Discussion:
DDR-Waren im Westen
(zu alt für eine Antwort)
Thomas Lorentz
2004-12-13 00:40:00 UTC
Permalink
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Was hatte Bedeutung dafür, daß es im Westen noch goldiger war, heute
aber von Chinesen gebaut wird?
Es hieß doch stets .. Export, Export ..
Abgesehen von den teuer erlangten Devisen für die DDR, hatte es eine
wirtschaftliche Relevanz für die BRD?

mfG
Thomas
--
Life should not be a journey to the grave with the intention
of arriving safely in an attractive and well preserved body,
but rather to skid in sideways, chocolate in one hand,
a margarita in the other, body thoroughly used up,
totally worn out and screaming
Marino Weigl
2004-12-13 06:54:43 UTC
Permalink
Ich weiß es sicher von den Produkten meiner damaligen Firma - Pentacon
Fotoapparate. Soweit ich mich erinnern kann, waren sie unter dem Namen
"Revue" zu kaufen. Und - wenn die Gerüchte / Erzählungen stimmen, die ich
gehört habe - war die Qualität anerkannt gut.

Gruß Marino
Henning Tikwe
2004-12-13 07:35:05 UTC
Permalink
Post by Marino Weigl
Ich weiß es sicher von den Produkten meiner damaligen Firma -
Pentacon Fotoapparate. Soweit ich mich erinnern kann, waren sie
unter dem Namen "Revue" zu kaufen. Und - wenn die Gerüchte /
Erzählungen stimmen, die ich gehört habe - war die Qualität
anerkannt gut.
Gruß Marino
DDR-Stereoanlagen kamen unter der Marke "Bruns" in die gebrauchte BRD.
FER, also Fahrzeug Elektrik Ruhla BT Eisenach fertigte die
Frontscheinwerfer für Golf 1 und 2, Blinker und anderes ebenso für VW.
Das "RUHLA" Uhrenwerk in der gleichnamigen Stadt fertigte für Quelle
unter dem Label "Meisteranker".
MFG, Henning
--
Grüße aus der Wartburgstadt!
www.Luftfahrt-Eisenach.de.vu
Alfred Pfeiffer
2004-12-13 14:16:29 UTC
Permalink
Post by Henning Tikwe
...
Das "RUHLA" Uhrenwerk in der gleichnamigen Stadt fertigte für
Quelle unter dem Label "Meisteranker".
Exportartikel sind auch die Schachuhren der Marke "Garde" aus Ruhla.
Sie wurden anläßlich der Schacholympiade in Leipzig 1960 entwickelt
und werden seitdem weltweit von allen Schachverbänden gern benutzt.
Sie sind quasi bis zur Gegenwart die "Standardausrüstung" für große
internationale Turniere (Schacholympiaden, WM, etc.).

Bilder:
a) konventionelles Modell (rein mechanisch):
"http://www.schachdepot.de/germany/b_seiten/u_garde.htm"
b) Weiterentwicklung mit elektronischer Steuerung:
"http://www.chessgate.com/product_info.php/products_id/1299/language/de"


MfG,
Alfred Pfeiffer
A.Lange
2004-12-13 19:41:47 UTC
Permalink
Post by Alfred Pfeiffer
Post by Henning Tikwe
...
Das "RUHLA" Uhrenwerk in der gleichnamigen Stadt fertigte für
Quelle unter dem Label "Meisteranker".
Exportartikel sind auch die Schachuhren der Marke "Garde" aus Ruhla.
Sie wurden anläßlich der Schacholympiade in Leipzig 1960 entwickelt
und werden seitdem weltweit von allen Schachverbänden gern benutzt.
Sie sind quasi bis zur Gegenwart die "Standardausrüstung" für große
internationale Turniere (Schacholympiaden, WM, etc.).
"http://www.schachdepot.de/germany/b_seiten/u_garde.htm"
Tss, davon habe ich auch noch zwei im Orignal(!)karton rumliegen. Wußte
nicht, daß die so alt sit.

Gruß
Andreas
Volker Eichmann
2004-12-13 17:35:15 UTC
Permalink
Hallihallo!

Henning Tikwe schrieb:
[...]
Post by Henning Tikwe
Das "RUHLA" Uhrenwerk in der gleichnamigen Stadt fertigte für Quelle
unter dem Label "Meisteranker".
Durchaus brauchbare Ware. Ich habe eine solche Armbanduhr so Mitte der
80er geschenkt bekommen. Abgesehen vom regelmäßigen Austausch der
Batterie läuft sie noch heute ausgezeichnet.

Gruß, Volker
Sebastian Koppehel
2004-12-14 07:37:25 UTC
Permalink
Post by Marino Weigl
Ich weiß es sicher von den Produkten meiner damaligen Firma - Pentacon
Fotoapparate. Soweit ich mich erinnern kann, waren sie unter dem Namen
"Revue" zu kaufen. Und - wenn die Gerüchte / Erzählungen stimmen, die ich
gehört habe - war die Qualität anerkannt gut.
Unter dem Namen Revue gab und gibt es vieles zu kaufen. Auch unter der
Quelle-Marke "Privileg" findet man vielleicht DDR-Erzeugnisse.

- Sebastian
Kai Garlipp
2004-12-13 09:38:44 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Alles was nicht niet- und nagelfest war und mit dem man ein paar
Westmark machen konnte. Der volkswirtschaftliche Aufwand dafür in der
DDR selber war in der Regel egal.
Post by Thomas Lorentz
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Sag das nicht. Gerade bei bestimmten Produkten (wie Schreibmaschinen
oder Nähmaschinen, also wo man irgendwie die Mechanik oder bestimmte
Fertigungsprozesse beherrschen muß) gab und gibt es weltweit nicht
soviele Hersteller.
Post by Thomas Lorentz
Was hatte Bedeutung dafür, daß es im Westen noch goldiger war, heute
aber von Chinesen gebaut wird?
Die Billigartikel aus der DDR waren meist qualitativ hochwertiger als
der Billigschrott der heute aus Fernost kommt.

Bye Kai
Gerald Endres
2004-12-13 09:53:48 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Im Einzelnen dürfte das schwer nachzuvollziehen sein, denn die Waren
wurden meistens umgelabelt und unter irgendwelchen Handelsmarken im
Billigsektor verkauft. Exportstatistiken gibt es sicher irgendwo.

Ich nehme an, beide Seiten des Handels waren nicht daran interessiert,
DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu etablieren. Die DDR nicht,
weil es wahrscheinlich im Inland die Stimmung nicht gehoben hätte,
wenn auch noch ein Bohei darum gemacht worden wäre, dass im Westen
verscherbelt wurde, was in der DDR nur als Bückware zu haben war, -
wenn überhaupt. Die BRD-Handelspartner konnten davon ausgehen, dass
man mit hinausposaunter DDR-Herkunft ohnehin kein tolles Markenimage
aufbauen konnte. Es gingen sowieso immer wieder Gerüchte und Meldungen
um, diese oder jene Ware würde in der DDR von Häftlingen gefertigt.
Post by Thomas Lorentz
Es hieß doch stets .. Export, Export ..
Abgesehen von den teuer erlangten Devisen für die DDR, hatte es eine
wirtschaftliche Relevanz für die BRD?
Die DDR war ein Billiglieferent neben vielen anderen, wobei es wohl
noch eine Rolle spielte, dass sie dank den Besonderheiten der
BRD-Verfassung als EU-Inland galt. Daraus resultierende Vorteile nahm
die DDR natürlich gerne mit, so sehr sie sonst über den Bonner
Alleinvertretungsanspruch wetterte.

Eine Besonderheit waren wohl auch noch die Geschäfte, bei denen
BRD-Firmen, die in die DDR exportierten, nicht in Geld bezahlt wurden.
Stattdessen mussten sie DDR-Waren abnehmen und sehen, wie sie die auf
dem BRD-Markt unterbrachten.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
f***@yahoo.com
2004-12-13 15:48:08 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Ich nehme an, beide Seiten des Handels waren nicht daran
interessiert,DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu
etablieren. Die DDR nicht,
weil es wahrscheinlich im Inland die Stimmung nicht gehoben h䴴e,
wenn auch noch ein Bohei darum gemacht worden w䲥, dass im Westen
verscherbelt wurde, was in der DDR nur als B硲e zu haben war, -
wenn ⨡upt. Die BRD-Handelspartner konnten davon ausgehen, dass
man mit hinausposaunter DDR-Herkunft ohnehin kein tolles
Markenimage aufbauen konnte. Es gingen sowieso immer wieder
Geruechte und Meldungen um, diese oder jene Ware w堩n der DDR von
Haeftlingen gefertigt.
Keine Geruechte. Eine Bekannte hat - nachdem sie aus dem Kofferraum
eines Fluchthelfers gezogen worden war - im Zuchthaus Hoheneck (bei
Dolem) Bettwaesche genaeht. Du kannst Dir vorstellen, dass sie die mit
Sicherheit wiedererkannt hat - und das hat sie im Westen in zahlreichen
Kaufhaeusern.

Auch kein Geruecht ist, dass via DDR Textilien aus Polen als "Made in
GDR" zollfrei nach Westdt. exportiert wurden - die DDR war ja quasi
EG-Mitgliedsland - FR
Uwe Naumann
2004-12-13 19:14:25 UTC
Permalink
Post by f***@yahoo.com
Keine Geruechte. Eine Bekannte hat - nachdem sie aus dem Kofferraum
eines Fluchthelfers gezogen worden war - im Zuchthaus Hoheneck (bei
Dolem) Bettwaesche genaeht.
Wo bitte ist Dolem?

Ich kenne nur den ehemaligen Frauenknast Hoheneck bei/in
Stollberg/Erzgebirge (Nähe Chemnitz). Also gleich hier um die Ecke.

Das mit der Bettwäsche stimmt allerdings, wurde dort neulich sogar bei
der Führung erzählt.

Wer ein paar Bilder sehen will:
http://www.vieledinge.de/fotos_hoheneck.html
--
Gruss Uwe

--------- cut here with a very sharp knife ---------
Uwe Naumann eMail: uwe[at]vieledinge[dot]de
Web: http://www.vieledinge.de http://www.swllog.de
Uwe Schickedanz
2004-12-13 19:55:48 UTC
Permalink
Post by f***@yahoo.com
Keine Geruechte. Eine Bekannte hat - nachdem sie aus dem Kofferraum
eines Fluchthelfers gezogen worden war - im Zuchthaus Hoheneck (bei
Dolem) Bettwaesche genaeht.
SWIW liegt Hoheneck über Stollberg/E.?

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Bernd Ullrich
2004-12-13 17:51:59 UTC
Permalink
Gerald Endres wrote:
[...]
Post by Gerald Endres
Ich nehme an, beide Seiten des Handels waren nicht daran interessiert,
DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu etablieren.
So pauschal ist das falsch, der Verkäufer (DDR) wollte sich "etablieren"
also ständig mehr verkaufen. Es bestand nur ein Unterschied darin um
welche Ware es sich handelte. Ein Wecker bekam also einen
"unauffälligen" Namen auf Wunsch des Bestellers damit das Teil besser
(ohne Nachfragen des Endkunden nach dem Hersteller hervorzurufen)
verkauft werden konnte.
Benzin oder ähnliche Stoffe hatten IMHO keine Markennamen sondern nur
vereinbarte Eigenschaften.
Ganz anders war das jedoch bei Investionsgütern, da stand der Name und
die Hausnummer des Herstellers der auf dem Markt expandieren wollte
(musste) drauf. Also hatte mindestens eine Seite das Interesse
Post by Gerald Endres
DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu etablieren
BU

BTW
Es gab auch die (historisch gewachsene) Variante von Händlern\Vertretern
mit Gebietsschutz. Dein erster Satz oben ist also auch falsch.
Frank Nitzschner
2004-12-13 19:51:59 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Ganz anders war das jedoch bei Investionsgütern, da stand der Name
und die Hausnummer des Herstellers der auf dem Markt expandieren
wollte (musste) drauf.
Zum Bleistift die TAKRAF-Kräne im Hamburger Hafen.

Grüsse
Frank
Bernd Ullrich
2004-12-13 21:54:50 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Post by Bernd Ullrich
Ganz anders war das jedoch bei Investionsgütern, da stand der Name
und die Hausnummer des Herstellers der auf dem Markt expandieren
wollte (musste) drauf.
Zum Bleistift die TAKRAF-Kräne im Hamburger Hafen.
Auf Werkzeugmaschinen auch...nur die Garagentore aus der DDR (auch in
der Schweiz vorgefunden) waren nicht gekennzeichnet.

BU
Frank Nitzschner
2004-12-14 19:57:29 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Auf Werkzeugmaschinen auch...nur die Garagentore aus der DDR (auch in
der Schweiz vorgefunden) waren nicht gekennzeichnet.
Ich hatte nie einen Bruns, President etc. Sollte da nicht
irgendwo ganz klein "Made in GDR" drangestanden haben?

