Discussion:
Ruhla-Uhren aus der DDR
(zu alt für eine Antwort)
klaus reile
2020-12-11 09:34:22 UTC
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Zu dem hiesigen thread über Casio-Uhren fällt mir ein: Ich war noch
nicht lange im Westen und kaufte aus nostalgischen Gründen bei Quelle
oder Neckermann eine Uhr aus Ruhla. Die sah gut aus, ging aber nur
einen Tag. Man tauschte mir die Uhr anstandslos um. Gegen eine, die es
auch nicht viel länger tat. Dann gab man mir den Kaufpreis zurück.
Eigentlich hatten Uhren aus Ruhla doch einen guten Ruf. Ein später
gekaufter Reisewecker von der Grösse einer Streichholzschachtel auch
von Ruhla begleitete mich viele Jahre. So kleine Wecker gab es meines
Wissens im Westen damals nicht.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Achim Ebeling
2020-12-11 11:38:15 UTC
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Post by klaus reile
Ein später
gekaufter Reisewecker von der Grösse einer Streichholzschachtel auch
von Ruhla begleitete mich viele Jahre. So kleine Wecker gab es meines
Wissens im Westen damals nicht.
Wann war das, und was war das für ein Wecker?

Ich hatte einen "Sumatic" von meiner Brigade zum Geburtstag geschenkt
bekommen.
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil Deutschlands)
leider niemand reparieren.
Schade, war ein sehr gutes Teil.
--
Bis denne
Achim
klaus reile
2020-12-11 12:00:39 UTC
Permalink
On Fri, 11 Dec 2020 12:38:15 +0100
Post by Achim Ebeling
Post by klaus reile
Ein später
gekaufter Reisewecker von der Grösse einer Streichholzschachtel auch
von Ruhla begleitete mich viele Jahre. So kleine Wecker gab es
meines Wissens im Westen damals nicht.
Wann war das, und was war das für ein Wecker?
Das muss so etwa Anfang der 70er gewesen sein. Wenn ich mich recht
erinnere, war in ein streichholzschachtelgrosses viereckiges Gehäuse
eine Art Armbanduhr (natürlich ohne Armband) eingebaut die man auch mit
der Hand aufziehen und stellen musste. Und ich meine, es war eine
Ruhlaer Uhr. Wie das Teil insgesamt hiess, weiss ich heute nicht mehr.

Klaus

Ups, hab' gerade mal geguckt, wenn der hier etwa die Grösse hatte,
könnte es so einer gewesen sein:

https://www.ddr-museum.de/fr/collection/objects/1021791
Post by Achim Ebeling
Ich hatte einen "Sumatic" von meiner Brigade zum Geburtstag geschenkt
bekommen.
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil
Deutschlands) leider niemand reparieren.
Schade, war ein sehr gutes Teil.
--
Bis denne
Achim
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Peter Veith
2020-12-11 12:45:11 UTC
Permalink
Post by Achim Ebeling
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil Deutschlands)
Ok, dann springe ich mal über das von dir mehrfach hingehaltenen Stöckchen:

Welchen Teil meinst Du mit dem "freien Teil Deutschlands"? Also, frei von was
und von wem? BTW Die Amis mit ihren Atomwaffen sind immer noch hier.

<trallala>Deutschland wird dann erst frei und schön,
wenn Ost und West zusammensteh'n
und Friedensfahnen weh'n</trallala>

Peter
Achim Ebeling
2020-12-11 14:47:21 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Post by Achim Ebeling
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil Deutschlands)
Welchen Teil meinst Du mit dem "freien Teil Deutschlands"?
Nun, die bundesrepublik Deutschland bezeichnete sich doch immer als den
freien Teil Deutschlands.
Das dieses Deutschland bis heute nicht so ganz frei ist, lassen wir mal
beiseite.

Übrigens, die Bundesrepublik Deutschland durfte damals nicht mit "BRD"
abgekürzt werden.
Wenn schon dennschon nur als "BR-Deutschland".
--
Bis denne
Achim
Torsten Mueller
2020-12-11 18:04:54 UTC
Permalink
Post by Achim Ebeling
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil Deutschlands)
Äh ... in welchem Teil nochmal?

T.M.
Frank Möller
2020-12-11 18:25:12 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Achim Ebeling
Den hatte ich auch noch im freien Teil Deutschlands in Gebrauch.
Als er den Geist aufgab, konnte ihn hier (im freien Teil Deutschlands)
Äh ... in welchem Teil nochmal?
Na, bei dem Typen mit der schwarz-weiß-roten Flagge und dem Adler drauf,
weiß man doch...

