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Unzulässige Vornamen
(zu alt für eine Antwort)
Matthias Opatz
2017-10-29 06:50:08 UTC
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Zitat aus dem Programmheft des Stücks "Der Vorname" (Theater Rudolstadt):

| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
| Lediglich Adolfo war gestattet. Bis 1971 tauchte in der DDR auch der
| weibliche Vorname Asolfa, Adolfina und Adolfine auf. [...]

Das Erstgenannte mag stimmen. Denn obwohl auch in der DDR verbreitet
Vaters- oder Großvatersnamen weitergegeben wurden und auch VIP-Namen
gern verwendet wurden (Gustav Adolf Schur), kenne ich aus der DDR
keinen Nachkriegsgeborenen mit diesem Namen.

Wie aber war so ein Verbot geregelt? Das muß ja kein Gesetzblatt
gewesen sein, es reicht ja ggf. auch eine zentrale Weisung (um nicht
zu sagen: Hausmitteilung) an alle örtlichen Standesämter.

Hat jemand ein DDR-Vornamenbuch? Was stand denn dort unter Adolf?

Matthias
Wolf gang P u f f e
2017-10-29 09:10:19 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
| Lediglich Adolfo war gestattet. Bis 1971 tauchte in der DDR auch der
| weibliche Vorname Asolfa, Adolfina und Adolfine auf. [...]
Das Erstgenannte mag stimmen. Denn obwohl auch in der DDR verbreitet
Vaters- oder Großvatersnamen weitergegeben wurden und auch VIP-Namen
gern verwendet wurden (Gustav Adolf Schur), kenne ich aus der DDR
keinen Nachkriegsgeborenen mit diesem Namen.
Wie aber war so ein Verbot geregelt? Das muß ja kein Gesetzblatt
gewesen sein, es reicht ja ggf. auch eine zentrale Weisung (um nicht
zu sagen: Hausmitteilung) an alle örtlichen Standesämter.
Hat jemand ein DDR-Vornamenbuch? Was stand denn dort unter Adolf?
"Das kleine Vornamenbuch", ich habe es inzwischen verschenkt.
So sah es aus: https://www.ebay.de/i/322848042457?chn=ps&dispItem=1

Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Für das Gebiet der DDR war ja der Vorname Adolf nicht nur durch Hilter,
sondern auch Hennecke "entwertet".

W.
Peter Veith
2017-10-29 09:49:26 UTC
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Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Matthias Opatz
| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
Wie aber war so ein Verbot geregelt?
Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Nein, das wird sich wie in der BRD aus dem Argument "Kindswohl" ergeben
haben.
Post by Wolf gang P u f f e
Für das Gebiet der DDR war ja der Vorname Adolf nicht nur durch Hilter,
sondern auch Hennecke "entwertet".
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.

Bei Zuwiderhandlungen gab es Gulag^^^Bautzen II, wissen schon.

Ve"und der Wessi glaubts"ith
--
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn
jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe." - René Descartes
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Wolf gang P u f f e
2017-10-29 12:54:47 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Matthias Opatz
| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
Wie aber war so ein Verbot geregelt?
Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Nein, das wird sich wie in der BRD aus dem Argument "Kindswohl" ergeben
haben.
Post by Wolf gang P u f f e
Für das Gebiet der DDR war ja der Vorname Adolf nicht nur durch Hilter,
sondern auch Hennecke "entwertet".
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Bei Zuwiderhandlungen gab es Gulag^^^Bautzen II, wissen schon.
Bei Adolf Hennecke wurde der Vorname auch nicht verschwiegen oder
reglementiert.
Ich denke nicht, dass das in der DDR so ein Thema war.

Heute dagegen drehen ja gewisse Kreise schon durch, wenn an einem
Nummerschild oder in Webespots gewisse Ziffern- oder Buchstabenfolgen
entdeckt werden.