Grüsse
Frank
Henning Tikwe
2004-12-15 16:16:09 UTC
Permalink
Post by Frank Nitzschner
Post by Bernd Ullrich
Auf Werkzeugmaschinen auch...nur die Garagentore aus der DDR (auch
in der Schweiz vorgefunden) waren nicht gekennzeichnet.
Ich hatte nie einen Bruns, President etc. Sollte da nicht
irgendwo ganz klein "Made in GDR" drangestanden haben?
Grüsse
Frank
Nicht unbedingt, ich hatte auch Waren in der DDR gehkauft, wo "Made in
Germany" Draufstand.
MFG, Henning
--
Grüße aus der Wartburgstadt!
www.Luftfahrt-Eisenach.de.vu
Kai Garlipp
2004-12-15 19:39:45 UTC
Permalink
Post by Henning Tikwe
Post by Frank Nitzschner
Ich hatte nie einen Bruns, President etc. Sollte da nicht
irgendwo ganz klein "Made in GDR" drangestanden haben?
Nicht unbedingt, ich hatte auch Waren in der DDR gehkauft, wo "Made in
Germany" Draufstand.
Bei diesem Aufdruck muß man auch immer die Zeitschine beachten. Bis ca.
1970 war das "Made in GDR" bei DDR-Waren unüblich und die Produkte waren
mit einem "Made in Germany" gekennzeichnet. Danach stand es dann meist
nur noch drauf wenn es der Importeur so wünschte (oder wenn sich die
Formen nicht ändern ließen).

Bye Kai
Andrew Price
2004-12-14 19:25:26 UTC
Permalink
On Mon, 13 Dec 2004 22:54:50 +0100, "Bernd Ullrich"
Post by Bernd Ullrich
Post by Frank Nitzschner
Zum Bleistift die TAKRAF-Kräne im Hamburger Hafen.
Auf Werkzeugmaschinen auch...
Die Werkzeugmaschinen waren sehr begehrt in Frankreich. Es gab sie
u.a. bei Alstom.
Bernd Ullrich
2004-12-14 21:26:36 UTC
Permalink
Post by Andrew Price
On Mon, 13 Dec 2004 22:54:50 +0100, "Bernd Ullrich"
Post by Bernd Ullrich
Post by Frank Nitzschner
Zum Bleistift die TAKRAF-Kräne im Hamburger Hafen.
Auf Werkzeugmaschinen auch...
Die Werkzeugmaschinen waren sehr begehrt in Frankreich. Es gab sie
u.a. bei Alstom.
Praktisch ging das Zeug in die ganze Welt, nur Nachweise darüber sind im
Web selten.
http://www.dieter-baumgarten.de/DDR-Indien-WMW.htm

BU
Sebastian Koppehel
2004-12-14 07:42:41 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
[...]
Post by Gerald Endres
Ich nehme an, beide Seiten des Handels waren nicht daran interessiert,
DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu etablieren.
So pauschal ist das falsch, der Verkäufer (DDR) wollte sich "etablieren"
also ständig mehr verkaufen. Es bestand nur ein Unterschied darin um
welche Ware es sich handelte.
Passend zur Jahreszeit: Spieluhren, Krippenfiguren u.dgl. aus dem
Erzgebirge wurden auch mit "Made in GDR"-Aufkleber versehen. Das
Herkunftslabel "Erzgebirge" stellte man dagegen früher wohl noch nicht
so heraus wie heute.
Post by Bernd Ullrich
Ganz anders war das jedoch bei Investionsgütern, da stand der Name und
die Hausnummer des Herstellers der auf dem Markt expandieren wollte
(musste) drauf.
Druschba-Trasse? :-)
Post by Bernd Ullrich
Es gab auch die (historisch gewachsene) Variante von Händlern\Vertretern
mit Gebietsschutz.
Wos is dös? Sowas wie die erwähnten erzgebirgischen Spielsachen?
Post by Bernd Ullrich
Dein erster Satz oben ist also auch falsch.
Nee, also dieser Endres. Schreibt der überhaupt mal was richtiges?

Made in W.-Germany:

- Sebastian
f***@yahoo.com
2004-12-14 13:45:19 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Es gab auch die (historisch gewachsene) Variante von
Haendlern\Vertretern mit Gebietsschutz.
Wos is does? Sowas wie die erwaehnten erzgebirgischen Spielsachen?
Mache Dir ma schlau betreffs Fa. Melcher in Hamburg. Deren Produkte
kamen ausser DDR und ihr geschuetztes Absatzgebiet war die DDR. Dieses
Koko-Reich wird wohl niemals durchschaut werden koennen.

Uebrigens ist man unter der Ex-Stasi-Leute davon ueberzeugt - man
berichtete es mir aus diesen Kreisen -, dass Schalck szt. die heute
unter dem Namen Rosenholtz bekannten Interna in den Westen gebracht
hat.
Post by Bernd Ullrich
Dein erster Satz oben ist also auch falsch.
Nee, also dieser Endres. Schreibt der ueberhaupt mal was richtiges?
Woher auch? Der Kerl ist doch voellig molum - FR
f***@yahoo.com
2004-12-14 14:03:20 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Es gab auch die (historisch gewachsene) Variante von
Haendlern\Vertretern mit Gebietsschutz.
Wos is does? Sowas wie die erwaehnten erzgebirgischen Spielsachen?
Mache Dir ma schlau betreffs Fa. Melcher in Hamburg. Deren Produkte
kamen ausser DDR und ihr geschuetztes Absatzgebiet war die DDR. Dieses
Koko-Reich wird wohl niemals durchschaut werden koennen.

Uebrigens ist man unter der Ex-Stasi-Leute davon ueberzeugt - man
berichtete es mir aus diesen Kreisen -, dass Schalck szt. die heute
unter dem Namen Rosenholtz bekannten Interna in den Westen gebracht
hat.
Post by Bernd Ullrich
Dein erster Satz oben ist also auch falsch.
Nee, also dieser Endres. Schreibt der ueberhaupt mal was richtiges?
Woher auch? Der Kerl ist doch voellig molum - FR
Bernd Ullrich
2004-12-14 13:48:16 UTC
Permalink
[...]
Post by Sebastian Koppehel
Post by Bernd Ullrich
Es gab auch die (historisch gewachsene) Variante von
Händlern\Vertretern mit Gebietsschutz.
Wos is dös? Sowas wie die erwähnten erzgebirgischen Spielsachen?
Das gleiche was es heutzutage gibt, ein Händler\Vertreter\eventuell mit
eigenem Servicepersonal verkauft im Rahmen eines bestimmten Zeitraumes
bestimmte Produkte eines Herstellers in einem Verkaufsgebiet. Das ganze
vertraglich geregelt.

BU
Martin Bienwald
2004-12-15 10:52:42 UTC
Permalink
Post by Sebastian Koppehel
Passend zur Jahreszeit: Spieluhren, Krippenfiguren u.dgl. aus dem
Erzgebirge wurden auch mit "Made in GDR"-Aufkleber versehen. Das
Herkunftslabel "Erzgebirge" stellte man dagegen früher wohl noch nicht
so heraus wie heute.
Kommt wohl drauf an, wo man das Zeug verkaufte. In Hannover gab es damals
ein Fachgeschäft dafür, wo die erzgebirgische Herkunft durchaus betont wurde.

... Martin
Wilhelm Ernst
2004-12-14 21:48:11 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Im Einzelnen dürfte das schwer nachzuvollziehen sein, denn die Waren
wurden meistens umgelabelt und unter irgendwelchen Handelsmarken im
Billigsektor verkauft. Exportstatistiken gibt es sicher irgendwo.
Ich nehme an, beide Seiten des Handels waren nicht daran interessiert,
DDR-Marken als solche auf dem BRD-Markt zu etablieren. Die DDR nicht,
weil es wahrscheinlich im Inland die Stimmung nicht gehoben hätte,
wenn auch noch ein Bohei darum gemacht worden wäre, dass im Westen
verscherbelt wurde, was in der DDR nur als Bückware zu haben war, -
wenn überhaupt. Die BRD-Handelspartner konnten davon ausgehen, dass
man mit hinausposaunter DDR-Herkunft ohnehin kein tolles Markenimage
aufbauen konnte. Es gingen sowieso immer wieder Gerüchte und Meldungen
um, diese oder jene Ware würde in der DDR von Häftlingen gefertigt.
Nach dem Motto "So,wie ich denk und tu..."
Nee, Herr Endress, ganz so simpel war es doch nicht. Wir waren schon
durchaus daran interessiert, DDR-Produkte als Marken im Westen zu
etablieren. Manchmal hat das auch richtig Geld gekostet, diese Ansprüche
durchzusetzen und aufrecht zu erhalten.
Das betrifft sowohl die Werkzeugmaschinen-Industrie der DDR, als auch
ausgewählte Konsumgüter. Bsp. war das "PENT.." Warenzeichen des
Komb.CZ/Pentacon geschützt und seine Nutzung durch Pentax wurde uns
vergütet. Als weitere Marken kenne ich z.B. ORWO und HE und RFT.
Der Verkauf an BRD-Kunden (Konkurrenten) war die erste Tätigkeit der von
der Treuhand eingesetzten Geschäftsführer.

Aber auch vorher war in einigen Fällen die BRD-Konkurrenz eben gleicher.
Z.B. bei der Durchsetzung des "Carl Zeiss Jena". In einige westliche
Staaten durften Objektive und fototechnischen Erzeugnisse eben nur unter
unverfänglichen Handelsmarken verkauft werden, während sie im SW als
Carl Zeiss gelabelt waren.
Und verkauft haben wir von diesen (Kamera-)Produkten ca. 80% im NSW. Das
haben die Leute auch kapiert und akzeptiert. Denn von irgendwas mußte
man ja die Importe bezahlen.
Na ja - und Relevanz hatten diese Exporte für die BRD schon:
Die Herren Bruns u.a., die anfangs noch mit der Bahn nach Leipzig zur
Messe kamen hatten von Jahr zu Jahr dickere Autos.
Es gibt also eine nicht unbedeutende Gruppe von Kaufleuten i.d.BRD, die
daran gut verdient haben.
Post by Gerald Endres
Die DDR war ein Billiglieferent neben vielen anderen, wobei es wohl
noch eine Rolle spielte, dass sie dank den Besonderheiten der
BRD-Verfassung als EU-Inland galt. Daraus resultierende Vorteile nahm
die DDR natürlich gerne mit, so sehr sie sonst über den Bonner
Alleinvertretungsanspruch wetterte.
Na klar, die Frage ist immer, wer von den beiden Handelspartnern hatte
den größeren Vorteil? Der der unter dem Zwang stand, unbedingt Devisen
zu erwirtschaften, weil das Planauflage war, oder der der nach Leipzig
kam, um sich die Rosinen zu ihm genehmen Preisen aus dem RGW-Angebot
herauszusuchen?
Post by Gerald Endres
Eine Besonderheit waren wohl auch noch die Geschäfte, bei denen
BRD-Firmen, die in die DDR exportierten, nicht in Geld bezahlt wurden.
Stattdessen mussten sie DDR-Waren abnehmen und sehen, wie sie die auf
dem BRD-Markt unterbrachten.
Wenn sie sie nicht unterbringen konnten, haben sie keine
Barter-Geschäfte gemacht. Oder glauben Sie, unsere BRD-Händler haben als
DDR-Sympathisanten ein privates Sponsoring organisiert?
Hier ging das um etliche Milliarden DM jährlich, das war kein Pillepalle
sondern glasklare Geschäfte mit Vorteilen für beide Seiten. Ich weiss
nicht, daß einer der mit der DDR handelnden Kaufleute von 1970...1989
miese gemacht hätte.

Und für denkende Menschen noch ein Hinweis - hört endlich mit der
Polemik Mark / DM auf. Man kann diese unterschiedliche gesellschaftliche
Systeme repräsentierenden Währungen nicht miteinander vergleichen.
Währungen spiegeln treffend nur Wertverhältnisse im selben Markt wider.
Hier handelte es sich aber um völlig verschiedene Wirtschaftssysteme,
die nur sehr begrenzte Schnittmengen hatten. Wieviel Valutamark für eine
Mark der DDR Warenproduktion erzielt wurden, sagt nichts über reale
Kosten der DDR-Produkte aus, da die Preisbildung völlig anders erfolgte.
Über die Produktionsabgaben der Betriebe (also Preise der Produkte)
wurde der wesentliche Teil des Haushalts der DDR bestritten - nicht über
Steuern der Bürger.
mfg
Willi
--
"Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch Handeln, sondern durch Unterlassung erreicht.
Groß ist die Wahrheit, größer aber...ist das Verschweigen der Wahrheit"
Aldus Huxley/1949 - Vorwort zu "Die schöne neue Welt"
Gerald Endres
2004-12-14 23:34:37 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Nach dem Motto "So,wie ich denk und tu..."
Nee, Herr Endress, ganz so simpel war es doch nicht.
Ach Herr Errrrnst,

Wir waren schon
Post by Wilhelm Ernst
durchaus daran interessiert, DDR-Produkte als Marken im Westen zu
etablieren.
Auch bei Konsumgütern, die in der DDR knapp und begehrt waren?
Post by Wilhelm Ernst
Manchmal hat das auch richtig Geld gekostet, diese Ansprüche
durchzusetzen und aufrecht zu erhalten.
Das betrifft sowohl die Werkzeugmaschinen-Industrie der DDR, als auch
ausgewählte Konsumgüter. Bsp. war das "PENT.." Warenzeichen des
Komb.CZ/Pentacon geschützt und seine Nutzung durch Pentax wurde uns
vergütet. Als weitere Marken kenne ich z.B. ORWO und HE und RFT.
Bei Pentax wusste auch jeder im Westen, wo die Dinger produziert
wurden.
ORWO war tatsächlich als Marke bekannt, hatte aber einen
hundsmiserablen Ruf als Billigprodukt für sparsame Amateure. Profis
rieten einem intensiv davon ab. Hauptvorwurf war wohl, dass die
Trägerschicht zu dick und starr war.
Eine ähnliche Sicht hatten wohl die Filmschaffenden der DDR,
jedenfalls erzählen mir die Kollegen immer wieder, dass besonders
privilegierte Projekte bzw. Regisseure mit Westmaterial arbeiten
durften statt mit ORWO.

