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Superfestgläser aus Schwepnitz (Krs Kamenz)
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Matthias Opatz
2019-07-03 18:25:48 UTC
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Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.

Gestern widmete die Sendung Umschau (MDR) diesen Gläsern neun Minuten:

<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>

Matthias
Wolf gang P u f f e
2019-07-03 20:34:54 UTC
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Post by Matthias Opatz
Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.
<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>
Danke für den Tipp.
Mir begegnen diese Gläser immer mal.
So ca. 2012 in irgendeinem Kaff in Brandenburg servierte mir ein Wirt
einer Pensionsgaststube damit das Bier.
Man kam ins Gespäch und er meinte, unkaputtbar. Da kann der heutige Mist
nicht mithalten.

Mein letzter Kontakt mit einem Superfestglas war im Sommer 2017 auf
Usedom in irgendeiner Scheunengaststädte. Ein nettes Gespäch mit der
Wirtin ergab sich, als ich auch hier meine Begeisterung über dieses
Glas äußerte.
Sie zeigte mir einige Kartons voll mit diesen Gläsern (WIMRE
verschiedene Größen) und meinte, dass die wohl bis in alle Ewigkeit
reichen würden.
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W.
Torsten Mueller
2019-07-04 05:05:47 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Mein letzter Kontakt mit einem Superfestglas war im Sommer 2017 auf
Usedom in irgendeiner Scheunengaststädte. Ein nettes Gespäch mit der
Wirtin ergab sich, als ich auch hier meine Begeisterung über dieses
Glas äußerte. Sie zeigte mir einige Kartons voll mit diesen Gläsern
(WIMRE verschiedene Größen) und meinte, dass die wohl bis in alle
Ewigkeit reichen würden.
Kenn ich seit fast 40 Jahren. Ich war 1981 in diesem Betrieb zur
Besichtigung, da war das grad ganz neu. Alle waren mächtig stolz darauf
und haben das feature mehrfach demonstriert. "Das wird ein ganz großes
Ding. Wir haben schon Anfragen aus $(ALLER_WELT)!!!"

Nur genau diese rückwärtsgewandte, präkonsumistische Denkweise will eben
überhaupt niemand. Alle Ewigkeit ... der Tod reicht bis in alle
Ewigkeit. Kaufen sollst Du und kaputtmachen und dann neue kaufen, und
zwar mehr und teurere als vorher! Gläser, die nicht kaputtgehen, so ein
betriebs- und volkswirtschaftlicher Quatsch.

T.M.
Ronald Konschak
2019-07-04 16:26:01 UTC
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Post by Wolf gang P u f f e
Post by Matthias Opatz
Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.
<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>
Danke für den Tipp.
Mir begegnen diese Gläser immer mal.
So ca. 2012 in irgendeinem Kaff in Brandenburg servierte mir ein Wirt
einer Pensionsgaststube damit das Bier.
Man kam ins Gespäch und er meinte, unkaputtbar. Da kann der heutige Mist
nicht mithalten.
Mein letzter Kontakt mit einem Superfestglas war im Sommer 2017 auf
Usedom in irgendeiner Scheunengaststädte.
Ich habe jeden Tag Lippenkontakt mit meinen Superfest-Gläsern. 6 Stück
der Größe 0,3 l konnte ich retten. Leider waren die Glaskrüge der
K 109 nicht aus solchem Glas gemacht, sonst wäre der auch noch original.

Ronald.
--
welches verhängnis, dass #sachsen in dieser krise nur eine gelernte flachzange
zum mp hat.
Johannes Lichdi, Stadtrat (B90/Die Grünen) für Dresden-Neustadt, über die
Forderung des Ministerpräsidenten Kretschmer nach mehr Rechtsoffenheit.
d***@gmail.com
2019-07-04 03:39:34 UTC
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Post by Matthias Opatz
Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.
<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>
Matthias
Mir erinnerlich als 0,20? , 0,25 und 0,5 Liter und war Standardglas in
der Kneipe. Flog auch mal runter und blieb meistens heile.

