verleihen.

Ich gebe auf. Male es halt schön, die meisten Leser von dafd mögen
es ja so.

[¹] Bogendeckung

Mt
Peter Veith
2019-12-26 09:08:07 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Schon Dein Diplom ist der Lacher ansich: Wo bitte solle denn eine
eigenständige wissenschaftliche Leistung sein, wenn der komplette
Krempel aus sehr nachvollziehbaren Kriegsgründen fix definiert war?
:-D

Weder Farbpenetrations- noch Schallimpedanzverfahren waren "aus sehr
nachvollziehbaren Kriegsgründen fix definiert". Vergleichbares galt für
Schleudersitze oder die Frage, ob ich die Triebwerkssteuerung mittels
Hydraulik oder Kraftstoff anspreche.
Post by Martin Ebert
Genau DAS wollte man doch NICHT - dass jeder Idiot an kriegswichtigem
Gerät oder auch nur an der zuständigen Dienstvorschrift rumschraubt.
Du hast keine Ahnung, aber davon eine Menge.
Post by Martin Ebert
Dein Diplom war keins. Nicht ansatzweise. Das war eine Schülerarbeit
für Fortgeschrittene, Dein Befehlsgeber war gar nicht in der Lage,
offene Themen anzubieten.
Nun ja, natürlich war das Meiste die Darstellung des "Standes der
Technik". Dafür gab es sogar Zugriff auf allerneuste Westliteratur (im
Lesesaal der Bibliothek). Lediglich an die modernste sowjetische Technik
kam man nicht ran ... nur bei dem Einführungslehrgängen / Umschulungen.
Post by Martin Ebert
Ok, neue Methoden bei der Reinigung des Shelters [¹] - das wäre
gegangen - war das Dein Diplom-Thema?
"Der Gleichschritt im Wandel der Zeiten" wäre mein Favorit gewesen ...
gab es aber bei den Militärmusikern tatsächlich, natürlich auf konkrete
Zeiten und Landwehr eingegrenzt.
Post by Martin Ebert
Herrgott, der Doktortitel wird doch nicht für "ich schreibe geheime
Gedanken auf" verleihen.
Moderne, angewandte Psycholog^^^^Verhörtechniken (ohne Folter, wir sind
ja nicht bei der CIA), wären bspw. schon ein paar Doktortitel wert.
Post by Martin Ebert
Ich gebe auf. Male es halt schön, die meisten Leser von dafd mögen
es ja so.
[¹] Bogendeckung
"GDF" (Geschlossene Deckung für Flugzeuge) ... wenn schon, denn schon!

BTW Mein schönes West-Diplom handelt von (betriebswirtschaftlicher)
Prozeß(teil)kostenrechnung.

Und Deines?

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Jörg Knebel
2019-12-26 10:40:12 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
BTW Mein schönes West-Diplom handelt von (betriebswirtschaftlicher)
Prozeß(teil)kostenrechnung.
Und Deines?
Erwartest Du darauf wirklich eine Antwort vom Ebert?
Und dann eventuell sogar noch eine wahre?
Peter Veith
2019-12-26 10:43:54 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
Post by Peter Veith
BTW Mein schönes West-Diplom handelt von (betriebswirtschaftlicher)
Prozeß(teil)kostenrechnung.
Und Deines?
Erwartest Du darauf wirklich eine Antwort vom Ebert?
Und dann eventuell sogar noch eine wahre?
Ja, ich bin so ein Sonnenschein.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Jörg Knebel
2019-12-26 10:48:13 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Jörg Knebel
Post by Peter Veith
BTW Mein schönes West-Diplom handelt von (betriebswirtschaftlicher)
Prozeß(teil)kostenrechnung.
Und Deines?
Erwartest Du darauf wirklich eine Antwort vom Ebert?
Und dann eventuell sogar noch eine wahre?
Ja, ich bin so ein Sonnenschein.
:o))
Peter Veith
2019-12-31 13:41:18 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Jörg Knebel
Post by Peter Veith
BTW Mein schönes West-Diplom handelt von (betriebswirtschaftlicher)
Prozeß(teil)kostenrechnung.
Und Deines?
Erwartest Du darauf wirklich eine Antwort vom Ebert?
Und dann eventuell sogar noch eine wahre?
Ja, ich bin so ein Sonnenschein.
:o))
Nun, die Feiertage laufen noch und da ist wenig Zeit für Hobby und
Zeitvertreib in diesem "obskuren Usenetforum verkrachter DDR-Existenzen"
(RK, am 27.05.2006, 11:43 in dafd), kurz:

Noch keine Info.

