Discussion:
SV und FDGB
(zu alt für eine Antwort)
Martin Ebert
2017-08-27 22:38:36 UTC
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Raw Message
Es verspricht spannend zu werden ...

SV waren 10% des Bruttoeinkommens bis 600 DDR-Mark - der Staat bezahlte auch nochmal 10%. Das setze ich als bekannt voraus.

Ok, dann das hier:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialversicherung_des_Freien_Deutschen_Gewerkschaftsbunds>

"Die Sozialversicherung des FDGB war als einheitliche Pflichtversicherung für alle Arbeiter und Angestellten konzipiert ..."

Moment, stimmt das so?
Die Sozialversicherung (inklusive Rentenversicherung) war eine Leistung des FDGB? (Ok, den Rant spare ich mir, ich habe ja eine Verständnisfrage.)

Nun gab es ja die FDGB-Mitgliedsbücher, ich kann gern ein eher frühes Exemplar online stellen. Da wurden Mitgliedsmarken geklebt. Klar.

Die Frage ist nun:
Lässt der Monatsbeitrag (der geklebten Marken) einen Rückschluss auf das reale Bruttogehalt zu?

Würde beispielsweise eine monatliche Marke von 9 DDR-Mark auf ein brutto von 900 DDR-Mark schlussfolgern lassen?

Mt
Boris Gerlach
2017-08-28 08:02:44 UTC
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Raw Message
Martin Ebert <***@gmx.net> wrote:

[....]
Post by Martin Ebert
Lässt der Monatsbeitrag (der geklebten Marken) einen Rückschluss auf das
reale Bruttogehalt zu?
Würde beispielsweise eine monatliche Marke von 9 DDR-Mark auf ein brutto
von 900 DDR-Mark schlussfolgern lassen?
Mt
So linear war es nicht, jedoch hing der Beitrag sicher von der Höhe des
Gehaltes ab.
Ich habe nicht nur den Ausweis in dem ich das über die Lehrzeit und meine
"Jungfacharbeiterzeit" und dann meine Armee/Facharbeiterzeit und als
Student anhand alter
Lohnstreifen bzw.. des SV Buches nachvollziehen kann, nein, über
die Wende habe ich auch noch die Beitragsnachweiskarteikarte bei mir
einlagern
können. So kommen da bei mir unterschiedliche Beitragshöhen zustande.
Zusätzlich dazu waren auch die Solibeiträge interessant. Diese eigentlich
freiwilligen
Zusatzbeiträge wurden (im IW-Pinnow) gern bei der damals noch bar
erfolgenden
Auszahlung der Jahresendprämie, sofort vom BGLer oder dessen Schergen am
Ausgang des Auszahlungsraumes dem glücklichen Empfänger der Jahresendprämie
jovial abgeknöpft. Motto: Du bist doch fürn Frieden oder??
Studentenzeitung und Armeezeit waren beitragsfrei,WIMRE als Lehrling wurde
derer
symbolische Obolus von 50 Pfennig / Monat kassiert.
Also kann ich über den Zeitraum 1978 - 1988 genau nachvollziehen wie
einerseits
die Lohn/Gehaltsentwicklung war und sich andererseits die Beiträge
entwickelten.

Heute ist der Beitrag der IG -Metall 1% des Bruttogehalts. wimre

BGE
--
jo
Matthias Opatz
2017-08-28 10:16:03 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
SV waren 10% des Bruttoeinkommens bis 600 DDR-Mark - der Staat bezahlte auch nochmal 10%.
Der Staat?

Das machte mMn der Betrieb/Arbeitgeber (egal ob VEB, PGH, LPG oder privat).

