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INKOTA-netzwerk
(zu alt für eine Antwort)
Peter Veith
2017-07-21 13:42:40 UTC
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Raw Message
Die Verhaftung von Peter Steudtner u.a. rief teilweise skurrile
Reaktionen hervor, so verglich der Bundesfinanzminister, Herr Schäuble,
tatsächlich den NATO-Partner Türkei mit der DDR, siehe:
https://www.morgenpost.de/politik/ausland/article211318913

Zitat: "Die Türkei verhaftet inzwischen willkürlich und hält
konsularische Mindeststandards nicht ein. Das erinnert mich daran, wie
es früher in der DDR war [...] Wer dort gereist ist, dem war klar: Wenn
Dir jetzt etwas passiert, kann Dir keiner helfen."

Das ist natürlich "Quatsch", aber auch die medial transportierte
Reaktion von Krenz verwirrt eher: "Sein jetziger Vergleich ist genau so
absurd, wie der Vergleich der Bundesrepublik mit dem Nazireich durch
Erdogan".

Sei es drum, zu meinem Anliegen:

Peter Steudtner wird u.a. mit dem INKOTA-netzwerk in Verbindung
gebracht, von dem es bei Wikipedia heißt:

"Der Verein wurde 1971 in Halle (Saale) von evangelischen und
katholischen Studierenden sowie weiteren Engagierten gegründet und
setzte die Arbeit der „Aktionsgemeinschaft für die Hungernden“ im Osten
Deutschlands fort. Diese war 1957 als eine der ersten deutschen
entwicklungspolitischen Organisationen von Präses Dr. Lothar Kreyssig,
Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski und anderen ins Leben
gerufen worden."
https://de.wikipedia.org/wiki/INKOTA-netzwerk

Kennt / kannte jemand den Verein (Martin!)?

Das liest sich so, als wenn er bereits bei Gründung sich als Teil einer
staatlichen, westdeutschen Organisation sah. Ist man da heute offener
oder lag das durch die Kirchenorganisation nahe?

Brauche Input :)

Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Chr. Maercker
2017-07-25 13:53:11 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Peter Steudtner wird u.a. mit dem INKOTA-netzwerk in Verbindung
"Der Verein wurde 1971 in Halle (Saale) von evangelischen und
katholischen Studierenden sowie weiteren Engagierten gegründet und
setzte die Arbeit der „Aktionsgemeinschaft für die Hungernden“ im Osten
Deutschlands fort. Diese war 1957 als eine der ersten deutschen
entwicklungspolitischen Organisationen von Präses Dr. Lothar Kreyssig,
Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski und anderen ins Leben
gerufen worden."
https://de.wikipedia.org/wiki/INKOTA-netzwerk
Kennt / kannte jemand den Verein (Martin!)?
INKOTA war in Halle in kirchlichen Kreisen bekannt. Selbst habe ich
allerdings erst 1988 davon Notiz genommen. Verein oder gar e.V. war
INKOTA damals natürlich nicht, wüsste nicht, dass das in der DDR möglich
gewesen wäre.
Post by Peter Veith
Das liest sich so, als wenn er bereits bei Gründung sich als Teil einer
staatlichen, westdeutschen Organisation sah. Ist man da heute offener
oder lag das durch die Kirchenorganisation nahe?
In damaligen INKOTA-Publikationen ("nur für innerkirchlichen Gebrauch")
ist mir nix dgl. aufgefallen. Inwiefern der e.V.
https://de.wikipedia.org/wiki/Aktionsgemeinschaft_Solidarische_Welt
eine staatliche Organisation sein soll, erschließt sich mir aus den
Angaben in Wikipedia auch nicht. INKOTA hat sich als Gegenpol zur
klassischen "Entwicklungshilfe" verstanden. Das dürfte mit Fortsetzung
der Arbeit der Aktionsgemeinschaft gemeint sein.
--
CU Chr. Maercker.
Martin Ebert
2017-07-26 22:11:34 UTC
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Raw Message
Post by Peter Veith
Peter Steudtner wird u.a. mit dem INKOTA-netzwerk in Verbindung
"Der Verein wurde 1971 in Halle (Saale) von evangelischen und
katholischen Studierenden sowie weiteren Engagierten gegründet und
setzte die Arbeit der „Aktionsgemeinschaft für die Hungernden“ im Osten
Deutschlands fort. Diese war 1957 als eine der ersten deutschen
entwicklungspolitischen Organisationen von Präses Dr. Lothar Kreyssig,
Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski und anderen ins Leben
gerufen worden."
https://de.wikipedia.org/wiki/INKOTA-netzwerk
Kennt / kannte jemand den Verein (Martin!)?
Negativ.
Post by Peter Veith
Das liest sich so, als wenn er bereits bei Gründung sich als Teil einer
staatlichen, westdeutschen Organisation sah. Ist man da heute offener
oder lag das durch die Kirchenorganisation nahe?
Ersetze mal durch "deutsche", dann passt es. Die Kirchen sahen sich
immer als (auch) deutsche Kirchen. Im Grunde hatte auch jede DDR-
Kirchgemeinde eine Partnergemeinde in Westdeutschland.

Mt
Chr. Maercker
2017-07-31 15:50:17 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
Ersetze mal durch "deutsche", dann passt es. Die Kirchen sahen sich
immer als (auch) deutsche Kirchen. Im Grunde hatte auch jede DDR-
Kirchgemeinde eine Partnergemeinde in Westdeutschland.
Wobei sich die evangelische Kirche ca. ab 1980 "ev. Kirche in der DDR"
nannte. Die kath. Kirche hat sowieso ein globaleres Selbstverständnis.
--
CU Chr. Maercker.
x***@gmail.com
2017-08-15 13:21:32 UTC
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Raw Message
Post by Martin Ebert
Post by Peter Veith
"Der Verein wurde 1971 in Halle (Saale) von evangelischen und
katholischen Studierenden sowie weiteren Engagierten gegründet und
setzte die Arbeit der „Aktionsgemeinschaft für die Hungernden“ im Osten
Deutschlands fort. Diese war 1957 als eine der ersten deutschen
entwicklungspolitischen Organisationen von Präses Dr. Lothar Kreyssig,
Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski und anderen ins Leben
gerufen worden."
https://de.wikipedia.org/wiki/INKOTA-netzwerk
Kennt / kannte jemand den Verein (Martin!)?
Negativ.
Post by Peter Veith
Das liest sich so, als wenn er bereits bei Gründung sich als Teil einer
staatlichen, westdeutschen Organisation sah. Ist man da heute offener
oder lag das durch die Kirchenorganisation nahe?
Ersetze mal durch "deutsche", dann passt es. Die Kirchen sahen sich
immer als (auch) deutsche Kirchen.
Naja, nicht so ganz. Die kathol. Kirche hielt daran eisern fest,
die evangel. wackelte, was dazu führte, daß es einen Bischof
in Westberlin (u.a. Scharf) und einen in (Ost-)Berlin-Brandenburg
gab.
Die zuständigen Organe unterstützten den sog. Weißenseer Kreis
mit dem Ziel, eine eigenständige ev. DDR-Kirche von der EKD
abzuspalten.
Post by Martin Ebert
Im Grunde hatte auch jede DDR-
Kirchgemeinde eine Partnergemeinde in Westdeutschland.
Nicht nur jede Gemeinde, alle kirchlichen Einrichtungen bis hin
zu Kindergärten - FR

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