Aber es stimmt, dass die Foto- und Optik-Industrie der DDR vor allem
in den frühen Jahren über durchaus international anerkannte Produkte
verfügte. Die Geräte waren damals auch eine beliebte Schmuggel- und
Schwarzmarktware (Deshalb auch zu manchen Zeiten und bei manchen
Geräten die genaue Erfassung der Käufer mit Seriennummer etc.)
Wobei guter Ruf und Know How oft auf Vor-DDR-Zeiten gründete und im
Lauf der Jahrzehnte Marktpräsenz und Image dieser Marken im Westen
immer mehr schwand.
Post by Wilhelm Ernst
Aber auch vorher war in einigen Fällen die BRD-Konkurrenz eben gleicher.
Z.B. bei der Durchsetzung des "Carl Zeiss Jena". In einige westliche
Staaten durften Objektive und fototechnischen Erzeugnisse eben nur unter
unverfänglichen Handelsmarken verkauft werden, während sie im SW als
Carl Zeiss gelabelt waren.
Der Streit um Markenrechte von Firmen aus der Vor-DDR-Zeit ist ein
besonderes Kapitel.
Post by Wilhelm Ernst
Und verkauft haben wir von diesen (Kamera-)Produkten ca. 80% im NSW. Das
haben die Leute auch kapiert und akzeptiert.
Hast du die Leute gefragt, ob sie akzeptierten, was "Ihr" gemacht
habt? Hätten Sie dir wahrheitsgemäß geantwortet, wenn sie es nicht
akzeptiert hätten? Was wäre geschehen, hätten sie wahrheitsgemäß
geantwortet?
So viele Fragen ...
Post by Wilhelm Ernst
Na klar, die Frage ist immer, wer von den beiden Handelspartnern hatte
den größeren Vorteil? Der der unter dem Zwang stand, unbedingt Devisen
zu erwirtschaften, weil das Planauflage war, oder der der nach Leipzig
kam, um sich die Rosinen zu ihm genehmen Preisen aus dem RGW-Angebot
herauszusuchen?
Aber warum hatte der eine die Position des Rosinenpickers, der andere
die Rolle des Hungerleiders, der jedes sich ihm bietende Geschäft
annehmen muss? Hatte die DDR nicht theoretisch das fortschrittlichere
und effektivere Wirtschaftssystem, im Einklang mit den
Produktivkräften?
Schon wieder solche Fragen ...
Post by Wilhelm Ernst
Ich weiss
nicht, daß einer der mit der DDR handelnden Kaufleute von 1970...1989
miese gemacht hätte.
Der eine oder andere vielleicht schon, aber grundsätzlich haben Sie
recht: Die westlichen Geschäftspartner hätten das Geschäft nicht
gemacht, wenn es sich nicht gelohnt hätte. Die Freiheit hatten sie.
Fraglich ist es eher, ob sich diese Form des Tauschhandels immer für
die DDR lohnte.
(Noch 'ne Frage)
Post by Wilhelm Ernst
Und für denkende Menschen noch ein Hinweis - hört endlich mit der
Polemik Mark / DM auf. Man kann diese unterschiedliche gesellschaftliche
Systeme repräsentierenden Währungen nicht miteinander vergleichen.
Währungen spiegeln treffend nur Wertverhältnisse im selben Markt wider.
Hier handelte es sich aber um völlig verschiedene Wirtschaftssysteme,
die nur sehr begrenzte Schnittmengen hatten. Wieviel Valutamark für eine
Mark der DDR Warenproduktion erzielt wurden, sagt nichts über reale
Kosten der DDR-Produkte aus, da die Preisbildung völlig anders erfolgte.
Über die Produktionsabgaben der Betriebe (also Preise der Produkte)
wurde der wesentliche Teil des Haushalts der DDR bestritten - nicht über
Steuern der Bürger.
Gibt es irgendjemanden, der das System der Preisbildung in der DDR als
ein rationales, nachvollziehbares System beschreiben und erklären
kann? (Letzte Frage)

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Bernd Ullrich
2004-12-15 07:32:16 UTC
Permalink
"Gerald Endres"
[...]
Post by Gerald Endres
Gibt es irgendjemanden, der das System der Preisbildung in der DDR als
ein rationales, nachvollziehbares System beschreiben und erklären
kann? (Letzte Frage)
Ja, es gibt jemanden...,
deine letzte Frage ist hiermit beantwortet, hast du auch alle Antworten
vollständig begriffen\verstanden?

MfG

BU
Gerald Endres
2004-12-15 08:26:15 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Gerald Endres
Gibt es irgendjemanden, der das System der Preisbildung in der DDR als
ein rationales, nachvollziehbares System beschreiben und erklären
kann? (Letzte Frage)
Ja, es gibt jemanden...,
Kannst du ihn mir auch nennen?
Post by Bernd Ullrich
deine letzte Frage ist hiermit beantwortet, hast du auch alle Antworten
vollständig begriffen\verstanden?
Welche Antworten?

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-12-15 08:09:32 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Wir waren schon
Post by Wilhelm Ernst
durchaus daran interessiert, DDR-Produkte als Marken im Westen zu
etablieren.
Auch bei Konsumgütern, die in der DDR knapp und begehrt waren?
*Gerade* bei denen.


SCNR,

-kut
Martin Bienwald
2004-12-15 11:05:50 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Wilhelm Ernst
Wir waren schon
durchaus daran interessiert, DDR-Produkte als Marken im Westen zu
etablieren.
Auch bei Konsumgütern, die in der DDR knapp und begehrt waren?
DDR-Kameras wurden im Westen unter der Originalmarke "Praktica" verkauft
(daneben gab es sie auch als "Revue" u.a.; das lag aber wohl eher an den
entsprechenden Handelsketten, die die Geräte unter ihrer eigenen Marke
verkaufen wollten).
Post by Gerald Endres
Bei Pentax wusste auch jeder im Westen, wo die Dinger produziert
wurden.
Wurde Pentax jemals in der DDR produziert? IIRC kamen die immer aus Fernost.
Post by Gerald Endres
ORWO war tatsächlich als Marke bekannt, hatte aber einen
hundsmiserablen Ruf als Billigprodukt für sparsame Amateure.
Ja und nein. Die Farbfilme hatten den Ruf, nichts zu taugen, aber Schwarz-
weißfilme und -Fotopapier sollen recht gut und preiswert gewesen sein.

... Martin
Andreas Henicke
2004-12-15 01:33:26 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Und verkauft haben wir von diesen (Kamera-)Produkten ca. 80% im NSW. Das
haben die Leute auch kapiert und akzeptiert.
Genau so, wie sie die Wahlerfolge von 98% akzeptiert haben.
Post by Wilhelm Ernst
Und für denkende Menschen noch ein Hinweis - hört endlich mit der
Polemik Mark / DM auf. Man kann diese unterschiedliche gesellschaftliche
Systeme repräsentierenden Währungen nicht miteinander vergleichen.
Natürlich kann man das. Außerhalb der Propaganda war der Wechselkurs
schlicht 1:7, sprich jede Arbeitsstunde in der DDR war aus Westsicht
spottbillig. Und jeder Einkauf auf dem Weltmarkt, sei es, um Öl, Kaffee
oder Technologie einzukaufen, erwies sich für den Osten als Kraftakt.
Post by Wilhelm Ernst
Währungen spiegeln treffend nur Wertverhältnisse im selben Markt wider.
In einem abgeschlossenen System. Was aber die DDR trotz Mauer und
Binnenmark nicht war. Mein Eindruck: wir haben mehr Wärme an die
Umgebung abgeführt als aus ihr entnommen und sind dabei den
unvermeidbaren Kältetod gestorben. Um mal einen Vergleich aus der Physik
an den Haaren herbeizuziehen.
Post by Wilhelm Ernst
Wieviel Valutamark für eine
Mark der DDR Warenproduktion erzielt wurden, sagt nichts über reale
Kosten der DDR-Produkte aus, da die Preisbildung völlig anders erfolgte.
Spätestens, wenn pro Valutamark mehr DDR-Mark investiert wurden, als dem
inoffiziellen Wechselkurs entsprochen hätte, kann man wohl von einem
Verlustgeschäft reden.
Post by Wilhelm Ernst
mfg
Willi
Gruß, Andreas.
--
Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.
- Arthur C. Clarke
Ronald Konschak
2004-12-13 11:01:23 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Abgesehen von den teuer erlangten Devisen für die DDR, hatte es eine
wirtschaftliche Relevanz für die BRD?
Die Baustofflieferungen aus der DDR, z.B. für den Hamburger
Elbtunnel, dürften einigen Kommunen schon erhebliche Einsparungen
gebracht haben. In Magdeburg wurde Dachpappe für eine Dortmunder
Firma hergestellt. Man hatte das Verpacken dieser Pappe als
Schülertätigkeit durchführen lassen, was die Lehrer in einige
Erklärungsnot brachte. Das PCK Schwedt lieferte Rohbenzin und
einige andere Erdölprodukte, sehr zur Freude des westdeutschen
Kraftfahrers. Das ist alles vorbei, es müssen jetzt reale Preise
gezahlt werden.

Ronald.
--
Jra vpu frue fpuaryy refpuvrßra jüeqr, qnf jäer Fnenu Xhggare.
f***@yahoo.com
2004-12-13 15:56:12 UTC
Permalink
In Magdeburg wurde Dachpappe f婮e Dortmunder Firma hergestellt.
VEB Haertol Magdeburg lieferte in grossem Massstab Haertesalze an VW
nach Wolfsburg, fast reines, hochgiftiges Cyanid.

Die Lackfabrik Oberlichtenau, die einzige, die in der DDR
saeurehaertenden Lack ("Oli-Siegel") herstellte; die lieferte auch
Tankwagenweise, grosseils Halbfabrikate wie NC-Loesungen, in den Westen
- FR
Thomas Lorentz
2004-12-14 08:36:13 UTC
Permalink
Post by f***@yahoo.com
In Magdeburg wurde Dachpappe f婮e Dortmunder Firma hergestellt.
VEB Haertol Magdeburg lieferte in grossem Massstab Haertesalze an VW
nach Wolfsburg, fast reines, hochgiftiges Cyanid.
Die Lackfabrik Oberlichtenau, die einzige, die in der DDR
saeurehaertenden Lack ("Oli-Siegel") herstellte; die lieferte auch
Tankwagenweise, grosseils Halbfabrikate wie NC-Loesungen, in den Westen
- FR
Ich möchte mich für alle Antworten bisher bedanken. Das Spektrum der
Waren made in G.D.R. reicht weiter, als ich es dachte.
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im Süden mal
ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte verlor, was
allgemein auch für Erheiterung sorgte.

Zudem möchte ich meine Ausgangsfrage nach der Bedeutung all der Waren
für den Westen noch einmal erneuern. Inwieweit hat der Westen
profitiert. Daran an schließt sich die Frage, wäre es nicht besser
gewesen, die Waren in der DDR zu lassen? Wofür brauchte man denn das
ganze "Westgeld" (aka Devisen). Was wurde denn in solch rauhen Mengen
importiert, was man in harter Währung bezahlen mußte?

viele Fragen..

mfg Thomas
--
Life should not be a journey to the grave with the intention
of arriving safely in an attractive and well preserved body,
but rather to skid in sideways, chocolate in one hand,
a margarita in the other, body thoroughly used up,
totally worn out and screaming
Gerald Endres
2004-12-14 09:50:13 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Wofür brauchte man denn das
ganze "Westgeld" (aka Devisen). Was wurde denn in solch rauhen Mengen
importiert, was man in harter Währung bezahlen mußte?
Mir fällt auf die Schnelle ein: Lebensmittel, die nicht im Land
produziert werden konnten, wie Südfrüchte, Kaffee und Kakao;
Elektronik (oft auch noch unter Embargo); Pigmente; Rohstoffe, die man
nicht in der DDR fand, spezielle Werkzeugmaschinen.

Im Grunde genommen war schon in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg die
Wirtschaft der Industriestaaten extrem vernetzt und arbeitsteilig,
keiner ist autark, sondern jeder auf Konsumgüter, Rohstoffe,
Spezialmaschinen, Halbfertig- und Fertigprodukte aus dem Ausland
angewiesen, um Konsum und Produktion im eigenen Land am Laufen zu
halten.

