narkive is for sale. (interested) / (dismiss)
Discussion:
Wiedereinmal Gender-Diskussion
(zu alt für eine Antwort)
Torsten Mueller
2014-02-14 08:35:23 UTC
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Ein bemerkenswerter Artikel heute im Freitag:

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-barbie-feministinnen

"Die vermeintliche Reduktion beginnt im eigenen Kopf."

Es bleibt allerdings, und ich finde, das wäre mal eine Diskussion wert,
nach all dem Schulterklopfen die Frage, warum die Frau bei den
DDR-Sozialisten einen solchen Status hatte. Die waren doch auch
biologische Männer, Patriarchen, Klein- und Spießbürger usw. Die waren
durchaus nicht einfach über Nacht alle Feministen geworden, der Ulbricht
und der Mielke.

These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR war vor
allem einer ihrer vielen pragmatischen Ansätze zur Lösung ihrer inneren
Probleme, vor allem dem des Arbeitskräftemangels. Mehr Leute waren
spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben, die
Arbeitsproduktivität über Nacht nicht zu steigern. Was blieb also weiter
übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen. Oder anders gesagt: die
DDR [1] konnte sich schlicht den Luxus nicht leisten, ihre Frauen zu
Hause bleiben zu lassen. Und wenn das so war, dann sollte man es auch
dazusagen.

Ferner war die gleichgestellte Frau zudem auch ein schillerndes
Propagandamittel im täglichen Vergleich mit dem Westen, es taugt noch
heute immer wieder [2].

T.M.

[1] Disclaimer: die BRD kann's auch nicht, ich hab ja ausgeführt, daß
BRD-Ökonomie vor allem eine globalisierte und eine Schuldenökonomie ist

[2] Disclaimer Nr.2: ich meine nicht obigen Artikel, der ist eigentlich
recht nüchtern und aus einem individuellen Bewußtsein heraus geschrieben
Veith
2014-02-14 10:21:26 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-barbie-feministinnen
Dein Posting hat offenbar dazu geführt, daß deren Server überlastet ist, kein
Reinkommen.
Post by Torsten Mueller
Es bleibt allerdings ... die Frage, warum die Frau bei den DDR-Sozialisten
einen solchen Status hatte.
GOTO
* http://gutenberg.spiegel.de/buch/4236/1
(August Bebel: Die Frau und der Sozialismus)
* http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_025.htm
(Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und
des Staats)
* ....

Kurz: Ideologie und Notwendigkeit Hand in Hand.
Post by Torsten Mueller
These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR
:-D Und schon bist Du der Propaganda aufgesessen. »Wem es gelingt, dir
falsche Fragen einzureden, der braucht vor der Antwort nicht zu bangen«,
Thomas Pynchon.

Muß heißen: "die weitreichende Gleichberechtigung der Frau in der DDR"!

Will sagen: Frauen hatten die gleichen Startbedingungen, aber *keine*
staatlich gepuschte Ergebnisgleichheit.

Vorsorglich: Es gab natürlich Frauenförderung, um historische und natürliche
Benachteiligungen im Berufleben auszugleichen.
Post by Torsten Mueller
war vor allem einer ihrer vielen pragmatischen Ansätze zur Lösung ihrer
inneren Probleme, vor allem dem des Arbeitskräftemangels.
Also, nach dem Krieg gab es im ganzen verblieben Restdeutschland (und nicht
nur da) einen massiven Männermangel. Um der grasierenden Arbeitslosigkeit
Herr zu werden, wurde in Westdeutschland daher zuerst dieses "Frauen (zurück!)
an den Herd" propagiert und die heile Ludw^^^Heinz-Erhardt-Welt hingelogen.
In der DDR wurden die Frauen qualifiziert und in die Arbeitswelt integriert.
Post by Torsten Mueller
Mehr Leute waren spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben,
Äähhhm, Du redest jetzt von Westdeutschland, die nunmehr auf
sog. "Gastarbeiter" setzte.
Post by Torsten Mueller
die DDR [1] konnte sich schlicht den Luxus nicht leisten, ihre Frauen zu
Hause bleiben zu lassen.
Luxus? Vielleicht für den einzelnen (Ehemann). Gleichberechtigung setzt das
gleiche Recht auf den Zugriff auf finanzielle Mittel voraus und diese werden
bei über 90% der erwachsenen Bevölkerung nunmal in der Arbeitswelt erarbeitet
(selbst Rentenansprüche). Erheiratete "finanzielle Mittel" sorgen nur auf
dem Papier für einen gleichberechtigten Zugriff.
Post by Torsten Mueller
Und wenn das so war, dann sollte man es auch dazusagen.
Und da es nicht so war, braucht es auch nicht gesagt werden.
Post by Torsten Mueller
Ferner war die gleichgestellte Frau zudem auch ein schillerndes
Propagandamittel im täglichen Vergleich mit dem Westen,
Ein "Propagandamittel", das heutzugtage herbeihalluziniert wird.
Nochmal "Gleichberechtuigung" (+ Förderung") statt Gleichstellung
(mit Quoten).