Gleichwohl lief mir die Tage diese bundesdeutsche Schlagzeile über den
Weg und ich muß mich vorm Haushalt drücken:

"DDR-Abschluss geringwertiger als bundesdeutscher Abschluss"
https://kurzelinks.de/VGBE-Gleichwertigkeit

Jetzt wissen wir das schon "immer" ... ergo mal nach dem Urteil gesucht
und leider vorerst nur die Pressemittlung gefunden:
https://kurzelinks.de/VGBE-PM

Dort heißt es korrekter: "Keine Gleichwertigkeit eines
DDR-Ingenieurhochschulabschlusses mit bundesdeutschem
Universitätsabschluss".

Ok, wo ist immer noch das Problem?

Aus der Pressemitteilung: "Dass die Ingenieurhochschule
Berlin-Wartenberg das Promotionsrecht gehabt und der Kläger bis zur
Einstellung seiner Postgraduiertenförderung auch ein Promotionsvorhaben
verfolgt habe, sei allein kein Beleg für eine wissenschaftliche
Ausrichtung seines Studiums."

Gut, das Recht hatte meine OHS nicht ... was war das für eine IHS?

"Der 1963 geborene Kläger erwarb nach einem acht Semester dauernden
Studium der Landtechnik im Sommer 1990 den akademischen Grad
'Diplomingenieur'" an der IHS Wartenberg.

Was ist da nochmal gleich passiert?

Klar, die IHS wurde abgewickelt und daraus die FHTW (i.Gr.) und brachte
Personal, Studenten und vor allem Grund und Boden ein. Das galt nicht
für die "Bauern", die wurden in die *Humboldtuniversität* überführt,
*hört, hört*

Aber, natürlich nur um plattzumachen:

"(...) weil ein Bedarf des Landes Berlin für eine solche Einrichtung
nicht mehr gegeben sei."
https://kurzelinks.de/IHS-ND

Tja, bleibt dabei:
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun­des­deut­scher Abschluss"

Veith
--
Erinnerung ... nicht als "Trachtengruppe", sondern als Alternative.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/
Jörg Knebel
2019-12-31 23:26:40 UTC
Permalink
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun?des?deut?scher Abschluss"
Bei dieser Arroganz der Besatzer hilft nur noch gnadenloses dazwischen
schlagen.

Ich habe es schriftlich das mein Abschuluss von der Hochschule für
Seefahrt (hatte schon als Ingenieurhochschule Promotionsrecht) einem
Uniabschluß der "BRD" gleichgesetzt ist.
Was ich dann auf dem Westhandelsboot erleben mußte ließ meine
Nackenhaare zu Berge stehen.
Wie kann man jemanden ein Seefahrtspatent geben der zu blöd ist einen
schief stehenden Eimer Wasser auszukippen?

Die Leute die Heute davon betroffen sind sollten einfach zeigen was sie
draufhaben und die Großmäuler bei jeder Gelegenheit ins offene Messer
laufen lassen.
Ist ein netter Anblick wenn die hoch rote Hohlbirne zu platzen droht.
:o)

Cheers
Gunter Kühne
2019-12-31 23:36:28 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun?des?deut?scher Abschluss"
Bei dieser Arroganz der Besatzer hilft nur noch gnadenloses dazwischen
schlagen.
Ich habe es schriftlich das mein Abschuluss von der Hochschule für
Seefahrt (hatte schon als Ingenieurhochschule Promotionsrecht) einem
Uniabschluß der "BRD" gleichgesetzt ist.
Was ich dann auf dem Westhandelsboot erleben mußte ließ meine
Nackenhaare zu Berge stehen.
Wie kann man jemanden ein Seefahrtspatent geben der zu blöd ist einen
schief stehenden Eimer Wasser auszukippen?
Die Leute die Heute davon betroffen sind sollten einfach zeigen was sie
draufhaben und die Großmäuler bei jeder Gelegenheit ins offene Messer
laufen lassen.
Ist ein netter Anblick wenn die hoch rote Hohlbirne zu platzen droht.
:o)
Cheers
Runderfahren
Alles gute zum Neuen Jahr.
Gruß der Ossinazi :-)
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Jörg Knebel
2019-12-31 23:54:16 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Alles gute zum Neuen Jahr.
Gleichfalls.
Post by Gunter Kühne
Gruß der Ossinazi :-)
:-)
Michael Kreienberg
2020-01-01 11:01:01 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Jörg Knebel
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun?des?deut?scher Abschluss"
Bei dieser Arroganz der Besatzer hilft nur noch gnadenloses dazwischen
schlagen.
naja, das war mit dem VG Berlin nur die erste Instanz. Der Artikel in
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-berlin-vg3k24518-hochschulabschluesse-ddr-gleichwertigkeit-hochschule-universitaet-ingenieur-abschluss-nicht-gleichwertig/
schließt mit dem Satz: "Gegen das Urteil kann der klagende Mann Antrag
auf Zulassung der Berufung an das Oberverwaltungsgericht
Berlin-Brandenburg stellen."