Die DDR hatte dabei das ständige Problem, dass die für die Produktion
nötigen Importe plus die Importe für den Konsum, auf die man nicht
verzichten konnte (Kaffee!), wenn überhaupt, dann nur mit großen Mühen
durch Exporte ausgeglichen werden konnten. Das war ein umso größeres
Problem, da die DDR-Währung nach DDR-eigener Festlegung nicht
konvertibel war, das heißt, man konnte und durfte sie im Außenhandel
nicht verwenden. Zusammengenommen schuf das den ständigen
Devisenhunger der DDR, der unter anderem dazu führte, dass
DDR-Produkte im Westen auch verramscht wurden, - und dem Konsum im
Land fehlten.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Bernd Ullrich
2004-12-14 10:12:37 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Thomas Lorentz
Wofür brauchte man denn das
ganze "Westgeld" (aka Devisen). Was wurde denn in solch rauhen Mengen
importiert, was man in harter Währung bezahlen mußte?
Mir fällt auf die Schnelle ein: Lebensmittel, die nicht im Land
produziert werden konnten,
wie Südfrüchte, Kaffee und Kakao;
Sind aber streng genommen keine *Lebensmittel*:
:-)
Post by Gerald Endres
Elektronik (oft auch noch unter Embargo); Pigmente; Rohstoffe, die man
nicht in der DDR fand, spezielle Werkzeugmaschinen.
Komplette Anlagen und Fabriken aus einer Hand wurden auch gekauft.

BU
Andreas Henicke
2004-12-15 01:37:59 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
wie Südfrüchte, Kaffee und Kakao;
Mittel zum Leben? Kaffee? Aber immer.
BU
Gruß, Andreas.
--
Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.
- Arthur C. Clarke
f***@yahoo.com
2004-12-16 13:03:25 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Post by Gerald Endres
Elektronik (oft auch noch unter Embargo); Pigmente; Rohstoffe,
die man nicht in der DDR fand, spezielle Werkzeugmaschinen.
Komplette Anlagen und Fabriken aus einer Hand wurden auch gekauft.
Z. B. Raffinerie Schwedt.

Leider war unsere Wirtschaft nicht in der Lage, ganze Raffinerien
hinzustellen.

Leider wurde jede Einzelanlage aus einem anderen Land gekauft (u.a. aus
Japan, Frankreich, USA), so dass sich leider gewisse
Inkompatibilitaeten auftaten, derer unsere umfassend gebildeten
Werktaetigen nicht so recht Herr wurden, so dass immer mal wieder
groessere Mengen an nicht unbedingt ungefaehrlichen Produkten der
Einfachheit halber in die Oder geleitet wurden.
Man kann ja dumm sein, man muss sich nur zu helfen wissen - FR
Boris Gerlach
2004-12-16 20:56:50 UTC
Permalink
Post by f***@yahoo.com
Post by Bernd Ullrich
Post by Gerald Endres
Elektronik (oft auch noch unter Embargo); Pigmente; Rohstoffe,
die man nicht in der DDR fand, spezielle Werkzeugmaschinen.
Komplette Anlagen und Fabriken aus einer Hand wurden auch gekauft.
Z. B. Raffinerie Schwedt.
Leider war unsere Wirtschaft nicht in der Lage, ganze Raffinerien
hinzustellen.
Leider wurde jede Einzelanlage aus einem anderen Land gekauft (u.a. aus
Japan, Frankreich, USA), so dass sich leider gewisse
Inkompatibilitaeten auftaten, derer unsere umfassend gebildeten
Werktaetigen nicht so recht Herr wurden, so dass immer mal wieder
groessere Mengen an nicht unbedingt ungefaehrlichen Produkten der
Einfachheit halber in die Oder geleitet wurden.
Man kann ja dumm sein, man muss sich nur zu helfen wissen - FR
Wobei bemerkt werden muß,daß die Anlage in Schwedt von den Japanern
für weniger als üblich abgegeben wurde, weil diese, von dem
Wirkungsgrad der Anlage so wie sie konzipiert war, nicht überzeugt
waren. Als die Anlage dann lief, brachte sie unvorhergesehen ca. 300%
welches Herrn Frohn (GD) zur Schwedter Initiative "Weniger produzieren
mehr" bewegte. In welcher Weise die Anlage optimiert wurde,
und welche Umweltschäden dadurch entstanden wissen die Funktionäre.

(Luftaufnahmen zeigten eine Schweif- und Abgasschneise von
Schwedt bis Stettin)

In dieser Hinsicht hatte sich Ulbricht an die Franzosen gehalten:
Dreckschleudern welcher Art auch immer an die Ostgrenze.
Auf den Monsun ist Verlaß.

Es sei dahingestellt, daß der Westen die Schwedter Initiative
"Weniger produzieren mehr" gerade weiter optimiert.
BGE

Wilhelm Ernst
2004-12-15 19:15:44 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Im Grunde genommen war schon in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg die
Wirtschaft der Industriestaaten extrem vernetzt und arbeitsteilig,
keiner ist autark, sondern jeder auf Konsumgüter, Rohstoffe,
Spezialmaschinen, Halbfertig- und Fertigprodukte aus dem Ausland
angewiesen, um Konsum und Produktion im eigenen Land am Laufen zu
halten.
Nee, nicht um sie am Laufen zu halten, sondern um international
wettbewerbsfähige Produkte zu erzeugen. Irgendein Auto kann jeder Staat
bauen, aber keines, das den internationalen Standards entspricht, wenn
er kein glasklares PMMA für Streuscheiben hat oder Halbleiter für
elektronische Zündungen und Steuergeräte.
Und das waren z.B. die Punkte, an denen das Embargo ansetzte.
Spitzenerzeugnisse aus dem internationalen Handel zu nehmen, um damit
dem politischen Wettbewerber die Möglichkeit zu nehmen, unter
vergleichbaren Bedingungen produzieren zu können.
Post by Gerald Endres
Die DDR hatte dabei das ständige Problem, dass die für die Produktion
nötigen Importe plus die Importe für den Konsum, auf die man nicht
verzichten konnte (Kaffee!), wenn überhaupt, dann nur mit großen Mühen
durch Exporte ausgeglichen werden konnten. Das war ein umso größeres
Problem, da die DDR-Währung nach DDR-eigener Festlegung nicht
konvertibel war, das heißt, man konnte und durfte sie im Außenhandel
nicht verwenden. Zusammengenommen schuf das den ständigen
Devisenhunger der DDR, der unter anderem dazu führte, dass
DDR-Produkte im Westen auch verramscht wurden, - und dem Konsum im
Land fehlten.
Nee Hr.Endres, eines der wirtschaftlichen Grundprinzipien in einem Staat
mit Außenhandelsmonopol ist die Durchsetzung der Inkonvertibilität der
Währung. Wenn das eigene Wirtschaftssystem eine MInderheit auf der Welt
darstellt, funktioniert nämlich das Ganze nicht wirklich ohne diese
Abschottung. Insofern waren sich die sozial. Staaten grundsätzlich
einig.
Mir ist noch gut in Erinnerung, wie DDR-Sozialpolitik und darauf bauende
Preisbildung in Berlin zu Warenströmen von Ost nach West geführt haben.

Westlohn bekommen und Ost-Butter und Ost-Brot essen ist doch bequem.

Das ist also keine DDR-Erscheinung, sondern Grundbestandteil
marxistischer Wirtschaftspolitik.

Gruß
Willi
Gerald Endres
2004-12-15 21:19:29 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Und das waren z.B. die Punkte, an denen das Embargo ansetzte.
Spitzenerzeugnisse aus dem internationalen Handel zu nehmen, um damit
dem politischen Wettbewerber die Möglichkeit zu nehmen, unter
vergleichbaren Bedingungen produzieren zu können.
Und warum hat der Wettbewerber darauf nicht adäquat reagiert und ein
Gegen-Embargo verhängt? Vielleicht weil er keine Waren hatte, auf die
die West-Wirtschaft angewiesen war.

Wollen Sie dem Westen vorwerfen, dass er im Wettbewerb der Stärkere
war?
Post by Wilhelm Ernst
Nee Hr.Endres, eines der wirtschaftlichen Grundprinzipien in einem Staat
mit Außenhandelsmonopol ist die Durchsetzung der Inkonvertibilität der
Währung.
Haben sich das Außenhandelsmonopol und die Inkonvertibilität bewährt?
Post by Wilhelm Ernst
Wenn das eigene Wirtschaftssystem eine MInderheit auf der Welt
darstellt, funktioniert nämlich das Ganze nicht wirklich ohne diese
Abschottung. Insofern waren sich die sozial. Staaten grundsätzlich
einig.
Richtig ist, dass die DDR-Wirtschaft, so wie sie strukturiert war,
ohne Abschottung nicht funktioniert hätte. Aber hat sie denn mit
Abschottung funktioniert?

Gruß
Endres
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
mayer
2004-12-16 12:28:22 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Und warum hat der Wettbewerber darauf nicht adäquat reagiert und ein
Gegen-Embargo verhängt? Vielleicht weil er keine Waren hatte, auf die
die West-Wirtschaft angewiesen war.
angewiesen ist relativ - Jedenfalls wollte die Zone nicht mehr
Westberlin beliefern für wertlos geworden Reichsmark, nach
DM-Einführung in der Bundesrep.
Das ganze nannte sich dann Berlin-Blockade

;-)
Gerald Endres
2004-12-16 14:04:09 UTC
Permalink
Post by mayer
angewiesen ist relativ - Jedenfalls wollte die Zone nicht mehr
Westberlin beliefern für wertlos geworden Reichsmark, nach
DM-Einführung in der Bundesrep.
Das ganze nannte sich dann Berlin-Blockade
Wir haben hier bisher von Zeiten geredet, in denen die DDR und die BRD
existierten, - das war zum Zeitpunkt der Blockade nicht der Fall.

Außerdem ist dein Einwurf auch von seiner sachlichen Richtigkeit aber
schon sowas von daneben!

Erstens wurden damals die Westberliner von der Ostseite explizit
aufgefordert, sich Lebensmittelkarten im Osten ausstellen zu lassen
und sich auch sonst aus dem Osten beliefern zu lassen ("Die kluge
[Westberliner] Hausfrau kauft bei der HO"), - aber nur wenige
Westberliner sind auf dieses Angebot eingegangen.

Zweitens war der konkrete Anlaß zur Blockade gerade nicht die
Reichsmark, sondern die Einführung der DM (West) als Währung in
Westberlin.

Zeitliche Abfolge:
20.6.1948 - Währungsreform in den Westzonen (Einführung der DM)
23.6.1948 - Die SMAD befiehlt eine Währungsreform in der SBZ und
Berlin einschließlich den Westsektoren.
24.6.1948 - Darauf erklären die westlichen Alliierten in Westberlin
die westliche DM (mit B-Aufdruck) zum gesetzlichen Zahlungsmittel -
und das löst noch am selben Tag den Beginn der Blockade aus.

Wer hat dir denn den vollkommenen Quark mit der Reichsmark erzählt?

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Martin Bienwald
2004-12-16 14:07:06 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Mir ist noch gut in Erinnerung, wie DDR-Sozialpolitik und darauf bauende
Preisbildung in Berlin zu Warenströmen von Ost nach West geführt haben.
Dazu braucht es allerdings noch nicht mal grundsätzlich verschiedene
Wirtschaftssysteme - ein unterschiedliches Preisniveau auf beiden Seiten
einer Grenze reicht auch schon.
Post by Wilhelm Ernst
Westlohn bekommen und Ost-Butter und Ost-Brot essen ist doch bequem.
Klar, genau wie ein Schweizer Gehalt beziehen und in Deutschland einkaufen,
oder nach deutschem/österreichischem Tarif bezahlt werden und in Tschechien/
Ungarn einkaufen ...

... Martin
Ingo Menger
2004-12-16 18:13:00 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
bauen, aber keines, das den internationalen Standards entspricht, wenn
er kein glasklares PMMA für Streuscheiben hat oder Halbleiter für
elektronische Zündungen und Steuergeräte.
Und das waren z.B. die Punkte, an denen das Embargo ansetzte.
Das Embargo richtete sich natürlich auf Produkte, die in einem Krieg
wichtig hätten sein können. Wie immer, half das Embargo natürlich
nichts gegen die Gewinnsucht der Kapitalisten.
Post by Wilhelm Ernst
Spitzenerzeugnisse aus dem internationalen Handel zu nehmen, um damit
dem politischen Wettbewerber die Möglichkeit zu nehmen, unter
vergleichbaren Bedingungen produzieren zu können.
Ach schau. Jetzt muß der Wettbewerber dafür sorgen, daß der
Wettbewerber unter vergleichbaren Bedingungen produzieren kann. Ganz
was neues.
Ich sehe jedenfalls nicht, daß Daimler dafür sorgt, daß Ford ...
oder umgekehrt.
Post by Wilhelm Ernst
Nee Hr.Endres, eines der wirtschaftlichen Grundprinzipien in einem Staat
mit Außenhandelsmonopol ist die Durchsetzung der Inkonvertibilität der
Währung. Wenn das eigene Wirtschaftssystem eine MInderheit auf der Welt
darstellt, funktioniert nämlich das Ganze nicht wirklich ohne diese
Abschottung.
Es funktioniert auch sonst nicht. Kein Mensch im RGW hatte eine Ahnung
davon, wieviel eine Arbeitsstunde eines eigenen Stahlarbeiters in
Dollar wert war. Er konnte es nicht haben, weil das genau die Essenz
der soz. Wirtschaftsweise ist. Wenn - angeblich - für den Bedarf und
nicht für den Gewinn produziert wird, dann geht das leider nicht
anders. Die Folge (!) ist dann, daß man die Währung
nicht-konvertierbar machen muß.