W.
Wolf gang P u f f e
2017-10-29 13:15:24 UTC
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Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Peter Veith
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Matthias Opatz
| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
Wie aber war so ein Verbot geregelt?
Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Nein, das wird sich wie in der BRD aus dem Argument "Kindswohl" ergeben
haben.
Post by Wolf gang P u f f e
Für das Gebiet der DDR war ja der Vorname Adolf nicht nur durch Hilter,
sondern auch Hennecke "entwertet".
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Bei Zuwiderhandlungen gab es Gulag^^^Bautzen II, wissen schon.
Bei Adolf Hennecke wurde der Vorname auch nicht verschwiegen oder
reglementiert.
Schulbuch Heimatkunde Klasse 3, so lange ist es ja noch nicht her:
http://www.ddr.center/katalogseite/schulbuch_heimatkunde_3_klasse-seite_81.html

W.
wolfgang sch
2017-10-29 13:03:59 UTC
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Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Bei Adolf Hennecke wurde der Vorname auch nicht verschwiegen oder
reglementiert.
Ich denke nicht, dass das in der DDR so ein Thema war.
In den 50er/60er Jahren liefen ja noch viele Leute rum, die den Namen
aus der Vornazizeit hatten, also ganz unbelastet. Das war ja hüben wie
drüben bekannt, wieso darum Aufhebens machen. Schwieriger sind die
zwischen 1933 und -45 geborenen Adolfs, und noch schwieriger die nach
1945 geborenen.
--
Klänge für Millionen überwinden die Distanzen

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
wolfgang sch
2017-10-29 13:01:39 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden
Ach ich dachte der heißt so. Was bedeutet Täve?
--
Klänge für Millionen überwinden die Distanzen

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Wolf gang P u f f e
2017-10-29 13:26:08 UTC
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Raw Message
Post by wolfgang sch
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden
Ach ich dachte der heißt so. Was bedeutet Täve?
Wohl das gleiche wie Teddy in Bezug auf Ernst Thälmann.
Einfach ein Spitznahme.

W.
--
Träger des Abzeichens für gutes Wissen
Uwe Schickedanz
2017-10-29 18:03:04 UTC
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Raw Message
On Sun, 29 Oct 2017 14:26:08 +0100, Wolf gang P u f f e
Post by Wolf gang P u f f e
Post by wolfgang sch
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden
Ach ich dachte der heißt so. Was bedeutet Täve?
Wohl das gleiche wie Teddy in Bezug auf Ernst Thälmann.
Einfach ein Spitznahme.
Regionale Kurzform von Gus_tav_.


Gruß Uwe
--
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder
einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
Christina Kunze
2017-10-30 21:28:55 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Uns haben sie damals erklärt, dass er das selber so wollte, denn wer
will schon Adolf heißen.

chr
Bernd Ullrich
2017-10-31 20:41:08 UTC
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Raw Message
Post by Christina Kunze
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Uns haben sie damals erklärt, dass er das selber so wollte, denn wer
will schon Adolf heißen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hennecke

Neubenennung von Batzen mit Schniepel mit "Adolf" war aus bestimmten
historischen Verhältnissen nach WK zwo nicht besonders angesagt.


BU
Matthias Opatz
2017-11-07 01:07:14 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Und wer hat das Täve-Buch geschrieben? ;-)

<https://www.instagram.com/p/kJthKujrim/>

Matthias
Veith
2017-11-10 12:08:24 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
Post by Peter Veith
Richtig, selbst Gustav-Adolf Schur durfte nur "Täve" genannt werden, um
den "Adolf" aus seinem Namen zu verbannen.
Und wer hat das Täve-Buch geschrieben? ;-)
<https://www.instagram.com/p/kJthKujrim/>
Von Adolf für Adolf ... und als Russe durfte man dies ;)

Zur Biografie des Autors habe ich nur gefunden: "Der gebürtige Hallenser,
Adolf Klimanschewsky, verstarb leider viel zu früh mit 57 Jahren. Er schrieb
bis zu seinem Tode sehr viele Artikel und Berichte für die DDR-Radsport-
zeitungen. Gemeinsam mit Wagner verfasste er eine Anleitung für das Training
des Staßenfahrers."
https://www.fritzbaars.de/allgemeines/

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
Matthias Opatz
2017-10-29 09:50:54 UTC
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Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Ich glaube schon.