Aber vielleicht geht der Artikel irgendwann wieder und ich kann sehen,
woraus sich Deine Überlegungen speisten ... Ooopps jetzt gehts!

Ääähhmm ... ist doch "nur" Feuilleton, gefühltes. Der "Pay Gap" ist auch
Unsinn, wenn die unterschiedlichen Lebensentwürfe berücksichtigt werden.
Niemand kann eine Frau (auch in der BRD seit den frühen 1970ern) mehr an
Vollzeit und gleichen Lohn wie ihren Arbeitskollegen hindern, außer der
sog. "Arbeitsmarkt".

Entsprechend bereinigt bleiben in Westdeutschland ca. 8 Prozent Unterschied
in der Entlohnung, die aber bereits auf statistische Unschäfen zurückzuführen
sein könnten. In Ostdeutschland verdienen Frauen bei gleicher Arbeit sogar leicht *mehr* ... was m.E. auf die überproportionalen Arbeiteverhältnisse von
Frauen im Öffentlichen Dienst (und deren "Umklappen" in 1990) zurückzuführen
ist.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Torsten Mueller
2014-02-14 10:38:00 UTC
Permalink
Post by Veith
Post by Torsten Mueller
These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR
Muß heißen: "die weitreichende Gleichberechtigung der Frau in der DDR"!
Du operierst mit (von Dir?) implizit definierten Begriffen. Ich bezog
mich mehr auf das allgemeine "DDR-Frauen waren emanzipierter als
BRD-Frauen", was auch die Grundaussage in dem Artikel ist.
Post by Veith
Will sagen: Frauen hatten die gleichen Startbedingungen, aber *keine*
staatlich gepuschte Ergebnisgleichheit.
Etwas anderes habe ich nicht behauptet. Ich hatte mein Wort
"Gleichstellung" extra durch "weitreichend" abgemildert.
Post by Veith
Post by Torsten Mueller
Mehr Leute waren spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben,
Äähhhm, Du redest jetzt von Westdeutschland, die nunmehr auf sog.
"Gastarbeiter" setzte.
Ich rede von der DDR, die das Mittel, einfach Ausländer zu
Hunderttausenden heranzukarren, nicht oder jedenfalls längst nicht in
dem Maße hatte. (OK, später dann hat sie auch dies - bescheiden -
getan.)

T.M.
Lars Gebauer
2014-02-14 11:06:17 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Ich rede von der DDR, die das Mittel, einfach Ausländer zu
Hunderttausenden heranzukarren, nicht oder jedenfalls längst nicht in
dem Maße hatte. (OK, später dann hat sie auch dies - bescheiden -
getan.)
Du unterstellst einen permanenten Arbeitskräftemangel in der DDR. Diesen
hat es zur Zeit ihrer Gründung tatsächlich gegeben. Aber spätestens ab
den 70ern entspannte sich die Situation immer mehr.
Veith
2014-02-14 11:30:30 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
heißen: "die weitreichende Gleichberechtigung der Frau in der DDR"!
Du operierst mit (von Dir?) implizit definierten Begriffen.
Die deutsche Sprache unterscheidet allgemein anerkannt zwischen "Berechtigung"
und "Stellung". Beide Worte sind keinesfalls synonym. In diesem Zusammenhang
wird allerdinsg verwischt und von Dir unkritisch übernommen.
Post by Torsten Mueller
Ich bezog mich mehr auf das allgemeine "DDR-Frauen waren emanzipierter
als BRD-Frauen",
Dann solltest Du es auch so schreiben. Im Übrigen ist dieser Aussage
uneingeschränkt zuzustimmen.
Post by Torsten Mueller
Post by Veith
Post by Torsten Mueller
Mehr Leute waren spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben,
Äähhhm, Du redest jetzt von Westdeutschland,
Ich rede von der DDR, ..
Und was hat das mit 1961, dem Schutz unser Staatsgrenze, oder was zu tun?
Wieso sollten "so schnell" "mehr Leute" aufgetrieben werden? Im Gegenteil,
der Braindrain und Abwanderung der Facharbeiter war gestoppt. Allein die
Grenzgänger brachte ein deutliches Plus an Arbeitskräften.