Eine konvertierbare Währung könnte es außerdem sowieso nur geben,
wenn man damit Produktivkapital kaufen könnte. Das genau durfte ja
aber nicht sein.
Mit Außenhandelsmonopol hat das eher wenig zu tun.
Post by Wilhelm Ernst
Mir ist noch gut in Erinnerung, wie DDR-Sozialpolitik und darauf bauende
Preisbildung in Berlin zu Warenströmen von Ost nach West geführt haben.
Du sagst, was ich sage, in anderen Worten.
Post by Wilhelm Ernst
Das ist also keine DDR-Erscheinung, sondern Grundbestandteil
marxistischer Wirtschaftspolitik.
Das ist in einem für die "marx. Wirtshchaftspolitik" sehr traurigen
Sinne wahr.
Ronald Konschak
2004-12-14 12:25:22 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Zudem möchte ich meine Ausgangsfrage nach der Bedeutung all der Waren
für den Westen noch einmal erneuern. Inwieweit hat der Westen
profitiert.
Wofür brauchte man denn das
ganze "Westgeld" (aka Devisen). Was wurde denn in solch rauhen Mengen
importiert, was man in harter Währung bezahlen mußte?
Dazu schrieb ich bereits. Ergänzend vielleicht noch, daß von dem
Handel mit der DDR die Industrie in der BRD profitierte. Wenn der
Gewinn winkt, dann sind alle Vorbehalte vergessen (siehe heute auch
China), und die abenteuerlichsten Methoden werden durchgeführt.
Beispiel dafür waren die damals verbotenen Exporte von EDV-Technik
in die DDR, die meist über Drittländer in falsch deklarierten
Containern liefen. Das Geld dafür mußte die DDR natürlich erstmal
durch Exporte hereinbekommen. Manchmal rettete der Handel mit der
DDR auch Arbeitsplätze, so zum Beispiel 1981, als bei österreichischen
Firma Vöst-Alpine Entlassungen auf dem Plan standen. Vöst-Alpine
bekam den Auftrag zum Bau eines Sauerstoff-Konverter-Stahlwerkes
in Eisenhüttenstadt, und so hatte man erstmal für 3 Jahre Arbeit.
Ich denke auch, daß der Bau einer Chemieanlage in Buna 1979,
der Import von Eisenbahnwagen von der Waggon-Union in West-Berlin
oder die Lieferung von Flugzeugen durch Airbus Industries nicht zum
Schaden der jeweiligen Hersteller war. Solche Beispiele lassen
sich sicher zu Hunderten finden.

Ronald.
--
Wie würden die Münchner wohl reagieren, wenn die Rostocker Brauerei die Aus-
schankrechte für das Oktoberfest in einem kühnen Handstreich erworben hätte?
(Kommentar der Buschfunk Vertriebs GmbH zur Reduzierung der DDR-Schallplatten-
firma AMIGA auf ein BMG-Büro in München)
#
2004-12-14 13:25:13 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im Süden mal
ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte verlor, was
allgemein auch für Erheiterung sorgte.
das kenn ich auch. gibts in buchform. ich komm ums verrecken jetzt aber
nicht auf den namen. google hat auch nicht geholfen.ist ein buch von einer
ddr-schriftstellerin. habs aber erst nach der wende gekauft und gelesen. die
hefte waren (jedenfalls im buch) fuer schweden bestimmt. das war dann
irgendwie in eine liebesgeschichte eingebettet. wenns mir spaeter wieder
einfaellt, mach ich mal die inge.
Post by Thomas Lorentz
mfg Thomas
dito
--
Life should not be a journey to the grave with the intention
of arriving safely in an attractive and well preserved body,
but rather to skid in sideways, chocolate in one hand,
a margarita in the other, body thoroughly used up,
totally worn out and screaming
Thomas Friedrich
2004-12-14 13:29:39 UTC
Permalink
Post by #
Post by Thomas Lorentz
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im Süden mal
ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte verlor, was
allgemein auch für Erheiterung sorgte.
das kenn ich auch. gibts in buchform. ich komm ums verrecken jetzt aber
nicht auf den namen. google hat auch nicht geholfen.ist ein buch von einer
ddr-schriftstellerin. habs aber erst nach der wende gekauft und gelesen.
die hefte waren (jedenfalls im buch) fuer schweden bestimmt. das war dann
irgendwie in eine liebesgeschichte eingebettet. wenns mir spaeter wieder
einfaellt, mach ich mal die inge.
Post by Thomas Lorentz
mfg Thomas
dito
und hier die inge - eben weiter unten in diesem strang gelesen: Inge von
wangenheim "die entgleisung"
2Eine verschlafene Kleinstadt in der DDR, ein umgestürzter Güterwaggon mit
delikatem Inhalt für den Export nach Schweden, die Jagd der Einwohner auf
die so anregenden Bücher, eine Volkspolizist, der deshalb rot sieht ..."

Thomas
Peter Gleissner
2004-12-14 18:24:13 UTC
Permalink
Post by Thomas Friedrich
Post by Thomas Lorentz
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im Süden mal
ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte verlor, was
allgemein auch für Erheiterung sorgte.
schnipp
Post by Thomas Friedrich
und hier die inge - eben weiter unten in diesem strang gelesen: Inge von
wangenheim "die entgleisung"
2Eine verschlafene Kleinstadt in der DDR, ein umgestürzter Güterwaggon mit
delikatem Inhalt für den Export nach Schweden, die Jagd der Einwohner auf
die so anregenden Bücher, eine Volkspolizist, der deshalb rot sieht ..."
Die Erzählung enthält deutliche Anspielungen auf Pößneck.
Und eine Druckerei gab es dort damals jedenfalls.....
Ich höre mich mal unter meiner thüringischen Verwandschaft um.
Frank Nitzschner
2004-12-14 19:41:15 UTC
Permalink
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im
Süden mal ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte
verlor, w as allgemein auch für Erheiterung sorgte.
Nicht während der Fahrt, diese wurden bei abgestellten
offenen Waggons unter der Plane geklaut. Es handelte sich
aber hierbei um Altpapier von WB nach Österreich.
Da gab es dann immer ein lustiges Versteckspiel mit der Trapo.

Grüsse
Frank
Knut Ochdorf
2004-12-15 10:00:22 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Vielleicht kann hier jemand die UL bestätigen, daß irgendwo im Süden mal
ein Güterzug während der Fahrt Kistenweise Pornohefte verlor, was
allgemein auch für Erheiterung sorgte.
Ja. aber es war kein Güterzug, sondern nur ein einzelner Wagen, der
entgleiste und dabei ein Teil der Ladung verlor. Fand auf der Saalebahn
statt. Den Bahnhof habe ich aber nicht gemerkt.
Post by Thomas Lorentz
Zudem möchte ich meine Ausgangsfrage nach der Bedeutung all der Waren
für den Westen noch einmal erneuern. Inwieweit hat der Westen
profitiert. Daran an schließt sich die Frage, wäre es nicht besser
gewesen, die Waren in der DDR zu lassen? Wofür brauchte man denn das
ganze "Westgeld" (aka Devisen). Was wurde denn in solch rauhen Mengen
importiert, was man in harter Währung bezahlen mußte?
Vieles. Kaffee, Bananen und Südfrüchte sind nur ein paar Beispiele. auch
verlangten die RGW-"Freunde" für ihre Produkte teilweise Westgeld
(Ikarus-Busse z.B.)

Knut
Torsten Klimke
2004-12-13 13:55:42 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Werkzeuge aus dem Werkzeugkombinat Schmalkalen - massenhaft

- massenhafte Fleischlieferungen an einem Strausspezie zur Bezahlung des
Milliardenkredits.

- Spielwaren, Stil-Möbel, einfach alles ...

DDR war mal Markführer bei Rollschuhen - so da sich sogar der Bundestag
damit beschäftigt hat.

Kommentar des Importeur, der vorher mal selber produziert hatte: In der DDR
kaufe ich fertige Rollschuhe billiger, als mir in der BRD die Rohstoffe
kommen.
Boris Gerlach
2004-12-13 16:31:50 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Was hatte Bedeutung dafür, daß es im Westen noch goldiger war, heute
aber von Chinesen gebaut wird?
Es hieß doch stets .. Export, Export ..
Abgesehen von den teuer erlangten Devisen für die DDR, hatte es eine
wirtschaftliche Relevanz für die BRD?
Mein erster Kühlschrank in Frankreich war vorn französisch und
hinten dkk.
Auch billige Möbel zum Zusammenbauen waren oft Made in GDR.

BGE
Volker Eichmann
2004-12-13 17:38:51 UTC
Permalink
Hallihallo!
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Was hatte Bedeutung dafür, daß es im Westen noch goldiger war, heute
aber von Chinesen gebaut wird?
Es hieß doch stets .. Export, Export ..
Abgesehen von den teuer erlangten Devisen für die DDR, hatte es eine
wirtschaftliche Relevanz für die BRD?
Die erste Ikea-Couch-Garnitur meiner Eltern, Mitte der 70er gekauft,
hatte irgendwo unten im Holzrahmen die drei Worte "Made in GDR"
eingebrannt...

Im Quelle-Karalog gab es immer recht viele DDR-Produkte, normalerweise
aber unter einem Quelle-Markennamen. Das waren vor allem einfachere
technische Produkte wie Uhren, Radios, Fernseher, etc.

Gruß, Volker
Juergen Schulz
2004-12-13 19:25:54 UTC
Permalink
"Volker Eichmann" schrieb ...
Post by Volker Eichmann
Hallihallo!
Die erste Ikea-Couch-Garnitur meiner Eltern, Mitte der 70er gekauft,
hatte irgendwo unten im Holzrahmen die drei Worte "Made in GDR"
eingebrannt...
Stand auch auf den Küchenstühlen meiner Eltern. Die Dinger existieren
heute noch.
Post by Volker Eichmann
Im Quelle-Karalog gab es immer recht viele DDR-Produkte, normalerweise
aber unter einem Quelle-Markennamen. Das waren vor allem einfachere
technische Produkte wie Uhren, Radios, Fernseher, etc.
Ja. Und MZ-Motorräder (WIMRE ETZ 250 kann das sein?)

Jürgen
Uwe Schickedanz
2004-12-13 20:21:32 UTC
Permalink
Post by Juergen Schulz
Ja. Und MZ-Motorräder (WIMRE ETZ 250 kann das sein?)
Nicht nur. Auch deren Vorgänger wie TS, ETS und wohl auch die ES.

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Juergen Schulz
2004-12-14 06:07:10 UTC
Permalink
"Uwe Schickedanz" schrieb ...
Post by Uwe Schickedanz
Post by Juergen Schulz
Ja. Und MZ-Motorräder (WIMRE ETZ 250 kann das sein?)
Nicht nur. Auch deren Vorgänger wie TS, ETS und wohl auch die ES.
Na ja, die waren mir nicht mehr so in Erinnerung. Ist
wohl schon zu lange her. Die waren übrigens in Fachkreisen
für eine gute Leistung bekannt, das mit der Auspuffabstimmung
bei Zweitaktern hatte man in der DDR wohl ausreichend geübt ;-)
Und für jemanden, der auf Optik nicht den größten Wert legte,
waren die Maschinen eine echte Alternative zu einem gebrauchten
Westhobel.

Jürgen
Uwe Schickedanz
2004-12-14 14:15:44 UTC
Permalink
Post by Juergen Schulz
das mit der Auspuffabstimmung
bei Zweitaktern hatte man in der DDR wohl ausreichend geübt ;-)
Erfunden. Ebenso wie die Drehschieber- und die Membransteuerung.
Post by Juergen Schulz
Und für jemanden, der auf Optik nicht den größten Wert legte,
waren die Maschinen eine echte Alternative zu einem gebrauchten
Westhobel.
Bis zur TS war auch die Formgestaltung modern.

Gruß Uwe
--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm
Nico Lubitz
2004-12-13 20:56:24 UTC
Permalink
Post by Juergen Schulz
"Volker Eichmann" schrieb ...
Post by Volker Eichmann
technische Produkte wie Uhren, Radios, Fernseher, etc.
Ja. Und MZ-Motorräder (WIMRE ETZ 250 kann das sein?)
Bei uns[tm] ging auch das Gerücht um, dass es von der ETZ eine 125er Version
gab, die nach GB exportiert wurde. Sollte schwarz sein mit verchromten
Schutzblechen/Kotflügeln. Hat das noch jemand anderes mal gehört?

-nil
--
Post by Juergen Schulz
Ätsch bätsch, ich darf mich äußern!
Viele halten diesen Satz für eine präzise und prägnante Zusammenfassung aller
der mit der Wiedervereinigung verbundenen Nachteile.
Patrick Hitzelberger zu Ulf Gutschmidt in de.alt.talk.unmut
Thomas Wedekind
2004-12-14 02:16:29 UTC
Permalink
Post by Nico Lubitz
Bei uns[tm] ging auch das Gerücht um, dass es von der ETZ eine 125er Version
gab, die nach GB exportiert wurde. Sollte schwarz sein mit verchromten
Schutzblechen/Kotflügeln. Hat das noch jemand anderes mal gehört?
Das genau nicht, aber z.B. Autos gingen offenbar offiziell ins
"NSW". Der EMW von Gunvald Larsson aus den Sjöwall/Wahlöö-Krimis
dürfte offiziell nach Schweden exportiert worden sein (wobei
dieses Auto zur Zeit seiner Konstruktion wirklich dem Stand der
Technik entsprach). Des weiteren ist mir aus der Lektüre eines
Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich, irgendein GB-
Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight"). (D.h. speziell dafür muss
es eine Rechtslenker-Version gegeben haben, oder hatte eines der
"Bruderländer" auch Linksverkehr?)
--
Grüße, Thomas
Gunter Kühne
2004-12-14 05:17:00 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
snip
Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich, irgendein GB-
Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight"). (D.h. speziell dafür muss
es eine Rechtslenker-Version gegeben haben, oder hatte eines der
"Bruderländer" auch Linksverkehr?)
Glaube nicht aber die Rechtslenker-Version, kann ich dfinitiv bestätigen.
Bei meinem Bruder bei VEB TAXI Selbstfarvermietung hatten die so einen.
Durfte nicht veliehen werden u.s.w. und musste sobald als möglich umgerüstet
werden.
Gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Ronald Konschak
2004-12-14 13:18:57 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
Post by Nico Lubitz
Bei uns[tm] ging auch das Gerücht um, dass es von der ETZ eine
125er Version gab, die nach GB exportiert wurde.
Die 125er wurde vorrangig für den NSW-Export gebaut, weil es in
den EG-Ländern eine entsprechende Führerscheinklasse gibt.
Post by Thomas Wedekind
(D.h. speziell dafür muss
es eine Rechtslenker-Version gegeben haben, oder hatte eines der
"Bruderländer" auch Linksverkehr?)
Es wurde einiges an Kraftfahrzeugen nach Ägypten exportiert, man
kann sie heute noch dort besichtigen. In Ägypten fährt man links.