--

René Marquardt
2020-12-11 12:43:59 UTC
Permalink
... So kleine Wecker gab es meines
Wissens im Westen damals nicht.
https://hartmut.homelinux.org/Diverses/Reisewecker/Reisewecker.html
klaus reile
2020-12-11 13:03:32 UTC
Permalink
On Fri, 11 Dec 2020 06:43:59 -0600
Post by René Marquardt
... So kleine Wecker gab es meines
Wissens im Westen damals nicht.
https://hartmut.homelinux.org/Diverses/Reisewecker/Reisewecker.html
Boah, und sogar mit Radio. Habe ich aber nie hier gesehen. Jedenfalls
nicht bewusst.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Achim Ebeling
2020-12-11 15:06:55 UTC
Permalink
Post by klaus reile
On Fri, 11 Dec 2020 06:43:59 -0600
Post by René Marquardt
... So kleine Wecker gab es meines
Wissens im Westen damals nicht.
https://hartmut.homelinux.org/Diverses/Reisewecker/Reisewecker.html
Boah, und sogar mit Radio. Habe ich aber nie hier gesehen.
Der war auch nicht von "hier", der kam ja aus dem Westen.

Aber ein Freund hatte damals in den Sechzigern auch ein kleines Radio an
dem eine Uhr angesteckt werden konnte.
Fabrikat, keine Ahnung. Stern Radio?
Jedenfalls war das Teil auch sehr klein.
Hatte es immer mit am Badeteich.
--
Bis denne
Achim
Guido Grohmann
2020-12-11 15:25:00 UTC
Permalink
Post by Achim Ebeling
Aber ein Freund hatte damals in den Sechzigern auch ein kleines Radio an
dem eine Uhr angesteckt werden konnte.
Fabrikat, keine Ahnung. Stern Radio?
Jedenfalls war das Teil auch sehr klein.
Hatte es immer mit am Badeteich.
T100 bis T103, mit der Schaltuhr TZ10. So verdammt klein war das aber
nicht.

Guido
Achim Ebeling
2020-12-11 15:33:52 UTC
Permalink
Post by Guido Grohmann
Post by Achim Ebeling
Aber ein Freund hatte damals in den Sechzigern auch ein kleines Radio
an dem eine Uhr angesteckt werden konnte.
Fabrikat, keine Ahnung. Stern Radio?
Jedenfalls war das Teil auch sehr klein.
Hatte es immer mit am Badeteich.
T100 bis T103, mit der Schaltuhr TZ10. So verdammt klein war das aber
nicht.
Ja gut, die Erinnerung kann trüben.
--
Bis denne
Achim
Martin Ebert
2020-12-11 15:31:15 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Eigentlich hatten Uhren aus Ruhla doch einen guten Ruf.
Waaaaas? Belieben zu scherzen?

Was man da so als Uhr oder Wecker kaufen konnte, war
Schrott. Nicht von ungefähr war der Witz, dass Ruhla-
Uhren zwei Steine hätten: Einen zum drunterlegen,
einen zum draufhauen.

Mt
klaus reile
2020-12-11 15:40:08 UTC
Permalink
On Fri, 11 Dec 2020 16:31:15 +0100
Post by Martin Ebert
Post by klaus reile
Eigentlich hatten Uhren aus Ruhla doch einen guten Ruf.
Waaaaas? Belieben zu scherzen?
Was man da so als Uhr oder Wecker kaufen konnte, war
Schrott. Nicht von ungefähr war der Witz, dass Ruhla-
Uhren zwei Steine hätten: Einen zum drunterlegen,
einen zum draufhauen.
Mt
Nach mehr als 50 Jahren wird man ja wohl noch mal einen Witz machen
dürfen, oder ;) Dann war die von mir gekaufte Armbanduhr also die Regel
und nicht die Ausnahme?

