Discussion:
Mark der DDR war (Re: Keine Annahme von PLN auf polnischer Strecke?)
(zu alt für eine Antwort)
Claus E Beyer
2004-06-08 12:37:48 UTC
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Raw Message
Es ist mir bei DDR-Reisen mehrfach gelungen, deutlich mehr als den
Mindestumtauschsatz auszugeben (im wesentlichen für Fahrkarten,
Bücher und Modellbahnartikel). Gut, wenn das Geld nicht eh "über"
gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch nicht so viel Zeug gekauft ...
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der DDR
sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich öfter 100
M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann hatte ich M-DDR 125
zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich waren gekauft und für den
Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.

(M-DDR hieß übrigens DDM in ISO-Kodierung)

Kopie an: news:de.alt.folklore.ddr

Claus
Carlo Kessel
2004-06-08 21:16:35 UTC
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Raw Message
Post by Claus E Beyer
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der DDR
sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich öfter 100
M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann hatte ich M-DDR 125
zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich waren gekauft und für den
Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.
Und hast dich wohl damit als selbstloser Unterstützer der armen
Schwestern und Brüder gefühlt #-o

Das du mit dem (illegalem) Umtausch und Einfuhr von DDR-Mark in die
DDR ein klassisches Devisenvergehen begangen hast, war dir aber schon
klar.

Manche Leute sind in Bautzen gelandet und wussten gar nicht wieso,
oder anders gesagt: Gier macht dumm.

Ganz schlaue Spekulanten haben bereits die 100 DM Begrüssungsgeld in
den og Wechselstuben in DDR-Mark getauscht und später zumindest 1:2 in
DM legal zurück getauscht. Nur für weitblickende Leute mit guten
Nerven bzw. sehr guten Informationen; gegen diese Rendite ist jede
Postbankaktie ein Sch****dreck.

gruss Carlo
Wolfgang Schwanke
2004-06-10 10:28:40 UTC
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Post by Carlo Kessel
Das du mit dem (illegalem) Umtausch und Einfuhr von DDR-Mark in die
DDR ein klassisches Devisenvergehen begangen hast, war dir aber schon
klar.
Man sieht hier einen klaren Unterschied zwischen deutscher und slawischer
Mentalität. Auf einer Reise nach Prag wurden wir von den Einheimischen
förmlich gedrängt, unsere DM schwarz gegen Kronen einzutauschen. Der
Hotelportier, der tschechische Gruppenreiseführer, überall in der Stadt
wurden wir angequatscht. Das hat keinen geniert, lief alles offen ab. Ganz
anders als in der DDR, wo irgendwelche Schwarztauscher einen heimlich
verdruckst anquatschten, und man sich irgendwie ständig ertappt fühlen
musste.

Gruß
--
Moi, je veux quinze clubs a golf et du whisky pur.

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Gerald Endres
2004-06-10 10:54:45 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Schwanke
Auf einer Reise nach Prag wurden wir von den Einheimischen
förmlich gedrängt, unsere DM schwarz gegen Kronen einzutauschen. Der
Hotelportier, der tschechische Gruppenreiseführer, überall in der Stadt
wurden wir angequatscht. Das hat keinen geniert, lief alles offen ab.
Genauso war es in Polen.

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seinen Signaturen zitiert,
geben diese Zitate nicht unbedingt meine Aussagen und
meine Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser.
René
2004-06-10 11:44:57 UTC
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Raw Message
Post by Gerald Endres
Post by Wolfgang Schwanke
Auf einer Reise nach Prag wurden wir von den Einheimischen
förmlich gedrängt, unsere DM schwarz gegen Kronen einzutauschen.
Der Hotelportier, der tschechische Gruppenreiseführer, überall in
der Stadt wurden wir angequatscht. Das hat keinen geniert, lief
alles offen ab.
Genauso war es in Polen.
Da war der polnische Zöllner nämlich schon der erste, der gefragt hat.
--
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Gerald Endres
2004-06-08 21:52:17 UTC
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Raw Message
Post by Claus E Beyer
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der DDR
sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich öfter 100
M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann hatte ich M-DDR 125
zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich waren gekauft und für den
Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie verbuttern -
den Stress hätte ich mir nie angetan.

Gruß
Gerald
--
Wenn Uwe Schickedanz mich in seinen Signaturen zitiert,
geben diese Zitate nicht unbedingt meine Aussagen und
meine Meinung korrekt wieder. Er versteht es halt nicht
besser.
Boris Gerlach
2004-06-09 04:11:24 UTC
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Raw Message
Post by Gerald Endres
Post by Claus E Beyer
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der DDR
sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich öfter 100
M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann hatte ich M-DDR 125
zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich waren gekauft und für den
Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie verbuttern -
den Stress hätte ich mir nie angetan.
Ooch, wenn man wie Krösus auftrat, bestimmte Ethablissements
bevorzog (Yuccabar, Palasthotel ...) in denen auch hübsche
Damen abhingen, war das kein Problem.
Man konnte ja auch den Eingeborenen großzügig mal ein Bier
kaufen. Man konnte dann, wenn man jenseits der Mauer
ein Loser war in der Zone seine Komplexe auskurieren.
Denn da saßen ja welche fest, die waren noch beschissner
dran als man selbst. Und die konnten Großkotz ja nicht überprüfen.
Selbst kennengelernt hier im Westen, Typen die der Zone nachweinen,
weil sie jetzt zum Billigsex weiter fahren (fliegen) müssen.
Und die Nutten sprachen ja deutsch. Genial das.
Außerdem gabs noch andere Optionen.
Die vielzitierten Fachbücher, der Frisör an der Ecke und wenn
man noch was übrig hatte, das schmiß man kurz vor der GÜST
lässig aus dem Auto. Ein Kumpel in der Chausseestr. lebte vom
einsammeln der Ostschlusen ( nachts so von 22,00 bis 00,00 Uhr)
gut. Da konnte der Westler sich mal so richtig gut fühlen,
wenn er ein, zwei 5 DDR-Mark Scheine aus dem Fenster schmiß,
bevor er am Montag wieder zum Sozialamt mußte.

BGE
Ronald Konschak
2004-06-09 10:51:15 UTC
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Post by Gerald Endres
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie verbuttern -
den Stress hätte ich mir nie angetan.
Ich wüßte eine Anzahl gastronomischer Einrichtungen in Dresden
und Berlin zu nennen, in denen das problemlos innerhalb weniger
Stunden möglich war.
Ronald.
--
Grüße aus der Sonderwirtschaftszone
Ulf Gutschmidt
2004-06-09 20:41:58 UTC
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Raw Message
Ronald Konschak schrieb
Post by Ronald Konschak
Post by Gerald Endres
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie
verbuttern - den Stress hätte ich mir nie angetan.
Ich wüßte eine Anzahl gastronomischer Einrichtungen in Dresden
und Berlin zu nennen, in denen das problemlos innerhalb weniger
Stunden möglich war.
Du kannst doch nicht dem Herrn "Gescheiterter 68er", dessen einziger
Lebensinhalt noch darin besteht, alles und jedes bezüglich der DDR
nachträglich zu diffamieren, um das klägliche Scheitern seiner eigenen
kaputten Ideologie zu "verarbeiten", die Freude vermiesen.

Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof, haben
wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.

UG
Bernd Ullrich
2004-06-09 21:06:52 UTC
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Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Ronald Konschak schrieb
Post by Ronald Konschak
Post by Gerald Endres
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie
verbuttern - den Stress hätte ich mir nie angetan.
Ich wüßte eine Anzahl gastronomischer Einrichtungen in Dresden
und Berlin zu nennen, in denen das problemlos innerhalb weniger
Stunden möglich war.
Du kannst doch nicht dem Herrn "Gescheiterter 68er", dessen einziger
Lebensinhalt noch darin besteht, alles und jedes bezüglich der DDR
nachträglich zu diffamieren, um das klägliche Scheitern seiner
eigenen kaputten Ideologie zu "verarbeiten", die Freude vermiesen.
Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof,
haben wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung
nahebringen zu wollen.
Nach dunkler Erinnerung habe ich mal mit einem Kollegen (1984?) in
Leipzig pro Tag 50 M in diversen Bierlokalen (Mit Essen) verbraten. Also
kein Wein und auch kein Hotel. Geld konnte ausgegeben werden.

B(daswareineteureWoche)U

:-)

BTW
Auf der Wartburg war es auch teuer.
Florian Ritter
2004-06-10 12:49:47 UTC
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Raw Message
Post by Bernd Ullrich
Post by Ulf Gutschmidt
Post by Ronald Konschak
Post by Gerald Endres
Hundert Mark innerhalb eines Tages in der DDR-Gastronomie
verbuttern - den Stress hätte ich mir nie angetan.
Ich wüßte eine Anzahl gastronomischer Einrichtungen in Dresden
und Berlin zu nennen, in denen das problemlos innerhalb weniger
Stunden möglich war.
Du kannst doch nicht dem Herrn "Gescheiterter 68er", dessen einziger
Lebensinhalt noch darin besteht, alles und jedes bezüglich der DDR
nachträglich zu diffamieren, um das klägliche Scheitern seiner
eigenen kaputten Ideologie zu "verarbeiten", die Freude vermiesen.
Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof,
haben wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung
nahebringen zu wollen.
Nach dunkler Erinnerung habe ich mal mit einem Kollegen (1984?) in
Leipzig pro Tag 50 M in diversen Bierlokalen (Mit Essen) verbraten. Also
kein Wein und auch kein Hotel. Geld konnte ausgegeben werden.
Nachdem uns die Abt, Finanzen, Referat Fahndung & Ordnungsstrafen das
Handwerk gelegt hattte, hatten wir noch einen unerwarteten Geldeingang
von exakt 800 M. Wir beschlossen, den Betrag im asiat. Restaurant
"Jade" im Blner. Palasthotel zu verbraten. Es erschienen sieben
Confratres, die 800 M haben nicht gereicht, es mußte noch draufgelegt
werden - FR
Martin Ebert
2004-06-11 13:24:27 UTC
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Post by Florian Ritter
Nachdem uns die Abt, Finanzen, Referat Fahndung & Ordnungsstrafen das
Handwerk gelegt hattte, hatten wir noch einen unerwarteten Geldeingang
Welches Handwerk denn?
<neugierig_guck>