Das müßtest Du erläutern.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Lars Bräsicke
2014-02-14 12:38:00 UTC
Permalink
Post by Veith
Nochmal "Gleichberechtuigung" (+ Förderung") statt Gleichstellung
(mit Quoten).
Nur so nebenbei:
Eine Quote brächte nur dann Gleichstellung, wenn die Quote 50% lautete.
Solche Quoten sind aber selten.
Veith
2014-02-14 12:54:39 UTC
Permalink
Post by Veith
Nochmal "Gleichberechtuigung" (+ Förderung") statt Gleichstellung
(mit Quoten).
Nur so nebenbei: Eine Quote brächte nur dann Gleichstellung, wenn die
Quote 50% lautete. Solche Quoten sind aber selten.
Richtig, im "unter Tage", bei Müllkutschern und "an der Front" fehlen Quoten
völlig.

In meiner Fa. betrug sie auch nur für "Führungskräfte" 50% und es wurden so
lange nur Frauen berücksichtigt, bis die Quote erreicht war. Dann ... ging es
so weiter, fairerweise hin und wieder mit Alibi-Mann: Leistungslose Karrieren.

Es stellt sich eher die Frage, warum jetzt sogar die König^^^DAX-Vorstände
angegangen wurden.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Ronald Konschak
2014-02-14 13:03:55 UTC
Permalink
Post by Lars Bräsicke
Post by Veith
Nochmal "Gleichberechtuigung" (+ Förderung") statt Gleichstellung
(mit Quoten).
Eine Quote brächte nur dann Gleichstellung, wenn die Quote 50% lautete.
Solche Quoten sind aber selten.
Vor allem sollte man sich nicht an Zahlen orientieren. Auch in der DDR
war das Verhältnis nicht 1:1. Trotzdem werden, zumindest außerhalb der
Propaganda, der DDR größere Fortschritte bei der Gleichberechtigung
der Frauen bescheinigt als den bürgerlichen Gesellschaften des Westens.
Es wird wohl doch nicht nur an der Quote liegen.

Ronald.
--
Ihre Antwort ist bedeutungslos. Wir wissen nichts. Wir registrieren, berechnen
und ziehen unsere Schlussfolgerungen.
(aus dem Film "Lemmy Caution gegen Alpha 60", 1965)
Lars Gebauer
2014-02-14 11:00:13 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Es bleibt allerdings, und ich finde, das wäre mal eine Diskussion
wert, nach all dem Schulterklopfen die Frage, warum die Frau bei den
DDR-Sozialisten einen solchen Status hatte. Die waren doch auch
biologische Männer, Patriarchen, Klein- und Spießbürger usw.
Es ist bemerkenswert, auf welch einen fruchtbaren Boden der
Gender-Schwachsinn bei Dir gefallen ist.
Post by Torsten Mueller
Die waren durchaus nicht einfach über Nacht alle Feministen geworden,
der Ulbricht und der Mielke.
Natürlich nicht. Vermutlich kannten die noch nicht einmal dieses Wort.
Post by Torsten Mueller
These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR war vor
allem einer ihrer vielen pragmatischen Ansätze zur Lösung ihrer
inneren Probleme, vor allem dem des Arbeitskräftemangels.
Unsinn. Die Gleichberechtigung aller Menschen ist ein zentraler Punkt
der soz./komm. Ideologie. Und wenn man das ein bisschen ernst nimmt,
dann zählen da sogar Frauen dazu.
Post by Torsten Mueller
Mehr Leute waren spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben,
die Arbeitsproduktivität über Nacht nicht zu steigern. Was blieb also
weiter übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen.
Das war ein gewiß erfreulicher Nebeneffekt aber nicht der zentrale
Punkt. Siehe oben.
Post by Torsten Mueller
Und wenn das so war, dann sollte man es auch dazusagen.
Und wenn es nicht so war, dann braucht man's auch nicht dazuerfinden.
Post by Torsten Mueller
Ferner war die gleichgestellte Frau zudem auch ein schillerndes
Propagandamittel im täglichen Vergleich mit dem Westen, es taugt
noch heute immer wieder [2].
Auch Blödsinn. Die Idee der Gleichberechtigung war der USP (und nicht
nur das Propagandamittel).
Torsten Mueller
2014-02-14 12:32:36 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Es ist bemerkenswert, auf welch einen fruchtbaren Boden der
Gender-Schwachsinn bei Dir gefallen ist.
Ich dachte schon, es merkt niemand ...

