Discussion:
Prostitution in der DDR erlaubt
(zu alt für eine Antwort)
Veith
2019-04-08 12:59:37 UTC
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Da wird man älter und lernt immer noch hinzu, Dank SPON:

"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt. Dann wurde sie mit
der Novelle des §249 des Strafgesetzbuches verboten ..."

Gut dass das nun geklärt ist.

Im Übrigen sucht Spieger-TV u.a. gealterte Prostituierte für einen Dokumentarfilm:
http://www.spiegel.de/einestages/-a-1260836.html

Peter
gunter Kühne
2019-04-08 19:42:05 UTC
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Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt. Dann wurde sie mit
der Novelle des §249 des Strafgesetzbuches verboten ..."
Gut dass das nun geklärt ist.
http://www.spiegel.de/einestages/-a-1260836.html
Peter
Ich schätze mal es wird reichlich Wichtigmacher geben.
( Gunter der einige Zeit Miglied, der sogenammten Rummelwache, in DD war
:) )
Antonia H.
2019-04-09 10:51:17 UTC
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Post by gunter Kühne
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt. Dann wurde sie mit
der Novelle des §249 des Strafgesetzbuches verboten ..."
Gut dass das nun geklärt ist.
http://www.spiegel.de/einestages/-a-1260836.html
Peter
Ich schätze mal es wird reichlich Wichtigmacher geben.
( Gunter der einige Zeit Miglied, der sogenammten Rummelwache, in DD war
:) )
Auf'm Fucikplatz??
A.
gunter Kühne
2019-04-09 14:00:40 UTC
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Post by Antonia H.
Post by gunter Kühne
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt. Dann wurde sie mit
der Novelle des §249 des Strafgesetzbuches verboten ..."
Gut dass das nun geklärt ist.
http://www.spiegel.de/einestages/-a-1260836.html
Peter
Ich schätze mal es wird reichlich Wichtigmacher geben.
( Gunter der einige Zeit Miglied, der sogenammten Rummelwache, in DD
war :) )
Auf'm Fucikplatz??
A.
Genau da, in dieser Schönen Barake mit Kaffemaschine. :)
Martin Ebert
2019-04-09 16:20:42 UTC
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Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Dann muss das vorher unter
einem anderen Begriff gelaufen sein.

Ich habe die Erinnerung, dass die Sitten sehr streng waren,
dass Hotels sich strafbar machten, wenn sie ein Doppelzimmer
an nicht Verheiratete vermieteten.

Und den 175 gab es ja auch. Also wird es auch was im Sinne
eines Prostitutionsverbots gegeben haben.

Mt
Ronald Konschak
2019-04-09 17:49:27 UTC
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Post by Martin Ebert
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Dann muss das vorher unter
einem anderen Begriff gelaufen sein.
Ham wir alle den Artikel aufmerksam gelesen? Nein? Dann hier der
Wink mit dem Zaunspfahl: "SPIEGEL TV dreht einen Dokumentarfilm
für das ZDF." Die sogenannten Dokumentarfilme des ZDF zum Thema
DDR, die aller paar Wochen auf ZDFinfo abgespult werden, sollten
doch hinreichende Aussagekraft über die Qualität und vor allem
dem Realitätsbezug des Films haben. Die reden da über eine ganz
andere DDR, als die, deren 70. Gründungstag wir dieses Jahr
feiern. Das Ding wird sich gut einfügen zwischen den Erzählungen
über Jack the Ripper und der Frage, wie braun Hitlers Aktentasche
war.

Ronald.
--
Lebe so, dass es Julian Reichelt* missfällt.

* Chefredakteur der BILD-Zeitung
Martin Ebert
2019-04-09 18:48:55 UTC
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Post by Ronald Konschak
Post by Martin Ebert
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Dann muss das vorher unter
einem anderen Begriff gelaufen sein.
Ham wir alle den Artikel aufmerksam gelesen?
Ich habe nichtmal geklickt.
Post by Ronald Konschak
Nein?
Nein.

Also die Strafrechtsreform 68 habe ich als Liberalisierung
in geschichtlicher Erinnerung. Da kann mir niemand von einer
Verschärfung erzählen.

Da das vorherige StGB noch auf dem alten deutschen StGB
fußte, dürften die Vokabeln anders gewesen sein: Beischlaf,
Vermittlung, so etwa diese Ecke.