So richtig abschließend beurteilen wollte das VG Berlin das Ganze dann
wohl doch nicht, sonst hätten sie die Berufung nicht zugelassen. Wäre
schön wenn der Kläger in die zweite Runde geht.
Post by Jörg Knebel
Ich habe es schriftlich das mein Abschuluss von der Hochschule für
Seefahrt (hatte schon als Ingenieurhochschule Promotionsrecht) einem
Uniabschluß der "BRD" gleichgesetzt ist.
Was ich dann auf dem Westhandelsboot erleben mußte ließ meine
Nackenhaare zu Berge stehen.
Wie kann man jemanden ein Seefahrtspatent geben der zu blöd ist einen
schief stehenden Eimer Wasser auszukippen?
Das überrascht mich jetzt deswegen, weil zum einen seit Jahrzehnten kaum
Handelsschiffe unter Deutscher Flagge fahren ("Westhandelsboot") und oft
alle Besatzungsmitglieder unterhalb "Operational Level" bzw. "Management
Level" in der "Großen Fahrt" durchweg von den Philippinen oder in der
"Mittleren Fahrt" aus Osteuropa kommen.

Zum anderen, weil die Erteilung von Befähigungszeugnissen in der
Seefahrt schon seit Ende der 1970er-Jahre im Rahmen des
STCW-Übereinkommens internationalen Mindeststandards und Normen folgt
sowie Auffrischungskurse verpflichtend sind (Refresher). Gab es da so
deutliche Unterschiede im Ausbildungsstand zwischen Ost und West sowie
im internationalen Vergleich?

Frohes neues Jahr, viele Grüße
Michael Kreienberg
Jörg Knebel
2020-01-01 12:08:32 UTC
Permalink
Handelsschiffe unter Deutscher Flaggge
Ich rede von 1991. Das Zweitregister war noch nicht alt und von den NO's
war nur der Dritte ein phips der Chief und der 2.Ing sowie einige andere
Flurplalttensalamander/Schwarzhälse waren deutsch.
An Deck war der Funkoffizier und der Bootsmanmn sowie einige Matrosen
deutsch.
Von 3 Studienkollegen (von ursprünglich ca. 60) die als die letzten
Mohikaner, seit langem schon als Kapitän noch zur See fahren weis ich
das heutzutage der Kpt. u.U. der einzige Deutsche ist der auf einem Boot
mit dem "Schwarz-Rot-Mostrich-Wimpel" fährt.
Die drei "freuen" sich auch jedesmal wenn ein Auffrischunjgskurs
ansteht.
Gab es da so deutliche Unterschiede im Ausbildungsstand zwischen Ost und
West sowie im internationalen Vergleich?
Alle in der "BRD" vergebenen Patente waren im Vergleich eine schlechte
Schnellbesolung (Fachhochschulen mit niedrigstem Mindeststandard).

Die Hochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow war eine von FÜNF
SeefahrtsHOCHSCHULEN in der Welt und allein vom Status her ein Konkurent
also ein Dorn in den Augen der "BRD"-klippschulen.

Ich erinnere mich als ich 1985 mein Studium begann und uns die Frage
"So, ihr wollt also nautische Offiziere werden" gestellt wurde, was
begeistert und mit leuchtenden Augen mit "JA" beantwortet wurde.
Die darauf folgende Festlegung "Gut, aber erst machen wir Ingenieure aus
Euch" ließ dann das Leuchten in den Augen und die Begeisterung
"geringfügig" abebben. ;-)

Auf dem Boot 1991 mußte ich dann u.a. erleben das der 1.NO die Scheiben
der Steuerbordseite wegen der intensiven Sonneneinstralung mit
ausgedienten Seekarten wärend seiner Brückenwache zuklebte.
Für Nichtseeleute: Auf dem Wasser gilt auch "Rechts (Steurbord) vor
Links (Backbord)".
Die Beschreibung der Ausstattung des Bordhospitals (der 2.NO ist der
Doktor an Bord) als katastrophal wäre eine Beschönigung.