T.M.
Christoph Maercker
2014-02-14 15:09:34 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Unsinn. Die Gleichberechtigung aller Menschen ist ein zentraler Punkt
der soz./komm. Ideologie. Und wenn man das ein bisschen ernst nimmt,
dann zählen da sogar Frauen dazu.
Gips da klare Aussagen der drei "Klassiker" zu? Mir ist nichts dgl. in
Erinnerung geblieben.
Post by Lars Gebauer
Post by Torsten Mueller
Mehr Leute waren spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben,
die Arbeitsproduktivität über Nacht nicht zu steigern. Was blieb also
weiter übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen.
Das war ein gewiß erfreulicher Nebeneffekt aber nicht der zentrale
Punkt. Siehe oben.
Post by Torsten Mueller
Und wenn das so war, dann sollte man es auch dazusagen.
Und wenn es nicht so war, dann braucht man's auch nicht dazuerfinden.
Die DDR *hatte* chronischen Arbeitskräftemangel, mindestens bis Mitte
1980er. Insofern lag die Idee in der Luft, möglichst viele Frauen zu
beschäftigen.
--
CU Chr. Maercker.
Torsten Mueller
2014-02-14 15:15:47 UTC
Permalink
Post by Christoph Maercker
Gips da klare Aussagen der drei "Klassiker" zu? Mir ist nichts dgl. in
Erinnerung geblieben.
Mir eben auch nicht. Zumal die 100 Jahre früher noch ein ganz anderes
Frauenbild hatten.
Post by Christoph Maercker
Die DDR *hatte* chronischen Arbeitskräftemangel, mindestens bis Mitte
1980er.
Alles Hirngespinnste. Es G A B K E I N E N Arbeitskräftemangel, die
Löcher wurden durch sozialistische Hilfe gestopft, ach, es gab nicht
einmal Löcher.

T.M.
Knut Ochdorf
2014-02-14 15:29:04 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
Alles Hirngespinnste. Es G A B K E I N E N Arbeitskräftemangel, die
Löcher wurden durch sozialistische Hilfe gestopft, ach, es gab nicht
einmal Löcher.
Stimmt, es gab nüscht in der DDR, nicht mal so etwas simples wie
Arbeitskräftemangel und Löcher. Wurde bestimmt in das NSW exportiert.