Warum sich sowas nicht durchsetzt?
Wie bei der unkaputtbaren Glüh"Birne"
bzw bei allen unkaputtbaren Sachen:

Sachen die nachhaltig sind und keine Ablauffrist haben also ewig
halten könnten, sind in der Wegwerfgesellschaft (aka Kapitalismus)
nicht gefragt. Wer soll da was dran verdienen? So ein Glas muß nach
6 Wochen Spülmaschine matt werden und dann irgendwann zerbröseln,
dann ist das ok. An diesem kapitalistischen Grundprinzip ändert auch
"Fridays for Future" nix dran.

BGE
Chr. Maercker
2019-07-04 11:02:27 UTC
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Post by d***@gmail.com
Mir erinnerlich als 0,20? , 0,25 und 0,5 Liter und war Standardglas in
der Kneipe. Flog auch mal runter und blieb meistens heile.
Obendrein heißwasserfest, obwohl relativ dickwandig.
Post by d***@gmail.com
Warum sich sowas nicht durchsetzt?
Wie bei der unkaputtbaren Glüh"Birne"
Stark anzunehmen. War die Glasssorte übrigens DDR-Erfindung? Und da die
DDR-Preise noch weniger als heute den Herstellungsaufwand
widerspiegelten: Wievel mehr kostet so ein Glas im Vergleich zu anderen?
Post by d***@gmail.com
Sachen die nachhaltig sind und keine Ablauffrist haben also ewig
halten könnten, sind in der Wegwerfgesellschaft (aka Kapitalismus)
nicht gefragt. Wer soll da was dran verdienen? So ein Glas muß nach
6 Wochen Spülmaschine matt werden und dann irgendwann zerbröseln,
dann ist das ok. An diesem kapitalistischen Grundprinzip ändert auch
"Fridays for Future" nix dran.
Es wird sicher nicht einfach, aber gerade diese Bewegung könnte es in
Gang bringen, z.B. durch Boykotte von besonders üblem Schrott.
Inzwischen gibt es Sites wie
<https://www.murksbarometer.org/>
wo die schlimmsten Auswüchse an den Pranger gestellt werden.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2019-07-05 23:48:10 UTC
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Post by d***@gmail.com
Mir erinnerlich als 0,20? , 0,25 und 0,5 Liter und war Standardglas in
der Kneipe. Flog auch mal runter und blieb meistens heile.
Warum sich sowas nicht durchsetzt?
Ich weiß nicht, ob sich das wirklich nicht durchsetzte.
Post by d***@gmail.com
Wie bei der unkaputtbaren Glüh"Birne"
Dieter Binninger.
Alle Voraussetzungen für eine Weltverschwörung: Er wurde abgestürzt.

Boris?
Google selbst: Dessen Birne hätte nicht funktioniert, nicht so wie
gedacht. Und nicht wirtschaftlich.

Mt
Lars Gebauer
2019-07-04 10:49:14 UTC
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Post by Matthias Opatz
Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.
<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>
Seit wann gab es diese Gläser eigentlich *tatsächlich*? - Ich kenne
sie seit Mitte der 70er; aus unserem Jugendclub.
Matthias Opatz
2019-07-04 13:22:38 UTC
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Post by Lars Gebauer
Seit wann gab es diese Gläser eigentlich *tatsächlich*? - Ich kenne
sie seit Mitte der 70er; aus unserem Jugendclub.
Vielleicht warst Du seit Mitte der 70er in Eurem Jugendklub (wahre
Aussage), und in Eurem Jugendklub gab es solche Gläser (auch wahre
Aussage). Das heißt aber nicht, daß sie schon Mitte der 70er dort
waren (Erinnerung ist manchmal unscharf), Laut MDR-Beitrag frühestens
Ende der 70er Jahre.

Laut diesem seriös anmutenden Aufsatz
<http://www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf>
- gab es 1977 erste Versuchs-Exemplare aus Bad Muskau,
- 1979 erste Exemplare aus Schwepnitz, aber erst
- ab 1980 Massenproduktion ebendort.