Ohne sowas geht es so aus (Zitat aus derselben Quelle):

| Seit 2019 wurde er
(der Vorname Adolf)
| ca. 52 mal in ganz Deutschland vergeben.

Matthias
Matthias Opatz
2017-10-29 09:51:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Bedurfte es da wirklich eines Verbotes oder einer Weisung von oben?
Ich glaube schon.

Ohne sowas geht es so aus (Zitat aus derselben Quelle):

| Seit 2010 wurde er
(der Vorname Adolf)
| ca. 52 mal in ganz Deutschland vergeben.

Matthias
wolfgang sch
2017-10-29 13:00:48 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
| Seit 2010 wurde er
(der Vorname Adolf)
| ca. 52 mal in ganz Deutschland vergeben.
Um die Eltern evtl. einen Bogen machen.
--
Klänge für Millionen überwinden die Distanzen

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Kai Garlipp
2017-10-29 09:21:10 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
Wie aber war so ein Verbot geregelt? Das muß ja kein Gesetzblatt
gewesen sein, es reicht ja ggf. auch eine zentrale Weisung (um nicht
zu sagen: Hausmitteilung) an alle örtlichen Standesämter.
Mit Verbot wäre ich sehr vorsichtig. Seit 1945 wollten die Eltern ihre Söhne
nicht mehr Adolf nennen was auch die Statistik (hoffentlich aus Ost und West)
zeigt https://www.beliebte-vornamen.de/4501-adolf.htm

Allenfalls könnte ich mir 'Adolf' als zweiten Vornamen vorstellen, weil es die
Familientradition so wollte.

Bye Kai
Paul
2017-10-29 16:50:11 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Matthias Opatz
| [...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf sogar verboten.
| Lediglich Adolfo war gestattet. Bis 1971 tauchte in der DDR auch der
| weibliche Vorname Asolfa, Adolfina und Adolfine auf. [...]
Das stimmt auf keinen Fall, die Regelung in der DDR war das ein Vorname
irgendwo auf der Welt als Vorname gebräuchlich sein musste. Man konnte
seinen Sohn also nicht Winnetou nennen, seine Tochter aber wohl
Pocahontas. Winnetou war eine Erfindung von Karl May, Pocahontas dagegen
ist historisch als Vorname belegt. Reine Fantasienamen waren nicht zulässig.
Post by Matthias Opatz
Das Erstgenannte mag stimmen. Denn obwohl auch in der DDR verbreitet
Vaters- oder Großvatersnamen weitergegeben wurden und auch VIP-Namen
gern verwendet wurden (Gustav Adolf Schur), kenne ich aus der DDR
keinen Nachkriegsgeborenen mit diesem Namen.
Wie aber war so ein Verbot geregelt? Das muß ja kein Gesetzblatt
gewesen sein, es reicht ja ggf. auch eine zentrale Weisung (um nicht
zu sagen: Hausmitteilung) an alle örtlichen Standesämter.
Es gab an der Uni in Leipzig eine Stelle die sich mit dem Thema befasst
hat, bei strittigen Fällen, wenn etwa das Standesamt bei einem
gewünschten Vornamen nicht mitspielen wollte, wurden die zu Rate gezogen.
Post by Matthias Opatz
Hat jemand ein DDR-Vornamenbuch? Was stand denn dort unter Adolf?
Ein Vornamenbuch war nichts weiter als eine Sammlung gebräuchlicher
Vornamen, rechtlich hatte es keinerlei Bedeutung. Man konnte aber sicher
gehen das es mit Namen aus dem Vornamenbuch keine Probleme auf dem
Standesamt gab.
Post by Matthias Opatz
Matthias
Paule