Knut
Ronald Konschak
2014-02-14 12:49:35 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-barbie-feministinnen
These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR war vor
allem einer ihrer vielen pragmatischen Ansätze zur Lösung ihrer inneren
Probleme, vor allem dem des Arbeitskräftemangels. Mehr Leute waren
spätestens nach 61 so schnell nicht aufzutreiben, die
Arbeitsproduktivität über Nacht nicht zu steigern. Was blieb also weiter
übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen. Oder anders gesagt: die
DDR [1] konnte sich schlicht den Luxus nicht leisten, ihre Frauen zu
Hause bleiben zu lassen. Und wenn das so war, dann sollte man es auch
dazusagen.
Diese These entspricht einer ökonomisierten Sicht des Menschen und
seiner Stellung in der Gesellschaft. Die Arbeit wird hier nur als
Erwerbstätigkeit gesehen. Die soziale Funktion läßt sie völlig
außer acht. Arbeit schafft Unabhängigkeit, soziale Anerkennung und
Kompetenz, und natürlich auch Selbstbewußtsein. Wenn eine sozialis-
tische Partei ihrer Überzeugung treu bleiben will, bleibt ihr gar
nichts anderes übrig, als Frauen in alle gesellschaftlich relevanten
Prozesse zu integrieren. _Das_ war der Zweck, nicht die Rettung
einer Wirtschaft, der wegen politischer Ereignisse plötzlich die
Arbeitskräfte weggeblieben sein sollen. Letzeres gehört ins Nähkäst-
chen bürgerlicher Ideologen.

Ronald.
--
Ihre Antwort ist bedeutungslos. Wir wissen nichts. Wir registrieren, berechnen
und ziehen unsere Schlussfolgerungen.
(aus dem Film "Lemmy Caution gegen Alpha 60", 1965)
Peter Veith
2014-02-14 13:45:10 UTC
Permalink
Arbeit schafft Unabhängigkeit, soziale Anerkennung und Kompetenz, und
natürlich auch Selbstbewußtsein ... Frauen in alle gesellschaftlich
relevanten Prozesse zu integrieren. _Das_ war der Zweck, nicht die
Rettung einer Wirtschaft, ....
ACK
Mußte mal sein.

Veith
--
Geschichte(n), Strukturen & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Martin Ebert
2014-02-14 14:52:58 UTC
Permalink
Post by Torsten Mueller
These: die weitreichende Gleichstellung der Frau in der DDR war vor
allem einer ihrer vielen pragmatischen Ansätze zur Lösung ihrer inneren
Probleme, vor allem dem des Arbeitskräftemangels.
Das ist so neu nicht - die DDR machte da kein Geheimnis drum.
Ideologischer Ansatz und Realbedarf trafen sich.

Die DDR schaffte es interessanterweise, dafür begabte junge Frauen
in die technischen Studienrichtungen zu lenken - zumindest in den
1980er Jahren. Mit der Wende ergab sich an diesem Punkt ein erheblicher
Rückschritt, der nun schrittweise wieder aufgeholt wird.

Wobei die Sache ja nicht vollständig klappte: Der Haushalt blieb
typischerweise bei der Frau hängen. Es gibt mehrere Dokus, die in
dieser Sache Original-DDR-Filmmaterial verwenden. Das war insoweit
auch nicht geheim: Küchengeräte und Waschmaschinen wurden durchaus
damit beworben, dass die 2. Schicht der Frau verkürzt werde.

Auch in Führungspositionen waren Frauen ausnehmend dünn gesät.

Mt
Peter Veith
2014-02-15 11:34:56 UTC
Permalink
Am 14.02.2014 15:52, schrieb Martin Ebert:

[DDR-Frauen waren emanzipierter als BRD-Frauen]
Post by Martin Ebert
Ideologischer Ansatz und Realbedarf trafen sich.
Ja, wobei das immer so ist, wenn ein "ideologischer Ansatz" auch
funktioniert.
Post by Martin Ebert
Die DDR schaffte es interessanterweise, dafür begabte junge Frauen
in die technischen Studienrichtungen zu lenken - zumindest in den
1980er Jahren. Mit der Wende ergab sich an diesem Punkt ein erheblicher
Rückschritt, der nun schrittweise wieder aufgeholt wird.
Ja, dieser "Rückzug" in traditionelle weibliche Berufe ist auffällig.

Ich grüble seit längerem, warum zum einen Frauen durch das heute
uneingeschränkt herrschende Kapital überhaupt so gepuscht werden und zum
anderen das Mittel "Quote" gewählt wurde.

Mein Ansatz:

Die einheimische Bevölkerung der hochindustrialisierten Länder, wie der
BRD, schrumpft dauerhaft. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob gewollt
oder nur billigend in Kauf genommen.

Aufgrund der exportorientierten Wirtschaft (Kapitalismus zwingt zur
Expansion) schrumpft aber der Bedarf an Produkten und Produzierenden
*nicht*.