Matthias
Lars Gebauer
2019-07-04 14:16:49 UTC
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Post by Matthias Opatz
Post by Lars Gebauer
Seit wann gab es diese Gläser eigentlich *tatsächlich*? - Ich kenne
sie seit Mitte der 70er; aus unserem Jugendclub.
Vielleicht warst Du seit Mitte der 70er in Eurem Jugendklub (wahre
Aussage), und in Eurem Jugendklub gab es solche Gläser (auch wahre
Aussage). Das heißt aber nicht, daß sie schon Mitte der 70er dort
waren
Doch. Ich verbinde mit diesen Gläsern eine ganz bestimmte Episode, die
nur in unserem alten Jugendclub stattgefunden haben *kann*. Dieser
alte Jugendclub wurde Ende der 70er geschlossen, der neue erst Anfang
der 80er eröffnet. Es muß auf alle Fälle _vor_ 1979 gewesen sein; ich
halte 1977 oder spätestens 78 für wahrscheinlich. Aber eher noch 1976.
Post by Matthias Opatz
(Erinnerung ist manchmal unscharf),
Das ist richtig. Aber im konkreten Fall ...
Post by Matthias Opatz
Laut MDR-Beitrag frühestens Ende der 70er Jahre.
Exakt. Genau diese Zeitangabe hat mich sofort irritiert.
Post by Matthias Opatz
Laut diesem seriös anmutenden Aufsatz
<http://www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf>
- gab es 1977 erste Versuchs-Exemplare aus Bad Muskau,
Ob eine Kiste dieser Versuchsexemplare den wundersamen Weg in unseren
Club gefunden hatte? - Irgendwie mag ich das nicht so richtig glauben.
Michael Kreienberg
2019-07-06 22:30:49 UTC
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Hallo,
Post by Matthias Opatz
Das war hier schon gelegentlich Thema, die wenn schon nicht unkaputtbaren,
so doch sehr langlebigen und sturztoleranten Superfestgläser Made in GDR.
<https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-316008.html>
Diese Superfest-Gläser sind ein wohldurchdachtes und großartiges
Produkt, insbesondere die 0,5-Liter-Stapelgläser sind sehr gesucht und
erzielen auf eBay erstaunliche Preise und auch die 0,25-l- und
0,1-l-Ausführungen liegen preislich nicht ganz so hoch, aber auch
gesuchte Sammlerstücke.

Und, selbstverständlich gibt es auch heute Bedarf und einen dankbaren
Markt für diese hochwertigen gewerblich nutzbaren Gläser, leider war das
Glaswerk in Schwepnitz zur falschen Zeit am falschen Ort.

Ergänzend noch zwei weiterführende Links:
a) Die Patentschrift findet sich in DEPATISnet beim DPMA unter der
Dokumentennummer DD000000157966A3:
https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=bibdat&docid=DD000000157966A3

b) Schöner und umfangreich recherchierter Artikel zum Thema:
www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf

Viele Grüße
Michael Kreienberg
René Marquardt
2019-07-07 00:02:04 UTC
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Post by Matthias Opatz
www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf
Interessanterweise wird auch das Glas fuer heutige Smartphones
durch Kalium-Ionen-Eintausch gefestigt:

https://www.corning.com/gorillaglass/worldwide/en/technology/how-it-s-made.html
gunter Kühne
2019-07-07 07:52:10 UTC
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Post by René Marquardt
Post by Matthias Opatz
www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf
Interessanterweise wird auch das Glas fuer heutige Smartphones
https://www.corning.com/gorillaglass/worldwide/en/technology/how-it-s-made.html
Da fragt man sich ob die Treuhanbd als patentinhaber das auch weiß und
ob da gute Jouristen sitzen die eventuell u.s.w.
( Kommt eben immer drauf an wie genau oder ungenau das Patent ist.)
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Michael Kreienberg
2019-07-07 09:34:36 UTC
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Da fragt man sich ob die Treuhand als Patentinhaber das auch weiß und
ob da gute Juristen sitzen die eventuell u.s.w.
(Kommt eben immer drauf an wie genau oder ungenau das Patent ist.)
Anders als im Urheberrecht (70 Jahre bis nach dem Tod des Autors)
beträgt die maximale gesetzliche Schutzfrist eines Patents 20 Jahre ab
Anmeldetag. Wenn die Jahresgebühren nicht entrichtet werden, erlischt
das Patent automatisch.