Die nautischen Veröfentlichungen (Seekarten, Handbücher,
Leuchtfeuerverzeichnisse, etc) hatten in den meisten Fällen das "used by
date" lange überschritten und/oder waren nicht mal "monatfertig"
berichtigt obwohl sie das "tagfertig" hätten sein müssen.

Es gab ein Gebiet in dem die westgotischen Seeleute so gut waren das man
ihnen einen Doktotitel hätte geben müssen und das war das Dummschwafeln.

Ich hoffe das beantwortet erst mal den Kern Deiner Fragen.

Cheers
Gunter Kühne
2020-01-02 11:44:59 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
Handelsschiffe unter Deutscher Flaggge
gekürzt.
Post by Jörg Knebel
Es gab ein Gebiet in dem die westgotischen Seeleute so gut waren das man
ihnen einen Doktotitel hätte geben müssen und das war das Dummschwafeln.
Nannte Mann, in Fachkreisen, so was nicht Seemansgarn??
:)

Gunter
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Jörg Knebel
2020-01-02 12:03:04 UTC
Permalink
Post by Gunter Kühne
Post by Jörg Knebel
Handelsschiffe unter Deutscher Flaggge
gekürzt.
Post by Jörg Knebel
Es gab ein Gebiet in dem die westgotischen Seeleute so gut waren das man
ihnen einen Doktotitel hätte geben müssen und das war das Dummschwafeln.
Nannte Mann, in Fachkreisen, so was nicht Seemansgarn??
Fachkreise? Meinst Du die Landrattenbesserwisser? :-)

Als Seemansgarn wurde immer nur das bezeichnet was spannungsgeladen und
fantasievoll erzählt wurde.

Meine Darstellungen sind die nackte, klare und selbsterlebte Wahrheit.

Zu den besten Zeiten hieß es "Das schönste an der Seefahrt sind die
Lieder - und die sind schlecht!"

In heutigen Zeiten ist die Seefahrt eher vergleichbar mit einer streng
nach Fahrplan operierenden Straßenbahn die in einer nuklearen
FallOutwolke von Haltestelle zu Haltestelle ächzt um Blechkisten um den
Planeten zu befördern.
Martin Ebert
2020-01-13 03:22:34 UTC
Permalink
Post by Michael Kreienberg
Post by Jörg Knebel
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun?des?deut?scher Abschluss"
Bei dieser Arroganz der Besatzer hilft nur noch gnadenloses dazwischen
schlagen.
naja, das war mit dem VG Berlin nur die erste Instanz. Der Artikel in
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-berlin-vg3k24518-hochschulabschluesse-ddr-gleichwertigkeit-hochschule-universitaet-ingenieur-abschluss-nicht-gleichwertig/
Der zieht das Thema IHS hoch.

Der Trick besteht aus Sicht des Einigungsvertrags darin, dass
das gleichwertige Diplom daran gekoppelt ist, dass die Bildungs-
stätte Promotionsrecht hatte. Das heißt, dass ein Diplom an einer
TH regelmäßig nicht anerkannt werden musste, es war laut Eini-
gungsvertrag ja schon eins - im Gegensatz zu einem IHS-Diplom.

Diese nachträgliche Anerkennung führte dann zu dem Titel Dipl (FH),
wenn mir recht ist.

Ein Kommilitone (TH) hat das mal spaßeshalber durchgezogen:
Das Ergebnis war ein Schreiben, dass eine Anerkennung nicht
erfolgen könne, da lt. §xy Abs z Einigungsvertrag dieses Diplom
gleichgestellt sei.