Der damit verhältnismäßig steigende Bedarf an Arbeitskräften kann zum
einen durch verstärkte Zuwanderung und zum anderen durch Mobilisierung
von bisher nicht berufstätigen Bevölkerungskreisen erfolgen. Praktisch
wird natürlich beides umgesetzt, aber gerade Einwanderer kommen oft am
konkreten Bedarf vorbei und dann noch als Menschen, mit Familien und so
... einheimische Frauen sind vergleichsweise besser für die Wirtschaft.

Die Parole "Frauen in die Produktion!" ist dabei nichts neues und
tauchte in der Vergangenheit immer im Rahmen von Kriegsvorbereitungen
und Kriegen auf, nicht nur in D-Land. Hier kann auf bekanntes KnowHow
zurückgegriffen werden. Allerdings wurden die Frauen nach dem Ende der
Kriege bisher wieder an "den Herd" gedrängt. Nur in den sozialistischen
Ländern nicht, wie bereits andiskutiert.

Nun könnte man den Weg der Frauenförderung, wie in der DDR wählen. Das
erfolgt aber aus ideologischen und praktischen Gründen nicht. Die
"Quote" hat Vorteile: Sie motiviert (da kann Frau schnell Karriere
machen ohne die Ochsentour der Männer), sie bringt schnell Frauen nach
Oben ... man(n) könnte aber auch schnell den Hebel wieder umlegen und
sie bei fehlenden Bedarf unter Verweis auf "Leistung" wieder loswerden
... bei Einwanderern geht das nicht so einfach.
Post by Martin Ebert
Wobei die Sache ja nicht vollständig klappte: Der Haushalt blieb
typischerweise bei der Frau hängen. Es gibt mehrere Dokus, die in
dieser Sache Original-DDR-Filmmaterial verwenden. Das war insoweit
auch nicht geheim: Küchengeräte und Waschmaschinen wurden durchaus
damit beworben, dass die 2. Schicht der Frau verkürzt werde.
Hand aufs Herz: Zwei Vollzeitarbeiter, oft in unterschiedlichen
Schichten, zwei Kinder mit Kindergarten, Schule, Hort, Pioniernachmittag
und AG "Bodenfruchtbarkeit" rundum untergebracht und versorgt, und
Vollwaschautomat sowie billige Speisegaststätten sowie Kultur, was
beleibt da noch an Haushalt?

Nicht vergessen: Haushaltstag und verkürzte Wochenarbeitszeiten für Mütter.
Post by Martin Ebert
Auch in Führungspositionen waren Frauen ausnehmend dünn gesät.
Vielleicht, weil Frauen sich in den letzten 100.000 Jahren beim Anführen
der Horde nicht besonders hervorgetan und andere Stärken haben?

Veith
--
"There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich
class, that’s making war, and we’re winning" (Warren Buffett)
http://www.DDR-Luftwaffe.de
René
2014-02-15 13:58:37 UTC
Permalink
Mannoman, Peterle... das traurige ist, du kommst dir wahrscheinlich
noch schlau vor bei deinem kindischen Geplapper.
Peter Veith
2014-02-15 14:04:23 UTC
Permalink
Mannoman, Peterle... das traurige ist, du kommst dir wahrscheinlich noch
schlau vor bei deinem kindischen Geplapper.
Mannoman, Renéchen... das traurige ist, du kannst wahrscheinlich nichts
anderes (mehr) als kindisch Plappern.

Also, welche rationalen Gründe fallen anderen Lesern ein?

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Antonia H.
2014-02-15 14:25:28 UTC
Permalink
Post by Peter Veith
Mannoman, Peterle... das traurige ist, du kommst dir wahrscheinlich noch
schlau vor bei deinem kindischen Geplapper.
Mannoman, Renéchen... das traurige ist, du kannst wahrscheinlich nichts
anderes (mehr) als kindisch Plappern.
Also, welche rationalen Gründe fallen anderen Lesern ein?
Veith
Au, fein, ein Quiz...

Antwort:
Das naive, kindische und billige
Propaganda-Geplapper des P.V. kann nur einen ideologischen
Grund haben.

Schade, jetzt hab ich sicher nichts gewonnen, oder?

A.

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