Discussion:
Aufnahmeheime DDR
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Veith
2015-01-06 14:12:27 UTC
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Etwa 600.000 Menschen siedelten von 1949 bis 1989 aus der BRD / Westberlin in die DDR. Die Mehrzahl waren Rückkehrer, diemit dem Westalltag nicht zurande kamen, aber mindestens 200.000 auch Erstzuziehende, s.a.:
http://home.snafu.de/veith/deserteu.htm

Für diese Personengruppe gab es als erste Anlaufstelle ab 1979 das Zentrale Aufnahmeheim (ZAH) Röntgental bei Berlin (Bezirk Frankfurt/Oder).

Ich gebe zu, mehr kannte ich nicht. Jetzt lese ich, es gab Mitte der 1960er Aufnahmeheime auf zentralstaatlicher Ebene in

- Barby (Bezirk Magdeburg),
- Eisenach,
- Pritzier (geschlossen 1972) und
- Eisenberg-Saasa(Bezirk Gera)

sowie auf bezirklicher Ebene in
- Velgast,
- Militzsee,
- Loburg,
- Schmalkalden,
- Kraftsdorf,
- Karl-Marx-Stadt,
- Zirkelschacht,
- Leipzig,
- Dresden,
- Kablenz,
- Molkenberg bei Fürstenwalde (Bezirk Frankfurt/Oder),
- Potsdam und
- Berlin-Weißensee
- Berlin-Blankenfelde (geschlossen 1972).

Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive weitgehend auf drei ZAH reduziert. Es verblieben:

- Barby,
- Eisenberg-Saasa und
- Molkenberg bei Fürstenwalde (geschlossen 1986)

Ab 1979 gab es grundsätzlich nur noch das bekannte ZAH Röntgental bei Berlin (Bezirk Frankfurt/Oder). Einige auf bezirklicher Ebene sollen jedoch weiter existiert haben.

Links:
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/wunschik20130802/?p=all
http://www.ddr-rueckkehrer.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=48&Itemid=41

So richtig "rund" ist das Thema aber noch nicht.
Martin Funder
2015-01-06 15:06:01 UTC
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Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?

mfg, martin
Peter Veith
2015-01-06 18:58:39 UTC
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Post by Martin Funder
Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?
Weniger Zulauf (Bedarf)

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de
Martin Funder
2015-01-06 19:42:57 UTC
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Post by Peter Veith
Post by Martin Funder
Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?
Weniger Zulauf (Bedarf)
warum sollte der abgenommen haben? die einreise in die ddr war doch auch
danach (nach einer übergangszeit) recht unproblematisch.

mfg, martin
Bernd Ullrich
2015-01-06 20:49:45 UTC
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Post by Martin Funder
Post by Peter Veith
Post by Martin Funder
Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?
Weniger Zulauf (Bedarf)
warum sollte der abgenommen haben? die einreise in die ddr war doch auch
danach (nach einer übergangszeit) recht unproblematisch.
Zuwenig Bananen im Angebot?

BU
Peter Veith
2015-01-06 21:47:36 UTC
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Post by Martin Funder
Post by Peter Veith
Post by Martin Funder
Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?
Weniger Zulauf (Bedarf)
warum sollte der abgenommen haben? die einreise in die ddr war doch auch
danach (nach einer übergangszeit) recht unproblematisch.
Wenn die zahlen stimmen, sind ca. 600.000 aus der BRD in die DDR. Davon
waren ca. 400.000 Rückkehrer, also Menschen die zuerst die DDR verlassen
hatten ... diese Gruppe wurde naheliegend weniger.

Aber es gab sie weiterhin, siehe Alwin Ziel.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
Martin Funder
2015-01-07 12:05:44 UTC
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Post by Peter Veith
Post by Martin Funder
Post by Peter Veith
Post by Martin Funder
Post by Veith
Ab der Sicherung unserer Staatsgrenze wurden die Aufnahmeheime sukzessive
weitgehend auf drei ZAH reduziert.
inwieweit hat das eine mit dem anderen zu tun?
Weniger Zulauf (Bedarf)
warum sollte der abgenommen haben? die einreise in die ddr war doch auch
danach (nach einer übergangszeit) recht unproblematisch.
Wenn die zahlen stimmen, sind ca. 600.000 aus der BRD in die DDR. Davon
waren ca. 400.000 Rückkehrer, also Menschen die zuerst die DDR verlassen
hatten ... diese Gruppe wurde naheliegend weniger.
das wäre nur ein faktor drei. und eigentlich müsste sich die zahl der
erstflüchtlinge durch jene vergrößern, die aufgrund der durch die
gesicherte staatsgrenze erhöhten attraktivität des sozialismus kamen.

mfg, martin
Peter Veith
2017-09-09 12:03:24 UTC
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Post by Veith
Etwa 600.000 Menschen siedelten von 1949 bis 1989 aus der BRD /
Westberlin in die DDR. Die Mehrzahl waren Rückkehrer, die mit dem
Westalltag nicht zurande kamen, aber mindestens 200.000 auch
Erstzuziehende, s.a.: http://home.snafu.de/veith/deserteu.htm
Für diese Personengruppe gab es als erste Anlaufstelle ...
Die Grenzdurchgangsgangs- / Notaufnahme- / Durchgangslager /
Erstaufnahmeeinrichtungen gab es bekanntlich ab 1945 in allen
Besatzungszonen (außer der französischen).

Das wohl bestbekannte Lager im Westen wird "Friedland" gewesen sein und
im Westsektor Berlin-Marienfelde ... und alle *gut*

Aber, die im Osten waren natürlich *böse* , denn diese Lager entsprangen
nicht praktischen Überlegungen (so schlichter Organisation oder
Quellenabschöpfung durch Geheimdienste, wie im Westen), sondern:

"Die DDR begegnete den Zuwanderern aus der Bundesrepublik nicht mit
offenen Armen, sondern mit Misstrauen und Skepsis. So mussten zwischen
1961 und 1989 alle Übersiedler erstmal in sogenannte Aufnahmeheime –
eine Mischung aus Internierungslager und sozialistischem Internat."

Und

"In den DDR-Übersiedlerheimen kam es sogar zu Selbstmorden und
Selbstmordversuchen ..." *wow* Ich vermute, sogar (Taschen-) Diebstähle
wird es gegeben haben.

Das erzählt der unparteiische und nur der Wissenschaft verpflichtete Dr.
Michael Schäbitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der ... klar
Hohenschönhausen :-D

Link:
http://www.deutschlandfunk.de/zuwanderung-in-die-ddr-von-west-nach-ost.691.de.html?dram:article_id=395256
Post by Veith
So richtig "rund" ist das Thema aber noch nicht.
Veith
--
"Es gibt kein Menschenrecht, sich seinen Standort auf der Welt selbst
auszusuchen" Christian Lindner (FDP).
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