Mt
Florian Ritter
2020-01-13 21:12:34 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Der Trick besteht aus Sicht des Einigungsvertrags darin, dass
das gleichwertige Diplom daran gekoppelt ist, dass die Bildungs-
stätte Promotionsrecht hatte. Das heißt, dass ein Diplom an einer
TH regelmäßig nicht anerkannt werden musste, es war laut Eini-
gungsvertrag ja schon eins - im Gegensatz zu einem IHS-Diplom.
Diese nachträgliche Anerkennung führte dann zu dem Titel Dipl (FH),
wenn mir recht ist.
Das Ergebnis war ein Schreiben, dass eine Anerkennung nicht
erfolgen könne, da lt. §xy Abs z Einigungsvertrag dieses Diplom
gleichgestellt sei.
Ca. 10 a vor Wiedervereinigung beantragte ich Anerkennung
meines Univ.-Abschlusses bei der zust. Westberliner
Dienststelle. Der mir zugegangene Bescheid lautete dahingehend,
ich könnte den Titel "genehmigungsfrei führen", etwas
verschwommen, man wollte sich wohl nicht festlegen - FR

René Marquardt
2019-12-31 23:55:53 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
"DDR-Abschluss geringwertiger als bun­des­deut­scher Abschluss"
Na also bitte, zum Wesen der allseitig gebildeten sozialischten Persoenlichkeit
gehoert es doch, dass man sich zeitlebens lang fortbildet. Mit meinem
Facharbeiter fuer Plaste- und Elasteverarbeitung, im Jahre 1988 erlangt,
kann ich heute auch nichts mehr anfangen. Weswegen ich mich vor geraumer
Zeit eines amerikanischen College-Abschlusses befleissigte.
Ach ja! Da kam mir der Facharbeiterbrief doch noch einmal gelegen:
ich hatte frech behauptet, dass er quasi einem Abschluss eines
"vocational college" entspraeche und mich somit um die Aufnahmepruefung gedrueckt.
Martin Ebert
2020-01-13 03:12:07 UTC
Permalink
Den gibt's noch?
Post by Jörg Knebel
Erwartest Du darauf wirklich eine Antwort vom Ebert?
Und dann eventuell sogar noch eine wahre?
Keule, ich sach dir was: Er hat die Antwort schon. Seit
langem.

Das sind so Sachen, die *du* nie verstehen wirst: Der Peter
und ich, wir kennen uns. Sogar persönlich. Zwar haben wir
(teils) andere Ansichten, diese teilen wir uns ganz öffentlich
mit - das hat für uns beide und vielleicht die Leserschaft ja
erhellende Effekte. Ok, für dich nicht, klar.

Und was du gleich gar nicht verstehen wirst: Wir werden nur
scheinbar persönlich, es wirkt nur so. Denn es gibt Grenzen.
Ich weiß mehr von Peter (und er von mir) als du auch nur ansatz-
weise ahnst. Versprochen: Das bleibt auch so.

du darfst nun in Deiner Kiste weitertrollen. Und da dich gottlob
(Gott lob - ein Stichwort) praktisch niemand zitiert, merke
ich nicht einmal, dass es solche traurigen Existenzen auch gibt.

Mt
Jörg Knebel
2020-01-13 04:56:31 UTC
Permalink
mimimi - also das übliche Geschwurbel
Das Ebert ist und bleibt ein primitiver Laberaffe.
Chr. Maercker
2020-01-02 12:10:26 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Martin Ebert
Ok, neue Methoden bei der Reinigung des Shelters [¹] - das wäre
gegangen - war das Dein Diplom-Thema?
"Der Gleichschritt im Wandel der Zeiten" wäre mein Favorit gewesen ...
gab es aber bei den Militärmusikern tatsächlich, natürlich auf konkrete
Zeiten und Landwehr eingegrenzt.
Ich dachte, mit "Methoden bei der Reinigung des Shelters" wäre
Revierreinigen gemeint. :-)
--
Duck & wech. Chr. Maercker.
Peter Veith
2019-12-26 09:27:35 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Peter Veith
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
Hier schießt der ehemalige "Friedensbewegte" über das Ziel hinaus.
Nöh - es kommt lediglich 25 Jahre zu spät.
Das ist tatsächlich der "Knackpunkt".

Während sich jeder DDR-Ingenieur beim seit 1990 jeweils zuständigen
Kultusministerium die Anerkennung einer westdeutschen Gleichwertigkeit
abholen mußte, um sich weiter Dipl.Ing. (ohne Zusatz "DDR) nennen zu
dürfen und vor allem sachgerecht eingruppiert zu werden - es sei denn,
er war durch Seilschaften protegiert -, war das bei Doktortiteln nicht so.

Ist vermutlich bei der heißen Nadel des sog. Einigungsvertrages
durchgerutscht.

Das ist besonders häßlich, da in der DDR seit 1968 in Promotion A und B
unterschieden wurde. Sogar Ärzten reichte ein Diplom, die mußte - anders
als heute noch in der BRD - keinen "Doktor" machen.