Ronald.
--
Wie würden die Münchner wohl reagieren, wenn die Rostocker Brauerei die Aus-
schankrechte für das Oktoberfest in einem kühnen Handstreich erworben hätte?
(Kommentar der Buschfunk Vertriebs GmbH zur Reduzierung der DDR-Schallplatten-
firma AMIGA auf ein BMG-Büro in München)
f***@yahoo.com
2004-12-14 13:54:24 UTC
Permalink
Der EMW von Gunvald Larsson aus den Sj硬l/Wahl歋rimis
d䥠offiziell nach Schweden exportiert worden sein (wobei
dieses Auto zur Zeit seiner Konstruktion wirklich dem Stand der
Technik entsprach).
Entsprach es nicht - es war ein BMW mit dem Stand der Technik von Mitte
der 30er Jahre.
Des weiteren ist mir aus der Lektuere eines
Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich, irgendein GB-
Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight").
Habe ich dort nicht gesehen, aber in Daenemark gab es viele 353er (und
Skodas) - FR
René
2004-12-14 15:56:11 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
Autos gingen offenbar offiziell ins
"NSW". Der EMW von Gunvald Larsson...
in London 353er Wartburgs gesichtet wurden (Spitzname "Knight").
Trabanten nach Island, Wartburgs auf Malta, in Südafrika, in Britannien
und Kanada, Irland....
http://home.clara.net/peterfrost/wartburg.html
René
2004-12-14 15:58:25 UTC
Permalink
Ach ja, und in Italien sah ich einige Eins-Dreier Wartburgs.
Frank Bormann
2004-12-14 19:47:35 UTC
Permalink
Post by Nico Lubitz
Bei uns[tm] ging auch das Gerücht um, dass es von der ETZ eine 125er
Version gab, die nach GB exportiert wurde. Sollte schwarz sein mit
verchromten Schutzblechen/Kotflügeln. Hat das noch jemand anderes mal
gehört?
Das genau nicht, aber z.B. Autos gingen offenbar offiziell ins "NSW". Der
EMW von Gunvald Larsson aus den Sjöwall/Wahlöö-Krimis dürfte offiziell
nach Schweden exportiert worden sein (wobei dieses Auto zur Zeit seiner
Konstruktion wirklich dem Stand der Technik entsprach). Des weiteren ist
mir aus der Lektüre eines Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich,
irgendein GB- Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight"). (D.h. speziell dafür muss es eine
Rechtslenker-Version gegeben haben, oder hatte eines der "Bruderländer"
auch Linksverkehr?)
311er waren seinerzeit auch offizielles Exportgut nach Westeuropa - einen
habe ich vor drei Jahren in NL gesehen, wie es sich gehört mit schwarzem
Kenteken.

Und einige 313/1 Sport sollen es sogar über den grossen Teich geschafft
haben ins Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.

Noch zu DDR-Produkten in der BRD: Im VEB intermod Bautzen wurden ab Anfang
der 80er die schwarzen Aktenkoffer mit Zahlenschlössern produziert. Das
war aber mehr Lohnproduktion - Schlösser und Leder kamen aus dem Westen,
Produkte dann retour.
Der nichtabgenommene Ausschuss wurde dann teuer im Ex verscherbelt.

FB
Martin Bienwald
2004-12-15 11:10:24 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
Das genau nicht, aber z.B. Autos gingen offenbar offiziell ins
"NSW". Der EMW von Gunvald Larsson aus den Sjöwall/Wahlöö-Krimis
dürfte offiziell nach Schweden exportiert worden sein (wobei
dieses Auto zur Zeit seiner Konstruktion wirklich dem Stand der
Technik entsprach). Des weiteren ist mir aus der Lektüre eines
Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich, irgendein GB-
Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight").
In Brüssel habe ich im Frühjahr 1989 mehrere Barkas-Kleintransporter
herumfahren sehen; die sind vermutlich auch offiziell dorthin exportiert
worden. Schienenfahrzeuge wurden auch in größeren Mengen in westliche
Länder exportiert (U-Bahnen für Athen, Güterwagen für mehrere Länder),
allerdings meines Wissens nicht in die BRD.

... Martin
Patrick Bonacker
2004-12-15 15:46:02 UTC
Permalink
Hallo,

on Wed, 15 Dec 2004 11:10:24 +0000 (UTC), Martin Bienwald
<***@gmx.de> wrote:

[...]
Post by Martin Bienwald
Schienenfahrzeuge wurden auch in größeren Mengen in westliche
Länder exportiert (U-Bahnen für Athen, Güterwagen für mehrere Länder),
[...]

...Dieselloks nach Brasilien...

Gruß,
Patrick
Henning Tikwe
2004-12-15 16:37:00 UTC
Permalink
Post by Thomas Wedekind
Post by Nico Lubitz
Bei uns[tm] ging auch das Gerücht um, dass es von der ETZ eine
125er Version gab, die nach GB exportiert wurde. Sollte schwarz
sein mit verchromten Schutzblechen/Kotflügeln. Hat das noch jemand
anderes mal gehört?
Das genau nicht, aber z.B. Autos gingen offenbar offiziell ins
"NSW". Der EMW von Gunvald Larsson aus den Sjöwall/Wahlöö-Krimis
dürfte offiziell nach Schweden exportiert worden sein (wobei
dieses Auto zur Zeit seiner Konstruktion wirklich dem Stand der
Technik entsprach). Des weiteren ist mir aus der Lektüre eines
Buches (Titel jetzt nicht mehr erinnerlich, irgendein GB-
Reisebericht) erinnerlich, dass in London 353er Wartburgs
gesichtet wurden (Spitzname "Knight"). (D.h. speziell dafür muss
es eine Rechtslenker-Version gegeben haben, oder hatte eines der
"Bruderländer" auch Linksverkehr?)
Wartburg 313: u.a. nach USA Exportiert!, alle anderen nach Belgien,
Niederlande, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, GB gab eine
Rechtslenkerversion, ebenso vom Multicar. Bild bei Bedarf vorhanden!),
früher auch BRD.
MFG, Henning
--
Grüße aus der Wartburgstadt!
www.Luftfahrt-Eisenach.de.vu
F W Drijver
2004-12-13 20:17:24 UTC
Permalink
Post by Volker Eichmann
Hallihallo!
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Guten Abend,

Viele, meistens billige, Drucksachen. Kataloge (von Produkten die es in der
DDR nicht gab: soll gewissermassen peinlich gewesen sein), Ansichtskarten.
Auch politische Drucksachen: so sah ich zB mal eine ganze Palette
niederlaendisch-sprachige Poster 'Stop de Neutronenbom' (Proteste gegen die
Neutronenbombe, damals).

Arnim Muehl schreibt über Modellbahnen. Die Firma Piko exportierte nicht nur
Eisenbahnen, sondern auch andere Sachen (Spiegzeugnähmaschinen,
Puppenhauskochherde, Puppenläden), Miniaturautos, Farbstiften (Faser- und
Normale).
Viel von diesen Produkten konnte man bei uns in den Niederlanden auf dem
Markt oder in Billigläden kaufen.

Auch auf den Märkten: billige Kerzen aus der DDR. Wie die qualmten...

Übrigens war das bekannteste Produkt im Westen Radeberger Bier. An der
Autobahn im Intershop zB Michendorf: 1 Karton für DM ganz wenig (12
Wegwerfflaschen von 0,3 Ltr).
Gab es in der DDR nicht zu kaufen.
Ich nahm öfters mal einige Kartons mit zu Freunden in Berlin Hauptstadt
(nein, keine Probleme an der Grenze und auch keine Urbanlegend), so hatten
die auch mal Radeberger. (Ich habe noch irgendwo ein Foto aus der
Bernauerstrasse -habe ich den 70 Jahren gemacht- wo ein Doppeldecker fährt
mit damaliger Vollwerbung für Radeberger. Billig in Berlin West - zwanig
Meter weiter in Berlin Hauptstadt nicht zu kaufen).

MfG Frans Drijver/Niederlande
Markus Ermert
2004-12-13 21:16:00 UTC
Permalink
Post by F W Drijver
Übrigens war das bekannteste Produkt im Westen Radeberger Bier. An
der Autobahn im Intershop zB Michendorf: 1 Karton für DM ganz wenig
(12 Wegwerfflaschen von 0,3 Ltr).
Genau diese Radeberger-Kartons gab es Anfang 1989 auch bei Aldi-Nord.


--
Anetta Wagner
2004-12-13 22:45:42 UTC
Permalink
Post by Markus Ermert
Post by F W Drijver
Übrigens war das bekannteste Produkt im Westen Radeberger Bier. An
der Autobahn im Intershop zB Michendorf: 1 Karton für DM ganz wenig
(12 Wegwerfflaschen von 0,3 Ltr).
Genau diese Radeberger-Kartons gab es Anfang 1989 auch bei Aldi-Nord.
Waren das nicht diese 8er Kartons mit dem roten Rand und den etwas
bauchigen Flaschen mit 'Aufziehverschluß'? An 12er kann ich mich
im Moment nicht erinnern.
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-12-13 23:15:00 UTC
Permalink
Post by F W Drijver
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Viele, meistens billige, Drucksachen.
Da fällt mir doch "Die Entgleisung" von Inge von Wangenheim ein.

-kut
Armin Muehl
2004-12-13 19:11:22 UTC
Permalink
On Mon, 13 Dec 2004 01:40:00 +0100, Thomas Lorentz
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Aus Niederschmiedeberg kamen Kuehlschraenke, die vorzugsweise an
Quelle gingen. Das fuehrte dazu, dass bis 1986 im Pressnitztal die
Schmalspurbahn mit regem Gueterverkehr erhalten blieb.
Ueberhaupt hat Quelle viel in der DDR eingekauft, wie schon andere
geschrieben haben. auch war die Anzahl der DR-Europaletten bei Ikea
doch recht auffaellig :-)

Modellbahnen und Zubehoer wurden ebenfalls exportiert. In der
Bundesrepublik gab es in Nuernberg den Importeuer Schreiber, der die
Modellbahnlaeden versorgte. Es gab sogar einen eigenen Westkatalog von
Piko und auch einige Farb- und Beschriftungsvarianten als
Bundesbahnversion.


Armin Muehl
--
Armin Muehl
http://www.museumsstellwerk.de (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
http://www.muehlenroda.de (Muehl privat)
http://de.geocities.com/anschlussbahn (Modellbahnbilder)
Volker Eichmann
2004-12-14 11:16:51 UTC
Permalink
Hallihallo!
Post by Armin Muehl
On Mon, 13 Dec 2004 01:40:00 +0100, Thomas Lorentz
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
[...]
Post by Armin Muehl
Modellbahnen und Zubehoer wurden ebenfalls exportiert. In der
Bundesrepublik gab es in Nuernberg den Importeuer Schreiber, der die
Modellbahnlaeden versorgte. Es gab sogar einen eigenen Westkatalog von
Piko und auch einige Farb- und Beschriftungsvarianten als
Bundesbahnversion.
Da entstanden teilweise lustige Sachen. Ich kann mich erinnern, mal eine
ozeanblau-beige BR 132 als Modell gesehen zu haben... (Für
Nicht-Eisenbahn-Fans: Ein Modell der in der DDR weit verbreiteten
russischen Diesellok der Baureihe 132 in den damals typischen Farben der
westdeutschen Bundesbahn). Fand ich doch recht kurios und in der
Realität gab es so eine Lok nie.

Gruß, Volker
Armin Muehl
2004-12-14 16:56:28 UTC
Permalink
On Tue, 14 Dec 2004 12:16:51 +0100, Volker Eichmann
Post by Volker Eichmann
Da entstanden teilweise lustige Sachen. Ich kann mich erinnern, mal eine
ozeanblau-beige BR 132 als Modell gesehen zu haben... (Für
Nicht-Eisenbahn-Fans: Ein Modell der in der DDR weit verbreiteten
russischen Diesellok der Baureihe 132 in den damals typischen Farben der
westdeutschen Bundesbahn). Fand ich doch recht kurios und in der
Realität gab es so eine Lok nie.
Ja, die sah lustig aus :-)
Das war wohl urspruenglich eine Anfangspackung speziell fuer Quelle.
In einem der letzten Exportkataloge findet sich dann aber auch diese
Packung.
Es gab aber auch genug korrekte Fabr- und Beschriftungsvarianten fuer
den Westen.