Martin Ebert
Florian Ritter
2004-06-12 15:25:12 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
Post by Florian Ritter
Nachdem uns die Abt, Finanzen, Referat Fahndung & Ordnungsstrafen das
Handwerk gelegt hattte, hatten wir noch einen unerwarteten Geldeingang
Welches Handwerk denn?
Ich betrieb gemeinsam mit einem Kommilitonen eine Dienstleistungs-Fa.
ohne Gewerbegenehmigung (zuletzt knapp 70 Mitarbeiter). Wir wurden von
staatlichen Einrichtungen beauftragt (u.a. Haus d. Ministerien) und
haben, solange es ging, orntlich abgeräumt - FR
Rainer Borchmann
2004-06-09 21:34:25 UTC
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Post by Ulf Gutschmidt
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.
Jo, dat is genau deine arrogante Sprache, die mir nu wochenlang gefehlt hat.
Ein Kerl, wie du, beide Beine reichen bis zur Erde, kann keine feinere
Klinge schwingen ?
SED ?

Rainer
HGW
René
2004-06-10 02:11:27 UTC
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Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof,
haben wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung
nahebringen zu wollen.
Jaja, der Gen. Gutschmidt, früher wusster nicht, wie man Inlektüller
schreibt, heute isser einem.
Daß man in der Gastronomie ohne weiters hunnert Flocken ausgeben
konnte, hat übrigens keiner in Abrede gestellt. Die Frage war aber, ob
man sich das wirklich antun wollte. Waren ja immerhin 90 kleine Bier
und eine Bockwurst, mittwochs Soljanka.
--
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Ulf Gutschmidt
2004-06-10 08:40:33 UTC
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Raw Message
René schrieb
Post by René
Post by Ulf Gutschmidt
Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof,
haben wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung
nahebringen zu wollen.
Jaja, der Gen. Gutschmidt, früher wusster nicht, wie man Inlektüller
schreibt, heute isser einem.
Ich kann sehr gut "Du namenloses Stück Scheiße" schreiben, womit Du
bestens chrakterisiert bist.
Post by René
Daß man in der Gastronomie ohne weiters hunnert Flocken ausgeben
konnte, hat übrigens keiner in Abrede gestellt. Die Frage war aber, ob
man sich das wirklich antun wollte. Waren ja immerhin 90 kleine Bier
und eine Bockwurst, mittwochs Soljanka.
Solche Lokalitäten mußte ich glücklicherqweise nie frequentieren.
Ich hätte viel falschgemacht, wären mir damals Gaststätten unter
Preisstufe "S" Restaurant der Wahl gewesen.

UG
René
2004-06-10 11:47:24 UTC
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Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Solche Lokalitäten mußte ich glücklicherqweise nie frequentieren.
Ich hätte viel falschgemacht, wären mir damals Gaststätten unter
Preisstufe "S" Restaurant der Wahl gewesen.
Ein Klassiker. Im Arbeiter- und Bauernstaat ließ es sich wunderbar
leben, wenn man nicht gerade Arbeiter oder Bauer war.
--
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Ulf Gutschmidt
2004-06-10 22:51:42 UTC
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Raw Message
René schrieb
Post by René
Post by Ulf Gutschmidt
Solche Lokalitäten mußte ich glücklicherqweise nie frequentieren.
Ich hätte viel falschgemacht, wären mir damals Gaststätten unter
Preisstufe "S" Restaurant der Wahl gewesen.
Ein Klassiker. Im Arbeiter- und Bauernstaat ließ es sich wunderbar
leben, wenn man nicht gerade Arbeiter oder Bauer war.
In der DDR ließ es sich als Arbeiter oder Bauer ganz vortrefflich
leben.
Die Tranportbrigade des Chemiebetriebes, in dem ich ein Jahr "grausame"
Zwangsarbeit leisten mußte (d.h. "OZ", "NNN", "Der Morgen" und vor allem
die "Neue Zeit" nach lukrativen Annoncen durchsehen und diese
antelefonieren; ansonsten abwechselnd den Volvo oder Lada mit
"Wofacutan" waschen), verdiente durchweg mehr als der Kombinatsdirektor.
Das Schlüsselwort hieß "Waggonbereitschaft". Die OPW-Waggons mußten
rasch entladen werden, ansonsten drohten horrende Strafen - da zahlte
man lieber den Transportarbeitern Fantasielöhne.

Von den sozialistischen Bauern schweigen wir lieber.
Meine kurzzeitigen Mercedes-Begehrlichkeiten wurden von einem
Schweinebauern mit einem Plastebeutel voller 100-Mark-Scheine
niedergemacht.
War dann immer ein lustiges Farbtupfer auf Rostocks Straßen: zwei
quieckende Schweine auf dem Anhänger, vorweg einer der wenigen in der
DDR zugelassenen Mercedes S-Klasse.

UG
Veith
2004-06-11 08:40:57 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
René schrieb
Post by René
Ein Klassiker. Im Arbeiter- und Bauernstaat ließ es sich wunderbar
leben, wenn man nicht gerade Arbeiter oder Bauer war.
In der DDR ließ es sich als Arbeiter oder Bauer ganz vortrefflich
leben.
ACK

Es ist mal wieder Zeit die Statistiken zu posten:

_Durchschnittliche_ Nettoarbeitseinkommen im Monat, 1989:
Arbeiter und Angestellte im VEB: 1.136 Mark
Genossenschaftsbauer: 1.400 Mark
Facharbeiterin in der Textilindustrie: 900 Mark
Lehrer: 1.200 Mark
Staatsangestellter (Räte) 1.300 Mark
Arzt: 1.400 Mark
selbständiger Handwerker: 1.700 Mark
freischaffende Intelligenz (Künstler) 1.800 Mark
Bewaffneten Organe: 1.900 Mark

"Armut in der 'DDR'-Bevölkerung, Lebensstandard und Konsumtionsniveau
vor und nach der Wende" von Günter Manz

Das die durchschnittlichen Einkommensunterschiede in der BRD deutlich
größer sind, brauch ich hoffentlich nicht zu belegen, oder?

Peter
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt, um
über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://DDR-LUFTWAFFE.de
René
2004-06-10 12:55:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Ich hätte viel falschgemacht, wären mir damals Gaststätten unter
Preisstufe "S" Restaurant der Wahl gewesen.
Genau darin sehe ich übrigens deine Psychose: Zu Zonen-Zeiten
"privilegiert" gewesen, man war was besseres, stand über der Masse,
speiste gar in Restaurants der Preisstufe S, und heute hat jede
Gaststätte, die nicht gerade ein Stehimbiss ist, bessere Karten. Und
das gemeine ist, der Pöbel kann sich das auch leisten! Der edle Wein,
an dem man sich als DDR-Intellektueller weise nickend delektierte,
stellte sich ndW als mieser, vergorener Traubensaft heraus.
--
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Gerd Chalupecky
2004-06-10 13:47:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by René
Post by Ulf Gutschmidt
Ich hätte viel falschgemacht, wären mir damals Gaststätten unter
Preisstufe "S" Restaurant der Wahl gewesen.
Genau darin sehe ich übrigens deine Psychose: Zu Zonen-Zeiten
"privilegiert" gewesen, man war was besseres, stand über der Masse,
speiste gar in Restaurants der Preisstufe S, und heute hat jede
Gaststätte, die nicht gerade ein Stehimbiss ist, bessere Karten. Und
das gemeine ist, der Pöbel kann sich das auch leisten! Der edle
Wein, an dem man sich als DDR-Intellektueller weise nickend
... jedoch als wirklich (demnach West-) Intellektueller (im Osten
waren es eigentlich nur Pseudos, d. h. Intelligenzler) - sofern man
sich das überhaupt antat - weise _nippend_ ...
Post by René
delektierte, stellte sich ndW als mieser, vergorener Traubensaft
heraus.
SCNR
Ch.
--
******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************
Florian Ritter
2004-06-10 12:43:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Post by Ronald Konschak
Ich wüßte eine Anzahl gastronomischer Einrichtungen in Dresden
und Berlin zu nennen, in denen das problemlos innerhalb weniger
Stunden möglich war.
Du kannst doch nicht dem Herrn "Gescheiterter 68er", dessen einziger
Lebensinhalt noch darin besteht, alles und jedes bezüglich der DDR
nachträglich zu diffamieren, um das klägliche Scheitern seiner eigenen
kaputten Ideologie zu "verarbeiten", die Freude vermiesen.
Selbst in der tiefsten Provinz, im Hotel "Panorama" in Oberhof, haben
wir zu zweit stets Rechnungen über M 100,- gehabt.
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder putzmunter zu.

Hausgmeinschaftsfete gewesen, tippe ich mal - FR
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-06-10 21:44:40 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Post by Ulf Gutschmidt
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder putzmunter zu.
Jau. Differtialrechnung ist der Zweig der Mathematik, der sich damit
beschäftigt, warum man, wenn man auf der Treppe von oben nach unten
guckt, links und rechts andersherum (deswegen das "differ") wahrnimmt,
als wenn man von unten nach oben guckt. Fürs Gesinde waren profunde
Kenntnisse dieses Zweiges angeraten, mußten die doch beim Putzen die
Orientierung bewahren.