Also muß die Stasi herhalten, um DDR-Abschlüsse weiterhin zu
diskreditieren und delegitimieren.

Anderseits, Herr Jahn muß auch hin und wieder belegen, wozu er sein Geld
(B9-Besoldung = nur Grundgehalt 11.934,86€ pro Monat) erhält.

Für Martin:
https://www.buzer.de/gesetz/3276/a45899.htm
https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/einkommenstabellen/besoldungstab_bund_190401.pdf

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Achim Ebeling
2019-12-26 10:22:17 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Das ist besonders häßlich, da in der DDR seit 1968 in Promotion A und B
unterschieden wurde. Sogar Ärzten reichte ein Diplom, die mußte - anders
als heute noch in der BRD - keinen "Doktor" machen.
Du musst auch heute nicht "Dokror" sein um "Doktor" sein zu dürfen.

Mein Hausarzt und mein Internist hatten lange zeit keinen Doktortitel.
Bei meinem Internisten weiß ich, er hat ihn machte weil's besser aussieht.
Sagte mir seine Frau.


Bis denne
Achim
Peter Veith
2019-12-26 10:42:42 UTC
Permalink
Post by Achim Ebeling
Post by Peter Veith
Das ist besonders häßlich, da in der DDR seit 1968 in Promotion A und B
unterschieden wurde. Sogar Ärzten reichte ein Diplom, die mußte - anders
als heute noch in der BRD - keinen "Doktor" machen.
Du musst auch heute nicht "Dokror" sein um "Doktor" sein zu dürfen.
Richtig, es wird "nur" ein "Staatsexamen" benötigt, allerdings machen
rd. 2/3 der Ärzte in der BRD zusätzlich ihren Doktor.

Beachte:

"Der Dipl.-Med. ist aber nichts anderes als ein Fossil aus DDR-Zeiten,
das an ein Staatssystem erinnert, das willkürlich und aus politischen
Gründen in die akademischen Grade der Medizin eingriff." :-D
https://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/Diplom-Mediziner-35-Jahre-Entwuerdigung-ostdeutscher-Aerzte

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Lars Gebauer
2019-12-26 11:30:05 UTC
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Post by Peter Veith
"Der Dipl.-Med. ist aber nichts anderes als ein Fossil aus DDR-Zeiten,
das an ein Staatssystem erinnert, das willkürlich und aus politischen
Gründen in die akademischen Grade der Medizin eingriff." :-D
Von den Jüngeren (zu DDR-Zeiten) hörte man öfters, daß ein Diplom weit
mehr wert sei, als ein Doktor. Einfach, weil sich die Diplomarbeit mit
weit aktuelleren und zeitgemäßeren Problemen befassen würde, als die
Doktorarbeit. In dieser würden (oft) nur längt bekannte Dinge nochmal
neu zusammengefaßt und systematisiert. Das Diplom sei somit
anspruchsvoller.

Ältere Leute (aus meinem Bekanntenkreis) gingen oft ganz gezielt zum
Doktor. Jüngere zogen oft den Dipl.-Med. vor.
Markus Ermert
2019-12-27 09:16:04 UTC
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Post by Lars Gebauer
Von den Jüngeren (zu DDR-Zeiten) hörte man öfters, daß ein Diplom weit
mehr wert sei, als ein Doktor. Einfach, weil sich die Diplomarbeit mit
weit aktuelleren und zeitgemäßeren Problemen befassen würde, als die
Doktorarbeit.
Ältere Leute (aus meinem Bekanntenkreis) gingen oft ganz gezielt zum
Doktor. Jüngere zogen oft den Dipl.-Med. vor.
Doktorarbeiten (sofern man sie ernst nähme) qualifizieren ja genau NICHT zu
einer guten ärztlichen Tätigkeit, sondern zu einer wissenschaftlichen. Wer
die Arbeit mit Patienten an die erste Stelle setzt, promoviert nicht.
Michael Kreienberg
2019-12-26 11:56:52 UTC
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Hallo,
Post by Peter Veith
"Der Dipl.-Med. ist aber nichts anderes als ein Fossil aus DDR-Zeiten,
das an ein Staatssystem erinnert, das willkürlich und aus politischen
Gründen in die akademischen Grade der Medizin eingriff." :-D
https://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/Diplom-Mediziner-35-Jahre-Entwuerdigung-ostdeutscher-Aerzte
Danke für den Link
https://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/Diplom-Mediziner-35-Jahre-Entwuerdigung-ostdeutscher-Aerzte.