Armin
--
Armin Muehl
http://www.museumsstellwerk.de (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
http://www.muehlenroda.de (Muehl privat)
http://de.geocities.com/anschlussbahn (Modellbahnbilder)
F W Drijver
2004-12-14 15:22:38 UTC
Permalink
Post by Armin Muehl
On Mon, 13 Dec 2004 01:40:00 +0100, Thomas Lorentz
Post by Thomas Lorentz
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Modellbahnen und Zubehoer wurden ebenfalls exportiert. In der
Bundesrepublik gab es in Nuernberg den Importeuer Schreiber, der die
Modellbahnlaeden versorgte. Es gab sogar einen eigenen Westkatalog von
Piko und auch einige Farb- und Beschriftungsvarianten als
Bundesbahnversion.
Armin Muehl
Guten Tag...

Fällt mir noch ein: nicht nur Modelleisenbahnen, aber auch richtige
Eisenbahnen.
Riesenzahlen Breitspurwagen gingen in de SU, fast überall in Afrika und
Asien sieht man Reisezugwagen und Güterwaggons aus der DDR (Breitspur,
Regelspur, Schmalspur).
In Griechenland gibt es Intercitytriebzüge: zusammen von DDR und BRD (vor
1989 !!!) gebaut. Auch gibt es in Athen U-Bahnzüge, gleiche wie die
Kleinprofilzüge der BVG die noch immer die Schönhauser Allee runter rattern,
die in der DDR gebaut wurden.
In Schweden (ganz Skandinavien) gab es viele Güterwagen die in der DDR
gebaut worden sind.

Dann kommen wir auf Autos. In Belgien war sehr lange Zeit der Barkas Bus
beliebt - relativ viele sind da verkauft. Im Gegensatz zu unserem Land,
insofern ich das behalten habe: Barkas niemals mit niederländischem
Kennzeichen gesehen.

MfG Frans Drijver/NL
Uwe Naumann
2004-12-13 19:19:17 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Klamotten. In rauhen Mengen.

Meine Eltern (und Großeltern) waren im VEB Bunttrikotagen Callenberg. Da
wurde regelmässig für die gebrauchten Bundesländer produziert. IIRC
für diverse Versandhäuser/Kaufhausketten. Ich müsste mal nachfragen, da
liesse sich sicherlich noch Genaueres ermitteln.

Ich habe im VEB Malitex Hohenstein-Ernstthal gelernt. Da wurde auch für
NSW produziert. Bettwäsche, Handtücher, etc. Wenn wir gelegentlich in
der Produktion aushalfen dann meistens weil wieder mal ne Lieferung gen
Westen pünktlich raus musste. Im Inland haben ja Termine nicht sooo sehr
interessiert.
Post by Thomas Lorentz
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Drucker. Die Robotron K6313 Nadeldrucker sahen diversen Modellen, die
unter dem Label President verkauft wurden, verdammt ähnlich. IMO hatten
die sogar die gleichen Modellnummern.
--
Gruss Uwe

--------- cut here with a very sharp knife ---------
Uwe Naumann eMail: uwe[at]vieledinge[dot]de
Web: http://www.vieledinge.de http://www.swllog.de
Gunter Kühne
2004-12-13 21:36:39 UTC
Permalink
Post by Uwe Naumann
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Klamotten. In rauhen Mengen.
Meine Eltern (und Großeltern) waren im VEB Bunttrikotagen Callenberg. Da
wurde regelmässig für die gebrauchten Bundesländer produziert. IIRC
für diverse Versandhäuser/Kaufhausketten. Ich müsste mal nachfragen, da
liesse sich sicherlich noch Genaueres ermitteln.
Ich habe im VEB Malitex Hohenstein-Ernstthal gelernt. Da wurde auch für
NSW produziert. Bettwäsche, Handtücher, etc. Wenn wir gelegentlich in
der Produktion aushalfen dann meistens weil wieder mal ne Lieferung gen
Westen pünktlich raus musste. Im Inland haben ja Termine nicht sooo sehr
interessiert.
Post by Thomas Lorentz
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
Drucker. Die Robotron K6313 Nadeldrucker sahen diversen Modellen, die
unter dem Label President verkauft wurden, verdammt ähnlich. IMO hatten
die sogar die gleichen Modellnummern.
Ja und die Chip -Zeitung hat damals noch darüber berichtet.
(Wohlwollend)
Wenns jemand noch mal lesen will, ich habe sie noch .

Gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Anetta Wagner
2004-12-13 22:42:34 UTC
Permalink
Post by Uwe Naumann
Drucker. Die Robotron K6313 Nadeldrucker sahen diversen Modellen, die
unter dem Label President verkauft wurden, verdammt ähnlich. IMO hatten
die sogar die gleichen Modellnummern.
Ja, ich hatte einen President 6313 (erst vor etwa 6 Monaten entsorgt).
Der hing damals bei mir am C-64 und auch am Amiga. In den Testberichten
hat er sehr gut abgeschnitten. Die einzige Kritik im Test war das hohe
Gewicht von über 6Kg. Das lag aber eher daran, dass bis auf das sehr
stabile Plastikgehäuse das gesamte Innenleben aus Metall bestand und er
dadurch sehr robust war.

Ich fand ihn qualitativ sehr hochwertig, verglichen mit anderen
damaligen Modellen. Den hätte man wohl auf einen heutigen Drucker fallen
lassen können und während dieser zersplittert würde der 6313
unbeindruckt weiter drucken, wenn das Endlospapier nicht reisst :)

Ein weiterer Vorteil war, dass man mit diesem Drucker und geeignetem
Papier (Altpapier mit Rückseite aus Kohlepapier) eigene
Umtauschquittungen der Staatsbank der DDR ausdrucken konnte um die
vorhandene Menge an Mark zu erklären die man nicht 1:1 getauscht hatte.
Hatte halt das gleiche Schriftbild und liess sich von einem Original
nicht unterscheiden.
Claus E Beyer
2004-12-15 14:20:42 UTC
Permalink
Post by Anetta Wagner
Ich fand ihn qualitativ sehr hochwertig, verglichen mit anderen
damaligen Modellen. Den hätte man wohl auf einen heutigen Drucker fallen
lassen können und während dieser zersplittert würde der 6313
unbeindruckt weiter drucken, wenn das Endlospapier nicht reisst :)
Ein weiterer Vorteil war, dass man mit diesem Drucker und geeignetem
Papier (Altpapier mit Rückseite aus Kohlepapier) eigene
Umtauschquittungen der Staatsbank der DDR ausdrucken konnte um die
vorhandene Menge an Mark zu erklären die man nicht 1:1 getauscht hatte.
Hatte halt das gleiche Schriftbild und liess sich von einem Original
nicht unterscheiden.
Konnte man dann das "schwarze" M-DDR in DM zurücktauschen?

Claus
Anetta Wagner
2004-12-16 04:03:31 UTC
Permalink
Post by Claus E Beyer
Post by Anetta Wagner
Ein weiterer Vorteil war, dass man mit diesem Drucker und geeignetem
Papier (Altpapier mit Rückseite aus Kohlepapier) eigene
Umtauschquittungen der Staatsbank der DDR ausdrucken konnte um die
vorhandene Menge an Mark zu erklären die man nicht 1:1 getauscht hatte.
Hatte halt das gleiche Schriftbild und liess sich von einem Original
nicht unterscheiden.
Konnte man dann das "schwarze" M-DDR in DM zurücktauschen?
Das nicht, aber man konnte das Geld auf ein Ausländerdevisenkonto
einzahlen vor der Ausreise wenn zu viel übrig war.

Ich wüsste jetzt auch nicht, ob es die Möglichkeit gab, von den
eigentlichen 25 DM Zwangsumtausch den Rest wieder zurück zu tauschen
bei der Ausreise.
Patrick Bonacker
2004-12-16 10:15:29 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Anetta Wagner
Ich wüsste jetzt auch nicht, ob es die Möglichkeit gab, von den
eigentlichen 25 DM Zwangsumtausch den Rest wieder zurück zu tauschen
bei der Ausreise.
Nein, natürlich nicht, das hätte ja dem Sinn des "Zwangsumtausches"
widersprochen.

Übrigens hatten und haben auch andere Länder solchen "Zwangsumtausch",
zB Nepal. Dass "man" (d. h. "der Westen") sich bei der DDR darüber
aufgeregt hat... sollte es bedeuten, dass die Lage der DDR doch ein
wenig besser als die Nepals eingeschätzt wurde (Nepal als
Dritteweltland braucht solche Einnahmen, die DDR nicht)?!
Wie beruhigend! ;-)

(Hey, seit der Zwangsumtauschdiskussion wusste ich, dass der Westen
entweder (auch) arm dran oder geizig ist... die Meisten haben's wohl
bis '89, oder besser '90 nicht begriffen... ;-)

Gruß,
Patrick
Gerald Endres
2004-12-16 11:05:00 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Übrigens hatten und haben auch andere Länder solchen "Zwangsumtausch",
zB Nepal. Dass "man" (d. h. "der Westen") sich bei der DDR darüber
aufgeregt hat... sollte es bedeuten, dass die Lage der DDR doch ein
wenig besser als die Nepals eingeschätzt wurde (Nepal als
Dritteweltland braucht solche Einnahmen, die DDR nicht)?!
Wie beruhigend! ;-)
Den Vergleich mit irgendwelchen bitterarmen Himalayastaaten hast du
auf den Tisch gelegt und niemand sonst.

Außerdem ging es auch noch um was anderes:
Die Aufregung um den nepalesischen Zwangsaustausch war vielleicht auch
deshalb gering, weil relativ wenige Bundesdeutsche, bzw. Westberliner
Verwandte und Freunde in Nepal hatten, mit denen sie gerne öfter mal
Kontakt gehabt hätten, ohne dabei jedesmal von einem devisengierigen
Pleitestaat abgezogen zu werden.
Mit der DDR war das ein klein wenig anders.
Post by Patrick Bonacker
(Hey, seit der Zwangsumtauschdiskussion wusste ich, dass der Westen
entweder (auch) arm dran oder geizig ist... die Meisten haben's wohl
bis '89, oder besser '90 nicht begriffen... ;-)
Kluge Leute sind schon mal drauf gekommen, dass "der Westen" aus
durchaus unterschiedlichen Leuten besteht.
Für mich als Westberliner Studenten waren die 25 DM pro Besuch
durchaus etwas, was ich mir überlegt habe.
Du kannst gern Häme darüber auskippen und dich damit bei denjenigen
Ossis einreihen, denen jegliche soziale Solidarität abgeht, sobald es
um Wessis geht.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Patrick Bonacker
2004-12-16 13:47:29 UTC
Permalink
Hallo,
[...]
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
(Nepal als
Dritteweltland braucht solche Einnahmen, die DDR nicht)?!
Wie beruhigend! ;-)
[...]
Post by Gerald Endres
Mit der DDR war das ein klein wenig anders.
Sag ich doch.
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
(Hey, seit der Zwangsumtauschdiskussion wusste ich, dass der Westen
entweder (auch) arm dran oder geizig ist... die Meisten haben's wohl
^^^^^^^^^^^^^^^
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
bis '89, oder besser '90 nicht begriffen... ;-)
[...]
Post by Gerald Endres
Für mich als Westberliner Studenten waren die 25 DM pro Besuch
durchaus etwas, was ich mir überlegt habe.
[...]

Sag ich doch.
Post by Gerald Endres
Du kannst gern Häme darüber auskippen und dich damit bei denjenigen
Ossis einreihen, denen jegliche soziale Solidarität abgeht, sobald es
um Wessis geht.
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)

Patrick
Gerald Endres
2004-12-16 14:26:36 UTC
Permalink
Post by Patrick Bonacker
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)
Wer ist "wir"?
Gut ich bin zur Zeit etwas angefressen, weil ich gerade erlebe, wie in
einem west-östlich fusionierten Betrieb bei heftigen
Auseinandersetzung mit der Geschäftsleitung der sehr große Teil der
dort arbeitenden Ossis keinerlei Solidarität mit denjenigen Leuten
zeigt, die sich auch für sie eingesetzt haben. Stattdessen gucken
viele hämisch zu, wie die vermeintlichen West-Konkurrenten
hinausgekegelt werden, halten still und/oder schleimen sich auch noch
peinlich bei den Chefs ein.
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer
oder sozialer wären.

Naja, is offtopic.
Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Bernd Ullrich
2004-12-16 15:00:54 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)
Wer ist "wir"?
Gut ich bin zur Zeit etwas angefressen, weil ich gerade erlebe, wie in
einem west-östlich fusionierten Betrieb bei heftigen
Auseinandersetzung mit der Geschäftsleitung der sehr große Teil der
dort arbeitenden Ossis keinerlei Solidarität mit denjenigen Leuten
zeigt, die sich auch für sie eingesetzt haben. Stattdessen gucken
viele hämisch zu, wie die vermeintlichen West-Konkurrenten
hinausgekegelt werden, halten still und/oder schleimen sich auch noch
peinlich bei den Chefs ein.
---
Post by Gerald Endres
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer
oder sozialer wären.
Wie sollten sie auch, "Vom Westen lernen heisst siegen lernen" o.s.ä.
haben die in den letzten 15 Jahren vorgeführt bekommen und
verinnerlicht.
Die drehen den Spieß einfach um und wickeln (oder lassen zu) die
ungeliebten Mitbewerber ab.