SCNR,

-kut
Florian Ritter
2004-06-11 09:47:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
Post by Ulf Gutschmidt
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder putzmunter zu.
Jau. Differtialrechnung ist der Zweig der Mathematik, der sich damit
beschäftigt, warum man, wenn man auf der Treppe von oben nach unten
guckt, links und rechts andersherum (deswegen das "differ") wahrnimmt,
als wenn man von unten nach oben guckt. Fürs Gesinde waren profunde
Kenntnisse dieses Zweiges angeraten, mußten die doch beim Putzen die
Orientierung bewahren.
Näheres daßu wolle man Lenins Werkausgabe entnehmen - FR
Martin Ebert
2004-06-11 13:23:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder putzmunter zu.
Jau. Differtialrechnung ist der Zweig der Mathematik, der sich damit
Ich dachte ja eigentlich, dass Florian auf den Typo abstellt.
Aber google läßt mich ratlos zurück:

4 Differtialrechnung <- war zu erwarten
33.800 Differentialrechnung
33.600 Differenzialrechnung

Hybsch auch:
http://www.google.de/search?q=cache:www.mathematik.net/diff1/da.htm

Der hat gleich beide Versionen: Habe ich bei der aktuellen
Rechtschreibreform da was verpasst?

Martin Ebert
Ulf Gutschmidt
2004-06-12 14:28:40 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Ebert schrieb
Post by Martin Ebert
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder
putzmunter zu.
Jau. Differtialrechnung ist der Zweig der Mathematik, der sich damit
Ich dachte ja eigentlich, dass Florian auf den Typo abstellt.
4 Differtialrechnung <- war zu erwarten
33.800 Differentialrechnung
33.600 Differenzialrechnung
Ich kenne es nur mit "t", die Schreibung mit "z" ist mir unbekannt; der
für mich auf Lebzeiten verbindliche Leipziger Duden von 1974 kennt auch
nur die Schreibweise mit "t".
Merkwürdigerweise habe ich ein DDR-KFZ-Handbuch, in dem es
"Differenzialgetriebe" heißt - welchen "Duden" hat der Lektor denn
benutzt?

BTW: Der geistige Anspruch des Herrn Ritter, der unlängst für zwei Tage
plötzlich aus meinem Filter kroch, scheint ja inzwischen beim "Aufgeilen
an Schreibfehlern" angekommen zu sein. Dann versäume ich ja auch künftig
nichts.

UG
Wolfram Teufel
2004-06-14 18:42:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulf Gutschmidt
Martin Ebert schrieb
[snip]
Post by Ulf Gutschmidt
Ich kenne es nur mit "t", die Schreibung mit "z" ist mir unbekannt; der
für mich auf Lebzeiten verbindliche Leipziger Duden von 1974 kennt auch
nur die Schreibweise mit "t".
Merkwürdigerweise habe ich ein DDR-KFZ-Handbuch, in dem es
"Differenzialgetriebe" heißt - welchen "Duden" hat der Lektor denn
benutzt?
[snip]

Laut BERTELSMANN "Die neue deutsche Rechtschreibung", 1996, Seite 310, gibt
es beide Schreibweisen nebeneinander.

Wolle
Ronny Heidenreich
2004-06-14 20:14:59 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfram Teufel
Post by Ulf Gutschmidt
Merkwürdigerweise habe ich ein DDR-KFZ-Handbuch, in dem es
Laut BERTELSMANN "Die neue deutsche Rechtschreibung", 1996, Seite 310,
gibt es beide Schreibweisen nebeneinander.
Auf welchem Kontinent befand sich 1996 gleich nochmal die DDR?

Gruß, RH
Wolfram Teufel
2004-06-14 20:48:20 UTC
Permalink
Raw Message
"Ronny Heidenreich" <***@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag news:40ce0743$0$26345$***@newsread4.arcor-online.net...
| Wolfram Teufel schrieb:
|
| > "Ulf Gutschmidt" <***@web.de> schrieb im Newsbeitrag
|
| >> Merkwürdigerweise habe ich ein DDR-KFZ-Handbuch, in dem es
| >
| > Laut BERTELSMANN "Die neue deutsche Rechtschreibung", 1996,
Seite 310,
| > gibt es beide Schreibweisen nebeneinander.
|
| Auf welchem Kontinent befand sich 1996 gleich nochmal die DDR?
|
| Gruß, RH

Neenee, es ging nicht um das Differenzialgetriebe aus dem
DDR-Handbuch (selbiges Getriebe wurde nämlich IMHO schon immer so
geschrieben), sondern um die Differenzial-/Differentialrechnung. Und
das bezog sich absolut nicht auf eine Website aus der DDR, sowas
hatten wir nämlich damals noch nicht, auch wenn angeblich schon *.dd
für die DDR vorgesehen gewesen sein soll...

Wolle
Ronny Heidenreich
2004-06-14 21:08:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfram Teufel
Neenee, es ging nicht um das Differenzialgetriebe aus dem
DDR-Handbuch (selbiges Getriebe wurde nämlich IMHO schon immer so
geschrieben), sondern um die Differenzial-/Differentialrechnung. Und
das bezog sich absolut nicht auf eine Website aus der DDR, sowas
hatten wir nämlich damals noch nicht, auch wenn angeblich schon *.dd
für die DDR vorgesehen gewesen sein soll...
Lies bitte noch einmal Deinen Beitrag mit der MID
<40cdf1b5$0$22979$***@newsread2.arcor-online.net> und zeige mir
dann, wo Du Dich dort auf die Differentialrechnung beziehst und sage
mir anschließend, weshalb Du das Differenzialgetriebe zitiertest, ohne
darauf einzugehen.

Gruß, RH
Wolfram Teufel
2004-06-14 21:19:26 UTC
Permalink
Raw Message
"Ronny Heidenreich" <***@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag news:40ce13b2$0$26345$***@newsread4.arcor-online.net...
| Wolfram Teufel schrieb:
|
| > Neenee, es ging nicht um das Differenzialgetriebe aus dem
| > DDR-Handbuch (selbiges Getriebe wurde nämlich IMHO schon immer
so
| > geschrieben), sondern um die Differenzial-/Differentialrechnung.
Und
| > das bezog sich absolut nicht auf eine Website aus der DDR, sowas
| > hatten wir nämlich damals noch nicht, auch wenn angeblich schon
*.dd
| > für die DDR vorgesehen gewesen sein soll...
|
| Lies bitte noch einmal Deinen Beitrag mit der MID
| <40cdf1b5$0$22979$***@newsread2.arcor-online.net> und zeige
mir
| dann, wo Du Dich dort auf die Differentialrechnung beziehst und
sage
| mir anschließend, weshalb Du das Differenzialgetriebe zitiertest,
ohne
| darauf einzugehen.
|
| Gruß, RH

Willst du mit mir streiten? Du hast doch selbst das KFZ-Handbuch
zitiert... Ich war das nicht...

Wolle
Daniel Küstner
2004-06-11 17:42:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Post by Florian Ritter
Post by Ulf Gutschmidt
Streß gab's keinen - aber was soll's, Endres die DDR zu erklären ist
ähnlich sinnlos, wie einem Blöden die Differtialrechnung nahebringen zu
wollen.
"Differtialrechnung" - im Gesindehaus geht's ja mal wieder putzmunter zu.
Jau. Differtialrechnung ist der Zweig der Mathematik, der sich damit
beschäftigt, warum man, wenn man auf der Treppe von oben nach unten
guckt, links und rechts andersherum (deswegen das "differ") wahrnimmt,
als wenn man von unten nach oben guckt.
Danke! daniel.
--
Daniel Küstner
pgp public key on request
Nimm eine fremde Hand und geh ins Unbekannte.
Lueppo Ellerbroek
2004-06-10 08:35:06 UTC
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Raw Message
Post by Claus E Beyer
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der
DDR sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich
öfter 100 M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann
hatte ich M-DDR 125 zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich
waren gekauft und für den Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.
Genau das war der Grund, weshalb die DDR eine Devisenbewirtschaftung
hatte.

Ich war privat und beruflich oft wochenlang in der Ostzone und ich hatte
den Schwarztausch nicht nötig, weil ich nicht wußte, wie ich die 25
Ostmark täglichen Zwangsumtausch loswerden. Hotel? Fehlanzeige, das
mußte in West-Mark bezahlt werden und am besten bereits vom Westen aus
gebucht werden, weil es sonst kaum Plätze gab. Bücher, Schallplatten?
Was mich interessierte, war eh Bückware. Da kamen noch nicht mal meine
Verwandten in der DDR leicht dran. Auch hier war das Angebot in einer
x-beliebigen DKP-nahen Buchhandlung im Westen besser. Teure Gaststätten?
Bekomm erst einmal einen Platz in so einer Gastätte. Die besten
Gaststätten nahmen eh nur West-Mark. Ich habe meinen Zwangsumtausch so
meist verschenkt.