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Wilhelm Ernst
2020-12-11 16:14:57 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Nach mehr als 50 Jahren wird man ja wohl noch mal einen Witz machen
dürfen, oder ;) Dann war die von mir gekaufte Armbanduhr also die Regel
und nicht die Ausnahme?
Nun ja, uns Martin kannst Du nicht immer ernst nehmen, aber den Witz gab
es real.
Die Armbanduhren von Ruhla - und darum gings hier ja - hatten das Werk
Kaliber 24, waren steinlos und wurden ab irgendwann Anfang 70er
vollautomatisch in großer Masse gefertigt. Geringer Preis, große
Variantenvielfalt, normative Laufzeit des Werks 12...24 Monate für die
angegebene Ganggenauigkeit (wimre 1min/12h?). Dann sollte es gewechselt
werden.
Kal.24 war auch im Sumatic verbaut.
Mit anderen Werken von Ruhla (und den daraus gefertigten Uhren) sah das
z.T. ganz anders aus.
Aber als Spitzenprodukt galten die Automatik-Werke aus Glashütte. Meins
läuft heute noch und nach ein paar Tagen Nutzung auch wieder recht
genau.
Willi
--
Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt,
sie zu wiederholen.
Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana (1863-1952)
Martin Ebert
2020-12-11 17:04:28 UTC
Permalink
Post by Wilhelm Ernst
Die Armbanduhren von Ruhla - und darum gings hier ja - hatten das
Werk Kaliber 24, waren steinlos und wurden ab irgendwann Anfang 70er
vollautomatisch in großer Masse gefertigt.
Und so war dann auch die Qualität.
Post by Wilhelm Ernst
Aber als Spitzenprodukt galten die Automatik-Werke aus Glashütte.
Um die ging es nicht.

Mt
klaus reile
2020-12-11 18:17:58 UTC
Permalink
On Fri, 11 Dec 2020 17:14:57 +0100
Am Fri, 11 Dec 2020 16:40:08 +0100hat klaus reile
Post by klaus reile
Nach mehr als 50 Jahren wird man ja wohl noch mal einen Witz machen
dürfen, oder ;) Dann war die von mir gekaufte Armbanduhr also die
Regel und nicht die Ausnahme?
Nun ja, uns Martin kannst Du nicht immer ernst nehmen, aber den Witz
gab es real.
Die Armbanduhren von Ruhla - und darum gings hier ja - hatten das Werk
Kaliber 24, waren steinlos und wurden ab irgendwann Anfang 70er
vollautomatisch in großer Masse gefertigt. Geringer Preis, große
Variantenvielfalt, normative Laufzeit des Werks 12...24 Monate für die
angegebene Ganggenauigkeit (wimre 1min/12h?). Dann sollte es
gewechselt werden.
Kal.24 war auch im Sumatic verbaut.
Mit anderen Werken von Ruhla (und den daraus gefertigten Uhren) sah
das z.T. ganz anders aus.
Aber als Spitzenprodukt galten die Automatik-Werke aus Glashütte.
Meins läuft heute noch und nach ein paar Tagen Nutzung auch wieder
recht genau.
Willi
Das könnte in etwa hinkommen, mit Anfang der 70er, da muss der Roboter
wohl einen schlechten Tag gehabt haben. Bei der ganzen Charge. Der
Wecker hingegen lief ganz gut.
Zur Jugendweihe bekam ich damals eine russische Armbanduhr. Die lief
sehr gut und auch sehr genau. Wie die hiess weiss ich heute nicht mehr.
Aus meiner Erinnerung das einzige Manko: Sie war nicht sehr
wasserdicht. Also eigentlich überhaupt nicht. War sie aber wieder
trocken, lief sie als wäre nichts gewesen.

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Frank Möller
2020-12-11 17:34:11 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Post by Martin Ebert
Was man da so als Uhr oder Wecker kaufen konnte, war
Schrott. Nicht von ungefähr war der Witz, dass Ruhla-
Uhren zwei Steine hätten: Einen zum drunterlegen,
einen zum draufhauen.
Nach mehr als 50 Jahren wird man ja wohl noch mal einen Witz machen
dürfen, oder ;) Dann war die von mir gekaufte Armbanduhr also die Regel
und nicht die Ausnahme?
Sicher nicht, siehe auch news:***@m-id.net.gr.vu vom
4.12., 16:55 Uhr.

Bei Weckern und Uhren dieser Größe (etwa Schachuhren) war das ein bißchen
anders. Da konnten z. B. starke Federn für die Unruhen verbaut werden, die
die Fertigungsungenauigkeiten etwas ausgleichen konnten.

--
Torsten Mueller
2020-12-11 18:10:39 UTC
Permalink
Einen zum drunterlegen, einen zum draufhauen.
Das Lustige ist ja, daß es tatsächlich Ruhla-Kaliber mit nur zwei
Steinen gab. - Ehrlich, die hätte man eigentlich auch noch usw.

T.M.
Torsten Mueller
2020-12-11 18:02:06 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Eigentlich hatten Uhren aus Ruhla doch einen guten Ruf.
Hatten sie? Du meinst Ruhla-Uhren, die schnellsten Uhren der Welt?

T.M.
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