Dort lese ich zwei bemerkenswerte Sätze:

"An eine medizinische Dissertation werden in Bezug auf die Qualität in
der Regel geringere Ansprüche gestellt, als sie andere Fachgebiete, wie
die Natur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaften, bei einer
Promotionsarbeit für erforderlich halten."

und weiter:

"Die Anerkennung der in der Medizin vorgelegten Arbeit als Dissertation
ist somit auch Ausdruck der hohen fachlichen und sozialen Wertschätzung,
die man der Leistung des Arztes in der Gesellschaft entgegenbringt."

Dann schreiben die Autoren, sinngemäß dass die Einführung des
akademischen Grades Dipl.-Med. einen schweren Eingriff mit Folgen für
die fachliche und gesellschaftliche Anerkennung des Arztes gewesen sei.

Das geht dann schon in die Richtung "Dr. h. c." oder? Und die Autoren
hätten es gerne gesehen, wenn die Dipl.-Med. der DDR rückwirkend
pauschal einen Dr. med. verleihen bekommen würden und sind enttäuscht,
dass dieses ernst gemeinte Anliegen nicht begrüßt wurde:

"Bereits im August 2003 wurde das sächsische Kultusministerium mit
mehreren Schreiben auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht und
angeregt, dass der akademische Grad Dipl.-Med. in den Dr. med.
umgewandelt wird. Leider musste festgestellt werden, dass es im
Kultusministerium sehr wenig Sachkenntnis diesbezüglich gab, sodass
weitere Aktivitäten dort wenig hilfreich schienen."

Zum Glück haben sich die Zeiten geändert, viele Ärzte sparen sich die
Promotion mittlerweile, meine Hausärztin ("Wessi") ist Fachärztin für
Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin und
Akupunktur. Dass sie vor dem Studium eine Ausbildung zur examinierten
Krankenschwester gemacht hat, finde ich klasse.

Der in der DDR übliche akademische Grad war die bessere Variante und
warum soll ein Diplom (neudeutsch M.Sc.) ein schwerer Eingriff mit
Folgen für die fachliche und gesellschaftliche Anerkennung bei den
Medizinern sein?

Mit freundlichen Grüßen
Michael Kreienberg
Peter Veith
2019-12-26 12:44:57 UTC
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Post by Michael Kreienberg
Danke für den Link
https://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/Diplom-Mediziner-35-Jahre-Entwuerdigung-ostdeutscher-Aerzte.
Bitte.
Du hast die Problematik und Widersprüchlichkeit des Artikels gut
Post by Michael Kreienberg
Das geht dann schon in die Richtung "Dr. h. c." oder? Und die Autoren
hätten es gerne gesehen, wenn die Dipl.-Med. der DDR rückwirkend
pauschal einen Dr. med. verleihen bekommen würden und sind enttäuscht,
Fachärztin für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin und
Akupunktur.
Finde ich schon etwas witzig, ohne die Akupunktur im Einzelnen zu
disqualifizieren. Erinnert mich an einen Witz (der Herkuleskeule?) in
Bezug auf die "staatlich verordnete" Konsumgüterproduktion:

"VEB Krananlagen und Büchsenöffner".
Post by Michael Kreienberg
Dass sie vor dem Studium eine Ausbildung zur examinierten
Krankenschwester gemacht hat, finde ich klasse.
Ja, wird ihr vieles beim Studium erleichtert haben, eröffnete zudem die
Möglichkeit gutes Geld fürs Studium nebenbei zu verdienen. Die
Ausbildung dient auch nicht wenigen, die Zeit bis zur Studienzulassung
(NC!) zu überbrücken.
Post by Michael Kreienberg
Der in der DDR übliche akademische Grad war die bessere Variante und
warum soll ein Diplom (neudeutsch M.Sc.) ein schwerer Eingriff mit
Folgen für die fachliche und gesellschaftliche Anerkennung bei den
Medizinern sein?
Na ja, manchmal ist es der Sache förderlich, so einen Politunsinn
einzubauen, da soll "Druck" auf die Entscheidungsträger aufgebaut
werden, um vermeintliches "DDR-Unrecht" abzubauen.