Gruß,
Lüppo
Reinhard Schumacher
2004-06-10 09:48:03 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich war privat und beruflich oft wochenlang in der Ostzone und ich hatte
den Schwarztausch nicht nötig, weil ich nicht wußte, wie ich die 25
Ostmark täglichen Zwangsumtausch loswerden. Hotel? Fehlanzeige, das
mußte in West-Mark bezahlt werden und am besten bereits vom Westen aus
gebucht werden, weil es sonst kaum Plätze gab. Bücher, Schallplatten?
Was mich interessierte, war eh Bückware. Da kamen noch nicht mal meine
Verwandten in der DDR leicht dran. Auch hier war das Angebot in einer
x-beliebigen DKP-nahen Buchhandlung im Westen besser. Teure Gaststätten?
Bekomm erst einmal einen Platz in so einer Gastätte.
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
Post by Lueppo Ellerbroek
Die besten Gaststätten nahmen eh nur West-Mark.
Habe ich nie erlebt, allerdings waren das auch keine kulinarischen
Spitzenrestaurants.
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich habe meinen Zwangsumtausch so meist verschenkt.
Wir haben den reichlichen Überschuß, der bei 4 Personen und einer
Woche Aufenthalt zwangsläufig anfiel, bei den Verwandten lassen
können, die dann in der Zeit bis zu unserem nächsten Besuch die
Einkäufe tätigen konnten.
--
Reinhard

- Die Zahl der Selbstmorde ist stark zurückgegangen, seit bei der Bahn immer mehr Züge ausfallen. (unbekannter Sprecher im Radio)
Frank Bormann
2004-06-10 17:54:23 UTC
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Raw Message
Post by Reinhard Schumacher
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich war privat und beruflich oft wochenlang in der Ostzone und ich
hatte den Schwarztausch nicht nötig, weil ich nicht wußte, wie ich
die 25 Ostmark täglichen Zwangsumtausch loswerden. Hotel?
Fehlanzeige, das mußte in West-Mark bezahlt werden und am besten
bereits vom Westen aus gebucht werden, weil es sonst kaum Plätze gab.
Bücher, Schallplatten? Was mich interessierte, war eh Bückware. Da
kamen noch nicht mal meine Verwandten in der DDR leicht dran. Auch
hier war das Angebot in einer x-beliebigen DKP-nahen Buchhandlung im
Westen besser. Teure Gaststätten? Bekomm erst einmal einen Platz in
so einer Gastätte.
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
War normal. Zuviel Geld im Umlauf. Als Gastronom kannte ich
gutverdienende 3-Schichtarbeiter, die sich echt Mühe und Dreck in der
eigenen Küche sparen konnten und sich preiswert in der Preisstufe III
beköstigten(zur 14-Uhr-Schicht trafen die sich sogar und dampften dann
gemeinsam gestärkt ab).
Post by Reinhard Schumacher
Post by Lueppo Ellerbroek
Die besten Gaststätten nahmen eh nur West-Mark.
Habe ich nie erlebt, allerdings waren das auch keine kulinarischen
Spitzenrestaurants.
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich habe meinen Zwangsumtausch so meist verschenkt.
Wir haben den reichlichen Überschuß, der bei 4 Personen und einer
Woche Aufenthalt zwangsläufig anfiel, bei den Verwandten lassen
können, die dann in der Zeit bis zu unserem nächsten Besuch die
Einkäufe tätigen konnten.
Hatte in den 80ern öfters im Hotel mit BRD-Monteuren zu tun. Kleinlich
mit dem Trinkgeld in DDR-Mark waren die nicht. Denen war auch meist
bewusst, wo sie sich gerade aufhielten...
Wenn sie die Woche über zufrieden waren, sprangen freitags
dann schon mal ein-zwei *echte* Zehner ab.

FB
Jann Thomsen
2004-06-12 21:50:00 UTC
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Raw Message
Post by Frank Bormann
Post by Reinhard Schumacher
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
War normal. Zuviel Geld im Umlauf. Als Gastronom kannte ich
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?


mfg jann
Matthias Opatz
2004-06-12 14:38:57 UTC
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Raw Message
Post by Jann Thomsen
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Keine Leute, keine Leute ...

Matthias
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

---- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ---
Kai Garlipp
2004-06-12 15:10:38 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by Jann Thomsen
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Keine Leute, keine Leute ...
Und kein Material um die Gaststätten zu bauen und technisch auszurüsten.
Hinzu kommt, daß man einer Speisegastätte auch Speisen anbieten sollte
und dafür werden verschiedene Zutaten benötigt. Auch wenn es keinen
allgemeinen Mangel an Grundnahrungsmitteln gab, so war es doch etwas
aufwendiger bestimmte Zusatzstoffe zu beschaffen und/oder auch die
gewünschten Mengen zu bekommen.

Trotz alledem gab es in den 80er Jahren einen Trend, daß Privatleute
neue Lokale der gehobenen Gastronomie eröffneten (und auch nicht
schlecht davon lebten).

Bye Kai

fup dafddr
Florian Ritter
2004-06-13 13:29:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by Jann Thomsen
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Keine Leute, keine Leute ...
Von wegen, da hätten sich genug unternehmerisch gesinnte junge
Menschen gefunden.

Aus ideologischer Verbohrtheit wurden einfach keine
Gewerbegenehmigungen erteilt. Und diejenigen, die ein Unternehmen
betrieben, wurden bis aufs Blut schikaniert - FR
Matthias Opatz
2004-06-13 13:34:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Von wegen, da hätten sich genug unternehmerisch gesinnte junge
Menschen gefunden.
Die häddn ahr woannersch Lecher gerissn, drum durftnse meisdns nich.
Ausordem war suville Aichninneziadiefe fier briwad ümma fordäschtsch.

Matthias

P. S. Eisenbahn entfernt ...
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

---- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ---
Dirk Bindmann
2004-06-12 18:24:35 UTC
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Raw Message
Post by Jann Thomsen
Post by Frank Bormann
Post by Reinhard Schumacher
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
War normal. Zuviel Geld im Umlauf. Als Gastronom kannte ich
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Die Aussage würde ich nicht so ernst nehmen. Ich habe in der DDR oft
in Gaststätten gegessen. An eine Überlebensregel "Zum Mittagessen bis
10 vor 11 Uhr dasein!" kann ich mich nicht erinnern. Voll besetzte
Gaststätten habe ich nur in Touristenzentren zur Hauptsaison erlebt.

Unsinn ist auch das Klischee von der generell unfreundlichen
Bedienung. Das wird nur so oft erzählt, bis auch die, die noch nie
einem unfreundlichen Kellner begegnet sind, daran glauben.

An sich gab es nur zwei Unterschiede zu heute: Die Gaststätten hatten
in der Regel ein weniger umfangreiches Angebot. Und in manchen
Gaststätten war es üblich, dass die Gäste platziert wurden -- so wie
das auch in anderen Ländern üblich ist, aber nicht in der BRD.

Herzliche Grüße
Dirk
Mario Faroldi
2004-06-12 21:05:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dirk Bindmann
Post by Jann Thomsen
Post by Frank Bormann
Post by Reinhard Schumacher
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
War normal. Zuviel Geld im Umlauf. Als Gastronom kannte ich
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Die Aussage würde ich nicht so ernst nehmen. Ich habe in der DDR oft
in Gaststätten gegessen. An eine Überlebensregel "Zum Mittagessen bis
10 vor 11 Uhr dasein!" kann ich mich nicht erinnern. Voll besetzte
Gaststätten habe ich nur in Touristenzentren zur Hauptsaison erlebt.
Unsinn ist auch das Klischee von der generell unfreundlichen
Bedienung. Das wird nur so oft erzählt, bis auch die, die noch nie
einem unfreundlichen Kellner begegnet sind, daran glauben.
An sich gab es nur zwei Unterschiede zu heute: Die Gaststätten hatten
in der Regel ein weniger umfangreiches Angebot. Und in manchen
Gaststätten war es üblich, dass die Gäste platziert wurden -- so wie
ich habe das nur so erlebt, vor der Tür anstehen bis man reingebeten
wurde
aber wenn man sich lautstark über das kalte Essen beschwert hat, welches
nach ner halben Stunde geliefert wurde, wurde man von der Chefin
bedient, die hat dann serviert. Habe ich mal erlebt im Ratskeller
Köpenick.
Post by Dirk Bindmann
das auch in anderen Ländern üblich ist, aber nicht in der BRD.
hört hört

Bye Mario
René
2004-06-12 22:41:21 UTC
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Raw Message
Post by Mario Faroldi
[Plazieren,] das auch in anderen Ländern üblich ist, aber nicht in
der BRD.
Post by Mario Faroldi
hört hört
Allerdings besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einem "Sie
werden plaziert!"-Schild, an dem man ne Viertelstunde sich die Füße
wundsteht, und dem (beispielsweise) amerikanischen Schild, das einen
bittet "Please wait to be seated." und eigentlich überflüssig ist,
weil einem sofort eine Person entgegenkommt, die einem einen Platz
nach Wunsch zuweist.
--
This here is my post. Is it not nifty? Worship the post.
Dirk Bindmann
2004-06-13 06:47:22 UTC
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Raw Message
Post by René
Post by Mario Faroldi
[Plazieren,] das auch in anderen Ländern üblich ist, aber nicht in
der BRD.
hört hört
Allerdings besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einem "Sie
werden plaziert!"-Schild, an dem man ne Viertelstunde sich die Füße
wundsteht,
Meine DDR, deine DDR. Ich musste vor so einem Schild nie längere Zeit
warten. Die Vorstellung, es könnte Leute geben, die eine Viertelstunde
vor einem Schild ausharren, belustigt mich. Das ähnelt dem Witz über
den deutschen Touristen, der in Afrika vor einer kaputten Ampel
verhungert ist.

Herzliche Grüße
Dirk
Kai Garlipp
2004-06-13 08:28:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dirk Bindmann
Post by René
Allerdings besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einem "Sie
werden plaziert!"-Schild, an dem man ne Viertelstunde sich die Füße
wundsteht,
Meine DDR, deine DDR. Ich musste vor so einem Schild nie längere Zeit
warten.
Weil du schon vorher aufgegeben hast und bei einer kleinen Gruppe vor
dem Schild schon sagtest "hier stelle ich mich nicht an."?

Gerade in Gebieten mit zuwenig Gaststätten und zuvielen Leuten die dort
Essen wollten war die Schlange vor dem Eingang eher die Regel als die
Ausnahme. Und es konnte auch keiner Vorhersagen, wielange man dort
warten musste, weil das Personal auch manchmal durchaus eigenwillige
Einlaßmethoden hatte.

Entweder man biß dann in den sauren Apfel und stellte sich an oder man
lies es bleiben und versuchte woanders sein Glück.