Mt
Wolf gang P u f f e
2019-04-09 20:00:26 UTC
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Am 09.04.2019 um 19:49 schrieb Ronald Konschak:
...
Post by Ronald Konschak
andere DDR, als die, deren 70. Gründungstag wir dieses Jahr
feiern.
...

<FETTSCHRIFT> WIR!!! </FETTSCHRIFT>

W. ;-)
gunter Kühne
2019-04-09 20:50:13 UTC
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Post by Martin Ebert
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Dann muss das vorher unter
einem anderen Begriff gelaufen sein.
Ich habe die Erinnerung, dass die Sitten sehr streng waren,
dass Hotels sich strafbar machten, wenn sie ein Doppelzimmer
an nicht Verheiratete vermieteten.
Nein Gerücht.
Du hättest nur eine Nacht lang mal die Meldescheine zu kontrolieren
brauchen.
Hotel in der eigenen Stadt, da gabs was ber mehr O.W.
Post by Martin Ebert
Und den 175 gab es ja auch. Also wird es auch was im Sinne
eines Prostitutionsverbots gegeben haben.
Natürlich.
Aber manches lief auch so, ohne direkten §
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Martin Ebert
2019-04-09 19:06:11 UTC
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Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das lies mir keine Ruhe.

Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 galt in der DDR bis 1968/74
fort. Die Sittlichkeit wurde in §171ff erörtert.

Prostitution findet sich verklausuliert in §180:
"Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Vermittelung
oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit der Unzucht
Vorschub leistet, wird wegen Kuppelei mit Gefängniß bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässig-
keit von Polizei-Aufsicht erkannt werden."

Gewohnheitsmäßig ODER Eigennutz.
Durch Gewährung.
Der Unzucht Vorschub leistet.

In dem Paragrafen sind es die ODER.

Zudem ist §183 wohl für Straßenprostitution hinzuzuziehen:
"Wer durch eine unzüchtige Handlung öffentlich ein Aergerniß
gibt, wird mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden."

<https://de.wikisource.org/wiki/Strafgesetzbuch_für_das_Deutsche_Reich_(1871)>

M<nicht Jurist>t
Lars Gebauer
2019-04-10 07:32:23 UTC
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Post by Martin Ebert
Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 galt in der DDR bis 1968/74
fort. Die Sittlichkeit wurde in §171ff erörtert.
"Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Vermittelung
oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit der Unzucht
Vorschub leistet, wird wegen Kuppelei mit Gefängniß bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässig-
keit von Polizei-Aufsicht erkannt werden."
Gewohnheitsmäßig ODER Eigennutz.
IMHO trifft dieser § eher auf Zuhälterei als auf Prostitution zu.

Für die DDR würde ich mal annehmen, daß Prostitution unter dem
Oberbegriff "asoziales Verhalten" abgefackelt wurde.
gunter Kühne
2019-04-10 18:18:25 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Post by Martin Ebert
Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 galt in der DDR bis 1968/74
fort. Die Sittlichkeit wurde in §171ff erörtert.
"Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Vermittelung
oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit der Unzucht
Vorschub leistet, wird wegen Kuppelei mit Gefängniß bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässig-
keit von Polizei-Aufsicht erkannt werden."
Gewohnheitsmäßig ODER Eigennutz.
IMHO trifft dieser § eher auf Zuhälterei als auf Prostitution zu.
Für die DDR würde ich mal annehmen, daß Prostitution unter dem
Oberbegriff "asoziales Verhalten" abgefackelt wurde.
Ja, aber erst nach 68
--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
Veith
2019-04-10 09:22:05 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das lies mir keine Ruhe.
Gut so.
Post by Martin Ebert
Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 galt in der DDR bis 1968/74
fort.
Ja. Gilt zudem in der BRD als "StGB" noch *heute* !
Post by Martin Ebert
Die Sittlichkeit wurde in §171ff erörtert.
Knapp daneben, es war der § 361 Abs. 1 Nr. 6 (R)StGB.
In der BRD ist dieser Straftatbestand 1970 entfallen, vgl.:
https://lexetius.com/StGB/361,4

In der DDR wurde das StGB - wie korrekt ausgeführt -
1968 grundlegend reformiert.

Geradezu peinlich der Wikipedia-Artikel "§ 249 StGB der DDR" mit seinem
"Rechtshistorischer Kontext", wo die Fortexistens des (ebenfalls modifizierten)
§ 361 RStGB in der BRD komplett "übersehen" wurde.