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Markus Ermert
2019-12-27 09:16:04 UTC
Permalink
Post by Michael Kreienberg
https://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/Diplom-Mediziner-35-Jahre-Entwuerdigung-ostdeutscher-Aerzte.
"An eine medizinische Dissertation werden in Bezug auf die Qualität in
der Regel geringere Ansprüche gestellt, als sie andere Fachgebiete, wie
die Natur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaften, bei einer
Promotionsarbeit für erforderlich halten."
Das können also auch die Standesverbände nicht leugnen. Es gab AFAIR auch
schon mal innerhalb der EU sowie in der Hochschulkonferenz Ärger, da die
Anforderungen für die Med-Promotion so lächerlich niedrig sind.
Post by Michael Kreienberg
"Die Anerkennung der in der Medizin vorgelegten Arbeit als Dissertation
ist somit auch Ausdruck der hohen fachlichen und sozialen Wertschätzung,
die man der Leistung des Arztes in der Gesellschaft entgegenbringt."
So kann man rein angebermäßige Privilegierung auch rechtfertigen.
Post by Michael Kreienberg
Dann schreiben die Autoren, sinngemäß dass die Einführung des
akademischen Grades Dipl.-Med. einen schweren Eingriff mit Folgen für
die fachliche und gesellschaftliche Anerkennung des Arztes gewesen sei.
Ärzte sehen ihre Gleichstellung mit anderen akademischen Berufen also als
bösen Eingriff.
Markus Ermert
2019-12-27 09:00:54 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
. Sogar Ärzten reichte ein Diplom, die mußte - anders
als heute noch in der BRD - keinen "Doktor" machen.
Kein Arzt muss in der BRD einen Doktor machen. Das ist reine Prestige- oder
auch nur Angebersache.
Frank Hucklenbroich
2020-01-02 09:42:11 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Das ist besonders häßlich, da in der DDR seit 1968 in Promotion A und B
unterschieden wurde. Sogar Ärzten reichte ein Diplom, die mußte - anders
als heute noch in der BRD - keinen "Doktor" machen.
Nein, das müssen sie nicht unbedingt. Ich hatte zeitweise mal einen
Hausarzt, der hatte seinen "Dr." in Chemie gemacht. Da stand dann
"Dr.rer.nat." auf dem Praxisschild.

Und in meiner Nachbarschaft gab es in den 70ern eine Arztpraxis, die von
einem Ehepaar betrieben wurde. Nur er hatte einen "Dr." in Medizin, aber
auch sie durfte selbstverständlich als Ärztin praktizieren.

Grüße,

Frank
René Marquardt
2019-12-25 16:42:03 UTC
Permalink
Hi hi, da fürchtet sich wohl wer?
Bernd Ullrich
2019-12-25 17:05:38 UTC
Permalink
Post by René Marquardt
Hi hi, da fürchtet sich wohl wer?
Wahnvorstelung ihrerseits, Sie "ArmesLeut".

BU
Jörg Knebel
2019-12-25 20:59:31 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
"Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will
erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit
dem Zusatz "Stasi" führen müssen.
ROTFL - wie wäre es mit der zusätzlichen Kennzeichnung nach religöser
Zugehörigkeit und Wessis bekommen außerdem ein "W" auf die Stirn
gebrannt und wenn die sich weigern sollten dann wird gemeißelt!


Jetzt mal im Ernst, wie haltet Ihr das eigentlich aus bei dem Krach der
durch all die gezogene Nebenluft erzeugt wird?
Peter Veith
2019-12-26 09:31:14 UTC
Permalink
Post by Jörg Knebel
Jetzt mal im Ernst, wie haltet Ihr das eigentlich aus bei dem Krach der
durch all die gezogene Nebenluft erzeugt wird?
Das ist alles völlig normal geworden, das regt niemanden mehr auf ..
daher können die Daumenschrauben auch immer weiter angezogen werden.

Veith
--
"Es wird keine Straflosigkeit geben, sobald es eine neue Regierung gibt"
Hillary Clinton
http://www.ddr-luftwaffe.de
Jörg Knebel
2019-12-26 10:40:13 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Jörg Knebel
Jetzt mal im Ernst, wie haltet Ihr das eigentlich aus bei dem Krach der
durch all die gezogene Nebenluft erzeugt wird?
Das ist alles völlig normal geworden, das regt niemanden mehr auf ..
daher können die Daumenschrauben auch immer weiter angezogen werden.
Oha, so schlimm also schon.

Na dann immere schön den Kopf einziehen und auf volle Rundumverteidigung
umschalten.

Cheers
Jörg
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