Bye Kai
Ronald Konschak
2004-06-13 09:29:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dirk Bindmann
Meine DDR, deine DDR. Ich musste vor so einem Schild nie längere Zeit
warten. Die Vorstellung, es könnte Leute geben, die eine Viertelstunde
vor einem Schild ausharren, belustigt mich.
Vielleicht weil du allein oder zu zweit reinwolltest. Ab 3 Personen
war's schon schwierig. Am "Gastmahl des Meeres" in Dresden waren
am Wochenende zur Mittagszeit Wartezeiten von 1/2 Stunde keine
Seltenheit. Das änderte sich als die Versorgung mit Seefisch
nachließ und die Lücken in der Speisekarte mit Geflügel ausgefüllt
wurden.

Ronald.
--
Grüße aus der Sonderwirtschaftszone
Gernot Zander
2004-06-13 09:33:10 UTC
Permalink
Raw Message
Hi,
Post by Dirk Bindmann
Post by René
Allerdings besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einem "Sie
werden plaziert!"-Schild, an dem man ne Viertelstunde sich die Füße
wundsteht,
Meine DDR, deine DDR. Ich musste vor so einem Schild nie längere Zeit
warten. Die Vorstellung, es könnte Leute geben, die eine Viertelstunde
vor einem Schild ausharren, belustigt mich. Das ähnelt dem Witz über
den deutschen Touristen, der in Afrika vor einer kaputten Ampel
verhungert ist.
Also ich weiß nicht, ob ich verhungert wäre, aber übelgelauntes
Personal hat schon die Gäste so lange da stehen lassen, bis
diese von selbst wieder abzogen, ja, das ist mir mehr als 1x
passiert. Das hatte offenbar Methode.
Allerdings waren das in Berlin längst nicht alle - in den meisten
konnte man sich selbst setzen, wo man wollte.

mfg.
Gernot
--
<***@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
Diese Mail ist für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet,
da Kleinteile eingeatmet oder verschluckt werden können.
(Rafael Bujotzek)
Uwe Schickedanz
2004-06-13 21:04:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dirk Bindmann
Meine DDR, deine DDR. Ich musste vor so einem Schild nie längere Zeit
warten. Die Vorstellung, es könnte Leute geben, die eine Viertelstunde
vor einem Schild ausharren, belustigt mich.
Na na. Ich kann zumindest aus eigener Erfahrung bestätigen, daß es in
hochfrequentierten Gaststätten, hier zum Bleistift die
Autobahnraststätte Wilsdruff, genau so ablief. Das lag aber durchaus
daran, daß die Gaststätte knüppelvoll war und man sich nirgendwo
hinsetzen konnte.

Gruß Uwe
--
Geschichte [wird] von den Siegern geschrieben,
und da ist auch was dran
G. Endres in dafddr
Kai Garlipp
2004-06-12 21:09:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Dirk Bindmann
Post by Jann Thomsen
Warum wurden dann nicht mehr Gaststätten eröffnet?
Die Aussage würde ich nicht so ernst nehmen. Ich habe in der DDR oft
in Gaststätten gegessen. An eine Überlebensregel "Zum Mittagessen bis
10 vor 11 Uhr dasein!" kann ich mich nicht erinnern.
Aber bis 10 vor 2 musste man schon da sein, denn um 14 Uhr war
Küchenschluß. Manchmal verbunden mit einer Schließung um diese Zeit bis
in die späten Nachmittagsstunden. Wer danach noch warm essen wollte
hatte pech.

Wobei aber durchaus im Verlaufe der Essenszeit die Speisekarte
ausgesuchter wurde, denn "xxx ist aus - und yyy auch". Von den gerichten
die schon gleich auf der Karte mit einem "x" gekennzeichnet waren ganz
zu schweigen.
Post by Dirk Bindmann
Voll besetzte
Gaststätten habe ich nur in Touristenzentren zur Hauptsaison erlebt.
Sicherlich hing es von Ort und Zeit ab, aber eine Überfüllung von
Gaststätten brauchte man nicht lange zu suchen. Das hing aber auch damit
zusammen das es einfach nicht genügend Gaststätten gab.
Post by Dirk Bindmann
An sich gab es nur zwei Unterschiede zu heute: Die Gaststätten hatten
in der Regel ein weniger umfangreiches Angebot.
Jein. DDR-Gaststätten (unter Preiskategorie S) hatten in der Regel eine
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich Schnitzel, Braten, Eintopf,
Soljanka. Von diesen Grundgerichten kann man weniger Variationen machen
als z.B. auf der Speisekarte des "Chinesen", wo Ente, Huhn und Schwein
mit einer handvoll verschiedener Soßen angeboten wird.

Dafür das richtig gekocht wurde (und nicht die fertigen Komponenten aus
der Tüte kommen und nur noch im Wasserbad oder Konvektomat erhitzt
werden) war die Speisekarte umfangreicher und abwechslungsreicher als in
manch einer Gaststätte heute.

Bye Kai
Rainer Borchmann
2004-06-12 22:06:04 UTC
Permalink
Raw Message
"Kai Garlipp" <***@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag > Jein.
DDR-Gaststätten (unter Preiskategorie S) hatten in der Regel eine
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich ...Soljanka.
nee, ich glaub Soljanka gehört nicht darein;
aber bei Greifswald hatten wir einen Chinesen schon in den 80igern,
da gabs Anmeldezeiten, die lagen bei 3-4 Monaten

Borchmann
Florian Ritter
2004-06-13 13:56:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai Garlipp
DDR-Gaststätten (unter Preiskategorie S) hatten in der Regel eine
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich ...Soljanka.
nee, ich glaub Soljanka gehört nicht darein;
Doch. Im Greifswalder Ratskeller, allwo ich aushilfsgekellnert habe,
stand Soljanka auf der Speusekarte. Nur wurde die Karte _keinem_ Gast
gezeigt, da das Servierpersonal die Preise nach der kalkulierten
Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft des Gastes frei nach oben
floatete. Und dann war der Service so gestreßt, daß Suppen generell
nur sporadisch an den Tisch geschleppt wurden, nach 20 h schon
überhaupt nicht mehr. Aber, glaub's nur, ab und an hat ein Gast von
mir doch mal 'ne Soljanka erhalten.

Eine Weile gab's in der erwähnten Einrichtung der Spitzengastronomie
(Erinnerst Du die Tropfsteinhöhle, an deren Eingang euphemistisch
"Herren" stand? Recte hätte da stehen müssen: "Ihr, die Ihr hier
eintretet, lasset alle Hoffnung fahren!") "Dänisches Huhn, gekocht,
Preis nach Gewicht". Die Vögel müssen unsere skandinav. Freunde dem
Lande Pommern, Vor- als Entwicklungshilfe geliefert haben, so
erbarmungswürdig blaß und zerfallen sahen die aus. Als Krönung - oder
besser: Dröhnung - schwamm auf dem Teller der Bon mit der
Gewichtsangabe.

Hart ist das Leben an der Küste, hart aber gerecht!
Post by Kai Garlipp
aber bei Greifswald hatten wir einen Chinesen schon in den 80igern,
da gabs Anmeldezeiten, die lagen bei 3-4 Monaten
Wo war'n der? Lubmin? FR
Frank Bormann
2004-06-13 17:34:38 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Doch. Im Greifswalder Ratskeller, allwo ich aushilfsgekellnert habe,
stand Soljanka auf der Speusekarte. Nur wurde die Karte _keinem_ Gast
gezeigt, da das Servierpersonal die Preise nach der kalkulierten
Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft des Gastes frei nach oben
floatete. Und dann war der Service so gestreßt, daß Suppen generell
nur sporadisch an den Tisch geschleppt wurden, nach 20 h schon
überhaupt nicht mehr. Aber, glaub's nur, ab und an hat ein Gast von
mir doch mal 'ne Soljanka erhalten.
Wer wundert sich jetzt noch über ein negatives Image der
DDR-Gastronomie?

FB
Martin Ebert
2004-06-13 21:38:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Post by Kai Garlipp
DDR-Gaststätten (unter Preiskategorie S) hatten in der Regel eine
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich ...Soljanka.
nee, ich glaub Soljanka gehört nicht darein;
Doch. Im Greifswalder Ratskeller, allwo ich aushilfsgekellnert habe,
stand Soljanka auf der Speusekarte. Nur wurde die Karte _keinem_ Gast
Es ging ja weniger darum, ob Soljanka auf der Speisekarte stand.

Sondern ob Soljanka denn "gut bürgerliche deutsche Küche" sei.
Und das kann man mit einigem Recht bestreiten.

Martin Ebert
René
2004-06-14 00:51:31 UTC
Permalink
Raw Message
ob Soljanka denn "gut bürgerliche deutsche Küche" sei?
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten Zonenküche
dar.
--
This here is my post. Is it not nifty? Worship the post.
Matthias Opatz
2004-06-14 09:20:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by René
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten Zonenküche
dar.
Auch sehr beliebt waren Bulette (auch Beffsteck) und Strammer Max.

Ich erinnere mich an eine Kaschemme in Dresden, die hatten WIMRE vier
Gerichte: Bockwurst mit Brot oder Salat und Bulette mit Brot oder Salat.
Wir haben die Auswahl zum Spaß dann noch ausgedehnt: Jede der vier
Varianten noch mit Senf oder Ketchup oder ohne alles macht 12 Gerichte.

Matthias
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

---- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ---
Claus E Beyer
2004-06-14 11:34:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by René
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten Zonenküche
dar.
Auch sehr beliebt waren Bulette (auch Beffsteck) und Strammer Max.
Ja, diese Buletten, die es gab am Alexanderplatz, die waren wiel besser, als was
es heute gibt bei Burger King und Mc Donald.