Es geht natürlich um Diffamierung und mehr "Erkenntnis" als beim "VEB Bordell"
kommt auch bei Spiegel TV nicht raus und das ist so gewollt.

Vielleicht ein paar Fivolitäten für die Quote.

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Lars Bräsicke
2019-04-10 09:48:32 UTC
Permalink
Post by Martin Ebert
Post by Veith
"Bis zum 12. Januar 1968 war Prostitution in der DDR erlaubt.
Das lies mir keine Ruhe.
Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 galt in der DDR bis 1968/74
fort. Die Sittlichkeit wurde in §171ff erörtert.
"Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Vermittelung
oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit der Unzucht
Vorschub leistet, wird wegen Kuppelei mit Gefängniß bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässig-
keit von Polizei-Aufsicht erkannt werden."
Gewohnheitsmäßig ODER Eigennutz.
Durch Gewährung.
Der Unzucht Vorschub leistet.
In dem Paragrafen sind es die ODER.
Zuhälterei war also verboten.
Post by Martin Ebert
"Wer durch eine unzüchtige Handlung öffentlich ein Aergerniß
gibt, wird mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft; auch
kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden."
Eigtl. relevant ist §361, Absatz 6 (Version vom 30. März 1943, die
weiter galt):

6. wer öffentlich in auffälliger Weise oder in einer Weise, die geeignet
ist, einzelne oder die Allgemeinheit zu belästigen, zur Unzucht
auffordert oder sich dazu anbietet;
6a. wer gewohnheitsmäßig zum Erwerbe Unzucht treibt und diesem Erwerbe
in der Nähe von Kirchen oder in einer Wohnung nachgeht, in der Kinder
oder jugendliche Personen zwischen drei und achtzehn Jahren wohnen;
6b. wer gewohnheitsmäßig zum Erwerbe Unzucht treibt und diesem Erwerbe
in der Nähe von Schulen oder anderen zum Besuch durch Kinder oder
Jugendliche bestimmten Örtlichkeiten oder in einem Hause, in dem Kinder
oder jugendliche Personen zwischen drei und achtzehn Jahren wohnen, in
einer diese Minderjährigen sittlich gefährdenden Weise nachgeht;
6c. wer gewohnheitsmäßig zum Erwerbe Unzucht treibt und diesem Erwerbe
in einer Gemeinde mit weniger als zwanzigtausend Einwohnern nachgeht, in
der die Ausübung der Unzucht zum Erwerbe durch eine zum Schutz der
Jugend oder des öffentlichen Anstandes erlassene Anordnung der obersten
Landesbehörde verboten ist;

Außerhalb der gen. Einschränkungen war Prostitution also legal.
Lars Gebauer
2019-04-10 09:54:38 UTC
Permalink
Post by Lars Bräsicke
Außerhalb der gen. Einschränkungen war Prostitution also legal.
Mag denn wirklich niemand den § 249 Abs. 1 (später Abs. 2) lesen?
Warum nicht?
Veith
2019-04-10 10:01:20 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Post by Lars Bräsicke
Außerhalb der gen. Einschränkungen war Prostitution also legal.
Mag denn wirklich niemand den § 249 Abs. 1 (später Abs. 2) lesen?
Warum nicht?
Weil der erst ab der StGB-Reform 1968 galt.
Wir reden hier über den Zeitraum 1949 - 1968 und ich weise auf die Diffamierungsversuche hin.

Peter
Lars Bräsicke
2019-04-10 10:08:12 UTC
Permalink
Post by Lars Gebauer
Post by Lars Bräsicke
Außerhalb der gen. Einschränkungen war Prostitution also legal.
Mag denn wirklich niemand den § 249 Abs. 1 (später Abs. 2) lesen?
Warum nicht?
§249 StGB der DDR stammt aus dem Jahre 1968, wodurch es 1968 zum Verbot
der Prostitution kam, dass es nach '68 verboten war, ist ja unstreitig.

Es geht hier aber um die Regelung davor. Da galt noch das RStGB.
Da war Prostitution (mit gen. Einschränkungen und dank § 180 und 181
auch ein Verbot von Bordellen) erlaubt.

(§249 des RStGB behandelt hingegen den Raub.)
Lars Gebauer
2019-04-10 09:57:41 UTC
Permalink
Post by Lars Bräsicke
Außerhalb der gen. Einschränkungen war Prostitution also legal.
Mag denn wirklich niemand den § 249 Abs. 1 (später Abs. 2) StGB der
DDR lesen? Warum nicht?
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