Das Patent DD000000157966A3 hat das Anmeldedatum 8.8.1977, spätestens
August 1997 wäre das Patent ausgelaufen. Da bereits vorher die
Jahresgebühren nicht mehr gezahlt wurden, war leider schon vorher Schluss.

Die letzten DDR-Patente sind übrigens im Jahr 2010 ausgelaufen, siehe
auch hier:
https://www.welt.de/wissenschaft/article10595208/Ab-Sonntag-sind-DDR-Patente-nur-noch-Geschichte.html

Der Beitrag zeigt auch schön die weltweiten Vermarktungsschwierigkeiten
von gewerblichen Schutzrechten aus der DDR auf.

Viele Grüße
Michael Kreienberg
gunter Kühne
2019-07-07 10:30:08 UTC
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Post by Michael Kreienberg
Da fragt man sich ob die Treuhand als Patentinhaber das auch weiß und
ob da gute Juristen sitzen die eventuell u.s.w.
(Kommt eben immer drauf an wie genau oder ungenau das Patent ist.)
Anders als im Urheberrecht (70 Jahre bis nach dem Tod des Autors)
beträgt die maximale gesetzliche Schutzfrist eines Patents 20 Jahre ab
Anmeldetag. Wenn die Jahresgebühren nicht entrichtet werden, erlischt
das Patent automatisch.
Das Patent DD000000157966A3 hat das Anmeldedatum 8.8.1977, spätestens
August 1997 wäre das Patent ausgelaufen. Da bereits vorher die
Jahresgebühren nicht mehr gezahlt wurden, war leider schon vorher Schluss.
Die letzten DDR-Patente sind übrigens im Jahr 2010 ausgelaufen, siehe
https://www.welt.de/wissenschaft/article10595208/Ab-Sonntag-sind-DDR-Patente-nur-noch-Geschichte.html
Der Beitrag zeigt auch schön die weltweiten Vermarktungsschwierigkeiten
von gewerblichen Schutzrechten aus der DDR auf.
Viele Grüße
Michael Kreienberg
Sorry wusste ich so nicht.
Aber man kann das doch nicht wieder als Patent anwenden??
Da ja bereits Stand der Technik.
Kontrolliert das auch jemand??

MfG
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Michael Kreienberg
2019-07-07 11:32:04 UTC
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Post by gunter Kühne
Aber man kann das doch nicht wieder als Patent anwenden??
Da ja bereits Stand der Technik.
Kontrolliert das auch jemand??
Anwenden oder Anmelden?

Zu Anwenden: Nach Ablauf des Patentschutzes kann dieses von jedem frei
benutzt werden (solche wettbewerbsrechtlichen Dinge wie
Nachahmungsschutz mal außen vor gelassen). Aber gerade bei
Verfahrenspatenten muss man den Prozess auch beherrschen und das Ganze
erstmal praktisch umgesetzt bekommen. Ohne die Patentanmelder mit ihrem
Prozess-Know-how wird das schwierig.

Zum Anmelden: Eine Erfindung muss neu sein, auf erfinderischer Tätigkeit
beruhen und gewerbliche Anwendbar sein. Diese vorgenannten Kriterien der
Patentfähigkeit prüft das DPMA nach der Anmeldung in der Regel sehr
genau und jahrelang. Wenn etwas bereits Stand der Technik ist, kann es
nicht (wieder) erfolgreich als Patent angemeldet werden. Was man machen
kann, ist ein Verfahren so weiterzuentwickeln, dass es einem neuen
Verfahren entspricht oder abhängige Patente anmelden, die auf älteren
Schutzrechten aufbauen.

Viele Grüße
Michael Kreienberg
Chr. Maercker
2019-07-08 15:49:39 UTC
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Post by Matthias Opatz
www.vdg-ev.org/fileadmin/media/vdgn/2013/superfest-04-2013.pdf
Seltsam, die 0,2 l Saftgläser mit dem gezackten Boden sind auf den Fotos
nicht zu sehen. Ausgerechnet die haben wir noch im Schrank. ;-)
--
CU Chr. Maercker.
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