Claus
Claus E Beyer
2004-06-14 12:03:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus E Beyer
Post by Matthias Opatz
Post by René
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten
Zonenküche
dar.
Auch sehr beliebt waren Bulette (auch Beffsteck) und Strammer Max.
Ja, diese Buletten, die es gab am Alexanderplatz, die waren wiel besser, als was
es heute gibt bei Burger King und Mc Donald.
Claus
Die hießen nicht Buletten, sondern Grilletta.

Claus
Boris Gerlach
2004-06-14 12:12:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus E Beyer
Die hießen nicht Buletten, sondern Grilletta.
Es gab Bouletten _und_ Grilletta.
Post by Claus E Beyer
Claus
BGE
Andrew Price
2004-06-14 18:48:02 UTC
Permalink
Raw Message
On Mon, 14 Jun 2004 14:12:52 +0200, Boris Gerlach
Post by Boris Gerlach
Post by Claus E Beyer
Die hießen nicht Buletten, sondern Grilletta.
Es gab Bouletten _und_ Grilletta.
Was war der Unterschied?
Wolfram Teufel
2004-06-14 19:03:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andrew Price
On Mon, 14 Jun 2004 14:12:52 +0200, Boris Gerlach
Post by Boris Gerlach
Post by Claus E Beyer
Die hießen nicht Buletten, sondern Grilletta.
Es gab Bouletten _und_ Grilletta.
Was war der Unterschied?
Die Bulette war ne Bulette und die Grilletta (in Leipzig als Variante:
Grillette) ein Ost-Hamburger mit Ketchup...

Wolle
Boris Gerlach
2004-06-14 20:45:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andrew Price
On Mon, 14 Jun 2004 14:12:52 +0200, Boris Gerlach
Post by Boris Gerlach
Post by Claus E Beyer
Die hießen nicht Buletten, sondern Grilletta.
Es gab Bouletten _und_ Grilletta.
Was war der Unterschied?
Nun, das eine war eine Boulette, das andere Grilletta.

bge
Matthias Opatz
2004-06-14 21:03:32 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Boris Gerlach
Nun, das eine war eine Boulette
Nich Boulette. Bulette. Ooch schon im Leibzscher Dudn.

Mat"'tschulligung"thias
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

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Wolfram Teufel
2004-06-14 21:20:51 UTC
Permalink
Raw Message
"Matthias Opatz" <spam-***@onlinehome.de> schrieb im
Newsbeitrag news:1pf0o8hakkm8p$.fdahsrhhvgld$***@40tude.net...
| Boris Gerlach schrieb:
|
| > Nun, das eine war eine Boulette
|
| Nich Boulette. Bulette. Ooch schon im Leibzscher Dudn.
|
| Mat"'tschulligung"thias
[snip]

Da sind auch beide Schreibweisen möglich.

Wolle
Matthias Opatz
2004-06-14 21:28:51 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfram Teufel
Da sind auch beide Schreibweisen möglich.
Im Leibzscher Dudn nich.
(Im neuesten Mannheimer iefrichns ooch nich).

Matthias
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

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Wolfram Teufel
2004-06-14 18:55:04 UTC
Permalink
Raw Message
"Claus E Beyer" <***@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag news:***@uni-berlin.de...
[snip]
Post by Claus E Beyer
Ja, diese Buletten, die es gab am Alexanderplatz, die waren wiel besser, als was
es heute gibt bei Burger King und Mc Donald.
Claus
[snip]

Völlig richtig, und nicht nur am Alexanderplatz! In meiner Stammkneipe in
Leipzig-Schönefeld waren das auch wirklich noch Buletten und nicht 90%
Brötchen und 10% durchgeleiertes Fleisch unbekannter Herkunft. Dagegen
nannten wir dort die Soljanka "WWM-Suppe" (WWM = was weg muss)... ;)

Wolle
Frank Bormann
2004-06-14 17:54:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus E Beyer
Post by René
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten
Zonenküche> dar.
Auch sehr beliebt waren Bulette (auch Beffsteck) und Strammer Max.
Ja, diese Buletten, die es gab am Alexanderplatz, die waren wiel
besser, als was es heute gibt bei Burger King und Mc Donald.
Jaja, la Buletta - die verzauberte Semmel...

;-))

FB
Florian Ritter
2004-06-14 11:11:36 UTC
Permalink
Raw Message
Post by René
ob Soljanka denn "gut bürgerliche deutsche Küche" sei?
Die künstlerische Soljanka, im unverbrüchlichen Bund mit dem
geistesschaffendem Ragout Fin und unter der Führung der werktätigen
Bockwurst stellten die Grundelemente der klassenbewussten Zonenküche
dar.
Hier hat eener Zonenküche jesacht. Ick hab's jenau jehört - FR
Rainer Borchmann
2004-06-14 16:19:06 UTC
Permalink
Raw Message
Die künstlerische Soljanka.... stellte(n) Zonenküche dar.
Lesen lernen, es geht um gutbürgerliche deutsche Küche


Borchmann
René
2004-06-14 16:43:12 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Rainer Borchmann
Die künstlerische Soljanka.... stellte(n) Zonenküche dar.
Lesen lernen, es geht um gutbürgerliche deutsche Küche
Richtig. Aber im ersten sozialistischen Arbeiterstaat auf deutschem
Boden wurde mit den ausbeuterischen Traditionen des imperialistischen
Bürgertums gebrochen und eine fortschrittliche Küche neuen Typs
eingeführt.
Wer erinnert sich nicht an den nächtlichen Kesselwagenganzzug mit
Soljanka, der die entlang des Außenringes liegenden Speisegaststätten
mit diesem begehrten Imbiss versorgte ! Dieser Zug, im Regelfall
bespannt mit einer der wenigen Cottbusser 52er mit mechanischer
Brikettbruchbeschickung, begann seine tägliche Rundreise am Kraftwerk
Vetschau, wo er mit heißem Wasser aus dem Kühlkreislauf des
Kraftwerkes aufgefüllt wurde, das auf diese Weise einer niveauvollen
Zweitnutzung dienstbar gemacht werden konnte, zumal einzelne gekochte
Fische bereits enthalten waren. Erster Halt war in Lübbenau, wo
insbesondere für den Export nicht taugliches Gemüse in die Kesselwagen
gefüllt wurde. Nächste Station war Königs Wusterhausen, wo die aus der
Zentralabdeckerei "Roman Chwalek" in Mittenwalde Nord auf der Schiene
herbeigeführte Fleischeinlage zugekippt wurde. Bis zu den ersten
Stationen des Außenringes konnte die Suppe ziehen, was naturgemäß auf
dem südlichen Außenring, der zuerst befahren wurde, ein weniger gutes
Ergebnis brachte als auf dem zuletzt befahrenen östlichen. Der Kenner
der Suppenlogistik speiste daher vorzugsweise in der Betriebskantine
am Rbf Wuhlheide, wo die würzigste Suppe serviert wurde.

[http://www.railnet.de/Railnet_Lit_c.htm]
--
This here is my post. Is it not nifty? Worship the post.
Martin Ebert
2004-06-14 20:45:24 UTC
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Raw Message
Post by René
[http://www.railnet.de/Railnet_Lit_c.htm]
LOL!

Martin Ebert
Martin Ebert
2004-06-14 20:43:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Rainer Borchmann
Die künstlerische Soljanka.... stellte(n) Zonenküche dar.
Lesen lernen, es geht um gutbürgerliche deutsche Küche
Und in der gibt es Soljanka?

So gesehen, gibt es in der gutbürgerlichen deutsche Küche auch
Ceeseburger. - Und in der italienischen Küche die allseits
beliebten Wiener Schnitzel.

Tja.
Martin Ebert
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-06-14 10:31:30 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
Sondern ob Soljanka denn "gut bürgerliche deutsche Küche" sei.
Und das kann man mit einigem Recht bestreiten.
Und Gulasch?

-ku "auch Pferde-, Genossen" t
Malte Tuellmann
2004-06-14 13:06:45 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
Und Gulasch?
-ku "auch Pferde-, Genossen" t
Der Rausch des Hasen wäre in einigen Kneipen bereits zwischen den Bieren
verflogen:)

Malte
Kai Garlipp
2004-06-13 14:37:29 UTC
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Raw Message
Post by Rainer Borchmann
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich ...Soljanka.
nee, ich glaub Soljanka gehört nicht darein;
In der Version in der sie in typischen DDR-Gaststätten gereicht wurde,
passt die Soljanka sehr wohl dazu. ;-) Die DDR-Soljanka hatte
schließlich wenig mit ihrem russischen Namensgeber gemeinsam.

Bye Kai
Daniel Küstner
2004-06-13 15:00:24 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai Garlipp
In der Version in der sie in typischen DDR-Gaststätten gereicht wurde,
passt die Soljanka sehr wohl dazu. ;-) Die DDR-Soljanka hatte
schließlich wenig mit ihrem russischen Namensgeber gemeinsam.
Da ich nur die DDR-Variante kenne: was sind denn die Unterschiede?

daniel.
--
Daniel Küstner
pgp public key on request
Nimm eine fremde Hand und geh ins Unbekannte.
Bernd Ullrich
2004-06-13 15:30:14 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Daniel Küstner
Post by Kai Garlipp
In der Version in der sie in typischen DDR-Gaststätten gereicht
wurde, passt die Soljanka sehr wohl dazu. ;-) Die DDR-Soljanka
hatte schließlich wenig mit ihrem russischen Namensgeber gemeinsam.
Da ich nur die DDR-Variante kenne: was sind denn die Unterschiede?
Nach fünfschwänzigem Lexikon (Soljanka [russ.]) und Berichten vom Ort
der Zubereitung soll der Hauptbestandteil ursprünglich toter Fisch
gewesen sein. Später soll Rindfleisch dazugegeben worden sein.
Bockwurst hatte keine Flossen :-)

BU
Markus Knoppek
2004-06-13 16:55:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Ullrich
Bockwurst hatte keine Flossen :-)
Wer weiß schon so genau, was so alles gecuttert in einen Tierdarm
gepreßt wurde/wird?