Matthias
Chr. Maercker
2017-08-28 11:03:09 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
<https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialversicherung_des_Freien_Deutschen_Gewerkschaftsbunds>
"Die Sozialversicherung des FDGB war als einheitliche Pflichtversicherung für alle Arbeiter und Angestellten konzipiert ..."
Moment, stimmt das so?
Pflichtversicherung ja, aber ich wüsste nicht, was der FDGB damit zu tun
hatte. Aus dem konnte man WIMRE notfalls austreten.
Post by Martin Ebert
Die Sozialversicherung (inklusive Rentenversicherung) war eine Leistung des FDGB? (Ok, den Rant spare ich mir, ich habe ja eine Verständnisfrage.)
Nun gab es ja die FDGB-Mitgliedsbücher, ich kann gern ein eher frühes Exemplar online stellen. Da wurden Mitgliedsmarken geklebt. Klar.
Die Ausweise waren rot, die Marken waren für den Gewerkschaftsbeitrag.
SV-Ausweise waren grün. ;-)
Post by Martin Ebert
Lässt der Monatsbeitrag (der geklebten Marken) einen Rückschluss auf das reale Bruttogehalt zu?
Würde beispielsweise eine monatliche Marke von 9 DDR-Mark auf ein brutto von 900 DDR-Mark schlussfolgern lassen?
Reden wir jetzt von Gewerkschaftsbeiträgen oder von Pflichtversicherungen?
--
CU Chr. Maercker.
Matthias Opatz
2017-08-28 11:03:43 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Chr. Maercker
Pflichtversicherung ja, aber ich wüsste nicht, was der FDGB damit zu tun
hatte. Aus dem konnte man WIMRE notfalls austreten.
Oder gar nicht erst drin sein.

Matthias
Wolf gang P u f f e
2017-08-28 15:40:07 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Ebert
Es verspricht spannend zu werden ...
SV waren 10% des Bruttoeinkommens bis 600 DDR-Mark - der Staat bezahlte auch nochmal 10%. Das setze ich als bekannt voraus.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialversicherung_des_Freien_Deutschen_Gewerkschaftsbunds>
"Die Sozialversicherung des FDGB war als einheitliche Pflichtversicherung für alle Arbeiter und Angestellten konzipiert ..."
Moment, stimmt das so?
Die Sozialversicherung (inklusive Rentenversicherung) war eine Leistung des FDGB? (Ok, den Rant spare ich mir, ich habe ja eine Verständnisfrage.)
Nun gab es ja die FDGB-Mitgliedsbücher, ich kann gern ein eher frühes Exemplar online stellen. Da wurden Mitgliedsmarken geklebt. Klar.
Lässt der Monatsbeitrag (der geklebten Marken) einen Rückschluss auf das reale Bruttogehalt zu?
Würde beispielsweise eine monatliche Marke von 9 DDR-Mark auf ein brutto von 900 DDR-Mark schlussfolgern lassen?
Mt
Der für den SV-Beitrag relevante Lohn wurde jährlich im SV-Ausweis ab
Seite 14 unter Arbeits- und Sozialversicherungsverhältnisse eingetragen.
Da steht auch das Einkommen aus Lehrlingsentgeld drin. Das war demnach
wohl auch SV-Plichtig.(?)
FDGB war WIMRE eine gäntzlich andere "Kostenstelle".

W.
Peter Veith
2017-08-28 16:15:39 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
"Die Sozialversicherung des FDGB war als einheitliche Pflichtversicherung für alle Arbeiter und Angestellten konzipiert ..."
Post by Martin Ebert
Moment, stimmt das so?
Ja.

Der FDGB war *Träger* der Sozialversicherung.

In der BRD sind die Träger der Sozialversicherung "selbstverwaltete
Körperschaften des öffentlichen Rechts".

Alos, das "gleiche" nur anders organisiert.

Gleichwohl bedeutet es, daß auch in der BRD die Gesetzlichen staatliche
Einrichtungen sind und die ihnen staatlich zugewiesenen Aufgaben unter
staatlicher Aufsicht organisatorisch und finanziell "selbstständig"
durchführen.
Post by Martin Ebert
Würde beispielsweise eine monatliche Marke von 9 DDR-Mark auf ein brutto von 900 DDR-Mark schlussfolgern lassen?
Mach' nicht den Wessi!

Veith
--
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http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
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