BU

---
Das Thema von dafddr lautet nicht: Wessis klagen darüber,
wie schrecklich gemein gesamt-D zu ihnen ist.
Gerald Endres
2004-12-16 16:23:06 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
Wie sollten sie auch, "Vom Westen lernen heisst siegen lernen" o.s.ä.
haben die in den letzten 15 Jahren vorgeführt bekommen und
verinnerlicht.
Die drehen den Spieß einfach um und wickeln (oder lassen zu) die
ungeliebten Mitbewerber ab
Und du findest diesen Kampf gegen die Kollegen, diesen unsolidarischen
Ost-West-Rassisimus, bei dem sich die unten selbst schaden, auch noch
gut.
Bin ich froh dass ich dich nicht als Kollegen ertragen muss!

Und wenn das angeblich vom Westen gelernt ist, warum können sich dann
West-Kollegen gegen die Chefs wehren, warum riskieren die was auch für
die Arbeitsbedingungen ihrer Ossi-Kollegen, warum stehen die spontan
miteinander in der Chefetage und machen Krawall? Während Ossis sich
wegducken, anschleimen und als Lohndrücker andienen?
Nee, das war schon die DDR-Sozialisation, die den Leuten beigebogen
hat, sich unterzuordnen und den Mächtigen nach dem Maule zu reden.
Herrschaftsbüttel deiner Couleur haben dabei eifrig mitgeholfen.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Bernd Ullrich
2004-12-16 17:21:13 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Bernd Ullrich
Wie sollten sie auch, "Vom Westen lernen heisst siegen lernen" o.s.ä.
haben die in den letzten 15 Jahren vorgeführt bekommen und
verinnerlicht.
Die drehen den Spieß einfach um und wickeln (oder lassen zu) die
ungeliebten Mitbewerber ab
-----
Post by Gerald Endres
Und du findest diesen Kampf gegen die Kollegen, diesen unsolidarischen
Ost-West-Rassisimus, bei dem sich die unten selbst schaden, auch noch
gut.
Unsinn.
Post by Gerald Endres
Bin ich froh dass ich dich nicht als Kollegen ertragen muss!
Und wenn das angeblich vom Westen gelernt ist, warum können sich dann
West-Kollegen gegen die Chefs wehren, warum riskieren die was auch für
die Arbeitsbedingungen ihrer Ossi-Kollegen, warum stehen die spontan
miteinander in der Chefetage und machen Krawall? Während Ossis sich
wegducken, anschleimen und als Lohndrücker andienen?
Nee, das war schon die DDR-Sozialisation,
Das gabs schon vor der DDR und danach verstärkt.
Post by Gerald Endres
die den Leuten beigebogen
hat, sich unterzuordnen und den Mächtigen nach dem Maule zu reden.
Das gabs schon vor der DDR und danach verstärkt.
Post by Gerald Endres
Herrschaftsbüttel deiner Couleur haben dabei eifrig mitgeholfen.
Das ist 150%iger Unsinn.

BU

BTW
DasWort "Anstalt" kann verschieden ausgelegt werden.
:-)
Ronald Konschak
2004-12-16 19:38:51 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Und wenn das angeblich vom Westen gelernt ist, warum können sich dann
West-Kollegen gegen die Chefs wehren, warum riskieren die was auch für
die Arbeitsbedingungen ihrer Ossi-Kollegen, warum stehen die spontan
miteinander in der Chefetage und machen Krawall? Während Ossis sich
wegducken, anschleimen und als Lohndrücker andienen?
Sind die Chefs Ossis oder Wessis?
Post by Gerald Endres
Nee, das war schon die DDR-Sozialisation, die den Leuten beigebogen
hat, sich unterzuordnen und den Mächtigen nach dem Maule zu reden.
Das "nach dem Maule reden" war das, was der DDR-Bürger zu den
Vorgesetzten und Funktionären hin zeigte. Unter Seinesgleichen
zog er ganz gern mal vom Leder. Wenn der Ossis so anbiedernd
wäre wie du schreibst, dann mußt du auch die Frage beantworten,
wer da im Herbst 1989 durch die Innenstädte gezogen ist und sich
von der Volkspolizei verhauen lassen hat. Wohlbemerkt zu einer
Zeit, als das Ergebnis dieser Aktionen nicht abzusehen war.

Ronald.
--
Wie würden die Münchner wohl reagieren, wenn die Rostocker Brauerei die Aus-
schankrechte für das Oktoberfest in einem kühnen Handstreich erworben hätte?
(Kommentar der Buschfunk Vertriebs GmbH zur Reduzierung der DDR-Schallplatten-
firma AMIGA auf ein BMG-Büro in München)
Gerald Endres
2004-12-16 20:13:31 UTC
Permalink
Post by Ronald Konschak
Sind die Chefs Ossis oder Wessis?
Gemischt, hauptsächlich Wessis, aber von außen kommend.
Post by Ronald Konschak
Post by Gerald Endres
Nee, das war schon die DDR-Sozialisation, die den Leuten beigebogen
hat, sich unterzuordnen und den Mächtigen nach dem Maule zu reden.
Das "nach dem Maule reden" war das, was der DDR-Bürger zu den
Vorgesetzten und Funktionären hin zeigte. Unter Seinesgleichen
zog er ganz gern mal vom Leder. Wenn der Ossis so anbiedernd
wäre wie du schreibst, dann mußt du auch die Frage beantworten,
wer da im Herbst 1989 durch die Innenstädte gezogen ist und sich
von der Volkspolizei verhauen lassen hat. Wohlbemerkt zu einer
Zeit, als das Ergebnis dieser Aktionen nicht abzusehen war.
Unbenommen früherer Verdienste konnte ich aber von diesem Mut im
Alltags- und Arbeitsleben seitdem nicht viel entdecken.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Siegfried Tränkner
2004-12-16 15:54:01 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)
Wer ist "wir"?
Gut ich bin zur Zeit etwas angefressen, weil ich gerade erlebe, wie in
einem west-östlich fusionierten Betrieb bei heftigen
Auseinandersetzung mit der Geschäftsleitung der sehr große Teil der
dort arbeitenden Ossis keinerlei Solidarität mit denjenigen Leuten
zeigt, die sich auch für sie eingesetzt haben. Stattdessen gucken
viele hämisch zu, wie die vermeintlichen West-Konkurrenten
hinausgekegelt werden, halten still und/oder schleimen sich auch noch
peinlich bei den Chefs ein.
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer
oder sozialer wären.
Bitte nicht alle Ossis, aber ansonsten haste leider Recht!

Sig
Gerald Endres
2004-12-16 16:27:23 UTC
Permalink
Post by Siegfried Tränkner
Bitte nicht alle Ossis, aber ansonsten haste leider Recht!
Natürlich nicht alle, es gab/gibt da auch welche, die schwer in
Ordnung sind.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein die BRD ist
http://www.boen-end.de
Gunter Kühne
2004-12-16 16:36:52 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)
Wer ist "wir"?
Gut ich bin zur Zeit etwas angefressen, weil ich gerade erlebe, wie in
einem west-östlich fusionierten Betrieb bei heftigen
Auseinandersetzung mit der Geschäftsleitung der sehr große Teil der
dort arbeitenden Ossis keinerlei Solidarität mit denjenigen Leuten
zeigt, die sich auch für sie eingesetzt haben. Stattdessen gucken
viele hämisch zu, wie die vermeintlichen West-Konkurrenten
hinausgekegelt werden, halten still und/oder schleimen sich auch noch
peinlich bei den Chefs ein.
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer
oder sozialer wären.
Naja, is offtopic.
Gruß
Gerald
Und ich hatte heute hier im Westen das Gleiche mit umgekehrten Vorzeichen.
Arbeite mal als Ossi mitten im Westen , und werde dann noch als nachvolger
von ein Paar posten gehanderlt .
Sollst, mal sehen, was dir da alles an den Kopf fällt.
(Aber nicht von allen, muss man zur ehrenrettung sagen)
Gunter
--
Irgendwann emulieren wir euch alle!
Volker Eichmann
2004-12-16 17:41:14 UTC
Permalink
Hallihallo!
[...]
Post by Gunter Kühne
Post by Gerald Endres
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer
oder sozialer wären.
Und ich hatte heute hier im Westen das Gleiche mit umgekehrten Vorzeichen.
Arbeite mal als Ossi mitten im Westen , und werde dann noch als nachvolger
von ein Paar posten gehanderlt .
Sollst, mal sehen, was dir da alles an den Kopf fällt.
(Aber nicht von allen, muss man zur ehrenrettung sagen)
Und was lehrt uns das? Es gibt Wessis, die Schweinehunde sind und es
gibt Ossis, die Schweinehunde sind. Und es gibt Wessis, die tolle
Menschen sind und es gibt Ossis, die tolle Menschen sind. Welch eine
Erkenntnis... ;-)

Gruß, Volker
Frank Bormann
2004-12-16 18:31:55 UTC
Permalink
Post by Gerald Endres
Post by Patrick Bonacker
Hm, "ihr" wolltet es ja nicht anders ;-)
Wer ist "wir"?
Gut ich bin zur Zeit etwas angefressen, weil ich gerade erlebe, wie in
einem west-östlich fusionierten Betrieb bei heftigen Auseinandersetzung
mit der Geschäftsleitung der sehr große Teil der dort arbeitenden Ossis
keinerlei Solidarität mit denjenigen Leuten zeigt, die sich auch für sie
eingesetzt haben. Stattdessen gucken viele hämisch zu, wie die
vermeintlichen West-Konkurrenten hinausgekegelt werden, halten still
und/oder schleimen sich auch noch peinlich bei den Chefs ein.
Komme mir keiner im Moment damit, dass Ossis irgendwie solidarischer oder
sozialer wären.
Mhm, naja, von den Opelianern war z.B. aber bei den Anti-Hartz-IV-Demos
auch nichts zu sehen, erst als es ihnen direkt ans Leder ging, ging ihnen
wohl ein Licht auf...

Wie man überhaupt nur sehr verhaltenes Echo in den ABL bezüglich der
Montagsdemos konstatieren muss.

So ist das halt mit Hemd und Hose in dieser aktuellen Gesellschaft.


FB
Claudia Bartsch
2004-12-14 11:20:29 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Ich meine, ich habe so Sachen gehört, wie massenhaft Schweinefleisch und
auch von Geräten, die dann bei Quelle standen. Von
robotron-Schreibmaschinen weiß ich auch noch, aber das waren doch keine
größeren Stückzahlen...?
In der 9. und 10. Klasse haben wir in PA Schlafanzüge für C&A genäht.
Kurz nach der Wende hab ich im Westen jemand getroffen, der hatte so
einen typischen DDR-Schulranzen (aus Leder, rot, gelb oder orange, weiß
nicht mehr so genau). Als ich ihm das sagte, war er ganz beleidigt und
meinte, nein, den hätte er aus $Kaufhaus (Karstadt oder Kaufhof oder so).

Von Gummibärchen und Comic-Heften, weiß ich auch noch, daß sie in den
Westen exportiert wurden.

cb
--
Der deutsche Wortschatz ist bald alle, weil alle guten Wörter, die es
gibt, haben wir schon abgeschöpft - wie FLEISCH oder ASCHE. Das wird
langsam alle. JAA kann man noch sagen. (Paul Landers/Rammstein)
Kai Garlipp
2004-12-14 12:45:22 UTC
Permalink
Post by Claudia Bartsch
In der 9. und 10. Klasse haben wir in PA Schlafanzüge für C&A genäht.
Kurz nach der Wende hab ich im Westen jemand getroffen, der hatte so
einen typischen DDR-Schulranzen (aus Leder, rot, gelb oder orange, weiß
nicht mehr so genau). Als ich ihm das sagte, war er ganz beleidigt und
meinte, nein, den hätte er aus $Kaufhaus (Karstadt oder Kaufhof oder so).
Ich erzähle in diesem Zusammenhang immer die Geschichte von jemanden
(aus meiner damaligen Nachbarschule) der damit prahlte, seine Oma
schenkt ihm zur Jugendweihe einen Kasettenrekorder aus dem Westen. Als
dann die Jugendweihe war und das Geschenk überreicht war prahlte er
nicht mehr mit dem Rekorder, da er in einer leicht für den Export
abgewandelten Ausführung vom VEB Stern-Radio Berlin war und deshalb auch
unter den Leuten ohne West-Oma verbreitet war.

Bye Kai
Ingo Menger
2004-12-14 14:41:02 UTC
Permalink
Post by Thomas Lorentz
Hallo,
Kann wer genaueres dazu sagen, was die DDR in den Westen exportiert hat?
Soviel ich weiß, hat man auch Mikroelektronik exportiert
(Standardsachen wie 8-bit Prozessoren, 64k-Speicherchips, etc.)

Das Problem bei all diesen Sachen war, in Abwesenheit von Marktpreisen
und Marktwechselkursen, daß unbekannt war, ob diese Handelsabschlüsse
überhaupt wirtschaftlich waren. So berichtete dann ja auch die Stasi
an das Politbüro, daß für bestimmte Exporte im Wert von 4
"Valutamark" vorher 40 "Valutamark" aufgewendet wurden.
Lesen Sie weiter auf narkive:
Loading...