M aus B
--
"...klingt das wie das Gefasel eines Idioten?"
[Al Bundy]
Wolfgang Symmank
2004-06-13 16:25:00 UTC
Permalink
Raw Message
Bernd meinte zu "Re: Mark der DDR"
in /DE/ALT/FOLKLORE/DDR:

Hi Bernd! Dresden, 13.06.04 18:25
Post by Bernd Ullrich
Bockwurst hatte keine Flossen :-)
bist Du da ganz sicher? :))
--
CrossPoint! Koestlich! Was fuer eine Mischung !
Bernd Ullrich
2004-06-13 18:27:34 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Symmank
Bernd meinte zu "Re: Mark der DDR"
Hi Bernd! Dresden, 13.06.04 18:25
Post by Bernd Ullrich
Bockwurst hatte keine Flossen :-)
bist Du da ganz sicher? :))
Ich lasse das morgen vorsichtshalber noch mal überprüfen.
:-)

BU
Kai-Uwe Thiessenhusen
2004-06-14 15:26:24 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai Garlipp
Die DDR-Soljanka hatte
schließlich wenig mit ihrem russischen Namensgeber gemeinsam.
Nämlich, wie war jener denn?

Ich kann mich an einer Diskussion mit Patrick von
vor einiger Zeit erinnern, in der er (sinngemäß)
meinte, daß er während seines Studiums in der
Sowjetunion dort überhaupt keine Soljanka
kennengelernt hätte.

In Russland der Jahre 2002 und 2003 wiederum aß ich
mehrmals Soljanka, sie war sicherlich von Ort zu
Ort verschieden, aber ein grundlegender qualitativer
Unterschied zur deutschen Soljanka fiel mir nicht auf.

-kut
Lueppo Ellerbroek
2004-06-14 18:14:22 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai-Uwe Thiessenhusen
In Russland der Jahre 2002 und 2003 wiederum aß ich
mehrmals Soljanka, sie war sicherlich von Ort zu
Ort verschieden, aber ein grundlegender qualitativer
Unterschied zur deutschen Soljanka fiel mir nicht auf.
Ich war vor drei Wochen beruflich in Wladiwostok, keine Soljanka dort
bekannt, aber die Gegend scheint ja auch nicht als klassisches Rußland
durchzugehen.

Gruß,
Lüppo
Wolfram Teufel
2004-06-14 19:00:12 UTC
Permalink
Raw Message
"Kai Garlipp" <***@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag news:***@zingst.garlipp.de...
[snip]
Post by Kai Garlipp
In der Version in der sie in typischen DDR-Gaststätten gereicht wurde,
passt die Soljanka sehr wohl dazu. ;-) Die DDR-Soljanka hatte
schließlich wenig mit ihrem russischen Namensgeber gemeinsam.
Bye Kai
Ursprünglich stammt die Soljanka meines Wissens aus der Ukraine.

Wolle
Boris Gerlach
2004-06-13 05:26:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Kai Garlipp
Post by Dirk Bindmann
Voll besetzte
Gaststätten habe ich nur in Touristenzentren zur Hauptsaison erlebt.
Es gab Restaurants die einen eigensinnigen oder besser
individualistischen Küchenchef hatten, das ist ja eines der
Hauptmerkmale eines Kochs.Da mußte man dann schon Schlange stehen.
Oder 1/2 Jahr Voranmeldung.
(Waldkater, Kupferkessel, Stilbruch um nur einige zu nennen)
Aber auch die 08/15 Restaurants und Kneipen waren fast immer gerammelt
voll weil einfach die subventionierten Preise ein Kochen zuhause
überflüssig machten. Ausserdem war das Bier in den Kneipen oft _billiger_
als im laden (1,02 vs. 1,28), deshalb gab es auch gesellschaftliche
Schichten in den Restaurants, die heute in der Mehrzahl zuhause trinken.

Hier in BW gibts übrigens sgn. Besenwirtschaften, die durch besondere
Umstände auch in der Lage sind Essen und Wein zu sehr günstigen
Konditionen, ähnlich denen in den DDR Restaurants abzugeben.
Und was ist? Sie sind immer brechend voll.
Dh für mich. Auch der eingefleischste Schwabe wird und DDR-ökonomischen
Verhältnissen sofort DDR Verhalten annehmen.
Es gibt keine Unterschiede zwischen West und Ost. Jedenfalls in dieser
Richtung nicht.
Post by Kai Garlipp
Sicherlich hing es von Ort und Zeit ab, aber eine Überfüllung von
Gaststätten brauchte man nicht lange zu suchen. Das hing aber auch damit
zusammen das es einfach nicht genügend Gaststätten gab.
Ich bin mal an einem Freitagabend Mitte der 80er mit 4 Personen
(2 hübsche Fräuleins und zwei junge Männer) durch 24 !! Kneipen und
Restaurants Berlins gezogen ohne unterzukommen.
Wir hatten 3 Bedingungen.
Wir wollten alle an einem Tisch sitzen, Bier trinken und was zu essen haben.
Das war nicht möglich und so war es oft.
Hast Du mal versucht im Oderkahn in der Oderbergerstraße was zu bekommen.
Das war der Inbegriff für soz. Selektion. Ich kenne kaum jemanden der
da drin je vernünftig bedient wurde. So hatte der Wirt seine Ruhe und
seine Stammgäste auch.
Post by Kai Garlipp
Dafür das richtig gekocht wurde (und nicht die fertigen Komponenten aus
der Tüte kommen und nur noch im Wasserbad oder Konvektomat erhitzt
werden) war die Speisekarte umfangreicher und abwechslungsreicher als in
manch einer Gaststätte heute.
Ack.
Post by Kai Garlipp
Bye Kai
BGE
Florian Ritter
2004-06-13 14:03:15 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Boris Gerlach
Post by Dirk Bindmann
Voll besetzte
Gaststätten habe ich nur in Touristenzentren zur Hauptsaison erlebt.
Es gab Restaurants die einen eigensinnigen oder besser
individualistischen Küchenchef hatten, das ist ja eines der
Hauptmerkmale eines Kochs.Da mußte man dann schon Schlange stehen.
Oder 1/2 Jahr Voranmeldung.
(Waldkater, Kupferkessel, Stilbruch um nur einige zu nennen)
Tja, vor allem waren die Herrschaften geschäftlich sehr kreativ. In
Pankow zB Park-Idyll.

Das von Dir erwähnte Rest. Stilbruch ist eins der interessantesten; da
soll die Stasi mit dringesteckt haben. Einer der Beteiligten - Manfred
B.; ich genieße des zweyffelhaften Vorzuges, den Mann zu kennen - hat
in den 90ern (da war er schon um die 60) zum wiederholten Male eine
langjährige Haftstrafe verbüßen müssen, diesmal wg. Geldeintreibens
mit Scheinhinrichtung - FR
Florian Ritter
2004-06-13 13:46:31 UTC
Permalink
Raw Message
Kai Garlipp <***@gmx.net> wrote in message news:<***@zingst.garlipp.de>...

[...]
Post by Kai Garlipp
Post by Dirk Bindmann
An sich gab es nur zwei Unterschiede zu heute: Die Gaststätten hatten
in der Regel ein weniger umfangreiches Angebot.
Jein. DDR-Gaststätten (unter Preiskategorie S) hatten in der Regel eine
"gut bürgerliche deutsche Küche". Sprich Schnitzel, Braten, Eintopf,
Soljanka.
Vergisse mir, o Garlipp, des HOG-Klassikers nicht: Ungar. Gulasch aus
völlig zerkochtem, zerfasertem Abfallfleisch an völlig zerkochten
Papp-Nudeln ohne jede Beilage!

Noch'n HOG-Standard: Bauernfrühstück.

O-Suppe is aus - FR
Matthias Opatz
2004-06-13 13:54:00 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Vergisse mir, o Garlipp, des HOG-Klassikers nicht: Ungar. Gulasch aus
völlig zerkochtem, zerfasertem Abfallfleisch an völlig zerkochten
Papp-Nudeln ohne jede Beilage!
Aber bestimmt nicht "an"!

Matthias
--
Deiotarus war der Sohn seines Vaters. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? ==> http://www.galletti.de/ **

---- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ---
René
2004-06-13 14:13:56 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Noch'n HOG-Standard: Bauernfrühstück.
Klappe! Das servieren wir heute noch als "German Country Breakfast"
unseren Gästen.
René
www.threeoaks-marshall.com
--
This here is my post. Is it not nifty? Worship the post.
Wolfram Teufel
2004-06-14 18:57:56 UTC
Permalink
Raw Message
Post by René
Post by Florian Ritter
Noch'n HOG-Standard: Bauernfrühstück.
Klappe! Das servieren wir heute noch als "German Country Breakfast"
unseren Gästen.
René
www.threeoaks-marshall.com
[snip]

Bei uns in Leipzig heißt das auch heute noch Bauernfrühstück. Man kann die
Anglizismen auch übertreiben! Oder dient das nur dazu, den Preis des
Bauernfrühstücks über 10 Euro treiben zu können?