Das mit "Claire" würde ich mir aber noch mal überlegen Frau Grube.
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
http://www.emsisoft.de/de/software/antimalware/?id=5716961
direkter Download:
http://download.emsisoft.com/EmsisoftAntiMalwareSetup_5716961
Chr. Maercker
2017-10-30 08:33:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Paul
Das stimmt auf keinen Fall, die Regelung in der DDR war das ein Vorname
irgendwo auf der Welt als Vorname gebräuchlich sein musste. Man konnte
seinen Sohn also nicht Winnetou nennen, seine Tochter aber wohl
Pocahontas. Winnetou war eine Erfindung von Karl May, Pocahontas dagegen
ist historisch als Vorname belegt. Reine Fantasienamen waren nicht zulässig.
Wie war das übrigens mit Kommunisma u.ä.? Legenden behaupten, solche
Namen wären vereinzelt vergeben worden.
--
CU Chr. Maercker.
wolfgang sch
2017-10-30 08:57:07 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Chr. Maercker
Wie war das übrigens mit Kommunisma u.ä.? Legenden behaupten, solche
Namen wären vereinzelt vergeben worden.
:)) Wie lautet die männliche Form?
--
Klänge für Millionen überwinden die Distanzen

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
Frank Nitzschner
2017-10-30 18:30:53 UTC
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Raw Message
Post by Chr. Maercker
Wie war das übrigens mit Kommunisma u.ä.? Legenden behaupten, solche
Namen wären vereinzelt vergeben worden.
Das dürfte aus demselben Stall kommen wie die Jahresendflügelfigur.
"Gib neue Namen deinem Kind: Traktorina und Sozialind"

Grüsse
Frank
Paul
2017-10-30 18:32:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Chr. Maercker
Post by Paul
Das stimmt auf keinen Fall, die Regelung in der DDR war das ein Vorname
irgendwo auf der Welt als Vorname gebräuchlich sein musste. Man konnte
seinen Sohn also nicht Winnetou nennen, seine Tochter aber wohl
Pocahontas. Winnetou war eine Erfindung von Karl May, Pocahontas dagegen
ist historisch als Vorname belegt. Reine Fantasienamen waren nicht zulässig.
Wie war das übrigens mit Kommunisma u.ä.? Legenden behaupten, solche
Namen wären vereinzelt vergeben worden.
Solche Namen waren nicht zulässig, es musste nachgewiesen werden das der
gewünschte Vorname irgendwo oder irgendwann als Vorname üblich war.

Paule

Kommt einer aufs Standesamt und möchte seinen Namen ändern lassen. Der
Standesbeamte: Wie heißen sie denn? Der Antragsteller: Erich Hitler. Der
Standesbeamte: Kein Problem, wer will denn heute noch Erich heißen.
--
Eine richtig gute Anti-Malware-Lösung?
30 Tage kostenlos und ohne Risiko testen?
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http://download.emsisoft.com/EmsisoftAntiMalwareSetup_5716961
Peter Veith
2017-10-31 11:37:51 UTC
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Raw Message
Post by Paul
Post by Chr. Maercker
Wie war das übrigens mit Kommunisma u.ä.? Legenden behaupten, solche
Namen wären vereinzelt vergeben worden.
Solche Namen waren nicht zulässig, es musste nachgewiesen werden das der
gewünschte Vorname irgendwo oder irgendwann als Vorname üblich war.
Die Legende kenne ich so, daß die Eltern den Namen für ihr Kind
vergeblich begehrten.

BTW
Cosma Shiva bekam ihren Namen in den USA.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
wolfgang sch
2017-10-31 12:48:53 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Cosma Shiva bekam ihren Namen in den USA.