Wolle
Gerd Chalupecky
2004-06-14 19:14:13 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfram Teufel
Post by René
Post by Florian Ritter
Noch'n HOG-Standard: Bauernfrühstück.
Klappe! Das servieren wir heute noch als "German Country Breakfast"
unseren Gästen.
René
www.threeoaks-marshall.com
[snip]
Bei uns in Leipzig heißt das auch heute noch Bauernfrühstück. Man
kann die Anglizismen auch übertreiben! Oder dient das nur dazu, den
Preis des Bauernfrühstücks über 10 Euro treiben zu können?
Klicke doch einfach mal den Link oben an, dann weißtus (und dazu auch
noch, _wo_ René wörkt).
Post by Wolfram Teufel
Wolle
Ch.
--
******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************
Wolfram Teufel
2004-06-14 19:54:33 UTC
Permalink
Raw Message
"Gerd Chalupecky" <***@privacy.net> schrieb im Newsbeitrag news:***@uni-berlin.de...
[snip]
| Klicke doch einfach mal den Link oben an, dann weißtus (und dazu
auch
| noch, _wo_ René wörkt).
[snip]

Ach ja, das hatte ich wohl übersehen. Nix für ungut.

Wolle
René
2004-06-14 20:49:23 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfram Teufel
Bei uns in Leipzig heißt das auch heute noch Bauernfrühstück. Man
kann die Anglizismen auch übertreiben!
Echt mal. Hier¹ übertreibens sie es wirklich mit dem Englischen. Man
hört kaum ein deutsches Wort, außer wenn mir beispielswise ein
Farbeimer umfällt, der Chevy wieder ne neue Macke hat, oder Gäste
absagen.
Post by Wolfram Teufel
Oder dient das nur dazu, den
Preis des Bauernfrühstücks über 10 Euro treiben zu können?
Wirst lachen, ich habe im rl noch nicht einen einzigen Euro-Schein
gesehen.

¹für bestimmte Werte von "hier"
--
This here is my post. Is it not nifty? Worship the post.
Florian Ritter
2004-06-12 15:31:43 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Reinhard Schumacher
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich war privat und beruflich oft wochenlang in der Ostzone und ich hatte
den Schwarztausch nicht nötig, weil ich nicht wußte, wie ich die 25
Ostmark täglichen Zwangsumtausch loswerden. Hotel? Fehlanzeige, das
mußte in West-Mark bezahlt werden und am besten bereits vom Westen aus
gebucht werden, weil es sonst kaum Plätze gab. Bücher, Schallplatten?
Was mich interessierte, war eh Bückware. Da kamen noch nicht mal meine
Verwandten in der DDR leicht dran. Auch hier war das Angebot in einer
x-beliebigen DKP-nahen Buchhandlung im Westen besser. Teure Gaststätten?
Bekomm erst einmal einen Platz in so einer Gastätte.
In Gaststätten musste man zum Mittagessen nach meiner Erfahrung bis 10
vor 11 Uhr da sein, danach gab es keinen Platz mehr.
Post by Lueppo Ellerbroek
Die besten Gaststätten nahmen eh nur West-Mark.
Habe ich nie erlebt, allerdings waren das auch keine kulinarischen
Spitzenrestaurants.
Ich habe in Ost- und in Westmarkrestaurants der Interhotels Metropol
und Palasthotel gegessen und erinnere mich nicht, daß die Qualität
unterschiedlich war; das Essen kam aus der gleichen Küche - FR
Florian Ritter
2004-06-12 15:28:51 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lueppo Ellerbroek
Post by Claus E Beyer
Man konnte mit mitgenommendes (schwarze) M-DDR König für einen Tag in der
DDR sein. Bei einen Tagesausflug nach Berlin (Haupstadt der DDR) habe ich
öfter 100 M-DDR von einer Wechselstube in Westberlin mitgenommen. Dann
hatte ich M-DDR 125 zum Verbrauch in der Hauptstadt. Für 25 M-DDR habe ich
waren gekauft und für den Hunderter habe ich (teure) Gaststätten besucht.
Genau das war der Grund, weshalb die DDR eine Devisenbewirtschaftung
hatte.
Einer der Gründe.
Post by Lueppo Ellerbroek
Ich war privat und beruflich oft wochenlang in der Ostzone
Beruflich: Da hattestu sicher auch einen "Major Tom" von der Stasi zur
Seite gestellt bekommen - FR
Lueppo Ellerbroek
2004-06-12 20:04:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Da hattestu sicher auch einen "Major Tom" von der Stasi zur
Seite gestellt bekommen
Ja, und das ganz offiziell.

Gruß,
Lüppo
Florian Ritter
2004-06-13 13:36:17 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Lueppo Ellerbroek
Post by Florian Ritter
Da hattestu sicher auch einen "Major Tom" von der Stasi zur
Seite gestellt bekommen
Ja, und das ganz offiziell.
Und die waren dann ja auch schon mal behilflich. Der SIEMENS-ADM für
Computertomographen in der DDR (der gesamte Ostblock war leider noch
nicht in der Lage, solche auch nur als Labormuster herzustellen)
äußerte den Wunsch nach etwas in der DDR ganz Subversivem: einem
Akkordeon. Und sie da, beim nächsten Besuch in Ost-Bln. stand sein
Major Tom mit einem solchen in der Hotelzarge und übergab's als
Geschenk. Mei, war des fei liab - FR
Martin Bienwald
2004-06-14 09:31:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Florian Ritter
Und die waren dann ja auch schon mal behilflich. Der SIEMENS-ADM für
Computertomographen in der DDR (der gesamte Ostblock war leider noch
nicht in der Lage, solche auch nur als Labormuster herzustellen)
äußerte den Wunsch nach etwas in der DDR ganz Subversivem: einem
Akkordeon.
Was war denn daran subversiv? Ich meine mich zu erinnern, Akkordeons
im Schaufenster von DDR-Musikgeschäften gesehen zu haben. Die kosteten
zwar ordentlich viel, wären aber durchaus käuflich zu erwerben gewesen.

... Martin
Claus E Beyer
2004-06-14 11:38:18 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Bienwald
Post by Florian Ritter
Und die waren dann ja auch schon mal behilflich. Der SIEMENS-ADM für
Computertomographen in der DDR (der gesamte Ostblock war leider noch
nicht in der Lage, solche auch nur als Labormuster herzustellen)
äußerte den Wunsch nach etwas in der DDR ganz Subversivem: einem
Akkordeon.
Was war denn daran subversiv? Ich meine mich zu erinnern, Akkordeons
im Schaufenster von DDR-Musikgeschäften gesehen zu haben. Die kosteten
zwar ordentlich viel, wären aber durchaus käuflich zu erwerben gewesen.
Ja, wenn man so einen Laden augeschaut hat, dann hat man verstanden, wie wenig
"Mark der DDR" wert war. Bei Lebensmitteln, Essen und Verkehr, war "Mark der
DDR" die beste Währung der Welt.

Claus
Mario Faroldi
2004-06-14 12:44:59 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus E Beyer
Post by Martin Bienwald
Post by Florian Ritter
Und die waren dann ja auch schon mal behilflich. Der SIEMENS-ADM für
Computertomographen in der DDR (der gesamte Ostblock war leider noch
nicht in der Lage, solche auch nur als Labormuster herzustellen)
äußerte den Wunsch nach etwas in der DDR ganz Subversivem: einem
Akkordeon.
Was war denn daran subversiv? Ich meine mich zu erinnern, Akkordeons
im Schaufenster von DDR-Musikgeschäften gesehen zu haben. Die
kosteten zwar ordentlich viel, wären aber durchaus käuflich zu
erwerben gewesen.
Ja, wenn man so einen Laden augeschaut hat, dann hat man verstanden,
wie wenig "Mark der DDR" wert war. Bei Lebensmitteln, Essen und
Verkehr, war "Mark der DDR" die beste Währung der Welt.
hieß auch Tomaten-Mark :-)

Bye Mario
Post by Claus E Beyer
Claus
Reinhard Greulich
2004-06-14 19:30:34 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Bienwald
Was war denn daran subversiv? Ich meine mich zu erinnern, Akkordeons
im Schaufenster von DDR-Musikgeschäften gesehen zu haben. Die kosteten
zwar ordentlich viel, wären aber durchaus käuflich zu erwerben gewesen.
In Schaufenstern war vieles zu sehen, auch Farbfernseher und sogar
Autos. Das Problem lag weniger im Preis als in der Lieferzeit.

Gruß - Reinhard.

-- 70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
de.etc.bahn.* Wintertreffen Revival 2005 auf Alp Grüm
10. bis 15. Feb. 2005: Grimsel, Lötschberg, Simplon, Milano,
Bernina, Albula, Oberalp, Furka, Vallées de Trient,
Chamonix, Geneve und mehr: http://www.debx2005.de
Kai Garlipp
2004-06-14 21:25:01 UTC
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Raw Message
Post by Reinhard Greulich
Post by Martin Bienwald
Was war denn daran subversiv? Ich meine mich zu erinnern, Akkordeons
im Schaufenster von DDR-Musikgeschäften gesehen zu haben. Die kosteten
zwar ordentlich viel, wären aber durchaus käuflich zu erwerben gewesen.
In Schaufenstern war vieles zu sehen, auch Farbfernseher
Farbfernseher waren in den 80er eher kein Lieferproblem in dem Sinne das
es dafür bestimmte Wartelisten gab. Auch wenn nicht immer alle Modelle
und Versionen (also die mit PAL/SECAM) verfügbar waren.
Post by Reinhard Greulich
und sogar Autos.
An Autos im Schaufesnter kann ich mich nur im Zusammenhang mit dem 1.
Preis der Zoo-Lotterie erinnern. Sonat hat man sich das eher selten
getraut ein Auto auszustellen, da diese mit einer längeren Wartezeit
verbunden waren. Das schließt aber nicht aus, daß hier und da mal ein
PKW Trabant mit dem neuesten Ausrüstungspaket ausgestellt wurde.
Post by Reinhard Greulich
Das Problem lag weniger im Preis als in der Lieferzeit.
Bei dem Beispiel Akkordeon war es wohl eher das gewünschte Modell zu
beschaffen und außerdem in diesem Zusammenhang auch für die nötigen
Ausfuhrpapiere zu sorgen.

Bye Kai

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