--
Klänge für Millionen überwinden die Distanzen

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
René Marquardt
2017-10-31 12:54:23 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
BTW
Cosma Shiva bekam ihren Namen in den USA.
Und da ihre Mutter, eine gewisse Nina Hagen, bereits 1977 in den Westen
gezogen ist, und Cosma Shiva 1981 in Los Angeles zur Welt kam, ist es
völlig pumpe, was DDR-Regelungen zum Thema gesagt hätten.

Es gab übrigens das Phänomen, daß manche Leute zeitlebens bei Namen
gerufen wurden, die in der Geburtsurkunde mitnichten auftauchten.
Chr. Maercker
2017-11-01 08:48:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Peter Veith
Die Legende kenne ich so, daß die Eltern den Namen für ihr Kind
vergeblich begehrten.
Das klingt schon weitaus glaubhafter.
Post by Peter Veith
Cosma Shiva bekam ihren Namen in den USA.
Bei dieser Dame hatte ich sowas wie Cosima in Erinnerung, das liegt
etwas näher an Kommunisma. Ansonsten ist sie für so was zum einen etwas
zu jung, zum anderen hat sie nicht die passenden Eltern dafür. Obwohl
zumindest die Mutter ansonsten für jeden Blödsinn zu haben ist. ;-)
--
CU Chr. Maercker.
Claus E Beyer
2017-11-10 10:08:01 UTC
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Raw Message
Post by Matthias Opatz
Zitat aus dem Programmheft des Stücks "Der Vorname"
Post by Matthias Opatz
[...] In der DDR war die Vergabe des Vornamens Adolf
sogar verboten. Lediglich Adolfo war gestattet. Bis
1971 tauchte in der DDR auch der weibliche Vorname
Asolfa, Adolfina und Adolfine auf. [...]
Das Erstgenannte mag stimmen. Denn obwohl auch in der DDR
verbreitet Vaters- oder Großvatersnamen weitergegeben
wurden und auch VIP-Namen gern verwendet wurden (Gustav
Adolf Schur), kenne ich aus der DDR keinen
Nachkriegsgeborenen mit diesem Namen.
Wie aber war so ein Verbot geregelt? Das muß ja kein
Gesetzblatt gewesen sein, es reicht ja ggf. auch eine
zentrale Weisung (um nicht zu sagen: Hausmitteilung) an
alle örtlichen Standesämter.
Hat jemand ein DDR-Vornamenbuch? Was stand denn dort
unter Adolf?
Ich habe das Buch "Vornamen heute" von 1988. ISBN 3-323-00038-2

Under "Adolf" steht gar nichts.

Claus
Veith
2017-11-10 12:15:41 UTC
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Raw Message
Post by Claus E Beyer
Ich habe das Buch "Vornamen heute" von 1988. ISBN 3-323-00038-2
Under "Adolf" steht gar nichts.
Waren auch im Underground ;)

Nun, es könnte argumentiert werden, dass in der DDR alles verboten gewesen wäre,
was nicht ausdrücklich erlaubt (so u.a. Gysi). Mithin wäre "Adolf" verboten
gewesen ...

Pe" DDR-Luftwaffe.de "ter
g.kuehne
2017-11-11 09:52:14 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Veith
Nun, es könnte argumentiert werden, dass in der DDR alles verboten
gew=
Post by Veith
esen wäre,
was nicht ausdrücklich erlaubt (so u.a. Gysi). Mithin wäre "Adolf=
" verboten
gewesen ...
Komisch ich habe das in Ligau anders rum gelehrt bekommen.
GK
--
ohne
Matthias Opatz
2017-11-10 12:29:59 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus E Beyer
Ich habe das Buch "Vornamen heute" von 1988. ISBN 3-323-00038-2
Under "Adolf" steht gar nichts.
Nichts zum Gegenstand dieses Fadens, oder überhaupt gar nichts?
Auch keine Wortbedeutung?

Gibt es auch andere übliche Namen, zu denen garnichts steht?

Matthias
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